Einträge mit dem Tag ‘Mütter’


Rosenmonat

12. Januar 2012 von Kübra
Dieser Text ist Teil 28 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

Gülay ist Anfang der fünfziger Jahre im Osten der Türkei in einer türkisch-kurdischen Familie geboren worden. Wie alt sie genau ist, weiß sie nicht. Nur dass es im Mai gewesen sein muss, dem Monat der Rose – denn Gülay bedeutet Rosenmonat.

Heute lebt sie im Londoner Stadtteil Wood Green, in dem auch viele andere Kurden, aber auch viele Zyprioten wohnen. Ein bunter Stadtteil in einer bunten Stadt. Ihre Tochter Gülistan – Rosengarten – wurde in dieser Stadt geboren. Und in dieser Stadt wurde Gülistan auch Mutter ihrer Schwester.

Eine fröhliche Frau ist Gülay – alt und doch voller Lebenslust. Sie spricht nur gebrochen Englisch, aber ausreichend, um Menschen kennen zu lernen. Viele Menschen. Immer wieder bringt sie Leute mit nach Hause, gibt ihnen Essen, hilft ihnen. Gülistan hat sich an diese Eigenart ihrer Mutter gewöhnt. Doch als eine junge bulgarische Gastarbeiterin zu ihnen kommt, ändert sich alles.

Gülay begegnet Emine im Bus an einem Oktobermorgen. Die junge Frau weint. Gülay setzt sich neben sie, versucht mit ihr zu reden. Und Emine erzählt: Sie war nach England gekommen, um zu arbeiten, Geld zu verdienen und dann nach Bulgarien zurückzukehren, zu ihrem Mann. Zwei Jahre sollten es in England werden. Ein Jahr war um, und nun war sie schwanger – von wem, verriet sie nicht. “Ich muss arbeiten”, sagt sie. “Ich muss abtreiben. Ich will nicht. Aber ich muss.”

Lange unterhalten sich die beiden Frauen. Gülay verspricht zu helfen, wie schon so oft. In der Schwangerschaft, bei der Geburt, danach.

So ging Emine die nächsten Monate ein und aus bei Gülay, sie wurden zu Freundinnen in der Fremde. In einer Nacht im Mai, im Rosenmonat, war es dann so weit: Gülay hielt während der Entbindung Emines Hand, ihre Tochter Gülistan erledigt im Krankenhaus das Bürokratische. Emine bringt eine gesunde Tochter zur Welt, sie nimmt sie nicht in den Arm. Sie schläft – halbtot vor Erschöpfung – ein. Gülay und Gülistan, Rosenmonat und Rosengarten, begrüßen das Kind mit Rosen.

Am nächsten Morgen kommt Gülay ins Krankenhaus, um Emine und das Kind abzuholen. Doch Emine ist weg, nur einen Brief hat sie auf dem Bett zurückgelassen. Sie schreibt, das Kind könne nicht mit nach Bulgarien kommen, ihr Mann würde es niemals akzeptieren. Ihre Tochter sei bei Gülay besser aufgehoben, denn sie sei eine bessere Mutter, als Emine es je werden könnte.

Monatelang suchen Gülay und Gülistan nach Emine. Emine heißt nicht Emine, sondern Katerina, so viel finden sie heraus. Mehr nicht.

Das Mädchen kommt zunächst in eine Pflegefamilie. Gülay will die Kleine zwar adoptieren – doch die Ämter bescheiden ihr, sie sei zu alt. Ein Jahr lang dauert das Ringen mit den Behörden. Dann adoptiert nicht Gülay, sondern ihre Tochter Gülistan das Kind.

Gülay nimmt das Kind zu sich und nennt es Cansu – das heißt Lebenselixier – ein türkisch-bulgarischer Name. Cansu lernt heute Bulgarisch und Türkisch. In ihrem Zimmer hängt ein Bild ihrer drei Mütter.

Emine bedeutet “die Vertrauenswürdige” und Katerina “die Reine”.

