Einträge mit dem Tag ‘Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk’


Einfach mal ergebnisoffen über Gewalt diskutieren. Eine Sendung mit Sandra Maischberger.

11. Februar 2014 von Charlott

Was ist es eigentlich mit den Medien ™ und der Angewohnheit alles erst einmal “Pro” und “Contra” diskutieren zu wollen? Als würden so differenzierte Debatten entstehen. Kleiner Hinweis: Nein, dass passiert eigentlich nie, stattdessen geht es eben polemischer zu und es wird am laufenden Band Gewalt re_produziert.

Bei Sandra Maischberger und ihrer Redaktion jedenfalls heißt es weiterhin “einfach mal ergebnisoffen über Gewalt diskutieren” – dieses Mal anlässlich der Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“. Eingeladen unter dem Titel “Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die “moralische Umerziehung”?” für die heutige Sendung wurden unter anderem Birgit Kelle (wir erinnern uns), Jens “Wie Smarties” Spahn und Hartmut Steeb (Generalsekretär “Deutsche Evangelische Allianz”).

Dass sie in die Überschrift auch Anführungszeichen zum Zitat aus der Petition setzen könnte, hat die Maischberger-Redaktion bei Twitter gelernt. Auch die Ankündigung wurde nach der Kritik, die bereits seit dem 08. bei queer.de geführt wurde und gestern bei Twitter zunahm, verändert – Das Sendekonzept aber scheint zu stehen. Stattdessen rechtfertigt sich Maischberger in einer Stellungsnahme:

«Die gesellschaftliche Debatte muss offensichtlich geführt werden», sagte Maischberger weiter. «Das zeigen nicht nur die vielfältigen und verständlicherweise auch emotionalen Reaktionen beider Seiten.»

Die rechts-konservative Seite Kath.net empfiehlt die Sendung jedenfalls schon einmal.

Ergänzung: Für diejenigen, die heute die Sendung anschauen werden, hat @zweiter_gedanke schon einmal ein Bullshit-Bingo gebaut:

 


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Schöne neue Welt – „Hellcome to Germany“

28. August 2013 von Sabine

Ein Essay über die Menschenrechte

„Hellcome“ brüllt der Mann vor dem Flüchtlingswohnheim. Willkommen in der Hölle. Er steht mit anderen auf der Straßenseite gegenüber dem Heim, einem früheren Schulhaus. Neben ihm hebt einer den Arm zum Hitlergruß. Keine Glatze, keine Springerstiefel, rosagestreiftes T-Shirt. Anwohner, Neonazis? Sie sind schwer zu unterscheiden. Der mit dem Hitlergruß wird wenig später von einem Polizisten abgeführt. Die „Bürgerinitative“, die auch von der rechtsradikalen NPD unterstützt wird, bleibt. Die Flüchtlinge auch. Vorerst. Marzahn-Hellersdorf, den 19. August 2013.

Es sind Szenen, wo die Scham sich selbst verschluckt. Und der Reflex, dies am liebsten weit von sich zu schieben, steigt, aber sie erinnern dumpf. Als meine Kusine 1992 nachts im Heim nicht mehr schlafen kann – vor lauter Angst, weil es wieder brennen könnte. Um sie zu beruhigen sagt mein Vater zu ihr, dass es meist nicht zweimal an einem Ort brennt. Da war ich sieben Jahre alt. Im selben Jahr wird das Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen von Nazis angezündet und von den AnwohnerInnen beklatscht. Brennende Bilder, grölende Nazis im Fernseher, NPD-Plakate an den Litfaßsäulen, das sind die 1990er Jahre. Unter dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble wurden als Konsequenz auf die rassistischen Ausschreitungen die Asylgesetze (1992) massiv verschärft. Ja, das Boot sei voll. Nachrichtenmagazine wie der Spiegel folgen, sie titeln mit der Angst vor den Flüchtlingsströmen und der Überfremdung. Das Layout in dunkeln Farbtönen gehalten. Dabei lag die Angst ganz wo anders. Die Angst, die hatten wir, meine Kusine, meine Eltern. Und jetzt, im Jahr 2013, Berlin, Marzahn-Hellersdorf? Flüchtlinge werden durch den Hintereingang unter Polizeischutz in ihr neues Wohnheim gebracht. Sie haben Angst, um ihr Leben.

Hannah Arendts Thema sind die Flüchtlinge. Sie sind Staatenlose. Ihr Leben verdanken sie nicht ihren Menschenrechten, sondern der Mildtätigkeit derer, in deren Land sie geflohen sind. Ob sie leben oder sterben, ist reiner Zufall. Wer etwas über Menschenrechte lernen will, schaut am besten auf die Lage von Flüchtlingen. Arendts Thema ist mehr als 60 Jahre später aktueller denn je. Sie hat wenig mit der NPD zu tun. Aber viel mit Marzahn-Hellersdorf, Rostock-Lichtenhagen. Und mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen, wo die Geschichte von Flüchtlingen, ihrer Flucht, ihrem Trauma offenbar so überflüssig sind, dass sie von einem „Aussteiger“-Nazi und einer Sarrazin-Bewunderin nachgespielt werden.

