Einträge mit dem Tag ‘Mode’


Rassismus historisch betrachten, Star Trek und Trans*-Musiker_innen – die Blogschau

18. Oktober 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 259 von 263 der Serie Die Blogschau

Nadia stellt auf Shehadistan die Künstlerin Tascha Parkinson vor.

Lightsneeze hat einen weiteren Text zu Unterstützungsarbeit bei Gewalt in Beziehungen übersetzt. Hinweis: Der Text benutzt Begriffe wie “Opfer” und “Missbrauch/Abuse”, ebenso steht im Original wie in der Übersetzung Gewalt in Hetero-Beziehungen im Vordergrund (an einer Stelle wird impliziert, dass Gewalt in diesen Beziehungen häufiger vorkommt, weil die gewaltausübenden Personen Typen sind). Ich finde Sprache (weil entmenschlichend) und Perspektive (weil heteronormativ/eindimensional) kritikwürdig, denke aber, dass die dortigen Hilfestellungen und Angebote trotzdem für viele Menschen wertvoll sind.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. haben auf ihrem Blog einen umfangreichen Bericht zum Schwarzen Kulturfestival in Hamburg veröffentlicht. Desweiteren fordert der Verein eine verstärkte Einbeziehung der historischen Bedingungen von Rassismus in Deutschland, um gegenwärtige rassistische Reproduktionen z.B. in der Kultur- und Medienlandschaft besser zu verstehen.

Ein neuer Nrrrdz-Podcast zum Thema “Räume gestalten” ist online!

Und noch ein Podcast! Bei Steintofu geht es um Star Trek aus queerfeministischer Perspektive.

Salma Multidoze mit einem starken Spoken Word zu (sexualisierter) Gewalt.

Ordentlich Modestoff gab es in den vergangenen Tagen auf Queer Vanity und Reizende Rundungen.

Anlässlich des Berliner Trans*March ging diese Woche noch einmal die Trans*-Musiker_innen-Liste von Jayrôme durch die digitalen Kanäle (Teil 1, Teil 2). Wenn ihr weitere kennt, könnt ihr sie dort in den Kommentaren ergänzen. In diesem Zusammenhang stellte Jayrôme vor ein paar Tagen eine_r der Organisator_innen – AnouchK – vor.

Zusammenschnitt der diesjährigen Proteste gegen den Marsch für das Leben (Bündnis von fundamentalistischen Abtreibungsgegnern)

via No218NoFundis

Hannah C. Rosenblatt macht sich Gedanken zum Begriff “Überlebende” als Bezeichnung für Betroffene von Gewalt.

Termine:

Am 26. Oktober findet wieder ein Schreibworkshop für Mädchen und junge Frauen in Berlin statt. Workshopleiterin ist Dichterin, Kanakaktivistin, Empowerment-Trainerin, Sozialpädagogin und lebenslange Lernerin Moona Moon. Der Schreibworkshop ist Teil des intergenerationellen Multimediaprojekts “Voicing HerStories” zu Biografiearbeit mit Mädchen und Frauen in Neukölln, um die eigene Geschichte in Bezug auf Familie, Community und Kiez zu teilen, zu reflektieren, und sich durch gemeinsames lernen zu solidarisieren.

Am 8. November wird in Wien das 30-jährige Bestehen des feministischen Monatsmagazins Anschläge gefeiert! Wir gratulieren und wünschen eine fette Party!


Facebook | |


Eitelkeiten, Betreuungsarbeit und Beziehungen – Die Blogschau

27. September 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 257 von 263 der Serie Die Blogschau

Ein neuer Modeblog erscheint am Horizont: Queer Vanity! Gleich in einem der ersten Posts geht es um die Verbindungen von Mode und Politik, aber es gibt natürlich auch wunderbare Outfit-Posts.

Fuckermothers verweist zum einen auf ein Zitat von Nancy Fraser zu “universeller Betreuungsarbeit” und einen Text der Intersex-Aktivistin Thea Hillman im ‘Mutha Magazine’.

