Einträge mit dem Tag ‘MINT’


Endlich mal selber machen: Programmieren!

2. Februar 2012 von Helga

2012 als Jahr des Programmierens? Auf Fiona, die gerade über ihren Einstieg ins Programmieren bloggt, haben wir vor kurzem schon hingewiesen und damit ist sie nicht die einzige. Auch Haley Mlotek vom Toronto Standard hat sich daran gewagt und zwar mit Ladies Learning Code – einem Projekt, das Frauen „digital alphabetisieren“ möchte, um Ihnen so eine Stimme und mehr Macht zu geben. Trotz der explizit politischen Aussagen beschreibt man sich nicht als feministisch, wie Mlotek verwundert feststellt, aber immerhin habe sie viel gelernt. Nicht speziell auf Frauen aber auf Anfänger_innen ausgerichtet ist Code Academy, das als Onlineprojekt unabhängig von Zeit und Ort „durchgespielt“ werden kann.

Auch wenn es 2013 vielleicht anders aussehen wird, derzeit sind Pro­grammierer­innen selten und in der Open Source-Szene sind sie noch seltener. Das muss nicht sein, dachte sich auch Valerie Aurora und gründete mit Mary Gardiner vor knapp einem Jahr “The Ada Initiative” (benannt nach Ada Lovelace). Inzwischen ist die Initiative gewachsen und hat einiges vor, schreibt TechWorld. Dass es neben Ada Lovelace noch weitere gute Programmiererinnen gibt, beweist ein Beitrag bei it republik.

Während besseres Technikverständnis, mehr Mitsprachemöglichkeiten und überhaupt die Möglichkeit, selbst Programme zu schreiben, gute Gründe sind, sich mit Informatik auseinander zu setzen, ist es das oft angeführte Geld leider nicht. Wie auch Ingenieurinnen verdienen Entwicklerinnen von Computerspielen tat­sächlich weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Selbst wenn sie besser qualifiziert sind, so develop.

Mehr Informationen zu Frauen in den MINT-Fächern (Mathe­matik, Infor­matik, Natur­wissen­schaften und Tech­nik) findet Ihr diesen Monat im Dossier in der rechten Seitenleiste.


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Transphobie, Schwarze Feministen und die Schmerzensmanndebatte – kurz notiert

1. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 137 von 138 der Serie Kurz notiert

Auf The Root erzählt Byron Hurt, wie er erst den Sexismus seines Vaters weiterlebte – und dann zum Schwarzen Feministen wurde.

Nachdem im kanadischen Vancouver die Anzahl sexualisierter Übergriffe kontinuierlich gestiegen war, ist sie im letzten Jahr erstmals gesunken – und zwar um sage und schreibe zehn Prozent. Von offizieller Seite wird dies zurückgeführt auf eine Ende 2010 gestartete Aufklärungskampagne, die sich – und hier wird es interessant, weil untypisch – unter dem Titel Don’t Be That Guy (Sei nicht dieser Typ) mittels Plakaten an junge Männer wendet und damit den Fokus vom poten­tiellen Opfer von Gewalt zum potentiellen Täter verschiebt.

Das Feuilleton diskutiert, ob wir wieder härtere Typen brauchen. Mit Standpunkten von vorgestern und unnötiger Verbissenheit. Der junge Mann hat seine Rolle ver­loren? Gut so! Auch die FAZ widmet sich der aktuellen Weiche-Männer-Diskussion:
Zum Schießen / Totlachen / auf dem Boden kringeln.

Geodreiecke sind unhandlich und niemand hat sie dabei – aber zum Zeichnen sind sie eigentlich ganz praktisch. Mathematikerin Vi Hart erklärt, wie man sich aus einem Stück Papier schnell bei den verschiedensten Winkeln behilft. Mit einem Angle-a-Tron:

Noch einmal Kanada: Seit einem halben Jahr quasi unbemerkt blieb eine Regelung des kanadischen Verkehrsministeriums. Danach dürfen nur Menschen in Flugzeuge gelassen werden, deren soziales Geschlecht mit dem Eintrag in ihren Ausweispapieren übereinstimmt. Trans­personen, die ihren Pass noch nicht geändert haben oder das noch gar nicht dürfen, dürfen damit in Kanada nicht mehr in Flugzeuge steigen. Ebenso genderqueere Menschen, die auf den ersten Blick nicht klar einem Geschlecht zugeordnet werden können, wie Christin Milloy berichtet.

