Einträge mit dem Tag ‘Mode’


Antifeminismus, Abwesenheit von Vätern und Ausübung von Kritik (nur wie?) – die Blogschau

30. Januar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 292 von 295 der Serie Die Blogschau

„»Deutschland Schwarz Weiß« zu schreiben, war mein Trick.“ Noah Sow gibt einen Einblick in ihre persönlichen Motive, acht Jahre nach Veröffentlichung des Buchs (…übrigens immer noch ein dringender Lektüretipp!).

Über die Nähe des zeitgenössischen Antifeminismus zu Antisemitismus schreibt החול והים (Sand und Meer).

Bei Ringelmiez berichtet Ella von ihren Erfahrungen, für ihr Kind ein Kleid zu nähen, und gibt in einem FAQ Antwort auf (potenzielle) geschlechteressentialistische, cissexistische und heterosexistische Einsprüche.

JJ bei den Leckmuscheln kritisiert den „Riots Not Diets“-Pullover von „Monki“: „Den Pullover gibt es in den Größen S-L. Nice try Monki, aber welcher Sinn steckt dahinter einen Fett-Positiven Pullover herzustellen, welchen dann nur schlanke Menschen tragen können, die sowieso ständig von Thin Privilige profitieren, gerade wenn es um Mode geht.“

„30. Januar in Büdingen: Naziaufmarsch verhindern! Rechten Kommunalwahlkampf stören!“: Antifa Kritik und Klassenkampf ruft zum antifaschistischen und antisexistischen Protest auf. Treffpunkt: Heute, 13:40 Uhr, Hauptbahnhof Frankfurt am Main, Gleis 13.

„Aber brauchen Kinder wirklich ihren Vater/ eine männliche Bezugsperson? Zu welchem Preis? Brauchen Kinder nicht viel eher eine Möglichkeit zu lernen mit der Situation und dem Menschen, der sie mitgezeugt hat, umzugehen; ob dieser nun real präsent ist oder nur in Erzählungen?“ Me, Myself and Child startet mit „Ohne Väter: Prolog“ die Artikel-Reihe „Ohne Väter,“ zu der Beiträge „alle Elter_Mütter*, die ihre Kinder (zum größten Teil) ohne Cis-Väter betreuen“, eingeladen sind.

In Anna Hegers Mini-Comic, „Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen“, geht es um Kritikausübung innerhalb einer Gruppe ähnlich privilegierter Menschen.

„Nimm deine Kippa ab, Junge!“ – Was das mediale Interesse an Antisemitismus mit den Geflüchteten zu tun hat“, analysiert Levi bei kleinerdrei.

Die Femgeeks stellen das Hacker*innenmagazin The Recompiler vor, das im letzten Jahr durch eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen wurde.

Die 71-jährige „Schluss-Strich-Debatte“ um (die Erinnerung an) den Holocaust kommentiert Anja Reschke:

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Jüdische Elternschaft, Lean Out und eine Ode an die „Ungewollten“ – Die Blogschau

28. November 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 288 von 295 der Serie Die Blogschau

Bei roleUP! wird im aktuellen Video als Rolemodel die Illustratorin Tasnim Baghdadi vorgestellt. Sie beschreibt die Themen mit denen sie sich beschäftigt (z.B. Identitäten, (muslimische) Feminismen) und wie sie arbeitet.

Afrogermanrebel schreibt zu Trauer, Angst und Wut in Zeiten von Paris, Beirut, Baghdad und Syrien.

Today (and everyday) my heart goes out to the unwanted ones.„, schreibt Trouble X anlässlich des Transgender Day of Remembrance.

KrachBumm hat sehr viele Links zum Thema Intersexualität zusammengestellt: Hinweise auf Intersex-Aktivist_innen und Interessensverbände, politische Forderungen und Bücher-Tipps sind unter anderem dabei.

