Einträge mit dem Tag ‘Militär’


Von Adoptionen zu Soldat_innen-Sein – kurz verlinkt

26. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 303 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Bei tagesschau.de gibt es einen Weltspiegel-Beitrag zu sehen, der die Geschichte des „Highway of Tears“ in Kanada vorstellt. Dort wurden in den letzten Jahrzehnten 43 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Women of Color der First Nations.

Du glaubst es ist cool Soldat/in zu sein?“ fragt die Seite Mach was zählt und liefert Fakten zu Auslandseinsätzen, rechtem Gedankengut in der Bundeswehr und sexualisierten Übergriffen als Antwort auf die Rekrutierungs-Kampagnen der Bundeswehr.

Das neue (und für dieses Jahr letzte) an.schläge-Magazin ist da und dreht sich rund um „Girls, Girls, Grrrls„. Wie immer gibt es auch einige der Texte online zu lesen, so zum Beispiel  Jeanna Krömers Besuch des Treffpunkts „Neue Nachbarschaft“ in Berlin und ein Interview mit der Rechtsextremismusforscherin Esther Lennert zu sexualisierter Gewalt und rechts.

Englischsprachige Beiträge

Im November hat die Webseite The Toast eine Reihe von persönlichen Essays rund um das Thema Adoption veröffentlicht. Nicole Chung schrieb über den Trend zum Crowdfunding zur Finanzierung von Adoptionen. Liz Labacz beschreibt, wie sie von ihrer Adoptivfamilie als Maskottchen auf Anti-Abtreibungs-Demonstrationen eingesetzt wurde und heute aber sehr froh ist zu wissen, dass die Frau, die sie geboren hatte, ein Wahl gehabt hat. Und Ana Maria Guay analysiert „Adoption and Toxic Gratitude„.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance: „The Advocate spoke with five New York City-based black and Latina transgender elders about their own understandings of trans resilience (exact ages of the elders are witheld to protect their privacy). All combined, these activists hold a century’s worth of experience in providing direct services to the population hardest hit by violence: low-to-no-income trans people of color. “

Termine Berlin und Marburg:

26.11. in Marburg: Lesung aus „Rassismus an Hochschulen“ mit Emily Ngubia Kuria. (FB-Link)

03.12. in Berlin
: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


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Wehrpflicht für alle in Norwegen – Nicht (m)ein feministischer Traum

18. Juni 2013 von Charlott

Aus Norwegen gibt es „Gleichberechtigungs-Neuigkeiten“. Ab 2015 soll der einjährige Militärdienst nicht ausschließlich für Männer sondern für alle gelten. Die Armee an sich soll aber nicht vergrößert werden.

Eingesetzt für diese Änderung hatte sich vor allem eine junge Politikerin, Ingrid Marie Isachsen Sylte, der Sozialistischen Jugend. Sie hatte im März auf dem Parteitag ihrer Partei einen Antrag eingebracht. Diese war dem Vorschlag gefolgt und bald schlossen sich fast alle anderen Parteien der Idee an. Bei der Abstimmung im Parlament in der letzten Woche gab es dann auch nur fünf Gegenstimmen. Einzig die Christdemokraten waren nicht von der „geschlechterneutralen Wehrpflicht“ überzeugt.

Und das ist jetzt toll? Das ist jetzt ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung? Ein „historischer Tag“, wie es Verteidigungsministerin Anne-Grete Stroen-Erichsen verkündete?

Ich finde es geradezu schwer verständlich wie sich aus einer linken (feministischen?) Position heraus voller Begeisterung auf ein solches Projekt gestürzt werden kann. Das Militär ist ein Teil von Kriegsmaschinerie, ein Ort von Gewalt und verbunden mit militanten Männlichkeitsbildern. Doch diese Punkte werden nicht an sich hinterfragt, sondern einfach ein kleiner „Gleichberechtigungs“-Stempel drauf geknallt. Genauso „fair“ wie eine Wehrpflicht, die alle einschließt, wäre ja auch die Möglichkeit gar keine Wehrpflicht – oder sogar gar kein Militär – zu haben.