Das What the Fuck-Bündniss hat Redebeiträge des Protests gegen christlichen Fundamentalismus und Abtreibungsvorbot verlinkt, sowie die Stellungnahme des ZDF zu Übergriffen der fundamentalistischen Protestierenden.

Das Blog Class Matters feiert den dritten Geburtstag.

65 Warnzeichen für schlechte Behandlung in Beziehungen wurden auf dem Blog High on Clichés zusammengetragen. Außerdem gibt es dort viele weiterführende Links zum Thema.

Auf dem Tumblr Und egal, was mal war… gibt es Poesie.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


#feministsarehot, #schauhin, Breaking Bad – die Blogschau

6. September 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 255 von 263 der Serie Die Blogschau

Eine ausführliche Besprechung von Marlene Streeruwitz´ Roman “Nachkommen” hat Melusine Barby für Gleisbauarbeiten verfasst.

#feministsarehot? Fallstricke lauern bei verkürzendem Hashtag-Aktivismus hier und da. Einen greift Heng bei Tea-riffic auf: “Als eine dieser berüchtigten haarigen, dicken, lesbischen_typenhassenden, nicht-weißen, veganen Feministinnen, vor denen seit Jahrzehnten in den Medien gewarnt wird, habe ich es endlos satt, dass sich von “Menschen wie mir” abgegrenzt werden muss.”

Ebenfalls bei Tea-riffic, aber ein anderes Hashtag: Angesichts von rassistischen Übernahmeversuchen des Hashtags #schauhin fordern die Aktivist_innen der Kampagne dazu auf, das Hashtag zurück zu erobern. Sie haben einen Film gedreht, der noch einmal zeigt, was es mit dem sogenannten “umgekehrten Rassismus” auf sich hat.

Nadia stellt bei Shehadistan den Film “The Women of The Assad Opposition” vor und verlinkt ihn netterweise auch direkt zum Anschauen.

Viele Links und Infos rund ums Thema “Nähen für große Größen” hat Ringelmiez zusammen getragen.

Im Mai sollte Simran Sodhi aus Berlin ausgewiesen werden, was zum Glück verhindert werden konnte. In einem Interview mit ihrem Team von With Wings and Roots erzählt sie von ihren Erfahrungen in diesem Prozess, vom Kampf gegen die Ausweisung und von ihrer Arbeit.

Es gibt ein neues Blog zu den Verschränkungen von Rassismus, Fat Shaming und Heterosexismus: Hier ist Schwarz Rund.

Platt sexistische Werbung und kein Ende – diesmal proudly presented von Borco, Herstellerfirma von Sierra Tequila und Paloma Lemonade. Genderfail kauft das nicht.

Einen Videobeitrag zum Thema “Haare, menschliche Grenzen und mixed People” hat Wurzelfrau für uns bereit gestellt.  Schwarz Rund hat diesen Beitrag aufgegriffen und dazu noch etwas aus ihrer Perspektive geschrieben.

Kontextfrei und Spaß dabei? Steinmädchen kritisiert die selbsterklärte Anti-Stigma-Kampagne Ich bin in Therapie, weil sie den Kontext ausblendet, in dem psychiatrische Diagnosen und das Reden von psychischer Krankheit stehen.

Welche Serienheld_innen geliebt und welche gehasst werden, hat auch mit Sexismus zu tun. Auch bei der weit und breit gefeierten Serie “Breaking Bad”, wie Antiprodukt zeigt.

Jayrôme hat auf seinem Blog eine neue Rubrik gestartet: “In Ein Hoch auf …! möchte ich Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, die meine Bewunderung hervorrufen, jeden Monat mit einem Text würdigen.” Den Anfang macht seine schöne Freundschaftserklärung an den Musiker MSOKE.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


“Ich bin es leid, möglichst viel von meinem Körper zu verstecken”

13. Mai 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 25 von 31 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Alex kommt aus dem Ruhrgebiet, lebt zur Zeit in Heidelberg und besucht seit März eine Modeschule in Mannheim, um Mode­designerin zu werden. Nebenbei bloggt sie auf ihrem Blog Some Girls Are Bigger Than Others, auf dem es um Plus Size Fashion und Fat Acceptance geht. Auf der Mädchenmannschaft durften wir im letzten Jahr ihren kritischen Artikel zu der Mode-Fernseh­sendung Shopping Queen veröffentlichen. Mit Alex sprach ich über Plus Size Mode, mangelnde Repräsentation von dicken Menschen in der Mode­industrie und inspirierende dicke Bloggerinnen.

