Einträge mit dem Tag ‘Österreich’


Ernsthaft? Frauen zu blöd zum Beine überkreuzen?

22. Mai 2012 von Helga
Eine verschlungene Metallrutsche, die an einer Stelle steil nach unten führt

Hilfe, ich bin eine Frau, holt mich hier runter!

In Zeiten moderner Technik und Sicherheitsvorschriften bleibt nicht mehr viel, was in der Zivilisation so richtig gefährlich ist. Außer Rutschen. In Österreich sind die augenscheinlich so gefährlich, dass Frauen sich von ihnen fernhalten sollten. So warnt der Freizeitpark Area 47 vor der Benutzung der Rutsche FreefallAchtung: Nicht für weibliche Badegäste geeignet!“ – immerhin geht es mit bis zu 80 km/h in die Tiefe. Eine Beschwerde dazu liegt inzwischen beim Werberat vor, mit weiteren Erklärungen:

auf meinen darauffolgenden Anruf und die Frage hin, warum Frauen diese Rutsche nicht benutzen dürfen, wurde mir von einer Angestellten erklärt, dass Frauen sich leichter erschrecken und es viel gefährlicher für sie wäre. Diesem Argumentationsgang kann ich nicht ganz folgen, da meines Erachtens nach genauso Männer sich die Hoden prellen o.ä. Verletzungen davontragen können, wenn sie mit 80 km/h ins Wasser “donnern”. Auch wurde mir gesagt, dass die BenutzerInnen dieser Rutsche die Beine überkreuzen müssten. Mir war bis dato nicht klar, dass Frauen diese Technik des Überkreuzens nicht beherrschen…

1950 lässt grüßen. Frauen erschrecken sich viel zu leicht und sind zu blöd, ihre Beine richtig zu benutzen. Der Werberat hat dazu erklärt, es handele sich nicht um „Wirtschaftswerbung“, daher sei er nicht zuständig. Was diese Werbung nun genau sei, wird leider nicht erläutert.

(via @apo_)


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Jetzt anmelden: Musikcamps für Mädchen

20. Februar 2012 von Magda

Du kennst Mädchen und junge Frauen, die ganz vernarrt sind in Musik und sich schon immer mal selbst an Instrumenten ausprobieren wollten? Dann sind diese drei Musikcamps in Berlin und Wiener Neustadt (Niederösterreich) mit Sicherheit interessant:

Die Anmeldephase für das vierte Ruby Tuesday Hip Hop & Rock Camp vom 21. bis 29. Juli 2012 hat bereits begonnen, welches in diesem Jahr in Berlin in den Räumen der Landesmusikakademie stattfinden wird. Das Camp ist für Mädchen und für trans*- und intergeschlechtliche* Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Musikalische Vorkenntnisse werden nicht benötigt, um beim Camp mitzumachen. Die Kosten liegen nach Selbsteinschätzung der Eltern zwischen 100 und 350 Euro. Es gibt aber auch die Möglichkeit, gegen eine geringere Gebühr mitzumachen – mehr Informationen zu den Kosten, der Anmeldung und zur Barrierefreiheit gibt es auf der Homepage.

Alle, die über 18 Jahre alt sind und das Camp unterstützen möchten (z.B. Auf- und Abbau, Bandcoaching, Freizeitgestaltung, organisatorische Unterstützung, beim Kochen etc.), können sich auch gern melden.

Foto vom Ruby Tuesday Girls Rock Camp 2011 (mit freundlicher Genehmigung von Ruby Tuesday e.V.)

Das Girls Rock Camp NÖ in Wiener Neustadt (Niederösterreich) ist ein einwöchiges Musikcamp für Mädchen_* und junge Frauen_ zwischen 14 und 21 Jahren und findet in diesem Sommer zum zweiten Mal vom 19. bis 25. August 2012 in Kooperation mit dem Jugend- und Kulturhaus Triebwerk statt. Musikalische Vorkenntnisse werden nicht benötigt. In diesem Jahr wird es unter dem Titel „Girls Rock Camp NÖ geht ins Studio…“ einen Schwerpunkt zum Thema Tonstudio & CD-Produktion geben. Die Anmeldung beginnt erst ab dem 1. April – mehr Informationen gibt es auf der Homepage.

Das Musik Camp 2.0 hat zwar keinen explizit feministischen Anspruch (das kann sich aber ändern :), bietet aber auch tolle Möglichkeiten für musikbegeisterte Mädchen und junge Frauen. Es findet ebenfalls in der Landesmusikakadamie Berlin statt, allerdings schon vom 25. bis 30. Juni. Die Anmeldephase hat bereits begonnen. Mehr Informationen inklusive Videomaterial gibt es auf der Homepage.