Frauen in der norwegischen Armee gibt es auch schon länger. Seit 1976 können sie einen freiwilligen Militärdienst leisten. Zur Zeit stellen sie neun Prozent des Militärs. Das Ziel von 15 Prozent Frauenanteil wurde damit aber nicht erreicht. Dazu kommt, dass derzeitig etwa 20 Prozent aller Soldatinnen ihren Dienst abbrechen und dies damit begründen, dass sie gemobbt oder sexuell belästigt wurden. Es scheint also offensichtlich Probleme in den bisher immer noch männlich dominierten Strukturen zu geben. Sollten nicht erst einmal diese angegangen werden bevor man Frauen – zumal unter dem Deckmantel der „Gleichberechtigung“ – derartige Arbeitsbedingungen zumutet?

Ob sich der Anteil der Soldatinnen überhaupt mit dem neuen Gesetz verändert ist jedoch auch fraglich. Schon jetzt wird nur ein Bruchteil des jeweiligen Jahrgangs eingezogen: Ausschlaggebend dafür ist auch die Motivation der Gemusterten. Der großer Umbruch scheint wohl so oder so mehr Symbolpolitik zu sein.


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Unbefleckte Empfängnis, Angela Davis und eine afghanische Präsidentschaftskandidatin – kurz notiert

18. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 155 von 362 der Serie Kurz notiert

Die anti-rassistische Aktivistin und Professorin Angela Davis hat an der University of Kansas über feministische Kämpfe heute und damals gesprochen.

Auf Crunk Feminist Collective schreibt crunktastic über ihre Dating-Erfahrungen als dicke Frau.

Jede Woche der gleiche Mist in den USA: Diese Woche ist der US-amerikanische Bundesstaat Arizona in den Schlagzeilen, weil ein Gesetzesentwurf nun vorsieht, dass Frauen bereits zwei Wochen vor der Empfängnis als schwanger gelten sollen – so sind sie quasi immer schwanger.

Wer braucht Feminismus?

Die schwedische Kulturministerin hat sich einen unglaublich rassistischen Totalausfall geleistet – ohne Worte. (Triggerwarnung für die Kommentare bei uns, dort wird die Aktion noch einmal sehr genau beschrieben.)

Die fünfzehnjährige Tavi Gevinson, Gründerin von RookieMag.com, einem Online Magazin für Mädchen und junge Frauen, spricht über vier Jahre Rookie, Feminismus und das ständige Ausprobieren als Teenager.

Erstaunlich visionäre Spielkarten von 1902 hat io9 gefunden. „Die Frauen der Zukunft“ heißt eine Serie, die gleich doppelt anzügliche Bildchen zeigt: Weibliche Abgeordnete und Jouarnalistinnen in „sexy“ Posen! Heute arbeiten Frauen tatsächlich in diesen Berufen und die Vorgabe, sexy zu sein, ist überall.

Das Gender Pay Gap der letzten neun Jahre hat Flowing Data einmal visualisiert.

Am Wochenende haben in Afghanistan Frauen gegen die aktuelle Politik demonstriert, die stark auf die Taliban zugeht. Außerdem berichtet msnbc.com, dass Fawzia Koofi 2014 als erste Präsidentschaftskandidatin antreten wird.

Warum der Ausspruch „Ich bevorzuge kleine Brüste“ nicht immer hilfreich ist, erörtert Caperton auf Feministe.

Weiter unterirdisch bleibt der Umgang des US-Militärs mit Opfern von sexualisierter Gewalt. Sie werden nicht ernst genommen, sondern als psychisch krank eingestuft, um die Vorgänge zu vertuschen, so Jezebel.

Neues zum Thema „Lego und ihr gegendertes Spielzeug in der Kritik„: Abgeordnete der Firma werden sich zu einem Gespräch mit den Initiatorinnen der Online-Petition gegen Legos sterotypes Mädchenbild treffen.

Die Termine: (mehr …)


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Fußballerinnen, Trendfrisuren und das Eva-Prinzip – die Blogschau

4. Juni 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 117 von 295 der Serie Die Blogschau

Im mädchenblog berichtet Leonie vom „Bund katholischer Ärzte“, die auf ihrer Webseite über „Therapiemöglichkeiten von Homosexualität“ informieren. Ekelhaft.

Auf gluecklickscheitern findet ihr eine Rezension von Eva Hermans „Eva Prinzip“.

Einen Veranstaltungstipp hat Philipp Khabo Koepsell von Die Akte James Knopf : „Decolonizing The Social Sciences And The Humanities“ vom 16. bis 18. Juni in Frankfurt, auf der die US-amerikanische Soziologin Patricia Hill Collins, Autorin von „Black Feminist Thought„, die Keynote halten wird.

