Einträge mit dem Tag ‘MTV’


MTVs Serienhit „Faking it“ – sometimes nailing it, sometimes failing it

13. Oktober 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 23 von 31 der Serie Die Feministische Videothek

Neulich schrieb ich noch, dass ich mir am liebsten Hetenserien gebe, weil ich darin unbeteiligte Zuschauerin bin. Und bis auf wenige Ausnahmen keine Serien mit hohem Anteil queerer Perspektiven und Figuren schaue, weil der Fokus oft auf Gewalt und Diskriminierung liegt. Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber dem Hauptplot von Faking it, folgte ich der Empfehlung einer Freundin, die die Serie aus dem Hause MTV mit einer Schüler_innen AG schaut.

Amy und Karma, zwei Teenager aus Austin, Texas besuchen die Highschool. Aber nicht irgendeine, sondern Hester High, eine Schule, an der Normabweichung gefeiert wird, statt mit Mobbing und Stalking darauf zu reagieren. Diskriminierung existiert an der Schule nicht, alle sozialen Gruppen sind vertreten, die Schüler_innen supporten sich gegenseitig. Klar, dass Amy und Karma, zwei weiße normschöne Heten da nicht viel zu melden haben. Während Amy mit ihrer unbedeutenden Position kein Problem hat, quälen Karma Selbstwertprobleme. Sie will dazu gehören und beliebt sein. Als die beiden versehentlich für ein lesbisches Paar gehalten werden und die Schule sie als Prom Queen Pärchen sehen will, lässt Karma sich nicht zwei Mal bitten. Sie überredet Amy das Ganze noch ein bisschen länger zu faken. Schließlich steht nun Liam, der Hottie der Schule auf sie. Und wir wissen ja, wie „interessant“ straighte Typen Lesben finden, die für Frauen vorgesehene Schönheitsnormen erfüllen.

Als Lauren, Amys Stiefschwester, die beiden als hetero outen will, verhindert Amy Laurens Plan, indem sie Karma vor der gesamten Schule küsst. Ein sehr folgenreicher, wie sich bald herausstellt, denn für Amy wird es nicht beim „Faking it“ bleiben. Und so spinnen sich herzzerreißende, selbstironische und empowernde Geschichten um Sex_ualität, Liebe, Beziehungen, Identität, Freund_innenschaft, Begehren und Gender, eingebettet in ein völlig unrealistisches diskriminierungskritisches Setting. Unrealistisch ist hier tatsächlich liebevoll gemeint, denn Faking it schafft es, eine Utopie zu kreieren, die Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich mit positiven Bildern zu identifizieren statt mit Trauma, Mobbing und Gewalt, ohne Diskriminierung als Fakt und die eigene Realität darin unter den Teppich zu kehren.

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Kerngeschäft Feminismus: Nicki Minaj und weiße Solidarität

22. Juli 2015 von accalmie

Ganz ehrlich: Ich persönlich bin kein großer Nicki-Minaj-Fan. Es gibt ein, zwei Lieder, die ich nicht schlecht finde, und ansonsten wundere ich mich (nicht) darüber, dass andere Rapperinnen – Rapsody, Jean Grae, Sa-Roc, Rah Digga, Dai Burger, um nur ein paar Namen zu nennen – nicht halb so viel Aufmerksamkeit genießen. Das hat mit Minajs besonderem Flow, genreübergreifenden Stil und Vermarktungsgeschick zu tun, aber auch mit Minajs konventioneller(er) Schönheit und der einfachen Reduzierung ihrer sex-positiven Self-Empowerment-Message auf „Sexbombe“ für einen male gaze. In jedem Fall ist Nicki Minaj eine der erfolgreichsten Rapperinnen aller Zeiten und versteht – im Gegensatz zu Iggy Azalea, zum Beispiel – nicht nur ihr Handwerk, sondern auch die Geschichte des Rap/Hip Hop.

Ihr letztjähriger Hit, „Anaconda“, war nicht nur ein Charterfolg, sondern Minaj brach mit dem Video Rekorde. Etwas über eine Woche nach der Veröffentlichung hatte „Anaconda“ bereits 100 Millionen Zuschauer_innen; es war eines der erfolgreichsten Videos des Jahres. Auch ihr und Beyoncés „Feeling Myself“, das zwei der aktuell bekanntesten und erfolgreichsten Hip Hop- und Pop- Künstler_innen vereinte, resultierte in einem sehr beliebten Video, dessen Regie beide maßgeblich führten. „Anaconda“ wurde in diesem Jahr für einen MTV „Video Music Award“ (VMA) in den Kategorien „Best Female Video“ und „Best Hip Hop Video“ nominiert. „Feeling Myself“ ging leer aus, und „Anaconda“ wurde ebenfalls nicht in der wichtigen „Video of the Year“-Kategorie nominiert (wenngleich Beyoncés „7/11“ eine Nominierung erhielt). Bei Twitter hat Nicki Minaj dies kritisiert.

[Übersetzung: 1. „Wäre ich eine andere „Art“ von Künstlerin, wäre Anaconda nominiert für Beste Choreographie und auch für Video des Jahres.“ 2. „Wenn die „anderen“ Mädels Videos veröffentlichen, die Rekorde brechen und Auswirkungen auf Kultur haben, werden sie nominiert.“ 3. „Wenn dein Video Frauen mit sehr schlanken Körpern zelebriert, wirst du für „Video des Jahres“ nominiert.“ 4. „Ich bin nicht immer selbstbewusst. Nur müde. Schwarze Frauen beeinflussen Popkultur so sehr, aber werden selten dafür belohnt.“]

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