Einträge mit dem Tag ‘Noah Sow’


Ein Buch nach dem anderen: Interventionen in Gewaltsituationen und der Women’s Prize for Fiction

7. April 2017 von Charlott
Dieser Text ist Teil 127 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek

Kurzrezensionen

In Experiences of Intervention Against Violence. An Anthology of Stories (2017), herausgegeben von Carol Hagemann-White und Bianca Grafe, sind Erfahrungberichte von 78 Frauen und Kindern/Jugendliche vereint. Sie alle erzählen von erfahrener Gewalt und wie sie Interventionen zu dieser erlebt haben: Welche Unterstützungsangebote waren zugänglich? Wie haben unterschiedliche Institutionen (nicht) zusammengearbeitet? Was hätten sie sich gewünscht/ bzw. was wünschen sie sich? Die Anthologie ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Cultural Encounters in Intervention Against Violence“ und bringt zum einen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und damit Unterstützungssystemen (Deutschland, England, Slovenien, Portugal, Wales) zusammen und fokussiert zum anderen insbesondere auf migrierte Frauen oder/ und Frauen, die ethnischen oder kulturellen Minderheiten angehören. Die erlebten Barrieren umfassen damit auch gerade unzureichende Übersetzungen, wenig Verständnis für Rassismus bei Betreuenden etc. Das Buch hat keinen Anspruch darauf eine einzige Lösung für gute Interventionen zu präsentieren oder gar repräsentativ aufzuzeigen, wie Interventionsstrukturen funktionieren. Ziel ist es stattdessen denjenigen, für die eigentlich Interventionen durchgeführt werden, die Möglichkeit zu geben für ihren spezifischen Fall zu erzählen, was ihnen geholfen hat und was nicht. Das Buch selbst bietet keine Analyse der vorliegenden Quellen. Für Menschen aber, die sich dafür interessieren, wie Personen in Gewaltsituationen sinnvoll geholfen werden kann, bietet die Anthologie wichtige Einblicke und Ansatzpunkte. Dabei sollte nur nicht vergessen werden, dass natürlich auch nur bestimmte Personen hier ihre Geschichten erzählen konnten, nämliche solche, die noch Kontakt zu Beratungsstellen hatten. Menschen, die aus dem System „gefallen“ sind, sind somit nicht repräsentiert.
Die Texte sind alle ins Englische übersetzt. Wenn sie nicht auf Englisch im Orginal vorlagen, sind sie auch noch (min) in einer anderen Sprache (Deutsch, Portugiesisch oder Slovenisch) enthalten.

Seit 1996 wird in Großbritannien jährlich der Women’s Prize for Fiction (derzeitig als Baileys‘ Prize) verliehen. Die Auszeichnung geht an englischsprachige Romane von Autorinnen, die jeweils innerhalb der 12 Monate vor der Bekanntgabe der Longlist erschienen sind. Passenderweise wurde die diesjährige Longlist mit 16 Romanen am 8. März vorgestellt. Anfang dieser Woche nun wurde die Shortlist bekanntgegeben. Bis zur Bekanntgabe ist nun noch etwas Zeit (7. Juni), aber ich möchte euch schon einmal ganz kurz meine drei Favouriten von den nun noch sechs im Rennen seienden Bücher vorstellen: Ayọ̀bámi Adébáyọ̀̀s Stay With Me erzählt die Geschichte eines Paares in den 1980er Jahren in Nigeria und ihre verzweifelten Versuche Kinder zu bekommen. Vor dem Hintergrund von Militärputschs und einer insgesamt unsicheren politischen Lage fragt Adébáyọ̀̀, was eigentlich Familie bedeutet, was Elternschaft und wie eine Verhandlung von eigenen Wünschen und sozialen Vorstellungen aussehen kann oder wie sie auch scheitert. In The Dark Circle von Linda Grant erkranken die jüdischen Zwillinge Lenny und Miriam Lynskey Ende der 1940er Jahre an Tuberkulose und werden in ein Sanatorium nach Kent geschickt, welches erst seit kurzem nicht-private Patient_innen aufnimmt. Der Roman ist nicht nur ein Blick auf ein sich wandelndes Gesundheitssystem, sondern fragt auch, was es bedeutet Patient_in zu sein bzw. dazu gemacht zu werden. Madeleine Thiens Do Not Say We Have Nothing verbindete tragische, über mehrere Generationen erzählte Familiengeschichten in China und Nordamerika mit einer narrativen Struktur, die an Musik erinnert – und das nicht von ungefähr, denn die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, haben alle eine ganz besondere Beziehung zum Komponieren und Musikmachen.

