Einträge mit dem Tag ‘Maskulismus’


Fußball, Heteronormativität und Maskulismus – Kurz Verlinkt

15. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 108 von 138 der Serie Kurz notiert

Seit zwei Jahren fungiert der Salon der indonesische Friseurin Mariyani auch einmal wöchentlich als islamische Schule – und bietet so einen sicheren Anlaufpunkt für Transgender und Homosexuelle in Yogyakarta, berichtet die Deutsche Welle.

Liz Seccuro hat für den Guardian ihre Vergewaltigungsgeschichte aufgeschrieben und erzählt, warum sie nach Jahren einen Brief von ihrem Peiniger erhielt. Eine deutsche Übersetzung hat der Freitag.

Ebenfalls im Freitag schreibt Andreas Kemper, “warum der Maskulismus nicht emanzipatorisch ist”.

Im neuen türkischen Parlament werden nun 78 statt zuvor 50 Frauen vertreten sein.

Zum Fall Amina (wir berichteten): The Rumpus hat einen exzellenten Post darüber, warum ein weißer Mann nicht die Identität einer lesbischen Bloggerin vortäuschen sollte.

Für Fußball-Fans: Das Deutschlandradio-Sportgespräch Feature von Ronny Blaschke zu Sexismus und Homophobie im Frauenfußball und ein Interview mit Fanforscher Gunter Pilz zu Gewalt und Fußball: ”Kein männliches Privileg”.

Noch mehr Radio: Das Muschiballett ist heute Abend von 19-19:50 Uhr im Live-Interview in der Sendung “Radia Obskura” des freien Radios Corax (UKW 95,9 Halle).

Am 18. Juni findet in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Podiumsdiskussion zu “Homosexuell = schwul?” statt – “Wie Journalisten über Lesben und Schwule schreiben”. Anmeldung per E-Mail erforderlich.

Außerdem läuft noch bis zum 19. Juni die Befragung des Deutschen Ethikrates, der sich mit der Situation von Menschen mit Intersexualität. Betroffene werden gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen.

Ein kleiner Song zum Mitsummen: “Fuck Heteronormativity!” PS: Für das Recht auf den einen oder anderen schiefen Ton! :)

Songtext nach dem Sprung (weiterlesen …)


Facebook | |


Sexualisierte Gewalt, Männerrechtler und Riot Grrrls

8. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 107 von 138 der Serie Kurz notiert

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie herausgegeben: Unter der Leitung von Soziologin Nina Degele hat ein Forscher_innenteam untersucht, wie offen beziehungsweise ausschließend der Fußballsport in Deutschland ist. Ergebnis: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind nach wie vor struktur­gebend und betreffen Geschlechter in ganz unterschiedlicher Weise.

Echo Online hat ein Interview mit Darmstädter Musikerinnen geführt. Die Frauen konstatieren: Um sich durchzusetzen, “muss man ein Macho sein”.

Passend dazu hat die New York Times einen Rückblick auf die Riot Grrrl Bewegung in den USA gewagt und deren internationale Errungenschaften und Einflüsse bis heute nachgezeichnet.

Die Monsters of Göttingen interviewen die Initiator_innen des Antifee Festivals, das dieses Wochenende bereits zum fünften Mal stattfindet. Jedes Jahr trifft hier emanzipatorische Politik auf ein musikalisches Bühnen­programm und theoretische Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Workshops.

Journalistinnen sind während ihrer Arbeit vermehrt sexualisierter Gewalt ausgesetzt, doch sie schweigen darüber, wie eine Studie herausgefunden hat. Jüngstes Opfer ist CBS-Reporertin Lara Logan, die in einem bewegenden Interview ihr Schweigen gebrochen hat (wir berichteten).

Soziologe Andreas Kemper, Autor des Buches “(r)echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung”, spricht mit dieStandard.at über seine Einblicke in die deutschsprachige Bewegung. Ähnlich wie Thomas Gesterkamp, der 2010 für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema heraus­ge­geben hatte, kommt er zu dem Ergebnis, dass die antifeministische und frauenfeindliche Männerechtsbewegung offen für Rechtsextremismus ist: “Dazu zähle ich die ideologischen Versatzstücke Nationalismus, Ethno­zentrismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer rechts­autoritären Struktur, Chauvinismus und Sexismus.”

Auf Sociological Images kann nachverfolgt werden, wie das Geschlechter­verhältnis in den akademischen Disziplinen, aufgeschlüsselt nach Dis­ser­tationen, aussieht.

Ende Mai hatte die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Christine Bergmann, ihren Bericht abgeliefert. Dieser zeigte auf, dass die Strukturen für Missbrauchsopfer in Deutschland denkbar schlecht sind. Jetzt wurden die Betroffenen an einen runden Tisch geholt, wie die Taz berichtet.

Die Deutsche Welle rezensiert das Buch “Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“. In der NPD bekleiden immer mehr Frauen Ämter, um der Partei ein geschlechterprogressives, bürgerliches Image zu geben.