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* Transgeschlechtliche Menschen sind alle die, die nicht in dem Geschlecht leben können oder wollen, welchem sie bei ihrer Geburt zugeordnet wurden. Intergeschlechtliche Menschen sind Personen, die mit körperlichen Merkmalen geboren werden, die medizinisch als “geschlechtlich uneindeutig” gelten.


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Letzte News vor Weihnachten – kurz verlinkt

23. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 132 von 153 der Serie Kurz notiert

Auch nach der 1000. Demonstration der südkoreanischen Trostfrauen (wir berichteten) gibt es keine Entschuldigung oder Entschädigung, wie diestandard.at berichtet.

Für ihr Modellprojekt Mädchenbeirat sucht die Filia Frauenstiftung eine pädagogische Fachkraft auf Honorarbasis. Bewerbungsschluss ist der 5. Januar kommenden Jahres.

Lange hat es gedauert und heftig gestritten wurde, doch ab Januar werden in der österreichischen Nationalhymne auch die Töchter des Landes besungen, nicht nur die Söhne. Das Parlament beschließt eine entsprechende Änderung des Liedtextes.

Jezebel berichtet über eine Studie, nach der sich die demografische Situation derjenigen Frauen, welche im zweiten Trimester, also zwischen der zwölften und sechzehnten Woche ihrer Schwangerschaft eine Abtreibung vornehmen lassen, deutlich von der Situation derer unterscheidet, welche nach der sechzehnten Woche die Schwangerschaft abbrechen.

Nichts mit post-gender und post-race (Überraschung!) : An einer New Yorker Eliteschule sind Sexismus und Rassismus noch tief in den Köpfen, berichtete die Frankfurter Rundschau. (weiterlesen …)


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Prenzelberg-Frauenhass, pseudo-wissenschaftlicher Quatsch und antisexistische Bierdeckel – Die Blogschau

17. Oktober 2011 von Nadia
Dieser Text ist Teil 129 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nervt es Euch, das Rumgehacke auf den “Macchiatto-Müttern” und Prenzelberg-Frauen, zu finden unter anderem mal wieder im letzten taz-Text von Anja Meier (“Die Weiber denken, sie wären besser”)? Dann werdet Ihr Euch sehr über den Text der fuckermothers freuen, denn da ist mensch auch ziemlich angenervt von dem Gebashe. 

Ebenso auf VAGUE, wo zum Prenzelberg-Frauenhass festgehalten wird: “Menschen, die hier wohnen, gelten bei erstaunlich vielen anderen Menschen, die nicht hier wohnen, als so große Arschlöcher, dass die immer wieder darüber schreiben.”

Frauen in Filmen, Serien, Videospielen und Comics sind nicht selten “Manisch, feenhaft, dämonisch, allein unter Männern und aufgrund myteriöser Umstände schwanger” - und manchmal wird dann noch ein feministischer Komplott in die Handlung geflochten.

Wie mit dem Termini “Scheidungsdrama” und “Beziehungsstreit” Gewalt gegen Frauen verzerrt dargestellt wird, hat die Denkwerkstatt unter die Lupe genommen.

Feminismus für den gesamtdeutschsprachigen Raum oder doch ein bisschen spezifischer? Geschlechterchaos kündigt an, in Zukunft ein bisschen mehr den Blick auf Österreich zu richten und startet zudem einen Aufruf: “Wenn du aus Österreich bist, in Österreich lebst, über Österreich bloggst – insbesondere queer/feministisch/frauen- und/oder geschlechterpolitisch – dann melde dich!”

Antje Schrupp machte letzte Woche darauf aufmerksam, dass bei Wikipedia aktuell darüber diskutiert wird, den Artikel zum Stichwort “Matriarchatsforschung” zu löschen - und plädiert dafür, sich in die Diskussion einzumischen.

Hier gibt es ein sehenswertes Interview mit dem Macher/der Macherin von Trouble-X Comix.

“Black!… and not only beautiful!” ist ein neues Blog, das zukünftig afrodeutsche, schwarze Menschen und “schwarze” Kulturen* porträtieren und zudem Darstellungen von People of Color in Medien und Gesellschaft kritisch hinterfragen wird.

Über die Debatten um Evolutionsbiologie und “Pick Up” (“Pseudowissenschaft, die darauf abzielt, möglichst viele Geschlechtspartner zu bekommen”) hat Maren von Paper Cuts ein paar klare Worte geschrieben, und zwar hier.