Zu Mode und Shopping fallen mir als Modefan mit Größe 46/48 so einige Anekdoten ein – viele davon ganz schön nervig. Wie sieht’s bei dir aus?

miss templeMode hat für mich lange Zeit vor allem eines bedeutet: Frust. Als dicker Teenager in den 90ern gab es praktisch nichts, was mir wirklich gefallen hat. Ich habe oft zu schlabberigen Shirts und Jeans gegriffen. Eine Weile habe ich praktisch in einem riesigen schwarzen Kapuzen­pulli gelebt. Erst im Netz fand ich Dinge, die mir gefallen haben. In die Stadt zu fahren und dort zu stöbern, etwas anzuprobieren und es dann zu kaufen, ist fast nicht möglich. Hier in der Innenstadt gibt es nur drei Geschäfte, die in größerem Umfang meine Größe führen. Deprimierend, oder?

Mittlerweile heißt Klamotten zu shoppen zum Glück nicht mehr nur Frust. Online sieht es mittler­weile wesentlich besser aus. Es gibt ein paar aus­gesuchte Shops, die teil­weise richtig aktuelle Mode anbieten, wenn auch für meinen Geschmack oft nicht zeitnah genug und häufig (vor allem in Deutschland) werden Trends zwar auf­gegriffen und beworben, aber sind in der Umsetzung so zahm und angepasst, dass sie eigentlich nichts mehr mit dem ursprüng­lichen Thema zu tun haben. Es ist schon besser geworden, aber wir haben immer noch einen weiten Weg vor uns.

Dank des jahrelangen Darbens bin ich übrigens mittler­weile zu einer Art Kleider­drachen mutiert und sitze auf vielen geliebten Kleidungs­stücken, die ich wie einen Schatz horte.

Deine Liebe zu Mode hat dich und andere Bloggerinnen dazu veranlasst, die Fatty Fashion Fun Challenge ins Leben zu rufen, wo Menschen ab Größe 46 jeden Monat zu einem anderen Thema Fotos von sich und ihren Lieblings­outfits online stellen können. Ich verstehe solche Aktionen auch als Reaktion auf eine Modeindustrie, die sich nur für bestimmte Körper interessiert. Getreu dem Motto: Wenn die Mode­industrie uns nicht repräsentiert, machen wir das einfach selbst. Was hat dich dazu bewegt, dich trotzdem in das Feld Mode zu bewegen, obwohl wir oft nicht mit­gedacht werden?

FFFC_HeaderIch glaube, ich war es irgend­wann einfach leid, dass ich kaum schöne Kleidung gefunden habe und dass von mir als dicke Frau erwartet wird in Sack und Asche zu gehen und möglichst viel von meinem Körper zu verstecken. Oder mich zumindest möglichst “vorteilhaft” zu kleiden.

(mehr …)


Facebook | |


Enthüllt!

24. Januar 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 55 von 55 der Serie Meine Meinung

Bilder in Magazinen sind bearbeitet. Das ist kein Geheimnis. Ebenso neu ist die Erkenntnis, dass insbesondere Fotografien, auf denen Frauen dargestellt werden, durch Programme wie Photoshop einem dominanten Schönheitsideal angepasst werden. Da wird die Haut Schwarzer Frauen aufgehellt, Oberschenkel verkleinert und Taillen modelliert, die eigentlich nur mit Korsett möglich sind. All das wird zu Recht kritisiert, meistens mit einem Fokus auf die konkreten Fotostrecken und Zeitschriften, leider zu selten im Gesamtkontext aus Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und Ableismus, der diese „Schönheitsideale“ und deren Vermarktung mitformt.