Diese Kolumne wurde leicht gekürzt in der taz veröffentlicht. Die obige Version findet ihr auf ein-fremdwörterbuch.


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Prosa, Kunst und unsichtbare Mütter – die Blogschau

27. Dezember 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 139 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Ein paar feministische Blogperlen, die über Weihnachten bei uns liegen geblieben sind, aber immer noch lesenswert sind:

High on Cliches erklärt, warum Feminismus Feminismus heißt – und nicht Humanismus. Auch TheGurkenkaiser kommentiert einen Blogtext, in dem vom Feminismus Abstand genommen wird, um sich dem so genannten “Equalismus” zu widmen – und schreibt ein paar Gedanken zum Verhältnis von Männern und Feminismus auf.

Zu Weihnachten gab Jutta Allmendinger, Soziologin und Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung (WZB), Berlin Woman ein Interview und sprach unter anderem über soziale Mobilität.

Watch Salon berichtet darüber, wie das neue Heft der Deutschen Journalistenschule fast ausgesehen hätte – wie ein Unterwäscheheftchen.

'invisible mother' via flickr von art-e-ology

fuckermothers berichtet über die Bildpraxis der ‘invisible mother‘ in der frühen Kinderfotografie.

Bei anarchie und lihbe gibt es einen nachdenklich Text zu feministischen Anliegen in der Kunst.

Ein neues Prosa-Blog am Blogstarhimmel: Am Anfang! Und gefragt wird nach euren Lieblings-Anfangssätzen.

Auf Erlebnisse und Gedanken findet ihr eine Rezension von “Transsexualität – Transidentität“.

Unterschreiben könnt ihr eine E-Petition, bei der es um die Neuberechnung der Verhältniszahlen von psychisch erkrankten Menschen und ambulanten Psychotherapeut_innen geht.

Ausgehtipp: Die Queer Queeks treffen sich am 29. 28. Dezember in Berlin im Silverfuture.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Mütter, Kinder, Feminismus

14. November 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 87 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

fuckermothers
(auch auf Facebook)

Wie heißt ihr?
Wir sind momentan zwei Personen, unser Blog heißt „Fuckermothers“. Unter dem Namen stellt eine von uns auch die eher sachlichen Texte ins Netz, die andere schreibt als „Unter den Haaren“ Geschichten und Glossen.

Seit wann bloggt ihr?
Wir bloggen seit Mai 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum habt ihr damit angefangen?
Fuckermothers: Ich habe damit angefangen weil ich wissenschaftlich schon länger zum Thema Elternschaft arbeite und irgendwann sehr genervt war, was in vielen Medien und Ratgebern über Mütter geschrieben wird. Zudem bin ich immer wieder überrascht, wie wenig sich politisch in diesem Gebiet vorwärts entwickelt. Außerdem denke ich bereits länger selbst über Kinder nach, es ist also auch eine Art persönliche – wenn auch eher theoretische – Auseinandersetzung mit dem Thema.

Unter den Haaren: Ich bin wütend gewesen, seit ich Kinder habe, dass ich mich in den meisten Texten von Müttern im Netz nicht wiederfinden kann. Mir fehlt da immer eine übergeordnete Perspektive, die Rollen-Probleme in der Partnerschaft die durch die Geburt der Kinder entstehen werden mir da immer zu persönlich behandelt und der rote Faden höchstens im lamentieren gefunden. Da gibt es eine Lücke zu füllen.

Worüber schreibt ihr?
Fuckermothers: Über Mutterschaft, Elternschaft und Feminismus in verschiedenen Variationen.
Unter den Haaren: Ich hoffe, ich tue das selbe, nur ziemlich untheoretisch.

Was euch ohne Internet nicht passiert wäre:
Fuckermothers: Ich hätte nicht mit dem Bloggen angefangen. Ich wuerde sehr viel weniger TV-Serien schauen. Wahrscheinlich wäre ich aber auch nicht so sehr unter ständigen Zeitdruck.

Unter den Haaren: Ich könnte nicht ohne weiteres die Online Ausgaben griechischer Zeitungen lesen. Denn dann gäbe es den Google-Translator nicht.

