Einträge mit dem Tag ‘Menschen mit Behinderungen’


„Statt behinderte Kinder ‚abzuschaffen‘, würde ich gern unsere behindertenfeindliche Gesellschaft abschaffen.“

5. Dezember 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 121 von 130 der Serie Die Feministische Bibliothek

Buchvover von "Alles inklusive" von Mareice KaiserEin Kind wird geboren und benötigt mehr Aufmerksamkeit als die meisten Kinder, eine intensive Betreuung und spezielle Hilfsmittel zum Leben, ja, Überleben. Und damit nicht genug: Die Ärzt_innen, die Therapeut_innen und auch engste Familienmitglieder runzeln die Stirn, ignorieren permanent persönliche Grenzen und sagen: „Ich könnte das ja nicht.“ Die Rede ist von Greta, einem mehrfachbehindertem kleinen Mädchen, dass seine Eltern ab Geburt an auf Trab halten wird. Die vielen Tränen, die andauernden Streits mit der Krankenkasse oder die Geldknappheit gehen allerdings nicht auf das Konto von Greta, sondern sind einer Gesellschaft zuzuschreiben, die „Inklusion“ höchstens auf schöne Broschüren schreibt, aber nicht allumfassend verankern mag.

Die Journalistin Mareice Kaiser erzählt in ihrem vor wenigen Wochen erschienenen Buch „Alles Inklusive“ (Fischer, 2016) ohne Beschönigung aus dem Familienalltag mit ihrem Partner Thorben und ihrer ersten Tochter, Greta, später auch mit der Zweitgeborenen, Momo. Es ist ein Alltag, der aus Krankenhausaufenthalten, piepsenden Sauerstoffgeräten und Darmproblemen besteht. Mareice Kaiser lässt uns teilhaben an den Ängsten, Erschöpfungen und psychischen Krisen ihrer Familie und stellt doch immer wieder klar: Das Problem ist nicht Greta. Ab und zu blitzt der Wunsch nach einem „normalen“ Leben durch. Schwer verdaulich sind diese Sätze, weil sie verdeutlichen: Viele Menschen ohne (Mehrfach-)Behinderungen definieren „normal“ immer noch als Abwesenheit von Krankheiten und Behinderungen. Es gibt wenige gesellschaftliche Strukturen, die Eltern unterstützt, die mit Kindern leben, die (mehrfach-)behindet sind. Im Gegenteil: Krankenkassen lehnen regelmäßig lebensnotwendige Hilfsmittel ab. Und teilweise fremde Menschen teilen ohne Skrupel ihre behindertenverachtenden Überzeugungen. Andere wiederum nehmen aus einem liberalen Verständnis von Gleichheit heraus die besonderen Bedürfnisse von Greta nicht wahr und verharmlosen ihre Situation. Ein Schnupfen stecken andere Kinder vielleicht gut weg, kann aber für Greta lebensgefährlich sein.

Das Leben mit Greta, und später auch mit ihrer nicht-behinderten Schwester Momo, lässt Mareice und Thorben wachsen. Mareice thematisiert zunehmend die behindertenfeindlichen Verhältnisse, den Sexismus, der hinter der Annahme steckt, dass sie sich voll und ganz für ihre Tochter aufgeben müsse (während im Alltag Thorben die meisten Pflegetätigkeiten übernimmt) und reflektiert ihre eigenen Annahmen, wie ein Familienleben zu sein hat. Letztendlich bringt sie es auf den Punkt: „Statt behinderte Kinder ‚abzuschaffen‘, würde ich gern unsere behindertenfeindliche Gesellschaft abschaffen.“


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es ist #nichtmeingesetz – und deins ganz sicher auch nicht

13. Mai 2016 von Hannah C.

Mit #nichtmeinGesetz grummelt ein Geist durch Deutschlands sozialaktivistische Szene.
Kaum war der Entwurf des neuen Teilhabegesetzes veröffentlicht, erhob sich der Protest und entwickelte sich langsam zu einer lauten Aktion. Einige sich selbstvertretende behinderte Menschen, ketteten sich im Zuge dessen symbolisch nahe der Grundgesetztafeln am Bundestag.

Aufsehen erregendes Agieren von behinderten Menschen – geil.

Der vorgestellte Gesetzesentwurf hat so viele Mängel und kurz gegriffene Lösungen, dass man getrost davon sprechen kann, dass sich unsere Bundesregierung nun jahrelang Zeit genommen hat, um behinderte Menschen auf noch komplizierteren Wegen als bisher, strukturell von sozialer und kultureller Teilhabe auszuschließen und sie mit Selbstbestimmung und ihrem eigenen Einkommen bezahlen zu lassen.

