Einträge mit dem Tag ‘Nationalsozialismus’


Suruç, heteronormative Asylpolitk und Zwangsregistrierung für Sexarbeit_innen – kurz verlinkt

22. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 287 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die ZEIT veröffentlichte den Schlussvortrag der Rechtsanwälte Ernst Freiherr von Münchhausen, Onur Özata und Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler im Strafverfahren gegen Oskar Groening am 14. Juli 2015.

„Auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft kann wohl kaum mehr falsch gemacht werden als damit, Väter in ihrer bisherigen Interpretation ihrer Vaterrolle zu bestärken.“ – Jochen König kritisiert den Familienbericht 2015 für den Berliner Senat.

Im August findet in Helmarshausen das Bundestreffen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland statt. Dafür kann auch noch gespendet werden, um Menschen, die wenig Geld haben, die Teilnahme zu ermöglichen.

Seit Montag gibt es eine Online-Meldestelle (deutsch- und englischsprachig) für antisemitische Äußerungen_Angriffe in Berlin. Das Projekt, das unter anderem von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert wird, hat auch zum Ziel, auf Antisemitismus im Alltag aufmerksam zu machen.

„Aggressive für Deutschland“ – das LOTTA-Magazin analysiert den Machtwechsel innerhalb der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

„Frauen, die lange Haare haben und „weiblich“ wirken, wird ihr Lesbischsein häufig nicht geglaubt; genausowenig Frauen, die Kinder haben.“  – in einem Interview mit dem Tagesspiegel berichtet LesMigras-Mitarbeiterin Saideh Saadat-Lendle über die Situation lesbischer und schwuler Geflüchteter in Deutschland.

„Die Zwangsregistrierung für Prostituierte gab es zuletzt 1939.“: Bereits im Juni hat die Jungle World ein Interview mit Juanita Henning, Vorsitzende der Organisation Doña Carmen, zum geplanten und perfide betitelten Prostitutiertenschutzgesetz geführt.

Dr. Jamie Pax Abad hat einen Erfahrungsbericht und weitere Informationen zur Vornamensänderung in ausschließlich geschlechtsneutrale Vornamen nach dem Namensänderungsgesetz für Personen, die sich ausserhalb der binären Geschlechterkategorien identifizieren, zusammengestellt (PDF).

Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiss“ ist seit gestern auch in neuester, überarbeiteter Version als E-Book erhältlich.

Englischsprachige Beiträge

Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Grenzstadt Suruç wurden am Montag mindestens 32 Aktivist_innen, die einen Hilfseinsatz in Kobane (Syrien) geplant hatten, getötet und über 100 Menschen verletzt. Die New York Times, Neues Deutschland und Publikative.Org berichten über die Geschehnisse und Hintergründe. Trauer- und Protestdemonstrationen wurden derweil in der Türkei massiv von der Polizei angegriffen.

Über die spezifische Rolle weißer Frauen bei der Aufrechterhaltung von Rassismus schreibt der Atlanta Black Star.

„Vier Dinge, die du deinen Kindern genau jetzt zu Rassismus beibringen solltest“: Black Girl Dangerous listet sie auf.

BBC News berichtet über die britische Politikerin Liz Kendall, die sich gegen das Boulevard-Blatt Mail on Sunday wehrt, das sie nach ihrem Gewicht fragte: „Can you imagine the Mail on Sunday asking the weight of the prime minister, George Osborne or any other leading politician?“

Termin in Göttingen

31.07. in Göttingen: SchwarzRund liest im Kabale: Quasi, Schwarzer Frost und Poesie (Facebook-Link).


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Männerfußball, Welfare Queens und Islamfeindlichkeit – kurz verlinkt

4. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 1 von 288 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

In Dresden soll eine Installation der Künstlerin Nezaket Ekici an die Ermordung von Marwa El-Sherbini erinnern. Nachdem sie mit islamfeindlichen Sprüchen beschmiert wurde, baute die Feuerwehr sie erstmal ganz schnell ab: „Nun löscht die Feuerwehr für gewöhnlich Brände. Hier wohl sollte sie ein schlechtes Gewissen auslöschen. Oder Scham.“ Der Freitag berichtet über den Fall und ordnet ihn ein.

„Worauf beruht die Assoziation von Fußball und Männlichkeit?“ Bei Spunk untersucht Jamila Schaefer „die Zusammenhänge zwischen den Werten der Fankultur und Männlichkeitsidealen und Möglichkeiten, diese zu dekonstruieren“.