Die Aktivistin für Barrierefreiheit Julia Probst von Mein Augen Schmaus reagiert auf die Aussage, dass sie „keifen“ würde und „nicht tauglich“ sei für die Öffentlichkeitsarbeit.

Für Lothar Matthäus zählt beim Frauenfußball nicht nur Taktik und Spielfähigkeit, sondern wohl auch das Aussehen, stellt Kulturindustrie genervt fest. Passend dazu: Das Symposium „Augen Auf: Frauen im Fußball“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen am Ball?“ am 10. Juni 2011 an der Humboldt Universität zu Berlin.

Bubi Zitrone fand ein abscheuliches Zitat, das mal wieder wunderbar zeigt: Vergewaltigung ist nicht gleich Vergewaltigung.

Petra van Cronenburg recherchierte im Internet zu „Kurzhaarschnitte“ und „Trendfrisuren“ und wurde mit den eigenartigsten Treffern konfrontiert.

Melanie, im Internet auch bekannt als Frl. Pfefferminz von side-glance schreibt über das Wort „Fräulein“ und Selbstbezeichnungen.

Auf AG Queer Studies könnt ihr den Vortrag “MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue und des Bekanntgehens” von Gesa Mayer und Robin Bauer anhören.

Seit gestern sind erstmals Panini-Sammelalben zu einer Frauen-WM im Handel, berichtet der Genderblog.

fräuleinzucker hat ein schönes Bild gezeichnet „I’m not a regular Mom. I’m a cool Mom„.

Lori von Geschichten von der honigsüßen Welt bloggt ihre fünfte Zusammenfassung zu ihrem Seminar „Militär und Gender“: „Frauen in Kampftruppen – Ein Beispiel für Tokenisierung„.

Sexy Thoughts under Construction stolperte über eine Seite über schwule Mädchen.


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Outing im US-Militär nun erlaubt

21. Dezember 2010 von Magda

Am vergangenen Samstag hob der US-amerikanische Senat die Richtlinie „Don’t ask, don’t tell“ (kurz: DADT, „Frage nichts, sage nichts“) auf, morgen wird Barack Obama die Aufhebung unterzeichnen. Die Richtlinie, die 1993 unter Bill Clinton in Kraft trat, zwang schwule und lesbische Soldat_innen zum Stillschweigen über ihre sexuelle Orientierung, denn tatsächlichen ist es Homosexuellen heute immer noch nicht gestattet, offen in der US-amerikanischen Armee zu dienen. DADT führte in den letzten 17 Jahren zu Tausenden von unehrenhaften Entlassungen. Bereits der bloße Verdacht auf Homosexualität konnte einen erzwungenen Austritt zur Folge haben.

Im Vorfeld der Aufhebung von DADT bekamen rund 400.000 Soldat_innen eine vom Pentagon in Auftrag gegebene Umfrage zugeschickt, dessen Ergebnisse ein Bild der Einstellungen von Soldat_innen zu ihren potenziell lesbischen und schwulen Kolleg_innen zeichnen soll. Neben einem ganzen Katalog an Fragen zu Moralvorstellungen und den eigenen Karriereplanungen (und wie diese durch eine mögliche Aufhebung von DADT beeinflusst werden könnten), wurden fiktive Szenarien mit homosexuellen Kollegen und Kolleginnen kreiert, in denen u.a. zum Dusch- und Schlafverhalten befragt wurde. Die ausgiebige Thematisierung intimer Situationen zeigt: Im eigenen Zimmer und unter der Dusche werden Homosexuelle wohl besonders gefährlich – watch out!

Ungefähr ein Viertel der Fragebögen wurde ausgefüllt. Die Resultate* sind gemischt: Obwohl die Mehrheit aller Befragten Schwulen und Lesben im Militär positiv oder neutral gegenüber stehen, offenbart die Umfrage ernstzunehmende homophobe Tendenzen im US-amerikanischen Militär: Rund 25% aller Soldat_innen glaubt, dass Kampfhandlungen negativ beeinflusst werden könnten, wenn homosexuelle Soldat_innen offen dienten. Knapp 30% aller Befragten würde ihr Zimmer oder Zelt lieber nicht mit einem Schwulen oder einer Lesbe teilen.