Buchnews und -debatten

Erst einmal gute Nachrichten aus dem Mädchenmannschafts-Haus: Sharon Dodua Otoos beide Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle … und Synchronicity sind jetzt in einem sehr schönen gemeinsamen Band beim Fischer Verlag neu aufgelegt. Und im nächsten Jahr wird im Ullstein-Verlag das erste Buch von Magda Albrecht erscheinen: Es geht um Dicksein und Empowerment.

Auch neu erschienen ist FaulenzAs Buch „Support your sisters not your cisters. Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten„! Illustriert wurde das Buch von Yori Gagarim.

Für das Buchprojekt beHindert und verRückt werden noch Beiträge gesucht. Vorschläge und Beiträge können bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Fatma Aydemirs Debüt-Roman Ellbogen ist vor kurzem erschienen. Im Interview mit derStandard spricht sie über männlich konnotierte Macht und weibliche Identitätssuche.

Huntress of Diverse Books hat ein neues Projekt begonnen. Sie bespricht (auf Englisch) deutschsprachige Bücher/ Bücher aus Deutschland von und über marginalisierte Menschen. Die ersten Besprechungen sind auch schon da: Deutschland Schwarz Weiss – Noah Sow, Ellbogen – Fatma Aydemir und eingeschrieben – Emily Ngubia Kuria.

Lara bespricht bei den Femgeeks drei Comics: Goldie Vance, i love this part und Auf die Barrikaden!

Teile des Ganzen schreibt über „Femme representation (pet peeves & recommendations)“ (inklusive Buch-Tipps).

Bonnie Nadzam schreibt in ihrem Essay „Experts in the Field“ über Sexismus und sexualisierte Übergriffe im literarischen Feld (also durch Autoren, Verleger, Literatur-Professoren). Bei LitHub antworten elf Autorinnen – von Roxane Gay zu Aimee Bender – auf den Text mit ihren eigenen Einschätzungen und Erfahrungen.

Nüshu war ein Schriftsystem in der Jiangyong Region in China, welches nur von Frauen eingesetzt wurde. Lauren Young schreibt bei Atlas Obscura über die Geschichte und den Kontext des Systems, sowie die Art der Texte, die damit verfasst wurden.

Casey Stepaniuk empfiehlt bei Autostraddle acht queere Sci-Fi-Romane.

In Young Adult Romanen wird häufig die Protagonistin dadurch charakterisiert, dass sie anders als die anderen Mädchen ™ sei. Sharanya Sharma schreibt bei Bookriot „In Defense of „Other Girls“ in YA„.

Auf Natives in America gibt es ein neues Gedicht von Abaki Beck: „Our Blood Pulses Resistance„. Und Early Bird Books veröffentlicht ein neues Gedicht von Sherman Alexie mit dem Titel „Autopsy„: Last night, I dreamed that my passport bled.

Wenn 2017 ein Gedicht wäre, wie würdest du es nennen: 34 Poets Of Color Summarize 2017 In Verse.

Valeria Vitale, Dolly Garland, Jo Thomas, Pear Nuallak und Chinelo Onwualu unterhalten sich bei News & Press from The Future Fire über Protagonistinnen, insbesondere auch WoC, queere, behinderte, andersweitig marginalisierte Frauen und Non-Binary Protagonist_innen.

