Einträge mit dem Tag ‘Medienthemen’

Die Emma-Besetzungscouch

Tuesday, June 24th, 2008 von Susanne

Das Deutschlandradio Kultur fragt seit einigen Wochen verschiedene Frauen, wer die Emma-Nachfolge von Alice Schwarzer antreten und wie es mit dem Feminismus weitergehen soll. Bereits im Interview waren schon Bascha Mika von der Tageszeitung und Tissy Bruns vom Tagesspiegel und haben Vorschläge gemacht, welche Kandidatin oder welcher Kandidat auf die Emma-Besetzungscouch gehören.

Heute ab 14:07 Uhr geb auch ich in der Sendung “Radiofeuilleton” meinen Senf zum Thema dazu und in den nächsten Wochen werden noch viele weitere Kommentare folgen, unter anderem auch von Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray. Auf die Gespräche, ebenfalls zum Nachhören als mp3, werden wir dann an dieser Stelle hinweisen.

Nachtrag 1. Juli:
Auch die Statements von Journalistin und Autorin Ingrid Kolb und von Rapperin Lady Bitch Ray kann man jetzt online anhören. Interessante Info bei Lady Bitch Ray: Sie und Alice Schwarzer sind lose zu einem Gespräch verabredet, Alice Schwarzer will auf einer Hiphop-Veranstaltung diskutieren, Lady Bitch Ray lieber bei Beckmann oder Kerner.

Online-Sexismus ist feige

Wednesday, June 11th, 2008 von Susanne

Die Ladys von feministing.com sind seit Anfang des Jahres auch auf Youtube zu sehen, mit ihrer Kolumne “Friday Feminist Fuck You”. Und Jessicas “Fuck You Online Misogynists” vom vorletzten Freitag ist absolut sehenswert. Gäbe es ein Kästchen zum Unterschreiben, stünde dort mein Name.

Und, da ich nächste Woche Geburtstag habe: Kann mir irgendjemand dieses tolle T-Shirt schenken?

Modelgeflüster

Wednesday, June 4th, 2008 von Barbara

Zwei Models unter sich - Insidertalk auf Spiegel Online zum TV-Dauerbrenner “Germany’s next top model”:

“Fehlende Selbsteinschätzung ist bei den meisten eh’ das größte Problem”, ergänzt Lilo. “Jungs müssen einfach Typen sein, gutes Aussehen reicht nicht. Cool müssen die sein. Bei Mädels ist es schon so, 90-60-90.”

Jiri stimmt zu. “Weibliche Models erkennt man an der Figur, Männer nicht unbedingt.” Dabei ist das Model-Business eine der weniger Branchen, in denen Frauen im Vergleich zu Männern mehr als das Doppelte verdienen. “Ist doch sonst eigentlich nur bei der Prostitution so” - Jiri kann damit leben.

Ach so.

Lisa verlässt Emma

Friday, May 30th, 2008 von Susanne

Lisa Ortgies, die erst im Dezember letzten Jahres als neue Chefredakteurin bei Emma berufen wurde, verlässt Alice Schwarzers Zeitschrift wieder. Der Grund:

Beobachter vermuteten, die Chefredakteurin habe ihre Vorstellungen bei Emma nicht umsetzen können. Alice Schwarzer bestätigte die Information in einer Pressemitteilung. Die Worte der Emma-Redaktion sind deutlich: “Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.”

Und dann steht da im Spiegel Online-Bericht noch ein ominöser Satz:

Alice Schwarzer war auf Anfrage von Spiegel Online zu keiner persönlichen Stellungnahme bereit. Dies sei “im Interesse” von Lisa Ortgies.

Gezeichnete Sexbomben

Wednesday, May 28th, 2008 von Barbara

Zwei Drittel männlich, ein Drittel weiblich, mit langen Beinen, Wespentaille und dickem Busen. So lautet das Ergebnis einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und der Stiftung Prix Jeunesse, die mehr als 30.000 Charaktere in Trickfilmen und -serien für Kinder aus 24 Ländern untersucht hat.

