Einträge mit dem Tag ‘Ökonomiekritik’


Equal Pay Day: Feministische Ökonomiekritik für jeden Tag im Jahr

18. März 2017 von Charlott

Heute ist Equal Pay Day. Also jener Tag im Jahr, der den Verdienstausfall von Frauen in Deutschland symbolisiert. Vielerorts finden heute Aktionen statt, die alle auf einer Aktionslandkarte der Equal Pay Day-Seite zusammengestellt sind. Dort gibt es gleich auch noch Tipps für unterschiedliche Aktionsformen.

Eine Hand hält fünf 10€-Scheine vor einer roten Wand.

Money, money, money.

Dinge, über die wir am heutigen Equal Pay Day und allen anderen Tagen nachdenken und diskutieren könnten:

  • Gehaltsdiskriminierung findet nicht nur aufgrund von Sexismus statt, sondern auch Rassismus, Ableismus, Cissexismus etc.
  • Welche Arbeit wird als Arbeit gewertet und gesellschaftlich anerkannt?
  • Wenn diskutiert wird, was getan werden kann, damit Menschen in gleichen beruflichen Positionen gleich viel verdienen, sollte auch darüber gesprochen werden, wie der grundlegende Zugang zu unterschiedlichen Jobs überhaupt gestaltet ist.
  • Eine Forderung nach „Gleichem Lohn für gleiche Arbeit“ kann keine Diskussion darüber ersetzen, warum bestimmte Berufe sehr viel besser bezahlt sind als andere.
  • Wenn wir über Zugang zu Lohnarbeit sprechen, denken wir dann auch an Geflüchtete, denen dieser Zugang verwehrt wird oder Menschen mit Behinderungen, deren Möglichkeiten zum Verdienst auf unterschiedliche Weise beschränkt und verunmöglicht wird?
  • Wie können wir sinnvoll, kritisch über Lohnarbeit, Leistungsdruck und der Maxime von Produktivität sprechen?

Diese Themen und Fragen (und natürlich noch viel mehr) sind nicht neu. Feministische Ökonomiekritik (und andere kritische Ökonomiebetrachtungen) setzen sich damit aus einander. Für einen Leseeinstieg, habe ich hier unsere Equal Pay Day Leseliste von 2014 etwas überarbeitet:


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Verarmungsmaschine Hartz IV, Hologramm-Proteste und Hillary Clinton – kurz verlinkt

15. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 278 von 345 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Eine neue Ausgabe der an.schläge ist erschienen. Im Mittelpunkt steht diesmal „Zehn Jahre Hart IV„. Online könnt ihr bereits das Interview „Verarmungsmaschine Hart IV“ mit der Politikwissenschaftlerin Karin Lenhart lesen.

Für 2014 zählte die Polizei 162 rechts motivierte Angriffe auf Unterkünfte für Geflüchtete, fast dreimal so viele wie 2013, berichtet die tagesschau. Und 2015 wird offensichtlich nicht besser: Allein gestern schrieb die ZEIT über (bisher noch ungeklärte) Feuer in Berlin und Hamburg und die Frankfurter Rundschau schreibt über Ermittlungen nach Schüssen auf ein Geflüchteten-Unterkunft in Hofheim.

In Spanien gibt es seit Ostern hohe Geldstrafen für Proteste vor dem Regierungsgebäude, Twittern von unangemeldeten Demos und dem Fotografieren von Polizist_innen im Einsatz. Dagegen richtete sich in Madrid eine Demonstration – die aus Hologrammen bestand!

Geld von euch möchte das Missy Magazine, wofür verraten die Macher_innen bei startnext.

englischsprachige Links

Letzte Woche verwiesen wir auf einen Bericht über fünf chinesische Aktivist_innen, die festgenommen worden waren. Nun sind die „Bejing Five“ nicht mehr im Gefängnis, sondern ‚frei‘ unter „conditional release“. Das berichtet The Mary Sue.

Ein Webcomic zu queeren 50er-Jahre Girl-Gangs? Ja, genau! Autostraddle stellt Rock and Riot vor.