Das Onlinemagazin Lizzynet veranstaltet gemeinsam mit dem Wissenschaftsjahr 2015 –  Zukunftsstadt  einen Schreib- und Kreativwettbewerb für Mädchen und Frauen zum Thema „2050 – Stadt meiner Träume“. Der Wettbewerb will die Perspektive von Mädchen und Frauen auf lebenswerte Städte der Zukunft sichtbar machen. Einsendeschluss ist der 5. Oktober.

Nadia hat Magda zu ihrer „(Mein) Fett ist politisch“-Tour für das weird Magazin interviewt.

Mindestens 277 Frauen wurden im vergangenen Jahr in Argentinien ermordet. Zur Protestbewegung gegen Gewalt gegen Frauen berichtet die Tagesschau.

Die Journalistin Ok-Hee Jeong schrieb, dass sie vor ihrer journalistischen Tätigkeit „lange Jahre Präventionstheaterstück gegen sexuellen Missbrauch an Kindern gespielt und auch ein eigenes Theaterstück dazu geschrieben“ hat, das bundesweit aufgeführt wurde. Das Theaterstück „What’s the price of the star filled sky?“ (deutsch, englische Untertitel) ist nun auf youtube verfügbar [Inhaltshinweis: Graphische Beschreibung sexualisierter Gewalt].

englischsprachige Links

„In the 19th century, the Canadian government developed a policy of „aggressive assimilation“ calling for aboriginal children to be taught at church-run, government-funded residential schools.“ Eine Komission arbeitet nun die Geschichte dieser Schulen, von denen die letzten erst im Jahr 1996 schlossen, auf. Dabei geht es auch um die Kinder, die in diesem System starben. Die aktuelle (und wahrscheinlich immer noch am unteren Ende angelegte) Schätzung beläuft sich auf über 6000 Tote, berichtet CBC.

Sandra Lawson ist eine der ersten Schwarzen, lesbischen Rabbiner_innen.

In einem Interview mit Cristan Williams spricht Judith Butler über TERFs (Trans-Exclusionary Radical Feminists).

Wie die Intersektion von Rassismus, Sexismus und Klassismus Schwarze Frauen in den USA zu „Welfare Queens“ abstempelt, erklärt For Harriet.

Der Supreme Court der USA hat geurteilt, dass Abercrombie & Fitch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Civil Rights Act 1964 verstieß, als die Kleidungs-Kette Samantha Elauf eine Anstellung aufgrund ihres Kopftuchs verweigerte, berichtet Color Lines.

Janet Mock hat sich Gedanken zum Coming-Out von Caitlyn Jenner (wir berichteten) gemacht und zeigt anhand der Bereiche Medien, Privilegien, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Glamour, wie unterschiedlich Sichtbarkeit, Anerkennung, Sicherheit und Ressourcen im Kontext von Trans* verteilt sind.

Ein Mädchen wird in der Schule sexuell belästigt und geht entschlossen dagegen vor. Sehr zum Missfallen der Schulleitung. Die Reaktion ihrer Mutter auf die Situation ist grandios.

Termine in Berlin und Wuppertal

Für Kurzentschlossene: Heute in BerlinSoLiDaRiDaNcE #8 – early summer dance – Soli for medical support (Facebook-Event).

5. Juni in Berlin: Die Künstlerin Deborah Schmidt stellt in der Alpha Nova Kulturwerkstatt bis Mitte Juli ihre Malereien zum Thema „Material Matters. Bewegte und widerspenstige Körper“ aus.

9. Juni in Berlin: „Wie Lesben weltweit sichtbar werden. Vorbild Masakhane Projekt“: Ein internationales Gespräch über lesbische Präsenz in politischen Netzwerken und Kampagnen: mit Dawn Cavanagh (Coalition of African Lesbians), Uta Schwenke (LSVD), Manuela Kay (L-Mag) und Birgit Bosold (Schwules Museum) in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32.

11. Juni in Wuppertal: Aus der Vortragsreihe „Geschlecht in Szene“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung:  Nadia Shehadeh diskutiert zum Thema „Feminismus im Netz an der Universität Wuppertal. Weitere Informationen findet ihr hier.

11. Juni in Berlin: Aus der Reihe „Widerstandsbewegungen von geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland“: LSBT*I*Q Perspektiven im Kontext der Asyl- und Flüchtlingspolitik Deutschlands. (Facebook-Event)

13. Juni in BerlinBerlin Postkolonial veranstaltet einen Stadtrundgang zum Thema „Frauen im Kolonialismus.“ (Facebook-Event) Eine Übersicht über weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

21. Juni in BerlinLesMigras-Workshop mit Dark Matter: „Protect me from what I want / Bewahre mich vor dem was ich will“. (Facebook-Event)

26. Juni in Berlin: Frauenkreise-Workshop: „Wo hört Solidarität auf und wo fängt Paternalismus an?“

Juni in Berlin: Eine Übersicht zu den Veranstaltungen des Interkulturellen Frauenzentrums S.U.S.I., mit Workshops, Buchpräsentationen und Vorträgen, findet ihr hier.

