Einträge mit dem Tag ‘Mütter’


Nicht wegen Feminismus oder so – die Blogschau

27. August 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 122 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Heute im Programm: Kinder, Liebe, Umfragen. Und ein Leben als Petit Four. Vielleicht.

Luise Pusch berichtet bei fembio über ihre neue Twitter-Seite und schreibt, warum sie keine „follower“ haben wird.

„Wie sieht es hinter der poststrukturalistischen Rhetorik der Piraten mit den ‚Geschlechterrollen‘ innerhalb der Partei aus?“ fragt Regina Frey beim genderbüro anlässlich der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September.

Antje Schrupp denkt bei Über Liebe und Freiheit gemeinsam mit Franziska zu Reventlow über … na klar … die Liebe und deren Geschlecht (oder auch nicht) nach.

Missy-LeserInnen sind zur Teilnahme an einer Umfrage zum Missy Magazine – ein Diplomarbeitsprojekt an der Uni Erlangen – aufgerufen. Dauert etwa 15 Minuten.

Auf eine weitere Studie in Entstehung weist Katrin Rönnicke hin. Es geht um die Darstellung der Geschlechter im Kinderfernsehen, Eltern zum Mitmachen gesucht.

„Mädchen auch zu den Autos und Jungs auch zu den Puppen“ – das ist doch nicht so schwer. Manu bloggt den Beschwerdebrief ihres Sohnes (7) und der macht Hoffnung für die Zukunft.

Eine aktuelle Linksammlung rund um Mütter, Schwangerschaft und Eltern findet sich bei dem ohnehin empfehlenswerten Blog fuckermothers. feministische Perspektiven auf Mutterschaft.

rasha h. khaya, die West-Östliche Diva, ruft uns die „Women 2 Drive“-Kampagne in Saudi-Arabien wieder ins Gedächtnis.

Beate Hausbichler war für diestandard.at beim Girls Rock Camp in Niederösterreich und hat unter anderem dieses Argument aufgeschnappt, warum rein weibliche Räume manchmal gut sind: „Nicht wegen Feminismus oder so, aber jede kann sich so besser verwirklichen.“

Paula von Puzzlestücke spielt ein Adventure Game und ärgert sich über die Sprüche der Figuren – Lookism galore.

Michaela schreibt bei Erlebnisse und Gedanken über ihre Freundin Farah und deren Diplomarbeitsprojekt über die Diskriminierung transidenter Menschen.

Und zum Schluss: Beim blogabsatz gibt es einen schönen kleinen Text über das Leben, die Arbeit und mögliche Alternativen.

Termine
Das 2. bundesweite Netzwerktreffen junger Feministinnen innerhalb und außerhalb der Mädchenarbeit vom 2. bis 4. September in Darmstadt. Mehr Infos gibt’s hier.


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Muslimische Feministinnen und Tipps für frischgebackene Mütter – kurz verlinkt

25. August 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 118 von 152 der Serie Kurz notiert

Wenig erfreuliches bieten die neuen US-amerikanischen Fernsehserien, so der Tagesspiegel. Sie seien klischeebehaftet, feige und apolitisch häuslich. Genauso schlimm das „männliche Gegenprogramm: breitbeinige Steak-Sitcoms, in denen Männer von hysterischen Frauen schikaniert werden.“

Wo wir gerade beim US-Fernsehen sind: Laut dem Ms Magazine Blog sind Frauen im Fernsehen weiter unterrepräsentiert. Die Zahl der Schreiberinnen hinter dem Bildschirm ist in diesem Jahr sogar dramatisch gesunken.

Infografik zum Anteil der Frauen im US-TV. 2011 ist der Anteil der Schreiberinnen auf nur noch 15% gefallen

Infografik von Sarah Richardson/Ms Magazine, mit freundlicher Genehmigung

Seit ein paar Tagen gibt es auf SpiegelOnline vermehrt Artikel zu Frauen und Karriere (ob das Sommerloch dran schuld ist?). Vom Umgang mit Schwangerschaften bis hin zum Interview mit der „streitbaren“ Ex-Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling. Titel des Dossiers dazu: Weiberwirtschaft. Ahja.