Keine Überraschung: Wo hegemoniale Männlichkeit in Ritualen und Hierarchien so selten hinterfragt, gar zelebriert wird, ist Homophobie institutionalisierte Praxis. Die Aufhebung von DADT wirkt einigen Ausschlussmechanismen entgegen, krempelt die Institution Militär aber gewiss nicht um. So fragte ich bereits vor Monaten, welche Interessen hinter der Aufhebung von „Don’t ask, don’t tell“ stünden. Diskriminierung bekämpfen? Eine umfassende Antidiskriminierungspolitik sähe anders aus. Vielmehr scheinen sinkende Rekrutierungszahlen und die aktuellen Kriege eine tragende Rolle zu spielen. Die Aufhebung von DADT ist eine gute Neuigkeit. Aber ein fader Beigeschmack bleibt.

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*Den vollständigen Report und die Ergebnisse der Umfrage zu DADT findet ihr als PDF auf der Seite des Verteidigungsministeriums.


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Alphamädchen an die Front!

20. Oktober 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 30 von 59 der Serie Meine Meinung

Am Wochenende war ich im Rahmen meiner Arbeit für den Lehrstuhl Politische Theorie an der Durchführung des Kongresses „Offiziersausbildung für das 21. Jahrhundert“ beteiligt. Veranstaltet von der Clausewitzgesellschaft und der Humboldt-Universität zu Berlin befassten sich etwa 130 Männer zwei Tage lang mit der Frage, welche Herausforderungen die Kriege des 21. Jahrhunderts an die Ausbildung von Offizieren stellen. In Retrospektive an Carl von Clausewitz, der in Vom Kriege beschrieb, was gute Kriegsführung bedeutet, und in Betrachtung der Geschichte der Militärausbildung in Deutschland, sollte eine Vision entworfen werden, wie Nato und Bundeswehr auf neue Herausforderungen, zum Beispiel in Afghanistan oder in den schweren Konflikten in Afrika, vorbereiten.

Bundeswehr-Fotos
(Bild via Bundeswehr-Fotos)

Professor Herfried Münkler, der mit seinem Buch Die Neuen Kriege (Video der Bundeszentrale für Politische Bildung) beschrieben hat, was genau das Neue und Gefährliche an den Kriegen des 21. Jahrhunderts sind, diskutierte mit diesen – hauptsächlich älteren – Männern, es wurden Vorträge von Wissenschaftlern und von Kommandeuren gehalten, und von wissenschaftlichen Kommandeuren und Generälen. Die wenigen Frauen im Publikum waren größtenteils mitgereiste Gattinnen. Nur vereinzelt mischte sich auch einmal eine Frau in die Diskussion ein. Für jemanden wie mich war die Sache zwar überaus spannend, weil ich Einblicke in eine mir sonst fremde Welt bekam, aber ich fragte mich auch, was das für eine moderne Zukunft sein soll, wenn Frauen beim Militär nach wie vor so selten sind.

Ehrlich, was diese Sache angeht, müssen wir echt mal aus den Puschen kommen. Wolf-Dieter Löser, Generaloberst vom Nato Defence College war so mutig, in seiner Vision der neuen Soldat_innen eine Frau zu wählen, die diese Vision verkörperte. Und jetzt kommt’s: Keiner der alten Herren monierte das! Man will uns kluge, junge Frauen gerne dort! Aber wollen wird das denn auch?

Frauen sind friedlich. Frauen an der Waffe? – Nur für ganz hartgesottene Mannweiber denkbar, oder? Krieg? ihhh bäh! Mal ehrlich: Wir drücken uns vor dieser Herausforderung. Während wir Role Models in Hülle und Fülle entwerfen, in die Chefetagen drängen und in die Parlamente, obwohl die Hälfte der Macht in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für uns eine selbstverständliche Forderung ist, drücken wir uns vor einem Engagement im Militär. Warum? Wegen der Kinder? Aber wollen wir nicht, dass Männer und Frauen in Bezug auf die Kinder gleichgestellt werden? Wegen des Pazifismus? Aber müssen wir nicht dafür Verantwortung übernehmen, dass die Krisen in der Welt, die Neuen Kriege, bei denen Vergewaltigungen von Zivilisten-Frauen durch die Kriegsparteien an der Tagesordnung sind, dass diese Konflikte gelöst werden? Dass sie auch in unserem Sinne gelöst werden? Geht das nicht uns alle an?

