Einträge mit dem Tag ‘May Ayim’


Einweihung der Gedenktafel am May-Ayim-Ufer

26. August 2011 von Magda
Bild: blog.derbraunemob.info

Bild: blog.derbraunemob.info

Der Schwarze Blog weist da­rauf hin, dass am 29. August 2011 in Ber­lin die offizielle Ein­weihung der Gedenk­tafel am May-Ayim-Ufer stattfinden wird. May Ayim war eine afro­deutsche Dichterin und Aktivistin (siehe “Wer war… May Ayim?“).

Im Februar 2010 wurde das bis dato nach dem branden­bur­gischen Kolonialisten Otto Friedrich von der Gröben be­­nannte Gröbe­n­ufer im Ber­liner Be­zirk Friedrichshain-Kreuzberg in May-Ayim-Ufer umbenannt.

Auf der Seite vom BER (Berliner Entwicklungs­politische Rat­schlag e.V.) heißt es:

„Zum ersten Mal in Deutsch­land wurde der Name eines Akteurs des Kolonialismus auf einem Straßen­­schild er­­setzt durch den Na­men einer Per­son, die sich kritisch mit Kolonialismus und Rassismus aus­­einander­­ge­setzt und gegen deren Fol­gen ge­­kämpft hat.“


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Absurdes aus dem täglichen K(r)ampf

3. Juli 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 87 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Es ist Sommer, es ist heiß, jede_r müsste draußen sein und sich auf Wiesen suhlen, doch einige schreiben lieber tolle Blogs. Eine kurze und subjektive Zusammenfassung der vergangenen Woche:

Anne Roth berichtet von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Bundespräsidentenwahl und ihre Tochter bewertet die Situation mit kindlichem Pragmatismus. Love it!

Zum CSD und Judith Butler haben wir auf Mädchenmannschaft bereits alles gesagt. Der CSD Berlin e.V. nimmt zu ihren Vorwürfen Stellung. Genderini reagiert zu Recht empört (ein bisschen nach unten scrollen bis “Update”). Neben reichlich Dampf hat selbige noch jede Menge interessante Links zum Thema Queer, Rassismus und Feminismus in petto.

Der Transgeniale CSD war meine ganz persönliche Queer-Premiere in diesem Jahr. Auf Genderbefreit gibt es Fotos zu sehen und das Mädchenblog berichtet von sexistischen Übergriffen auf der Veranstaltung.

Das antirassistische Watchblog Der Braune Mob sollte eigentlich in alles RSS-Readern seinen Platz haben. Nicht nur, dass die Autor_innen nicht müde werden, der rassistischen Taz auf die Finger zu schauen… diese Woche macht sich die Autovermietung SIXT einen Namen als White Supremacist. Traurige Erkenntnis: Rassismus hat während der WM Hochkonjunktur. Das weiß auch Adrian Lang und schreibt seine ganz persönlichen Eindrücke von der grassierenden Fankultur auf.

Das Väterblog gibt Hoffnung: Männer profitieren von der Elternzeit, indem sie mit einer höheren Lebenserwartung rechnen dürfen. Na wenn das Mal nicht Vorzeigeobjekt jeder Gleichstellungsarbeit sein sollte! Werft die Gesundheitsberichte für Männer über Bord und den Schnuller in die Hand!

Sexistische Werbung geizt selten mit visuellen Reizen. Noch perfider finde ich allerdings, wenn es nackte Haut gar nicht braucht, um Chauvinismus zu reproduzieren. A Blog of One’s Own ärgert sich über glanzlose Frauen und glänzendes Gold. Wer Zeit und Muse hat, kann gleich eine Mail an den Werberat verfassen. Mal sehen, ob der sich wieder so blamiert wie nach der AXE-Kampagne.

Herzlich gelacht habe ich bei dieser Anekdote aus dem betrieblichen Alltag von dyfustifications: Frauen und Technik (Schublade auf). Frauen im Umgang mit Frauen und Technik (Schublade zu).