Decolonizing the future: Kate Heartfield schreibt beim Article Mag über Native American Autor_innen, die SCiFi schreiben.


Facebook | |


Haben Wollen: Feminist Killjoy-Geschenke

16. Dezember 2016 von Nadia

Feminist Killjoy-Geschenke die man jetzt und nächste Woche und nächstes Jahr noch verschenken kann! Ein paar habe ich schon mit Erfolg weiter verschenkt. Viel Spaß mit Wunsch- und/oder Einkaufsliste meines Vertrauens!

KILL YOUR LOCAL ALPHA MALE

Ein Patch dass nicht nur schön aussieht, sondern auch noch schön erschwinglich ist: Für 3,-€ pro Teil könnt Ihr Euren ganzen Squad ausstatten!

GHOSTBUSTERS-MERCH

Nicht nur ein tolles Geschenk, anscheinend auch eine gute Wertanlage: Die Preise der Mattel-Figuren steigen zum Beispiel rasant. (Ich habe mir Holtzmann als Altersvorsorge zugelegt.)

SCHMUCK VON ELSA P. UNDERWOOD

Elsa macht zwar grad Weihnachtspause, aber man kann ja durchaus auch Gutscheine für ihren tollen Schmuck verschenken! (mehr …)


Facebook | |


Antifeminismus, Abwesenheit von Vätern und Ausübung von Kritik (nur wie?) – die Blogschau

30. Januar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 292 von 295 der Serie Die Blogschau

„»Deutschland Schwarz Weiß« zu schreiben, war mein Trick.“ Noah Sow gibt einen Einblick in ihre persönlichen Motive, acht Jahre nach Veröffentlichung des Buchs (…übrigens immer noch ein dringender Lektüretipp!).

Über die Nähe des zeitgenössischen Antifeminismus zu Antisemitismus schreibt החול והים (Sand und Meer).

Bei Ringelmiez berichtet Ella von ihren Erfahrungen, für ihr Kind ein Kleid zu nähen, und gibt in einem FAQ Antwort auf (potenzielle) geschlechteressentialistische, cissexistische und heterosexistische Einsprüche.

JJ bei den Leckmuscheln kritisiert den „Riots Not Diets“-Pullover von „Monki“: „Den Pullover gibt es in den Größen S-L. Nice try Monki, aber welcher Sinn steckt dahinter einen Fett-Positiven Pullover herzustellen, welchen dann nur schlanke Menschen tragen können, die sowieso ständig von Thin Privilige profitieren, gerade wenn es um Mode geht.“

„30. Januar in Büdingen: Naziaufmarsch verhindern! Rechten Kommunalwahlkampf stören!“: Antifa Kritik und Klassenkampf ruft zum antifaschistischen und antisexistischen Protest auf. Treffpunkt: Heute, 13:40 Uhr, Hauptbahnhof Frankfurt am Main, Gleis 13.

„Aber brauchen Kinder wirklich ihren Vater/ eine männliche Bezugsperson? Zu welchem Preis? Brauchen Kinder nicht viel eher eine Möglichkeit zu lernen mit der Situation und dem Menschen, der sie mitgezeugt hat, umzugehen; ob dieser nun real präsent ist oder nur in Erzählungen?“ Me, Myself and Child startet mit „Ohne Väter: Prolog“ die Artikel-Reihe „Ohne Väter,“ zu der Beiträge „alle Elter_Mütter*, die ihre Kinder (zum größten Teil) ohne Cis-Väter betreuen“, eingeladen sind.

In Anna Hegers Mini-Comic, „Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen“, geht es um Kritikausübung innerhalb einer Gruppe ähnlich privilegierter Menschen.

„Nimm deine Kippa ab, Junge!“ – Was das mediale Interesse an Antisemitismus mit den Geflüchteten zu tun hat“, analysiert Levi bei kleinerdrei.

Die Femgeeks stellen das Hacker*innenmagazin The Recompiler vor, das im letzten Jahr durch eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen wurde.