Eine ganze Reihe Frauen wird seid einigen Jahren als „Alphamädchen“ gehandelt und wir sind selbstbewusst, klug, gut gebildet und scheuen uns nicht vor Herausforderungen. Oder doch?

Natürlich ist es eine rein persönliche Entscheidung, welchen Lebensweg jede von uns geht. Genauso persönlich, wie die Entscheidung zwischen Männern und Frauen, wer in der Babyzeit zu Hause bleibt. Doch wenn eine ganze Masse sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält und dieses Verhalten unter der Zielsetzung von Gleichstellung ein politisches Problem wird, dann sollten wir uns vielleicht doch einmal ganz ernsthaft selbst fragen, ob wir uns eine Karriere beim Militär nicht doch vorstellen können.


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Von reichen Chinesinnen und Alltagsbelästigungen

15. Oktober 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 58 von 362 der Serie Kurz notiert

Keine Lust auf Informatik? Einer Umfrage zufolge sind das Elternhaus und fehlende Rollenbilder verantwortlich am Frauenmangel in den IT-Fächern.

Meldung aus der Sprachwissenschaft: Magnus Pettersson analysiert in seiner Dissertation die Verwendung geschlechtsspezifischer Personenbezeichnungen (englischsprachiges Abstract).

Chloe von Feministing ärgert sich darüber, dass sie ungefragt von fremden Männern auf der Straße in New York betatscht wird.

Eine Studie im Auftrag von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin kommt zu dem Schluss, dass die Workplace Policy ein wirksames Instrument gegen häusliche Gewalt ist: Wissenschaftliche Studie zur Evaluation der Implementierung des Workplace Policy Konzeptes in Berlin (PDF).

Elf der zwanzig reichsten Frauen der Welt sind Chinesinnen. Ein Erklärungsansatz könnte die traditionelle Akzeptanz arbeitender Frauen sein, wie dieStandard.at berichtet.

Queernews.at berichtet, dass die amerikanische Bundesrichterin, die im September Don’t Ask, Don’t Tell (DADT) – jene Bestimmung, nach der Schwule und Lesben aus dem Militärdienst entlassen werden können, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt wird, für verfassungswidrig erkannte, erließ gestern eine Verfügung zur sofortigen Aussetzung der Durchführung von DADT.


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Militär, Google, Elterngeld, Caster Semenya, Rosa Taxis, UN Women, Bäuche und Anne Frank als Comic

8. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 93 von 362 der Serie Kurz notiert

In Österreich haben die Hälfte der Frauen, die seit 1998 im Bundesheer aufgenommen wurden, den Dienst quittiert. DieStandard.at berichtet

Mögliche Gründe dafür sind das dreifach höhere Mobbingrisiko, dem Soldatinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen ausgesetzt sind und die „maskulinen“ Werte beim Militär, die (unbewusst) die Ablehnung von Frauen fördern.

Der Jahreszeitenverlag strukturiert seine Redaktionen um, berichtet die taz. Dabei müssen vor allem Alleinerziehende, Mütter in Elternzeit und Behinderte gehen – dabei richten sich die meisten der Zeitschriften an Frauen und Familien.

Partner_innen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben in den USA eine Steuer zu tragen, die für verheiratete heterosexuelle Personen nicht anfällt. Laut FAZ zahlt Google diese Steuer für seine homosexuellen Mitarbeiter_innen.

Spiegel berichtet, wie Besserverdienende das Elterngeld für Langzeiturlaube nutzen, während das Elterngeld Hartz-IV-Familien vom schwarz-gelben Sparpaket künftig gestrichen wird.

Die United Nations Vollversammlung beschloss am Freitagabend in New York, ein neues Ressort zur Unterstützung von Frauenpolitik einzurichten. Die neue Einheit, die aus vier kleineren Organisationen zusammengschloßen wird, heißt UN Women.

Wie der internationale Leichtathletikverband IAAF entschied, darf die Weltmeisterin über 800 m, Caster Semenya, nach einjähriger Sperre nun wieder starten – „als Frau“ bei den Frauen.

Die Anne-Frank-Stiftung reagiert auf „veränderte Lesegewohnheiten bei Kindern und Jugendlichen“ und veröffentlicht die Lebensgeschichte von Anne Frank nun auch als Comic.