12. Juli in Berlin: „Die Widerständigen“: Ein Film über die letzten noch lebenden Zeitzeug_innen aus der Widerstandsbewegung der Weißen Rose.


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8. Mai: Tag der Befreiung

8. Mai 2015 von Anna-Sarah

Heute vor 70 Jahren, am 8. Mai 1945, endeten in Europa die nationalsozialistische Herrschaft und der zweite Weltkrieg. Ein offizieller Feiertag wurde hierzulande allerdings nicht aus diesem Datum gemacht – stattdessen wurden lange Zeit eher die Schmach der Niederlage beklagt (und nicht wenige Menschen tun das heute noch). Umso mehr ein Grund, der zahllosen Opfer der unfassbaren Verheerungen, die zwischen 1933 und 1945 von Deutschland ausgingen, zu gedenken und den Tag der Befreiung auch als genau solchen zu feiern.

Unter accalmies Post zum Tag der Befreiung vor zwei Jahren wurde kontrovers diskutiert, ob oder ob nicht am 8. Mai 1945 auch die Shoah beendet worden sei – Fakt ist jedenfalls, der schlandsche Antisemitismus ist es keinesfalls.

Einige Veranstaltungshinweise zum heutigen Tag findet ihr unter diesem Link. In Berlin wird zu dem heute Abend Esther Bejarano, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, gemeinsam mit der Microphone Mafia auftreten. Magda stellte sie bereits im Januar anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz vor.

Egal wie ihr diesen Tag verbringt – ob ruhig erinnernd, gedenkend, feiernd, laut demonstrierend – die Mädchenmannschaft wünscht wiederum einen kämpferischen achten Mai – alerta, alerta, antifascista!


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Plus-Size-(Role)-Models, Anti-Terror-Kämpferinnen und Ghostbusters-Panik – kurz verlinkt

4. Februar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 269 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Februar ist Black History Month (Monat der Schwarzen Geschichte). Black History Month Hamburg hat ein Veranstaltungsprogramm zusammengestellt, von (Kinder-)Parties über Lesungen/Poetry Slams hin zu Diskussionsveranstaltungen. Auch die Werkstatt der Kulturen in Berlin bietet ein abwechslungsreiches Black-History-Month-2015-Programm für Menschen jeden Alters.

„Hier findet gerade eine humanitäre Krise statt, die von der Aussenwelt nicht beachtet wird“: tagesschau.de zeigt einen kurzen Videobericht zum Leiden der Menschen, die in Borno, Nigeria, vor Boko Harams Terror flüchten mussten.

FrauTV veröffentlichte eine Online-Multimedia-Reportage zum Thema „Die neue Familie“.

„Richard von Weizsäckers Rede kam damals spät, war aber richtig. Bedrückend bleibt, dass sie zum Anfang des deutschen Sündenstolzes wurde, der sich zwar zu den Verbrechen bekennt, daraus jedoch Selbstgefälligkeit ableitet“: Annetta Kahane schreibt in der Berliner Zeitung zum 30-jährigen Jubliäum der „Befreiungs“-Rede des kürzlich verstorbenen Bundespräsidenten a.D., Richard von Weizsäcker.

Fluss e.V. Freiburg, die ehrenamtlich Bildungsarbeit zu Geschlecht und sexueller Vielfalt leisten, braucht Unterstützung: Bis heute Abend könnt ihr dem Verein eure Stimme geben bei der Online-Abstimmung im Rahmen des Freiburger Beteiligungshaushalts. Dafür muss man sich registrieren, aber nicht in Freiburg wohnen. Fluss e.V. ist der Vorschag Nr. 144 und freut sich über ein virtuelles „Daumen hoch“.

Die alleinerziehende Suzana S. und ihre fünf Kinder wurden in Deutschland geboren. Nun will sie der Landkreis Emsland in Niedersachsen abschieben,“ nach 28 Jahren – die taz berichtet.

Englischsprachige Beiträge

Schwarze Künstler_innen in den USA erklärten den Februar zum Black Future Month: Hier seht ihr eine Zusammenstellung von AfroFuturistic Videos, unter anderem mit Missy Elliott, TLC, Janet Jackson und Kelis.

