Einträge mit dem Tag ‘Österreich’


Wer war… Johanna Dohnal?

24. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 9 von 10 der Serie Wer war eigentlich …

“Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‘weibliche Zukunft’. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.” (Dohnal, 2004)

Die erste österreichische Frauenministerin der SPÖ ist am vergangenen Samstag im Alter von 71 Jahren in ihrem Haus in Niederösterreich verstorben. Johanna Dohnal, Leitfigur der österreichischen Frauenpolitik, wurde 1979 Staatssekretärin für Frauenangelegenheiten in der Regierung Kreisky und 1990 Bundesministerin für Frauenangelegenheiten. Neben ihrem Engagement in der Friedens-, der Bildungs- und der Entwicklungspolitik machte sie sich insbesondere für frauenpolitische Angelegenheiten stark, u.a. das gesetzliche Verbot von sexueller Belästigung oder das Durchsetzen von Quoten an Universitäten und in Ministerien. 1995 zog sie sich u.a. auch auf Grund von wachsenden konservativen Stimmungen im Land aus der Politik zurück, leistete aber weiterhin Arbeit in NGO’s, Frauenorganisationen und Gewerkschaften und veröffentlichte 2008 ihr Buch ”Innenansichten österreichischer Frauenpolitiken”.

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Kurz und knapp zum Wochenanfang

22. Februar 2010 von der Maedchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 44 von 50 der Serie Kurz notiert

Die Islamdebatte geht weiter. Hilal Szezgin kommentiert in der Taz:

“So unterschiedliche AutorInnen wie die Islamwissenschaftler Katajun Amirpur und Navid Kermani, die Migrationsforscherin Yasemin Karakasoglu, die Journalistin Mely Kiyak, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu und ich haben bereits unzählige Male unser Unbehagen an einer Islam-Debatte dargelegt, die falsch verallgemeinert, unzumutbar polemisiert und ein wohlfeiles Ventil für jene Ressentiments bietet, die man früher Ausländerfeindlichkeit nannte und heute oft die Form von Islamfeindlichkeit annehmen.”

Matthias Franz, Organisator des Kongresses “Neue Männer – muss das sein?” hat der Taz ein Interview gegeben, in dem er über die Probleme spricht, die die Auflösung des traditionellen männlichen Rollenmodells mit sich bringt.

Wie dieStandard.at berichtet, wird die im März stattfindende Parlamentswahl im Irak wahrscheinlich die letzte Chance auf eine echte Beteiligung von Frauen am politischen Prozess sein. Diese Wahl wird die letzte sein, bei der es eine Frauenquote von 25% gibt.

Ebenfalls auf dieStandard.at fragt sich Ina Freudenschuss, was der Kampf um Frauenrechte mit Homosexuellen-Aktivismus zu tun hat? Sie findet: Eine ganze Menge!

An US-amerikanischen Universitäten kämpfen junge Frauen gegen Sex vor der Ehe und befinden: Das ist “echter” Feminismus! Und wenn man doch mal “sündige Gedanken” hat? Die Abstinenz-Aktivistinnen raten: Einfach mal einen tüchtigen Spaziergang einlegen, wie der Spiegel.de berichtet.

Happy Birthday: Die Pille wird 50!

Und: This is what a feminist looks like (via)- Feminismus Österreich-Style:


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Wer war… Adelheid Popp?

11. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 6 von 10 der Serie Wer war eigentlich …

Geboren als 15. Kind einer Weberfamilie in der Nähe von Wien wuchs Adelheid Popp, geb. Dworak, die später zu einer der bekanntesten FrauenrechtlerInnen und ArbeiterInnen avancierte, in ärmsten Verhältnissen auf. Sie besuchte nur drei Jahre lang die Schule und arbeitete fortan als Dienstmädchen, Näherin und Fabrikarbeiterin.

Quelle: dasrotewien.at

Ab dem Alter von 17 Jahren wurde Popp politisch aktiv. Sie arbeitete täglich zwölf Stunden und lernte abends Lesen und Schreiben, um sozialistische Schriften verstehen zu können. Zu dieser Zeit besuchte sie erste Parteiversammlungen und trat der Sozialdemokratischen Partei Österreichs bei.

