Einträge mit dem Tag ‘Olympia’


Iranische Fußballerinnen mit Kappe statt Kopftuch

17. August 2010 von Nicole

Derzeit finden in Singapur die Olympischen Jugendspiele für 14- bis 18-jährige Sportlerinnen und Sportler statt, übrigens zum ersten Mal. Neben der Frage, wozu eigentlich eine weitere Riesenveranstaltung unter dem des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zumal mit Minderjährigen nötig ist (und der naheliegenden Antwort: zum Geldverdienen) sorgte im Vorfeld ein weiteres Thema für Aufregung: Die Fifa nämlich hatte das iranische Mädchenteam, das im Hijab antreten wollte, von der Teilnahme ausgeschlossen, weil laut Reglement eine Kopfbedeckung für Spieler_innen verboten ist. Wir berichteten kurz. Verhandlungen zwischen Fifa, Nationalem Olympischen Komitee und Sittenwächtern im Iran führten schließlich zu einem Kompromiss, einer Art Kappe statt Kopftuch, mit der wohl alle Seiten leben können.

Den Praxistest gab es für die iranischen Spielerinnen bisher in zwei Partien: Das erste Spiel ging zwar mit 2:4 gegen die Türkei verloren, gegen Papua-Neuguinea gab es dafür am Sonntag einen 1:0-Sieg. Die Bekleidungsdebatte im Sport wird damit jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abgeschlossen sein. Allein aufgrund ökonomischer Interessen ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwa in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saubi-Arabien ein großes internationales Sportevent stattfindet. Die Teilnahme von Frauen und die Bedingungen dafür werden dann auch auf der Tagesordnung stehen.


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Neue Regeln für Sportlerinnen?

16. Februar 2010 von Helga

Bei diesem Olympischen Spielen ist es gerade keine Thema: Nach der Kontroverse um das Geschlecht von Caster Semenya ist das Internationale Olympische Kommitee trotzdem auf der Suche nach neuen Regeln, so die Falls Post. Doch schon das Fazit des Kommitees klingt wenig vielversprechend. Statt den Fokus auf die Fairness der Wettkämpfe zu legen, werden medizinische Bedenken künftig in den Vordergrund gerückt. Athletinnen, deren Geschlecht uneindeutig ist, sollten künftig eine Diagnose und Behandlung bekommen. Die weiteren Vorschläge sind bestenfalls vage, wie die “Fall-zu-Fall”-Entscheidungen oder Einrichtung spezieller Behandlungszentren und im schlimmsten Fall furchterregend:

Sports authorities would send photographs of athletes to experts […]. If the expert thinks the athlete might have a sexual-development disorder, the expert would order further testing and suggest treatment.

Auf Deutsch: Sportbehörden würden Fotos von Athleten an Experten senden. Wenn der Experte eine mögliche Störung der sexuellen Entwicklung sieht, würde der Experte weitere Tests anordnen und Behandlungen vorschlagen.

Falls da tatsächlich keine Aufnahmen von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen gemeint sein sollten, bin ich ja schon gespannt, wie man das umsetzen will. Schminke, gezupfte Augenbrauen und erkennbar lange Haare verbieten auf solchen Fotos, damit das “eigentliche” Gesicht zu sehen ist? Oder genau anders herum jede Athletin weiteren Tests unterziehen, die sich konventionellen Schönheitsidealen verweigert?
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