Um das Argument zu stärken werden Vorher-Nachher-Bilder gezeigt, die deutlich machen, wie (vor allem) mit Photoshop Fotos manipuliert werden. Die ersten dieser „Beweise“ fand ich noch sehr hilfreich, haben sie doch verdeutlich, was überhaupt möglich ist, einiges was die naive Vorstellungskraft sprengte. Sie ermöglichten das kritische Lesen von (Mode-/Star-)Fotografien und das Einordnen. Doch muss es immer mehr dieser Beispiele geben? Wem nützen sie dann noch? Ist die Aussage nicht irgendwann hinlänglich illustriert und die Kritik könnte sich breiter und tiefer aufstellen? Immer wieder stellt sich mir die Frage, wer denn nun eigentlich noch „enthüllt“ werden soll. Die Medien™ ? Oder nicht doch viel mehr die Frauen, die abgebildet und retouchiert sind?

Ein Beispiel, was perfekt mein über die Jahre gewachsenes Unwohlsein zusammenfasst: In der letzten Woche schrieb das sich selbst als feministisch positionierende Blog Jezebel ein „Kopfgeld“ von 10.000 Dollar aus auf die unretouchierten Vogue-Fotos von Lena Dunham. Die Begründung lautete: “Her body is real. She is real. And for as lovely as the Vogue pictures are, they’re probably not terribly real.” (Ihr Körper ist echt. Sie ist echt. Und egal wie hübsch die Vogue-Bilder aus sind, sie sind wahrscheinlich nicht sehr echt.)

Doch auch wenn Jezebel versucht deutlich zu machen, dass es ja nicht um Dunham ginge, sondern eben um Vogue, wird dieses Argument nicht einleuchtender nur dadurch, dass es ausgeschrieben wird. Beim Bitch Magazine analysiert Kelsey Wallace sehr passend:

If this were really about Vogue, wouldn’t the offer extend to unretouched photos of any celebrity and not just Dunham? The last and only other time Jezebel offered cash for unaltered pics was in 2007, and that time it was for any magazine with any celebrity on its cover—because that time it really was about calling the fashion industry out for retouching women, not calling out the women themselves for being retouched.

(Übersetzung: Ginge es wirklich um Vogue, wäre dann das Angebot nicht ausgeweitet auf unretouchierte Fotos von irgendeiner Berühmtheit und nicht nur Dunham? Das letzte und einzige Mal, dass Jezebel Geld für unberarbeitet Fotos angeboten hat, war 2007, und zu dieser Zeit ging es um alle Magazine und alle Celebreties auf den Covern – Denn damals ging es wirklich darum die Fashion-Industrie dafür anzuprangern, dass sie Frauen retouchieren, und nicht die Frauen selbst dafür, dass sie retouchiert werden.

Die große “Enthüllung” durch Jezebel – es dauerte nur zwei Stunden bis sie Bilder vorliegen hatten – zeigte dann, dass die Fotos gar nicht so sehr bearbeitet worden waren. Nach Wallace enthüllt die Geschichte vor allem, dass “Jezebel Dunham ausgewählt hat aus dem gleich Grund wie ihre anderen Gegner_innen: Weil sie nicht glauben, dass sie in ein Modemagazin gehört.” Und noch mehr: Dadurch das Dunham sich immer wieder körperpositiv äußert, wurde ihr durch Jezebel sämtliche Autonomie abgesprochen, stattdessen schien es ein Recht auf die „ungeschönte Wahrheit“ zu geben. Eine “Wahrheit”/ “Echtheit”, die an keiner Stelle hinterfragt wird und somit implizit ebenfalls alle normativen Vorstellungen von “Schönheit” mitträgt.

In den meisten Fällen handelt es sich zu dem bei den abgebildeten Frauen um Personen, die auch unretouchiert sehr nah am Schönheitsideal sind oder es gar nahezu perfekt repräsentieren. Ein Fokus auf die Vorher-Nachher-Bilder hinterfragt selten, wer_welche überhaupt dargestellt wird. Also eben jene Punkte, die eine tiefergehende Analyse, wie oben angerissen, leisten sollte. Die Aussage bleibt dann unklar. Schöne ™ Frauen werden noch schöner ™ gemacht? Die unveränderte Schönheit aber ist erreichbar und erstrebenswert? Guck mal, selbst diese Frau, die für andere Schönheitsvorstellungen eintreten möchte, lässt sich ja retouchieren!? In jedem Fall bleibt der Fokus bei den involvierten Frauen, nicht auf dem System.