In Nordrhein-Westfalen wird in geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung und Chancengleichheit investiert, berichtet die Ärztezeitung. Was das Landes­gesund­heits­minis­terium damit konkret meint, wird leider nicht erläutert.

Auf dem Chaos Communication Camp trafen sich vor zwei Wochen eine Menge Hacker_innen, um Vorträge zu hören, coole Dinge wie Palatschinkenmaschinen vorzustellen oder sich zu unterhalten. Im Hackerspaces Podcast Signal ging es etwa um Queer Geeks:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ein wenig hängen sie zwischen allen Stühlen – muslimische Feministinnen. In der taz erzählt Amina Wadud von der Entwicklung der Frauenbewegung im Islam. Zwischen der Einordnung als Islamistinnen oder zum säkulären Feminismus legt sie den Fokus auf feministische Lesarten des Korans und gleichezeitig den Kampf für Gleichberechtigung im privaten, wie öffentlichen Leben.

„Putzen wie ein Mann“ und „nicht schlecht über andere Mütter reden“ sind zwei der praktischen kleinen Baby-Tipps für junge Mütter von Henriette Kuhrt.

Die ukrainische Frauenbewegung Femen macht mit nackten Tatsachen weiter Schlagzeilen. Und sind damit laut der FAZ fast die einzigen, die öffentliche Kritik noch anbringen können. Ein Artikel übrigens, der Sexismus nicht nur beschreibt, sondern auch als solchen benennt und kritisiert.

Noch mehr Sexismus berichtet diepresse.com, diesmal aus Indonesien. Angehende Stewardessen müssen sich bei der Fluglinie Garuda Indonesia ausziehen. Wer Tattoos hat oder Brustimplantate wird abgelehnt. Die Begründung: Andere Fluggesellschaften machen das auch. Und Brustimplantate können im Flugzeug gefährlich sein. Passagierinnen werden bisher aber nicht auf Implantate kontrolliert.

Auch ein Fan von @feministhulk? Nun wissen wir, wer dahinter steckt!

Nach dem Klick noch ein Termin und Call for Papers: (weiterlesen …)


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Wie geht es weiter mit dem Betreuungsgeld?

11. Juli 2011 von Helga

In der Blogschau vom Wochenende haben wir bereits auf den Artikel von Maria Wersig auf rechtundgeschlecht hingewiesen, der das Konzept des Betreuungsgelds vorstellte, wie auch die Kritik daran.

Der Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führte am 4.7.2011 eine Anhörung zum Thema „Betreuungsgeld“ durch. Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz mit Vollendung des 1. Lebensjahres ab Oktober 2013 auch die Einführung eines Betreuungsgeldes im Jahr 2013 (!) gesetzlich angekündigt. SPD und Bündnis 90/Die Grünen forderten nun den Verzicht auf die Einführung dieses Betreuungsgeldes (für das aber ein konkreter Gesetzentwurf der Bundesregierung noch nicht vorliegt).

Im Rheinsalon gibt es von Katharina Örder nun noch einen ausführlichen Beitrag, der sich mit der vermeintlichen Wahlfreiheit auseinandersetzt. Tatsächlich werden vor allem wieder einmal die Mütter zu Hause bleiben und das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen.

Das Betreuungsgeld soll die Attraktivität der privaten Fürsorge- und Pflegearbeit erhöhen und diese Leistungen wertschätzen und würdigen. Dabei ist dies keine wirkliche Bezahlung der Arbeit, denn diese wird weder geregelt noch gemessen. Diese vermeintliche Aufwertung der privaten Betreuungsarbeit durch ein „Taschengeld“ von 150 Euro monatlich für einen „Arbeitstag“ von nicht selten 20 Stunden käme also eher einer Abwertung der geleisteten Arbeit nahe.