Bei Femgeeks bespricht Melanie das Buch „Lean Out: The Struggle for Gender Equality in Tech and Start-Up Culture“ und kommt zu dem Schluss: „Das Buch zeichnet [durch eine Vielfalt an Erfahrungen und Meinungen] ein weitaus realistischeres Bild von der Tech-Welt als Lean In. Es schafft (Überlebens-)Strategien sichtbar zu machen ohne als „One Size Fits All“ Ratgeber daher zu kommen oder die existierenden Probleme zu beschönigen.“

Wie allein in einer einzigen Unterrichtseinheit Rassismus, Hetero_Sexismus und andere diskriminierende Aussagen passen, illustriert SchwarzRund anhand einer Uni-Stunde

Embrace the Fat schreibt zu (nicht vorhandenen) Erfahrungen mit Sex, Selbstliebe und was dies alles mit dicken Körpern zu tun hat: „Wir sollten mehr Raum schaffen für die unterschiedlichen Erfahrungen, die dicke Menschen in Bezug auf Sex machen.“

Die Queerulant_in freut sich bis zum 01. Januar noch über Beiträge für das nächste Heft rund um das Thema „Einfach mal (nicht) ficken!“.

QueerVanity interviewt Künstler_in Rudy Loewe (Zines! Tshirts!) zu Mode, Mustern und Normen.

Don’t Degrade Debs macht sich Gedanken zu jüdischer Elternschaft zwischen Religionskritik-Keulen, vereinfachten Narrativen dazu was Jüdisch-Sein bedeuten kann und Weihnachtsfesten. Sie fragt: „Warum sollte dieses Kind nur als Projektionsfläche herhalten ohne die Chance zu bekommen das Jüdisch-Sein mit anderen, schönen, kraftvollen, eigenen Inhalten zu füllen, die viel älter sind, als ein deutsches Schuldgefühl und linker Schiksals-Voyeurismus“?

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Inklusive Kampagnen, geschlossene Blusen, selbstbestimmte Outfits – kurz verlinkt

16. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 293 von 317 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe // Frauen gegen Gewalt e.V. hat gemeinsam mit weiteren Organisationen die Online-Petition #neinheisstnein initiiert, mit der Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht, in dem alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen.

Das Campaign Boostcamp hat einen Leitfaden „Kampagnen für Alle“ veröffentlicht. Die Handreichung mit Tipps und Empfehlungen für inklusives Campaigning kann als PDf herunter geladen werden.

Unter dem Motto „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ ruft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am 16. September zum Aktionstag gegen Geschlechterdiskriminierung auf.

Am 17. Oktober 2015 wird in Berlin wieder der Feministische Pornfilmpreis Europa PorYes verliehen. Drumherum finden diverse Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und eine Party statt.

Englischsprachige Beiträge

In der New York Times Online wird über eine Studie berichtet, die herausgefunden hat, dass Mathelehrer_innen in Grundschulen Tests von Mädchen besser bewerten, wenn sie keine Rückschlüsse auf das Geschlecht der Schülerinnen finden: How Elementary School Teachers‘ Bias Can Discourage Girls from Math and Science.

Ebenfalls in der New York Times: Ein Bericht darüber, wie verheerend sich die Gefängnisindustrie auf die Angehörigen der Gefangenen auswirkt.

Die Cosmopolitan stellt das Projekt „What I wanted to wear“ vor.

Sexualisierte Übergriffigkeit und Gewalt ist ein globales Problem. Dass die „Bluse zuzumachen“ (der Klassiker von Birgit Kelle) damit nichts zu tun hat, zeigen die Erfahrungs-Berichte von Frauen im Iran, die man in The Guardian nachlesen kann.

Der (weiße) Schauspieler Matt Damon meinte, die (Schwarze) Produzentin Effie Brown über „Diversity“ belehren zu müssen. Yesha Callahan berichtet bei The Root, wie schief das ging.

Melissa Harris-Perry sprach in ihrer Sendung mit Monica Dennis, einer Koordinatorin von Black Lives Matter, über den Backlash, den die Bewegung derzeit abbekommt. 

Iman Al Nassre berichtet auf Euphrates darüber, wie es für sie war, als Syrerin in Deutschland aufzuwachsen, und ihre Perspektive auf die derzeitige deutsche Asylpolitik.

Termin in Berlin

19. September: Sowohl das Bündnis „Marsch für das Leben“? – What the fuck! als auch das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung rufen zu Protesten gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ auf. Treffpunkte sind um 11 Uhr am Anhalter Bahnhof und um 11:30 Uhr am Brandenburger Tor. Weitere Infos findet ihr hier und bei Twitter unter dem Hashtag #NoFundis.


