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	<title>Mädchenmannschaft &#187; Natasha Walter</title>
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		<title>Schön Blöd</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 11:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Natasha Walter Ende der 90er ihr Buch „The New Feminism“ veröffentlichte, war sie optimistisch, dass die sexistischen Kämpfe der Frauenbewegung gewonnen seien und sich nun auf die politische und soziale Gleichstellung konzentriert werden könne. Ein Irrtum, wie die Britin einräumt: „Living Dolls“ beschreibt eine Generation von Frauen, die von Kindesbeinen an in eine rosa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2011/07/41Wm7WysxBL._SL500_AA300_.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21689" title="41Wm7WysxBL._SL500_AA300_" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2011/07/41Wm7WysxBL._SL500_AA300_-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Natasha Walter Ende der 90er ihr Buch „The New Feminism“ veröffentlichte, war sie optimistisch, dass die sexistischen Kämpfe der Frauenbewegung gewonnen seien und sich nun auf die politische und soziale Gleichstellung konzentriert werden könne. Ein Irrtum, wie die Britin einräumt: „Living Dolls“ beschreibt eine Generation von Frauen, die von Kindesbeinen an in eine rosa Puppenwelt gedrängt werden, die sie auch als Erwachsene nicht loslässt. Walter nennt es die „steckengebliebene Revolution“ und zeigt anhand zahlloser Beispiele auf, wie erstrebenswert es für junge Frauen heute offenbar ist, ein Leben als Puppe zu führen oder auf die erotische Ausstrahlung reduziert zu werden.</p>
<blockquote><p>Noch folgenreicher ist jedoch, dass das Idealbild weiblicher Schönheit, dem Frauen nacheifern sollen, in einem Großteil unserer Gesellschaft in immer höherem Maße durch Sexualität und erotische Ausstrahlung definiert wird</p></blockquote>
<p>Als „Living Dolls“ im vergangenen Jahr in England erschien, erzeugten Walters Thesen <a href="http://maedchenmannschaft.net/sexismus-reloaded/ " target="_blank">auch hierzulande ein Echo</a>. Dass nun mit der deutschen Übersetzung eher wenig in den Medien passiert verwundert. Denn auch wenn Walter mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Glamour_photography" target="_blank">Glamour Modeling</a> für Billo-Zeitschriften wie <em>Nuts</em> oder die aus dem Boden schießenden Table Dance Bars  auf britische Verhältnisse konzentriert, ihrer Beobachtungen gelten auch für uns. Und Walter wühlt ordentlich mit dem Zeigefinger in der sexuellen Pseudo-Befreiung unserer Zeit:</p>
<blockquote><p>Meines Erachtens ist es an der Zeit, die übertriebene Weiblichkeit, die den Frauen dieser Generation als Ideal vermittelt wird, in Frage zu stellen. Das muss einerseits durch eine Kritik am Wiederaufleben des biologischen Determinismus geschehen, der uns einredet, Gene und Hormone legten und unausweichlich auf die traditionellen Geschlechterrollen fest. Zum anderen müssen wir die klaustrophobische Kultur, die vielen jungen Frauen weismacht, sie könnten nur durch Ausnutzen ihres Sex-Appeals Macht erlangen, auf den Prüfstand stellen.</p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p>Walter unterteilt ihr Buch in zwei Themenblöcke: „Der neue Sexismus“ und „Der neue Determinismus“. Im ersten Teil taucht sie ein in die Szene von Stripparties im herkömmlichen Clubbetrieb, Glamour Modeling und Lapdance-Bars; lässt junge Mädchen zu Wort kommen genauso wie ChefredakteurInnen, HerausgeberInnen und PR-ExpertInnen. Dabei sind es vor allem die zum Teil selbstentlarvenden Sätze der MedienmacherInnen als auch die resignierenden Erkenntnisse junger Mädchen, die mehr sagen als Walter es mit einer Analyse der Gegebenheiten tun könnte. So erklärt eine junge Frau:</p>