Hannah Arendt hat beschrieben, was es heißt, nur noch Mensch sein zu dürfen. Wer nur noch Mensch sein darf, ist ganz frei. Frei von Rechten und Gesetzen. Das Ergebnis ist Entfremdung. Keine Entfremdung von dem Selbst, sondern vielmehr eine Entfremdung von der Welt. Arendt beobachtet, dass die Etablierung von Nationalstaaten und ihre globale Hegemonie nur noch wenige Räume übrig gelassen haben. Räume, die nicht territorial in Nationalstaaten eingegrenzt sind. „Zuerst und vor allem findet der Raub der Menschenrechte dadurch statt, daß einem Menschen der Standort in der Welt entzogen wird, durch den allein seine Meinungen Gewicht haben und seine Handlungen Wirksamkeit.“ (Arendt 1949). Sie beschreibt ihre Erfahrungen als Staatenlose, Geflohene und als deutsche Jüdin im Dritten Reich vor dem Hintergrund der Shoa. Es sind andere Erfahrungswerte, sie zeigen jedoch einen Mechanismus auf, welcher nicht einzigartig ist. Den Prozess wie wir ausgezogen werden, Rechte verlieren, unkenntlich gemacht werden. Nämlich wie Menschen zu einem Abstraktum werden. Ihre Unsichtbarkeit, ihr Verschwinden aus dem öffentlichen Leben findet leise statt. Flüchtlingsheime werden an die Ränder der Städte verlagert, in die Industriegebiete. Der Tod der Ausgeschlossenen wird verschleiert etwa durch Neologismen wie „Dönermorde“, so dass wir nicht an unseren Bruder oder Schwester denken müssen.

Im EU-Behördendeutsch wird nicht über Flüchtlinge gesprochen, sondern von einer Illegalität und einer „irregulären Zuwanderung“. Zur Bekämpfung dieser „irregulären Zuwanderung“ wurde im Mai 2005 nach der EU-Osterweiterung auch die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen, kurz: Frontex, gegründet. Flüchtlinge werden seit den 1990ern in der europäischen Migrations- und Asylpolitik illegalisiert, ihre Rechte verschwinden hinter der Wortschöpfung „Irregularität“, sie sind somit nicht einklagbar. Dabei sind es Menschen, die den Krieg überlebt haben, davor oder vor Verfolgung und absoluter Armut fliehen. In der Hoffnung auf ein besseres, sicheres Leben. Für die Rechtlosen gibt es „überhaupt kein Gesetz“, schreibt Hannah Arendt, „nicht daß sie unterdrückt sind, kennzeichnet sie, sondern daß niemand sie auch nur zu unterdrücken wünscht. Ihr Recht auf Leben wird erst im letzten Stadium eines langwierigen Prozesses in Frage gestellt; nur wenn sie völlig überflüssig bleiben, und sich niemand mehr findet, der sie reklamiert, ist ihr Leben in Gefahr.“ (Arendt 1949)

80 Jahre, nachdem Arendt ihre Heimat verlassen musste, werden in der Schweiz Freibäder zu no-go-areas für Flüchtlinge, in Berlin wird ein Spielplatz – von AnwohnerInnen – eingezäunt, damit Flüchtlingskinder dort nicht spielen. Thilo Sarrazin, Parteimitglied der SPD, wird als Bestsellerautor gefeiert. Es wird kälter in Deutschland, vermutlich weil sich die, die man am liebsten ausschließen würde, nicht mehr ausschließen oder ignorieren lassen. Also wenn die Asylbewerberheime nicht im Industriegebiet liegen, sondern mitten im Wohngebiet. Wenn Flüchtlinge sich an die öffentlichen Orte begeben. Es wagen, in die Freibäder, Spielplätze zu gehen oder eben mitten im Wohngebiet zu leben.

Die Welt ist nie nur eine Umwelt, aber auch eine Mitwelt. Eine Welt mit Anderen. Nach Arendts Überlegungen in ihrem Werk Vita Activa (2010) „erscheinen“ die Menschen einander durch ihre Worte und Taten. So entfaltet sich das menschliche Leben im „Beziehungsgewebe“ menschlicher Beziehungen. Hölle, sind nicht die Anderen, sondern das nicht Da-sein. Ein Dasein in der Welt stellt für Arendt eine zentrale Kategorie in ihrer Konzeption von Menschenrechte dar. Es kann nur ein einziges Menschenrecht geben. Nämlich das Recht, Rechte zu haben.
Für viele Flüchtlinge kommt es gar nicht so weit. Viele geben ihr Leben, weil sie leben wollten. Sie versinken, ertrinken im Mittelmeer. Laut UNHCR waren es 2011 allein über 1.500 tote Flüchtlinge, die Dunkelziffer liegt weit höher. Das Mittelmeer ist der Massenfriedhof der Menschenrechte wie Heribert Prantl es einst treffend bezeichnet. Und in den letzten Tagen wurde binnen kurzer Zeit an den Bahnhöfen von Fulda, Kassel und Frankfurt über 60 Flüchtlinge aus Eritrea festgenommen. Sie waren ohne Papiere.