Eine Hand voll Mängel des Entwurfes wurden von den Menschen hinter dem Hashtag “Nicht mein Gesetz” bereits auf ihrer Webseite dargelegt.
Ausführlicher bezieht das deutsche Institut für Menschenrechte Stellung und schreibt: “An zahlreichen Punkten bleibt der Entwurf allerdings verhalten und hinter den Anforderungen zurück.”.

Was jetzt?
Der Entwurf wurde angenommen und soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

Lauter Protest von nicht behinderten Menschen? – bisher doch reichlich verhalten.

Und das, obwohl die Lebensrealität behinderter Menschen, die Lebensrealität aller Menschen der Gesellschaft ist.
Die überwiegende Mehrheit aller behinderten Menschen ist nicht von Geburt an behindert. Ein Großteil bestehender Behinderungen liegen nicht in dem spezifischen Funktionieren von Körpern oder den spezifischen Fähigkeiten von Menschen begründet, sondern im direkten Lebensumfeld und den Strukturen, die diese produzieren.

Sich mit dem Thema “Leben mit Behinderung” und auch den Fragestellungen um die Möglichkeiten des Zugangs um soziale und kulturelle Teilhabe zu befassen ist manchmal schwierig. Gerade, wenn man selbst nie darüber nachdenken musste, ob und wie genau man selbst eigentlich Teilhabe genießen kann. Den wenigsten ist bewusst, was ihr Kinobesuch mit kultureller Teilhabe und ihre freie Wahl bezüglich der Wohnform, in der sie leben, mit Selbstbestimmung zu tun hat. Den wenigsten ist klar, wie tief die Privatwirtschaft in die Gestaltung des Lebensumfeldes aller Menschen hineingreift, ohne gleichermaßen umfassend die Verantwortung für die Partizipationsoptionen aller Menschen gleich übernehmen zu müssen.

Macht es euch bewusst. Macht euch bewusst, wie es wäre, würdet ihr morgen von einem Laster erwischt, von einem Laser geblendet, mit einer Hand in eine Maschine gerutscht oder mit einer chronischen Krankheit diagnostiziert, die euch für den Rest eures langen Lebens diverse Unterstützungen und Hilfen brauchen lässt, um es zu leben, wie ihr es euch für euch selbst wünscht.

Das Leben mit, trotz und ohne Behinderungen wird weder gewählt, noch erarbeitet oder sich verdient – es wird gelebt und zwar von allen Menschen gleich!

Unterstützt behinderte Menschen und ihren Protest gegen die Umsetzung des vorliegenden Gesetzesentwurfes.
Es geht um mehr als den Wunsch arbeitender Menschen mit Behinderungen ihr Einkommen für sich zu behalten.

Es geht um Menschenrechte.
Für die sind alle Menschen mitverantwortlich.


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Geschickt(er) gendern, Intersex-Aktivismus und UNICORNS IN TECH

7. April 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 313 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Hilfe benötigt der Wagenburg Kanal e.V. (Mo K.) in Berlin. Seit zwei Jahren kämpft die Berliner Immobiliengesellschaft, eine Firma die städtisches Eigentum verwaltet und verkauft, gegen den Kanal und versucht sie zu zwingen einen Vertrag mit einer rassistischen Klausel zu unterschreiben, der es Geflüchteten, Rrom_nja und Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel oder Residenzpflicht untersagt sich auf dem Platz aufzuhalten. Um rechtlich dagegen vorgehen zu können, werden Spenden benötigt.

Hengameh diskutiert in der Kolumne „Habibitus“ in der taz eurozentrische Schönheitsnormen im Iran und resümiert: „Jede soll mit ihrem Körper anstellen dürfen, was immer sie will.

Ab sofort geschickt(er) gendern- mit einem Genderwörterbuch von Johanna Müller.

Das deutsche Studentenwerk startet eine Umfrage zur Situation behinderter Studierender.

Englischsprachige Beiträge

Why The Gender Leadership Gap Is So Much Worse For Women Of Color, ist Thema im Magazin Fast Company.

Wenn schlanke Menschen große Größen auf Modeseiten tragen, läuft doch gehörig was falsch. Warum nicht einfach dicke Models buchen? Eine andere kreative Antwort stellt Dances With Fat vor.

Sommerzeit, nervige Diätwerbungzeit. Keine Angst, hier gibt es Motivation für den Beach Body: „17 Pictures Of Beach Bodies That Will Get You Motivated.“

In diesem Video sprechen vier Intersex-Aktivist_innen über die anhaltende Isolierung und Pathologisierung von Intersex-Menschen.

