Einträge mit dem Tag ‘Medienthemen’


Frauen sperren

19. Juli 2010 von Verena

Es war heiß in Berlin in den vergangenen Tagen. So heiß, dass manchem Politiker die sexuellen Gefahren, die im Internet lauern, mal wieder an den Hinterkopf klopften. Die taz berichtet, dass der Junge Union Berlin Politiker, Conrad Clemens, Netzsperrungen für Pornoseiten fordert, weil – is ja nix neues – diese die sexuelle Störanfälligkeit von Jugendlichen erhöhe. “Eskalation” oder “Generation Porno” sind die Stichwörter, die fallen, aber auch der Satz – obacht! – Pornos seien “immer frauenfeindlich”. Na, wenn das nicht mal ein triftiger Grund ist. Der Die Welt ist gar nicht so gegenüber antwortete Clemens auf die Nachfrage, ob denn auch feministische und schwule Pornos über dieses fiese Attribut verfügten:

Wenn keine Frau in dem Porno vorkommt, ist es natürlich auch nicht frauenfeindlich.

Merkwürdige Logik… dann wäre es doch viel einfacher, Frauen für Pornos zu sperren, statt Pornos im Netz…


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abnormal und so

24. Juni 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 5 von 5 der Serie Sex am Morgen

Dieses Mal in den Vulva-Spots aktuelle Links zu Porn & Co.

Anna North berichtet auf jezebel zur Premiere über den Dokufilm “Exxxit – Life after Porn”, dessen Trailer hinter hohen Mauern versteckt zu sein scheint.

Gedanken zur Pornodebatte macht sich Charlie Glickman. Warum aber muss er dazu eine Studie von vor zehn Jahren hervor kramen?

Noch ein bisschen weiter zurück gehen die Warnungen dieses “outstanding new reporter” Mitte der 60er Jahre – nie zuvor war die Jugend durch “abnormal sex” derart gefährdet … uiuiui

Neue Büchern zum Thema Pornographie, Konsum und Cybersex erwarten wir  von Nancy Bauer und Hannie van Rijsingen. Letztere veröffentlicht ihr Buch “Unsichtbare Affären” Ende September auf deutsch.


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Nicht Gott schenkte uns Brüste, Hugh Hefner wars…

14. Juni 2010 von Verena

Die Zeiten ändern sich. Weibliche Brüste auch. Zumindest, wenn man dem Playboy glauben will, der eine nostalgische Rückschau auf Busenformen und Brustwarzen-Stile im Lauf der Jahrzehnte zeigt. Jezebel-Autorin Margaret Hartmann hat sich dort mal umgesehen und entdeckt, dass die Nachkriegsbrust „natural, wholesome, fun“ war, während man in den 60er Jahren als Reaktion auf den angespannten Ost-West-Konflikt und seiner atomaren Bedrohung gerne Raketen-Brüste in Szene setzte. Die kamen in den 70ern aber wieder schnell aus der Mode, da, dank feministischer Bewegung und Büstenhalter-Scheiterhaufen, der Busen auch mal hängen durfte. Wow, es lebe die Vielfalt – so lange sie nackt und in Verbindung mit einer schlanken Blondine daher kommt, wie Hartmann bemerkt

Was  die Autorin aber wirklich nervt: Weibliche Brüste gibt es seit jeher in allen erdenklichen Erscheinungsformen. Bloß gäbe der Pin-Up Markt vor, welche gerade in Mode sind und schon müssen sich alle anderen Brüste als unmodern aussortieren lassen. Nicht die Launen der Natur entscheiden, wie Frauen nackt auszusehen haben, Hugh Hefner tut es. Mit kleinen Brüsten warst du in den 50er Jahren uninteressant, große Brüste hatten in den 90ern kein gutes Standing. Wer denkt, dass der Einfluss von Playboy und Co. sich doch in Grenzen halte, dem erzählt Hartmann die Geschichte ihrer in den spitz-aufgerichteten 60ern verwurzelten Mutter, die sich nur schwer damit abfinden konnte, dass die Brüste ihrer Tochter „zu rund“ seien.

