Einträge mit dem Tag ‘Monogamie’


Muschiballett, Konsensdebatten und viel Lesestoff – kurz verlinkt

7. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 142 von 153 der Serie Kurz notiert

Die Debatte um enthusiastischen Konsens und ob Frauen vergewaltigen können, führt discipline and anarchy weiter.

Auf die Probleme, auf die behinderte Frauen mit Kinderwunsch stoßen, weist die Süddeutsche hin. Morgen gibt es dazu auch eine Infoveranstaltung der Netz­werk­frauen Bayern.

Neuer Monat, neuer Lesestoff: die neue an:schläge zum Thema „Gehirn“ ist da und die aktuelle aep  (Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft) mit dem Titel „rolle rückwärts – rolle vorwärts“ ist ebenfalls erschienen.

Serielle Monogamie sei „schlechte Propaganda“ befindet DNLee im Scientific American Blog. Die Ratschläge richteten sich vor allem an Frauen und seien damit nur eines: sexistisch.

Sarah Diehl schreibt im Prager Frühling über Selbsthilfe bei fehlendem Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen.

Filia.die Frauenstiftung sucht für ihren Mädchenbeirat junge Frauen im Alter von 14 bis 20 aus dem Norden Deutschlands. Wer Interesse hat, kann das Be­wer­bungs­formular (als pdf auf der Internetseite) bis zum 26. März ausfüllen und abschicken.

Schon vom letztem Jahr aber immer noch aktuell: Interview mit Gerdrun vom Muschiballet in der Jungle World.

Die NDR Info-Sendung „Frauenbewegung im Islam“ könnt Ihr im Podcast nachhören.

Mehr Bewußtsein von Journalist_innen zum eigenen Weißsein wünscht sich Noah Sow und fragt im Migazin: „Sich ins 21. Jahrhundert zu begeben, wie soll das Nachteile haben?“

Zähe Aufarbeitung eines alten „Frauenthemas“: Seit 14 Jahren wird in Dortmund ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung geplant. Doch immer wieder gibt es Ärger mit der Stadtverwaltung und der evangelischen Kirche, so die Welt.

Unterirdisch bleibt auch der Frauenanteil in den Medien. Gerade einmal 17 Prozent machen sie in den Nachrichten aus – und die Hälfte der Berichterstattung widmet sich Angela Merkel, berichtet der Media Tenor.

Im Konflikt zwischen FIFA und dem Iranischen Fußballverband (wir berichteten) hat es endlich eine Einigung gegeben. Wie die Ärztezeitung schreibt, wird ein neues Hijab-Modell eingeführt, das sich beim Ziehen öffnet und damit beiden Verbänden genehm ist.

Passend zum morgigen Internationalen Frauen(kampf)tag geht die Junge Welt der Frage auf den Grund, ob Clara Zetkin, die Erfinderin des Frauentags, eine Anti­femi­nistin gewesen ist und befindet: Quatsch!

Nach dem Klick noch drei Termine (einer mit Reisestipendien nach Argentinien) (weiterlesen …)


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Die radikalfeministische Grundschule und Weiße Integrationsverweigerung – kurz notiert

1. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 131 von 153 der Serie Kurz notiert

Eine Online-Umfrage der Frauenseiten Bremen hat ergeben, dass “fast 50 Prozent aller befragten Frauen und Mädchen negative Erfahrungen im Internet gemacht und Belästigungen, Anmache und Sexismus erlebt” haben.

In Kairo wurde die äygyptisch-amerikanische Journalistin Mona Eltahawy von der Polizei misshandelt und sexuell belästigt, berichtet derStandard. Sie war während der neuen Proteste gegen das Militärregime auf dem Tahrirplatz gewesen.

In den 1990ern gab es eine radikalfeministische Grundschule für Mädchen in Wien. DieStandard führte ebenfalls ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin.

Wenn über Musik von Frauen* geredet wird, fällt immer auch der Begriff “Riot Grrrl” im gleichen Atemzug. Ganz so, als gäbe es EIN Label für Musik von Frauen*, während für die selbstgemachte Musik von Männern* stets viele Labels zur Hand sind. Kritik an dieser Vereinnahmung gibt es bei Pitchfork zu lesen.

“Wann hat es das schon einmal gegeben in unserer nach wie vor verklemmten Vereinbarkeitsrepublik? Eine Frau bekommt einen Führungsjob, nicht obwohl, sondern weil sie Kinder hat!”, schreibt die Berliner Zeitung.

Mutlu Ergün berichtet bei Philibuster über die Ergebnisse neuester Studien: Millionen Weiße Deutsche verweigern die Integration!

In der neuen Ausgabe der feministischen Zeitschrift Anschläge, hat Autorin Leonie einen Kommentar zu konsensualem Sex geschrieben. Lesenswert!

Radio Corax Halle interviewte Gesa Mayer und Robin Bauer zu Monogamie als gesellschaftlicher Norm, nachzuhören bei Freie Radios. Die beiden halten heute im Rahmen der Ringvorlesung “que(e)r_einsteigen” einen Vortrag zum gleichen Thema.