Inzwischen gibt es schon eine Petition an die kanadische Regierung, Transmänner und -frauen nicht weiter zu diskriminieren. Eine weitere Petition gibt es für das Transmädchen in Berlin, das in die Psychatrie eingewiesen und zwangsweise als Junge erzogen werden soll.

Das Medizinstudium ist inzwischen weiblich dominiert, im Beruf sind Ärztinnen aber deutlich unzufrieden. Das ärzteblatt berichtet, dass fast 80 Prozent Unter­schiede in der Beurteilung ihrer Arbeit sehen; Fast 90 Prozent sind der Meinung, dass Männer schneller befördert werden.

Nach langen Querelen werden im Berliner „Homo-Mahnmal“ nun auch lesbische Paare gezeigt, so Queer.de. Erinnert wird an die von Nationalsozialisten verfolgten Homosexuellen – da Lesben im Gesetz nicht erwähnt wurden, beschränkte man sich bisher auf schwule Paare. Dennoch wurden auch lesbische Frauen als „Asoziale“ eingestuft und verfolgt.

Die Termine wieder nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Ingenieurinnen vor!

30. Januar 2012 von Helga

Bertha Benz, eine weiße Frau mit hellen Gewändern sitzt im Benz Patentwagen, zwei Männer schieben die Hinterräder. Ca. 1880. Mit ihren beiden Söhnen unternahm sie 1888 die erste Autoreise der Welt: Bertha Benz. Doch nicht nur Wagemut bewies sie damit, auch ihre technischen Fähigkeiten stellte sie während der Fahrt wiederholt unter Beweis. Mit Hutnadel und Strumpfband reparierte sie Pannen des Patent-Motor­wagens. Dessen Bedienung auch etwas komplizierter war, als die heutiger Autos.

Seit Juli 2009 gibt es inzwischen den nach ihr benannten „Bertha Benz-Preis“ – mit ihm zeichnet die Daimler und Benz Stiftung jährlich eine Ingenieurin aus, die ihre Promotion herausragend abgeschlossen hat. Auch in diesem Jahr können Universitäten und Forschungsinstitute wieder Kandidatinnen für den mit 10.000 Euro dotierten Preis vorschlagen. Bewerbungsschluss ist der 15. März.

Wenn es auch in deinem Forschungsgebiet einen Preis gibt, mit dem engagierte Frauen oder Gruppen ausgezeichnet werden, kannst du uns unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid geben.


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Komplizierte Beziehung: Frauen in MINT-Fächern

1. November 2011 von Helga

Ob Girls’ Days, Mentoringprogramme oder Exzellenzinitiativen – um Frauen in MINT-Fächern, bzw. deren Mangel wird seit einigen Jahren viel Aufhebens gemacht. Halten Stereotype sie von Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ab oder sind Frauen einfach nicht daran interessiert?

Aber Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn sie nicht auch diesen Fragen nachgehen würde. So berichtete Diax’s Rake von einer Studie, die die Beteiligung von Studentinnen in Kursen mit männlichen und weiblichen Lehrkräften verglich. Dabei zeigte sich, dass sie sich in Kursen mit Dozentinnen deutlich stärker einbrachten (die Studenten übrigens auch etwas stärker). Außerdem waren die Studentinnen selbstbewußter, was die Einschätzung ihrer Kenntnisse anging – dabei waren ihre Testergebnisse unabhängig von der Lehrkraft besser als die der Studenten. Bei der Entscheidung in einem MINT-Fach zu bleiben, sei es vermutlich ebenso wichtig, Vorbilder zu haben und sich dazugehörig zu fühlen, wie tatsächlich das Fach zu beherrschen, folgern die Autorinnen der Studie.