Facebook | |


Misandrische Mittelfinger-Mode, Free CeCe, Polizeigewalt gegen Jugendliche – kurz verlinkt

10. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 282 von 317 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Seit dem 1. Juni kann man sich zum Inklusionscamp in Hamburg anmelden. Die Veranstaltung ist als Barcamp zum Thema Inklusion, inklusives Leben und Lernen geplant und findet am 25. und 26. September 2015 statt.

Mit Islamfeindlichkeit gegen Antisemitismus: Fabian Köhler analysiert für IslamQ, wie sich ein weißes deutsches Kollektiv mit antimuslimischem Rassismus vom eigenen Antisemitismus freispricht. [Siehe Kommentarbereich – danke für den Hinweis!]

Das JugendtheaterBüro Berlin wurde für die KulTür auf! Kampagne mit dem BKM-Preis für Kulturelle Bildung ausgezeichnet.

Und noch mehr Preise: Das Transgender Film Festival 2015 stellt die dort ausgezeichneten Werke vor.

Dominique Hansell schreibt für das Gunda Werner Institut zu Diversity als politischem Feigenblatt: Anhand der Fashion- und Beauty-Branche seziert sie, wie „das politisch korrekte „Anderssein“ […] hier zum kulturellen Aushängeschild der betreffenden Firmen und Institutionen [wird]“.

Obwohl europäische Rechtsinstanzen immer wieder Vätern mehr Rechte in Bezug auf Besuch, Umgang oder Erziehung von Kindern zuspricht, entschied das Bundesverfassungsgericht jüngst anders: Ein Vater darf ein Umgangsrecht gegen den Willen des Kindes nicht durchsetzen, wie das Online-Magazin Frauensicht berichtet.

Englischsprachige Links

Eine Raum wird nicht allein dadurch trans*inklusiv, in dem er statt beispielsweise Frauenraum zu FrauenLesbenTrans*Raum umbenannt wird. Autostraddle trägt Ansätze zusammen, wie (queere) Räume inklusiver für Trans*Frauen gestaltet werden können.

Endlich Sommermode? Kitty Stryker von Purr Versatility hat den ultimativen Guide für den misandrischen, male-gaze-den-Mittelfinger-zeigenden Look zusammengestellt.

Das Black Youth Project stellt ein Kinderbuch vor, in dem ein queerer Junge seine Geschichte erzählt.

Den Dokumentar-Film FREE CeCe!, der sich mit Gewalt gegen Trans*Frauen of Color beschäftigt und die Geschichte von CeCe McDonald (von dem Angriff gegen sie, ihre Verurteilung und Gefängniszeit und ihren Aktivismus gegen den Gefägnis-Komplex) nachzeichnet, könnt ihr noch finanziell unterstützen. Er benötigt noch Geld für die Post-Produktion.

Das Bitch Magazine stellt zehn Schwarze Komponistinnen/Frauen, die Musik schreiben, vor – von der Harlem Renaissance bis heute.

Eine Pool-Party in McKinney. Erst werden Jugendliche rassistisch beschimpft, dann wird die Polizei gerufen, welche die Jugendlichen angeht, mit Waffen auf sie zielt und Dejerria Becton, eines der anwesenden Mädchen, brutal auf den Boden wirft und fixiert. The Root hat alle Informationen zusammengestellt. Feminist Wire schreibt zu: „Police Criminals and the Brutalization of Black Girls„.

Termine in Berlin, Dortmund, Hamburg, Konstanz und Wien

10.06. in Konstanz: Vortrag zu Racial Profiling von Jamie Schearer.

10.06. in Berlin: Kongress „Respekt statt Ressentiment“ – Strategien gegen eine neue Welle von Homo- und Transphobie.

11.06. in Dortmund: „female energy“: Vernissage verschiedener Künstler_innen im Fachbereich Design der Fachhoschule Dortmund. (FB-Link)

22.06 in Wien: Frigga Haug spricht im Rahmen der Dialogreihe „Gutes Leben für alle“ über die Forderung „Teilzeit für alle“. (FB-Link)

17.07. in Berlin: „Grrrls To The Front: Das Female Focus Festival“, das „viele verschiedene Berliner Rapper*innen und DJ*s“ fördert, „die zusammen mit internationalen Künstler*innen aus Buenos Aires (ARG), Durham (USA), Birmingham (UK) und Johannesburg (RSA) das Festival gestalten. (FB-Link)

01.08. in Hamburg: Queer Flora Soliparty, 23 Uhr, Rote Flora.