Hillary Clinton hat diese Woche verkündet wieder für das Amt der_des US-Präsident_in kandidieren zu wollen. Feministing hat erste Reaktionen zusammengetragen. Racism Review schreibt: „Hillary Clinton: Good for White Feminism, Bad for Racial Justice„.

Termine in Berlin, Bochum, Eberswalde und Kiel:

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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Holt die roten Taschen raus, es ist Equal Pay Day.

21. März 2014 von Charlott

In Deutschland müssen Frauen durchschnittlich 445 Tage arbeiten, damit sie das verdienen, was Männer bereits in 365 Tagen erwirtschaftet haben. Der Equal Pay Day markiert genau jenen Tag bis zu welchem Frauen arbeiten müssen, um den gleichen Verdienst zu erlangen.

Heute 238 Veranstaltungen von Flashmobs zu Diskussionsveranstaltungen statt, die auf diesen Umstand aufmerksam machen wollen und zu weiteren Diskussionen und Handlungen anregen wollen.

Der Equal Pay Day könnte dazu ein guter Anlass sein ein paar Texte zu feministischen Gedanken zu Ökonomie zu lesen. Ich habe darum hier eine kleine Leseliste mit Artikeln aus unserem Archiv zusammengestellt:


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„Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark!“ – Rosa Luxemburg

15. Januar 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 37 von 51 der Serie Wer war eigentlich …

Heute vor 95 Jahren wurde Rosa Luxemburg gemeinsam mit Karl Liebknecht ver­schleppt, verhört, misshandelt und ermordet. Rosa Luxemburgs Leiche wurde erst Monate später im Berliner Land­wehr­kanal gefunden. Heute am 15. Januar 2014, an ihrem 95. Todes­tag, gedenken wir einer jüdischen Sozialistin und einfluss­reichen Visionärin der europäischen Arbeiter_innen­bewegung.

Zetkin_luxemburg1910

Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg (rechts), 1910

Rosalie Luxemburg wurde am 5. März 1871 in Zamosc in Russisch-Polen als Tochter relativ wohl­habender Eltern geboren. Viele Monate verbrachte sie als Kind nach einer Hüft­operation im Bett, lernte lesen und entdeckte ihre Liebe für das schrift­liche Wort. Eine leichte Geh­beein­trächtigung gehörte fortan zu Luxemburgs Leben dazu. Nach dem Umzug nach Warschau und dem aus­bleibenden finanziellen Glück der Eltern besuchte Luxemburg das Zweite Warschauer Mädchen­gymnasium. Dort fiel sie vor allem durch Fleiß, aber auch durch Aufmüpfig­keit auf, weil sie Verse in der verbotenen Sprache polnisch schrieb. Trotz exzellentem Abitur blieb ihr der Zugang zur Universität verwehrt.

Mit 18 Jahren zog Luxemburg in die Schweiz. Dort politisierte sie sich stärker, gewann Einblick in die Arbeit der SPD und begann kurze Zeit später das Studium an der Philosophischen Fakultät der Züricher Universität. Sie belegte mit ihrem Lebens- und Politik­gefährten Leo Jogiches anfangs Zoologie und Botanik, später Volks­wirtschafts­lehre und Geschichte. In den Folgejahren gründeten Luxemburg und ihre Genossen die polnische, sozial­demokratische Zeitschrift Arbeitersache, die Partei Sozialdemokratie des Königreiches Polen und promovierte zum Thema „Die industrielle Entwicklung Polens“. In ihrer politischen Arbeit vertrat sie stets einen inter­nationalistischen Kurs: Die polnischen, öster­reichischen, deutschen und russischen Arbeiter_innenklassen können sich nur gemeinsam, nicht einzeln, emanzipieren. Nicht die Reformierung, sondern die Abschaffung des Kapitalismus und die anderer Herrschaftsformen war ihr Ziel.