Der Blick in Zeitungen oder das Fernsehen zeigt dabei aber wieder deutliche Unterschiede. Wissenschaftlerinnen kommen dort zwar vor, es werden aber sehr geschlechtsspezifische Bilder gezeichnet. Sie werden herangezogen wenn es gilt, die „sexy“ Seite der Wissenschaft hervorzuheben. Die Beschreibungen betonen lange blonde Mähnen und kurze Röcke, während Wissenschaftler anhand ihrer Bärte in die Tradition der „verwirrten Professoren“ einsortiert werden. Eine Konstruktion des Wissenschaftlerbildes, die Tradition hat.

Diese Klischees nehmen auch Kinder wahr, bereits in der ersten und zweiten Klasse, erklärt Child Psych. In einem Alter, in dem Mädchen und Jungen noch gleiche Ergebnisse in Mathe erzielen, lässt sich bereits eine (unterbewußte) Zuordnung von Mathematik als männlich belegen. Vermutlich nicht ganz überraschend: In der achten und neunten Klasse zeigen Schüler_innen mehr Interesse an MINT-Fächern, wenn stereotype Fragen gestellt werden. Während Mädchen die Wahr­schein­lich­keits­rechnung zu Fehlgeburten interessierte, fanden Jungen die Berechnung von Autounfällen spannender. Die Autor_innen warnen aber davor, sich ganz auf Klischees zu beziehen, denn „es wird nicht für jede_n Schüler_in funktionieren“.

Die Auswirkungen sind dann spätestens im Berufsleben spürbar. Laut Venture Beat beklagen Frauen und People of Color Vorfälle von Rassismus und Sexismus in IT-Firmen – allen Beteuerungen, hier handele es sich um eine offene, aufgeklärte Branche zum Trotz. Tatsächlich ist aktives Handeln für Diversität innerhalb ihrer Firma für Führungskräfte keine Priorität. Die Betroffenen bleiben so frustriert zurück und wechseln öfter den Betrieb oder verlassen die Branche gar komplett.

Mit gutgemeinten Programmen und einzelnen Initiativen kommen wir hier vermutlich nicht mehr weiter. Was gebraucht wird ist ein klares Umdenken, das Rütteln an unterbewußten Klischees und das offene Angehen diskriminierender Vorkommnisse.


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„Computer zu Programmieren ist wie ein Abendessen zu planen“

9. August 2011 von Helga

Erinnert ihr euch noch an die “Rosies”? Die Mathematikerinnen, die während des Zweiten Weltkriegs zunächst für die US-amerikanische Armee arbeiteten und später die ersten Computer programmierten? Tatsächlich war Programmieren lange ein Frauenberuf (in Malaysia ist das auch heute so). Leser Christian hat uns dazu auf einen schönen Artikel verwiesen. Das Blog von Fog Creek hat nicht nur ein paar Zahlen ausgegraben (1987 waren 42% der US-amerikanischen Softwareentwickler Frauen), sondern auch einen alten Artikel der Cosmopolitan. Danach war Programmieren ein echter Frauenberuf, da es die gleichen Qualitäten erfordere wie ein Abendessen zu planen: Vorausschauend planen, geduldig sein und auf Details achten.

Ab den Achtzigern sank die Zahl der Programmiererinnen aber wieder deutlich. Inzwischen stiegen die Zahlen langsam wieder, so Fog Creek. Das heißt es übrigens auch in einem Artikel auf Gulp von 2000, der eine Erklärung des Imagewandels bereit hält:

Der Ursache für den Frauenschwund ist Britta Schinzel, Direktorin des Instituts für Informatik und Gesellschaft an der Universität Freiburg, auf die Spur gekommen: Solange Programmieren als geistig weniger anspruchsvoll galt, stürzten sich die Männer auf Hardware und Computerentwicklung. Seitdem die Softwareentwicklung Imagepunkte dazu gewonnen hat, machen sich die Herren der Schöpfung hier breit. Anne Brüggemann-Klein, Informatikprofessorin aus München geht ergänzt: “Der Computer ist zu einem Symbol für Männlichkeit, die Beherrschbarkeit der Technik geworden”


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Die sichtbaren und unsichtbaren Frauen der Wissenschaftsgeschichte

5. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 53 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Titelbild von Madame Curie Complex (Überschrift, darunter leere Reagenzgläschen, nur eines ist mit roter Flüssigkeit gefüllt) Die Frage, wieviel Frauen eigentlich für die Wissenschaft geleistet haben und warum soviele unsichtbar blieben, ist schon länger da. Julie Des Jardins hat dazu gleich ein ganzes Buch aus explizit feministischer Perspektive geschrieben. “The Madame Curie Complex” heißt es und teilt die jüngere Naturwissenschaft in drei Phasen auf:

  • 1880-1940 Assistentinnen, Hausfrauen, austauschbar
  • 1941-1962 Kult der Männlichkeit in Zeiten heldenhafter Wissenschaft
  • 1962- Amerikanische Frauen und Wissenschaft im Umbruch
  • Zu jeder Ära stellt sie verschiedene berühmte, aber auch weniger bekannte Frauen vor. Wie bereits angedeutet, bezieht sich das Buch vor allem auf amerikanische Wissenschaftlerinnen, auch wenn viele aus Europa stammten. Wie vom Titel “Madame Curie Complex” zu vermuten, beginnt sie mit Marie Curie. Der im Titel angesprochene Komplex bezieht sich auf das Bild der Übermutter und Überwissenschaftlerin, als die Marie Curie in den USA in die Geschichte eingegangen ist und das jungen Frauen ein schwieriges Vorbild lieferte – dabei ist das Phänomen, das sie damit beschreibt, sicher international anzutreffen. Tatsächlich gaben viele der weiteren Wissenschaftlerinnen Marie Curie als Vorbild an, oft verbunden mit dem Wissen, selbst mehr als doppelt so gut sein zu müssen wie Wissenschaftler, um wenigstens halb so anerkannt zu werden.

    Eindrücklich beschreibt Des Jardins die vielfältigen Hürden, die Wissen­schaftlerinnen immer wieder zu überwinden hatten: den Zugang zu Universitäten und Forschungseinrichtungen an sich und das Abschieben auf schlecht oder oft sogar unbezahlte Lehrtätigkeiten an Frauencolleges. Ambivalent bleibt meist die Rolle der Männer. Der Unterstützung von Ehemännern und Vätern stellt sich der massive Widerstand von Kollegen entgegen. Nach großem Zulauf von Frauen in die Wissenschaften, brachen die Zahlen nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein. Mit dem Kalten Krieg kam es außerdem zu einer extremen Zuschreibung von Wissenschaft und Technik als männlich – vorangetrieben auch von einer Psychologin, nämlich Anne Roe im Jahr 1953. (weiterlesen …)


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    Frauen in Wissenschaft und Geschichte

    22. Februar 2011 von Helga

    Wo sind eigentlich die Frauen – nicht nur wenn es um die Blogosphäre geht, auch in der Wissenschaft stellt sich diese Frage manchmal. Dort ist es noch deutlich schwieriger, welche zu finden. Nicht zuletzt auch, weil viele Wissenschaftler viel Zeit und Energie aufwandten, Frauen jede Eignung zur Wissenschaft abzusprechen.

    So liess auch die britische Royal Society of London erst nach dem Zweiten Weltkrieg weibliche Mitglieder zu. Zu diesem Zeitpunkt blickte sie bereits auf eine Geschichte von 285 Jahren zurück. Genauer hingeschaut hat vor einiger Zeit Richard Holmes, der an einem Buch dazu arbeitet. Er fand viele Frauen, die sich aktiv an der Forschung und dem Austausch dahinter beteiligten. Oft genug wurden sie später aber nur noch über ihre Verwandtschaft zu Männern definiert, als Ehefrauen, Töchter oder Schwestern.

    Fader Beigeschmack: In einem Kommentar bei GeekFeminism merkte Lesley Hall an, dass so am Ende ein Mann Applaus bekam, weil er Frauen vorstellt. Für die vielen Wissenschaftshistorikerinnen, die schon lange das gleiche machen, bliebe der bisher weitestgehend aus. Immerhin zeichnet die History of Science Society bereits seit 1987 herausragende Autorinnen mit dem Margaret W. Rossiter History of Women in Science Prize aus.