Facebook | |


Andere Perspektiven auf den Muttertag, Kritiken an kultureller Aneignung und aufwühlende Transitionserfahrungen – die Blogschau

16. Mai 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 278 von 295 der Serie Die Blogschau

Anna Dushime schreibt auf Buzzfeed, was es bedeutet, den eigenen Vater im Völkermord zu verlieren. Er wurde 1994 Opfer des Genozids an den Tutsi in Rwanda.

Auf nopsyko findet ihr einen kurzen Informationstext zur Anforderung und Einsichtnahme in die Behandlungsakten von vergangenen Psychiatrieaufenthalten.

Antipsychiatrische und pathologisierungskritische Perspektiven auf einem Vortrag und in einem Workshop? Steinmädchen ist buchbar!

Vergangene Woche war „Muttertag“. Schwarzrund ruft zum Feiern der Leerstelle auf, Maja Schwarz findet, dass die Muttertagsfrage ein Minenfeld ist und beim Gemischtwahnlädchen geht es um Tod und Verlust.

Auf umstandslos schreibt Anna Lisa über das Fotografieren von Kindern, die entweder während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Angela Davis und Gina Dent sind derzeit in Berlin zu Gast, sprachen mit Aktivist_innen u.a. über den aktuellen Stand der Geflüchtetenproteste. Auf Schwarzrund gibt es einen Bericht zu einem Community-Workshop in der Werkstatt der Kulturen, an dem Davis und Dent teilgenommen haben.

Auf dem Blog des Berliner Theatertreffens sprechen fünf Kulturschaffende über Interventionen in rassistische Strukturen des deutschen Theaters.

Mode und Selbstdarstellung als Empowerment-Tools ist Thema bei Les Flâneurs.

Riot Trrrans* schreibt über seine Transitionserfahrungen der letzten Jahre und fragt sich, warum es vor allem für andere so schwer bleibt, Selbstbestimmung anzuerkennen.

In Frage stellen: Musik beschäftigt sich dieses Mal mit musik_kulturellen Aneignungen, welche Dimensionen Aneignungshandlungen haben können, welche Kritiken und Interventionsmöglichkeiten es gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Mode in Zeiten des Kapitalismus

31. März 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 98 von 117 der Serie Die Feministische Bibliothek

41GOemmRtiL._SY344_BO1,204,203,200_ Am 24. April vor zwei Jahren stürzte Rana Plaza ein, ein Gebäude, in welchem viele internationale Firmen Textilien hatten herstellen lassen. Bereits am Tag zuvor waren Risse in den Wänden entdeckt worden, doch als sich am Morgen des 24. Arbeiter_innen weigerten in das Haus zu gehen, wurde ihnen mit dem Abzug eines Monatsgehalts gedroht. Bei dem Einsturz starben 1127 Menschen und 2438 weitere wurden verletzt – mit oftmals lebenslangen Folgen. Rana Plaza ist sicher das bekannteste aktuelle Beispiel dafür unter welchen Bedingungen Mode produziert wird. Und für Konsument_innen schlossen sich Fragen an, wie ob eine_r nun weiter bei Firmen kaufen würde, von denen bekannt ist, dass sie bei Rana Plaza produziert hatten oder was überhaupt gekauft werden sollte? Und ist ‚richtiger‘ Konsum eigentlich möglich und überhaupt der beste Fokus?

Vor ein paar Wochen hatte ich die Chance die britische Autorin und Aktivistin Tansy E. Hoskins zu hören, wie sie über ihr aktuelles Buch „Stitched Up. The Anti-Capitalist Book of Fashion“ (2014, Pluto Press) sprach – welches ich danach sofort erwarb und an einem Wochenende weglas. Auf gerade einmal 200 Seiten wirft Hoskins einen komplexen Blick auf die Modeindustrie, Verschränkungen von Kapitalismus, Rassismus und Sexismus, sowie auf Möglichkeiten das System zu verändern.