Wovon braucht das Internet mehr:
Fuckermothers: Manchmal denke ich, es bräuchte eher weniger. Vielleicht mehr direkte Auswirkungen auf Politik?
Unter den Haaren: Auf jeden Fall weniger! Aber mehr Anstand vielleicht auch. Die Leute beschimpfen sich so schnell und kommen vom Thema ab. Ich finde auch alles zu User-generated, ich will auch Dinge erfahren, die ich nicht kenne.

Frauen* im Web sind
Fuckermothers: unterschiedlich.
Unter den Haaren: …wie Frauen zu Land und auf der See.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Fuckermothers: Täglich schaffe ich leider eigentlich nichts (außer Facebook). So oft es geht: Die SZ, Bitch Magazine, die Mädchenmannschaft, Unter den Haaren, Unsichtbares, und was sonst so auf der Blogroll steht.

Unter den Haaren:
Kommt total darauf an, wie hysterisch ich mit einem Thema bin. Wenn die Wirtschaft abschmiert, dann gehe ich auf andere Seiten, als wenn in Fukushima eine Kernschmelze beginnt. Also täglich gehe ich eher politisch gucken.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Wenn die Sehnsucht kommt und geht

27. Oktober 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 23 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

Als Hasret das erste Mal weg war, suchte Medine sie überall. In Aufruhr durchkämmten die Bewohner der türkischen Kleinstadt Felder, Häuser und Bäche. Es wurde schließlich später Abend. Die Laternen der Suchenden, der Mond und die Sterne erhellten das Feld der Familie. Verzweifelt bahnte sich Medine den Weg durch die Orangen-, Zitronen- und Feigenbäume. Und während sie lief, fühlte Medine einen Schmerz, wie sie ihn nie zuvor gefühlt hatte. Weinend rief sie den Namen ihrer Tochter. Immer wieder.

Am Berghang endlich entdeckte sie dann das kleine Mädchen. Hasret lag friedlich schlafend in dem Papphäuschen, das die Brüder ihr gebaut hatten. Der unbekannte Schmerz in Medines Herzen verschwand. Sie schloss ihr schlafendes Kind fest in ihre Arme. Als Medine ihre Arme wieder öffnete, waren zehn Jahre vergangen. Hasret war nun 13 Jahre alt und sollte bei Verwandten in der Großstadt leben und die gute Schule dort besuchen. Hasret ging und der Schmerz von damals nahm wieder Platz in Medines Herzen. Dieses Mal für immer. Jahre vergingen. Schul- und später Semesterferien waren es, an denen sie sich Mutter und Tochter sahen. Kaum dass Hasret da war, war sie wieder weg. So kam es, dass sie eines Tages als Braut in den Armen ihrer Mutter lag. Auf dem Weg nach Deutschland.

Während sich Hasret in einem weißen Kleid von ihrer Mutter verabschiedete, wuchs Medines Schmerz nun auch in Hasrets Herzen. Hasret weinte in Deutschland, Medine in der Türkei. Es waren jedes Jahr die wenigen Sommertage in der türkischen Kleinstadt, in denen sie versuchten, ihren Liebesdurst zu stillen. Tränenreich wurde jedes Jahr der Abschied. Nie aber sah Hasret ihre Mutter weinen, nie sah Medine ihre Tochter weinen. Hasret weinte im Stillen in Deutschland, Medine im Stillen in der Türkei.

“Mutter, komm nach Deutschland”, sagte Hasret am Telefon. Einmal, nur einmal wünschte sie sich, ihre Mutter als Gast in ihrem Haus begrüßen zu dürfen. Medine zögerte. So weit war das Land, so fremd. “Wer soll das Feld bestellen?”, fragte Medine. Als Medine zu alt wurde, hörte Hasret auf zu fragen.

24 Sommer nachdem Hasret ihr Elternhaus in einem weißen Kleid verließ, hing nun auch in dem Zimmer ihrer Tochter ein weißes Kleid. “Komm nach Deutschland, Mutter. Sei dabei”, bat Hasret am Telefon. “Ich will’s versuchen. So Gott will”, antwortete Medine zum ersten Mal.