Sie, das könnte ich sein, meine Kusine, meine Eltern. Das Leid hat sich nicht verändert, aber die Gesetze sind schärfer. Ein Wunder, wer es schafft über die Wüste, Menschenhändler, Foltercamps oder das Mittelmeer. Es ist Spätsommer, da ist das Mittelmeer etwas ruhiger und die Flucht kann gelingen. Dass weiß auch die Bundes- und Grenzschutzpolizei. Hochsaison, die Jagd hat begonnen. In dieser Welt möchte niemand bloß Mensch sein.


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Für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

25. Juni 2013 von Gastautor_in

ProChange und @TochterEgalias arbeiten seit der #aufschrei-Debatte gemeinsam gegen Sexismus und für eine aufklärende Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. ProChange ist eine Gruppe aus dem Ruhrgebiet, die sich mit zahlreichen Projekten und Aktionen für eine Gesellschaft ohne sexuelle Belästigung, ohne sexuelle Übergriffe und ohne sexualisierte Gewalt einsetzt. @TochterEgalias ist Informatikerin aus Hamburg, Teilzeit-Bloggerin und Mitbetreiberin des Forums feminist-in.net.

Im Rahmen unserer Petition, die weiterhin mitgezeichnet werden kann, haben wir eine Programmbeschwerde an die Rundfunkräte und Intendant*innen der Öffentlich-Rechtlichen gerichtet. Darin kritisieren wir die Talkshows und Sendungen: Günther Jauch, Anne Will, Menschen bei Maischberger, ZDF log, Maybrit Illner und Wutbürger Paul aus dem zdf.kulturpalast, die im Rahmen der #aufschrei-Debatte gesendet wurden. Gleichzeitig fordern wir die öffentlich-rechtlichen Sender auf, Ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden und über Sexismus in der Gesellschaft aufzuklären.

Beim ZDF haben wir zusätzlich ein Programmbeschwerdeverfahren eingeleitet, welches nun läuft und demnächst im ZDF-Beschwerdeausschuss behandelt werden soll.

Bei der ARD gibt es leider kein offizielles Beschwerdeverfahren. Eine Stellungnahme haben wir, stellvertretend für die einzelnen Landesrundfunkräte, nur von Volker Herres, dem Programmdirektor der ARD, erhalten. Stellungnahme ARD Teil 1 und Teil 2.

Er bedauert, dass uns die Talkshows nicht gefallen haben, das Anliegen sei jedoch gewesen, dass sich auch Zuschauerinnen und Zuschauer mit dem Thema beschäftigen, die dies ansonsten nicht tun würden. Dazu seien Gesprächsreihen in besonderer Weise geeignet. Dazu sagen wir: Nein, das sind sie bei diesem Thema eben nicht. Was fehlt, ist ein AUFKLÄRENDE Berichterstattung, die der Schwere des Themas gerecht wird.

Gerne versichert er uns, dass die ARD bereits zahlreiche unserer Forderungen erfülle. Welche dies denn sein sollen, darüber schweigt er sich aus. Stattdessen wird uns mitgeteilt, dass drei! der neun Intendant*innen der ARD Frauen sind, und dass es sogar einige Direktorinnen in Landesrundfunkanstalten gibt. Außerdem gäbe es Gleichstellungsbeauftragte und familienfreundliche Arbeitszeiten.

Trotz dieser “paradiesischen” Zustände in der ARD, will er das Thema Sexismus auch weiterhin aufgreifen. Allerdings sollen dabei Betroffene BEIDER SEITEN ausreichend zu Wort kommen.

Danke Herr Herres! Doch nur allzu gerne würden wir erfahren, welche BEIDEN SEITEN dies beim Thema Sexismus sein sollen. Sexist*innen gegen Menschen mit Erfahrungen von sexualisierter Gewalt vielleicht? Die sollen dann auch in der nächsten ARD-Talkshow fröhlich weiter darüber diskutieren, ob sexuelle Belästigung vielleicht gar keinen sexistischen Hintergrund hat?
Nein, Herr Herres, da haben Sie leider selbst einiges nicht verstanden. Eine entsprechende Antwort haben wir Herrn Herres zukommen lassen.