<blockquote><p>Man braucht sich nur die Lapdance-Clubs anzuschauen, das sagt so viel über unsere Kultur aus. Die Männer darin sind ‚seriös’, sie tragen einen Anzug und haben ein Bankkonto, die Frauen sind ‚unseriös’, sie sind nackt und haben Schulden.<span id="more-21690"></span></p></blockquote>
<p>Ganz oben auf der Liste der abwehrenden Argumente ist die Phrase, die Frauen täten das doch freiwillig, es sei ein Akt sexueller Befreiung. Nicht nur erklärt Walter, dass es faszinierend sei, das gerade Männer, die in ihren Machtpositionen entscheidenden Anteil an dieser Kultur haben, so tun, als handelten sie nach den Entscheidungen anderer. An die These der sexuellen Befreiung glaubt Walter jedenfalls nicht.</p>
<blockquote><p>Es sind immer noch zum größten Teil Frauen, die sich Diäten oder Schönheitsoperationen unterziehen; immer noch strippen Frauen in Nachtclubs, während die Männer johlen und grölen; immer noch glauben die Frauen, nicht die Männer, dass ihre Aussichten auf Ruhm und Erfolg davon abhängen, wie exakt sie einer einzigen, eng definierten Vorstellung von Sexualität entsprechen. Wenn das die neue sexuelle Befreiung ist, dann ähnelt sie zu sehr dem alten Sexismus, als dass sie die Mehrheit von uns überzeugen könnte, dass dies die Freiheit ist, die wir meinen.</p></blockquote>
<p>Und wenn es die Frauen nicht freiwillig machen, gibt es ja immer noch die Biologie, die Vorstellungen zu belegen. Im zweiten Teil ihres Buches untersucht Walter die in den vergangenen Jahres aus den Boden schießenden Artikel und Bücher, die belegen wollen, warum Männer so und Frauen anders ticken. Von so abgefahrenen Vorstellungen wie Frauen mögen Rosa, weil sie in der Steinzeit Beeren in dieser Farbe gesammelt hätten bis hin zu allgemein nicht hinterfragten Studien anerkannter Wissenschaftlicher, die Hormone, Gene und Gehirn auseinandernehmen. Walter entkräftet Argumente mit Gegenbeispielen, zitiert andere Studien und Statistiken und weist darauf hin, wie sehr sich die Medien auf Untersuchungen stürzen, die die Differenz der Geschlechter belegen, aber wie wenig Beachtung dagegen Studien finden, die genau das nicht bestätigen.</p>
<blockquote><p>Jede Facette der heute festzustellenden Benachteiligung lässt sich mit der unterschiedlichen genetischen und hormonellen Ausstattung von Männern und Frauen erklären; wenn Frauen weniger verdienen, wenn Männer mehr Macht besitzen, wenn Frauen mehr Hausarbeit verrichten, wenn Männer einen höheren Status genießen, dann soll das eben einfach so sein. Insofern fährt der biologische Determinismus des 21. Jahrhunderts diesselbe Schiene wie der des 19., der wissbegierigen und ehrgeizigen Frauen entgegenhielt, sie seien völlig ungeeignet für höhere Bildung oder körperliche Anstrengung.</p></blockquote>
<p>Walters Querverweise und Statistiken ermüden auf Dauer, aber was bleibt ihr anderes übrig, als den beliebten Argumenten, dass sei doch alles gar nicht so schlimm, mit knallharten Zahlen zu begegnen? Für LeserInnen sind sie ideal, um bei der nächsten Diskussion a la „Das ist die Natur“ entsprechend gegen zu argumentieren. In besonders hartnäckigen Fällen wirft man das Buch dem Gegenüber am besten an den Kopf.</p>