    Inzwischen hat die Historikerin Shane Landrum dazu ein englisches Wikipedia-Portal zur Women’s History (Frauengeschichte) ins Leben gerufen, das sich auch mit Wissenschaftlerinnen befassen wird. Weitere spannende Frauen stellt seit einiger Zeit auch GeekFeminism jeden Mittwoch vor, die Wednesday Geek Women.

    Last but not least: Auch mit der Frage, wo eigentlich die Atheistinnen sind, beschäftigte der ursprüngliche GeekFeminism-Beitrag.


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    Ingenieurinnen gesucht? Ohne angemessene Bezahlung wird das nichts!

    25. Januar 2011 von Helga

    Deutschland gehen die Ingenieure aus! Fachkräftemangel! Die Schlagzeilen sind genauso bekannt, wie die Forderungen an die Frauen, endlich mal was „Richtiges“ zu studieren. Maschinenbau statt Sozialwissenschaft, Chemietechnik statt Neuer deutscher Literatur.

    Balkendiagramm zum Gender Pay Gap in den Ingenieurberufen aus dem WSI LohnspiegelLohnen tut sich das allerdings nicht unbedingt auf dem Gehaltscheck, wie eine neue Erhebung im WSI-Lohnspiegel zeigt (die ganze Studie als PDF). Danach gibt es den altbekannten Gender Pay Gap auch in den verschiedenen Ingenieur­wissen­schaften – Ingenieurinnen bringen rund 17 Prozent weniger Gehalt nach Haus.

    Während es für Elektronikingenieurinnen fast gleiche Löhne gibt, sieht es im Bauingenieurwesen deutlich schlechter aus, über 18 Prozent Unterschied. Letzteres ist dabei ein Feld, in dem noch überdurchschnittlich viele Frauen zu finden sind. Je geringer der Frauenanteil in einem Fachgebiet, umso geringer auch der Pay Gap.

    Vor zwei Jahren untersuchte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) die Einkommenslücke schon einmal genauer. In der allgemeinen Untersuchung wurden damals für die Ingenieurberufe etwas über 14,3 Prozent Unterschied veranschlagt, die Schere scheint sich also noch zu öffnen. Zu den Hintergründen hieß es damals bereits:
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    Akademische Frauenförderung – jetzt zum Nulltarif.

    2. November 2010 von Helga

    Heute wird Angela Merkel AcademiaNet, das „Internetportal für herausragende Wissenschaftlerinnen“ vorstellen. Ähnlich wie etwa bei GeekSpeakr sollen dabei Frauen in Bereichen sichtbar gemacht werden, in denen sie oft übersehen werden. Statt um Vorträge und Konferenzen soll es auch um Vorschläge zur Besetzung von Spitzenpositionen, z.B. an Hochschulen und Forschungseinrichtungen gehen.

    Die ZEIT bringt dazu ein Interview mit der Biologin Julia Fischer, die auch einige haarsträubende Negativbeispiele erzählt, geschuldet dem bis heute andauernden Geschlechterbildern an deutschen Hochschulen:

    Einmal saß ich in einer Berufungskommission, in der wir die Bewerber auf unser Dual Career-Programm aufmerksam machten, das die Stellensuche auch für den Partner erleichtert. Die meisten Männer sagten so etwas wie: Meine Frau ist Technische Assistentin, die kommt einfach mit. Und auf die Frage, welche Vorschläge sie zur Frauenförderung hätten, meinte einer, sein Beitrag zur Gleichberechtigung bestünde darin, dass er seine Frau geheiratet habe.

    Es bleibt ein äußerst fader Nachgeschmack. So ist es zunächst ein Armutszeugnis, dass es immer noch eines extra Webportals bedarf, damit herausragende Wissenschaftlerinnen wirklich wahrgenommen werden. Statt weiterer politischer Maßnahmen bleibt es dann auch bei genau einer neuen Webseite. Schließlich nützt diese Seite nur den „herausragenden“ Wissenschaftlerinnen – die mit dem Bachelor/Master-System entstandenen, vielfältigen Probleme werden ebenso ignoriert wie die sich stetig verschlechternden Bedingungen für Doktorand_innen und Post Docs im akademischen Mittelbau.