Addiert man hinzu, dass die Verdienst- und Aufstiegschancen nach einer beruflichen Auszeit stark gemindert sind, ergeben sich für Mütter weiter finanzielle Nachteile. Diese wirken sich schließlich auch auf ihre Versorgung im Alter aus und wer sich scheiden lässt steht mit dem neuen Unterhaltsrecht noch schneller schlechter da als berufstätige Frauen.

Außerdem führt Örder an, dass der Staat „Elternarbeit“ durch Ehegattensplitting und Familienversicherungen bereits unterstützt. Diese Vorteile gelten allerdings unabhängig von Elternschaft. Um Kindererziehung wirklich zu würdigen und Mütter nicht in finanzielle Abhängigkeit zu drängen, ist das Betreuungsgeld jedenfalls die falsche Maßnahme.


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Samstagabendbeat mit den HipHop Moms

9. Juli 2011 von Magda

Dieser Samstagabendbeat ist allen Müttern gewidmet, die es Leid sind, auf die Mutti-Rolle festgelegt zu werden und alles für die anstrengenden Kleinen zu erledigen. Etwas mehr Abwechslung? Wie wäre es mit einem Freestyle im Parkhaus?

(via Rubinia Djanes)


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Frau wegen Autofahrens verhaftet – Kurz Notiert

26. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 105 von 152 der Serie Kurz notiert

Eine saudische Frau hat sich “erdreistet” Auto zu fahren, was in Saudi-Arabien immer noch verboten ist. Nachdem sie eine Facebook-Kampagne startete, die Frauen aufforderte, sich an einem bestimmten Tag selbst ans Steuer zu setzen, wurde sie verhaftet.

Die New York Times hat eine Serie über LGBT*-Jugendliche (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender) gestartet, die von ihrem “Coming Out” erzählen.

Französische Feministinnen protestieren gegen den grassierenden Sexismus im Land – und sind empört, dass sich so wenig geändert hat seit Simone de Beauvoir, berichtet der Freitag.

Ein kanadisches Paar zieht ihr Kind “gender-los” auf – welche Konsequenzen das haben könnte, wird im englischsprachigen Blog von Forbes diskutiert.

Vor 17 Jahren schrieb Ingeborg Stadelmann die „Hebammensprechstunde“. Inzwischen ist das Buch über eine halbe Million Mal gekauft worden. Im Magazin der Süddeutschen erklärt sie nun, welcher Druck auf Müttern heute lastet.

In einer US-amerikanischen Sendung wurde mit versteckter Kamera getestet, wie Menschen auf homophobe Kommentare reagieren, die in ihrem unmittelbaren Umfeld getätigt werden, z.B. wenn die Kellnerin das lesbische Paar und ihre Kinder öffentlich beschimpft. Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, das Video allerdings sehenswert.


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Lesestoff zum Wochenende: Die Blogschau.

14. Mai 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 107 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nichts mit Hinlegen und das erste Mal über sich ergehen lassen. Stattdessen wird dasguteleben lieber Fräulein Doktor.

Die perfekte Frau? Vergiss es, meint heartdoublebase.

Worauf muss ich beim Bloggen achten? Die Opalkatze hat Links zu­sammen­gestellt, die sich mit Rechtsfragen für Blogger_innen auseinandersetzen.

Noch mehr rechtliche Fragen klärt rechtundgeschlecht – es geht um die geplante Kostenübernahme von künstlichen Befruchtungen.

Rund um den Muttertag gab es in Österreich verschiedene feministische Aktionen. Die denkwerkstatt hat Links und Berichte zusammengetragen, außerdem auch zu einer Aktion zum Dauerbrenner „Frauen in der Wissenschaft“.

Immer gefährlicher wird die Lage für Homosexuelle in Uganda. Einen Dokumentarfilm über den Einfluss der US-amerikanischen Rechten hat rhizom gefunden.

Noch mal Uganda: Die LGBT-Aktivistin Kasha Jacquelin Nabagesera erhält von Amnesty International den Martin Ennals-Menschenrechtspreis, berichtet queernews.at.