Im ersten Kapitel, welches wie die übrigen mit einer wunderschönen Illustration beginnt, zeigt Hoskins zunächst auf, welche Konglomerate hinter welchen Modefirmen stehen (und wie häufig sehr viele Modekonzerne eigentlich zu einem übergeordneten Konzern gehören) und welche Personen dort agieren – obwohl sie auch immer wieder deutlich macht, dass es ihr weniger um ’schlechte‘ Menschen und deren Taten geht (obwohl es diese auch gebe), sondern um Strukturen. Im darauffolgenden Kapitel fragt sie nach der Rolle von Mode-Zeitschriften und stellt fest, dass, wo es bei anderen Kunstformen tatsächlich so etwas wie Kunstkritik gibt, dies bei Mode kaum existiert, denn sind die Magazine quasi vollständig von den Werbungen der Modekonzerne abhängig (und diese fordern ein ‚gutes Umfeld‘ zur Publikation ihrer Anzeigen) und auch würden Kritiker_innen einfach aus dem Modezirkel ausgeschlossen – lebenslange Sperren für die Modeschauen bestimmter Designer_innen kommen durch aus vor. Und wo Filmkritiker_innen sich einfach die nächste Kinokarte kaufen können, bedeutet das für Mode-Journalist_innen schon einmal das Aus.

(mehr …)


Facebook | |


Gewalt im Internet, Patricia Arquettes Feminismus und Care Revolution – kurz verlinkt

25. Februar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 272 von 317 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Charlott im Gespräch bei der Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung zu „Gewalt im Internet – Brauchen wir neue Gesetze?“ – hier ist die Videoaufzeichnung der Veranstaltung (und eine kurze Zusammenfassung der Diskussion findet sich bei Publixphere):

Aufruf des Netzwerkes Care Revolution zum 8. März: Zum internationalen Frauenkampftag stellt das Netzwerk Forderungen auf, u.a. Mindestlohn ohne Ausnahmen, bedingungsloses Grundeinkommen und bessere Bezahlung für Care-Berufe.

Beim #schauhin-Storysalon berichtet Peggy Piesche von ihrem von ihrem „Moment des Wandels“, der sie zur Aktivistin machte:

„Die Bundesrepublik hat eine traurige Geschichte von haarsträubenden Verfassungsschutz-Skandalen aufzuweisen. Wenn sich allerdings bewahrheitet, was die neuesten Enthüllungen über die Verstrickung des hessischen Verfassungsschutzes in die Mordserie des rechtsextremen NSU nahelegen, dann übertrifft das alles bisher Dagewesene.“, schreibt die Frankfurter Rundschau.

Beim Missy Magazine stellt Hengameh Modeblogs vor, die Normen von Schönheitsvorstellungen, die gekoppelt sind an dünne, ‚gesunde‘, weiße Körper, gleich mit in Frage stellen.

Englischsprachige Artikel

Black, queer, feminist, erased from history: Meet the most important legal scholar you’ve likely never heard of.

Die Huffington Post stellt sechs zeitgenössische afrikanische Künstlerinnen vor, die aktuell in der Ausstellung „Body Talk: Feminism, Sexuality and the Body in the Work of Six African Women Artists“ in Brüssel zu sehen sind.

Am vergangenen Samstag jährte sich der Tag der Ermordung von Malcolm X (El-Hajj Malik El-Shabazz) zum 50. Mal. Vox.com stellt  das Telegramm vor, dass Martin Luther King, Jr. an Betty Shabazz, Witwe Malcolm Xs, im Jahr 1965 schickte.

Häufig wird darüber gesprochen, dass Mädchen/ Frauen sich doch mehr für technische Berufe interessieren sollten und in solche Berufsfelder einsteigen müssten. Doch was ist eigentlich mit jenen Frauen, die sich für diesen Schritt entschieden? Die LA Times berichtet nun: „Women are leaving the tech industry in droves„.

Und dann war da die Oscar-Verleihung: Shakesville hat eine kritische Zusammenfassung der Ereignisse. RH Reality Check („The Road to Structural Erasure Is Paved With Good-Intentioned White Ladies„) und The Grio („Dear Patricia Arquette: Blacks and gays owe white women nothing„) schreiben über Arquettes Rede, späteren Kommentare und den Hype um sie. Die Washington Post stellte hingegen fest: Beste Chancen auf den Oscar als bester Hauptdarsteller hat (der ‚gesunde‘, weiße) Mann, wenn er einen Mann mit Behinderung oder Krankheit spielt.