Auch von Thomas Bellut, dem ZDF-Intendanten, haben wir einen Antwortbrief bekommen, in dem er sich bei uns für den Hinweis auf Verbesserungsmöglichkeiten bedankt. Er könne jedoch weder feststellen, dass das ZDF das Publikum fehlinformiert hätte, noch dass sich über dieses wichtige Thema lächerlich gemacht wurde. Außerdem weist er auf die Sachkundigkeit der geladenen Talkshow-Gästen hin (Stellungnahme ZDF).

Ahja. Erinnern wir uns an die “maybrit illner”-Ausgabe, in der Claudia Roth, Wolfgang Kubicki, eine ver.di-Vertreterin, eine Schauspielerin sowie ein Medienanwalt eingeladen waren. Oder an “ZDF log in”, wo die Sachkundigkeit in Monika Ebeling sowie einem selbsternannten Pick-Up Artist ihre Grenzen fand. Wie war das noch gleich mit dem Lächerlichmachen?
Unsere Antworten hier auf prochange.tumblr.com und auf feminist-in.net.

Mit diesen Stellungnahmen geben wir uns nicht zufrieden! Die Petition läuft weiter, für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

Wir verlangen eine Behandlung unserer Beschwerde im ZDF-Fernsehrat sowie in den Gremien der ARD.

Bis zum 31.8.2013 wollen wir mindestens 5.000 Unterschriften für unsere Petition sammeln, um den Öffentlich-Rechtlichen die Relevanz des Themas zu verdeutlichen.

Wir fordern weiterhin Aufklärung und politische Bildung über Sexismus in der Gesellschaft. Die Öffentlich-Rechtlichen wurden ihrem Bildungsauftrag zu dem Thema bisher nicht gerecht.

Darüber hinaus wollen wir deutlich machen, dass nach wie vor Sexismus in den Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen vorkommt. Dies wollen wir nicht länger hinnehmen.

Helft uns und verbreitet unsere Petition weiter!


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“Positiv denken” ist nicht alles – Kurz Verlinkt

29. Mai 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 191 von 252 der Serie Kurz notiert

Über das ewige Mantra des “positiv Denkens” schreibt the body is not an apology, denn letzten Endes sind die dazugehörigen Meme auch schnell anschlussfähig für Gedanken wie “Wenn du es nur hart genug versuchst, kannst du es schaffen”, wobei gesellschaftliche Strukturen ignoriert und Benachteiligungen individualisiert werden. (Englisch)

““Some of Us are Brave” – Das Erbe Schwarzer Aktivistinnen in Deutschland” – der von Sharon Dodua Otoo für’s Missy Magazine geschriebene Text ist nun auch beim ISD e.V. erschienen.

Der SPIEGEL verkündete groß, mit Bezug auf eine Studie, dass vor allem Männer Opfer von Gewalt in Partnerschaften wäre. Doch was sagt die Studie wirklich? Andrej Holm nimmt sie im Freitag auseinander und kommt zu ganz anderen Ergebnissen als die SPIEGEL-Autoren.

Beim SWR gibt es einen Beitrag zu Frauen in der extremen Rechten. Dort heißt es dann: “Rechte Frauen werden unterschätzt. Sie engagieren sich, sind nett, interessiert. Dadurch finden sie unauffällig ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft.”

Der Nobelpreis für Literatur ist bekanntermaßen auch eher ein boys club. Ms. Afropolitan stellt fest, dass von den (mickrigen) zwölf Preisen, die jemals an Frauen gingen, nur Nadine Gordimer als Frau aus Afrika gewann. Bis heute hat nie eine Schwarze Afrikanerin gewonnen. Dabei hätte es doch bisher schon viele würdige Autorinnen gegeben. (Englisch)

Vor einiger Zeit forderte eine Petition “ARD, ZDF und die dritten Programme: Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf!”. Nun gab es (unbefriedigende) Antworten.

Kennt ihr inspirierende Musiker_innen? Und würdet über diese vielleicht sogar einen kurzen Text schreiben? Bei LaMoustache wird Unterstützung für ein Projekt in Kommunikationsdesign gesucht.

Und nun noch ein etwas älterer Artikel für all jene, die gerne “Aber, aber die Wissenschaft_Medizin…!” rufen, wenn es um fat acceptance geht. In dem Text im International Journal for Epidemiology nehmen die Wissenschaftler_innen erst verschiedene Standardaussagen (wie z.B. “Es gibt klare Verbindungen zwischen ‘Übergewicht’ und Gesundheit.”) auseinander und fragen sich dann, wenn es doch kaum wissenschaftliche Belege gibt, warum wird dann solche Panik gemacht? (Englisch)

Es gibt ein neue Zeitschrift, die ihr euch auch runterladen könnt: Body Politics. Dort dreht sich alles um Körpergeschichte, die erste Ausgabe beschäfftigt sich mit Fordismus.