Auch die Kaltmamsel fragt: Wann also wurde mir eigentlich klar, dass ich hetero bin?

Und last not least: Mal wieder die wunderbaren antisexistischen Bierdeckel.


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Mit aufgeklebten Bärten und ausgeliehenen Stöckel­schuhen

8. September 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 6 von 13 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Supernachmittag

Seit 2003 gibt es “Supernachmittag” in der Duo Formation mit Sol Haring (git, vox, blues harp) und Anita/Peter Mörth (bass, vox, geige). Sol ist Musikerin in diver­sen Pro­jekten, Digital Media Künstlerin und Wissen­­schaftlerin in Graz. Anita/Peter ist Musiker, Künstlerin, Wissen­schaft­lerin und derzeit Qualitäts­­manager in Berlin. Im Inter­view mit der Mädchenmannschaft sprechen die beiden über die Grazer feministische Musik-Szene, die Verbindung von Gender Theorie und Musik und über irritierte Konzert­gänger_innen. Nicht nur musikalisch sind sie gut ausgestattet: Bärte, Stöckel­schuhe, Röckchen und Sakkos; Kot­letten, Männer­schuhe, Zigarren und Gitarren.

Was hat es eigentlich mit eurem Namen “Supernachmittag” auf sich?

Sol: Anita/Peter hat den Namen erfunden. Unsere Ab­kürzung – ein Name, unter dem wir auch be­kannt sind – ist: SNM.

Peter: Anfangs waren mehrere Inter­­pre­tationen für die Ab­kürzung im Spiel: von Sol aNd Moerth bis SexyNightMare – aber Super­nachmittag ist es dann ge­worden.

Ihr kommt aus Graz (Österreich). Gibt es dort so etwas wie eine feministische Musik-Szene?

Sol: Ja, die gibt es gerade vermehrt, im Forum Stadt­park gibt es zwei­mal jährlich die Grrrls Night Out, im November mit dem Motto “noise”. Es gibt außer­­dem ein sehr aktives Ladyfest Team und die OeH der Uni setzt sich auch für Frauen in der Musik ein.

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Tierbefreiung, Bisexualität und Kinderbücher ohne Rassismus – die Blogschau

16. Juli 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 117 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Am 13. August finden deutschlandweit SlutWalks statt. Eine Anleitung, wie mensch einen SlutWalk organisieren kann, findest du auf SlutWalkBerlin. Auf Bittersuesz schreibt Ann, warum sie am SlutWak teilnehmen wird. Auf epic bliss berichtet Doreen von sexueller Belästigung im Alltag und kopfwehstattrausch fasst noch einmal zusammen, warum ein SlutWalk wichtig ist.

Neuzugang in der Girls on Web Society: Tollen Lesestoff zu Literatur findet ihr auf leserleben, Interessantes aus dem aus dem Alltag einer Medizinstudentin auf menschenhandwerkerin und einen Blog von einem echten Ruhrpottkind lest ihr unter heimatpottential.

Auf dem mädchenblog gibt es kluge Gedanken zur Tierbefreiung und Feminismus.

Ebenfalls auf dem mädchenblog ärgert sich Erika über die sexistische Werbung des italienischen Jeans-Hersteller Liu-Jo und hat gleich eine Protestmail in deutsch und italienisch vorbereitet.

“Warum Bi kein Anhängsel schwuler und lesbischer Bewegungen sein kann” diskutiert kiturak.

Die Denkwerkstatt hat einen Veranstaltungstipp für Oktober – die Österreichische Männertagung in Graz – bei der u.a. die bekannte Männlichkeitsforscherin Raewyn Connell sprechen wird.

Außerdem berichtet die Denkwerkstatt über eine Änderung der österreichischen Bundeshymne, in der bald nicht mehr nur die großen Söhne, sondern auch Töchter Erwähnung finden.

Just Another Female Blogger schreibt über Politik, Transparenz und die Angst (älterer, männlicher) Politiker vor dem kaum nachvollziehbaren und unkontrollierbaren Internet.

Redaktionsmitglied gesucht: Library Mistress bloggt ein Stellenangebot der Feministischen Zeitschrift für Politik und Gesellschaft aus Österreich.

Das Missy Magazine schreibt über den Aufruf von Noah Sow: “Für Kinderbücher ohne Rassismus“.