Tess Munster, die Kleidergröße 54 trägt, wurde letzte Woche offiziell von einer Modelagentur unter Vertrag genommen – ein Affront für Körpernormierungs-Fans. Der dickenfeindliche Hass, der ihr (und anderen dicken_fetten Menschen) entgegenschlägt, und was dieser mit dem eigenen Leben von Dickenhasser_innen zu tun haben könnte, wird bei The Militant Baker analysiert.

Ein sexistischer, dickenfeindicher Nachruf einer australischen Zeitung auf die Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Colleen McCullough wurde letzte Woche oft und treffend kritisiert. Die Washington Post hat  im Gegenzug ein paar satirische Nachrufe auf berühmte Männer veröffentlicht.

„Ain’t Afraid Of Ghosts. Terrified of Women.“ Shakesville kommentiert sexistische Reaktionen auf die nun offizielle Nachricht, dass vier Frauen – Leslie Jones, Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Kate McKinnon – die Hauptrollen in einem neuen Ghostbusters-Film spielen werden. Auch Jezebel lässt sich diese Satire-Möglichkeit nicht entgehen.

Im Guardian interviewt Mona Mahmood vier kurdische Familien und erinnert an die Frauen, die im Kampf gegen IS in Kobane starben.

Ebenfalls im Guardian schreibt Jessica Valenti dazu, wie Sexismus Frauen körperlich und psychisch krank mache.

Der nigerianische Unternehmer Taofick Okoya hat Schwarze Puppen entwickelt, deren Verkaufszahlen weiße Barbies weit hinter sich lassen, und die Schwarze Kinder empowern sollen: Die „Queens of Africa.“

African Women in Cinema Blog stellt die Filme und Filmemacherinnen des pan-afrikanischen Filmfestivals FESPACO vor, das 2015 das 24. Jubliäum feiert und vom 28. Februar bis 4. März in Burkina Faso stattfindet.

entirely amelia kritisiert Jill Soloway, die noch im Januar für ihre Serie „Transparent“ einen Golden Globe gewann und nun bei Facebook einen cissexistischen Eintrag zu Bruce Jenner veröffentlichte.

Küssen als Protest? Zwei russische Aktivistinnen zeigen wie’s geht.

Termine in Berlin und Halle

Berlin 07.02. 2015, 18:00 Uhr, Baiz (Christinenstr.): Infoveranstaltung des Antifa Recherche-Teams Dresden: „Rassistische Mobilmachung: Eine Analyse zu PEGIDA und anderen Asylgegner_innen in Dresden und Umland“.

Berlin 19.02. 2015, 19:30 Uhr, Humboldt-Universität Berlin, Raum 1115 (Kinosaal): Im Rahmen des Projekttutoriums „Ungewollte Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch und Reproduktive Gerechtigkeit“ wird der Dokumentarfilm „VESSEL“ (im englischen Original) kostenlos aufgeführt. Im Anschluss an die Vorführung gibt es ein Q&A mit Aktivistinnen*.

Halle, 10.02. 2015, 19:00 Uhr, Café Colonne Morris: Der Arbeitskreis qu(e)er_einsteigen stellt sich vor und lädt zum Kennenlernen und Mitmachen ein. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier.


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70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

27. Januar 2015 von accalmie

„Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ (Theodor W. Adorno, Erziehung nach Auschwitz, 1966)

Heute vor siebzig Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Auschwitz war nicht nur der größte Ort des, sondern ist auch ein Kollektivsymbol für den industriellen Massenmord des Holocaust. In dem Konzentrationslager-Komplex Auschwitz und Birkenau (Auschwitz II; darüber hinaus existierten weitere „Unterlager“) wurden zwischen 1941 und 1945 über eine Million Juden_Jüdinnen und zehntausende Sinti und Roma, politische und Kriegsgefangene systematisch ermordet. Yad Vashem beschrieb Auschwitz-Birkenau als eine der größten „Fabriken des Massenmords“: Aus ganz Europa wurden Menschentransporte nach Auschwitz, der „zentralen Stelle“ des Holocaust, gebracht. Josef Mengele führte in Auschwitz seine (pseudo-)medizinischen Experimente, also Folter, durch.

Seit 1996 ist der 27. Januar der offizielle Gedenktag in Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus. Die UN erklärte den Tag 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Weitere Informationen findet ihr zum Beispiel hier:

Gedenkveranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Phoenix-Sendung, 27. Januar, 9:00 Uhr: Übertragung der Gedenkveranstaltung des Bundestags; anschließend Dokumentationen.