Termine in Berlin, Heidelberg, Linz und Würzburg:

Am 1. Juni spielt Adowoa Hackman in der Beginne in Berlin. Wir hatten sie im letzten Jahr auf der Mädchenmannschaft interviewt.

Am 8. und 9. Juni findet in Würzburg das nun III. FemFest statt.

12.-15. Juni in Heidelberg: Es findet das erste Heidelberger lady*fest statt.

22. Juni in Linz: Femcamp Linz (das zweite österreichische offene BarCamp mit Frauenschwerpunkt) steht an.


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Was hat die Sexismus-Debatte gebracht?

17. April 2013 von Sabine

Das wollte Sandra Maischberger gestern Abend von ihren Gästen nicht wissen. Reingelegt. Die Dramaturgie lag in der Auswahl. Allerdings gab es trotzdem einen Höhepunkt. Nämlich die Analysen und Interventionen von Anna-Katharina Meßmer.

Zu den Menschen bei Maischberger: Da war der Schauspieler Heiner Lauterbach, der außer seinem ehemals Macho-Dasein nicht viel zur Debatte beizutragen hatte. Breitbeinig, Arme ausgeweitet, saß er da auf seinem Sessel und sonnte sich im Status des geläuterten Paulus. Man bekam das Gefühl, dass er die inhaltliche Leere mit körperlicher Präsenz füllen wollte.

Dann war da noch Spiegel-Journalist Jan Fleischhauer, der, seitdem er einen Kollegen um eine statistische Auswertung des Hashtags #Aufschrei auf Twitter gebeten hat, in Talkshows gerne erzählt, es handle sich bei der Sexismus-Debatte nicht um einen Sturm, sondern um ein Stürmchen. Oft überfällt eine das Gefühl, dass dieser weiße, privilegierte Mann sich selbst zu den Talkshows einlädt, aber auch dass er seine Nische gefunden hat. Experte für Sexismus- und Rassismus-Debatten.

Gegenüber sitzt Birgit Kelle, die konservative Journalistin, die sich unentwegt um die Geschichten der Männer sorgt. Etwa wenn sich eine Sekretärin einfach auf den Schoß ihres Chefs setzt: Wo soll er, der Chef, mit seinen Händen hin? Joa mei. Und was die Frauen betrifft, macht einfach die Bluse zu. Ihr Hauptproblem sind Flirts. Sie befürchtet, dass durch diese Debatte die Männer nicht mehr mit Frauen flirten. Die Logik dahinter, sexy und Sexismus sind ein und dieselbe Medaille.

Da passte die Femen-Aktivistin Klara Martens mit ihrer Natürlichkeit super in die Runde. Femen reißen die Blusen nämlich auf und zeigen ihre Brüste. Gegen das Patriarchat, Prostitution und den Islam ähm, die Religion. Also eine zweite Emma-Auflage nur in nackt.

“Die Mutter des deutschen Feminismus” (Zitat: Sandra Maischberger), Alice Schwarzer, findet Femen toll und streichelt Martens bestärkend über den Arm als sie spricht. Und sowieso, schien Schwarzer eigentlich am besten gelaunt. Ihre Rolle als die Vorzeige-Feministin ist in den Mainstream-Medien kaum mehr wegzudenken, so dass Sandra Maischberger fragt, braucht es neben Alice Schwarzer noch eine weitere radikale Feministin? Die Frage geht an Martens, leider nicht mehr an Meßmer, sie sitzt wieder im Publikum.

Das ist schade, denn sie war mit Abstand diejenige, die eine Differenzierung lieferte und eine kritische Bilanz aus der Sexismus-Debatte zog. Ihr fehlte das Gegenüber. Nein, wir drehen uns nicht im Kreis, was die Debatte beträfe, aber es zeige sich eine Ambivalenz in der Rezeption. In den klassischen Medien würde oftmals mit Sterotypen zum Geschlechterkampf aufgerufen: Frauen gegen Männer. Als Beispiel nennt sie etwa das Fernsehen und die Talkshow selbst. Wo Männer(tm) und Frauen(tm) sogar im Publikum getrennt voneinander säßen. Darum gehe es aber nicht, sondern vielmehr um die Diskriminierungserfahrungen von Betroffenen und eine Sensibilisierung für das Thema, weil es nach wie vor relevant ist. In den Zeitungen und vor allem im Netz, in den Blogs zeige sich ein anderes Bild, wo über parteipolitische Grenzen, Generationen hinweg diskutiert, analysiert und Geschichten sichtbar wurden. Ähnliche wie etwa die sexistischen Erfahrungen, die auch Birgit Schrowange beim Berufseinstieg vor etwa dreißig Jahren als Fernsehansagerin beim ZDF gemacht habe. Da wurde es spannend.