Termine in Berlin, Kiel, Köln, Marburg und Würzburg
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Behindertenpolitik in Deutschland: Eine Liste des Versagens

2. Februar 2016 von Gastautor_in

Heiko Kunert, geboren 1976, ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg, freier Journalist und Blogger. Er schreibt u.A. über Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit und seinen Alltag als blinder Mensch. Er ist außerdem fleißiger Twitterer. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir seinen Text „Behindertenpolitik in Deutschland: Eine Liste des Versagens“ noch einmal bei uns veröffentlichen. 

Die Behindertenpolitik in Deutschland bewegt sich irgendwo zwischen Trauerspiel und zynischer Frechheit. Der diskriminierende Wolf kommt im Schafspelz der Inklusion daher. Die Hauptverantwortung hierfür trägt die Bundesregierung. Eine Liste des Versagens:

  1. Die Bundesregierung blockiert eine Antidiskriminierungsrichtlinie der EU. Während sich alle anderen EU-Staaten einig sind, hat es das große, reiche Deutschland nicht nötig, seine rund 10 Mio. Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung vor Diskriminierung zu schützen.
  2. Auch auf das Menschenrecht auf Bildung pfeift die Bundesregierung. Sie blockiert die Ratifizierung des Marrakesch-Vertrags, der blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zur Literatur erleichtern sollte.
  3. Offen verstößt Deutschland gegen EU-Recht, indem Asylbewerber_innen hierzulande keinen Rechtsanspruch haben, in Einrichtungen der Behindertenhilfe aufgenommen zu werden. Dabei sind dies häufig die einzigen Stellen, die auf die besonders prekäre Lage von Geflüchteten mit Behinderung eingehen.
  4. Mit großem Trara lässt sich – insbesondere der sozialdemokratische Teil der Bundesregierung – für die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns feiern. Der Schönheitsfehler: Der Mindestlohn gilt nicht für Menschen, die in Behindertenwerkstätten arbeiten.
  5. Immer noch gibt es in unserem demokratischen Land, Gesetze, die Menschen mit Behinderung das Wahlrecht entziehen.
  6. Vergewaltigungen behinderter Frauen werden, zumindest noch, weniger hart bestraft als Vergewaltigungen nichtbehinderter.
  7. Taubblinde Menschen warten seit Jahren auf mehr Teilhabe. Ein erster Schritt sollte die formale Anerkennung von Taubblindheit als eigenständige Behinderung sein. Ausdrücken sollte sich dies durch die Einführung eines Merkzeichens im Schwerbehindertenausweis. Doch die Umsetzung wird bis heute verschleppt.
  8. Während sich bei der Politik für taubblinde Menschen nichts bewegt, scheint es so, dass es bei Leistungen für blinde Sozialhilfeempfänger_innen sogar einen Schritt zurückgeht. Die Unterstützung für diesen Personenkreis, die Blindenhilfe, soll zu einer Leistung zweiter Klasse werden, wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht.
  9. Sie schaut auch tatenlos zu, während die Lebensverhältnisse blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen in Deutschland immer stärker auseinanderklaffen. Dabei verpflichtet das Grundgesetz sie eigentlich dazu, für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Statt dies mit einer bundeseinheitlichen gerechten Blindengeldlösung zu tun, nimmt sie die Negativspirale beim Blindengeld in den Bundesländern einfach hin.
  10. Die Bundesrepublik hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Im vergangenen Jahr hat ein Fachausschuss der Vereinten Nationen den Stand der Umsetzung bewertet und eine Vielzahl von Lücken entdeckt. Der Ausschuss nennt u.A. das Verbot von Sterilisationen behinderter Menschen ohne deren freie Einwilligung, den Rückbau des segregierenden Schulwesens und die Schaffung eines inklusiven Notrufs und Katastrophenschutzes.
  11. In diesem Monat präsentierte Sozialministerin Andrea Nahles das neue Bundesgleichstellungsgesetz. Das bringt zwar einige wenige Verbesserungen, klammert aber den ganzen Bereich von Benachteiligungen durch die Privatwirtschaft aus. Es ist so halbherzig, dass selbst die Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen nicht anders konnte, als das Gesetz öffentlich zu kritisieren.
  12. Und was ist mit dem größten behinderungspolitischen Projekt dieser Legislaturperiode, dem im Koalitionsvertrag angekündigten Bundesteilhabegesetz? Zunächst einmal brach die Bundesregierung kurzerhand ihren eigenen Koalitionsvertrag, in dem sie die finanzielle Entlastung der Kommunen (rund fünf Mrd. EURO) unvermittelt von der Agenda strich und damit einen großen Wurf von Vornherein beinahe unmöglich machte.
  13. Seitdem wird verzögert. Ein ausführlicher Beteiligungsprozess von Menschen mit Behinderung erweist sich zunehmend als Augenwischerei.
  14. Die Menschen mit Behinderung und ihre Organisationen müssen dieser Tage feststellen, dass vom Paradigmen-Wechsel in der Behindertenpolitik wenig bis nichts übrig geblieben ist. Vielmehr scheint das Bundesteilhabegesetz – wenn die Vorzeichen stimmen – für viele Betroffene mehr Nachteile als Vorteile zu bringen. Verständlich, dass die Regierung den Gesetzentwurf so spät wie irgend möglich veröffentlicht, um eine gesellschaftliche Debatte möglichst kurz zu halten.