Geht man davon aus, dass das Fernsehen auch die Entwicklung von Identität beeinflusst, eine traurige Bilanz. Aber selbst in meiner eigenen Kindheit war das schon so: Die Freunde von Biene Maja heißen Willi und Flip, Puck, Max und Alexander. Freundinnen hatte sie wenige; und die anderen Frauenfiguren waren Lehrerin Kassandra oder Spinne Thekla. Doch wenigstens sieht Maja mehr aus wie ein Kind und nicht wie eine sexy Barbiepuppe.

Das Bild hat Claudia Kaiser gezeichnet.

Perfektionismus

Tuesday, May 27th, 2008 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 2 von 3 der Serie Der Kommentar

In der Serie “Der Kommentar” veröffentlichen wir eure Gedanken zu einem Thema eurer Wahl. Heute schreibt Ina darüber, was sie an der Berichterstattung über Frauen ärgert:

Als interessierter Mensch und als Feministin freue ich mich jedes Mal, wenn ich in einer Zeitung einen Artikel über eine herausragende Frau lese, deren Besonderheit weder in ihrem Aussehen liegt, noch in der Tatsache, dass sie jemand Berühmtes geheiratet hat.

So auch, als ich den Artikel über Ute Frevert las, der vor Kurzem in der Zeit erschien. Ute Frevert ist eine Ausnahme-Frau, keine Frage: Mit 16 Jahren Abitur gemacht und anschließend eine wissenschaftliche Karriere als Historikerin in Deutschland und Yale. Ein Vorbild für junge Frauen, zumal sie es auch noch geschafft hat, Kinder zu bekommen und außerdem eine ist, die sich auch intensiv mit Geschlechtergeschichte beschäftigt.

Ein Artikel, der mich eigentlich freuen sollte, den ich genießen sollte. Pustekuchen!

Erst mal wird sie in einem Steckbrief vorgestellt als „Der Mensch“ Ute Frevert und dann „seine Idee“. Ich weiß, dass es in diesem Fall eine Frage des grammatischen Geschlechtes ist, aber dass ihre Idee als „seine Idee“ vorgestellt wurde, stieß mir unangenehm auf. Nun gut, darüber lese ich hinweg.

Im tatsächlichen Artikel fand ich dann einen Abschnitt, der mich noch wütender machte. Darin ließ sich die Autorin über das Outfit der Historikerin aus, und nach der detaillierten Beschreibung der Kleidung lässt sie sich auch noch dazu hinab zu behaupten, Frevert könne auch für ihre eigene Tochter gehalten werden. Dass der Abschnitt über ihr Äußeres wegen des danebenstehenden Fotos irgendwie überflüssig ist, ist nur ein Teil dessen, was mich so wütend macht.

Der eigentliche Grund meiner Wut ist folgender: Warum muss eine Frau, die einen tollen Job macht, auch noch perfekt und jugendlich aussehen? Warum kann man nicht einfach darüber schreiben, wie sie ihre Arbeit macht? Über die Inhalte schreiben, die ihr wichtig sind?
Ich kann mich nicht an einen Artikel über einen Forscher oder Politiker erinnern, in dem sein Aussehen und seine Kleidung auch nur erwähnt wurden. Bei Männern reicht es scheinbar, über ihre inhaltliche Kompetenz und die Erfüllung ihrer Aufgaben zu schreiben. Warum wird uns Frauen suggeriert, wir müssten alles sein: rundum perfekt, gut aussehend, Mutter, Karrierefrau?

Ein Mann kann menschlich ein Arschloch sein, fünf Mal geschieden und schlecht angezogen - entdeckt er ein neues Element, wird trotzdem nur darüber geschrieben. Bei Frauen ist das nicht so. Da spielt immer gleich alles eine Rolle. Also, wieso kann man nicht einfach über eine Forscherin schreiben, indem man die Person Ute Frevert vorstellt, ihre Idee und den beinahe seitenfüllenden Artikel dann über ihre Gefühlsforschung (die übrigens, Überraschung!, doch nicht „Frauensache“ ist sondern „wie fast alles, meist Männersache gewesen“ ist, so ein Originalzitat aus dem Artikel) und ihre vielen Bücher?

Und was ich mich auch frage: Gibt es wirklich immer noch das Vorurteil, dass kluge Frauen nicht gut aussehen können? Und warum spielt das Aussehen überhaupt eine Rolle?