Die 71-jährige „Schluss-Strich-Debatte“ um (die Erinnerung an) den Holocaust kommentiert Anja Reschke:

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Suruç, heteronormative Asylpolitk und Zwangsregistrierung für Sexarbeit_innen – kurz verlinkt

22. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 289 von 349 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die ZEIT veröffentlichte den Schlussvortrag der Rechtsanwälte Ernst Freiherr von Münchhausen, Onur Özata und Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler im Strafverfahren gegen Oskar Groening am 14. Juli 2015.

„Auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft kann wohl kaum mehr falsch gemacht werden als damit, Väter in ihrer bisherigen Interpretation ihrer Vaterrolle zu bestärken.“ – Jochen König kritisiert den Familienbericht 2015 für den Berliner Senat.

Im August findet in Helmarshausen das Bundestreffen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland statt. Dafür kann auch noch gespendet werden, um Menschen, die wenig Geld haben, die Teilnahme zu ermöglichen.

Seit Montag gibt es eine Online-Meldestelle (deutsch- und englischsprachig) für antisemitische Äußerungen_Angriffe in Berlin. Das Projekt, das unter anderem von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert wird, hat auch zum Ziel, auf Antisemitismus im Alltag aufmerksam zu machen.

„Aggressive für Deutschland“ – das LOTTA-Magazin analysiert den Machtwechsel innerhalb der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

„Frauen, die lange Haare haben und „weiblich“ wirken, wird ihr Lesbischsein häufig nicht geglaubt; genausowenig Frauen, die Kinder haben.“  – in einem Interview mit dem Tagesspiegel berichtet LesMigras-Mitarbeiterin Saideh Saadat-Lendle über die Situation lesbischer und schwuler Geflüchteter in Deutschland.

„Die Zwangsregistrierung für Prostituierte gab es zuletzt 1939.“: Bereits im Juni hat die Jungle World ein Interview mit Juanita Henning, Vorsitzende der Organisation Doña Carmen, zum geplanten und perfide betitelten Prostitutiertenschutzgesetz geführt.

Dr. Jamie Pax Abad hat einen Erfahrungsbericht und weitere Informationen zur Vornamensänderung in ausschließlich geschlechtsneutrale Vornamen nach dem Namensänderungsgesetz für Personen, die sich ausserhalb der binären Geschlechterkategorien identifizieren, zusammengestellt (PDF).

Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiss“ ist seit gestern auch in neuester, überarbeiteter Version als E-Book erhältlich.

Englischsprachige Beiträge

Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Grenzstadt Suruç wurden am Montag mindestens 32 Aktivist_innen, die einen Hilfseinsatz in Kobane (Syrien) geplant hatten, getötet und über 100 Menschen verletzt. Die New York Times, Neues Deutschland und Publikative.Org berichten über die Geschehnisse und Hintergründe. Trauer- und Protestdemonstrationen wurden derweil in der Türkei massiv von der Polizei angegriffen.

Über die spezifische Rolle weißer Frauen bei der Aufrechterhaltung von Rassismus schreibt der Atlanta Black Star.

„Vier Dinge, die du deinen Kindern genau jetzt zu Rassismus beibringen solltest“: Black Girl Dangerous listet sie auf.

BBC News berichtet über die britische Politikerin Liz Kendall, die sich gegen das Boulevard-Blatt Mail on Sunday wehrt, das sie nach ihrem Gewicht fragte: „Can you imagine the Mail on Sunday asking the weight of the prime minister, George Osborne or any other leading politician?“

Termin in Göttingen

31.07. in Göttingen: SchwarzRund liest im Kabale: Quasi, Schwarzer Frost und Poesie (Facebook-Link).