Anke Domscheit-Berg, die Unternehmen in Sachen Quote, Aufstiegschancen von Frauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät, wurde vom Fernsehsender MDR zu ihrer Arbeit interviewt.

Die österreichische Gruppe TransX, die sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender einsetzt, macht auf den Fall der türkischen Transsexuellen Yasar aufmerksam, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden soll.

Etwa eine Woche ist es her, dass Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde (wir berichteten). Schon jetzt wird über sein TV-Comeback spekuliert: “vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und große Dramen”.

Zum Schluss noch zwei Termine:

Die argentinisch-mexikanische Band Kumbia Queers tritt am 15. Juni im Münchener Kafe Marat auf. Los geht’s ab 20 Uhr, Eintritt sind schlappe vier Euro.

Am morgigen Donnerstag stellt Franziska Rauchhut in Berlin ihr neues Buch zur Geschichte der Lesbenbewegung in Deutschland vor. Beginn: 20 Uhr im Silverfuture.


Facebook | |


Männer, emanzipiert Euch!

6. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 19 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Männeremanzipation stockt leider immer noch, denn es fehlen Männlichkeitsbilder der Zukunft. Sind alleinerziehende Mütter und Grundschullehrerinnen schuld?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Die Debatte um die armen Jungen, aus denen später die armen Männer werden, reißt nicht ab. WissenschaftlerInnen zeigten immer wieder, dass es vor allem allein erzogene Jungen hart treffe, da diese noch Jahrzehnte später ein erhöhtes Depressionsrisiko hätten, weil sie vaterlos aufwuchsen. So berichtete auch Jens Lubbadeh auf Spiegel Online vor drei Tagen. Lubbadeh war auf dem Männerkongress 2010, der in Düsseldorf stattgefunden hat. Dort hörte er sich offenbar einige Vorträge über die Männer und ihre Probleme an – und über Jungen, vaterlose. Daraus entstand der Artikel mit dem Titel „Frau muss man sein!“

Vaterlose Jungen wurden unter anderem von Professor Matthias Franz unter die Lupe genommen. Dazu zog er eine Langzeitstudie heran, die Kriegskinder der Jahrgänge 1935 und 1945 untersuchte. Langzeitstudien haben immer einen Vorteil: Man gerät nicht in Gefahr, überstürzte Urteile zu fällen, man betrachtet ein Phänomen und seine Entwicklung über Jahre – und kennt dadurch auch Langzeiteffekte von negativen Einflüssen auf Menschen. Langzeitstudien mit Menschen, die 1935 und 1945 geboren wurden, haben aus heutiger Sicht aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen sich nur sehr schwer auf Menschen übertragen, die 60 oder 70 Jahre später geboren wurden. Kann man einen Jungen, dessen Vater im Krieg starb und dessen Mutter ihn darum allein erzog, wirklich mit einem Jungen vergleichen, dessen Vater einfach nur eine „Neue“ hat oder dessen Mutter nicht mehr mit dem Vater klar kam? Und wurden Jungen der Jahrgänge 1935 und 1945 nicht noch viel mehr zu „Männlichkeit“ erzogen und mussten sie als Männer nicht viel „männlicher“ sein (durchsetzungsstark, hart, mutig, Gefühle an Frauen delegierend), als heute, wo wir beobachten können, dass sich andere Männlichkeitsbilder zu entwickeln beginnen?

Alleinerzogen, ohne Schaden

Ich meine: Franz und somit Lubbadeh – aber auch altbekannte Autoren wie Hurrelmann und Arne Hoffmann argumentieren immer, den Jungen ginge es so schlecht und sie würden depressiv, weil ihnen das „männliche Vorbild“ fehle – und weil Mütter dieses nicht ersetzen könnten. Hat schon einmal jemand untersucht, warum es dann auch Männer gibt, die nur von einer Frau großgezogen wurden und die keinerlei Schaden davon trugen (ich kenne da einige persönlich)? Was haben deren Mütter denn – rein wissenschaftlich gesehen – „falsch“ gemacht? Oder sind sie nicht vielmehr der Beweis, dass der arme vaterlose Junge kein Muss ist, sondern ein gesellschaftliches Phänomen, das aufgrund mehrerer Einflussfaktoren entstand? Und wer fragt eigentlich, warum es heute immer noch vor allem die Frauen sind, die nach der Scheidung alleine mit den Kindern dastehen?