Silvana Koch-Mehrins Verhalten ist unmöglich. Frauenfeindliche Kommentare deswegen und Hetzen gegen Politikerinnen mit Kindern aber auch, bloggt Manu.

Fürs Missy Magazine bloggt weiter das Team Film. Diesmal analysiert Samanta den Tarantino-Film Death Proof, bzw. wie ein Auto für Kastration stehen kann.

Die Punkrock- und Hardcore-Szene ist kein sexismusfreier Raum, stellt different needs fest.

Mit Privilegien setzt sich iheartdigitallife auseinander und verlinkt “How Can I Be sexist? I’m An anarchist!”

Feministische Perspektiven auf Mutterschaft will künftig fuckermothers bieten (via mädchenblog).

Last but not least und einfach weil’s schön ist: Semia erzählt Geschichten.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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“Lesben und Schwule sind ungewollt kinderlos, von Staats wegen” – Kurz notiert

11. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 104 von 152 der Serie Kurz notiert

Noch ein paar Stunden kann die Petition “Stop the ‘Kill the Gays’ Law Now” (deutsche Version: “Stoppt das Anti-Homosexuellen Gesetz in Uganda“) unter­schrieben werden. Diese fordert den ugandischen Präsidenten Museveni dazu auf, ein Veto gegen das Gesetz einzulegen, das lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Lebens­weisen unter Todesstrafe stellen würde.

Jürgen Kriege schrieb auf frauensprache.com die Er­fahrungen sei­nes Autor_innen­teams auf, wel­ches un­bewusst Ge­schlechter­stereo­type in einem Mathe­matikbuch reproduzierte.

Kristina Schröder hat es sich zum Ziel gesetzt, die finanziellen Hilfen bei der künstlichen Befruchtung aufzustocken, um “ungewollt kinderlose Paare besser zu unterstützen”. Auf die Frage, ob auch Homo­sexuelle davon pro­fitieren, ant­wortet die Familien­ministerin aus­weichend. Julia Seeliger bringt es in der Taz auf den Punkt: “Lesben und Schwule sind ungewollt kinderlos, von Staats wegen.”

Fundstück der Woche und passend zum Mutter­tag auf thesocietypages.org: Mutter und Tochter vereint in Glück­seligkeit – und zwar beim Saubermachen!

Lori von feministing.com macht sich Ge­danken über den Tod Osama Bin Ladens und die teils skurrilen Reaktionen wie Freude und Jubel. Sie analysiert, welche Rolle Gender dabei spielen könnte und ver­linkt ein sehens­wertes Video, in dem Kin­der zum Tod Bin Ladens befragt werden.

Das Projekt Deaf Not Dumb hat ein wunderbares Rap-Video in Gebärdensprache gemacht und prangert die dis­kriminierende An­nahme an, dass gehör­los oftmals mit dumm gleich­gesetzt wird.

Der Forschungsbereich Gender & Medien der Universität Wien hat einen Call for Pape (doc) ausgerufen: ”GFM Best Publication Award Gender&Medien”. Eingereicht werden können wissen­schaft­liche Aufsätze in deutscher oder englischer Sprache, die im Jahr 2010 publiziert worden sind. Deadline: 31. Mai 2011.


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Riot Grrrls, demonstrierende Frauen und Mütter in Gefahrenzonen – die Blogschau

5. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 98 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anna von different needs ist die neue Gastbloggerin beim Missy Magazin, wo sie in ihrem aktuellen Posting den offenen Brief von Judith Holofernes an die BILD Zeitung thematisiert. Auf ihrem eigenen Blog hat sie kürzlich ein feines Riot Grrrrl-ABC zusammengestellt, in dem sie Bands, Zines und die Ideale der Riot Grrrl-Szene vorstellt.