Facebook | |


Black History Month: Samstagabendbeat mit Joy Denalane, Noiseaux und Y’akoto

21. Februar 2015 von accalmie

Den Samstagabendbeat widmen wir im Februar dem Black History Month/Black Future Month: Jede Woche stellen wir Schwarze Künstler_innen und ihren Aktivismus vor. Den Anfang machten die US-amerikanischen Rapperinnen Rapsody, stahhr und Sa-Roc; letzte Woche konntet ihr mehr zur großartigen Miriam Makeba lesen und hören. Heute machen wir Platz für drei tolle, Schwarze Künstlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Berlinerin Joy Denalane wurde den meisten durch ihre Zusammenarbeit mit Freundeskreis bekannt: 1999 sang sie mit Max Herre das Duett „Mit Dir.“ Von 2002 bis 2011 hat Denalane vier Studioalben und ein Live-Album veröffentlicht, auf denen sie in deutsch und englisch singt. Sie hat bereits mit Künstler_innen wie Hugh Masekela, Youssou N’Dour, Common, Bilal und dem Dresdner Symphonieorchester kollaboriert, und Joy Denalane thematisiert immer wieder (die Intersektionen von) Rassismus und Sexismus. „Soweto“ findet sich auf ihrem Debütalbum „Mamani“ (2002) wieder.

Noah Sow ist Aktivistin, Autorin (u.a. „Deutschland Schwarz weiss: Der alltägliche Rassismus“, 2008), Künstlerin, Musikerin („Noiseaux“) und Produzentin aus Hamburg, die viele zunächst durch ihre Arbeit als Moderatorin und Redakteurin bei diversen Radio- und Fernsehsendern kennenlernten. Im Jahr 2001 gründete Noah Sow den Braunen Mob, eine Gruppe Schwarzer Aktivist_innen, die sich kritisch mit Rassismus in der deutschen Medienlandschaft auseinandersetzt und interveniert. Auch „No Democracy“ von Noiseauxs letztem Album, „Spectrum“ (2012), ist musikalische Gesellschaftskritik – in das ganze Album (beschrieben als „Elektro Loop Afro Chanson“) und weitere Lieder reinhören könnt ihr hier. Es lohnt sich auch immer, Noahs Blog zu besuchen und einen Blick ins Noiseauxs Interview mit Magda aus dem Jahr 2012 zu werfen.

Y’akoto ist eine deutsch-ghanaische Sängerin und Tanzpädagogin, die in Hamburg, Lomé und Paris lebt. Sie sang bereits mit Joy Denalane, Erykah Badu und Nneka, und ihr Debütalbum („Babyblues“, 2012) wurde sowohl in Europa als auch in den USA gefeiert. Im letzten Jahr hat Y’akoto ihr zweites Album, „Moody Blues“, veröffentlicht, von dem der Song „Perfect Timing“ kommt. Mehr zu Y’akoto, ihrer Musik und anstehenden Konzerten (wieder ab Mai diesen Jahres) könnt ihr auf ihrer Homepage entdecken.

Und zum Schluss zurück vom Black Future zum Black History Month: Heute vor fünfzig Jahren wurde der Schwarze Menschenrechtsaktivist Malcolm X (El-Hajj Malik El-Shabazz) ermordet. Mehr zu seinem Wirken, inklusive Videos verschiedener Interviews, findet ihr in dieser Zusammenstellung bei The Root.


Facebook | |


Dicke Bäuche, weiße Profilierungen, Gegen-Perspektiven auf Flucht & Migration – die Blogschau

13. Dezember 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 268 von 295 der Serie Die Blogschau

Metal Musik zeichnet sich oft durch weißes hetero Mackerverhalten aus. In der neuen Reihe „Metalheads“ auf „Der k_eine Unterschied“ wird nach Brüchen und Subversivem im Metal gesucht. Der erste Teil behandelt Judas Priest und schwules Begehren.

Auf dem „Heimatkunde“-Portal der Heinrich Böll Stiftung sind mehrere Beiträge von und mit der Aktivistin und Künstlerin Noah Sow erschienen, u.a. ihr Vortrag zu weißen Aneignungen Schwarzer Wissensproduktionen.