Popp hielt nicht nur Reden, sondern widmete sich auch Zeitungsartikeln zur Situation der ArbeiterInnen. So gründete sie die Wiener Arbeiterinnen-Zeitung, welches zum führenden Organ der sozialdemokratischen Frauenbewegung wurde. Popp setzte sich für die Durchsetzung von Ruhetagen (Sonntag) und den 1. Mai als Feiertag ein. Außerdem organisierte sie 1893 den ersten Wiener Frauenstreik, der erfolgreich die Arbeitszeit auf zehn Stunden pro Tag verkürzte und einen Wochen-Mindestlohn von vier Gulden einführte.

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Witzischkeit kennt (keine) Grenzen

8. Februar 2010 von Helga

Der mädchenblog verlinkte gerade einen Artikel über die Situation der Komikerinnen in Österreich. In Deutschland wird die Situation ähnlich sein – obwohl es durchaus viele Texterinnen gibt, sind diejenigen, die auftreten, männlich. Die Führungsetagen sind weiterhin von Männern besetzt, die auch nur Männer empfehlen, bis hin zum konkreten Limitieren der Teilnehmerinnenanzahl. Und entgegen dem Klischee „Frauen sind nicht witzig” seien humoristische Auftritte von Frauen gesellschaftlich einfach nicht akzeptiert, so Kabarettistin Susanne Pöchacker:

„Kollegen bei ‚Was gibt es Neues‘ [können] durchaus von ‚Orschbudern‘ reden, und wenn ich einmal das Wort ‚Tampon‘ nenne, werden’s alle komplett weiß – als hätte ich auf den Tisch gekotzt. Das ist ein Unterschied!”

Wenn dann doch mal eine Frau ins Rampenlicht gerückt wird, dann auch nur in ebendieser Eigenschaft¹:

Die Journalistin Bettina Eibel-Steiner wurde von ihrem Chefredakteur gefragt, ob sie eine humoristische Kolumne in Anlehnung an „Das Tagebuch der Bridget Jones” schreiben möchte. Es sollte kein Kommentar im klassischen Sinn sein (nicht tagesaktuell), sondern das „weibliche Lebensumfeld” behandeln: „Es ging darum, dass einmal eine Frau schreibt”, sagt Eibel-Steiner.

¹ vgl. Sarah Haskins‘ Qualifikation in Target Woman: Woman.


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Kurz verlinkt zum ausführlichen Diskutieren

2. Februar 2010 von der Maedchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 41 von 50 der Serie Kurz notiert

Guardian-Autorin Nesrine Malik hält die Debatte um die Kleiderordnung in Ägypten für ein Ablenkungsmanöver, das von der viel wichtigeren und grundsätzlichen Debatte über die Freiheitsrechte ablenken soll.

Helen Mirren sagt im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung: “Ich wurde von meinen Eltern ausdrücklich zu ökonomischer Unabhängigkeit erzogen, und das ist für mich die klare Wurzel des Feminismus. Wenn man ökonomisch unabhängig ist, ist man in vieler Hinsicht frei, und das war ich immer und bin es noch. Obwohl ich verheiratet bin, habe ich mein eigenes Geld. Trotzdem liebe ich hochhackige Schuhe und Nagellack, das ist kein Widerspruch.”

Model und Miss Universe 2004 Jennifer Hawkins hat sich für die Australische marie claire nackig gemacht – unretouchiert und für einen guten Zweck, nämlich zugunsten der Butterfly Foundation, die die bei Essstörungen hilft. Im Portrait zu den Fotos heißt es:

She has also found herself in the guise of role model to young women. Modelling, she concedes, is fraught with difficulty when it comes to the issue of body image, and Jennifer is keen to emphasise that she’s always eaten healthily and stayed active to maintain her “athletic” figure. It’s a shame, she adds, that young girls worry about their bodies, when “for so many years, later in life, you have to worry about that”.

Mehrere amerikanische Zeichentrickfiguren wurden gerade „überarbeitet”. Statt klein und knuddelig sehen sie nun schlanker und langmähniger aus. Die Feministing-Kommentator_innen sind gespalten.

Mehr Frauen in der Technikbranche und vor allem bei Existenzgründungen will techfluff.tv – und veröffentlicht eine Liste mit Vorbilder(innen).

