Einträge mit dem Tag ‘Mansplaining’


Traumatisierte geflüchtete Frauen, Problemlehrer_innen und Mansplaining – kurz verlinkt

23. März 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 343 von 345 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Druckfrisch aus der Presse im Unrast Verlag: „exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen“ von Tupoka Ogette.

Die aep informationen ist die älteste feministische Zeitschrift Österreichs und wird von abwechselnden Herausgeber_innen betreut. Im aktuellen Heft findest du Beiträge über Body Shaming, trans Frauen in Haft oder Street Harassement.

Für traumatisierte geflüchtete Frauen gibt es zu wenig psychologische und therapeutische Hilfe, berichtet die Süddeutsche anlässlich einer Studie der Charité Berlin.

Auch das neue an.schläge-Magazin ist raus. Das Thema dieses Mal: Geld & Geschlecht – Was Finanzen mit Feminismus zu tun haben. Wie immer gibt es auch einige Texte online zu lesen.

Ständig wird über Brennpunktschulen (und den implizierten Problemschüler_innen) gesprochen, doch sollten wir nicht einmal über Problemlehrer_innen sprechen? Eine Lehrerin schreibt im Tagesspiegel über fehlende Reflexion rassistischer und klassistischer Denkmuster.

Die FAZ glänzt mal wieder mit rassistischer Karikatur. Die ISD hat eine Stellungnahme verfasst.

Noah Sow zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz: „10 Jahre AGG – Eine Entwicklungshilfe„.

Englischsprachige Links

Falls ihr ein paar Euros übrig habt, unterstützt doch das vorbildliche Jugendprojekt Sadaka-Reut Arab Jewish Youth Partnership in Jaffa (Israel): „Community in Action is a volunteering and leadership development project that brings together young Palestinian and Jewish high school graduates and university students in Tel Aviv-Jaffa.“

women, what’s the most infuriating thing you’ve had mansplained to you?„, fragte Tracy Clayton auf Twitter und oh die Antworten waren vielfältig vom eigenen Fachgebiet bis dazu, wie richtig aus einer Wasserflasche zu trinken sei.

Termine in Berlin, Dortmund, Kiel, Leipzig, Marburg und Wiesbaden 

23. März in Berlin: Rechtsextreme Frauen werden mit ihren Einstellungen und ihrem Handeln oft übersehen und unterschätzt. Heike Radvan und Esther Lehnert sprechen über ihr Buch. (FB-Link)

25. März in Leipzig: Perspectives on Genitals in (queer) feminist Comics (fb-Link).

29. März in Marburg: Lesung: „Feministische Psychatriekritik“ von Peet Thesing (fb-Link)

4.-9. April in Dortmund: Erneut findet das Internationale FrauenFilmfestival statt.

27.- 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Inklusive Kampagnen, geschlossene Blusen, selbstbestimmte Outfits – kurz verlinkt

16. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 293 von 345 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe // Frauen gegen Gewalt e.V. hat gemeinsam mit weiteren Organisationen die Online-Petition #neinheisstnein initiiert, mit der Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht, in dem alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen.

Das Campaign Boostcamp hat einen Leitfaden „Kampagnen für Alle“ veröffentlicht. Die Handreichung mit Tipps und Empfehlungen für inklusives Campaigning kann als PDf herunter geladen werden.

Unter dem Motto „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ ruft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am 16. September zum Aktionstag gegen Geschlechterdiskriminierung auf.

Am 17. Oktober 2015 wird in Berlin wieder der Feministische Pornfilmpreis Europa PorYes verliehen. Drumherum finden diverse Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und eine Party statt.

Englischsprachige Beiträge

In der New York Times Online wird über eine Studie berichtet, die herausgefunden hat, dass Mathelehrer_innen in Grundschulen Tests von Mädchen besser bewerten, wenn sie keine Rückschlüsse auf das Geschlecht der Schülerinnen finden: How Elementary School Teachers‘ Bias Can Discourage Girls from Math and Science.