<p>Kritisch sehe ich allerdings Walters Ausführungen zur Pornografie, die sie neben der gesellschaftlichen Pornofizierung als Hauptübel für die Entwicklung sieht. Dass es aber auch und vor allem ein gesellschaftliches Problem ist, dass Frauen mehr Geld mit ihren Brüsten als mit ihren Händen verdienen, lässt sie weitgehend außen vor. Ähnliches gilt für Sex-Arbeiterinnen. Zu oft argumentiert sie unterschwellig, es handele sich zwar um Einzelfälle, aber ihre gesellschaftliche Wirkung sei unbestreitbar. Das ist mir etwas zu viel Moralapostelin. Auch ihre Ansichten über die sexuelle Aktivität junger Frauen, und dass Sex nur noch ohne emotionale Bindung verhandelt würde, sind abwegig. Die Welt ist doch voll davon: Große Liebe, Händchenhalten, für immer und ewig everywhere. Hollywood lässt grüßen. Nicht, dass Walter ihre Argumente nicht gut recherchiert hätte. Wer bei <a href="http://maedchenmannschaft.net/sex-gleich-fastfood/" target="_blank">Myrthe Hilkens’ McSex</a> den fundierten Rundumschlag vermisst, der findet ihn bei Walter, die eben nicht erst seit gestern Feministin ist. Man muss halt nur nicht alle ihrer feministischen Sichtweisen teilen.</p>
<p>Tatsächlich ist „Living Dolls“ eine kleine Bibel für den aktuellen Geschlechterkampf, voller Argumente, die helfen können, dass Frauen schleunigst Abstand davon nehmen, ihre erotische Ausstrahlung als einzigen Garant für Erfolg im Leben zu sehen. Absolut lesenswert!</p>
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<p><small> <em>Das Buch über diesen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.</em></small><!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><br />
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		<series:name><![CDATA[Die Feministische Bibliothek]]></series:name>
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		<title>Buffy, Kritik an &#8220;feministischen Hochzeiten&#8221; und Natasha Walter im Interview</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 17:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>der Mädchenmannschaft</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was hat eine Teenager-­Serie über ein blondes, Vampire tötendes High-School-Girl mit Genderforschung und postmarxistischer Theorie zu tun? Der Freitag stellt Buffy als &#8220;attraktive Antikapitalistin&#8221; vor. In Irland gibt es die Pille danach jetzt rezeptfrei, berichtet Choice Ireland. Auf Womanist Musings kritisiert Tassja den Trend, dass (weiße, heterosexuelle und wohlsituierte) Frauen wie Jessica Valenti (feministing.com) ihre eigene “feministische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat eine Teenager-­Serie über ein blondes, Vampire tötendes High-School-Girl mit Genderforschung und postmarxistischer Theorie zu tun? Der Freitag stellt Buffy als &#8220;<a href="http://www.freitag.de/kultur/1107-attraktive-antikapitalistin" target="_blank">attraktive Antikapitalistin</a>&#8221; vor.</p>
<p>In Irland gibt es die <a href="http://choiceireland.org/content/choice-ireland-welcomes-move-morning-after-pill?" target="_blank">Pille danach jetzt rezeptfrei</a>, berichtet <em>Choice Ireland</em>.</p>
<p>Auf <em>Womanist Musings</em> kritisiert Tassja den Trend, dass (weiße, heterosexuelle und wohlsituierte) Frauen wie Jessica Valenti (feministing.com) <a href="http://www.womanist-musings.com/2011/02/no-feminist-wedding-for-me-thank-you.html" target="_blank">ihre eigene “feministische Hochzeit” publikumswirksam zelebrieren</a> und dabei ignorieren, dass das Heiraten für viele Menschen auch heute noch ein Privileg darstellt und mit gesetzlichen Hürden und Diskriminierung verbunden ist.</p>
<p>Sexismus und Lookism galore! Die Flugbegleiter_innen der Linie Virginia Atlantic müssen sich ab jetzt <a href="http://diestandard.at/1297818533910/Zitrone-Letztklassiges-in-der-Business-Class" target="_blank">&#8220;Red Hotties&#8221; nennen lassen</a>. Eine illustre Männerrunde durfte abstimmen, weiß <em>dieStandard.at</em>.</p>
