Die Rollen autonom organisierter rechter Frauen (2)
10. Juni 2013 von accalmie[Dieser Text ist der zweite Teil zu autonom organisierten, extrem rechten Frauen. Den ersten findet Ihr hier.]
Oft kommt die Frage auf, ob rechte Aktivistinnen das “Image” der Rechten nicht aufpolierten, angesichts dessen, dass viele Menschen zwar (“männlich” konnotierte) physische Gewalt ablehnten, aber immer wieder festgestellt werden kann, wie (gesamt-)gesellschaftlich verankert und eben kein Randphänomen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist, und somit anschlussfähig für extrem rechte Positionen. Auch die Frage, ob der Aktivismus extrem rechter Frauen (eventuell unfreiwillig) ein Zeichen einer “Frauenemanzipation von rechts” sein könne, wurde in den letzten Jahren vermehrt gestellt.
Auch wenn es extrem rechten Frauengruppen grundsätzlich und nahezu ausschließlich um die Propagierung extrem rechter Ideologie geht, wird sowohl in der GDF als auch in anderen autonomen Frauengruppen die Frage nach einer “Aufwertung” der (als deutsch definierten) Frau und ihrer Rolle in einer imaginierten/propagierten “Volksgemeinschaft” immer wieder thematisiert. Ausgehend von der biologistischen und heterosexistischen Annahme, dass “Mann und Frau [...] eine sich ergänzende Einheit” seien – so schrieb die GDF noch vor drei Jahren unter dem Ressort “Frauentum” -, vertritt z.B. die GDF ein dichotomes Geschlechterbild: Männer und Frauen besäßen angeborene, spezifische Charaktereigenschaften und Verhaltensmerkmale, die komplementär seien und aufgrund einer “genetischen Veranlagung” sich “immer wieder durchsetzen” würden. Das sei “auch gut so,” denn “diese elementaren Eigenschaften” dienten “dem Gesetz der Natur- nämlich dem Zusammenleben und Fortbestehen der Art.“
Die GDF bleibt somit nationalsozialistischer Ideologie treu und sieht den “Wert der Frau” in “der Fähigkeit der Reproduktion” begründet, den sie als den “weiblichen Beitrag zur Erhaltung des Volks” versteht. Gleichberechtigung, Emanzipation, Feminismus – für die Mehrzahl rechter Frauengruppen sind das “marxistische” Konzepte, die die “Verwirklichung als Frau und Mutter, die höchstes Glück bringt” zunichte machten. Der “Mädelring Thüringen” meint in Gleichberechtigungskämpfen gar einen “absichtlich heraufbeschworenen Geschlechterkonflikt” zu erkennen, aus dem “so genannte Emanzen” hervorgingen, “welche sich durch kranke Wertvorstellungen” einer “Multikultigesellschaft” nährten. Es ist auch kein Zufall, sondern knüpft bereits rhetorisch an die geschlechterbild-reaktionäre, nationalsozialistische Ideologie des “Bund Deutscher Mädel” an, dass eine große Anzahl extrem rechter Frauengruppen das Wort “Mädel” in ihrem Namen trägt (und gewisse Traditionen wie “Heimatkunde” fortgeführt werden, z.B. in der GDF). (weiterlesen …)
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