Ein Aufreger ist dagegen wert, dass das Erzbistum Köln weiterhin darauf Einfluss hat, welche medizinischen Leistungen das Krankenhaus St. Birgida auch nach der Übergabe an die städtische Trägerschaft Aachen für Frauen anbieten darf. Ginge es nach dem Willen der Geistlichen, darf dort keine Abtreibung durchgeführt und keine Spirale eingesetzt werden, auch die Pille danach soll untersagt sein, schreibt 100 Kreuze in die Spree.

Auf Buchentdeckungen gibt es ein tolles Portrait über die afrodeutsche Schriftstellerin May Ayim zu lesen – mit Auszügen aus ihren Gedichten. Weiteren Lesestoff hat dieStandard.at: “Die unsichtbaren Kämpferinnen” erzählt die Geschichten von kolumbianischen Frauen, die im bewaffneten Konflikt zur Waffe griffen.

Last but not least: Am kommenden Montag gibt es im Café Tristeza in Berlin-Neukölln eine Book-Release-Party zu “Rassismus auf gut Deutsch” von Adibeli Nduka-Agwu und Antje L. Hornscheidt.

Die Beiträge dieses Bandes tragen dazu bei, unbewussten oder »gut gemeinten« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken mit konkreten Beispielen aufzudecken, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie und wodurch Sprache rassistisch aufgeladen wird und welche Alternativen es gibt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Wer war… May Ayim?

3. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 13 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

May Ayim, eigentlich Sylvia Brigitte Gertrud Opitz, wurde am 3. Mai 1960 als Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers Hamburg geboren. Sie lebte zunächst in einem Heim und wurde dann von einer Pflegefamilie in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Sie studierte Pädagogik und ließ sich in Berlin zur Logopädin ausbilden, war Dichterin, Schriftstellerin, Aktivistin in der anti-rassistischen und anti-sexistischen Bewegung in Deutschland und gilt als eine der Begründer_innen der kritischen Weißseinsforschung in Deutschland. Ihre Gedichte und Texte erzählen u.a. von ihren Kindheitserlebnissen als Schwarzes Mädchen und ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Sexismus in Deutschland.

Quelle: homestorydeutschland. blogspot.com/

Die 1984 im Rahmen ihres Studiums der Pädagogik verfasste Diplomarbeit gilt als eine der ersten Forschungsarbeiten, die sich intensiv mit der Geschichte von Afro-Deutschen befasst und zum Grundlagenwerk in Deutschland und auch den USA wurde. Ihre Arbeit wurde im Buch “Farbe bekennen – Afro-Deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte” veröffentlicht.

Ayim war 1985 eine der Gründer_innen der inzwischen bundesweiten Initiative Schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland und 1989 des LiteraturFrauen e.V., ein Verein von und für Schriftstellerinnen in Berlin. Außerdem arbeitete sie jahrelang als Lehrbeauftragte, Sprachtherapeutin und Studienberaterin an verschiedenen Berliner Hochschulen. Ayim unternahm im Laufe ihres Lebens mehrere Reisen nach Ghana, in die USA, sprach auf verschiedenen Konferenzen u.a. in London oder in Toronto und hielt eine enge Freundschaft mit der Dichterin Audre Lorde. In dieser Zeit wählte sie den Namen ihres Vaters und nannte sich fortan May Ayim.

Kurz nach ihrer Diagnose der Multiple Sklerose wählte Ayim am 9. August 1996 den Freitod. May Ayim wäre heute 50 Jahre alt geworden.

Im Februar 2010 wurde das bis dato nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Gröben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in May-Ayim-Ufer umbenannt.

May Ayim: “exotik” (1985)

nachdem sie mich erst anschwärzten
zogen sie mich dann durch den kakao
um mir schließlich weiß machen zu wollen
es sei vollkommen unangebracht
- schwarz zu sehen

(“Blues in Schwarz Weiss”, Orlanda Frauenverlag)

Weiterführende Lesetipps:


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 77 von 138 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”


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