<p>Die Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftlichen Zentrums Berlin, <a href="http://www.wzb.eu/wzb/allmendinger.de.htm" target="_blank">Jutta Allmendinger</a>, bekommt am 8. März den <a href="http://www.berlin.de/sen/frauen/oeff-raum/frauenpreis/index.html" target="_blank">Berliner Frauenpreis</a> verliehen. Der Ehrung wird seit 1998 jährlich jenen Frauen zuteil, die sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.</p>
<p><a href="http://maedchenmannschaft.net/tag/natasha-walter/">Natasha Walter</a>, Autorin des Buches &#8220;Living Dolls. The Return of Sexism&#8221;, spricht im Interview mit <em>Deutschlandradio Kultur</em><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1390844/" target="_blank"> über die begrenzte Wirkung einer Frauenquote</a>. Das Interview ist ebenfalls <a href="http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/02/17/drk_20110217_1610_003a2df1.mp3" target="_blank">als Podcast abrufbar</a>.</p>
<p>Eine digitale Geschichte über die sexuelle Belästigung von Frauen in Pakistan hat <a href="http://sanasaleem.com/" target="_blank">Sana Saleem</a> produziert. Geschrieben, animiert und aufgezeichnet wurde &#8220;<a href="http://vimeo.com/20011970" target="_blank">My body, my country</a>&#8221; von Bloggerin <a href="http://mehreenkasana.wordpress.com/" target="_blank">Mehreen Kasana</a>. <em>(via <a href="http://muslimahmediawatch.org/2011/02/womens-voices-in-the-revolutions-sweeping-the-middle-east/" target="_blank">MuslimahMediaWatch</a>)</em></p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/20011970" width="480" height="270" frameborder="0"></iframe></p>
<p><strong>Queer/feministische Termine</strong> für diesen Monat findet ihr in unserer <a href="http://maedchenmannschaft.net/kalender-gezuckt-feministische-termine-im-februar/" target="_blank">Übersicht für Februar</a>, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser <a href="http://maedchenmannschaft.net/kontakt/">Kontaktformular</a> an uns senden, auf unsere <a href="http://facebook.com/maedchenmannschaft" target="_blank">Facebook-Wall</a> posten oder per Twitter an <a href="http://twitter.com/grrrls_team" target="_blank">@grrrls_team</a> schicken.</p>
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		<series:name><![CDATA[Kurz notiert]]></series:name>
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		<item>
		<title>Jetzt bleib mal auf dem Rücken, Baby</title>
		<link>http://maedchenmannschaft.net/jetzt-bleib-mal-auf-dem-ruecken-baby/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 07:08:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Feminismus ist schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das so?]]></category>
		<category><![CDATA[Moralkeulen]]></category>
		<category><![CDATA[Ach ja]]></category>
		<category><![CDATA[der konservative Zeigefinger]]></category>
		<category><![CDATA[Feministinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Natasha Walter]]></category>
		<category><![CDATA[Sexistische Kackscheiße]]></category>

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		<description><![CDATA[Das SZ-Magazin widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Feminismus. Das freut uns. Nur die kugelrunde Silikonbrust auf dem Titel verwirrt uns etwas. Und die Beunruhigung wächst beim Lesen des Vorspanns: Was ist da bloß schiefgelaufen? Es gab mal die tolle Idee des Feminismus, dann wurde daraus Girlpower, dann Narzissmus. Die Frauenbewegung des beginnenden 21. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das SZ-Magazin widmet sich in seiner <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33912" target="_blank">aktuellen Ausgabe</a> dem Feminismus. Das freut uns. Nur die kugelrunde Silikonbrust auf dem Titel verwirrt uns etwas. Und die Beunruhigung wächst beim Lesen des Vorspanns:</p>