Berlin

  • 27. Januar, 13:00 Uhr, Ebertstraße Höhe Hannah-Arendt-Straße, Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen: Gedenkfeier.
  • 27. Januar, 19:00 Uhr, Topographie des Terrors, Auditorium: „Mahnort Güterbahnhof Moabit“, Buchpräsentation und Diskussion.
  • 27. Januar, 19:00 Uhr, Jüdisches Museum Berlin: Buchvorstellung und Podiumsgespräch zur Neuausrichtung der „Erziehung nach Auschwitz“ in der Einwanderungsgesellschaft, mit Rosa Farva.
  • 30. Januar, 21:00 Uhr, La Casa Hellersdorf: Filmvorstellung (Facebook-Link).
  • 05. – 10. April: „Never Forget, Never Again“ – Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz, organisiert von den Falken Berlin. Anmeldung bis zum 2. Februar, und weitere Infos hier. (Facebook-Link)

Bochum, 27. Januar, 11:00 Uhr, Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte: Gedenkmatinee.

Bremen, 27. Januar, 19:30 Uhr, Obere Halle des Bremer Rathauses: Zentrale Gedenkveranstaltung.

Celle, 27. Januar, 19:00 Uhr, Synagoge Celle: Gedenkkonzert.

Cottbus, 27. Januar, Zeremoniebeginn um 17:00 Uhr (Treffpunkt für den Umzug: 16:45 Uhr, Stadtbrunnen, Buchhandlung „Hugendubel“): Eröffnung der neuen Synagoge in Cottbus. Die historische Synagoge der Stadt wurde in den November-Pogromen 1938 zerstört.

Dresden, 27. Januar, 12:00 – 15:30 Uhr, Gedenktafel an der Kreuzkirche: Namenslesung der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten oder verschollenen Dresdner Juden sowie Sinti und Roma. (Facebook-Link)

Düsseldorf, 27. Januar, 18:30 Uhr, Universität Düsseldorf, Esther-Betz-Hörsaal: Filmvorstellung „Der Zug des Lebens“ mit anschließender Diskussion. (Facebook-Link)

Frankenthal

  • 27. Januar, 19:00 Uhr, Dathenushaus: Filmvorstellung „Am Ende kommen Touristen“ (Eintritt frei).
  • 28. Januar, 19:00 Uhr, Dathenushaus: Filmvorstellung „Im Himmel, unter der Erde“ (Eintritt frei).

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Wer war… Hannah Arendt?

18. Dezember 2014 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 44 von 47 der Serie Wer war eigentlich …

„Wenn man als Jude angegriffen ist, muß man sich als Jude verteidigen.“

Hannah Arendt, 1963. Dieses Bild wurde zur Verfügung gestellt von Ryohei Noda.

Hannah Arendt, 1906-1975. Hier im Jahre 1963.
Dieses Bild wurde zur Verfügung gestellt von Ryohei Noda.

Hannah Arendt war eine jüdische, deutsch-amerikanische Theoretikerin und Publizistin, die heute vor allem mit ihren Aufzeichnungen zum Eichmann-Prozess und dem daraus entstandenen Buch „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen.“ in Verbindung gebracht wird.

Kindheit und Jugend in Deutschland

Johanna Arendt ist am 14. Oktober 1906 als erstes und einziges Kind der säkular jüdischen Eltern Martha und Paul Arendt in dem deutschen Dorf Linden geboren worden und in Königsberg aufgewachsen. Durch den frühen Tod ihres Vaters wurde sie mit nur sieben Jahren zum Kind einer alleinerziehenden Mutter. Martha Arendt, die selbst in Paris studiert hatte, legte viel Wert darauf, Hannah eine gute Schulbildung zu ermöglichen, was zur damaligen Zeit für Mädchen noch keineswegs üblich war. Außerdem war es Martha wichtig, dass Hannah in der Schule aufgrund ihrer jüdischen Herkunft keine Benachteiligung erfuhr. Hannah erhielt die Anweisung, unverzüglich nach Hause zu kommen, wenn von Seiten des Lehrpersonals antisemitische Äußerungen getätigt wurden, egal gegen wen. In diesen Fällen schrieb Martha Arendt sofort einen Beschwerdebrief an die Schulleitung. Hannah lernte dadurch schon früh, sich nichts gefallen zu lassen.