INA

Dir brennt auch ein Thema auf den Nägeln? Schreib einen Kommentar an: mannschaftspost(at)web.de

Warten aufs Heiraten?

Wednesday, May 21st, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 2 von 2 der Serie Nicht warten

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe.

Nummer 2: “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit”

Vielleicht ist es unnötig zu sagen, dass ich nicht auf eine weitere Hochzeits-Dokusoap gewartet habe. Und vielleicht ist es sogar gehässig, einfach mal das zu zitieren, was unter Pressestimmen auf der RTL II-Website zum Start ihrer neuen Show zum Thema “Unter die Haube in weiß” steht. Das ist nämlich recht lustig, wer da wen heiratet oder wen überrascht:

Sehr gut kommt das neue Format “Heirate mich - Geheimprojekt Hochzeit” bereits im Vorfeld bei der Presse an. Hier ein paar Auszüge:

Bild + Funk über Aleks Bechtel: “Als Hochzeitsengel kehrt die hübsche junge Mama auf den Bildschirm zurück, tauscht Rassel und Babypuder gegen das Mikrofon.”

TV Movie: “Romantik im Wonnemonat Mai: […] Auch bei RTL II hängt der Himmel voller Geigen: In “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit” überrascht Aleksandra Bechtel einen ahnungslosen Bräutigam mit einem Heiratsantrag. Drei Tage Bedenkzeit bleiben den Auserwählten, um mit einem entschlossenen ‘Ja, ich will’ zu antworten!”

Ihr Fernsehleute! Sucht euch neue Themen! Für die Zukunft, für das Land, für die Hoffnung!

P.S.: quotenmeter.de schreibt zu meinem Entsetzen, der Start der Serie wäre gar nicht so übel gewesen:

… sahen im Schnitt 0,82 Millionen 14- bis 49-jährige Fernsehzuschauer die Premiere der etwas anderen Kuppelshow, der Marktanteil lag mit 6,8 Prozent im Bereich des derzeit sehr starken Senderschnitts…

Warten auf Sex and the City?

Friday, May 16th, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 1 von 2 der Serie Nicht warten

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe. Da mir der Satz aber immer wieder begegnet, ist es Zeit für eine kleine Reihe.

Nummer 1: “Sex and the City - der Spielfilm”

Der Film startet am 29. Mai 2008 in den deutschen Kinos. Regisseur Michael King meint über den Inhalt:

Mr. Big töten? Ich wäre von Frauen mit brennenden Fackeln um den Erdball gejagt worden … Aber schließlich war es mein Ziel, unsere Freundinnen, also unsere Zuschauerinnen, glücklich zu machen”.

Das Münchner Stadtmagazin “In München” schreibt:

“Endlich, darauf haben Millionen von Freundinnen gewartet.”

Stimmt das wirklich? Habe nur ich nicht darauf gewartet? Ist es nur mir einfach nur egal, was diese Schauspielerinnen da mit Mr. Big und ihren Stöckelschuhen so tun? Oder liegt es nur daran, dass “Freundinnen” nicht für alle Frauen steht?

Frauen, was meint ihr?

Lenker und Gestalter

Saturday, May 10th, 2008 von Barbara

Die Zeit hat in diesen Tagen eine neue Edition veröffentlicht, die Rede ist von “Lenker und Gestalter”, den Menschen, die die Bundesrepublik prägen und geprägt haben: “Von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl, von Alice Schwarzer bis Günter Grass. Die Zeit präsentiert zwölf große Politiker, Denker und Unternehmer, die das Land bewegten.” Unter diesen zwölf befinden sich zwei Frauen, Alice Schwarzer und Marion Dönhoff. Zwei aus zwölf ist eine magere Quote - welche Frauen fehlen hier? Zur Einstimmung noch mal die Vorrede der Herausgeber:

“Wer macht Geschichte? Diese Frage beschäftigt auch Historiker immer wieder von Neuem. Längst befassen sie sich dabei nicht mehr nur mit den großen Herrschern, Lenkern und Gestaltern, sondern betrachten historische Ereignisse auch von unten, untersuchen Ideen, Mentalitäten und Überzeugungen. …”

In Bildern: Das denkt die Welt (16)

Wednesday, April 30th, 2008 von Susanne

Über Katze mit Wut über Cat and Girl