Heute wird die (sehr große) Organisation „Autism Speaks“ zehn Jahre alt. Aus diesem Anlass starteten sie in der letzten Woche den Hashtag #AutismSpeaks10. Autist_innen übernahmen diesen um auf die bereits jahrelangen Kritiken an der Organisation, deren unterstützen Forschungen und dem Autismus-Bild, welches sie medial wirksam verbreitet, hinzuweisen, berichtet Buzzfeed.

Termine in Berlin, Dresden, Hamburg, Karlsruhe, Köln und München

(mehr …)


Facebook | |


Dickes Vorbild des Tages: Tess Holliday, Model und Aktivistin

10. Februar 2015 von Magda
Dieser Text ist Teil 33 von 39 der Serie Applaus für
Quelle: instagram.com/tessholliday/

Quelle: instagram.com/tessholliday/

Tess Holliday ist eine Visagistin, Aktivistin und ein Model und hat gerade einen Vertrag mit der bekannten Model­agentur MiLK Management abgeschlossen. Klingt bisher höchstens für Modefans aufregend. Sensationell ist allerdings, dass Tess mit ihrer Größe 54 das bis dato dickste Model ist, das je von einer Mainstream Model­agentur unter Vertrag genommen wurde (denn wir leben in einer Welt, in der selbst die so genannten „Übergrößen“-Models häufig höchstens Größe 38 – 42 tragen, was, hüstel, wohl eher dem deutschen Durch­schnitt entspricht…).

Heute werde ich mich ausnahmsweise mal nicht über die furchtbar langweiligen Lauf­stege dieser Welt aufregen oder betonen, dass ein cooles dickes Model noch keiner fetten Revolution entspricht. Ich freue mich einfach kugelig, dass Tess ihrem Traum­job Modeln nachgehen kann und mit ihrer Social Media-Kampagne #effyourbeautystandards („f*** deine Schönheitsideale“) gerade so viel Aufmerksamkeit erhält (und leider gleichzeitig auch einen Schwall an dickenfeindlicher Scheiße abbekommt. Schick ihr doch einen netten Tweet oder eine Facebook-Nachricht!).

Seit Bekanntgabe, dass Tess für MiLK Management modeln wird, gab sie dutzende Interviews, erzählt von ihren Unsicher­heiten, vom Mobbing in der Schule und wie sie immer ihrer Leiden­schaft Modeln nachgegangen ist. Hier ist ein Interview bei der Meredith Vieira Show.


Facebook | |


Fat Girl Casualness

10. Dezember 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 32 von 40 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Katrin bloggt bei Reizende Rundungen über Plus Size Fashion, Fat Acceptance und alltäglichen Flitterkram, und twittert auch unter @fresheima. Mit ihrer freundlichen Genehmigung dürfen wir ihren Blogpost hier zweit-veröffentlichen.

Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus einer Fotografie eines auf der Seite liegenden Körpers. das Bild ist von vorn aufgenommen. Die abgebildete Person ist offenbar bekleidet mit einem Slip und einem Sweatshirt.

(c) Katrin Lange

Wer kennt nicht diese hübschen Tumblr-Bildchen von dünnen, meist weißen Mädchen, mit wilden Haaren, als wären sie grade aus dem Bett gekommen. Kein Make-Up und schlodderige Kuschelpullis. Sie sind süß und zart und wunderschön, sie sind „effortless“ und natürlich, sie sitzen mit Tea und Buch den ganzen Tag im Bett oder haben eine Katze aus dem Schoß. Draußen regnet es uns alles ist irgendwie ein kleines bisschen mystisch.

Irgendwann letzte Jahr habe ich mal ein Foto bei tumblr gepostet (das da oben), dazu schrieb ich, dass ich grade im Bett liege und den ganzen Tag nur Supernatural gucke. Darauf hin erreichten mich 3 anonyme Tumblr Nachrichten darüber, dass ich meine Zeit lieber im Fitness Studio verbringen sollte, und es nicht verdient hätte nichts zu tun, so wie ich aussehen würde.