Darüber hinaus begleitete sie ihre Mutter bereits mit 12 Jahren zu politischen Diskussionen. Sie wurde zu einer sehr rebellischen Schülerin und aufgrund dessen auch mit 15 Jahren von der Schule verwiesen, nachdem sie ihre Mitschüler*innen dazu aufgefordert hatte, den Unterricht zu boykottieren. Ihre Mutter, die nach wie vor absolut hinter ihr stand, schaffte es jedoch durch ihre guten Beziehungen, Hannah zu ermöglichen, auch ohne Abitur ein paar Jahre an der Berliner Universität zu studieren. Im Frühjahr 1924 durfte Hannah dann doch noch unter verschärften Bedingungen als Externe ihr Abitur ablegen – sie bestand mit glänzendem Erfolg und war ihrer alten Klasse damit sogar noch um ein Jahr voraus.

Studium bei Heidegger, Husserl und Jaspers

Nach dem Abitur ging Hannah nach Marburg, um dort bei dem jungen Privatdozenten Martin Heidegger zu studieren, mit dem sie kurz darauf eine Affäre einging. Hannah verließ Marburg jedoch schnell wieder, um bei Edmund Husserl in Freiburg zu studieren und anschließend in Heidelberg bei Heideggers Freund Karl Jaspers zu promovieren. Nachdem sie Ende 1928 mit nur 22 Jahren den Titel »Dr. phil.« erworben hatte, beschloss sie nach Berlin zu gehen und ein Buch über die Jüdin Rahel Varnhagen zu schreiben, was für sie zugleich eine Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte bedeutete. (mehr …)


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Gedenken an Pogrome, feministische Kämpfe in der DDR – kurz verlinkt

12. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 259 von 288 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Bei der Jüdischen Allgemeinen beschreibt Margot Friedländer, wie sie als 17-jährige die antisemitischen Pogrome am 9. November 1938 und deren Nachwirkungen in Berlin erlebte: „Hitler müsste eines Tages gehen, dachten wir. Irgendwann würden die Deutschen nicht mehr hinnehmen, was man uns Juden antat. Doch dieser Tag kam nicht. Nach der »Reichskristallnacht« wurde uns unmissverständlich klar: Niemand würde uns helfen.“

Feminismus-Geschichte in Deutschland wird immer wieder sehr perspektivisch sehr beschränkt erzählt, z.B. auch als eine vor allem west-deutsche Geschichte. Katrin Gottschalk schreibt in der Frankfurter Rundschau über feministische Auseinandersetzungen in der DDR und Wende-Enttäuschungen.

Das maiz, das Autonome Zentrum von & für Migrantinnen in Linz, wird zwanzig Jahre alt. migrazine spricht mit den drei Gründerinnen Tania Araujo, Luzenir Caixeta und Rubia Salgado über die Geschichte des Zentrums, Reflexionen und die Zukunft, die u.a. die Gründung der „Universität der Ignorant_innen“ bereithält.

Und noch ein Geburtstag: Das Bielefelder Online-Magazin weird feiert 7-jähriges Bestehen:

englischsprachge Links

Nach wie vor ist Kunst eine sehr männlich dominierte Domäne. Und auch im Rückblick werden meistens jene Frauen, die tätig wurden, nicht in den Kanon aufgenommen, bleiben ganz unerwähnt oder Männer eignen sich die Werke an. Flavorwire stellt dafür 10 abstrakte Künstlerinnen.

Noch mehr Künstlerinnen stellt Hyperallergic vor: „The Women Tagging and Painting the Streets of Bogotá„.

Die Naturwissenschaften sind gar nicht männlich dominiert?! Das zumindest behauptete ein Artikel in der New York Times, der sich auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie bezieht. Ein Beitrag auf slate.com nimmt diesen Quatsch super auseinander und erklärt noch einmal, was das Problem an der Auswertung der Studie sei.

Termin

Am 21. und 22. November in Berlin, Ballhaus Naunynstraße: „Performing Back“ (Facebook-Link), eine künstlerische Auseinandersetzung von Simone Dede Ayivi mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit.


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25 Jahre Mauerfall: Deutsche Selbstverständlichkeiten

10. November 2014 von Nadine

In der Erinnerungsarbeit und Aufarbeitung der DDR-Geschichte, auch in den vergangenen Tagen, wird deutlich: Es sind die immer gleichen Geschichten, die erzählt werden: Staatliche Verfolgung, Überwachung, Repression, Morde, die – zum Glück – mit dem Fall der Mauer am 9.11.1989 und dank einer „friedlichen Revolution“ beendet wurden. Die langersehnte deutsche Einheit 1990, ein einig „Volk“. Es kam endlich zusammen, was schon immer zusammengehörte?