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Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren

21. November 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 73 von 127 der Serie Die Feministische Bibliothek

Das Buch “Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren”, welches die Diskussionen im Rahmen der gleich­namigen Tagung vor ziemlich genau einem Jahr in Berlin nun in einem Buch versammelt, ist nun erschienen.

schneewittchen-rechnet-abAuf der Tagung befassten sich über 100 Teilnehmer_innen mit den Fragen: Was kann (queer-)feministische Ökonomie leisten? Wo stößt sie an Grenzen und wie kann eine sinn­volle Weiter­entwicklung gedacht werden? Welche Alter­nativen der Arbeit und der Produktion gibt es? Ganz grund­sätzlich fragten wir uns: Wie wollen wir eigentlich leben?

Schön finde ich, wie die Heraus­geberinnen des Buches produktiv mit den Kritiken an der Tagung umgingen: Die auf der Konferenz diskutierten Ideen, einige der im Nachhinein verfassten Blog­beiträge und weiter­führende Texte mit Perspektiven, die auf der Tagung kaum ihren Raum fanden, finden sich nun in diesem Buch zusammen. Ergänzt wurden zum Beispiel Texte wie „Klassismus­kritik und gelebte Umverteilung – Die Geschichte einer Prolo-Lesbengruppe“ oder ein Interview mit Llanquiray Painemal „Deutsche Feministinnen müssen sich mit ihren Privilegien beschäftigen, sonst werden sie Komplizinnen bei der Ausbeutung von Migrant_innen“. So stellt das Buch keine bloße Zusammen­fassung der Konferenz dar, sondern dient der Sicht­barmachung von Prozessen und ist als (selbst-)kritischen Anstoß zu verstehen, im (Nach-)Denken und Dazu­lernen niemals stehen zu bleiben.

Eine weitere Besonder­heit des Buches besteht darin, dass verschiedene Formen von Wissens­produktionen neben­einander stehen: Theoretische Texte wechseln sich ab mit Bildern, aktivistischen Beiträgen, Interviews, Fotos, Blogbeiträgen und einem Spoken Word, in denen Künstler_innen, Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen (oder alles in einem) gemeinsam feministische Alternativen erarbeiten, reflektieren und kritisieren.

Autorinnen der Mädchenmannschaft nahmen ebenfalls an der Tagung teil und be­gleiteten diese mit Blog­beiträgen, die ihr in unserer Serie „Ökonomie_Kritik“ nachlesen könnt.

Das Buch kann zum Beispiel bei FEMBooks bestellt werden. Eine Leseprobe gibt es auch. Die Buchparty findet am 26. November 2013 um 19 Uhr im Café Blume statt.


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Bionade, feministische „Humorlosigkeit“ und die nächste Löschdebatte bei Wikipedia – kurz verlinkt

15. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 196 von 345 der Serie Kurz notiert

Wir berichteten letzte Woche über den trans*feindlichen Werbespot von Bionade. Durch eure vielen Beschwerden reagierte Bionade mit einem Statement (Facebook-Link), welches weder eine Auseinandersetzung mit den Kritiken, noch eine Entschuldigung beinhaltet (sondern sogar behauptet, bei Bionade gäbe es gar keine Diskriminierung!). Falls ihr noch die Kraft habt, lasst Bionade weiterhin wissen, dass Diskriminierung kein Verkaufsschlager sein darf. Für die Zukunft kann folgendes gelten: Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!

In dem Band „Aufstand aus der Küche“ von Silvia Federici wird neben zwei neuen Beiträgen auch die bereits 1974 verfasste feministisch-marxistische Ökonomiekritik „Counter-Planning from the Kitchen“ erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die US-amerikanische Satirezeitschrift The Onion ist mal wieder vorn mit dabei, was sexistische Gewalt angeht. (englisch)

The New Yorker berichtet über einen Fall in Cleveland, nach dem drei Frauen, die ein Jahrzehnt als vermisst galten und zum Teil bereits für tot erklärt wurden, aus dem Haus, in dem sie festgehalten worden waren, befreit werden konnten. Ein Mann hatte eine der Frauen dabei beobachtet, wie sie vergeblich versuchte, die Tür von innen aufzubrechen. Er ordnete das Gesehene sofort als häusliche Gewalt ein und half ihr die Tür zu zerstören. (englisch)

Bei Shakesville erklärt Melissa McEwan noch einmal, was es mit feministischer „Humorlosigkeit“ bezüglich *istischer „Comedy“ auf sich hat (englisch).