Ferner ist Hartmann der Meinung, kein Körperteil werde so obsessiv bewertet, wie die weibliche Brust. Naja, die Big-Butt-Revolution, die einst Jennifer Lopez auslöste hat sich genauso in den Schönheitsidealmaßen nieder geschlagen, wie der metrosexuelle David Beckham auf die Jungs aus Wanne-Eickel. Und auch wenn es keine offensichtlichen Diskussionen um den Ideal-Penis gibt, die Size-Matters-Frage hat durchaus so ihre Anhänger – auch wenn deren Beantwortung seit den 50ern weniger abwechslungsreich war als die Playboy-Cover

Hartmann findet die Idee von In-Körperformen nicht nur verrückt, weil es nun mal nicht im geringsten abbilde, wie Menschen wirklich aussehen sondern auch, weil es oft nicht das repräsentiere, was Menschen anziehend fänden. Nur weil der Playboy die Dekade der kleinen Brüste feiere, würde wohl kaum ein Mann großbusigen Frauen aus dem Weg gehen.


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Lesestoff zum Wochenende

5. Juni 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 62 von 69 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Heute vom sonnigen Vernetzungstreffen „Frauen im Net”, die spannendsten Beiträge aus der feministischen Blogosphäre der letzten Woche:

In den Geschichten von der honigsüßen Welt berichtet Lori vom linken Jugendkongress in Hamburg. Im Workshop „Yes means Yes” ging es um Grenzen und selbstbestimmte Sexualität.

Die denkwerkstatt hat sich den österreichischen Frauenbericht 2010 durchgelesen:

Frauen verdienen weniger und leisten mehr unbezahlte Arbeit, Migrantinnen schneiden noch schlechter ab.

Den zweiten Familienreport des deutschen Bundesfamilienministeriums kommentiert der VÄTER Blog.

Zwischengeschlecht.info weist auf einen Text von Joke Janssen hin, der sich mit dem Umgang der Gender- und Queer Studies mit intersexuelle Menschen beschäftigt hat.

Auch im Juni gibt es bei der Missy wieder eine Gastbloggerin: Nadine von Medienelite und der Mädchenmannschaft. Los ging’s mit Alkohol und alten Rollenbildern.

Auf seoulmate fragt sich Gitte, welches Verhalten uns zu „uns” macht und was „sich verbiegen” bedeutet.

Neue Bundespräsident_in wird nicht Ursula von der Leyen, sondern Christian Wulff. Dass dahinter erstaunlich viele Emotionen auf Seiten der männlichen Politiker stehen, beobachtete Antje Schrupp.

Warum wir heutzutage noch nicht post-gender sind erläutert zeitspuk.de .

Feministische Fans amerikanischer TV-Serien aufgepasst, mit previously… gibt es eine neue Sendung im Dresdner coloRadio. Natürlich auch online zum Nachhören und Abonnieren als Podcast.

Zum Schluss noch eine Nachricht aus Island: Wie queernews.at berichtet, werden dort künftig mehr Eizellenspenden erlaubt. Bisher musste der Samen dann vom Partner der zukünftigen Mutter stammen – homosexuelle Paare, Singles und heterosexuelle Paare, bei denen beide Partner Probleme mit der Fruchtbarkeit haben, wurde so quasi verboten, Kinder zu bekommen.


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Wie „macho” ist die EU?

31. Mai 2010 von Helga

Dass in der Europäischen Kommission nicht nur Männer vertreten sind, war ein Kraftakt – schließlich ist doch ein Drittel mit Frauen besetzt worden. Wie Julien Frisch berichtet, gibt es nun eine Interviewserie mit den Kommissarinnen. Die Journalistin und Bloggerin Prune Antoine fragt nach, warum es so wenige hochrangige Politikerinnen gibt, wie „macho” die EU und ihre Institutionen sind und was sich ändern sollte.

So erklärt etwa die griechische Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei Maria Damanaki:

… it is considered a challenge to be a working mother, and rightly so. I know that at first hand as I have three children. Why then, is it not generally considered to be an equal challenge to be a working father? Is anybody going to ask a male politician about his father experience?