In dem kleinen Haus zwischen Feigen- und Zitronenbäumen wurde es bunt und fröhlich. Medine und ihr Mann waren beide alt und krank, aber die Aufregung verjüngte sie mit einem Mal. Sie ließ sich vier Kleider nähen und kaufte zu jedem Kleid passende Schuhe und Taschen. Sorgfältig legte sie ihre Kleider auf die Kommode, die Schuhe und Taschen daneben – immer in Sichtweite. Als es auch mit dem Visum klappte und die Flüge gebucht waren, ging es Medine immer besser. Sie war glücklich und jung. So sei es immer, sagen die Ärzte. So kurz vorher.

Drei Tage vor der Hochzeit steigt Hasret in das Flugzeug. Um ein letztes Mal Abschied zu nehmen von ihrer Mutter.

Hasret bedeutet Sehnsucht.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


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Gesucht: Surftipps für engagierte Omas und feministische Mütter

27. Oktober 2011 von Anna

In der letzte Woche erreichten uns gleich zwei Anfragen, die wir gerne an euch weiter geben würden.

@Anjjab fragte über twitter nach Blogs, Foren und anderen Möglichkeiten des gemeinsamen Austauschs mit anderen feministischen Müttern. Ein paar sind uns schon eingefallen, aber da muss es noch mehr geben!

und Raupe fragte im Selbermach-Sonntag nach Surftipps für ihre Oma:

Habt ihr Linktipps, die ich meiner Oma empfehlen könnte?
Sie ist fast 90, kann Emails abrufen und Nachrichten lesen, richtig gut googeln jedoch nicht. Dementsprechend sind Netzpolitische Themen nichts für sie. Sie ist Witwe, vielseitig interessiert, bildet sich gern weiter & möchte auch Dinge erfahren, die über Hausarbeit hinausgehen (nix gegen Hausarbeit, aber die hat sie ihr Leben lang gemacht).
Ich suche nun schon eine ganze Weile herum, und finde nichts. Vielleicht fallen mir auch nur nicht die passenden Schlagwörter ein. Über eure Tipps bin ich superfroh!
[...] Sie selbst denkt, es gibt eh nichts für sie. Ich denke, ein Blog wäre ein guter Einstieg. Fürs austauschen ist sie noch zu skeptisch mit diesem Internet. Ein Blog, der von mehreren (Frauen) geführt wird, persönlicher Touch, aber vielseitige Themen / Alltagszeug / … ?

Ich möchte sie für die vielen Möglichkeiten des Internet begeistern, damit sie nicht in ihrem Dorf sitzt und Klatschmagazine liest, obwohl sie die doof findet und sich einsam fühlt.

Wer von euch kann den beiden weiter helfen? Über sachdienliche Linktipps und Hinweise freuen sich sicher nicht nur @Anjjab und Raupe!


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feministische Mütter, lesbische Nationalparks und schwule Muslime: Die Blogschau

22. Oktober 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 130 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Mittwoch war love your body day! Paula hat das zum Anlass genommen, auf ihrem Blog puzzelstuecke einen klugen Text zu Körperbildern, Sport und Photoshop zur veröffentlichen.

Es gibt einen neuen feministischen Blog, den wir euch gerne in seiner Gesamtheit ans Herz legen würden: Antonia bloggt auf feministmum zu Schwangerschaft, Mutter-Werden und Co.

Über den so genannten “protect life act” haben wir schon berichtet. Da das Ganze wie kulturindustrie und wahnsinn richtig feststellt eine Riesensauerei ist, hier auch nochmal der link zum Beitrag beim Mädchenblog.

Wie reagieren, wenn dich jemand einer Grenzverletzung beschuldigt? reSISTⒶS hilft weiter!