Viel wurde getan nach 1989, damit die ehemaligen IMs, SED- und Stasifunktionäre aufgespürt, sanktioniert und ausgegliedert werden konnten. Nicht allen widerfuhr ihre „rechtmäßige“ Bestrafung, doch es ist auffällig, mit welchem Nachdruck die gesamtgesellschaftliche Verurteilung des DDR-Regimes bis heute passiert – eine positive Bezugnahme auf die DDR ist tabuisiert. Das Urteil „Unrechtsstaat“ ist unwiderruflich. Die Linkspartei muss sich immer wieder legitimieren. Selbst der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin dürfen ihre Bedenken zur Regierungsbildung in Thüringen äußern und damit demokratische Prozesse auf den Prüfstand stellen. Wo die Linke mitregiert, ist die SED nicht weit. Während zeitgleich Koalitionsüberlegungen der CDU mit der rechten AfD okay sind. „Man wird ja wohl noch koalieren dürfen“, gilt eben nicht für die Linke, eine Partei mit SED-Vergangenheit, eine Partei mit sozialistischen Grundsätzen.

Noch immer mischen sich antisozialistische und antikommunistische Ressentiments in der Bundespolitik genauso wie in der westdeutschen Gesellschaft mit klassistischen und klassenspezifischen Abwertungen, die die Linkspartei treffen und viele weiße Ostdeutsche, die ihre Herkunft nicht hinter einer dialektfreien Sprache oder neoliberalen, sozialchauvinistischen Ideologien verbergen können oder wollen. Wer sich rot äußert oder darauf aufmerksam macht, dass sich die Lebensqualität der meisten Ostdeutschen nach 1989 eher verschlechtert als verbessert hat, gerät unter Generalverdacht ein Gesellschaftssystem zu präferieren, das dem Faschismus gleicht. Linksradikale Bewegungen werden kriminalisiert und dem Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit und Volkszersetzung ausgesetzt. Während Nazis weiterhin von staatlicher Seite ungehindert marschieren und morden dürfen.

Es verwundert nicht. Es ist die Fortsetzung deutscher Geschichte, die schon immer darum bemüht war, die Errungenschaften sozialer Bewegungen möglichst schnell zu revidieren. Dass sich ein sozialistisches Gesellschaftsmodell auch nach 1945 hierzulande nicht behaupten konnte, geschweige denn in seinem kurzen Bestehen für alle ein besseres Zusammen_Leben ermöglichen konnte, ist nicht nur Folge von globalen gesellschaftspolitischen Machtkämpfen und einem aggressiven Kapitalismus, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die Aktualisierung eines deutschen Bewusstseins, das bis heute von weißen, christlichen, völkisch-nationalistischen Allmachts- und Überlegenheitsfantasien und einem soziopathologischen Begehren nach Obrigkeit und Führung geprägt ist. Dass in den Erzählungen um den 9. November weder die staatlichen verordneten Pogrome 1938, die Verfolgung und Ermordung von Jüd_innen und allen anderen, die zu Nicht-Menschen degradiert wurden, einen dem Mauerfall ebenbürtigen Platz in der Erinnerungsarbeit bekommen, ist nicht nur Folge eines Jubeltaumels über den Zerfall der DDR mit Bier und Bratwurst, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die unhinterfragte und ungebrochene Hervorhebung weißer, deutscher Opfer historischen Unrechts, die die Erzählungen der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen aus BRD und DDR, der migratisierten und kolonialisierten Generationen, die hier lebten und leben, den Geflüchteten, die hier leben wollen, systematisch aus deutscher Erinnerungsarbeit ausgeschlossen werden. Hoyerswerda, Solingen, Lichtenhagen, Mölln – bedauerlich für das Ansehen von Deutschland, aber nicht betrauernswert für die Angehörigen, Hinterbliebenen, Vertriebenen. Dass 1884, 1938, 1989, 1991, 1992 und 2014 oft einseitig erinnerte und zusammenhangslose Jahreszahlen bleiben, ist nicht nur Folge kollektiver Geschichtsamnesie, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.


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Rechter „Feminismus“

17. Oktober 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 7 von 9 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

In früheren Artikeln der Serie „Gender und Rechtsextremismus“ hat accalmie unterschiedliche Rollen autonom organisierter rechten Frauen aufgezeigt (Teil 1/ Teil 2). Eine Frage, die sich daran anschließt: Kann es einen „rechten Feminismus“ geben?