Aber muss die Regierung überhaupt einen #Aufschrei behinderter Menschen fürchten? Wann berichten denn große Radio- und Fernsehsender, Leitmedien wie Spiegel oder SZ über Deutschlands skandalöse Behindertenpolitik, wann erheben Meinungsführer_innen in Blogs und sozialen Medien ihre Stimme gegen eine Bundesregierung, die bremst und blockiert statt sich für Inklusion und Barrierefreiheit einzusetzen? Wann gehen die Millionen Menschen mit Behinderung – immerhin 11% der Bevölkerung – auf die Straße? Wann werden wir sichtbar? Ich denke, es wird allerhöchste Zeit!


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mein mutiges Inklusionsprojekt

10. Dezember 2015 von Hannah C.

Eine meiner letzten Vortragsfolien hatte den Titel “ewige_r Abweichler_in oder Erklärbär_in?” und während ich mich auf den Vortrag vorbereitete, dachte ich darüber nach wie traurig es ist, dass mir tatsächlich keine dritte Option eingefallen war. Weil die dritte Option an der Stelle “der normale Mensch” gewesen wäre und das eine kackscheißige Option gewesen wäre. Normativ. Anti-inklusiv.
N_orrrrrr_male Ausweichmöglichkeit derer, die glauben möchten, man könne seine Behinderung ab und anschalten, je nachdem was man tut oder nicht tut oder wie sichtbar man damit umgeht. Ein Leben mit Behinderungen hängt aber nicht davon ab, wie man sich entscheidet oder welche Einstellung man selbst hat – es hängt davon ab, welche grundlegenden Einstellungen das Umfeld gegenüber Menschen mit Behinderungen/Behinderten und dem Miteinander allgemein hat.

Grundlegende Einstellungen sind übrigens etwas anderes als Vorurteile.
Während Vorurteile in der Regel sehr bis extrem starre, irrationale und negative Einstellungen sind, die sich jedweder Beeinflussung widersetzen, handelt es sich bei grundlegenden Einstellungen um einen Rahmen aus positiven und negativen Bewertungen, gefühlsgebundenen Haltungen und Handlungsoptionen in Bezug auf soziale Objekte.

Heißt: die meisten Menschen haben eher eine schwierige Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderungen/Behinderten und brauchen mehr oder weniger viel Kontakt und Auseinandersetzung mit dem Thema, wenn es darum geht ein respektvolles Miteinander entstehen zu lassen.
Aber was bedeutet das konkret?

Ich merke oft, dass Menschen meine Behinderungen woanders verorten als ich selbst und, dass es häufig dieser Umstand ist, der mich vor der Wahl “Abweichler_in” oder “Erklärbär_in” stehen lässt.
Ich bin eine durch organisierte Gewalt komplex traumatisierte Autistin*, die auf Hartz 4 lebt, einer religiösen Minderheit angehört, als weiblich kategorisiert wurde und Krampfanfälle hat.
Für mich sind das alle meine Behinderungen. Viele Menschen in meiner Umgebung denken aber, dass es die Krampfanfälle – vielleicht noch die Traumafolgen und der Autismus – sind, die mich behindern.

Es gibt verschiedene Modelle zur Definition von Behinderungen. Manche gehen davon aus, dass die Behinderung immer in einer Eigenschaft der Person verankert sein muss. Weil die Person irgendetwas “nicht kann” und so der Schluß ist: “Ja klar behindert Nichtkönnen beim Leben.”.
Dann gibt es das Modell, das sagt, dass die Behinderung in den Bedingungen der Umwelt verankert ist, nach der eine Person auch Dinge nicht “können” müssen bräuchte, um am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren. Dort entsteht der Schluß: “Eine Rampe muss her, damit Rollstuhlnutzende nicht draußen warten müssen.” oder auch “Wir starten jetzt ein mutiges Inklusionsprojekt und bauen alle Vorurteile ab – dann wird das alles schon.”.

Eine soziologische Definition (Cloerkes 1988,87) sagt unter anderem aber: “Ein Mensch ist “behindert”, wenn erstens eine unerwünschte Abweichung von wie auch immer definierten Erwartungen vorliegt und wenn zweitens deshalb die soziale Reaktion auf ihn negativ ist.”.
Na? Kommt irgendwie vertraut vor, oder?