Auf queer sehen gibt es ein kritisches Review zur Serie „The Fosters“, die zwei lesbische Mütter in den Mittelpunkt rückt.

Das autonome FrauenLesbenReferat Marburg hat die Identität eines gewalttätigen Typen, der in der Wissenschaft und darüber hinaus Anerkennung genießt, auf Wunsch der Betroffenen veröffentlicht.

Eine klassismus- und rassismuskritische Analyse zum Tod von Tuğçe Albayrak ist auf cosas que no se rompen veröffentlicht.

Koloniale Kontinuitäten, kulturelle Aneignung und Muslim-Sein in der Diaspora ist Thema auf Diaspora Reflektionen.

Über die Verantwortung der Medienlandschaft, wenn es um Diskriminierung und Gewaltandrohungen geht, schreibt Karnele.

Die Denkwerkstatt zitiert aus Anja Meulenbelts Klassiker „Scheidelinien. Über Sexismus, Rassismus und Klassismus

Don’t degrade Debs Darling kritisiert unhinterfragte Perspektiven im Kontext Selbstfürsorge und Körperpolitiken.

Women in Exile: Wie das deutsche Asylsystem Flüchtlinge und MigrantInnen spaltet

Bei der ARGE Dicke Weiber gibt es ein Gedicht: Mein dicker Bauch.

Nadia war bei der Zukunftsakademie NRW zu Gast und hat einige ihrer Eindrücke verbloggt, u.a. zum Kollektiv Askavusa, das Objekte von Menschen sammelt, die flüchteten und in Lampedusa angekommen sind.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Samstagabendbeat mit NOISEAUX

17. August 2013 von Charlott

Das Video zur dritten Single-Auskopplung aus dem NOISEAUX-Album „Spectrum“ ist da: Nodemocracy. Single und Remix EP erscheinen in einigen Tagen, am 23. August, sehr passend einen Monat vor den Bundestagswahlen… Im Video springen und laufen alte, weiße Männer ™ durch eine bunte Hüpfeburg und Noah Sow hält Reden im Bundestagssetting. Dazu heißt es bei der Videobeschreibung:

In the video, directed by Noah Sow, societal roles and functions are interchanged. Those usually in command remain silent, reduced to their body and to providing a cheerful atmosphere, jumping upon request. NOISEAUX, meanwhile, talks about autonomy while-not-smiling™.

Übersetzung: In dem Video, bei welchem Noah Sow Regie führte, sind soziale Rollen und Funktionen vertauscht. Jene, die gewöhnlich das Sagen haben, bleiben ruhig, auf ihre Körper reduziert und sie schaffen eine fröhliche Atmosphäre, hüpfen auf Anforderung. Währenddessen spricht NOISEAUX über Autonomie ohne zu Lächeln.

Zum Samstagabend also nun das tolle Video und dazu auch noch ein Making-Of:


Facebook | |


Grand Prix und Gegenwehr – die Blogschau

13. April 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 200 von 295 der Serie Die Blogschau

Dominante Positionen lassen sich nicht durch Wissensvermittlung ins Wanken bringen, wenn die entsprechenden Personen das entsprechende Wissen konsequent und systematisch ignorieren. So schreibt Noah Sow: „Es ist ein politischer Akt, sich nicht jede Scheiße zu Ende anzuhören. Es ist ein politischer Akt, für eigene Interessen einzustehen.“

Wie Heteronormativität re_produziert wird, wie allgegenwärtig sie ist und was das mit Menschen macht, deren Normalität anders aussieht, ist zu lesen bei Don’t degrate Debs, Darling! Un-be-dingt auch die Fußnoten beachten! Zum gleichen Thema schreibt Nadine auf Medienelite und muss wieder einmal feststellen: „wenn mensch das normale sichtbar macht, benennt, das sich häufig unter einem deckmantel von selbstverständlichkeiten verbirgt, also unsichtbar ist, weil es unbenannt bleibt, ständig weg_genannt wird, folgt großes getöse.“

Über den Begriff Monosexismus und seine Tauglichkeit als Analysekategorie für Diskminierung hat sich das IfSA Gedanken gemacht.