(Und dann denken wir alle noch einmal darüber nach, was für wundervoller, wichtiger feministischer Aktivismus mit 10.000 Dollar hätte finanziert werden können.)


Facebook | |


Fette Fotos, Gewinnspiele und queer-feministisches Biertrinken – die Blogschau

7. Dezember 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 228 von 263 der Serie Die Blogschau

Zine-Fans, aufgepasst: Es gibt ein brandneues heteronormativitätskritisches Zine namens out_hentisch.

Die Berliner Gruppe Fat Up! hat auf ihrem Blog fette Fotos gegen Patriarchat und Körpernormen veröffentlicht.

Die feministische Punkband Respect My Fist gab ein Interview zu feministischer Musikarbeit und politischer Verantwortung.

Auf reizende Rundungen und In Fat Style gibt’s hübsche Outfits für Modefans.

Der erste Teil der neuen Miniserie zu Verschlüsselung von Kommunikation und Daten findet ihr auf Femgeeks.

Eine kritische Linksammlung zu One Billion Rising hat Am Zaun zusammengestellt.

Bei Derailing für Anfänger gibt es die ultimative Anleitung für jene, die Aktivist_innen so richtig nerven und deren gesellschaftskritischen Argumente delegitimieren wollen – selbstverständlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Identitätskritik schreibt über die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt. Ihr Text ist Reaktion auf vergewaltigungsverharmlosende Blogeinträge, die gerade im Netz kursieren, und keiner Verlinkung wert sind. Achtung: Beschreibung von gewaltvollen Szenen.

Fuckermothers weist noch einmal auf die Petition gegen die Sanktionen von HartzIV hin – bis zum 18.12. werden 50.000 Unterschriften benötigt.

Unsere österreichischen Kolleg_innen sind ganz wild auf Weihnachtsgeschenke: sugarbox präsentiert einen queeren Adventskalender, die Denkwerkstatt verschenkt bei einem Gewinnspiel tolle Geschenke (z.B. ein an.schläge-Abo) und der futblog hat Geschenkideen von lokalen Feminist_innen aufgelistet. Support your local feminists!

Das nächste queer-feministische Biertrinken in Frankfurt/Main findet am 9. Dezember statt.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Trübe Toiletten, traurige Väter, tolle Leggings – die Blogschau

16. November 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 226 von 263 der Serie Die Blogschau

“Es gibt hier keine trennung von kunst und leben oder lebensrealität” – einen Bericht über das No Border Musical gibt es bei Candy Techno.

Mansplaining, Derailing und übergriffiges Verhalten sind besonders bitter, wenn sie aus dem eigenen vertrauten und sich als verbündet verstehenden Umfeld kommen, weiß Literalschaden, und wünscht sich: Überdenkt eure Solidaritäten!

Wenn Neue Väter Diskriminierungsneid und Privilegienschaulaufen mit struktureller Benachteiligung verwechseln, fließen manchmal TränenAntiprodukt wischt sie auf.  A++ Ranting reicht ebenfalls ein Taschentuch. Und einen Nachtrag, um Missverständnissen vorzubeugen.

Außerdem erklärt A++ Ranting, was gemeint ist mit der Aussage: Sachlichkeit ist ein Privileg.

Im Sitzen pinkeln ist nicht nur putzbedarfverringernd, sondern gerade deshalb herrschaftskritische Politik, weiß Laufmoos.

Leggings sind entgegen anderslautenden Gemunkels sehr wohl Hosen – und zwar ganz tolle, findet Heng.

w_ortfindungen fragt sich: Wohin geht eigentlich all meine Wut, wenn ich gelernt habe, sie maximal gegen mich selbst zu richten?

Am 11. November 2013 hat die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. sowie mehrere Einzelpersonen Strafanzeige wegen Totschlag oder Mord gegen unbekannte Polizeibeamte gestellt.