Zu guter Letzt einen spannenden Podcast von einem Vortrag von Prof. Dr. Stefan Hirschauer: “Die Praxis der Geschlechter(in)differenz und ihre Infrastrukturen“.


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Karrierefrauen, Strickistinnen und Demonstrantinnen – Kurz Notiert

23. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 98 von 153 der Serie Kurz notiert

Laut SpiegelOnline ließ Lady Gaga einen Deal mit einer US-amerikanischen Super­marktkette platzen, weil das Unternehmen Politiker_innen unterstützt, die sich gegen die Rechte von Homosexuellen aussprechen.

In einem Artikel in der Welt vertritt die selbstständige Beraterin und ehemalige Direktorin für Regierungsbeziehungen bei der Microsoft Deutschland GmbH Anke Domscheit-Berg die These, dass “Frauenkarrieren” häufig an den antiquierten Rollenbildern von männlichen Vorgesetzten scheitern.

Eine Gruppe saudischer Frauen hatte vor einigen Wochen eine Initiative namens „Baladi“ (Mein Land) gegründet, um das Wahlrecht für Frauen in Saudia Arabien zu fordern. Der Vorstoß zum Frauenwahlrecht wurde allerdings geblockt, berichtet dieStandard.at.

Im Interview mit dem SZ Magazin zeigt sich Michelle Rodriguez als tough. Trotzdem kommt der Artikel nicht ohne Entwarnungsfloskeln wie „Persönlich hat Rodriguez nichts gegen Männer“ aus. Oder eine noch bessere Erklärung für den Umstand, als erwachsene Frau selbstbewusst und schlagfertig aufzutreten: „Vielleicht wird man so, wenn man eine harte Kindheit hatte wie sie“.

Mexiko und seine Abtreibungsgesetze: Jedes Jahr sterben in Mexiko Tausende von Frauen infolge von illegal und stümperhaft durchgeführten Abtreibungen, andere werden zu Haftstrafen verurteilt. Der Grund dafür sind zum einen die restriktiven Abtreibungsgesetze, zum anderen die hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften. Trotz des Verbotes haben 2006 über 800.000 Frauen abgetrieben, berichtet Jennifer Dresel für das Gunda Werner Institut.

Am 19. März gingen über 10.000 Menschen bei der Frauentagsdemonstration in Wien (Österreich) auf die Straße. DieStandard.at hat dazu eine Bilderstrecke und berichtet ebenfalls in Bildern über die ”KnitHerStory“-Aktion (wir berichteten). Sehr unerfreulich: Obwohl die Kunst noch bis zum 26. März genehmigt sind, seien die Mehrheit der Werke laut der beteiligten Künstlerinnen entfernt worden sein.

Morgen, am 24. März, wird eine Gruppe von Straßenprostituierten von der Ravensberger Straße in Dortmund vor das Dortmunder Rathaus zu ziehen, um dort gegen die Schließung des Straßenstriches zu demonstrieren.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für März, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.

Zum Schluss noch ein Buchtipp:

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Die Bücher über den jeweiligen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.

libri Anja Nordmann (2011): “Alltäglicher Feminismus” jetzt bestellen


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Riot Grrrls, demonstrierende Frauen und Mütter in Gefahrenzonen – die Blogschau

5. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 98 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anna von different needs ist die neue Gastbloggerin beim Missy Magazin, wo sie in ihrem aktuellen Posting den offenen Brief von Judith Holofernes an die BILD Zeitung thematisiert. Auf ihrem eigenen Blog hat sie kürzlich ein feines Riot Grrrrl-ABC zusammengestellt, in dem sie Bands, Zines und die Ideale der Riot Grrrl-Szene vorstellt.

Im Mama Blog des schweizerischen Tagesanzeigers beschäftigt sich die Autorin Michèle Binswanger im Kontext der Demonstrationen in Nordafrika mit “Müttern in Gefahrenzonen“. Anlass war die brutale Vergewaltigung der Reporterin und Mutter Lara Logan (Achtung: Trigger Warnung), die aus Ägypten berichtete und am Tag von Mubaraks Rücktritt während der nachfolgenden Freudenparty auf dem Tahrir Square von Schlägertrupps schwer misshandelt wurde. Die Reaktion der Medien war einfach nur ekelhaft: Sexistische Berichterstattung über die “schöne Reporterin”, die auch Mutter ist, und eine ordentliche Portion Victim Blaming (Schuldzuweisung an das Opfer). Auf dem Mama Blog wird nun die Frage verhandelt: “Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?

