Einträge mit dem Tag ‘Obdachlose’


Ein Herz für Frauenhäuser

6. Dezember 2010 von Magda

In wenigen Wochen sitzen viele von uns mit ihrer Familie oder Freund_innen zusammen und genießen die Gänsekeule oder den veganen Hackbraten. Wir freuen uns über das – meist! – fröhliche Miteinander und obwohl wir ausgemacht haben, dass wir uns nichts schenken, sind wir insgeheim entzückt über die kleine Aufmerksamkeit der Lieblingstante.

Einige von euch kennen es bestimmt: Verschenken ist viel schöner als beschenkt zu werden, denn verschenkt wird nicht nur etwa ein gutes Buch, sondern auch ein Stückchen Aufmerksamkeit. Auch viele Mädchen und Frauen, die zurzeit in Frauenhäusern leben, würden sich über eine kleine Überraschung, Geld- oder Sachspenden freuen. So hat Sabine Hering die Aktion “Wunschzettel für Frauenhäuser” ins Leben gerufen:

Ziel der Aktion “Wunschzettel der Frauenhäuser” ist es, gerade in der Weihnachtszeit Wünsche von Kindern und Frauen zu veröffentlichen, die von physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind und in Frauenschutzeinrichtungen in Deutschland die Feiertage verbringen, um Ihnen mit einem Weihnachtspäckchen eine Freude zu bereiten. Auch dringend Benötigtes und Wünsche der einzelnen Frauenhäuser finden sich in der Auflistung.

Die Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen können Sie einzeln beschenken, Wünsche und Adressen finden Sie unter dem Punkt “Frauenhäuser in Ihrer Nähe” nach Postleitzahlen geordnet.

Frauenhäuser, die auch einen Wunschzettel veröffentlichen möchten, können Sabine Hering unter kieler_nordlicht[at]yahoo.de gerne eine E-Mail zusenden.

PS: Im Selbermachsonntag macht smilla auf Obdachlosenprojekte aufmerksam, die sich ebenfalls über Sach- und Geldspenden freuen.


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Belgien kürt “Miss Obdachlos”

20. Oktober 2009 von Magda

Eine belgische gemeinnützige Organisation namens Artefix hat eine Miss-Wahl der besonderen Art veranstaltet: Auf den Laufstegen liefen nicht die üblichen Verdächtigen sondern obdachlose Frauen. Mit der “Miss Obdachlos”-Wahl wolle man auf die schwierige Situation obdachloser Frauen aufmerksam machen – Glanz und Krönchen anstatt Hunger und Kälte also.

Gewinnerin der "Miss Obdachlos" Wahl ist Thérèse van Belle (Foto: AFP)

Gewinnerin der "Miss Obdachlos" Wahl ist Thérèse van Belle (Foto: AFP)

Zu Recht zweifelt Ulrike Bretz in ihrem Kommentar auf sueddeutsche.de an den Motiven der VeranstalterInnen:

Die Frage ist allerdings, wie gemeinnützig diese Aktion wirklich ist. Anstatt den Staat in die Pflicht zu nehmen, versucht man, das Problem mit einer Miss-Wahl zu lösen. Einer Wahl, in der es ausgerechnet um Schönheit geht – und die dürfte für die meisten der Obdachslosen nun wirklich nicht an erster Stelle ihrer Probleme stehen. Friseurbesuche, Faltenunterspritzung und Fitnesstraining gehören nicht unbedingt zum Alltag von Wohnungslosen.

Auch andere Hilfsorganisationen kritisieren die Hintergründe der Wahl, bei der die neun Teilnehmerinnen im Finale in Brüssel fünf Modenschauen mit unterschiedlichen Outfits liefen.

In der Tat liegt zwischen der nötigen Aufmerksamkeit für die Not der Frauen und deren Bloßstellung ein schmaler Grad und es stellt sich die Frage, ob die ZuschauerInnen bei allem Glanz und Trubel der Modewelt die Schwere der Situationen der obdachlosen Frauen wahrnahmen. Auf der anderen Seite ist solch ein Modewettberwerb vielleicht auch eine kurzweilige Abwechslung von der eigenen Notlage. Ein schwacher Trost dennoch, denn nur der Gewinnerin winkte neben der medialen Aufmerksamkeit ein wirklich nützlicher Preis: Ein Jahr mietfrei wohnen.


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