Einträge mit dem Tag ‘Musikbiz’


Zurück in die Zukunft und Gegenwart in Altersarmut – kurz verlinkt

21. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 298 von 355 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das neue an.schläge-Magazin ist gerade erschienen und widmet sich im Hauptthema der Musikindustrie. So schreibt dort beispielsweise Caren Miesenberger über die feministische, brasilianische Musikerin MC Carol, die sich in ihren Songs mit Sexismus, dem Leben im Favela aber auch dominanter Geschichtsschreibung auseinandersetzt.

Der Polizist der 2012 wegen Fahrlässiger Tötung Oury Jallohs veruteilt wurde, soll nun auch die Prozesskosten übernehmen. Doch muss er diese nicht einmal allein stemmen. Oder überhaupt. Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt übernimmt stattdessen, berichtet neues deutschland.

Bei ZeitOnline schreibt Annett Gröschner über die Diskriminierung geschiedener Frauen, die in der DDR gelebt haben. Aufgrund bestimmter Rentenberechnungsansätzen leben viele von diesen heute in Altersarmut: „Das Problem war den Architekten des Einigungsvertrages bekannt, es ist ihnen nicht aus Versehen passiert. Im Gegenteil, man könnte ihnen nach Lage der Akten sogar Vorsätzlichkeit unterstellen, denn sie wurden noch vor Abschluss des Vertrages darauf hingewiesen.“

In der letzten Woche fand die Konferenz Dare the im_possible/ Wage das Un_Mögliche statt. Über ihre Diskussion zu möglichen generationsübergreifenden Bündnissen hat Magda Albrecht bereits hier geschrieben. Weitere Panel wurden auf einem Veranstaltungsblog dokumentiert. Dort schreibt zum Beispiel Hengameh Yaghoobifarah über Diversität und Repräsentation im Kulturbetrieb – und warum es nicht nur reicht ‚mehr Frauen‘ zu fordern.


englischsprachige Links

Egal ob eine jemals den Film gesehen hat, wenn man im Internet unterwegs ist, ist es kaum möglich nicht drauf hingewiesen zu werden: Heute ist der Tag an dem Marty McFly aus Back to the Future in der Zukunft ankommt. Ein lesenswerter Text von Jamil Smith bei New Republic, wenn auch schon aus dem Juli, widmet sich der Darstellung sexualisierter Übergriffe und race.

„My first reaction was, no way can I take that job, since I knew all about Homeland and its problems. But then I contacted many artists, just in case anyone wants or needs that job. Whoever I asked, the answer was always “no way!”. Then Caram Kapp and I, who have worked together on some graffiti projects and on the book Walls of Freedom met up with Heba Amin. She said “why not put our own messages in”?“, Muftah schreibt über die Graffiti-Künstler_innen, die in der Serie Homeland ganz unbemerkt (da offensichtlich keine andere Person am set arabisch lesen konnte) kritische Kommentare unterbrachten.

Einen tollen Podcast-Tipp gibt es außerdem:

Termin in Münster

25.10. in Münster: Salon fèministe Vol.X: Nadine Lantzsch liest aus „Queer_feminismus. Label&Lebensrealität“. (FB-Link)


Facebook | |


Handeln gegen Antisemitismus, armutsgefährdete Frauen, Diskriminierung im Musikbiz – kurz verlinkt

5. März 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 6 von 355 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat ein aktuelles Lagebild zu Antisemitismus in Deutschland veröffentlicht. Eine Zusammenfassung sowie das ausführliche Lagebild mit Handlungsvorschlägen findet ihr hier.

Maiki* hat eine Liste mit den Female MCs, die sich bei der III: RAPutation beworben haben, angelegt.

„Vor 130 Jahren ging die Berliner „Kongo-Konferenz“ zu Ende. Sie war der Auftakt für die koloniale Eroberung Afrikas. Die damals willkürlich auf dem Reißbrett gezogenen Grenzen prägen den Kontinent bis heute„, schreibt die deutsche Welle (DW).

Jede elfte Frau gilt als armutsgefährdet. Dies sei der Fall, da der Anteil von Teilzeitarbeit stark ansteigt (unter anderem aufgrund der andauernden Verantwortung für care-Arbeit) und selbst Frauen mit Vollzeit-Jobs nicht genügend verdienen – so die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage.