Es tut sich Gott sei Dank sehr viel in der Debatte. Ein erster und großer Erfolg war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das Vätern mehr Mitsprache bei der Sorge um ihre Kinder zusprach. Denn es ist für beide Parteien und insbesondere für die Kinder, einfach unerträglich, dass hierzulande der Wertekonsens dahin zu gehen scheint, dass Väter bei der Kindersorge nicht mitreden dürften und müssten. Keine Rechte, kaum Pflichten. Auf der einen Seite stehen Frauen, die beklagen, dass ihre Männer keinen Unterhalt zahlen, auf der anderen Seite die Männer, die entrechtete Väter geworden waren. Und dazwischen viele Richter, die immer noch meinten, das Beste für das Kind seien ausschließlich die Mütter. Dieses Bild bröckelt. (weiterlesen …)


Facebook | |


Gebloggtes aus der deutschen Websphäre

6. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 78 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Letzte Woche leider durch die Lappen gegangen, aber absolut lesenswert: “Die Pille danach – ein Erlebnisbericht” auf dem mädchenblog. Auch things that hurt berichtet von ihren Erfahrungen mit der Pille danach.

Auf drei hälften konstatiert die Autorin: Der Feminismus ist tot! Anhand von verschiedenen Beispielen zählt sie auf, warum der Feminismus dennoch dringend gebraucht wird.

Die Zahlenzauberin ärgert sich über ihren Arzt, der sie wegen einer Grippe untersuchen soll und wegen ihres Gewichts ermahnt - “aber in zwanzig Jahren…” Dabei ist ihr Selbstbewusstsein in jahrelanger Arbeit erkämpft.

Antje Schrupp fragt auf twitter: “Maskulinisten kündigen an, einen Vortrag von mir per Flashmob zu stören. Was würdet Ihr machen?”

In Großbritannien wird demnächst einer der letzten Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften fallen, denn am Dienstag beschloss das House Lords mit 95 zu 21 Stimmen die “Equality Bill” – queernews berichtete.

Auf zwischengeschlecht gibt es einen Verweis auf die Petition der Organisation Intersex International (OII) gegen Diskriminierung von Zwittern durch das Internationale Olympische Komitee (IOC).

Auf Aviva Berlin wird das Buch “Migration als Ressource. Zur Pendelmigration polnischer Frauen in Privathaushalte der Bundesrepublik” von Sigrid Metz-Göckel, Dobrochna Kalwa und Senganata Münst besprochen.

Zusammen mit anderen Kolleginnen aus der Mädchenarbeit entstand die Idee, im August mit einem Vernetzungstreffen in Marburg den Grundstein für einen bundesweiten Austausch junger feministischer Sozialpädagoginnen zu legen, wie auf beziehungsweise weiterdenken berichtet wird.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


Facebook | |


Gemeinsam oder gegeneinander?

11. Dezember 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 18 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Maskulisten einen Kampf gegen das andere Geschlecht.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der heute recht verbreitete Begriff der „Geschlechterdemokratie“, der ein neues Verhältnis von Männern und Frauen in der Gesellschaft sucht, impliziert mehr, als nur die Emanzipation der Frauen. Vielmehr werden beide Geschlechter, ihre Beteiligung an den gesellschaftlichen Bereichen Politik, Wirtschaft und ihre Rolle im Privaten ins Visier genommen, sowie die jeweiligen Probleme beider Geschlechter behandelt. Wichtig ist dabei der Erfinderin des Begriffes, Halina Bendkowski, die Trennung in männliche Gesellschaftsphäre (Öffentlichkeit) und weibliche Gesellschaftsphäre (Haus) aufzuheben und zu durchmischen.

Das der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossene Gunda-Werner-Institut trägt vielleicht gerade deswegen in seinem Namen die Schlagworte „Feminismus und Geschlechterdemokratie“. Es existiert erst seit 2007 und ging aus dem ehemaligen Feministischen Institut der Stiftung hervor. Die Erweiterung des Namens um den Aspekt der Geschlechterdemokratie zeigt bereits an, was diesem Institut am Herzen liegt: Jede zweite Publikation der Schriftenreihe, die es heraus gibt, befasst sich mit der Männerseite. Auch eine mehrtägige Veranstaltung im Herbst 2008 behandelte intensiv die Probleme von Jungen, die heute als „Bildungsverlierer“ gelten.

Feminismus hingegen klingt in den Ohren vieler noch als totaler Gegenbegriff zu solch einem Konzept: Er wird bis heute als Kampf gegen Männer wahrgenommen. Zwar zeigte kürzlich eine Studie, dass diese Wahrnehmung mehrheitlich nicht mehr stimmt, und die Encyclopaedia Britannica schreibt, der Feminismus sei „the belief in the social, economic, and political equality of the sexes“ – also letztendlich nichts anderes, als Geschlechterdemokratie, nur im Gegensatz zu diesem Begriff international verwendet. Aber Vereine wie MANNdat e.V. und auch zahlreiche KommentatorInnen in feministischen Online-Medien tragen nach wie vor das alte Bild der gegen Männer kämpfenden, sich nur und einseitig für Frauen- und Mädchen-Belange einsetzenden „Emanzen“ herum und reagieren entsprechend abweisend. Manche meinen nun, als Männer gegen eine Verbreitung „des“ Feminismus ankämpfen zu müssen. (weiterlesen …)


Facebook | |



Anzeige