Diskriminierende Werbung, objektifizierende Darstellungen in den Medien sind Alltag.  Auch die Mädchenmannschaft wird immer wieder auf besonders eklige Funde hingewiesen, mit deren Anprangerung man ganze Blogs füllen  könnte. Interventionen des Werberats? Fehlanzeige. Die Femgeeks gehen mit ihrer Watchgroup-Initiative nun in die zweite Runde. Wollt ihr mitmachen beim Kampf gegen *istische Werbung? Meldet euch!

Milenskaya ist genervt von dem in ihrem Umfeld weit verbreiteten Impuls , sich trotz feministischer Überzeugungen von Feminismus abgrenzen zu wollen und stellt Überlegungen an, wie dem entgegen gewirkt werden könnte.

Neu in Berlin: das queerfeministische fat_positives_krawall Kollektiv FAT UP startet durch und möchte mit euch die Gründung und erste öffentliche Veranstaltung feiern: Am 15. April 2013 ab 20 Uhr in der Druzbar (New York 59, Mariannenplatz 2, 10999 Berlin).

Warum viele von uns am 18. Mai dann doch vor dem Fernseher sitzen und sich den Eurovision Song Contest reinziehen werden, hat so ungefähr den besten – für viele vielleicht auch einzig – vorstellbaren Grund: Noah Sow und Nadia Shehadeh werden die Veranstaltung  live kommentieren, und zwar im Radio bzw. Online-Livestream.  Konfetti!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Veranstaltungshinweise: Schwarze deutsche Geschichte in Berlin

14. November 2012 von Gastautor_in

Unsere Leserin Kristin hat ein paar spannende Veranstaltungshinweise für die nächsten Wochen in Berlin zusammen getragen. Vielen Dank dafür!

In den nächsten Wochen gibt es in Berlin eine ganze Reihe an interessanten (empowernden) Veranstaltungen für/von/mit/über Schwarze Menschen in Deutschland. Sie finden zum Teil unabhängig voneinander statt, obwohl sie vieles verbindet, weshalb sie imho zumindest einen gemeinsamen Blogpost verdienen. Besonders die Geschichte(n) Schwarzer Frauen bekommen durch diese Veranstaltungen wunderbar viel Raum und sie bieten die Möglichkeit sich (noch) einmal mit nicht-weißen Perspektiven auf deutsche Geschichte und Feminismus auseinander zu setzen. Außerdem geben sie Gelegenheit für Eltern und/oder Bezugspersonen etc. sich auszutauschen und sich selbst und die nächste Generation zu stärken.

Termin eins ist am Donnerstag, 15.11.: Die Frauenkreise Berlin zeigen um 19 Uhr den Film „Hoffnung im Herzen. Mündliche Poesie – May Ayim“ mit anschließender Lesung von Ika Hügel-Marschall – hier der Link zum Facebook-Event.

Samstag darauf (17.11.) gibt es an selber Stelle von 11-15 Uhr einen Empowerment Workshop für Schwarz – Weiße Familien mit Jamie da Silva (bitte anmelden)

Praktisch im Anschluss daran (aber mit genug Zeit dazwischen um von einem Ort zum anderen zu kommen und noch was zu essen o. ä.) zeigt das Frauenzentrum Schokofabrik um 17 Uhr, in der Alten Feuerwache Kreuzberg, den Dokumentarfilm „Audre Lorde – The Berlin Years 1984 – 1992“ von Dagmar Schultz, die ebenfalls anwesend sein wird.

Nächste Woche Mittwoch, den 21.11. stellen ADEFRA e.V. und der Orlanda Verlag das neue Buch „‚Euer Schweigen schützt Euch nicht‘ – Audre Lorde und die Schwarze Frauenbewegung in Deutschland“ vor. Es lesen und diskutieren mit der Herausgeberin Peggy Piesche: Katharina Oguntoye, Prof. Dr. Maisha Eggers sowie Raja Lubinetzki, Dr. Marion Kraft und Noah Sow. Beginn 20 Uhr im Grünen Salon.