Erwartungen speisen sich aus verschiedenen Aspekten menschlichen Lebens und bilden die Haltung mit der Menschen letztlich auch aufeinander treffen.

Ich habe vor ein paar Tagen beschlossen meine Erwarten gegenüber Menschen, die sich als nicht behindert erleben, zu verändern. Mein mutiges Inklusionsprojekt ist, mich mehr und mehr an Menschen anzunähern und mit ihnen zu sein.
Ich frage mich, ob es für mich irgendwann mal üblich und unspektaktulär sein kann mit anderen Menschen zusammen zu sein und sie weder als Abweichler_innen meiner inneren Normen und Wahrnehmungen, noch als Erklärbär_innen einer mir so fremden Welt zu erleben.


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„vital signs“ – „Lebenszeichen“

4. Dezember 2015 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 24 von 32 der Serie Die Feministische Videothek

Bereits 1995 gab es den Film „vital signs“ („Lebenszeichen“), von David Mitchell & Sharon Snyder (deutsche Untertitel von Rebecca Maskos) , der sich mit der us-amerikanischen (weißen) Krüppelbewegung befasst und einen Diskurs nachzeichnet, der so lebendig und laut ist, wie er zu unterdrücken versucht wird.
Es sprechen bekannte Aktivist_innen wie Cheryl Marie Wade, Mary Duffy und Harlan Hahn und andere behinderte Menschen.

 

 


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„Für mich bist du nicht behindert“

2. November 2015 von Hannah C.

Da gibt es einen Menschen, dessen Fußspitzen in meinem Leben sind. Der meint es gut, wenn er sagt: “Für mich bist du nicht behindert. Ich behandle dich wie alle anderen.”. Der denkt, das sei Inklusion und schließlich sei genau das ja das, was alle™ immer™ wollen.

Ich frage mich, was „anders behandelt werden“ ist und, ob es das ist, was er tut, wenn er meine Behinderungen aus seinem Blick auf mich unterschlägt und mich anspricht, wie alle Menschen, die er kennt. Und ich nicht. Weil wir nicht im gleichen Umfeld leben.
Was meint “anders behandeln” für ihn?
Er sagt, es ginge um Samthandschuhe, extra viel Rücksicht und spezielle Sprachen. Er sagt, es ginge darum über Dinge nachzudenken, die mich im Besonderen fokussieren.

Er wird nicht konkreter und lässt mich damit in der Luft hängen.
Ich weiß nicht, in welchen Aspekten unseres Miteinanders ich ihn nun um Rücksicht bitten kann bis er meint, der Punkt von “extra viel Rücksicht” sei erreicht. Seine Sprache ist für mich schon immer eine spezielle Sprache.
Ich behandle ihn immer anders, weil er nicht auf die gleiche Art begrenzt ist wie ich.

Mein Standard ihm gegenüber in Ansprache und Miteinander ist für mich von Anfang an ganz klar ein spezieller gewesen, nicht ausschließlich, aber doch schon, weil er ein Mensch ist, der anders ist als ich. Wie alle anderen Menschen auch.
Am Ende ist es eine Frage des Bewusstseins um diese Unterschiedlichkeit, die alles verändert und vor der er sich sträubt, weil er Unterschiede anzunehmen für einen falschen Akt hält und das Gegenteil einer subjektiv wahrgenommenen Massenbewegung von ihm generell als richtiger eingestuft wird.

Das heißt, dass ich vor ihm und seinen über Sprache für mich unklar ausgesprochenen Grenzen in der Luft hängen bleibe ist okay, weil mir über konkretere Sprache und darüber extra freigesetzte Rücksicht geholfen werden würde, was ich, laut seinen Annahmen über die Dinge, die “die Behinderten” so fordern, ja gar nicht wollen kann, weil ich ja selbst und eigenständig klarkommen will.
Was wiederum in seinem Leben bedeuten würde, sich ganz selbstverständlich einzufordern, eine konkrete Ansage zu bekommen – in seinem Urteil über meine Forderungen hingegen etwas anderes ist. Weil ich ja die Behinderte bin und „Behinderte ja immer irgendwas fordern, was man aber nicht zu hundert Prozent geben darf, weil eigentlich…“.

Der Mensch meint es gut, weil er mich gut findet. Vielleicht auch, weil meine Performance und mein Körper eigentlich gar nicht behindert wirkt [whatever that means?!]. Weil ich ja trotzdem ganz viel schaffe. Wobei er die Dinge, trotz derer ich Dinge schaffe, noch nie mit- und/oder selbst erlebt hat.