Englischsprachige Links

Vergangene Woche verstarb Leonard Nimoy. The Militant Baker erinnert (auch) an seinen weniger bekannten body acceptance-Aktivismus durch Fotografie.

Elon James White von This Week in Blackness fasst in einem Storify noch einmal Grundlegendes zu den schon lange andauernden Debatten um „Toxic Twitter“ zusammen.

Bekannte Musikproduzentinnen sind aus Gründen eher rar –  wodurch sich das ändern könnte, dazu geben 13 profilierte Produzentinnen ihre Antworten bei The Fader (leider eingeleitet mit einer überflüssigen „Genitalien“-Bemerkung).

Bei Frauen werden Herzinfarkte seltener erkannt und oft nicht direkt richtig behandelt, erläutert ein Artikel auf npr.

Besonders wichtig angesichts des bevorstehenden Frauenkampftages: ein neuer Cartoon von Trouble X:

 Termine in Berlin und Leipzig

Am 11. März in Berlin, 17 Uhr, Lesbenberatung (Kulmer Str. 20a), findet die Veranstaltung „Release: Das ‚Safer Sex Handbuch stellt sich vor“ statt. Der Eintritt ist frei und „open for alle genders“.

Am 19. März in Berlin, 18 Uhr, beim Interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I, findet die Auftaktveranstaltung der neuen Workshop-Reihe „Widerstandsbewegungen von Geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland: Information – Austausch – Vernetzung – Empowerment“ statt. Die Workshop-Reihe wird von Frauenkreise, S.U.S.I., dem Migrationsrat Berlin-Brandenburg und Krik TV organisiert und umfasst mehrere Veranstaltungen bis Juni. Weitere Infos zu dieser und den kommenden Veranstaltungen findet ihr hier (PDF).

Vom 7. bis 10. April findet in Grillensee (in der Nähe von Leipzig) ein Seminar statt, bei dem sowohl von Referent_innen als auch in Workshops die „Schnittfläche von Sexarbeit und Feminismus“ kennengelernt, diskutiert und weiterentwickelt werden soll.


Facebook | |


Unterstützung zum anrufen, Sexismus zum anziehen – die Blogschau

9. März 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 196 von 295 der Serie Die Blogschau

Mehr Monoagapanie und die Möglichkeit diese zu genießen!  Moment: Monowas?  Don’t degrade Debs, Darling! erklärt, was es damit auf sich hat und welcher Zusammenhang zur allgegenwärtigen Paarnormativität besteht: „Ich habe Liebeskummer, weil die Liebe wie sie in unserer Gesellschaft verlangt und erwartet wird, in mir diesen Kummer verursacht!“

Zwei algerische Feministinnen im Dialog über Solidarität, Bündnismöglichkeiten, weiße Dominanzen und Aneignungen: Global sisterhood – work in progress.

Selbstfürsorge: Kniffs & Tricks & Tipps – Melanie schreibt bei den femgeeks über feministisches Burnout und aktivistische Erschöpfung.

A propos: Eine praktische Idee, wie sich Menschen in Online-Debatten gegenseitig unterstützen und Kräfte gespart werden könnten, baldowert derzeit Dr. Indie aus. Wer macht mit?

In einer Pressemitteilung anlässlich des gestrigen Internationalen Frauen(kampf)tags ergeht vom Netzwerk female:pressure ein dringender Appell: Mehr Raum für Frauen in elektronischer Musik und digitaler Kunst! Die Initiative:  „Nach der kürzlich entbrannten Sexismusdebatte ruft female:pressure zur gründlichen Revision weiblicher Beteiligung in elektronischer Musik und digitaler Kunst auf. Dazu wollen wir mit einer Analyse unserer Arbeitsbedingungen beitragen.“

Dr. Daniele Daude hat für kritisch-lesen.de eine Rezension zu bell hooks‘  Standardwerk Black Looks verfasst.

OTTO? Find ich nicht gut. Mit einem sexistischen Kinder(!)-T-Shirt begibt sich der bekannte Versand gepflegt ins Stereotypen-Aus.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Falsch reden, richtig rocken – kurz verlinkt

11. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 185 von 355 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 2.

Welche Auffassungen führen zu Street Harrassment? In letzter Konsequenz: die Überzeugung, das Recht dazu zu haben (Text auf Englisch).