„Das Netz ist männlich, weiß, gut gebildet, mittelalt – oder nicht?“ fragt Eva Horn auf politikcamp.org

“Lesbische Nationalparks: Rangerinnen unterwegs” lautet eine Überschrift bei l-talk. Wer jetzt ein Fragezeichen im Gesicht hat, liest am besten einfach den Artikel. Und alle anderen auch natürlich.

Luise F. Pusch kommentiert auf FemBio die so genannte Gender Gap (also den Unterstrich bei zum Beispiel dem Wort “Leser_innen”) aus feministisch-linguistischer Sicht.

“Ich bin eine Frau. Ich bin Studentin. Ich bin Türkin. [...] Ich las Simone de Beauvoir und wurde Feministin.” Rummotzen schreibt über Identitäten. Und ob und wenn ja wie wichtig sie sind.

Passend dazu: anders deutsch über “Herkunft als Risiko?”

glücklich scheitern kommentiert die Kommentare, die folgen, wenn sie anderen Leuten erzählt, dass sie an der Uni Gender Studies lehrt: “Natur. Wissenschaft. Und der ganze Rest…”

Antje Schrupp schreibt über “Muslime und Schwule: ein konstruierter Gegensatz”.

Michaela von Erlebnisse und Gedanken fragt: “Wann hast gemerkt, dass du eine Frau bzw ein Mann bist?”

anarchieundlihbe thematisiert sexuelle Übergriffe durch Dozenten und die Folgen, wenn der kumpelhafte Direktor sowieso dafür bekannt ist, gerne mal mit den Studentinnen zu “flirten”.

“Ab 1. Jänner 2012 wird auch in Österreich die Verhetzung gegen Lesben, Schwule und Bisexuelle strafbar sein.” Mehr dazu bei queernews.at

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Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Hätte ich das mal vorher gewußt – Mütter über Geburten

6. Oktober 2011 von Helga

Am Dienstag stellten wir Euch ein Crowdfundingprojekt aus Ägypten vor, heute gibt es noch mal einen Dokumentarfilm aus Deutschland, das Unterstützung sucht: „Ozean der Emotionen – Geburtsmomente

Es geht um das Erlebte in all seinen Facetten. Wir wollen wissen, was die Frauen und auch Männer aus diesem Erlebnis gewonnen haben, welche Erfahrungen, welches Wissen. Was hat mit ihren Erwartungen übereingestimmt und was nicht? Waren sie zufrieden? Waren sie enttäuscht? Was haben sie gelernt? Was würden sie das nächste Mal wieder genauso, was würden sie anders machen? […] Wir wollen keine pro/kontra Aufstellung für eine natürliche oder eine Krankenhausgeburt machen. Aber wir wollen versuchen, Frauen zu einem möglichst guten, selbstbestimmten und für sie stimmigen Geburtserlebnis zu verhelfen, egal wo sie entbinden.

So beschreiben die Macher_innen ihr Vorhaben. Je nach Höhe der Unterstützung gibt es auch hier wieder verschiedene Dankeschöns, von der DVD des fertigen Films bis hin zur Einladung zum Dreh und zur Premiere. Die Frist zur Unterstützung läuft noch bis zum 6. November.


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Mode ohne Models, rassistische Werbung und feministisches Dating – Kurz Notiert

5. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 124 von 138 der Serie Kurz notiert

Ein Interview mit Samhita Mukhopadhyay von feministing zu ihrem neuen Buch über Dating und Feminismus findet ihr auf The Globe and Mail.

Gerade wurden die Gewinner_innen des Alternativen Nobelpreise bekannt gegeben. Unter den Geehrten werden zwei Aktivistinnen sein, die sich seit Jahren für Frauen und Kinder einsetzen: die Rechtsanwältin Jacqueline Moudeina aus dem Tschad und die US-amerikanische Hebamme Ina May Gaskin.

Kübra Gümüsay gehört laut dem Magazin für Journalisten zu den Top 30 Journalist_innen unter 30. Herzlichen Glückwunsch!