    Der an sich elitäre Raum der Wissenschaft verkommt so langsam zu einem gesichtlosen Massenbildungsproletariat mit einer einzigen Hoffnung: Auf Teufel komm raus exzellent zu werden und zur Belohnung dann auf einer Webseite zu erscheinen. Mit Gleichstellung und Chancengleichheit hat das herzlich wenig zu tun. Mit echter Politik übrigens auch nicht.


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    Frauen- und Gendernews im Überblick

    29. Oktober 2010 von der Mädchenmannschaft
    Dieser Text ist Teil 58 von 138 der Serie Kurz notiert

    Ein Schritt vor und zwei zurück? Nachdem HartzIV-Empfänger_innen kein Elterngeld mehr bekommen, sollen auch die Besserverdienenden davon ausgenommen werden, stand bei SpiegelOnline. Ein klitzekleines Bißchen mehr Gerechtigkeit, noch deutlicheres Eingreifen in die familiäre Selbstbestimmung oder Abwertung des Elterngeldes?

    Außerdem auf der Agenda der Regierung stehen Zwangsverheiratung als neue, eigenständige Straftat und die gleichzeitige Erhöhung der Wartefrist zum eigenständigen Bleiberecht bei nachgezogenen Ehegatt_innen. Terre des Femmes kritisiert den „Kuhhandel“, die angestrebte Härtefallregelung werde wirkungslos bleiben, weil Gewalt in der Ehe kaum zu beweisen sei.

    Mitten in der Integrationsdebatte erschien das neue Buch von Alice Schwarzer „Die große Verschleierung.“ Für die taz hat es sich Heide Oestreich durchgelesen und befindet: Keine praktischen Lösungen, sondern nur allgemeiner Alarm.

    High Tech-Firmen werden selten von Frauen gegründet. Alle High Tech-Firmen? Nein, eine Branche widersetzt sich dem Trend. Slate erklärt, warum es in der Biotechnologie mehr Gründerinnen als in den anderen Zweigen gibt.

    Aus der medizinischen Forschung gibt es dagegen schlechte Nachrichten. So berichtet die New York Times, dass die Hormontherapie für Frauen in der Menopause nicht nur das Brustkrebrisiko allgemein erhöht, sondern auch die Symptome erschwert und das Todesrisiko leicht ansteigen lässt.


    Video October Trans 2010 (english) von Stop Trans Pathologization auf VimeoNoch ein Aktionstag, der leider schon letztes Wochenende war: Der Internationale Aktionstag gegen Trans*Pathologisierung. Mehr Informationen auf www.stp2012.info.

    Die neuere Geschichte der Modelgrößentrends hat Mercedes Lauenstein auf jetzt.de zusammengetragen und beschreibt dabei auch ihre eigene Entwicklung. Vom „Heroin-Chic“ und Körperkomplexen weg, hin zu bunter Lebensfreude.

    Um den „Feminismus des 21. Jahrhunderts“ geht es in dem zweisprachig englisch-französischen Magazin FEM 21 (pdf) der European Women’s Lobby. Mit dabei die Gewinner_innenfotos der EWL Photo Competition 2010, Mutterschaft und Behinderung und „Ich bin kein_e Feminst_in, aber…“.

    Noch bis morgen läuft die Konferenz „Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden“ des Gunda-Werner-Instituts und wer nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, einige der Veranstaltungen im Livestream anzuschauen.

    Die Sendung queerblick tritt beim Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW an. Deutschlands erstes TV-Magazin für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Jugendliche ist für den Publikumspreis nominiert. Noch bis Sonntag 24 Uhr habt ihr Zeit, das einzige queere Format im Wettbewerb an die Spitze zu voten!

    Zum Schluss noch etwas Polemik: Auf babyzimmer.de beschreibt Userin Eva den Zustand deutscher Damentoiletten (katastrophal) und die Sozialisation des Toilettengangs (furchtbar kompliziert).


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