Ebenfalls in der New York Times: Ein Bericht darüber, wie verheerend sich die Gefängnisindustrie auf die Angehörigen der Gefangenen auswirkt.

Die Cosmopolitan stellt das Projekt „What I wanted to wear“ vor.

Sexualisierte Übergriffigkeit und Gewalt ist ein globales Problem. Dass die „Bluse zuzumachen“ (der Klassiker von Birgit Kelle) damit nichts zu tun hat, zeigen die Erfahrungs-Berichte von Frauen im Iran, die man in The Guardian nachlesen kann.

Der (weiße) Schauspieler Matt Damon meinte, die (Schwarze) Produzentin Effie Brown über „Diversity“ belehren zu müssen. Yesha Callahan berichtet bei The Root, wie schief das ging.

Melissa Harris-Perry sprach in ihrer Sendung mit Monica Dennis, einer Koordinatorin von Black Lives Matter, über den Backlash, den die Bewegung derzeit abbekommt. 

Iman Al Nassre berichtet auf Euphrates darüber, wie es für sie war, als Syrerin in Deutschland aufzuwachsen, und ihre Perspektive auf die derzeitige deutsche Asylpolitik.

Termin in Berlin

19. September: Sowohl das Bündnis „Marsch für das Leben“? – What the fuck! als auch das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung rufen zu Protesten gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ auf. Treffpunkte sind um 11 Uhr am Anhalter Bahnhof und um 11:30 Uhr am Brandenburger Tor. Weitere Infos findet ihr hier und bei Twitter unter dem Hashtag #NoFundis.


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Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition

5. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 12 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Liebe Feminist_innen, eine wichtige Frage zum Freitag: Geht es euch auch häufig so, dass ihr einfach nicht wisst, mit welchen Themen ihr euch befassen könntet? Schon lange fällt euch nichts Produktives mehr für Texte ein? Männliche Perspektiven fehlen euch? Und dann sucht ihr auch noch händeringend die richtigen Mitstreiter_innen (oder Mitstreiter – let’s be honest!)?

Der Autor unserer hier vorgestellten Anfrage – ein selbsterklärter „Aktivist in vielen Bereichen“, oha – hat da einen Vorschlag parat: Feminismus müsse sich endlich den wirklich wichtigen Themen (…seinen…) widmen. Sonst wisse er aber leider auch nicht, was dieser Feminismus eigentlich sei. Im Grunde also ist unser FFF-Prachtexemplar ein potenzieller Verbündeter ™, wie ihn feministische Bewegungen immer bestens gebrauchen können: Ein Feminismus-Kommentator, der Ultimaten stellt für seine Benevolenz-Erwägung und dabei – ganz „Maskulismus [sic]-Worst-Of“ – Genitalverstümmelung, Intersex-Genitalverstümmelung eingeschlossen, relativiert. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, lest einfach selbst…

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seid gegrüsst liebe Aktivist_innen (hoffe das so richtig zu schreiben!?)

Ich bin selber Aktivist in vielen Bereichen, wollte aber seit der Emma Kampagne für/⁠pro Genitalverstümmlung an Jungs nichts mehr von diesen „heuchlerischen Haufen“ wissen bis ich durch Zufall auf den Link letztens stieß [Link zu einem Blogartikel, der Vorhaut-Beschneidung mit Klitoris-Beschneidung gleichsetzt].

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Erschwingliche Verhütungsmittel, Rap gegen rape culture und ein Anti-Trolling-Lexikon – kurz verlinkt

1. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 276 von 345 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der pro-familia-Bundesverband hat beim Bundestag eine Petition für die Sicherung des Zugangs zur Verhütung auch für Menschen mit geringem Einkommen eingereicht, die heute letztmalig mitgezeichnet werden kann.

„Rassistische Skandale, Misshandlungen, Eskalation und Repression, die Beobachter_innen und Zeug_innen trifft: eine Bestandsaufnahme österreichischer Polizeigewalt“ schrieben Marlene Brüggemann und Olja Alvir für Progress.