Das Männer-Fußballteam von Amerikanisch-Samoa gewinnt sein erstes offizielles Länderspiel – 2:1 gegen Tonga. Nach dem Sportlichen zur Geschlechterpolitik: Auf dem Platz stand mit Johnny Saelua eine Fa’afafine, die in der Kultur Polynesiens “als Mann geboren … als Frau aufgezogen” werden, wie queer.de berichtet.

Eine aktuelle Kampagne gegen institutionalisierten Rassismus seht ihr hier:

Mann hat nette Ratschläge an Frauen, dieses Mal in der Süddeutschen: Um im Job voranzukommen und sich männlicher Raumnahme zu entziehen, sollen sie einfach die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Tipp 1: Nicht mehr lächeln!

Terminhinweise nach dem Klick

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Warum Monogamie eine schlechte Idee ist

29. Juni 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 25 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Die These ist nicht neu: Partnerschaften zerbrechen ihre Langlebigkeit an dem Vorsatz der Monogamie. Menschen seien einfach nicht dazu gemacht, mit nur einem Sexualpartner auf Dauer glücklich zu werden, behaupten Christopher Ryan und Cacilda Jeth. Das Autorenpaar hat in den USA gerade das Buch “Sex at Dawn: The Prehistoric Origins of Modern Sexuality” veröffentlicht, in dem allerlei Studien aus Natur- und Geisteswissenschaften für ihre These herhalten müssen. Aber sind prähistorische Gesellschaftsentwürfe und ein Blick auf Artverwandte, wie die Bonobo-Affen stichhaltig genug, um die Monogamie als Konstrukt abzumahnen?

Im Interview mit Salon erklärt Psychologe und Autor Ryan die Hintergründe, in denen Penisformen, Hodengrößen und Spermaspuren eine große Rolle spielen, mich persönlich aber nicht sonderlich überzeugen. Gegenfrage: Sagt die Größe meiner Klitoris ebenfalls etwas über meine mangelnde Monogamie-Fähigkeit aus?! Super, dann kann ich es beim nächsten Mal darauf schieben: “Sorry, Schatz, aber hättest du dir meine Klit mal genauer angesehen, hättest du wissen können, dass Fremdgehen in meiner Natur liegt…”

Ich kenne Ryan und Jeths Buch nicht, weiß aber, dass die Ehe und vor allem die Liebesehe ein soziales Konstrukt ist, nach dem unsere Gesellschaft besser funktionieren soll. Denn wo bitte kämen wir hin, wenn jede und jeder wild in der gegend rumvögeln würde? (Ironie!) Zu einem Haufen vaterloser und damit staatlich zu versorgender Kinder. Monogamie ist vor allem Sexual- und Bevölkerungspolitik. Was jedes Paar für sich entscheidet, ist deren Angelegenheit, auch wenn die meisten es lieber für sich behalten, wenn sie eine offene Beziehung führen. Und die Gegenentwürfe zur Monogamie sind facettenreich: One-Night-Stand, Seitensprung, Affäre, Polygamie als Beziehungskonzept – da muss man sich erst mal drüber klar sein, wo Sex aufhört und Betrug anfängt und ob sexuelle Freiheit wirklich immer ein Nachteil für die Beziehung sein muss – partnerschaftliches Einverständnis vorausgesetzt.

Was mich wundert: Wenn es in einer Beziehung sexuell nicht gut läuft, wird gerne darauf verwiesen, dass Partnerschaft so viel mehr sei als Bettakrobatik. Wenn dann aber woanders geturnt wird, dann hängt plötzlich doch die Beziehung dran? Verkehrte Welt!

Die Frage ist, wann geschieht Sex aus echter Lust auf das Fremde, Unbekannte und wann doch eher, um der eigenen Eitelkeit zu genügen, sich zu beweisen, ich kann jede_n haben? Oder weil es einfacher ist, das Abenteuer außerhalb des eigenen Bettes zu suchen, statt sich die Mühe zu machen, die heimische Spielweise aufzurüsten. Ich war nie lange genug in einer Beziehung, um sexuelle Monotonie zu empfinden aber wenn ich die Gelegenheit spürte, fremd gehen zu können, dann fühlte ich mich auch in der Beziehung sexuell nicht ausgelastet und das fiel dann meistens noch unter die 3-Monats-Testphase einer neuen Beziehung. Wie sich die Lust auf Sex mit anderen in einer über Jahren gewachsenen Partnerschaft sowohl körperlich als auch emotional anfühlt, kann ich nicht beurteilen – aber ich bin dagegen, Menschen in ein monogames Korsett zu zwängen, weil es gesellschaftlich verlangt wird. Und noch mehr bin ich dagegen, Männer wegen ihrer Hodengröße oder prähistorischen Jägerlateins von der Monogamie-Pflicht zu entbinden, Frauen aber im Gegenzug immer noch das Märchen von der Liebe und dem Sex zu erzählen – denn sie leben nicht immer glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit.


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