Im Mama Blog des schweizerischen Tagesanzeigers beschäftigt sich die Autorin Michèle Binswanger im Kontext der Demonstrationen in Nordafrika mit “Müttern in Gefahrenzonen“. Anlass war die brutale Vergewaltigung der Reporterin und Mutter Lara Logan (Achtung: Trigger Warnung), die aus Ägypten berichtete und am Tag von Mubaraks Rücktritt während der nachfolgenden Freudenparty auf dem Tahrir Square von Schlägertrupps schwer misshandelt wurde. Die Reaktion der Medien war einfach nur ekelhaft: Sexistische Berichterstattung über die “schöne Reporterin”, die auch Mutter ist, und eine ordentliche Portion Victim Blaming (Schuldzuweisung an das Opfer). Auf dem Mama Blog wird nun die Frage verhandelt: “Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?

Sandra sucht für ihr Fotoprojekt noch immer Menschen, die eine queere Beziehung führen (wir berichteten). Auf ihrem Blog erfahrt ihr, wo sie gerade unterwegs ist und fotografiert bzw. wie ihr mit Sandra Kontakt treten könnt.

Die Denkwerkstatt führte anlässlich des 100. Internationalen Frauentags zum Thema Frauenbewegung in Österreich ein Interview mit Maria Mesner, Historikerin und wissenschaftliche Leiterin des Bruno-Kreisky-Archivs – Teil eins und Teil zwei. Außerdem auf der Denkwerkstatt ein Beitrag in Bildern: In Wien machten ein paar Dutzend Frauen schon mal auf die große Demo “20.000 Frauen am 19. März aufmerksam

Auf Afrika Wissen Schaft stellt Charlott eine wissenschaftliche Arbeit von ihr zum Thema “Männlichkeitskonzeptionen und der Staat unter Idi Amin” (Uganda) zur Verfügung.

Tanja Gabler ärgert sich auf ihrem Blog über die 100% Männerquote auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg.

Das Mädchenblog hat ein Update zu der Situation von afghanischen Frauenhäusern: So wie es aussieht, werden die afghanischen Frauenhäuser nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, unter staatliche Kontrolle gestellt (wir berichteten).

Ebenfalls auf dem Mädchenblog ein Aufruf: Die nächste femalepressure Radiosendung des freien Wiener Radiosenders ORANGE fällt genau auf den 8. März. Anlässlich zum Internationalen Frauentag suchen die Macher_innen der Sendung Statements und Sounds, die sich um Feminismus und Emanzipation im Musikgeschäft drehen.

Antje Schrupp schreibt – passend zur Jahreszeit – über die Erfinderin des Karnevals: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga.

Für eine bessere Vernetzung der (queer/feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Krippen-Notstand als Gleichberechtigungskiller

19. Oktober 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 18 von 36 der Serie Muttiblog

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich würde mal behaupten, dass sich mein direktes soziales Umfeld in Hamburg nicht allzusehr in puncto Verdienst, Bildung und sozialem Status von meinen neuen Arbeitskollegen hier in NRW unterscheidet. Und doch gibt es einen ganz eklatanten Unterschied: In Hamburg kenne ich nur sehr wenige Familien, die das traditionelle Ein-Ernährer-Modell leben. So gut wie alle Frauen haben nach spätestens einem Jahr wieder angefangen in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten.

Nicht so in meinem neuen Kollegenkreis. 80 % der befragten Kollegen antworteten auf die Frage, wie sie das Problem Kinderbetreuung gelöst hätten, dass ihre Frau zu Hause sei.

In Hamburg gibt es ausreichend Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren und selbst Tageseltern werden dort von der Stadt gefördert, so dass man maximal 517 Euro (einkommensabhängig) für die Vollzeitbetreuung eines Kindes bezahlen muss. Anders in NRW. Dort hängt es sehr stark davon ab, in welcher Stadt bzw. Gemeinde man wohnt, wie viel Betreuungsplätze und wie viel finanzielle Förderung zur Verfügung stehen. Und das hat massive Auswirkungen darauf, wie viele Frauen in ihren Beruf verhältnismäßig zeitnah nach der Geburt eines Kindes wieder zurückkehren.