Zu deutsch: Es wird zu Recht als Herausforderung gesehen, eine arbeitende Mutter zu sein. Ich weiß das aus erster Hand, da ich drei Kinder habe. Warum wird es dann allgemein nicht als gleiche Herausforderung gesehen, ein arbeitender Vater zu sein? Fragt irgendjemand einen männlichen Politiker nach seiner Erfahrung als Vater?

Die Interviews sind bisher leider nur in Englisch oder Französisch erschienen. Links zu oder Übersetzungen gerne an post(at)maedchenmanschaft.net schicken.

Vielen Dank an Kirsten für den Hinweis.

Julien Frisch hat sich netterweise die Mühe gemacht und das erste Interview mit Viviane Reding übersetzt:
“Wenn wir Barrosos Mädchen sind, dann ist er genauso unser Junge”

Den Sprung in den Frühling…verpasst. Berlin, 4. Mai 2010: Die Mützen haben noch Ausgang und Röcke fallen noch immer über Leggins; am Alex sind es bloß 10 Grad im Schatten. Um die Atmosphäre aufzuwärmen habe ich euch eine Reihe exklusiver Interviews mit den lustigen Damen von der zweiten Barroso-Kommission zusammengemixt. Acht Frauen wurden für die 27 Posten ernannt, ein eher „symbolisches” Drittel des Entscheidungsorgans der EU. Denn wenn tatsächlich die Gleichheit von Mann und Frau hochtrabend als „gemeinsamer Wert der EU” ausgerufen wird, dann sind die Statistiken doch wenig schmeichelhaft: Geringere Beschäftigungsquote, unterrepräsentiert in Politik und Wirtschaft, Ungleichheit bei der Aufteilung der Heimarbeit, höhere Armut… Das Leben des schwachen Geschlechts auf dem Kontinent ist manchmal wenig rosig. Aber was denken die Damen Kommissarinnen? Ihre Sicht auf den Alltag des sehr männlichen europäischen Universums, ihre Kämpfe und ihre Überzeugungen in fünf Fragen. (weiterlesen…)


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Ohne das Internet würde etwas fehlen

17. Mai 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 37 von 44 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

www.BEHINDERTENPARKPLATZ.de

Wie heißt du?
Christiane Link

Seit wann bloggst du?
Seit August 2004

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich wollte für mich aufschreiben, was mir so alles passiert, aber auch einfach Dinge kommentieren, die mir wichtig sind.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe über Dinge, die mich beschäftigen, das heißt, ich schreibe viel über Barrierefreiheit, Medien und schreibe darüber, wie es ist, als rollstuhlfahrende Journalistin in Deutschland bzw. Großbritannien zu leben. Ich schreibe über meine vielen Reisen und was ich dort so erlebt habe und über die Rechte behinderter Menschen.
(weiterlesen…)


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Schweiß-Scheiß

14. Mai 2010 von Verena

Natürlich ist es im Sinne eines Deo-Herstellers, dass einem beim Betrachten der Produkt-Werbung der Schweiß ausbricht – bei den Axe-Kampagnen möchte man aber eigentlich nur noch kotzen. Denn so sieht das neueste Plakat des Unilever Konzerns aus:

Werbeposter von AXE: Auf einem Flugzeugträger wird der Unterkörper einer Frau gezeigt, in Hotpants und High Heels. Zwischen den Beinen steht eine große Dose Axe. Darunter die Schrift: Reizt die Frauen, nicht die Haut

Noch einen Schritt über arschbackenfreundliche Hot-Pants hinaus geht die Internetanimation mit der Aufforderung, bei dem Model doch ruhig Hand anzulegen.

Bärbel Reimann von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau hat Unilever just die Frage gestellt, was für Bilder von Frauen und Männern sie damit eigentlich konstruieren. Ob Merlin Koene, Pressesprecher bei Unilever, das wohl zu beantworten weiß?

Was vermutlich eher hilft wäre die Beschwerde beim Werberat, dafür bitte hier lang.


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Sex gleich Fastfood?

11. Mai 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 44 von 44 der Serie Die Feministische Bibliothek

Wer von zunehmender Sexualisierung und Pornofizierung der Gesellschaft spricht, muss sich oft den Vorwurf gefallen lassen, prüde zu sein.