<blockquote><p>Was ist da bloß schiefgelaufen? Es gab mal die tolle Idee des Feminismus, dann wurde daraus Girlpower, dann Narzissmus. Die Frauenbewegung des beginnenden 21. Jahrhunderts ist der Femizissmus.</p></blockquote>
<p>&#8220;Femizissmus&#8221;, das ist eine Wortschöpfung aus Feminismus und Narzissmus und bedeutet so viel wie weibliche Gefallsucht, die sich als Selbstbewusstsein tarnt. Hm, wie macht man den Feminismus unattraktiv? Man schlägt ihm ein blaues Auge. Das tut Guardian-Autorin Charlotte Raven (<span style="text-decoration: line-through;">Kann sich das SZ-Magazin keine deutschen Journalistinnen leisten?</span>), indem sie per se der Meinung ist, weibliches Selbstbewusstsein stöckele gegenwärtig völlig oberflächlich auf High Heels.</p>
<blockquote><p>Eine Ursache dieser Entwicklung ist, dass sich intellektuelle Frauen vom Feminismus abgewandt haben. Irgendwann in den Neunzigerjahren fanden mit einem Mal auch die Frauen, dass Feminismus unglamourös sei, uns verkrampft wirken lasse und, was noch schlimmer war – uns vom Shoppen abhalte. Redakteurinnen ermutigten ihre Leserinnen nun, zu ihrer »inneren Tussi« zu stehen, und verfassten Lobgesänge auf Haarpflegeprodukte und sexy Unterwäsche.</p></blockquote>
<p>Raven bezieht sich damit auf die <a href="http://maedchenmannschaft.net/hauptsache-geil-aussehen/" target="_blank">Thesen</a> Natasha Walters, deren aktuelles Buch  &#8220;Living Dolls: The Return of Sexism&#8221;, dem vermeintlich sexuellen Selbstbewusstsein aufmotzter Frauen die Luft aus den aufgeblasenen Brüsten lässt. Ihre These: Es sei unmodern, Sexismus zu verurteilen, weil es so aussieht, als inszenierten sich die jungen Frauen derart aufgedonnert als Zeichen sexueller Befreiung. Dabei sei die männlich hofierte Freizügigkeit absolut das Gegenteil von weiblichem Selbstvertrauen. Aber das würde eben niemand zu geben.</p>
<p>Walters möchte ich gar nicht widersprechen und auch wenn Raven genau auf den letzten Punkt hinaus will, dass diese Frauen den feministischen Handlungsbedarf nicht zugäben, wie bitte kann sie derart eindimensional argumentieren, wenn sie sagt, der Feminismus hätte &#8220;sich seiner Verantwortung entledigt, unbequeme Wahrheiten ans Licht zu zerren.&#8221; Da wirft sie einfach alle Frauen auf denselben aufgebrezelten Haufen. Denn genau, wir hier bei der Mädchenmannschaft unterhalten uns auch nur den ganzen Tag übers Schuhe kaufen und das Mädchenblog plant eine neue Kosmetiklinie fürs Merchandising&#8230;geht&#8217;s noch?!</p>
<p>Aber am schönsten wird es im letzten Absatz. Ich leg mich dann schon mal auf den Rücken für den Menschen neben mir und werde auch nie, nie wieder hier im Blog über Sex schreiben:</p>
<blockquote><p>Die Dinge, die uns verletzen, würden niemals »auch Spaß machen« können. Wir würden keine albernen Schuhe mehr tragen oder einen Blog über unser Sexleben schreiben. Vor allem aber würden wir der Verlockung widerstehen, Karikaturen unserer selbst zu sein. Wir würden auf die falschen Wimpern einer Katie Price pfeifen. Wir würden unsere Lust an der Missionarsstellung mit dem Menschen neben uns im Bett wiederentdecken. In jeder Sphäre unseres Lebens wären wir frei genug, uns für die Normalität zu entscheiden.</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Sexismus reloaded</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 09:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Der Feminismus ist schuld]]></category>
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		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[unsere Körper]]></category>