CosmoTV berichtet über einen Dokumentarfilm von Mirza Odabaşi zum rassistischen Brandanschlag auf ein Solinger Wohnhaus vor 20 Jahren, bei dem fünf Menschen getötet worden sind. Der Film wird Ende Mai in Solingen uraufgeführt.

DieStandard.at würdigt die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry.

The feminist wire analysiert die Karrieren und Selbst_Repräsentationen von Beyoncé und Lauryn Hill und entdeckt trotz der Unterschiede nicht wenige Gemeinsamkeiten. (englisch)

Ms.Magazine veröffentlicht einen Nachruf auf Brustkrebsaktivistin Barbara Brenner (englisch)

Angelina Jolie hat sich angesichts ihres genetisch stark erhöhten Brustkrebsrisikos für eine präventive Mastektomie entschieden. In der NY Times berichtet sie darüber – politisch brisante Punkte wie die Debatte um körperliche Selbstbestimmung, Gesundheitsrisiken, Gesundheitsindustrie und damit in Verbindung stehende finanzielle Faktoren werden zwar lediglich angerissen, dennoch ist das Öffentlichmachen dieser Entscheidung per se bereits als politischer Akt zu werten. (englisch)

der verein xart splitta gestaltet raum_rahmen für trans_x_ende, trans_xend empowernde kreative anwesende konkrete visionäre künstlxsche aktionen_ideen_politiken. aktuell gibt es zwei aufrufe für spoken word, kurzfilme, performances, tanz, musikstücke,… für einen performanceabend sowie fotos, gemaltes, collagen, gezeichnetes, geschriebenes … für ein printprojekt.

La Voix du Yemen interviewt Alaa Al-Eryani, die kürzlich die Initiative The Yemeni Feminist Movement startete.

with WINGS and ROOTS, ein Dokumentarfilmprojekt, das die Geschichten und Visionen fünf junger Menschen in Berlin und in New York erzählt, braucht eure Unterstützung!

Rassistischer Polizei-Alltag in Deutschland: Weil eine Frau, die auf offener Straße zusammengebrochen war, sich nicht ausweisen konnte und kein für die Beamten verständliches Deutsch sprach, wurde sie in Gewahrsam genommen, anstatt notärztliche Versorgung einzuleiten. Erst als ihr Mann sie als vermisst meldete und wenig später schließlich vor Ort war, reagierte die Polizei.

Der aktuelle Löschantrag für den Begriff „Femizid“ heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an, schreibt dieStandard.at.

Termine in Berlin, Bochum, Göttingen, Braunschweig und deutschlandweit anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie gibt es nach dem Klick!

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NSU-Prozess, male gaze und feministische Psychatriekritik – Kurz verlinkt

8. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 195 von 345 der Serie Kurz notiert

Am Montag begann der so genannte NSU-Prozess. Aus diesem Anlass veröffentlichte das Migazin einen Ausschnitt aus dem Buch „Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater“ von Semiya Şimşek, Tochter des erste Opfers (Enver Şimşek) der NSU-Mordserie.

Ein weiteres Beispiel für die bisherige furchtbare „Ermittlungs“arbeit zu den NSU-Morden hat die taz beschrieben. Bei der Gazelle gab es außerdem ein Interview mit Mehmet Daimagüler, der die Familien zweier Opfer als Nebenkläger vertritt.

In der Sendung „Insight Germany“ der Deutschen Welle ist Grada Kilomba, Schriftstellerin und Professorin für Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, zu Gast. Kilomba spricht zum Beispiel über ihr Buch „Plantation Memories. Episodes of Everyday Racism“. [Englisch]

Bei der Heinrich-Böll-Stiftung schreibt Pasquale Virginie Rotter über ihr Konzept von „Empowerment in Motion„.