Die Niederländerin Myrthe Hilkens hat es trotzdem gemacht. In „McSex. Die Pornofizierung unserer Gesellschaft“, klagt sie den zunehmenden Sexismus in Werbung und Popkultur sowie seinen gesellschaftlichen Nachwirkungen an. Und dabei geht es der Autorin keineswegs um den moralischen Zeigefinger, sondern um einen genaueren und verantwortungsvolleren Blick hinter das Motto „Ich vögel also bin ich“, das heute zu einseitig zur Identifikationsfindung genutzt werde.

Aufgeschlossen aber nicht mit sperrangelweit geöffneten Türen nähert sich die Autorin ihrer These der pornofizierten Gesellschaft, zu der es schon im Vorwort der wunderbaren Mithu Sanyal heißt, Problem sei nicht, dass Sexualität gezeigt werde, sondern wie.

Selber als Musikjournalistin mit dem täglichen Gepimpe und Gehoe im HipHop-Videos konfrontiert, ist Myrthe Hilkens einerseits müde ob des Mangels an Kreativität und Erneuerungsdrang in der Populärkultur, andererseits attestiert sie Jugendlichen den immensen Druck, all dem entsprechen zu wollen. Die Jugendlichen nicht dumm zu halten, aber auch nicht mit einem – dem individuellen Entwicklungstempo unangemessenem – Angebot zu überfüttern, das ist Hilkens’ Ansatz.

Hilkens wechselt zwischen gesellschaftlicher Historie und ihrer eigenen Familiengeschichte, persönlichen Eindrücken und Anekdoten sowie jüngere Studien und Veröffentlichungen zum Thema. Dazwischen finden sich Gesprächsprotokolle oder Emails von überwiegend Jugendlichen, die ihre sexuellen oder pornographischen Erfahrungen schildern. Dadurch wirkt „McSex“ locker und umgänglich geschrieben, entbehrt aber nicht das theoretische Fundament, auf das emotional geführte Diskussionen nun mal besser aufbauen.

Angreifbar macht sich Hilkens trotzdem. Denn zum einen bewegt sich sich doch recht stark in dem ihr bekannten Umfeld der Musik- und Videoclipkultur und spannt den Bogen kaum über Jugendkulturphänomene wie Pornoflatrateparties oder den Internetpornokonsum hinaus. Zum anderen vermitteln vor allem die ausgewählten Emails und Berichte der Jugendlichen eine start auf Betroffenheit ausgelegte Auswahl – ein Versuch, auch mal einen Blick auf die andere Seite der Medaille zu werfen und positive Aussagen aufzugreifen, wäre wünschenswert gewesen. Immerhin widmet sich die Autorin in einem Kapitel auch den Möglichkeiten „guter“ Pornos, der PorYes-Bewegung und unterstreicht darin noch mal in Anliegen, keinesfalls die Spielverderberin sein zu wollen. Aber der Rest scheint einfach von dieser aufgestauten Wut der Autorin geprägt, die sich nun endlich mal all das von der Seele geschrieben hat, was sie seit Jahren ankotzt. Das muss kein Fehler sein, trübt aber bisweilen die klare Sicht.

Denn solange Hilkens es mit „McSex“ nicht darauf angelegt hat, ein Grundlagenwerk zum Thema „Pornofizierung und Gesellschaft“ zu schreiben, ist ihr Buch trotzdem eine Bereicherung. Und auch wenn man manche Ansichten oder Forderungen Hilkens’ anders sehen sehen kann, ist sie so gut wie nie besserwisserisch oder rechthaberisch, aber kämpferisch für ihre Sache eintretend. Und das steckt zweifellos an.

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Das Buch über diesen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.

libri McSex. Die Pornofizierung unserer Gesellschaft jetzt bestellen

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Böse Pussy

26. April 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 4 von 5 der Serie Sex am Morgen

Das Meiste, das ich im Zusammenhang mit Frauen und Sexualität finde, ist eine traurige, negativ bewertete, tabuisierte Angelegenheit… die Vulva-Spots der Woche:

Über ein neues Gesetz in Großbritannien “zum Schutze” von Prostituierten berichtet diestandard.at. Demnach steht bezahlter Sex mit “ausgebeuteten Personen” unter Strafe und kann als Vergewaltigung angeklagt werden. Prostitution an sich bleibt straffei, aber die Umstände werden zunehmend kriminalisiert, was die englische Prostituiertengemeinschaft ECP kritisiert.