Worauf ich damit hinaus will ist, dass ich als fette Frau das Gefühl habe, dass ich immer so aussehen muss, als hätte ich jede Menge Zeit und Muße für mein Aussehen aufgewendet. Dieser Gedanke kommt nicht weniger von Außen als auch von einer selbst. Schon bevor ich einen Blog führte oder mich wirklich für Mode interessierte ging ich fast niemals ungeschminkt aus dem Haus. Das hat natürlich zum einen was damit zu tun, dass ich meine eigene Unsicherheit verdecken wollte, zum anderen war es für mich ein Muss, weil ich so zeigen konnte, dass, obwohl ich fett bin, ich mich nicht hängen gelassen habe. Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass Mode für mich der erste Schritt zu einem befreiterem Leben war, der erste Berührungspunkt mit Fat Acceptance und mit einem besseren Selbstwertgefühl. Trotzdem kann ich nicht verleugnen, dass lange Zeit der Gedanke bestimmend war, dass ich, wenn ich hübsch angezogen und nett geschminkt bin, doch jetzt bestimmt besser behandelt werden müsste, anders wahrgenommen werden sollte, weil ich nach außen zeige, dass ich mir Mühe gebe. (mehr …)


Facebook | |


Rassismus historisch betrachten, Star Trek und Trans*-Musiker_innen – die Blogschau

18. Oktober 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 262 von 295 der Serie Die Blogschau

Nadia stellt auf Shehadistan die Künstlerin Tascha Parkinson vor.

Lightsneeze hat einen weiteren Text zu Unterstützungsarbeit bei Gewalt in Beziehungen übersetzt. Hinweis: Der Text benutzt Begriffe wie „Opfer“ und „Missbrauch/Abuse“, ebenso steht im Original wie in der Übersetzung Gewalt in Hetero-Beziehungen im Vordergrund (an einer Stelle wird impliziert, dass Gewalt in diesen Beziehungen häufiger vorkommt, weil die gewaltausübenden Personen Typen sind). Ich finde Sprache (weil entmenschlichend) und Perspektive (weil heteronormativ/eindimensional) kritikwürdig, denke aber, dass die dortigen Hilfestellungen und Angebote trotzdem für viele Menschen wertvoll sind.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. haben auf ihrem Blog einen umfangreichen Bericht zum Schwarzen Kulturfestival in Hamburg veröffentlicht. Desweiteren fordert der Verein eine verstärkte Einbeziehung der historischen Bedingungen von Rassismus in Deutschland, um gegenwärtige rassistische Reproduktionen z.B. in der Kultur- und Medienlandschaft besser zu verstehen.

Ein neuer Nrrrdz-Podcast zum Thema „Räume gestalten“ ist online!

Und noch ein Podcast! Bei Steintofu geht es um Star Trek aus queerfeministischer Perspektive.

Salma Multidoze mit einem starken Spoken Word zu (sexualisierter) Gewalt.

Ordentlich Modestoff gab es in den vergangenen Tagen auf Queer Vanity und Reizende Rundungen.

Anlässlich des Berliner Trans*March ging diese Woche noch einmal die Trans*-Musiker_innen-Liste von Jayrôme durch die digitalen Kanäle (Teil 1, Teil 2). Wenn ihr weitere kennt, könnt ihr sie dort in den Kommentaren ergänzen. In diesem Zusammenhang stellte Jayrôme vor ein paar Tagen eine_r der Organisator_innen – AnouchK – vor.

Zusammenschnitt der diesjährigen Proteste gegen den Marsch für das Leben (Bündnis von fundamentalistischen Abtreibungsgegnern)

via No218NoFundis

Hannah C. Rosenblatt macht sich Gedanken zum Begriff „Überlebende“ als Bezeichnung für Betroffene von Gewalt.

Termine:

Am 26. Oktober findet wieder ein Schreibworkshop für Mädchen und junge Frauen in Berlin statt. Workshopleiterin ist Dichterin, Kanakaktivistin, Empowerment-Trainerin, Sozialpädagogin und lebenslange Lernerin Moona Moon. Der Schreibworkshop ist Teil des intergenerationellen Multimediaprojekts „Voicing HerStories“ zu Biografiearbeit mit Mädchen und Frauen in Neukölln, um die eigene Geschichte in Bezug auf Familie, Community und Kiez zu teilen, zu reflektieren, und sich durch gemeinsames lernen zu solidarisieren.

Am 8. November wird in Wien das 30-jährige Bestehen des feministischen Monatsmagazins Anschläge gefeiert! Wir gratulieren und wünschen eine fette Party!


Facebook | |



Anzeige