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		<description><![CDATA[Er ist also mal wieder im Gespräch, der Sexismus. Auf der Anklagebank sitzen aber nicht die sexistischen Nutznießer kurzer Röcke und zeigefreudig betonter Kurven, nein, der Vorwurf ereilt eben jene Fräuleins, die ihre Zeigefreudigkeit als Zeichen weiblichen Selbstbewusstseins definieren und dem Sexismus damit die Argumentationsgrundlage entziehen. (C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de Da muss was schief gegangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist also mal wieder im <a href="http://jezebel.com/5456276/has-sexism-gotten-worse-or-what-teens-can-learn-from-speculum-play?skyline=true&amp;s=i" target="_blank">Gespräch</a>, der Sexismus. Auf der Anklagebank sitzen aber nicht die sexistischen Nutznießer kurzer Röcke und zeigefreudig betonter Kurven, nein, der Vorwurf ereilt eben jene Fräuleins, die ihre Zeigefreudigkeit als Zeichen weiblichen Selbstbewusstseins definieren und dem Sexismus damit die Argumentationsgrundlage entziehen.</p>
<p><img src="http://farm4.static.flickr.com/3277/3042601635_775ee1f4b9.jpg" alt="" width="450" height="262" align="bottom" /></p>
<pre>(C) Eva Hillreiner, <a href="http://www.evahillreiner.de/" target="_blank">www.evahillreiner.de</a></pre>
<p>Da muss was schief gegangen sein mit der sexuellen Freiheit, wenn sich vor allem junge Dinger dieser Freiheit gemäß ausschließlich aufs lasziv und halbnackt posieren verstehen, unbedingt proporno sind und Striptease als Gymnastikkurs im Fitnessstudio belegen &#8211; Männer jedenfalls können sich zu den willig bereit stehenden Wichsvorlagen beglückwünschen.<br />
Oder, wie die britische Autorin <a href="http://natashawalter.com/" target="_blank">Natasha Walter</a> in ihrem Buch „ Living Dolls“ die <a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2010/jan/25/natasha-walter-feminism-sexism-return" target="_blank">Diskussion</a> in Schwung bringt, <a href="http://maedchenmannschaft.net/hauptsache-geil-aussehen/" target="_self">opfern</a> zahlreiche Frauen mit künstlichen Fingernägeln, operierten Brüsten und Extensions im Haar diese Freiheit längst einer auf den heterosexuellen Mann ausgerichteten Stereotypisierung, dessen, was sexy sein soll.<br />
Denn im Ernst, ist „sexy sein“ wirklich etwas, dass wir bei H&amp;M kaufen oder uns ins Gesicht malen können?</p>
<p><span id="more-8495"></span></p>
<p>Natürlich haben wir jetzt alle so ein aufgedonnertes Frauenbild vor Augen, aber ich finde es weniger ein Problem, mich sexy zu geben, wenn ich mich danach fühle und das entsprechend beachtet wird, als wenn ich einen Rock und Stiefel aus Alltagsbequemlichkeit trage und plötzlich ebenfalls von allen Seite angeflirtet werde. Denn ich trage einen roten Lippenstift auch mal, weil ich Lust darauf habe und stelle regelmäßig fest, dass es ein besonderer Tag sein muss, wenn alle Männer plötzlich so hilfsbereit und freundlich sind, bis mir einfällt, dass es nicht am Sonnenschein liegt, sondern an einem vermeintlich erotischen Signal meinerseits. Andersherum ist es extrem frustrierend an anderen Tagen, die ich in Schlabberpulli, Jeans und mit ungeföhnter Frisur verbringe, vollends ignoriert zu werden. Aber Schönheit bestimme ich nach meinem Empfinden, und ich will nicht von Fremden daran erinnert werden, dass weibliche Attraktivität in dieser Gesellschaft auf hohen Hacken balancieren muss.<br />
Wie schwierig muss es also für junge Frauen sein, wenn sie nur Akzeptanz nur über ein stereotypes Äußeres erfahren?!</p>