Nach dem Erdbeben in Haiti werden obdachlose Frauen zunehmend Opfer von Gewalt, wie dieStandard.at berichtet.

Wie feministing.com schreibt, wurde der Mörder von George Tiller für schuldig befunden und bekam lebenslänglich. George Tiller war einer der letzten Abtreibungsdoktoren, der in den USA noch Spätabtreibungen durchführte.

Lantzschi von Medienelite.de machte uns auf folgendes Fundstück aufmerksam – gendergerechte Sprache gibt’s nun auch auf dem Einkaufszettel :). Seht selbst:

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Bloggeritis

23. Januar 2010 von Anna
Dieser Text ist Teil 44 von 51 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die opalkatze denkt weiter über die Frage nach, warum es so wenig Alphabloggerinnen gibt und kommt beim Betrachten ihrer eigenen Biografie zu dem Schluss: Frauen drängeln sich einfach nicht so gern nach vorn.

Bloggerinnen mit einer Schwäche für Tetris, Pixelwitze und handgeschriebenen HTML-Code sucht die zauberhafte elv. Unter dem Motto „Ja, ich bekenne, ich bin ein Geekgirl” soll eine Collage geekiger Bilder entstehen.

Der VÄTER-Blog titelt: “Noch mehr Väter würden Elternzeit nehmen – wenn das Geld stimmt”.

Allgegenwärtige Klischees sind für Antje Schrupp der Anlass, von “Männer sind so” und “Frauen sind anders” wegzugehen und die politische Ebene dahinter zu betrachten. So stellt sie z.B. fest: wer Kinder betreut, wird benachteiligt. Nun müssen wir uns fragen, ob wir das wirklich wollen.

“Der Untergang der Frauenpolitik hat einen Namen”, nämlich Familienministerin Kristina Köhler, titelt der Mädchenblog.

In Österreich sorgt gerade die Sängerin Christina Stürmer mit einem Song für Furore: Sie steuerte für die PR-Kampagne “Bildungsreform für Österreich” eine Neufassung der Bundeshymne bei – bei ihr ist Österreich nicht nur die Heimat großer Söhne, sondern ebenso großer Töchter.

Die Textänderung

sorgt nun für Unmut beim Sessler-Verlag, der die Interessen der Textdichterin der Hymne, Paula von Preradovic beziehungsweise deren Erben, wahrt. Der Verlag sieht den künstlerischen Wert gefährdet und fordert von Bildungsministerium und Stürmer eine Unterlassungserklärung.

wie dieStandard.at berichtet.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Chaos in Österreich

14. Januar 2010 von Helga

Seit Beginn des Jahres gibt es in Österreich die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Um die Abgrenzung zur Ehe zu gewährleisten, wurde die Unterscheidung zwischen Familienname (für Eheleute) und Nachname (für Partner) eingeführt. Über die Schwierigkeiten, seinen Kindern einen Familien- oder Nachnamen zu geben, berichtete queer-news.at schon im Dezember. Ebenso ist nun völlig verwirrend, ob der neue Nachname sich nur auf gemeinsame Namen beziehen oder auch, wenn die Partner ihre eigenen Familiennamen behalten oder wie eigentlich Doppelnamen aussehen dürfen.

Mit den neuen Meldezetteln ergeben sich nun neue Probleme: Einerseits wird penibel nach verheiratet, verwitwet, in eingetragener Partnerschaft lebend oder hinterbliebener Partner getrennt – hinterbliebene Partnerinnen gibt es nicht, dafür hat jede_r außer Ledigen seine sexuelle Orientierung ein für allemal preisgegeben. Andererseits wurde das Feld „Familienname vor erster Eheschließung” dann doch vergessen und nicht angepasst.

Österreichischer Meldezettel, die Neuerungen zu eingetragenen Partnerschaften sind gelb unterlegt

Bild über ggg.at

Spannend wird es wohl noch werden, wenn die ersten Menschen verwitwet sind und dann eine Partnerschaft eintragen lassen. Oder nach einer aufgelösten eingetragenen Partnerschaft ihren neuen Nachnamen behalten und dann als Familienname nach einer Hochzeit führen wollen. Aber immerhin, so queer-news.at, sind auch die österreichischen Behörden heillos überfordert mit der neuen Regelung und schmeißen die Begrifflichkeiten noch wild durcheinander.


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