Geschlecht und insbesondere Vorstellungen zur Rollenausgestaltung von Männern und Frauen sind wichtiger Pfeiler (extrem) rechter Ideologien. Dabei steht die Vorstellung im Mittelpunkt, dass es genau zwei Geschlechter gibt und dass Frauen und Männer jeweils spezifische Rollen, die in „ihrer Natur“ lägen, zu erfüllen hätten. Diese geschlechteressentialistischen Annahmen halten starke, gewaltbereite Männer hoch und verweisen Frauen in die Küche, auf den Spielplatz zur Kinderbetreuung und an die aktionistische Seitenlinie. Auch diese Betätigungsfelder „im Hintergrund“ sollten natürlich nicht unterschätzt werden: Die nationalistische Erziehung der Kinder, direkter Einfluss in Schulen und Sportvereinen, und andere Tätigkeiten halten die  rechten Gemeinschaften zusammen und üben darüberhinaus „unauffällig“ gesellschaftlichen Einfluss.

„Emanzipation“ im Nationalsozialismus

Aber auch in der extremen Rechten gibt es Frauen, die sich nicht  auf die vorgeschriebenen Rollen festlegen lassen wollen oder diese für sich anders ideologisch ausgestalten. Dies ist kein neues Phänomen. Birgit Rommelspacher zeigte solche Tendenzen bereits für die NS-Zeit auf:

Auch im Nationalsozialismus gab es Frauen, die gleiche Rechte und gleiche Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen forderten; man sprach von den »oppositionellen Faschistinnen« (Korotin 1994). Ihr Argument lautete, im Kampf um die deutsche Vormacht werde jeder Mann und jede Frau gebraucht. Die Organisation und ihre Zeitschrift, »Die deutsche Kämpferin«, wurden relativ schnell verboten. Dennoch weist der Fall der »oppositionellen Faschistinnen« darauf hin, dass Frauen sich durchaus Chancen ausrechneten, im NS-System aufzusteigen. In den Interviews, die Claudia Koonz mit einigen dieser Frauen geführt hat, sagten viele von ihnen auch im Nachhinein, sie hätten im NS-Deutschland eine gute Zeit gehabt. (Koonz 1986)

Rommelspacher zeigt auch wie die Konstruktion der „emanzipierten“ rechten Frau, an rassistische Begründungen geknüpft war (und ist). So wurde und wird unter anderem mit Rückbezug auf Germanen oder Wikinger argumentiert, bei denen es „Geschlechtergleichheit“ gegeben hätte. Die Einführung des Patriarchats wird nach „außen“ verlagert und beispielsweise während der NS-Zeit konkret an das Judentum gebunden. „Emanzipation“ ist dabei untrennbar an die Vorstellungen einer überlegenen Nation und „Rasse“ gebunden, die es wiederherzustellen, zu stärken und zu schützen gilt. Rommelspacher sieht dabei zwei unterschiedliche Formen der Ausfüllung von Frauen: „Das gilt für den beziehungsorientierten und den individualistischen Frauentyp gleichermaßen. Die Mutter ist nicht mehr nur die Mutter für ihre Kinder, sondern Mutter für ihre ganze Nation oder Rasse. Die Individualistin sieht in Nation und Rasse eine Herausforderung, ihre eigene Überlegenheit zu beweisen, und zwar als Auswirkung und als Verkörperung der Überlegenheit des Kollektivs.“ Das Sprechen von „Emanzipation“ aber war und blieb ein Randphänomen. So schrieb accalmie hier zu aktuelleren Entwicklungen:

Weib­liche* Selbst­ver­wirklichung liegt für die Mehrheit extrem rechter Frauen­gruppen in der Mutter­schaft. Die Idee zur Emanzipation komme im „natürlichen Denken“ der “deutschen Frau” nicht vor, schrieb zum Beispiel die GDF 2008 mithilfe schlecht verhohlener antisemitischer Codewörter, sondern sei eine “von außen” in die deutsche Ge­sell­schaft hin­ein­ge­tragene, “frem­de Lehre”. Erneut wird eine Bi­polar­ität von Männern und Frauen stilisiert: Diese seien zwar “gleich­wertig“, aber nicht “gleich­artig”.

„Nationaler Feminismus“ der 2000er

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Nationalsozialismus im TV, Freiwilligkeit in Behörden – die Blogschau

5. Juli 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 251 von 280 der Serie Die Blogschau

In der vergangenen Woche waren viele von uns viel außerhalb des Internets beschäftigt, daher heute nur eine kleine Blogschau – falls ihr mehr Blogfundstücke habt, gern in die Kommentare!

Renée Winter befasst sich in ihrem Buch Geschichtspolitiken und Fernsehen mit der frühen Geschichte des ORF und untersucht, wie der Nationalsozialismus von 1955 bis 1970 in unterschiedlichen Fernsehformaten verhandelt wurde. Fernseher kaputt berichtet.

Christel T. schreibt bei Jobcenteraktivistin über „Freiwilligkeit“ im Kontext von Jobcenter, Ausländerbehörden und #ohlauer.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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