Sandra sucht für ihr Fotoprojekt noch immer Menschen, die eine queere Beziehung führen (wir berichteten). Auf ihrem Blog erfahrt ihr, wo sie gerade unterwegs ist und fotografiert bzw. wie ihr mit Sandra Kontakt treten könnt.

Die Denkwerkstatt führte anlässlich des 100. Internationalen Frauentags zum Thema Frauenbewegung in Österreich ein Interview mit Maria Mesner, Historikerin und wissenschaftliche Leiterin des Bruno-Kreisky-Archivs – Teil eins und Teil zwei. Außerdem auf der Denkwerkstatt ein Beitrag in Bildern: In Wien machten ein paar Dutzend Frauen schon mal auf die große Demo “20.000 Frauen am 19. März aufmerksam

Auf Afrika Wissen Schaft stellt Charlott eine wissenschaftliche Arbeit von ihr zum Thema “Männlichkeitskonzeptionen und der Staat unter Idi Amin” (Uganda) zur Verfügung.

Tanja Gabler ärgert sich auf ihrem Blog über die 100% Männerquote auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg.

Das Mädchenblog hat ein Update zu der Situation von afghanischen Frauenhäusern: So wie es aussieht, werden die afghanischen Frauenhäuser nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, unter staatliche Kontrolle gestellt (wir berichteten).

Ebenfalls auf dem Mädchenblog ein Aufruf: Die nächste femalepressure Radiosendung des freien Wiener Radiosenders ORANGE fällt genau auf den 8. März. Anlässlich zum Internationalen Frauentag suchen die Macher_innen der Sendung Statements und Sounds, die sich um Feminismus und Emanzipation im Musikgeschäft drehen.

Antje Schrupp schreibt – passend zur Jahreszeit – über die Erfinderin des Karnevals: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga.

Für eine bessere Vernetzung der (queer/feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Die Türken in Wien

3. März 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 9 von 35 der Serie Das Wort zum Freitag

Die nervigste Konstante in meinem Leben sind Identitätskrisen. Wer oder was bin ich? Wo gehöre ich hin? Irgendwann kam ich auf die richtige Fährte und fragte: Muss ich irgendwo hingehören? Also eigentlich dachte ich ja, das Thema sei in meinem Kopf endlich abgeschlossen. Ich bin, wonach mir lustig ist. Punkt. Ha! Hätte ich wohl gern. Denn was wäre eine Konstante ohne Konstanz? So holte mich die Identitätskrise kürzlich in Wien wieder ein. Ganz heimtückisch und unerwartet.

Wien, muss man wissen, ist fast wie München, mit dem Unterschied, dass Wien auch offiziell nicht in Deutschland liegt, sondern in Österreich. Und in Österreich ist nun mal vieles ganz anders als in Deutschland. Dort heißt die Supermarktkette “Plus” nämlich “Zielpunkt”, “Aldi” wird nicht nur in “Nord” und “Süd” unterteilt, sondern nennt sich: “Hofer”. In der U-Bahn-Werbung geht es um Abtreibung und in den Kirchen hängen Schilder wie “Schreien ist uncool.” Außerdem sprechen die Menschen auch ganz anders. Sie rollen das R, haben eine Liverpoolsche Sprachmelodie, und von weitem klingt es wie Türkisch – finde ich.

Vieles ist anders und damit auch gut. Ich bin ja nicht in Deutsch-, sondern im Ausland. Man holt mich also am Flughafen ab, wir düsen durch die Stadt und kommen bei meinen türkischen Gastgebern an. Herzlich empfängt mich Melek, die Mutter des Hauses, mit Umarmungen, warmem Gebäck, heißem Schwarztee und lecker-üppigem Frühstück. Weil wir unter Frauen sind, hat sie ihr Kopftuch locker nach hinten gebunden und trägt ein T-Shirt. Sie hat ein warmes Lächeln. Wir unterhalten uns auf Türkisch über Gott und die Welt. Ich fühle mich wohl zu Gast bei türkischen Wienern.

Dann, plötzlich, klingelt ihr Handy, sie steht auf, stemmt ihren Arm in die Hüfte und spricht fließend Deutsch. Also Österreichisch. Oder Wiener Deutsch. Vielleicht Ostmittelbairisch. Ich weiß es nicht. Ich kann auch nicht verfolgen, was sie da sagt. Ich bin einfach nur schockiert. Eben noch saß Melek in der Schublade “mütterlich türkisch”, jetzt steht eine lustig frohe Frau mit Wiener Mundart vor mir – mit Kopftuch auf dem Kopf und türkischem Tee im Glas. Man kauft ihr das Österreichische sofort ab. Ohne Zweifel und Zögern. Melek ist eine waschechte Wienerin, ja so wienerisch, dass sie deutscher ist als deutsch.