Auch wenn die bekannte Zeitschrift Brigitte nicht gerade, hm,  Vorreiterin im Kampf gegen Körper- und Schönheitsnormen ist: In diesem Beitrag wird vieles, was Fat Shaming, aber auch Selbstakzeptanz ausmacht, schön auf den Punkt gebracht. Dazu passt auch das Interview mit der ARGE Dicke Weiber in der aktuellen Progress.

Laina Dawes hat ein Buch über ihre – teilweise ganz schön widrigen – Erfahrungen als Schwarzer weiblicher Metal-Fan geschrieben. Im Interview stellt sie es vor.

DIY, das selbst Herstellen von Dingen, ist hip. Dagegen sei an sich erstmal nichts einzuwenden, so Sarah Brown bei xojane – jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass entgegen des teilweise besonders „ethisch“ daher kommenden Appeals vieler DIY-Blogs und Webseiten diese kaum einen ernsthaften Widerspruch zu Konsumismus und gängigen Weiblichkeitsvorstellungen bieten (Text auf Englisch).

An US-amerikanischer Pop- und Netzkultur Interessierte haben es wahrscheinlich mitbekommen: den Streit zwischen der – auch von Feminist_innen gefeierten – Rapperin Azealia Banks und Klatschblogger Perez Hilton, in dessen Verlauf Banks mit hetero/sexistischen Beleidigungen aufwartete.  Spannende Perspektiven auf diese Vorfälle, die über ein „Banks vs. Perez“-Tribunal hinaus gehen, gibt es bei  von Janet Mock bei xojane und von Edward Ndopu beim Crunk Feminist Collective (auf Englisch).

Der Freitag übersetzt einen Text von Kira Cochrane über voyeuristisches Paparazzi’eskes Mobbing per Creepshots (heimlich aufgenommene Fotos, in der Regel von sexualisierten Körperteilen/Motiven, die dann im Internet veröffentlicht werden). Fazit: „Da äußert sich Wut gegen eine eigenständige weibliche Sexualität. Sex und Frauen – das ist vollkommen in Ordnung, solange die Frauen passive Objekte sind. Doch sobald sie selbst über ihre Intimität bestimmen wollen und mit wem sie diese teilen, weckt das Hass.“

Sprache ist wichtig. Sprache verändert sich und uns. Und wer bestimmt, was „richtige“ Sprache ist? Unter der pointierten Überschrift „Frauen, hört auf zu reden. Alte Männer mögen nicht, wie ihr sprecht“ widmet sich Jezebel   dem Dauerbrenner (auf Englisch).

Wie kann sexueller Konsens – also das Herstellen von Einvernehmlichkeit –   in der Praxis aussehen?  Ein Vorschlag dazu sind „Ja, nein, vielleicht“-Listen: Sammlungen von von Tätigkeiten,  bei denen vermerkt werden kann, welche Dinge man sehr gern tut, mal ausprobieren würde oder was gar nicht in Betracht kommt. Ob man diese Listen nun ausfüllt und dann austauscht, gemeinsam ausfüllt und darüber redet oder einfach für sich selbst zur eigenen Inspiration verwendet – eine Fülle von Anregungen zur Kommunikation über Sex und für konkrete Action können sie auf jeden Fall bieten.  Scarleteen hat allerhand Vorschläge (auf Englisch).

Wie der Buchhandel Trivialromane als „Frauenliteratur“ vermarktet, beschreibt DieStandard.

Termine:

Am 21. Januar an der Ruhr Universität, Bochum: Die Welt ist komplex – Genau wie du! Workshop zu sozialer Ungleichheit – in intersektionaler Perspektive

Im Jahr 2013 wird der erstmals der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis des Journalistinnenbundes für Online-Beiträge vergeben. Alle Informationen dazu findet Ihr hier , Vorschläge werden bis 1. März 2013 angenommen.


Facebook | |


Feste, Filme, Fails und Forschung – kurz notiert

6. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 182 von 355 der Serie Kurz notiert

Das Missy Magazine hat letztens ein fulminantes Fest gefeiert. Die Musik dazu kam von Jolly Goods und Peaches. Hier ein paar Impressionen.