Und während ich mich in ihn und seinen Blick auf mich hineinversetze und mit Samthandschuhen, extra viel Rücksicht, ob seiner Defizite in der Perspektive auf mich und Behinderte allgemein, eine spezielle Sprache benutze, um mit ihm einen halbwegs respektvollen Umgang zu leben, labelt er seine bewusste und gezielte Ignoranz als Akt der Inklusion.

Und da fragt er sich in einem späteren Moment, warum es ein Ding für mich ist, als Behinderte in Kontakt zu treten mit denen, die sich als Nichtbehindert sehen …

long story short:
Inklusion ist nicht, wenn es egal ist, ob man mit einer Behinderung lebt [insert  also: gender, ‘race’, class, age, religious beliefs, bodyform, habitus, status and all I’ve missed here], sondern, wenn die Unterschiedlichkeiten eines jeden Menschen keinen Unterschied in Bezug auf die volle Gewährung und Erfüllung von Menschenrechten macht.

Wer nicht weiß was Menschenrechte sind: bitte hier klicken.


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Lebenswert behindert sein

23. Juli 2015 von Hannah C.

Monica Lierhaus sagte in einem Interview, dass sie heute verschiedene Entscheidungen anders treffen würde, als vor ein paar Jahren noch. Wäre Frau Lierhaus nicht behindert, würde diese Aussage angehört und wieder vergessen.

Als Person aber, der eine Operation das Weiterleben ermöglichte und als Person, die in der Folge behindert ist, hat sie diese Entscheidung gefälligst nicht (öffentlich) zu bereuen und schon gar nicht hat sie ihr Leben danach als weniger lebenswert zu empfinden, weil das die Öffentlichkeitsarbeit anderer Behinderter untergräbt. So lese ich zumindest den Kommentar von Christiane Link in ihrem Blog. Frau Link schreibt, dass sie öfter hört, Menschen könnten oder wollten an ihrer Stelle nicht leben und setzt dies in einen, vielleicht richtigen, vielleicht aber doch auch unvollständigen Kontext mit Bewunderung.

Und ich stehe (mit anderen) neben diesem Disput und denke darüber nach, wann es denn erlaubt ist zu äußern, dass man sein Leben als behinderte Person nicht als lebenswert empfindet. Darf man es äußern, wenn man nicht prominent ist? Darf man es äußern, wenn ein kleiner tragbarer Motor das eigene Herz ersetzt und man jede Woche zur Dialyse muss? Oder wenn der fünfte Versuch einer Behandlung mit Psychopharmaka zu massiven körperlichen Veränderungen und emotionaler Schmalspur verholfen hat? Oder einfach nie, weil das Leben so unfassbar kostbar wichtig ist, dass es, ohne jede Reflektion, jeden Preis kosten darf – und muss und soll?

Darf ich, wenn ich äußere, dass ich mein Leben als nicht lebenswert empfinde noch bitte selbst definieren was “Leben” und was “Wert” für mich ist? Darf ich bitte über meine Er-Lebensrealität und ihre Bewortung noch selbst bestimmen und nicht andere Menschen? Darf in einer Zeitung auch mal eine beschissene Selbstansicht von Behinderten über sich selbst und ihr Leben stehen?

Warum ist es so wichtig, aus einer Behinderung etwas zu machen, was tragbar ist und, was das eigene Leben ja eigentlich nicht dann doch nicht behindert oder beeinflusst? Manchmal ist sie das eben nicht. Manche Barrieren und (Vor-) Urteile in Bezug auf das Leben mit Behinderungen gibt es auch im Kopf der Behinderten selbst und Interviews, wie das von Frau Lierhaus und auch der Text von Frau Link – genau wie meiner hier – tragen dazu bei, sie sichtbar zu machen.

Ich habe die abfällige Bezeichung “die Sonnenscheinbehinderten” für Menschen, die sich öffentlich ausschließlich so äußern, als wäre ihre Behinderung bzw. ihre chronische Erkrankung eigentlich gar nicht so schlimm. Und eigentlich auch gar kein Problem. Nie und nirgends und wenn doch: nicht lange und schon gar nicht unaushaltbar. Für mich ist es so, dass ich mir an der Stelle denke: “Ah, okay cool – schön für diese Personen. Schade, dass ich es nicht auch so einstufen/erleben kann.”. Was in etwa der gleiche Gedanke ist, wie ich ihn habe, wenn ich von hochbegabten Kindern in umfänglichen Förderprogrammen höre; von traumatisierten Menschen erfahre, die austherapiert mit ihrer selbstgegründeten Familie und halbwegs gesichertem Leben in den Sonnenuntergang schauen und von Menschen, die ihre Depressionen mit einer Tablette täglich als erträglich empfinden können.