Zu diesem Zeitpunkt meldet sich Jan Fleischhauer wieder zu Wort. Und als er das Weiterleben der schwarz-gelben Koalition als ein Ergebnis dieser Sexismus-Debatte nennt, waren wir wieder dort angelangt, was Meßmer kurz zuvor als Derailing bezeichnete, das Ablenken vom Thema. Sie fragt ihn direkt: „Merken Sie was sie gerade machen? Sie lenken vom Thema ab“.

Die Debatte geht weiter, weg vom Generalverdacht, aber sie verlief sich bei Maischberger in Banalitäten und Fragen des Flirts. „Es geht um Macht, es geht um Macht“, ruft Schrowange noch. Richtig. Aber schon wenige Sekunden später musste auch die Frage gestellt werden, what about the men? Sexismus ist immer eine Machtfrage und zeigt Hierarchien auf. Gerade dann wird es auch mit dem Wehren oder den schlagfertigen Sprüchen schwierig. Es sind einzelne Geschichten, aber alle weisen auf ein kollektives Problem/Phänomen hin, wie Meßmer sagt. Sie haben wenig mit Flirts zu tun.

Was bleibt nach dieser Parodie? Es ist ein schaler Nachgeschmack und die Platzanweisung: hier wird nicht über Sexismus geredet, analysiert, Lösungen angesprochen. Es wird romantisiert, bagatellisiert und ohne Kenntnis baldowert. Lauterbachs Haltung zu den armen Männern, die keine sexuellen Kontakte bekämen und deshalb Bordelle aufsuchen müssten, den Terror, den Frauen in Beziehungen ausüben (Fleischhauer), die vermeintlichen Dating-Regeln in den USA sind nur Beispiele dieser ziellosen anekdotischen Evidenzen.

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten versagen wieder in ihrem Auftrag und verweigern eine Debatte über den Heterosexismus in dieser Gesellschaft. Sie sind in diesen Momenten die Glotze, die peinlich berührt.


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Öffentlich-rechtliche Fernsehsender: Macht endlich euren Job.

11. Februar 2013 von Viruletta

Seit Beginn der #aufschrei-Debatte wird an vielen Orten verstärkt über Sexismus diskutiert. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern (ARD, ZDF und den dritten Programmen). Zumeist allerdings in einer Art und Weise, die einer die Nackenhaare aufstellt (RW=Redewendung). Auf change.org ist deshalb einen Petition gestartet worden. Sie fordert von den öffentlich-rechtlichen Sendern: “Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf!”.

Eigentlich kann es gar nicht oft genug betont werden: Sexismus ist Alltag. Jeden Tag. Auf der Straße. In sämtlichen gesellschaftlichen Einrichtungen. Von der Familie über die Schule bishin zu Behörden jeglicher Art. Und – ganz vorne mit dabei – auch in den Medien. Umso wichtiger eigentlich, dass über das Thema mal wieder gesprochen wird. Aber leider hat die Vergangenheit gezeigt: wenn in den Medien über Sexismus gesprochen wird, dann wird meist auch zugleich Sexismus reproduziert. Und es ist ein gefährlicher Irrglaube, anzunehmen, dass sich dieser Umstand auf private Fernsehformate im Stil von RLT2 beschränkt. Im Gegenteil; die öffentlich-rechtlichen Sender haben hier in den vergangenen Monaten eine traurige Vorreiter*innenrolle eingenommen. (mehr …)


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Ein lauter #Aufschrei gegen Sexismus

28. Januar 2013 von Magda

Seit mehreren Tagen ist in Deutschland ein #aufschrei zu hören, insbesondere in dem sozialen Netzwerk twitter und in den Mainstream-Medien: Deutschland diskutiert (mal wieder), ob es hier­zulande ein Sexismus-Problem gäbe – wie auch gestern auf ARD bei Günter Jauch. Aber mal von vorn: Um was geht es bei der Aktion #aufschrei? Gibt’s da was zu kritisieren? Und was war bei Jauch gestern Abend so los? Ich versuche mich mal an einer Ein­schätzung:

#aufschrei

Von Donnerstag auf Freitag fingen Frauen* auf twitter an, ihre Erfahrungen mit Sexismus, Grenz­über­schreitungen und sexualisierter Gewalt zu teilen – alles in 140 Zeichen, denn mehr Zeichen sind in einer Twitter­nachricht nicht erlaubt. Alle diese Nach­richten sind ein­sehbar unter dem Schlag­wort #Aufschrei. Zehn­tausende Geschichten mit teils sehr gewalt­vollem Inhalt sprechen eine unmiss­verständliche Sprache: Sexismus, sexualisierte Gewalt und Über­griffe waren und sind Alltag in Deutschland. Wer das leugnet, ist entweder nicht betroffen oder offen antifeministisch.

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Freie Medien für freie Meinungen (weißer Männer)

21. November 2012 von Charlott

Die öffentlich-rechtlichen Sender versuchen sich mal wieder an einer Image-Kampagne. Ich weiß natürlich nicht, was deren definiertes Ziel war. So lange es aber etwas anderes war, als ausschließlich weiße Männer als entscheidend herauszustellen, möchte ich ihr gern den Stempel “Gescheitert” auf jedes einzelne der Plataktmotive drücken.