Ebenfalls zum Gucken und Hören: Im Film Familie trans*formieren erzählen mehrere Trans*leute davon, wie sie Elternschaft (er)leben.

Viel zu lesen haben wir mal wieder in der österreichischen diestandard gefunden:

So betrachtet sie den medialen Umgang mit den Musikstars Rihanna und Chris Brown und sieht Rihanna in der Kritik wegen ihrer Weigerung, das „perfekte Opfer“ zu geben  (Hinweis: Beschreibung körperlicher Gewalt).

Welche_r noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, wird von diestandard  mit  Buchtipps versorgt.

Einer Studie nach sind in Deutschland Frauen vom Pflegerisiko und der damit zusammenhängenden Altersarmut deutlich stärker betroffen als Männer.

„Die Kriminalisierung von Aufenthaltsehen ist für die Fremdenpolizei ein mächtiges Mittel, um binationale Ehen und deren Lebensumfeld zu kontrollieren“, sagt die Politkwissenschaftlerin Irene Messinger.

Die Einführung der „anonymen Entbindung“ in Österreich war offenbar eine sinnvolle Maßnahme: Kindestötungen in Österreich nach der Geburt im letzten Jahrzehnt um die Hälfte gesunken, Babyklappen werden viel seltener in Anspruch genommen.

Mehr aus Österreich: Mitte Oktober wurde im brut Wien das Stück „Assassinate Assange“ aufgeführt, das Julian Assange als Opfer einer Verschwörung darstellt. Agate S. kommt in der Malmoe zu einem klaren Urteil:  „Die Aufregung um Angela Richters Assange-Stück förderte abermals die üblichen Abwehrmechanismen und Verharmlosungsstrategien [bezüglich sexualisierter Gewalt] zu Tage und soll hier als Beispiel für die Widerwärtigkeit des gesamtgesellschaftlichen Verharmlosungsdiskurses dienen.“

Spektakuläre Aktion *gegen* rape culture: Facebook-User_innen kaperten die Social Media-Auftritte der bekannten  Unterwäschefirma Victoria’s Secret, um für das Konsenskonzept zu werben und damit Vergewaltigungen entgegen zu treten.  Quintessenz der Aktion:  „While we can’t expect a message that is empowering for women to come from a brand like Victoria’s Secret, we can make it come from their hashtag. This campaign has only begun.“

Jutta Hartmann erklärt am Beispiel Schule, wie Heteronormativität wirkt_hergestellt wird.

Stellenausschreibung: Das FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) sucht eine Systemadminstratorin!

Termine:

Am kommenden Samstag in Berlin: Lookism & fat Empowerment Tagesworkshop (flt* only). Los geht es um 12 Uhr im Projektraum H48,  Hermannstr.48 Berlin Neukölln, 2.Hinterhof 2.Stock (barrierefrei). Anmelden könnt ihr euch unter sabberglibberflutsch@googlemail.com. Hier der Link zum Facebook-Event.

Damit es nicht still wird um die inhaftierten russischen Aktivistinnen: Am 12.12. soll eine weltweite Lesung für Pussy Riot stattfinden.

Buchpremiere von „Frauenkörper neu gesehen“ am 14.12. um 19.30 Uhr in der Urania, Berlin: Laura Méritt und Autorinnen reden und diskutieren über Weiblichkeit, Geschlechtervielfalt, Körpernormierungen und mehr.


Facebook | |


(Cis-)Sexismus und die Vereinbarkeitsdebatte – kurz verlinkt

4. Juli 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 166 von 355 der Serie Kurz notiert

In Afghanistan kämpft eine Familie dafür, dass die Vergewaltigung der Tochter ernst genommen wird – nicht so einfach, wenn die Beschuldigten Polizisten sind, wie die New York Times berichtet.

Mal wieder eine super Idee aus München: Sexismus für eine saubere Isar. Widerliche zweideutige Sprüche und die Aussicht auf die jungen „Müll-Feen“ in rosa Shirts sollen Umweltverschmutzer bekehren. Weil bestimmt auch noch nie eine Frau etwas in die Isar geworfen hat.

A propos sexistische Kampagnen: Sociological Images zeigt, mit welchen gestalterischen Mitteln Frauen zu Sexobjekten gemacht werden.

„Ich steh‘ auf Frauen und Transmänner.“ Was an dieser Aussage cissexistisch ist, erläutert Jos Truitt auf Feministing und damit, warum Begehren politisch ist.

Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre zu israelbezogenem Antisemitismus herausgegeben.

Gute Nachricht zur Gesundheitsreform in den USA: Sie ist ver­fassungs­kon­form! Noch eine gute Nachricht, diesmal aus Deutschland: Eine lesbische Iranerin wird doch nicht abgeschoben. Zuvor hatte ihr noch ein Gericht geraten, sie solle einfach unauffälliger leben.

Warum gibt es Rock Camps nur für Mädchen? Weil Frauen in der Rockmusik immer noch ganz furchtbar unterrepräsentiert sind. Zehn coole Gitarrist­innen stellt da zum Glück das Paste Magazine vor.

Bei dem derzeit populären Thema „‚50 Shades of Grey‘ enthüllt endlich, wie gern Frauen unterworfen werden wollen“ wird leider total übersehen, dass dies wirklich nichts neues ist. Denn weibliche Dominanz und männliche Submission werden bis heute nur ertragen, wenn sie doch irgendwie in traditionelle Rollen gestopft werden. Die Mechanismen zeigt das Bitch Magazine auf.

Letzte Woche verwiesen wir auf „Why Women can’t have it all“ – und reichen jetzt tatsächlich einmal die Frage „What about teh menz?“ nach, gestellt von keiner Geringeren als Jessica Valenti bei The Nation. Denn dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch als reines Frauenthema gilt, muss sich dringend ändern.

Die Olympionikin Sarah Robles ist die stärkste Frau in den USA, dennoch lebt sie in Armut. Für Sponsoring-Verträge ist sie nicht konventionell schön und schlank genug. Auf indiegogo gibt es eine Kampagne um sie und ihren Trainer zu unterstützen. Auf Pretty Strong bloggt sie mit ihrer Kollegin Jessica Gallagher übers Gewichtheben und Diskriminierung.

Mensch kann es den Medien nicht oft genug sagen: Misshandlungen von Kindern und Vergewaltigungen sind keine „Sex Skandale“. Sexualisierte Gewalt mit ein­ver­nehm­lichen Sex gleichzusetzen ist Verharmlosung, rantet Mary Elizabeth Williams bei Salon.

Beim „Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin“ wimmelte es leider nur so von rassistischen und islamophoben Vorschlägen. Das Leipziger Netzwerk gegen Islamophobie und Rassismus hat daher einen Offenen Brief verfasst, diesen diskriminierendem „Meinungen“ keine weitere Plattform zu bieten. Der Brief kann mitgezeichnet werden.

Termine gibt es diesmal für Darmstadt, Paderborn und Mainz, sowie „im Internet“: (mehr …)


Facebook | |


An die Teller – Fertig! Los!

21. Februar 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 1 von 19 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Das Herz schlägt für Vinyl. Seit 1998 unterrichtet djane mithras Mädchen und Frauen in der Kunst des Plattendrehens. Seit 2002 betreibt sie im schweizerischen Basel mit „rubinia djanes“ ihre eigene djane-Schule. Auch 2009 bietet mithras ein umfangreiches Kursprogramm an, um, wie sie selber sagt, „an der Sichtbarmachung von Frauen in dem Business“ zu arbeiten. Denn auch wenn es ihrer Meinung nach „Plattendreherinnen wie Sand am Meer“ gibt, die Meisten denken beim Begriff DJ dann doch an einen Mann.

Woran das liegt, was sich verändern lässt und wie jede einzelne das anpacken kann, das erklärt mithras uns im Interview:

mithras, erzähl uns einleitend mal etwas über das Kursprogramm 2009 bei rubinia djanes.
In den Kursen wird die Grundlage des DJings vermittelt. Der Grundaufbau ist immer der Selbe: 1. Block gründliche Einführung in die Equipment-Technik, damit die Frauen ihre ansozialisierte Technik-Hemmung loswerden und sehen, wie viel Spass das Ganze macht. Im 2. Block vermittle ich Mix-Techniken, die auch grad von den Teilnehmerinnen ausprobiert werden. Der Rest des Kurses bleibt zum experimentieren und spielen.
Die Teilnehmerinnen-Anzahl der offiziellen rubinia djanes-Kurse liegt bei maximal sechs bis sieben, damit auch tatsächlich alle profitieren können.
Die rdj-Interessentinnen sind übrigens auch nicht nur junge Frauen. Ich arbeite auf zwei Schienen: über die eine mit den Angeboten innerhalb der Mädchenarbeit, da sind die Mädelz zwischen 10 und 18 Jahren. Über die Zweite laufen die Angebote für (junge) Erwachsene, hier rangiert das Alter der Ladiez ab 17 bis 50 Jahre.