Ich frage mich, was an mir falsch ist, dass ich nichts davon auch habe. Nicht mal nah dran bin. Ich frage mich, was ich übersehe, welche Energie ich wo falsch hinpumpe, dass ich das nicht habe. Ich schaue in unsere Gesellschaft und frage mich, was läuft da falsch, dass ich mich nicht glücklich optimieren kann– wo ist denn dieser verdammte Sonnenschein, der andere Behinderte in die Fernsehkamera lächeln lässt?!

Und was genau ist eigentlich der Lebenswert von dem da dauernd gesprochen wird? Wenn Leben so preislos anzunehmen ist – braucht es dann noch eine zusätzliche Aufladung mit Wert? Steht Leben dann nicht eigentlich absolut darüber und sollte gar nicht erst in einer Wortkombination mit “wert” erscheinen?

Mein Leben ist nicht wertvoll für mich und das habe ich schon im Alter von 9 Jahren verstanden. Man kann mich im Kopf erneut zum Opfer von Gewalt machen und sagen, in meinem Lebensumfeld hätte ich ja auch keinen Anlass gehabt davon auszugehen, dass das anders ist. Man kann mir aber auch glauben, dass ich durchaus auch von Menschen umgeben war, die mir vermittelt haben, dass es okay ist, dass es mich gibt.
Man darf mir auch zuhören und verstehen, dass es nicht andere Menschen sind, die mir definieren, was mir mein Leben wertvoll oder auch “lebenswert” macht.

Leben ist einfach, für mich. Leben will nichts und Leben braucht nichts. Es ist einfach nur da. Und, ob man sich damit verbindet oder nicht und wie man es für sich be_wert_et oder füllt, liegt an den Personen selbst und dem Umfeld, in dem sie leben.

Für den Lauf der Dinge (das Leben) ist es irrelevant, ob es mich gibt oder nicht. (mehr …)


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Teilhabe für wirklich alle Behinderten?

9. Juli 2015 von Hannah C.

Die Petion zum Recht auf Sparen für Menschen mit Behinderungen macht ihre Runde und alle so: “Yeaaaaa!”

Nur nicht die Menschen mit Behinderungen, die im Hartz 4 System sind, weil sie als mehr oder weniger rehabilitierbar und/oder mehr oder weniger arbeitsfähig eingestuft wurden. Unter Hartz 4 kann ebenfalls nicht gespart werden.
Rausarbeiten ist die Devise. Auch dann, wenn das Teilhabegesetz und auch das viel besprochene Teilhabegeld kommen.
Auch dann, wenn sich der Arbeitsmarkt für diese Personengruppe noch immer nicht zum Positiven verändert.

Hartz 4, das bedeutet für noch viel zu viele Menschen “keine Arbeit = kein Geld = Hilfebedarf = Hartz 4” und nicht auch: “von vornherein schwierige Lebensbedingungen wegen bestehender Diskriminierung aufgrund von Behinderung (auch as in “chronische Krankheit”), Geschlecht, Alter, Klasse, Herkunft, etc etc = keine Hilfe = kein (oder zu wenig) Geld = Bedarf zur Sicherung des Überlebens = Hartz 4”

Die Petition ist ein guter Schritt – gar keine Frage. Es ist ungerecht, dass Menschen, deren Hilfen aus einem Sozialhilfetopf finanziert werden, immer ein Minus einkalkulieren müssen, wenn sie arbeiten und dieses Minus ihr Leben lang auch nicht loswerden, weil sie ihren Bedarf an Hilfen/Unterstützungen nicht abschalten können. Die Regelungen diskriminieren Personen mit ständigem Hilfebedarf aufgrund dieses Hilfebedarfes und der Notwendigkeit die Deckung dieses Bedarfes zu finanzieren.

Eine Regelung hingegen, die die Folgen von ständig ausbleibenden Hilfen, aufgrund von bestehenden Diskriminierungen an anderen Stellen, ausblendet, kann nicht im Sinne einer Inklusion sein.
Die Verweildauer im System des Hartz 4 hat sich auf mehrheitlich 4 Jahre bis mehr verlängert. Warum? Weil es keine klassische Sozialhilfe mehr gibt und der Gang zum Jobcenter der Gang zur Rettung vor dem Leben auf der Straße wurde.

Egal, ob behindert oder sonstwie benachteiligt – sparen, erben, eine Zukunft planen, die absichert, das ist je länger man von Leistungen zur Grundsicherung abhängig ist, immer weniger umsetzbar. Nicht zuletzt, weil es ähnliche Vermögensgrenzen und ein Abzugsminus in bestehenden Arbeitsverhältnissen gibt.

