Einträge mit dem Tag ‘Musikerinnen’


Samstagabendbeat: Versuchen cool zu sein mit Ilgen-Nur

27. Mai 2017 von Charlott

Ilgen-Nur „is still figuring it out“, wie sie in Cool singt, aber diesem Prozess hört man doch sehr gern zu, wenn er in solch eingängigen Songs mündet wie denen der Debüt-EP No Emotions. Auf der FB-Seite werden Künstler_innen wie Soko, Kate Nash und Sonic Youth als Einflüsse genannt und genau diese Echos kann man auch in den fünf Songs der EP hören.


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Samstagabendbeat: Die Neudefintion der tragischen Frauengestalt mit Laura Marling

11. März 2017 von Charlott

But I was wild once
And I can’t forget it
I was wild, chasing stones

Semper Femina heißt das neuste, gestern erschienene Album der britischen Musikerin Laura Marling. „Semper Femina“ ist das Ende des Zitats „Varium et mutabile semper femina“ (Eine Frau ist ein stets launenhaftes und wandelbares Wesen) aus der Aeneis. Die beiden Wörter trägt Marling als Tattoo und nun also ein Album gleichen Namens, in dem sich die 27-Jährige ganz und gar Frauen zuwendet: ihren Geschichten, Beziehungen untereinander und Bezügen aufeinander (wenn sich das leider auch nicht wirklich in für das Album engagierte Musikerinnen und Produzentinnen niederschlägt).

Doch die Grundprämisse klingt nicht nur nach einer guten Idee, sondern in Song-Form auch nach guter Musik. „Next Time“ ist der zweite Song zu dem ein Video veröffentlicht wurde (bei dem Marling zu dem Regie führte) und beinhaltet visuelle Echos von Charlotte Perkins Gilmans Klassiker The Yellow Wallpaper. Das passt dann auch bestens zu Marlings Ziel, welches sie mit der Platte verfolgt: die tragische Frauengestalt neu zu definieren. Nicht etwa als schlichtweg zartbesaitet, unterwürfig, sondern als komplex – so wie das Leben halt.


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Samstagabendbeat: Neues Joy Denalane Album!

4. März 2017 von Charlott

Sechs Jahre warten hat nun ein Ende: Gestern erschien endlich Joy Denalanes neustes Album Gleisdreieck! Gleisdreieck ist eine U-Bahnstation in Berlin. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagt Denalane:

Es ist die DNA von Joy Denalane, der Ort, der mich geprägt hat wie kein anderer. Davon habe ich viel mitgenommen. Das Gleisdreieck als Metapher finde ich außerdem poetisch. Bei dem Begriff denke ich an einen Umsteigebahnhof, eine Weggabelung, einen Ort des Abschieds und der Begegnung, und ein Bild für Bewegung.

Ab April geht Joy Denalane auf Tour. Alle Termine gibt es auf ihrer Webseite.


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Samstagabendbeat mit Shea Diamond „I Am Her“

25. Februar 2017 von Charlott

there is an outcast in everybody’s life and i am her

Shea Diamond ist eine Singer/Songwriterin aus Little Rock, Arkansas. Im letzten Oktober erschien ihre großartige Single „I Am Her“ und im Januar veröffentlichte sie noch einmal eine a cappela Version dieses Songs. In dem Video steht sie vor einem riesigen Bild, welches Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera protestierend zeigt. Zu dem Video schreibt Diamond:

I’m thankful that my trans sisters sacrificed in this movement so women like me are able to be whomever we choose. Marsha P Johnson, our founding mother, made it possible for us to take advantage of rights we never knew someone had to fight for. Now, as a trans woman of color, I’m free to be the artist I never dreamed I’d get the chance to be. I’m able to finish where they left off and give our youth something to believe in!


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Nicht in der Bequemlichkeit der Mehrheitsmeinungen verblassen

26. Januar 2017 von Magda
Dieser Text ist Teil 124 von 128 der Serie Die Feministische Bibliothek
Sie begann den nächsten Versuch, etwas Neues zu erzählen, mit einer Sprache, die all dem gerecht werden müsste. Oder zumindest versuchen sollte, nicht in der Bequemlichkeit der Mehrheitsmeinungen zu verblassen. (S. 199)

„Biskaya“ ist ein afropolitaner Roman der Berliner Aktivist*in, Performer*in und Autor*in SchwarzRund über das Leben von Schwarzen Menschen in Berlin.

Musik steht im Mittelpunkt der Hauptprotagonistin Tue, eine dreißigjährige queere Schwarze Musikerin, die mit drei Elternteilen aufgewachsen und Sängerin einer deutschsprachigen Indie-Band ist. Mit dieser verbindet sie eine konfliktreiche Hass-Liebe: Die Liebe zur Musik trifft auf unsensible Bandkollegen, die Tue zwar gerne als Aushängeschild sehen, aber ihre politischen Botschaften lieber nicht hören wollen. Zu Schwarz, zu queer darf ein Aushängeschild nicht sein.

Dann ist da noch der fürsorgliche, unendlich sympathische und super-stylische Matthew sowie später auch die jugendliche Sarah (Pronomen: sie oder gar nichts), die Tue stets liebevoll einen Spiegel vor die Augen hält und ihren eigenen Rucksack an Familiengeschichte zu tragen hat. Die beiden stellen die engsten Verbündeten oder Freund_innen oder so etwas wie eine Familie für Tue dar. Genau kann mensch das nicht sagen, denn Tue ist viel für sich allein und hat zuweilen Mühe, zwischen Panikattacken, einem schwierigen Verhältnis zum Essen, einem Klinikaufenthalt, das absehbare Ende der Band sowie erlebter rassistischer und sexualisierter Gewalt Verbindungen zu ihrem sozialen Umfeld aufzubauen. Ihre wichtigste Beziehung pflegt Tue weiterhin zur Musik, zu ihren immer politischer werdenden Texten und ihren vollgekritzelten Zetteln, die sie säckeweise sammelt und wochenlang sortiert, bis sich der Staub zwischen ihren Zehen sammelt.