Dein Projekt besteht seit 1998 – welche Veränderungen kannst du bei den Frauen, die heute deine DJ-Schule besuchen, gegenüber denen von vor zehn Jahren bemerken?
Allgemein betrachtet sind sicherlich heute Frauen hinter den Plattenteller sichtbarer und häufiger anzutreffen. Trotzdem gibt es noch viel zu wenig Ressourcen, die Frauen sich selbst aneignen und diese dann auch mit anderen Frauen teilen. In denen sie Netzwerke bilden, sich gegenseitig anspornen und motivieren. Und vor allem sich gegenseitig Plätze freihalten, diese gemeinsam besetzen und sich gegenseitig Jobs / Gigs zuschieben.
Bei den Frauen der Generationen ab 20-25, die die rdj-Kurse besuchen, beobachte ich ein vermehrtes Interesse eigenständige Ziele als DJ, im Partybizz und/oder als Produzentinnen zu verfolgen. Es gibt mehr eigenständige Ideen, was sie in dem Feld umsetzen könnten. Sie haben mehr Zugang zu motivierenden Vorbildern, die ihre eigenen Visionen abstützen.
Bei den jüngeren Frauen im Teenie-Alter sehe ich wieder einen Backlash. Da kommen schon mal Aussagen wie, dass das DJing doch nur was für Jungs wäre. Bestünde mehr allgemeines Interesse, auch von den Jungs, an ihren allfälligen Talenten und Fähigkeiten (zum Beispiel als djane), die letztlich ihre Mädchenkulturen mit ausmachen, sähe ihre gesellschaftliche Situation wohl anders aus. Es ist übel, dass Mädelz zu 90 Prozent über Kosmetik und Fashion angesprochen werden. Dazu gehören auch DJ-Kopfhörer fürs weibliche Geschlecht, die na na na? – ja genau rosarot, mit Plüsch oder mit glitzernden Strasssteinen verziert sind.
Als vor einigen Jahren die international erfolgreichste Schweizer Trance-DJ Tatana landesweit auf weltformatiger Werbung für eine Joghurt-Produzentin, mit dem Slogan „Ready to Mix!“ zu sehen war, wollten Mädelz unbedingt djane werden und konnten endlich ein Vorbild nennen.

Du sprichst von notwendigen Vorbildern. Welche Djanes würdest du als international erfolgreich bezeichnen?
Miss Yetti, Monika Kruse, Gayle San, Miss Kittin, Storm (Ex Kemistry & Storm), Andrea Parker oder Chloé, über die das Groove Magazin auch schon eine Titelstory gemacht hat. Oder eben auch DJ Tatana, die kürzlich und zu aller Überraschung als ersteR DJ überhaupt den Prix Walo, mit dem Schweizer NachwuchskünstlerInnen ausgezeichnet werden, und den Swiss Music Award 2008 gewonnen hat.
Aber gerade DJ Tatana hat auch schon weniger Gage als die männlichen Kollegen erhalten. Obwohl sie viel länger und erfolgreicher Platten dreht als viele andere, mehr Cds verkauft und auch international bekannt ist.

Mit welchem Problemen haben junge Frauen im Musikbiz, und speziell in deinem Ressort, dem DJ’ing denn außerdem zu kämpfen?
Ein absolut nicht zu unterschätzendes Problem ist, dass über die weiblichen Protagonisten, DJ’s und Produzentinnen in den gängigen Musikmedien kaum berichtet wird.
Mich gurkt es massiv an, Jahr ein Jahr aus, nur Berichte über das Schaffen der Herren der Erschöpfung zu lesen. Nicht nur Raveline könnte mehr Geld verdienen, wenn sie in diesem Gender-Punkt nicht so antiquiert umgehen würden und tatsächlich zeitgenössisch und trendy wären. Das betrifft auch viele andere Magazine, wie De:Bug, knowledge und die meisten Rock- und HipHop-Magazine. Die Groove ist die einzige Zeitschrift, wie ich finde, die einigermaassen ausgeglichen schreibt und auch viele Frauen in der Redaktion haben, die auch große Artikel schreiben.