Die AG FAK (Feministisch.Aktionsbereit.Kritisch.) ruft auf: Keine Plattform für menschenverachtende Ideologien! Die für den 23.11. geplante Konferenz COMPACT  verunmöglichen!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Männerkunst,Transgender Treff, Fat Fashion – die Blogschau

19. Oktober 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 221 von 263 der Serie Die Blogschau

Wenn Pop-Art-Sexist Mel Ramos und Nazi-Kunstgröße Richard Müller, ergänzt durch Werke von Wolfgang Joop,  eine gemeinsame Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Künste bestreiten, “wird nicht mal ver­sucht, zu ver­schlei­ern, dass es sich um eine Aus­stel­lung von Män­nern für Män­ner han­delt”, so die outside the Box.

Einen Bericht von Michaela Werner über den  letzten Transgender Euregio Treff gibt es beim gleichnamigen Blog: “Es war ein unheimlich schöner und ausgelassener Abend, in dem wir uns über viele Dinge unterhalten konnten, die man so nur in einem persönlichen Gespräch angemessen darlegen kann.” Das nächste Treffen in der Bodenseeregion findet am 9. November statt.

Nadias Weg “von der digitalen WG in die erste eigene Web-Wohnung” – Die berühmt-berüchtigte “Bloggerin von Shehadistan” im Interview bei blogger-antworten.de.

“Gedankensalat” zum großen Thema Selbstfürsorge serviert Unter der Glasglocke und setzt sich mit Kritik am Selfcare-Konzept auseinander:  “Ich verstehe die Kritik nicht als Kritik an den Umgängen und Strategien an sich, sondern als Kritik an der Dominanz der Texte, dem Vokabular und der Nicht-Berücksichtigung von Lebensrealitäten. Ich verstehe sie als ein Aufzeigen von gewaltsamen und klein haltenden Strukturen, die aus psychiatrischem System und christlicher Fürsorge-Geschichte kommen und die sich durch diese Texte zu Selbst-Fürsorge ziehen.”

Die Fatty Fashion Fun Challenge ändert ihre Mitspielregeln und erklärt, warum die Mindestkleidergröße für die Teilnahme nun bei  46 liegt: “Niemand kann gegen das Körperempfinden eines anderen Menschen argumentieren und das wollen wir auch nicht, aber wir wollen auch nicht unterstützen, dass ganz durchschnittliche Figuren als dick und außerhalb der Norm angesehen werden. Das Problem an der Sache ist, dass wir nun wiederum eine Einteilung vornehmen müssen, eine Rolle die uns nicht gefällt, aber für uns leider notwendig.”

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert

3. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 207 von 257 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine “Studie: Jeden vierten Mann nervt Gleichberechtigung“. Eine repräsentative Umfrage bei mir hingegen hat ergeben: Mich nervt jeder vierte Mann (konservative Schätzung).

Außerdem vermeldet die Süddeutsche: “Uni Potsdam führt weibliche Sammelbegriffe ein“. Die Begründung für diese Neuerung ist allerdings ziemlich mies.

Bei arte Yourope gab es kürzlich einen (leider nicht ohne sexistische Re_produktionen auskommenden) Beitrag über Sexismus im Alltag. Welche_r heute morgen um 1:45 die Wiederholung nicht anschauen konnte, aber trotzdem interessiert ist: Der Beitrag befindet sich derzeit noch in der arte-Mediathek.

“Ein lesbischer, poetischer, erotischer Roman voller Intrigen und intimer Details” – das neue Buch “Küss mich, Libussa” von Sophie Strohmeier. Auf youtube gibt es den Buchtrailer.

Ein Forschungsteam aus der Schweiz untersucht die Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen.  Ein Befund:  “Krankenpfleger und Kapitäninnen sind weiterhin eine Rarität”. Ein Interview dazu mit Andrea Maihofer, Forscherin und Leiterin des Zentrum Gender Studies, und Sandra Hupka-Brunner, Forscherin am Institut für Soziologie in Basel, gibt es hier.