<p>Die „Hypersexualisierung“ der Gesellschaft sei als Zeichen der weiblichen Emanzipation und Macht verstanden worden, sagt Walter. Tatsächlich aber sei sie nicht nur verwurzelt in fortschreitender Ungleichheit, sondern produziere noch mehr Ungleichheit, greift auch die <a href=" http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E2C15A769CE0044D28D349941D8799A41~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><em>FAZ </em></a>Walters Thesen auf.</p>
<p>Das heißt, vor allem junge Frauen definieren sich ausschließlich über ein sexuelles Selbstbewusstsein, das keinesfalls auf Erfahrung und Erforschung eigener Bedürfnisse beruht, sondern sich schlicht an dem Unterwäscheplakat an der Bushaltestelle orientiert – im besseren Fall; im schlimmeren anhand dessen, womit Frauen es heute meistens in die Medien schaffen: Sey Sexy Sexy. Und das sei, <a href="http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1245807/Land-living-dolls-The-generation-believe-bodies-passport-success.html" target="_blank">laut</a> Walter, ein weiterer Rückschritt, den Körper als Eintrittskarte zum Erfolg zu sehen. Obendrein „mit einer sehr verengten Sicht darauf, was es heißt, eine Frau zu sein.“</p>
<p>Genauso problematisch finde ich es, wenn sexuelles Selbstbewusstsein ausschließlich über stereotype Attraktivität und das Begehrtwerden definiert wird. Wer sich danach richtet, versäumt es, sein eigenen Begehren individuell festzulegen. Stattdessen werden Schemata dessen übernommen, von dem andere behaupten, es sei ein unumgehbares Signal sexueller Selbstsicherheit. Dabei bin ich erstaunt, wie viel Unsicherheit und Unerfahrenheit hinter mancher aufgebretzelten Auslage liegt. Und das schränkt in doppelter Hinsicht ein, denn im Grund soll das schön und sexy Schein bleiben, während tatsächliches Selbstbewusstsein kaum jemand ertragen kann. Am allerwenigsten die Medien. Denn das hieße auch, sich selbstbewusst gegen Pornos und BlowJobs auszusprechen, wenn es nun mal auf der eigenen Liste keinen hohen Rang einnimmt. Früher hatte der Zwang zum Sexy-Sein mit dem Vorwurf „Sexismus“ noch einen ernst zu nehmenden Gegner. Aber heute, so argumentiert Walter sei es schwieriger, Sexismus als Argument zu nennen. Denn die Frauen, die wollen ja unbedingt ihre Brüste in die Kamera halten, heißt es. Sexismus agiert heute wie Guerilla-Marketing, aus dem Hinterhalt und subversiv und ohne wir uns versehen, müssen auch wir Feministinnen plötzlich den Schrank voller Sextoys haben, um der Befreiung sexueller Weiblichkeit nicht im Wege zu stehen.</p>
<p>Ob es deshalb der richtige Weg ist, jungen Frauen das vorzuwerfen? Warum nicht jedes Mal laut und an alle Adressen „Sexismus“ rufen, wenn die Mechanismen greifen, in denen Weiblichkeit und Sexy sein ins enge Korsett gesteckt werden, um mit flachem Atem der einzigen Möglichkeit auf Wahrnehmung entgegen zu hecheln.</p>
<p>Oder wie Anna North es auf <a href="http://jezebel.com/5456276/has-sexism-gotten-worse-or-what-teens-can-learn-from-speculum-play?skyline=true&amp;s=i" target="_blank"><em>jezebel </em></a>angesichts der us-amerikanischen Teenagermädchen formuliert, deren Jungfräulichkeit besonders heiß verpackt wird:</p>
<blockquote><p>Right now the average teenage girl in America is hearing that she&#8217;s pure and virginal and only wants love, but also that she&#8217;d better get on the pole if she wants to be &#8220;hot&#8221; — she deserves to learn that she&#8217;s nobody&#8217;s madonna, and nobody&#8217;s whore, except her own.</p></blockquote>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/3554ab72a0564875b9cd179e7c60820b" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Hauptsache geil aussehen</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 10:51:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körperkult]]></category>