Im IANYAN Magazine wird die Dokumentation “My Grandmother’s Tattoos” besprochen. [Englisch]

Wie die Abbildung zweier Frauen auf einem Werbeplakat perfekt in männlich-heterosexuelle Blicke passt, nimmt Sociological Images auseinander. [Englisch]

In der letzten Woche hatten wir schon einmal aufmerksam auf die neue an.schläge-Ausgabe gemacht. Jetzt ein spezifischerer online Lesetipp: Vier Stimmen zu Psychologie/Psychatrie aus feministischer Perspektive.

Noch mehr Lesestoff: For Harriet stellt siebzehn Schwarze Blog_gerinnen vor.

Für das quEAR-Festival werden noch bis zum 30.06 Einreichungen gesucht!

Termine in Bochum und Hamburg… nach dem Link: (mehr …)


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Frauen gegen Quote. Mal wieder.

14. Januar 2013 von Charlott

Zum 20. Geburtstag schenkt sich das Magazin „Focus“ einen ganz besonderen Titel: „Wir wollen keine Frauenquote!“. Und da es natürlich nicht so fein ist, wenn Männer das herausposaunen, hat die Redaktion eine Reihe von „starken Frauen“ ™ aufgetan, die Stellung beziehen.

Die erzählte Geschichte hören wir ständig. (Und wurde von Feminist_innen schon genau so häufig auseinandergenommen und kritisiert.) Frauen seien „die Gewinner am Arbeitsmarkt“, schließlich ist die Erwerbstätigkeit auf 72% gestiegen. Warum sich das nicht auch in den Führungsetagen widerspiegelt? Frauen studieren eben das Falsche (meint: nicht Arbeitsmarktkonform genug). Und da das Versagen eindeutig bei den Frauen liegt, ist eine Quote auch unnütz. Schließlich wollen die „erfolgreichen Frauen“ ™ nicht „vom Leistungsprinzip lassen“. Katharina Wagner gibt sich sicher:

Die Mädels meiner Generation haben eine solche Quote überhaupt nicht nötig.

Ganz vorn mit dabei, also auch auf dem Titel: Kristina Schröder. Dass diese keine Befürworterin einer Quote ist, hat sie schon häufig und gern an prominenter Stelle kundgetan. Da lässt sie auch diese Gelegenheit nicht aus. Egal wie obskur es wirkt, wenn eine Ministerin, die entscheidenen Einfluss hat, neben einem Untertitel prangt, der ankündigt: „Starke Frauen rebellieren gegen Staatsdiktat und Gleichmacherei“. Zu den anderen Frauen stellte Lara Fritzsche bei Twitter fest:

Im Innenteil merkt dann noch Veronica Ferres an, die übrigens Germanistik, Theaterwissenschaft und Psychologie studiert hat:

Die Quote diskriminiert Männer und schadet uns Frauen.

Davon abgesehen, dass ich ja ganz heimlich glaube, dass es eine Veronika-Ferres-Quote in deutschen Fernsehproduktionen gibt, bin ich angenervt von der Debatte. Immer wieder die gleichen „Argumente“, immer wieder Energie die reingesteckt wird um dagegen zu argumentieren. Auch von mir. Dabei bin ich nicht einmal die größte Freundin einer Quote, so wie sie derzeitig diskutiert wird, bleibt doch die Frage, welche Frauen überhaupt unter welchen Bedingungen profitieren und in welchem System, zu sehr am Rande. Viel lieber würde ich mich mit weitergehenden Ideen auseinandersetzen, denn gerade feministische Ökonomiekritik macht sehr viel mehr als Quotendiskussionen.

Doch die Bilder, die re_produziert werden, mit jedem neuen Artikel, mit jedem Titelbild, welches aus all den Zeitungskiosken entgegenstrahlt, sind mächtig. Darum noch einmal ganz klar: Diskriminierung hat immer etwas mit Macht zu tun. Die aktuelle Wirtschaft funktioniert auch jetzt nicht nach dem/ einem Leistungsprinzip – eine Quote könnte das also auch gar nicht ändern. Aber es bleibt auch bezeichnend wie groß der Widerstand ist und wieviel Raum dieser einnimmt gegen Forderungen, die nicht einmal sonderlich radikal sind.