Ihre Herkunftsfamilie existiert in ihrem Leben nur in Form von Rückblenden, Briefen und Erinnerungen. Referenzpunkt ist das kleine Biskaya, eine eigenständige Schwarze europäische Insel vor der Küste Europas. Blicke in die Vergangenheit geben dem Roman die historische Tiefe und einen Twist am Ende, der die Widersprüchlichkeiten und Tragiken des Lebens aufzeigt. Deutscher Kolonialismus und heteronormative Familienkonstellationen spielen im Roman genau so eine Rolle wie Krisen und Ängste, wobei die Protagonist_innen nur selten belehrend oder moralisierend erscheinen. Es ist Platz für Imperfektion und für gegenseitigen kritischen Austausch.

Messerscharfe Witze, die gleichzeitig Situationen aufdecken und verstörend wirken. Sarkastische Kommentare, die den Nagel auf den Kopf treffen, und oft genug auch zielgenau in die Wunde. Ich weiß nicht, ob ich alle Zwischentöne dieses komplexen Zusammenspiels menschlicher Höhen und Tiefen und allem, was dazwischen liegt, einfangen oder begreifen konnte (das muss mensch auch nicht, um gefesselt zu sein). Ich weiß nur, dass mir in den letzten Jahren oftmals die Konzentration dafür fehlte, ein Buch von vorne bis nach hinten zu verschlingen, und dieses gehörte sicherlich zu denen, die ich ungern aus den Händen legte.

Schwarzrund: „Biskaya,“ erschienen 2016 im zaglossus Verlag.


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Samstagabendbeat mit Künstlerinnen, die Trump einen Korb gaben

21. Januar 2017 von Charlott

Gestern war der Amtsantritt von Donald Trump als neuer us-amerikanische Präsident. Drum feiert der heutige Samstagabendbeat einige der Künstler_innen, die angefragt wurden bei dieser Veranstaltung aufzuspielen, die aber empört abgelehnt haben. Denn: Egal wie groß die Bühne und das potentielle Publikum, nichts rechtfertigt sich für Trump einspannen zu lassen und ihn und seine Politiken zu normalisieren.

Dixie Chicks

Rebecca Ferguson

Charlotte Church


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Future Girls feat. Bernadette La Hengst

14. Januar 2017 von Magda

Ein Musikprojekt mit den ‚Future Girls‘ und Bernadette La Hengst, das den besten Satz der Musikgeschichte enthält: „Ich kann sehr gut Pizza essen“.

Durchgeführt von TRITTA e.V. – Verein für feministische Mädchenarbeit Freiburg.


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Samstagabendbeat: Bye bye, 2016.

31. Dezember 2016 von Charlott

Für die letzten Stunden dieses Jahres gibt es hier noch ein paar wunderbare Lieder, die allesamt auf Alben dieses Jahr erschienen sind. (Und wer noch mehr Musik aus 2016 sucht: Nadia hat auf Shehadistan auch eine feine Zusammenstellung vorbereitet.) Die Liste gibt es auch als Playlist vollständig bei Youtube und bei Spotify.

Tegan and Sara „Faint of Heart“ (aus dem Album „Love You to Death“)

Alsarah & The Nubatones „Ya Watan“ (aus dem Album „Manara“)

The Tuts „1982“ (aus dem Album „Update Your Brain“)

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Samstagabendbeat mit Mitski (Special Appearence: Marceline the Vampire Queen)

17. Dezember 2016 von Charlott

Mit Puberty 2 hat Mtsiki in diesem Jahr ihr bereits viertes Album herausgebracht. Die Musikkritik hat es ziemlich gefeiert und nun zum Ende des Jahres findet die Platte sich auch auf der einen oder anderen Jahresbestliste wieder. Aber auch die vorangegangen Songs dieser großartigen Musikerin sind nicht zu verachten, wie beispielsweise „Townie“ von der 2014er Platte Bury Me At Makeout Creek.

Und für Menschen wie mich, die einen riesigen Softspot für Marceline the Vampire Queen aus Adventure Time haben, gibt es auch noch das passende Video. Marceline covert Mitskis „Francis Forever“:


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Samstagabendbeat mit Carole King (aka die Gilmore Girls Edition)

26. November 2016 von Charlott

Vielleicht gehört ihr ja auch zu all jenen, die gestern einen sehr langen Abend hatten, weil sie die neue Gilmore Girls Miniserie auf Netflix bingewatchen mussten – oder ihr fiebert noch dem Moment entgegen, wo ihr Zeit habt zum Gucken. Und was wäre Gilmore Girls ohne Carole King? Deren Song „Where You Lead“ (erstmals erschienen auf ihrem Album Tapestry im Jahr 1971) ist seit dem Start der Serie im Jahr 2000 in veränderter Version gemeinsam mit Kings Tochter Louise Goffin aufgenommen der Titelsong. Außerdem beehrte sie die Serie immer wieder mit Gastauftritten als Sophie Bloom, die Besitzerin des Instrumentenladens in Stars Hollow. Auch in der Miniserie ist sie mit dabei (und wer aufmerksam ist sieht auch Louise Goffin).

Und für alle, die die Serie noch(mal) gucken wollen, ein Bullshit Bingo ist sicher nicht fehl am Platz:


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