Auf QuietRiotGirl konstatiert die Autorin: Sexarbeit ist überall und wir sind alle involviert.

Das Ergebnis einer Studie der Niedersächsischen Landesmedienanstalt bestätigt den regelmäßigen Pornokonsum von Jugendlichen via Internet oder Handy. Das Erschreckende: Der Konsum wird bei Jungs mit ihren Trieben gerechtfertigt, während Mädchen diese abgesprochen werden. Hallo 18. Jahrhundert!

Vanille und Grapefruit-Aroma gegen müffelnde Vaginas

Bitchmagazine ärgert sich über das Vaginal-Spray “I Love My Muff” – Richtig so, denn wieso wird Frauen mit Produkten wie diesen verklickert, ihre Vagina sei dreckig, rieche unangenehm und bräuchte eine hygienische Aufwertung?

jezebel sucht Tampon-Werbung, die frei von Euphemismen ist und keine Angst vor dem Tabuwort “Vagina” hat. Ansatzweise werden sie sogar fündig.


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Spielen Katzen Fußball?

22. April 2010 von Nicole

Eigentlich sollte heute ein Länderspiel der Frauen-Nationalmannschaft des DFB stattfinden. Gegen Schweden, in Dresden. Das Spiel wurde abgesagt, wegen „Aschewolke“. Ein anderer Gegner mit Anreise auf Schienen war auf die Schnelle nicht aufzutreiben. Höhere Gewalt – dazu gehören auch gefrorene Fußballplätze ohne Rasenheizung – ist ein Faktor, der den Frauenfußball hierzulande einschränkt, ein anderer sind die trotz Hype um die WM 2011 noch immer vorhandenen Vorurteile und Ressentiments.

Wie wenig Bewusstsein es für Sexismus im Fußball gibt, zeigt sich nicht bei großen Presseterminen, sondern eher im Kleinen. Zum Beispiel vor einigen Monaten in der ARD-Sportschau: dritte Liga, Männerfußball, Wacker Burghausen verliert zu Hause 1:6 gegen Heidenheim. Enttäuschende Leistung, katastrophales Ergebnis. Was sagt der Trainer Jürgen Press? In der zweiten Halbzeit hätte er „eine Mädchenmannschaft“ (!) auf dem Platz gesehen, nicht Burghausen. Wie Mädchen spielen, das heißt eben schlecht spielen, nicht genug Einsatz zeigen. Kommentiert das der Moderator? Nö. Warum auch, verstehen ja alle. Die dpa schreibt es in ihre Meldung, und der kicker hat seine Überschrift gefunden. Protest kam vom Blog Womensoccer.

Auf der Suche nach geeigneten Vergleichsworten, um eine wirklich schlechte Mannschaftsleistung adäquat zu beschreiben, war auch Sascha Kirschstein, Torwart von Zweitligist Rot-Weiss Ahlen. Nach einer Niederlage Anfang diesen Jahres (@football nerds: sorry, das genaue Datum ließ sich nicht mehr klären, und der Link zum O-Ton ist nicht mehr online) stellte er aufgebracht fest: „Wir haben gespielt wie … wie Muschis.“ Klar, gemeint waren Katzen, die können ja nicht kicken.

Ach und Überschriften, die sind nicht nur dem Kicker wichtig. Aus einem langen Interview mit Steffi Jones, Leiterin des WM-Organisationskomitees, und der Marketingverantwortlichen, Doris Fitschen, greift das Handelsblatt zielsicher die wirklich zentrale Botschaft  heraus.

Edit: Das Handelsblatt ist zur Besinnung gekommen und hat erkannt, dass “Fußball ist kein Machosport” ein besserer Titel ist als “Nacktfotos sind nicht vorgesehen”. Danke, Anna!


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