Die Jugendämter scheinen sich auch schlicht und einfach diesem Missstand ergeben zu haben und verwalten lediglich die allzu knappen Krippenplätze auf eine sehr bürokratische und wenig menschliche Art und Weise, immer mit dem Verweis darauf, dass es ja immer noch die Möglichkeit der Tageseltern gebe.

Für die Kommunen ist aber die Tatsache, dass sich so viele Familien nach wie vor dazu entscheiden, ihr Kind mindestens drei Jahre lang zu Hause von der Mutter betreuen zu lassen, eine sehr bequeme Lösung. Und nicht nur für die Kommunen, sondern auch für diese Familien. Man muss sich nicht um einen Krippenplatz bemühen, was in einen extremen Psychostress ausarten kann, wenn man dringend einen solchen Platz braucht, aber keinerlei Unterstützung durch das zuständige Jugendamt erfährt. Man muss sich nicht täglich koordinieren, wer das Kind in die Krippe bringt und wer es wann wieder abholt, wer dafür sorgt, dass abends was zu Essen auf dem Tisch steht und noch genügend im Kühlschrank ist für das Frühstück. Und die Frau kann sich sicher sein, dass sie für die Erledigung ihres Jobs von ihrem Kind bedingungslos geliebt wird (was sie im übrigen genauso wird, wenn sie nicht pausenlos um es herum ist) und muss sich nicht mit einem/einer fordernden ChefIn herumschlagen, die/der einen durchaus auch mal kritisiert.

Als ich Lisa Ortgies Buch „Heimspiel“ las, dachte ich noch, dass sie bei der Beschreibung der Betreuungssituation in Deutschland arg dick aufträgt um deutlich auf die Missstände hinzuweisen, aber mittlerweile ist mir bewusst, dass sie kein bisschen übertrieben hat und dass ich bis vor ein paar Monaten mangels persönlicher Betroffenheit einfach nicht über den Tellerrand von Hamburg und seinen paradiesischen Zuständen hinaus geschaut habe. Welche krassen gesellschaftlichen Auswirkungen diese Situation hat, wird mir nun bewusst, wenn ich mich mit meinen Kollegen unterhalte und ich merke, wie wichtig es ist, an dieser Stelle laut und deutlich zu sagen: NEIN, Frauen haben nach wie vor NICHT die gleichen Möglichkeiten wie die Männer in dieser Gesellschaft!!!


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Die Vereinbarkeitsfrage im Vorstellungsgespräch

22. Mai 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 21 von 36 der Serie Muttiblog

Mittlerweile habe ich ein wenig Statistik, was Vorstellungsgespräche angeht und bin durchaus positiv überrascht, dass das Thema Kind bzw. Kinderbetreuung im Wesentlichen kein Thema war. Natürlich ist diese Statistik stark verfälscht, da mich wahrscheinlich nur die Firmen eingeladen haben, denen klar war, dass dieses Thema wohl geregelt sein muss, wenn ich mich bewerbe.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Beim ersten Vorstellungstag habe ich mit mehreren Männern zwischen ca. 35 und 60 Jahren gesprochen, und falls überhaupt gefragt wurde, waren alle auf die Frage „Wie haben Sie die Betreuung Ihres Kindes geplant“ mit der Antwort „Mein Mann“ zufrieden.
Der zweite Termin war für den gleichen Job, allerdings diesmal mit Herren höherer Management-Ebenen. Die haben sich überhaupt gar nicht dafür interessiert wie die Betreuung meines Sohnes organisiert ist.

In der Bewerbung, die zum nächsten Gespräch geführt hat, hatte ich gar nicht angegeben, dass ich in Elternzeit bin, so dass ich es erst im Gespräch erwähnt habe und nachgeschoben habe, dass die Betreuung aber in vollem Umfang sichergestellt sei. Weitere Details waren nicht von Interesse. (weiterlesen …)


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