Die Kampagne besteht aus vier Printmotiven und einer Webseite, auf der es ein Quiz (“Wer hat gesagt?”) gibt. Außerdem findet sich auf der Webseite eine knappe Erklärung dazu, was uns öffentlich-rechtlichen Sender gern nahelegen möchten:

Starke Meinungen für eine starke Kampagnenbotschaft.

Eine Demokratie ist nur so stark wie ihre Medien. Deshalb sind umfassende Berichterstattung, relevante Informationen und vielfältige Meinungen unverzichtbar für unsere Gesellschaft.
Nur so kann jeder eine eigene, fundierte Haltung entwickeln.

Diese Botschaft vermitteln in unserer Kampagne Persönlichkeiten,
die genau dafür stehen – für eine eigene Haltung, für Vielfalt und Unabhängigkeit. Heiner Geißler, Uli Hoeneß, Tim Bendzko und Dr. Michael Otto können sich dabei auf einen Grundsatz einigen: Wir brauchen Medien, die verlässlich für Vielfalt und Qualität stehen.
Dank Ihres Rundfunkbeitrags.

“Starke Meinungen” scheinen laut den Medienanstalten ausschließlich weiße Männer vertreten zu können. Damit werden typischen Bilder verstärkt, nach denen weiße Männer (mit bestimmten weiteren Voraussetzungen wie “Bildung” etc.) mit Logik und Objektivität in Verbindung gebracht werden. Diese Männer können uns also besonders gut etwas über Medien erzählen. Und da sie als Standard markiert sind in unserer rassistisch und sexistisch strukturierten Gesellschaft, wird davon ausgegangen, dass deren Meinungen alle Personengruppen ansprechen können.

Und auch im Quiz wird es nicht besser. Es gibt zehn Aussagen zum Thema Medien und die Nutzer_innen sollen jeweils zwischen drei Personen wählen, welche den entsprechenden Satz gesagt hat. Insgesamt stehen also dreißig Menschen zur Wahl. Genau ein einziger ist weiblich: Angela Merkel. Aber von ihr ist natürlich nicht das Zitat. Die Zitate sind letzten Endes auch allesamt von weißen Männern, auch wenn die Nutzer_innen wenigstens kurz überlegen dürfen, ob es auch Nelson Mandela oder Barrack Obama gesagt haben könnten.

Was soll ich nun aus dieser Kampagne ziehen? Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten senden eh nicht für mich? Meinungen von mir und Menschen, die mir ähnlich sind, sind eher keine “starken Meinungen”? Weiße Männer, die die Welt erklären, sind doch nicht out?


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ZDF, ARD, Hallo, GEZ noch?

16. Oktober 2012 von Sabine

„Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt. Aktuell, relevant, bewegend“, so die Beschreibung zum Sonntagabendprogramm Günther Jauchs. Bei 45 Mal „Polittalk“ wurde sich in sechs Sendungen zu Wulff echauffiert. Zeitraum: Dezember bis März dieses Jahres. Lediglich zwei davon nehmen sich dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) an. Eine als es rauskommt, November und dann eine im Januar. Die Talkshow am vergangenen Sonntagabend wird zur Plattform für Verharmlosungen sexueller Gewalt. Den Gesprächsverlauf gibt Jauch schon bei der Anmoderation seines Studiogasts bekannt. Wer kennt ihn nicht, den „stets originellen Wetterfrosch“? Bühne frei für den einst Angeklagten, jetzt in dubio pro reo der Vergewaltigung freigesprochenen Jörg Kachelmann. Auf dem öffentlich-rechtlichen Sender wird über das vermeintliche „Opferabo von Frauen bei Vergewaltigungen“, das böse Mannheimer Gericht und die Lügen der Klägerin diskutiert. Angeführt von einem, dessen Leben sich als große Mär erwiesen hatte.

95 Prozent der Betroffenen sexueller Gewalt sind Frauen und Trans*Menschen. Viele zeigen nicht an (Dunkelziffer). Nur vier Prozent davon trauen sich ihre traumatische Geschichte in die Öffentlichkeit zu bringen und einen Prozess vor Gericht zu führen. Ein Kampf, der erniedrigend, qualvoll, zäh ist und dessen gerichtlicher Ausgang meist auch im Freispruch ihrer Vergewaltiger enden kann. Worte wie „Opferabo“ zu hören und dafür noch Gebühren zu bezahlen, von einem der sich als „Rehkitz auf dem Mittelstreifen“ bezeichnet und wohlgefällig auf Jauchs Sessel sitzt, ist Hohn.