Zum brasilianischen „Tag des Schwarzen Bewusstseins“ am 24.11. feiern die Frauenkreise Berlin in Kooperation mit der Academia Jangada von 14.30 – 16 Uhr ein Kinderfest mit Mini-Workshops zu afrobrasilianischer Kultur & Geschichte, zum Zuschauen und Mitmachen.

Und am ersten Dezemberwochenende dann bietet ManuEla Ritz ein zwei-tägiges Empowerment Training für Eltern nicht-weißer Kinder an – Anmeldung hier.

(Leider) nicht in Berlin aber bis März 2013 in verschiedenen Deutschen Städten zu sehen, ist die Ausstellung Homestory Deutschland – Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart.

Mehr Info zu den jeweiligen Veranstaltungen findet ihr unter den Links. Über Ergänzungen etc. in den Kommentaren freue ich mich natürlich auch sehr.


Facebook | |


Leben auf Diät, Hunger nach Wörtern – die Blogschau

10. November 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 183 von 295 der Serie Die Blogschau

Ist es eine Kunst, eine feministische, gleichberechtigte Beziehung/Partner*innenschaft zu führen? Ist es schwer? Ist es möglich? Khaos.kind teilt Erfahrungen aus dem eigenen Beziehungsalltag.

Am 19. Oktober 2012 lud die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „10 Jahre Prostitutionsgesetz“ ins Jakob-Kaiser-Haus ein. Menschenhandel heute berichtet über die Veranstaltung.

Einen weiteren Veranstaltungsbericht gibt es bei der Denkwerkstatt: Brigitte war bei der zweiten Enquete der 20000frauen. Frauen.Körper.Politik lautete diesmal der Titel.

Wie es so sein kann, wenn frau relativ klein ist, berichtet Ryuu.

Yay: ein sexpositives Zine über A_sexualität! Ja, sowas gibt’s. Denn wer A sagt, muss noch lange nicht B sagen.

Heute und hier gleich zweimal Karnele: Fassungslos über die Unsichtbarkeit der Millionen von Geschichten sexualisierter Gewalt an Frauen aus der Generation „unserer“ Großmütter, nicht minder wütend über den Umgang der ARD mit Kritik an homophoben, heterosexistischen TV-Darstellungen.

Über sprachliche Sichtbarkeit durch begriffliche Vielfalt schreibt Somlu und findet: „Allein die Existenz dieser Begriffe erzeugt ein Klima des Infrage stellens. Und das ist richtig klasse. Diese Begriffe brechen althergebrachte Selbstverständlichkeiten auf.

Noah Sow benennt die alltäglichen Erfahrungen, die sie als Musikerin macht – „als Künstlerin in Deutschland durchweg rassifiziert, nicht als Person gesehen zu werden, sondern als Körper, an dem sich die weißdeutsche Fantasie abspulen dürfen soll“. Hoffnung, dass es jemals anders werden könnte? Eher nicht.

Call for Papers: Die HerausgeberInnenschaft der Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien ruft zur Einreichung von Beiträgen auf, die Körper, Körpersprache, Macht und Geschlecht aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln.

Irgendwie sind immer alle auf Diät. Merle Stöver nicht. Doch auch sie weiß bereits: „Frau sein [heißt] auch immer ein Stück weit, sich scheiße zu finden.“

Viruletta macht sich Gedanken über die Funktion(en) ihres Studiums: „Ich will mir keinen Platz in einem System erkämpfen, das auf Ungerechtigkeiten aufgebaut ist und in dem Ausschlüsse von vornherein vorgesehen sind. Aber die Werkzeuge, die will ich sammeln und behalten. Ich will sie teilen und zweckentfremden.“

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |



Anzeige