„Mütter spielen eine stärkere Rolle, ob ihre Kinder sexistisch eingestellt sind als Väter“ – diese Nachricht von Telepolis wurde gerade durch die Twittersphäre gereicht. Entwarnung für Männer gibt sie allerdings nicht: Sie waren durchweg sexistischer eingestellt als Frauen.

2007 zog sich die Technikbloggerin Kathy Sierra nach Todesdrohungen aus dem Internet zurück. Nun ist sie wieder da und äußert sich zur Pseudonymdebatte: Denkt nach was ihr schreibt und moderiert Kommentare! (Trankskript des Videos von geekfeminism)

Wie sehen Modelposen eigentlich aus, wenn sie von Frauen jenseits normschöner Idealmaße gezeigt werden?

Am 1. Oktober fanden SlutWalks in Seattle und in New York City statt. In New York kam es zu einem ekelhaften Vorfall, bei dem ein Trans*mann verhaftet und völlig unangemessen von der Polizei behandelt wurde.

Laut NDR.de liegt erstmals in Deutschland die Führung eines Landesparlaments ausschließlich in den Händen von Frauen: Der neue Landtag in Schwerin.

Homophobe Kackscheiße: Eine neue App auf dem französischen Markt soll herausfinden, ob der Sohn schwul ist.

Schon etwas älter, aber immer noch interessant: “Kann ein Geschlechtsteil rassistisch sein?” – fragt Oliver Baroni auf 20 Minuten Online. Wohl nicht – Aber Werbung für ein Intim-Hygieneprodukt durchaus.

Termine

Am 13. Oktober findet in der Begine in Berlin eine Veranstaltung zur Lesbenbewegung in Afrika statt. Die Referentin Liz Frank lebt seit 21 Jahren mit ihrer Lebensgefährtin in Windhoek, Namibia und ist Aktivistin der dortigen Lesbenbewegung.

Vom 13. bis 15. Oktober findet das QueerFilmFest in Rostock statt.


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Nicht wegen Feminismus oder so – die Blogschau

27. August 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 122 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


Heute im Programm: Kinder, Liebe, Umfragen. Und ein Leben als Petit Four. Vielleicht.

Luise Pusch berichtet bei fembio über ihre neue Twitter-Seite und schreibt, warum sie keine „follower“ haben wird.

„Wie sieht es hinter der poststrukturalistischen Rhetorik der Piraten mit den ‚Geschlechterrollen‘ innerhalb der Partei aus?“ fragt Regina Frey beim genderbüro anlässlich der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September.

Antje Schrupp denkt bei Über Liebe und Freiheit gemeinsam mit Franziska zu Reventlow über … na klar … die Liebe und deren Geschlecht (oder auch nicht) nach.

Missy-LeserInnen sind zur Teilnahme an einer Umfrage zum Missy Magazine – ein Diplomarbeitsprojekt an der Uni Erlangen – aufgerufen. Dauert etwa 15 Minuten.

Auf eine weitere Studie in Entstehung weist Katrin Rönnicke hin. Es geht um die Darstellung der Geschlechter im Kinderfernsehen, Eltern zum Mitmachen gesucht.

„Mädchen auch zu den Autos und Jungs auch zu den Puppen“ – das ist doch nicht so schwer. Manu bloggt den Beschwerdebrief ihres Sohnes (7) und der macht Hoffnung für die Zukunft.

Eine aktuelle Linksammlung rund um Mütter, Schwangerschaft und Eltern findet sich bei dem ohnehin empfehlenswerten Blog fuckermothers. feministische Perspektiven auf Mutterschaft.

rasha h. khaya, die West-Östliche Diva, ruft uns die „Women 2 Drive“-Kampagne in Saudi-Arabien wieder ins Gedächtnis.

Beate Hausbichler war für diestandard.at beim Girls Rock Camp in Niederösterreich und hat unter anderem dieses Argument aufgeschnappt, warum rein weibliche Räume manchmal gut sind: „Nicht wegen Feminismus oder so, aber jede kann sich so besser verwirklichen.“

Paula von Puzzlestücke spielt ein Adventure Game und ärgert sich über die Sprüche der Figuren – Lookism galore.