“Wir wissen alle, dass Gletscher schneller schmelzen als Frauen in Führungspositionen kommen” – auch im Journalismus. Bei dieStandard erklären Expert_innen wie Vina Yun, u.a. Redakteurin der an.schläge, was sich ändern muss.

Die Stadt Nürnberg hat letzten Sonntag den 10. Internationalen Menschenrechtspreis an Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen. Sie setzt sich “für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Uganda” ein.

Im Tagesspiegel erzählt ein 15jähriger Berliner, wie Alltagsrassismus seit jeher sein Leben begleitet: “Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht”.

Im vergangenen Winter haben wir in mehreren Beiträgen über die Tagung “Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren” berichtet. Nun ist das gleichnamige Buch erschienen. Es beleuchtet die Zusammenhänge zwischen aktuellen ökonomischen Entwicklungen und privaten Lebensbedingungen aus feministischer Perspektive. Übrigens: Auf der Infoseite zum Buch gibt’s auch ein Video.

Beiträge auf Englisch

Gegen Genitalverstümmelungen an Kindern: Die Gründer_innen von zwischengeschlecht.org rufen anlässlich eines anstehenden internationalen Ärzt_innenkonkress in Berlin zu Aktionen auf.

Hier kann man eine Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterzeichnen, die den weltweiten Zugang zu sicheren und legalen Abtreibungen fordert. Initiatorin ist die Kampagne My Body is Mine.

In einem Interview wurde die Musikerin Janelle Monaé nach ihrer “sexuellen Orientierung” befragt. Was sie antwortete, ist in diesem Video zu sehen, welches sich bei Colorlines findet.

Was sich aus der bisher umfangreichsten UN-Studie über Vergewaltigung lernen lässt, fasst Tara Culp-Ressler auf Thinkprogress zusammen. Der Punkt der faktischen Straflosigkeit gilt übrigens genauso wie die anderen auch für “hier”.

Über Fluch und Segen staatlicher Förderung berichten kanadische Aktivistinnen, die eine Datenbank zur Dokumentation von Morden an indigenen Frauen ins Leben gerufen haben.

Discipline and Anarchy fragt: Brauchen soziale Bewegungen ein mainstreamgerechtes Image? Und liefert eine überzeugende Antwort gleich mit.

Für alle die Android-Devices nutzen, gibt es nun eine geschlechtsneutrale Menstruationskalender-App. Die Entwicklung einer IOS-Version (für iPhones) soll demnächst per Crowdfunding angegangen werden.

Im Sommer wurde in Tiflis die erste georgischsprachige Produktion von Eve Enslers “The Vagina Monologues” aufgeführt. Im New Statesman berichten Beteiligte von den lokalen Kontroversen um das Theaterstück.

Das bitch magazine hat JD Samson interviewt, ehemaliges Mitglied von Le Tigre und nun bei der Band MEN.

Warum sie das Wort “Ally” (Verbündete_r) künftig nicht mehr verwenden wird, erklärt Mia McKenzie von Black Girl Dangerous:  “Taten zählen. Etiketten zählen nicht.”

Kelly Rose Pflug-Back beschreibt bei The Feminist Wire, warum sexuelle Befriedigung kein zuverlässiger Gradmesser für “sexuelle Befreiung” ist [Content note: grafische Selbstverletzungsfantasien].

Muslimah Media Watch fragt: Wie sieht eigentlich eine Terroristin aus?

Weitgehend unbeachtet von globalwestlichen feministischen Bewegungen erlangen in afrikanischen Ländern immer mehr Frauen einflussreiche Positionen, schreibt Minna Salami im Guardian.

Ebenfalls im Guardian: Lauren Mayberry, Sängerin der Band CHVRCHES, über ihren Umgang mit Online-Misogynie.

Der Modedesigner Rick Owens erhielt für die Präsentation seiner kommenden Frühjahrkollektion  ziemlich viel Jubel aus progressiven Kreisen. Tamara Winfrey Harris fragt bei Racialicious: Zu recht?