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Falsch reden, richtig rocken – kurz verlinkt

11. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 185 von 345 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 2.

Welche Auffassungen führen zu Street Harrassment? In letzter Konsequenz: die Überzeugung, das Recht dazu zu haben (Text auf Englisch).

Auch wenn die bekannte Zeitschrift Brigitte nicht gerade, hm,  Vorreiterin im Kampf gegen Körper- und Schönheitsnormen ist: In diesem Beitrag wird vieles, was Fat Shaming, aber auch Selbstakzeptanz ausmacht, schön auf den Punkt gebracht. Dazu passt auch das Interview mit der ARGE Dicke Weiber in der aktuellen Progress.

Laina Dawes hat ein Buch über ihre – teilweise ganz schön widrigen – Erfahrungen als Schwarzer weiblicher Metal-Fan geschrieben. Im Interview stellt sie es vor.

DIY, das selbst Herstellen von Dingen, ist hip. Dagegen sei an sich erstmal nichts einzuwenden, so Sarah Brown bei xojane – jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass entgegen des teilweise besonders „ethisch“ daher kommenden Appeals vieler DIY-Blogs und Webseiten diese kaum einen ernsthaften Widerspruch zu Konsumismus und gängigen Weiblichkeitsvorstellungen bieten (Text auf Englisch).

An US-amerikanischer Pop- und Netzkultur Interessierte haben es wahrscheinlich mitbekommen: den Streit zwischen der – auch von Feminist_innen gefeierten – Rapperin Azealia Banks und Klatschblogger Perez Hilton, in dessen Verlauf Banks mit hetero/sexistischen Beleidigungen aufwartete.  Spannende Perspektiven auf diese Vorfälle, die über ein „Banks vs. Perez“-Tribunal hinaus gehen, gibt es bei  von Janet Mock bei xojane und von Edward Ndopu beim Crunk Feminist Collective (auf Englisch).

Der Freitag übersetzt einen Text von Kira Cochrane über voyeuristisches Paparazzi’eskes Mobbing per Creepshots (heimlich aufgenommene Fotos, in der Regel von sexualisierten Körperteilen/Motiven, die dann im Internet veröffentlicht werden). Fazit: „Da äußert sich Wut gegen eine eigenständige weibliche Sexualität. Sex und Frauen – das ist vollkommen in Ordnung, solange die Frauen passive Objekte sind. Doch sobald sie selbst über ihre Intimität bestimmen wollen und mit wem sie diese teilen, weckt das Hass.“

Sprache ist wichtig. Sprache verändert sich und uns. Und wer bestimmt, was „richtige“ Sprache ist? Unter der pointierten Überschrift „Frauen, hört auf zu reden. Alte Männer mögen nicht, wie ihr sprecht“ widmet sich Jezebel   dem Dauerbrenner (auf Englisch).

Wie kann sexueller Konsens – also das Herstellen von Einvernehmlichkeit –   in der Praxis aussehen?  Ein Vorschlag dazu sind „Ja, nein, vielleicht“-Listen: Sammlungen von von Tätigkeiten,  bei denen vermerkt werden kann, welche Dinge man sehr gern tut, mal ausprobieren würde oder was gar nicht in Betracht kommt. Ob man diese Listen nun ausfüllt und dann austauscht, gemeinsam ausfüllt und darüber redet oder einfach für sich selbst zur eigenen Inspiration verwendet – eine Fülle von Anregungen zur Kommunikation über Sex und für konkrete Action können sie auf jeden Fall bieten.  Scarleteen hat allerhand Vorschläge (auf Englisch).

Wie der Buchhandel Trivialromane als „Frauenliteratur“ vermarktet, beschreibt DieStandard.

Termine:

Am 21. Januar an der Ruhr Universität, Bochum: Die Welt ist komplex – Genau wie du! Workshop zu sozialer Ungleichheit – in intersektionaler Perspektive

Im Jahr 2013 wird der erstmals der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis des Journalistinnenbundes für Online-Beiträge vergeben. Alle Informationen dazu findet Ihr hier , Vorschläge werden bis 1. März 2013 angenommen.


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