Michaela schreibt bei Erlebnisse und Gedanken über ihre Freundin Farah und deren Diplomarbeitsprojekt über die Diskriminierung transidenter Menschen.

Und zum Schluss: Beim blogabsatz gibt es einen schönen kleinen Text über das Leben, die Arbeit und mögliche Alternativen.

Termine
Das 2. bundesweite Netzwerktreffen junger Feministinnen innerhalb und außerhalb der Mädchenarbeit vom 2. bis 4. September in Darmstadt. Mehr Infos gibt’s hier.


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Muslimische Feministinnen und Tipps für frischgebackene Mütter – kurz verlinkt

25. August 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 118 von 138 der Serie Kurz notiert

Wenig erfreuliches bieten die neuen US-amerikanischen Fernsehserien, so der Tagesspiegel. Sie seien klischeebehaftet, feige und apolitisch häuslich. Genauso schlimm das „männliche Gegenprogramm: breitbeinige Steak-Sitcoms, in denen Männer von hysterischen Frauen schikaniert werden.“

Wo wir gerade beim US-Fernsehen sind: Laut dem Ms Magazine Blog sind Frauen im Fernsehen weiter unterrepräsentiert. Die Zahl der Schreiberinnen hinter dem Bildschirm ist in diesem Jahr sogar dramatisch gesunken.

Infografik zum Anteil der Frauen im US-TV. 2011 ist der Anteil der Schreiberinnen auf nur noch 15% gefallen

Infografik von Sarah Richardson/Ms Magazine, mit freundlicher Genehmigung

Seit ein paar Tagen gibt es auf SpiegelOnline vermehrt Artikel zu Frauen und Karriere (ob das Sommerloch dran schuld ist?). Vom Umgang mit Schwangerschaften bis hin zum Interview mit der „streitbaren“ Ex-Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling. Titel des Dossiers dazu: Weiberwirtschaft. Ahja.

In Nordrhein-Westfalen wird in geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung und Chancengleichheit investiert, berichtet die Ärztezeitung. Was das Landes­gesund­heits­minis­terium damit konkret meint, wird leider nicht erläutert.

Auf dem Chaos Communication Camp trafen sich vor zwei Wochen eine Menge Hacker_innen, um Vorträge zu hören, coole Dinge wie Palatschinkenmaschinen vorzustellen oder sich zu unterhalten. Im Hackerspaces Podcast Signal ging es etwa um Queer Geeks:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ein wenig hängen sie zwischen allen Stühlen – muslimische Feministinnen. In der taz erzählt Amina Wadud von der Entwicklung der Frauenbewegung im Islam. Zwischen der Einordnung als Islamistinnen oder zum säkulären Feminismus legt sie den Fokus auf feministische Lesarten des Korans und gleichezeitig den Kampf für Gleichberechtigung im privaten, wie öffentlichen Leben.

„Putzen wie ein Mann“ und „nicht schlecht über andere Mütter reden“ sind zwei der praktischen kleinen Baby-Tipps für junge Mütter von Henriette Kuhrt.

Die ukrainische Frauenbewegung Femen macht mit nackten Tatsachen weiter Schlagzeilen. Und sind damit laut der FAZ fast die einzigen, die öffentliche Kritik noch anbringen können. Ein Artikel übrigens, der Sexismus nicht nur beschreibt, sondern auch als solchen benennt und kritisiert.

Noch mehr Sexismus berichtet diepresse.com, diesmal aus Indonesien. Angehende Stewardessen müssen sich bei der Fluglinie Garuda Indonesia ausziehen. Wer Tattoos hat oder Brustimplantate wird abgelehnt. Die Begründung: Andere Fluggesellschaften machen das auch. Und Brustimplantate können im Flugzeug gefährlich sein. Passagierinnen werden bisher aber nicht auf Implantate kontrolliert.

Auch ein Fan von @feministhulk? Nun wissen wir, wer dahinter steckt!

Nach dem Klick noch ein Termin und Call for Papers: (weiterlesen …)


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