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Übergriffigkeit als ‘boys fun’ beim ZDF

15. Oktober 2012 von Gastautor_in

Auf Grund eines sexualisierten Übergriffs bei der Sendung “neoParadise” vom 4. Oktober, nach dem sich die Moderatoren auch noch über die Betroffene lustig machten, hat der derspringendepunkt zu öffentlichen Beschwer­den auf­gerufen und kontinuierlich über den Vorfall berichtet. Wei­tere Beschwerden kamen bisher u.a. von Helga von drop the thought, von emminordwind, von klirrr, von Gedankensalat und Kathrin von iheartdigitallifeMit freundlicher Genehmigung dürfen wir den Beitrag von iheartdigitallife veröffentlichen.

Ich musste heute mal wieder meinen Unmut zum Aus­druck bringen und habe eine Mail ans ZDF ge­schrieben. In einer Sendung namens „neoparadis“ wurde einfach mal eine Frau von einem Moderator (andeutungsweise) begrabscht, als lustiger Spaß zwischen Kumpels. Worum es genau geht, könnt ihr bei derspringendepunkt.tumbler.com nachlesen. Dort findet ihr auch einen Link zum Youtube Video mit der Sendung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich wende mich an Sie, um meinen Protest gegen die Sendung “neoparadise” vom 4.10.2012 zum Ausdruck zu bringen. Ich muss an dieser Stelle nicht genauer auf den Inhalt eingehen, weil Sie mit Sicher­heit schon eine Reihe von Zu­schriften zu dieser Sendung be­kommen haben. Nur so viel: Ich finde es schreck­lich, wenn sexuelle Übergriffigkeit auf diese Weise ver­harmlost wird, wenn sich über die Gefühle von Opfern Lustig gemacht wird und so getan wird, als müssten Frauen das halt locker nehmen und weg­stecken können. Ist ja nur Spass, eine lustige Wette zwischen Kumpeln, die sich zwar irgendwie merken, dass das „eklig“ ist, aber dann doch rum­kumpeln und sich gegen­seitig für ihre witzige Aktion auf die Schulter klopfen. Nein, ist es nicht.

Im Übrigen tut es nichts zur Sache, ob die Frau tatsächlich berührt worden ist oder nicht. Für die Zuschauer_innen war das nicht erkennbar. Der Frau zu nahe gekommen ist der Moderator so oder so. Grenz­über­schreitendes Verhalten nennt man das.

Es schränkt die Frei­heit von Frauen ein, jederzeit damit rechnen zu müssen, dass ihre körperliche Integrität miss­achtet wird. Diesen Zustand, wie in der Sendung gesehen, unkritisch zu re­produzieren, halte ich für absolut fahr­lässig. Mich hat erschreckt, dass an­scheinend die gesamte Redaktion bei dieser Sache versagt hat.

Ich verbleibe mit der Empfehlung an die beteiligte Redaktion bzw. Produktions­firma, ein Antisexismus­training durch­zuführen und den verant­wortlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sender zum Thema zu machen. Es ist bitter notwendig.

Mit freundlichen Grüßen,

Kathrin Ganz

Update: Mir wurde heute Abend die Standardantwort zugeschickt, die auch der springende Punkt erhalten hat. Darauf habe ich noch mal geantwortet:

Vielen Dank für ihre Antwort. Das wäre doch nicht nötig gewesen! Schließlich handelt es sich darum um eine Standard­mail, die ich bereits aus dem Internet kenne. Das Argument, dass es in der Szene nicht zu einer tat­sächlichen Berührung gekommen ist, konnte ich in meiner ersten Email darum schon vorwegnehmen. Hätten Sie meine Email gelesen, wäre Ihnen das sicher auf­gefallen. Auch war mir bekannt, dass das Ein­verständnis der Messe­hostess eingeholt worden ist. Meine Kritik­punkte bleiben also bestehen.

Falls es beim ZDF noch eine ernst­hafte Auseinander­setzung mit dem kritisierten Inhalt geben sollte, bitte ich Sie, mich darüber zu informieren, ob der Sender etwas zu unter­nehmen gedenkt, dass der­gleichen zukünftig nicht wieder geschieht. Das ist mir wichtiger als schnell ein Feedback auf meine Email zu erhalten, die aus einer bereits bekannten Standard­antwort besteht.

Was tun? ZDF Neo, wo die Sendung “neoParadise” läuft, freut sich bestimmt über Feed­back via Twitter (@ZDFneo), facebook oder E-Mail (info@zdf.de, zuschauerredaktion@zdf.de, gleichstellung@zdf.de). 

Update: Es gibt nun eine erste “Entschuldigung” von Klaas Heufer-Umlauf. Ich hoffe, dass die kommende Äußerung, die darin versprochen wird, klar benennt, was das Problem war. Sexismus ist nämlich kein fehlendes “Taktgefühl”. Und “Schwachsinn” ist auch ein sehr problematisches Wort in diesem Kontext (Magda).


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