Ich bin baff. So einfach ist das also. Ein Dialekt war es, das mir in meinen 22 Jahren Integrationsbemühung fehlte. Ich Hamburgerin eierte mit meinem Hochdeutsch durch die Gegend und mischte mich in Integrationsdebatten, dabei fehlte mir nur das Hamburgische. Das “Moin Moin” meines Mathelehrers und das Grummeln von Käptn Blaubär. “Min Jung” hätte ich Sarrazin anreden müssen und ein bisschen vom Hamburger Shitwetta snacken sollen. Wir wären bestimmt Freunde geworden.

Schafft das Hochdeutsche ab, verdammt noch mal! Das Goethe-Institut soll Sächsisch lehren oder Bayerisch. Und die Integrationskurse sollen Plattdeutsch unterrichten. Hochdüütsch kann jeden Dösbaddel snacken, Platt is för de Plietschen! Genauso isses.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


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„In Erinnerung an die Erste Frauenbewegung Österreichs“

3. März 2011 von Helga

In der nächsten Woche ist es wieder soweit, am 8. März gibt es diesmal auch einen runden Geburtstag: Der Internationale Frauentag wird 100 Jahre alt. In Österreich wird sogar gleich zweimal demonstriert und gefeiert, denn am 19. März 1911 demonstrierten in Wien 20.000 Menschen für Frauenrechte. Dieses Jahr wird es daher viele Aktionen geben, etwa von der Plattform 20000 Frauen. Die Orga­nisation sammelt neben den Demovorbereitungen unter dem Motto „AUS! Aktion Umsetzung. Sofort.“ Forderungen von Frauen­projekten und Einzelpersonen.

Wie habt ihr zusammengefunden?

Viele der Frauen kennen und kannten sich schon aus anderen feministisch-politischen und/ oder persönlichen Zusammenhängen. Im März 2010 wurde von Hilde Grammel bei einer Veranstaltung im Verein Frauenhetz anlässlich des Internationalen Frauentages die Idee laut ausgesprochen, dass es angesichts der aktuellen Situation von Frauen einen Versuch wert wäre, wieder 20.000 Frauen protestierend auf die Ringstrasse zu bekommen. Auch andere Frauen in anderen Feldern hatten diese Idee. Im Zuge der Veranstaltungsreihe „Nachdrücklich – Vorbildlich“ von Petra Unger im Kosmostheater Wien 2010 wurde Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Auch hier wurde die Idee erneut ausgesprochen. Schließlich kam es zum ersten Treffen interessierter Frauen im September am Volksstimme Fest auf der Jesuitenwiese im Prater. Seither finden regelmäßig Treffen statt. Die Gruppe ist zunehmend gewachsen, immer mehr Frauen haben sich der Idee angeschlossen und arbeiten engagiert an der Umsetzung mit.

Warum noch eine Demo abseits des 8. März?

Zwei junge Frauen die Plakate vor dem Körper halten. Das eine mit dem Venusspiegel, darunter die Schrift: AUS! Das andere mit der Aufschrift: Aktion Umsetzung. Sofort.

Bild über zwanzigtausendfrauen.at © Bettina Frenzel

Am 19. März 1911 fand die erste Demonstration für Frauenrechte auf der Wiener Ringstrasse mit 20.000 Frauen und einigen Männern statt. Dieses Ereignis jährt sich 2011 zum 100. Mal. In Erinnerung an die Erste Frauenbewegung Öster­reichs und auch im Sinne eines Jubiläums ist es ein geeigneter Anlass, an die­sem his­torischen Datum nochmals den Unmut der Frauen auf die Straße zu tragen.

Wie viele Frauen und Organisationen unterstützen Euch schon?

Wie viele Frauen es insgesamt sind, lässt sich nicht sagen. Auf unserer Website haben 78 einzelne Frauen, 142 österreichische Organisationen und 17 trans­nationale Organisationen ihre Forderungen online gestellt. Die Plattform wird von Spö-Frauen, Grünen Frauen, der Katholischen Frauenbewegung, dem Öster­reichischen Frauenring, den ÖGB-Frauen etc. unterstützt, die alle über große Netz­werke verfügen. Wie viele es wirklich sind, werden wir am 19. März 2011 sehen.

Was sind die häufigsten Forderungen? (weiterlesen …)


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