		<category><![CDATA[Castingshows]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Natasha Walter]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheitsterror]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von gestern schreibt der Feuilleton-Redakteur Jörg Thomann über das Phänomen sich selbst entblößender Mädchen und junger Frauen. Anlass für seinen Text ist das neue Buch von Natasha Walter, &#8220;Living Dolls. The Return of Sexism&#8221;. Von den Castingshows, kritisiert Natasha Walter, lernten Frauen, das Aussehen und das Verhalten anderer Frauen permanent [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/521be9944d364a9ba46d9502dc99c445" alt="" width="1" height="1" />In der <em>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</em> von gestern <a href="http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E2C15A769CE0044D28D349941D8799A41~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">schreibt</a> der Feuilleton-Redakteur Jörg Thomann über das Phänomen sich selbst entblößender Mädchen und junger Frauen. Anlass für seinen Text ist das <a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2010/jan/25/natasha-walter-feminism-sexism-return" target="_blank">neue Buch</a> von <a href="http://natashawalter.com/" target="_blank">Natasha Walter</a>, &#8220;Living Dolls. The Return of Sexism&#8221;.</p>
<blockquote><p>Von den Castingshows, kritisiert Natasha Walter, lernten Frauen, das Aussehen und das Verhalten anderer Frauen permanent zu bewerten &#8211; und sie erlebten, dass jene, die dem vermeintlich objektiven Anspruch an weibliche Attraktivität nicht genügen, aussortiert werden. Ein gesundes Selbstbild entsteht so nicht. Laut der „Bravo“-Studie 2009 sind nur noch 56 Prozent der befragten Mädchen zwischen elf und 17 Jahren mit ihrem Aussehen zufrieden und nur 54 Prozent mit ihrem Gewicht.</p></blockquote>
<p>Nun empfinde ich das Sichzurschaustellen in dummen Casting- oder Reality-Shows nicht als typisch weibliches Phänomen – lassen wir mal Singwettbewerbe außen vor, denn da geht es ja tatsächlich um so was wie Können. Auch männliche <em>Big Brother</em>-Bewohner oder <em>Bachelorette</em>-Kandidaten fallen nicht unbedingt durch ihre Scharfsinnigkeit oder durch sonstige besondere Talente auf. Da geht es dann auch eher um die schnittigere Frisur oder den größeren Bizeps als um den höheren Bildungsabschluss.</p>
<p>Natasha Walters Befürchtung allerdings, das Frauenbild reduziere sich durch mediale Eintönigkeit auf Attraktivität und Wohlgeformtheit des weiblichen Körpers, die teile ich. Es ist nichts Neues, dass Frauen nach ihrem Aussehen bewertet werden, das passierte Dagmar Berghoff in ihren Anfangsjahren als Nachrichtensprecherin sicherlich genauso. Der große und vor allem schwerwiegende Unterschied ist nun allerdings, dass viele junge Frauen – und auch ältere, siehe <a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/leute/Simone-Thomalla-undercover_aid_806587.html" target="_blank">Simone Thomalla</a>, <a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/leute/Madonnas-Muskel-Show_aid_606595.html" target="_blank">Madonna</a> und viele andere  – nach ihrem Äußeren bewertet werden <em>wollen</em>. Und zwar nicht nur im TV, sondern auch im Internet.</p>
<p>Sie definieren so weiblichen Erfolg selbst und aktiv als eine Sache von Attraktivität, geringem Körpergewicht, schönen Haaren, prallen Brüsten, flachen Bäuchen um. Und das ist tatsächlich ein erschreckender und massiver Rückschritt in der Emanzipation von Frauen.</p>
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