Termine in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hüll, Karlsruhe, Wien: (mehr …)


Facebook | |


I Started A Blog And All I Got Was This Lousy T-Shirt

19. August 2013 von Anna-Sarah

Shirts mit irgendwelchen Sprüchen und Slogans drauf können ja eine prima Sache sein. Ich kann damit etwas, das mich bewegt, zum Ausdruck bringen, mich der Welt als Person mit bestimmten Vorlieben oder Ansichten präsentieren, kann zeigen was ich wichtig finde und wer ich bin. Wenn ich also z.B. mit jemandem aus der Digital Bohème romantisch involviert bin, kann ich das – sofern ich irgendwas zwischen Größe 34 und 42 trage – mit dem passenden C&A-Oberteil zeigen. Top.

inlovewithablogger_c&a

Screenshot vom C&A-Onlineshop

An der Aussage “I’m in love with a blogger” ist ja auch so erstmal nichts Schlimmes dran. Verliebt in eine_n Blogger_in, why not? Ich selbst kenne so einige Bloggerinnen, die zu den hinreißendsten Menschen gehören die ich je getroffen habe. Und was ich so wichtig finde, dass ich es der Welt qua T-Shirt-Aufdruck über mich mitteilen möchte, ist ja auch erstmal meine Sache.

Es überrascht wenig, dass man bei C&A dasselbe Motiv in der Männerabteilung vergebens sucht. Denn es ist weder sonderlich spannend noch identitätsstiftend, in wen so ein Typ verliebt ist, da interessieren mehr Musikgeschmack oder bevorzugte Sportart, das sagt doch viel mehr über den Menschen als solchen aus. Außerdem zeigen heterosexuelle Männer – alle anderen sind ja nunmal Minderheit und daher marketingtechnisch vernachlässigbar – bekanntlich ihre Gefühle  nicht  gern so direkt – die machen das eher  subtil, mittels objektifizierter Frauenkörper(teile), das ist aber wertschätzend gemeint. Und weil Frauen sich für Computer nicht so interessieren,  gibt es bestimmt eh nur ganz wenige Bloggerinnen, geschweigedenn solche, in die man(n) sich verlieben könnte…

Außerdem, mal ehrlich: Also klar, “Blogger”, im Englischen ist das geschlechterübergreifend, und außerdem generisches Maskulinum – aber so’n bisschen missverständlich ist das vielleicht doch, wenn so ein Typ sich “I’m in love with a blogger” auf die Brust schreibt, hihi, und das lassen wir dann vielleicht lieber mal, das kommt bei der Kundschaft wohl nicht so gut an.  Androzentrisch und heterosexistisch ist das Shirt und die Tatsache, an wen es (nicht) vermarktet wird, allerdings null, denn wie gesagt, “Blogger” kann ja auch Bloggerin heißen, also da sind keinesfalls nur heterosexuelle Frauen mitgedacht!

Frauen, klar, die definieren sich schon viel über ihre Männerbeziehungen – Tochter des, Freundin von und so. Und wenn der Lover einen coolen Job hat oder ein Hobby, das was hermacht, das ist ja auch ein Statussymbol und sagt etwas über den Wert seiner Partnerin aus.  Und natürlich sind Blogger cool! Und natürlich ist für Frauen Liebe ganz ganz wichtig.

Übrigens im C&A-Frauensortiment nicht auffindbar: ein Shirt mit der Aufschrift “I’m a blogger” oder meinetwegen “I’m in love with my blog”. Aber ich versteh das schon, Frauen bloggen eben kaum, und es ist natürlich auch wesentlich interessanter, in wen eine Frau verknallt ist als was sie selbst so macht – und außerdem, was, über das eine Frau bloggt, sollte wohl so spannend sein, dass sie damit auf einem Shirt hausieren gehen wollen würde? Das ist jetzt einfach eine Beobachtung, mit Sexismus hat das nichts zu tun .

Ich persönlich habe eigentlich – abgesehen von den vermutlich skandalösen Produktionsbedingungen – gar nichts einzuwenden gegen dieses Shirt, im Gegenteil: Ich überlege, es meinem Boyfriend zu schenken.


Facebook | |



Anzeige