Dein Kursangebot richtet sich an 13-18 Jährige und an über 18-jährige – warum sprichst du bewusst auch „ältere“ Mädchen an?
Oft dauert es für Frauen länger, einen Einstieg in die Materie zu finden. Frauen sind auch häufig mit verschiedenen Lebensprojekten befasst, dies verlängert die Dauer zur Umsetzung eines einzelnen. Seltener sind Frauen tagein tagaus mit den gleichen Tätigkeiten befasst, wie beispielsweise Männer die Jahre am Skaten sind.
Nach dem Aneignen der Grundlagen muss man üben, üben, üben, sich ein Musik-Repertoire zulegen, stundenlang in Plattenläden rumstehen, eine eigene Stilnische finden und erste Erfahrungen an Gigs in kleinerem Rahmen sammeln. Hat eine Zugang zu djanes / DJs im Bekanntenkreis, die sie zu den ersten Gigs mitnehmen und die die eigene Auflegezeit mit ihr teilen, dann kann’s ratzfatz losgehen. Ein Netzwerk ist enorm wichtig! Denn, sich alleine zu positionieren ist schwer und benötigt einen ungebrochenen Willen, ein starkes Selbstbild als djane und Selbstvertrauen und endloses Durchhaltevermögen.

Jetzt sagst du, auch wenn der Weg als weiblicher DJ nicht immer rund läuft, selber hast viele gute Erfahrungen gemacht – auch mit Jungs, „die nicht in Panik ausbrechen, wenn sie mit Frauen zusammenarbeiten müssen“ Letzte Frage fürs DJ-Pult: Was können dort denn die Jungs von den Mädchen und umgekehrt die Mädchen von den Jungs lernen?
Jungs / Männer können von Mädchen / Frauen solidarisches und empathisches Miteinander lernen, dass es auch ohne Egotripping geht. Sie können einen unkonventionellern Umgang mit Musikstilen lernen. Sie können von uns lernen, dass Kommunikation einem unter Umständen weiterbringt als narzisstisches Getue. Ich höre jedenfalls immer wieder mal erleichtertes Aufschnaufen von ClubbetreiberInnen, dass es angenehmer wäre mit Frauen zu arbeiten, weil die zum Beispiel nicht gleich beleidigt wären, wenn sie gebeten würden die Musik etwas leiser zu stellen, weil weitere Anzeigen gestörter NachbarInnen den Fortbestand des Clubs gefährden.
Mädchen / Frauen können von Jungs / Männer lernen mutiger die eigenen Visionen und Ziele umzusetzen, auch wenn man den Schiss in der Hose hat. Wir können von ihnen lernen, dass Netzwerke nicht unbedingt eine Form der Freundschaft sind, wo sich alle lieb haben und die Stimmung immer gut ist, sondern eine Interessengemeinschaft über die man sich gegenseitig portiert uns somit auch selbst mehr von den Gesamt-Ressourcen profitiert. Und dass man mal was wagen kann, auch wenn es noch nicht perfekt ist und dem Prinzip ‚lerning by doing‘ zu vertrauen. Und ganz wichtig sich zu beteiligen, sich einzuschalten, aktiv zu sein, Impulse zu setzen!

Für ihre Djane-Schule hat mithras noch viele Pläne. Ein professionelle Bookingagentur unter dem rubinia djanes-Label für angehende Plattendreherinnen wäre ein Traum Oder auch einfach noch ein paar Leute, die der Allrounderin unter die Arme greifen, denn bisher schmeißt mithras den Laden ganz alleine – Leiterin, Kursdozentin, Geldbeschafferin, Öffentlichkeitsarbeiterin, Web-Bewirtschafterin, Flyergrafikerin – für das eigene DJ-Pult bleibt da nicht immer Zeit. Für Kontakte, Tipps, Ideen oder auch Geschäftspartnerinnen verschiedenster Sparten ist mithras offen. Alle Infos zu mithras, rubinia djanes und allen Kursen und Angeboten gibt es hier.


Facebook | |



Anzeige