Ich bin keine Behinderte, der mit einem Rollstuhl oder einer persönlichen Assistenz geholfen wäre, am Arbeitsleben zu partizipieren und deshalb macht mich die Petition in Teilen, die Antworten auf die häufigsten Fragen im Petitionstext auf der Webseite, auch wütend.
Für mich sieht es so aus als würde es wieder Gewinner_innen und Verlierer_innen innerhalb eines Schrittes in Richtung “Gesellschaft ohne Gewinner_innen und Verlierer_innen” geben, weil nicht reflektiert ist, das noch nicht jede Behinderung und jeder Bedarf an Unterstützung zur Partizipation mitbedacht ist.

Ich bin zum Beispiel chronisch krank* und werde durch die Begrenzungen der Krankenkassen von psychotherapeutischen aber auch medizinischen Hilfeleistungen, chronisch krank gehalten. Werde ich von einem Teilhabegeld, dass körperbehinderten Menschen eine Pflegekraft finanzieren hilft, vielleicht auch eine Psychotherapie oder eine Behandlung in einer spezialisierten Klinik finanzieren können? Ich glaube nicht.
Würde ich, wenn ich unter Hartz 4 sparen könnte, in die Lage kommen mich tatsächlich rauszuarbeiten? Ich denke schon.
Würde dies dazu beitragen einen Schritt näher an eine Art bedingungsloses Grundeinkommen heranzukommen? Ich denke schon.

Warum schlägt das dann niemand vor?
Ach ja: Weil „die Hartzies“ ja selbst machen können.

Mir erscheint vieles um die derzeitige Inklusions und Teilhabedebatten sehr weiß und bürgerlich (und neoliberal) und Antworten auf häufige Fragen, in denen Worte wie “in den Sozialhilfeabgrund reißen” vorkommen, bestätigen das.
Es fühlt sich an, als wolle man Teilhabe an Privilegien und hielte das für Inklusion.

Inklusion bedeutet aber Teilhabe an sowohl den Privilegien, als auch den Verantwortungen, den Verpflichtungen und den Diskriminierungen anderer Menschen. Dies zeichnet sich bereits in den Überlegungen zum Teilhabegesetz ab: Vorfahrt haben die Partikulärinteressen derer, die noch am nächsten dran sind, an dem weißen Mittel – bis Oberschichtenmenschen, der sich potenziell aus allem rausarbeiten kann.
Das Gefuchtel derer, die mehrfachbehindert, weniger oder gar nicht arbeitsfähig sind und dies aus noch ganz anderen Gründen, als denen eines wachstums- und leistungsorientierten Wirtschaftswesen, auch sehr lange bis immer bleiben werden, geht dabei fast unter.

In der aktuellen Inklusionsdebatte hat man erreicht, dass sich auch andere diskriminierte Personengruppen als solche wahr- und ernstnehmen können. Mit der geplanten Umsetzung und den Vorschlägen, die es bis jetzt gibt, nimmt das Ganze auch eine Vorreiterrolle ein, die sich meiner Ansicht nach, noch ein bisschen näher an den Lebensrealitäten derer um die es geht, orientieren müsste, um es im Sinne der Inklusion, für alle auch in der Zukunft zu erleichtern zu ihrem Recht zu kommen.


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Für ein gutes Teilhabegesetz

30. Juni 2015 von Hannah C.

… gibt es eine weitere Petition, die von Constantin Grosch initiiert wurde und die hier unterzeichnet werden kann.

Begründet wird die Petition damit, dass die bestehenden Regelungen zur Finanzierung einer Assistenz für Menschen mit Behinderungen nicht unterscheidet, ob ein behinderter Mensch ein Einkommen hat oder nicht.

Auf der Webseite zur Petition heißt es:

  • Sie dürfen nicht mehr als 798 € verdienen. Alles was darüber hinaus geht, wird mit mindestens 40% vom Sozialamt eingefordert. Es ist also höchst unattraktiv für diese Gruppe von behinderten Menschen einer geregelten Arbeit nachzugehen, sie würden aber gerne arbeiten.
  • Sie dürfen maximal nicht mehr als 2.600 € ansparen, dürfen keinen Bausparvertrag und keine Lebensversicherung besitzen und das Erbe wird auch einkassiert. Alles was darüber hinaus geht, wird mit mindestens 40% vom Sozialamt eingefordert.
  • Sogar deren Beziehungspartner/in, sollte man mal mit ihm/ihr zusammenleben, würde mit seinem/ihrem Einkommen und Vermögen ebenfalls herangezogen werden.

Im Sinne der Inklusion von Menschen mit Behinderungen, auch was die finanzielle Absicherung und Zukunftsplanung angeht, ist dieser Punkt also wichtig für ein gutes Teilhabegesetz.


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