Jessica Valenti von feministing ist schwanger und genervt von „gut gemeinten“ Ratschlägen und Bauchgrabscher_innen.

Eine interessante Dokumentation namens „Die Rosa Taxis von Dubai“ findet ihr auf ARTE.

Auf Dubais Straßen sieht man immer häufiger rosafarbene Taxis mit weiblichen Fahrern. Dass Frauen hinter dem Steuer von nicht für rein private Fahrten genutzten Fahrzeugen sitzen, ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine echte Revolution – und gleichzeitig eine große Errungenschaft für islamische Frauen.


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Antidiskriminierung sagen – Rekrutierung meinen

1. Juni 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 27 von 59 der Serie Meine Meinung

Letzten Donnerstag hat sich das US-amerikanische Repräsentantenhaus und der Streitkräfte-Ausschuss des Senats für die Aufhebung des 1993 unter Bill Clinton initiierten Gesetzes “Don’t Ask Don’t Tell” (DADT) ausgesprochen. Die Initiative, die unter anderem auch vom US-Verteidigungsminister Robert Gates unterstützt wird, soll noch im Juni dem gesamten Senat zur Abstimmung vorgelegt werden.

Die DADT Richtlinien untersagen dem Militär einerseits, Soldaten und Soldatinnen nach ihrer sexuellen Orientierung zu fragen („Don’t ask“), verbieten homo- bzw. bisexuellen Soldat_innen allerdings auch, ihre sexuelle Identität während des Dienstes öffentlich zu machen (“Don’t Tell”). Damit befindet sich die USA momentan noch in „guter“ Gesellschaft mit u.a. Nordkorea, dem Iran und der Türkei. Die geplante Aufhebung dieses Gesetzes wird insbesondere von Demokrat_innen und Homosexuellenverbänden begrüßt.

Angesichts der Tatsache, dass die US-Armee durch die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht nur unter einem zunehmend schlechteren Ruf sondern auch unter enormen Rekrutierungsmangel leidet, liegt die Annahme nahe, dass die Aufhebung von DADT auch einem anderen Zweck dient: Das Militär braucht Nachwuchs und sieht sich somit gezwungen, ein attraktiverer Arbeitsplatz zu werden.

Lockerungen von Bestimmungen zum Dienst an der Waffe sind keinesfalls neu in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wie viele andere Länder litt auch die USA unter sinkenden Rekrutierungszahlen, woraufhin immer mehr Bereiche für Frauen geöffnet wurden – obwohl diese bis heute nicht in direkten Kampfhandlungen (direct combat) erlaubt sind. Besonders seit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht für Männer 1973 stieg die Anzahl der Soldatinnen stetig.

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Homo-Hetze, Militär, Kindermangel, Kunst&Kultur, Gewalt und Twitter

20. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 81 von 362 der Serie Kurz notiert

Auf GenderAcrossBorders gibt es einen Artikel über feministische Twitter_innen. Wir sind auch dabei!

Wir berichteten über das Grüne Männer-Manifest – Broadsheet@Salon hat ebenfalls einen kurzen Kommentar.

In Kenia drohen Homosexuellen Haftstrafen und Gewalt. Schwulenhasser nutzen die Verbreitung von Aids für ihre Propaganda – die JungleWorld hat mehr darüber.

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone sieht einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche – wie bitte?! – auch laut der Süddeutschen eine steile These.

Die Taz stellt Pinar Selek’s neues Buch „Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt. Männliche Identitäten“ vor, eine Studie zum Männerbild im türkischen Militär.

Der Focus hat mal wieder Angst um Deutschlands Zukunft und beweint den angeblichen Nachwuchsmangel.

Es gibt eine Kampagne namens Walk A Mile in Her Shoes („Laufe eine Meile in ihren Schuhen”), welche auf häusliche Gewalt aufmerksam machen soll. Broadsheet@Salon fragt sich: Bewusstseinsförderung oder alberne Aktion?

Die einzigartige Miss Platnum erzählt uns von der Lust am Essen, weiblicher Schönheit, Berlin und die Ironie in ihren Songs.

Feministisches Theater mit der Regisseurin Friederike Heller, die einen ganz neuen Blick auf Bertolt Brechts Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ wirft.

Die New York Times hat lesbische und schwule Comic-Held_innen.

Sociological Images hat einen Beitrag zu: „So sieht die Objektivierung von Männern aus.“

"This is what the objectification of men would like like..."


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