Jetzt neu im Kino: der DreamWorks-Film „Home – Ein smektakulärer Trip“. Warum das erwähnenswert ist? Weil mit diesem erstmals (ja traurig) ein Schwarzes Mädchen als Protagonistin im Mittelpunkt steht. Hengameh Yaghoobifarah bespricht den Film auf Poligold.

Schüler_innen des Robert-Wetzlar-Berufskollegs in Bonn wehren sich gegen einen (extrem) rechten Lehrer. Einem der Schüler wurde von der Schulleitung, der die Burschenschaftsmitgliedschaften des Lehrers bekannt waren, daraufhin mit einem Schulverweis gedroht, berichtet die taz.

„Schlampige Arbeit, vorschnelle Festlegungen, übersehene Beweise“: Die Südwest Presse kommentiert die Polizeiarbeit in Baden-Württemberg bezüglich des NSU und des Ku Klux Klan.

dieStandard porträtiert Anna Fischer-Dückelmann, eine der ersten praktizierenden Gynäkologinnen und Bestseller-Autorin.

Die interaktive Plattform www.ronja-verdient-mehr.at, entwickelt vom Jahoda-Bauer Institut aus Linz, „zeigt Benachteiligungen von Frauen im täglichen Leben auf und soll den oft abstrakten Zahlen und Statistiken Leben einhauchen“.

Das Underdog Fanzine hat ein Interview mit der Orgagruppe des laDIYfest Kiel geführt.

Das Kunstmagazin Monopol interviewt die Galeristin Barbara Gross die seit vielen Jahren vor allem Kunst von Frauen zeigt. Leider sagt sie auch Sachen wie „Die Menschen müssen die Erfahrung machen, das Frauen genauso viel wert sind, wie Männer. „, in dem Interview finden sich dennoch spannende Anekdoten aus dem Kunstbetrieb: „Männer wollten die Kunst Maria Lassnigs beispielsweise nicht kaufen, da sie als Frau hätte schwanger werden können und dann hätte sie ja nicht mehr gearbeitet. Sie war damals über 70, das muss man sich mal vorstellen. Ich habe mich gefragt, ob sich diese Leute die Kunst überhaupt anschauen.“

Englischsprachige Beiträge

Die „BomBaebs“ Uppekha Jain und Pankhuri Awasthi rappen gegen rape culture in Indien:

Bei Medium werden 25 Frauen und Events rund um die Arbeiterinnenbewegungen in den USA vorgestellt und oftmals weiterführendes (teils Unterrichts-)Material verlinkt.

Sarah Seltzer hat für FlavorwireBeyond Mansplaining: A New Lexicon of Misogynist Trolling Behaviors“ zusammengetragen.

Dickenfeindlichkeit und Fatshaming wirkt sich negativ auf die Gesundheit dicker_fetter Menschen aus – Shakesville kommentiert die neue Studie des University College London.

Termin

Am 2.4. in Berlin, Südblock: Party Support #RomaDay.


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Ein Buch nach dem anderen: 2014, das Jahr der Essays

9. Januar 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 90 von 127 der Serie Die Feministische Bibliothek

Auf Papier gelesen

Wenn es an einem im letzten Jahr nicht mangelte, dann an Essay-Bänden von Autorinnen. Und vor allem auch Essaybände, die in den Literaturspalten (der englischsprachigen) Medien rauf- und runterbesprochen wurden und nicht nur verstaubt in der hintersten Ecke kleiner spezialisierter Bücherläden verblieben. Welche ich las:

Am 19. März erschien You Feel So Mortal: Essays on the Body von Peggy Shinner. In ihren zwölf Essays wendet Shinner in vielen Vignetten ihren Blick auf den eigenen Körper – und den Körpern anderer und wie diese alle in kulturellen Kontexten eingelesen, bewertet und gefasst werden. In einem Beitrag beginnt sie von ihrem komplizierten Verhältnis zu ihren Füßen aus eine Geschichte der Zuschreibungen bestimmter körperlicher Merkmale zu Jüd_innen und die einhergehende Abwertung. In anderen Texten widmet sich sich BHs, Schönheitsoperationen, Haaren und Autopsien. Sicher gibt es in dem Band auch Leerstellen zu Körperwahrnehmungen und Vorstellungen (schon allein, da Shinner ihr Erleben immer als Ausgangspunkt wählt), doch ist ihre dezidiert weiblich_jüdische_lesbische Perspektive auch ihre Stärke.

Nur zwei Woche später, erschien am 01. April The Empathy Exams von Lelsie Jamison, eine der schönsten Essay-Sammlungen, die ich bisher las. Jamison nähert sich in allen Texten auf ganz unterschiedliche Weise Fragen nach Empathie und der Un_Möglichkeit des Nachfühlens. Im titelgebenden und auch erstem Essay schreibt sie über ihre Erfahrungen als „medical actor“, als Schauspielerin, die für angehende Ärtz_innen in Examen Patientin mit allerhand Krankheiten und Schmerzen spielte. Im abschließenden (und vielleicht herausragensten) Essay schreibt sie dann über ‚tatsächlichen‘ Schmerz und zwar Schmerz von Frauen, dabei fragt sie, wie es möglich ist über Schmerzen zu sprechen ohne immer wieder in die kulturellen Tropen der „schwachen, leidenden Frau“ zu verfallen – und wenn das nur so schwer möglich ist, darf das ein Grund sein gar nicht über Frauen und Schmerz zu sprechen? (Jamison hat zu mindestens auf die letzte Frage eine klare Antwort: Nein.)

Rebecca Solnit wird häufig als die Erfinderin des Begriffs „mansplainer“ benannt. Am 20. Mai erschien der Band Men Explain Things To Me, inklusive eben jenes Essays, welcher zu der Zuschreibung führt – und stellt auch noch einmal klar: Nein, den Begriff habe sie nicht erfunden. Aber ihr Essay ist natürlich trotzdem ein perfektes Paradebeispiel für’s mansplainen. In den anderen Texten schreibt sie über Gewalt gegen Frauen, Virgina Woolf und die Öffnung der Ehe. Das ist mal spannender, kreativer (Woolf) und mal leider eher oberfächlich (Ehe).

Und für alle die Popkultur und feministische Theorien gleichermaßen lieben, veröffentlichte am 05. August Roxane Gay endlich Bad Feminist. Gay hat beschlossen eine „schlechte Feministin“ zu sein, damit meint sie in erster Linie Ambivalenzen auch einmal hinzunehmen. Von einem Podest, auf welches in größerer Öffentlichkeit agierende Feministinnen, könne eine eh nur schnell herunterfallen, darum steht sie nicht nur zum Unperfekten, sondern schließt dieses gleich in die Arme. Das Buch chargiert zwischen Rezensionen, Essays und Memoiren, zwischen viel Humor und Ernsthaftigkeit. Gay schreibt wie sie als Schwarze queere dicke Frau, als Kind haitianischer MigrantInnen in den USA, aufwuchs und durch den Alltag navigiert. Sie berichtet von ihren Erfahrungen im fat camp als Kind, sexualisierter Gewalt und warum sie auch mal zu Songs tanzt, von denen sie weiß, dass sie sie aus feministischer Perspektive ganz und gar nicht gut finden kann. Ein Buch, welches sich vor allem auch aufgrund der Schreibweise, für Einsteiger_innen in all diese Themen eignet.

Im Netz gelesen

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#YouAreWrong: Samstagabendbeat mit Amanda Seales

8. November 2014 von Anna-Sarah

In the mix: ein CNN-Clip, der in feministischen Foren schon allerhand Beachtung fand. Kontext: Es ging um Street Harrassment und das vieldiskutierte Hollaback!-Video – wer sich genauer informieren möchte, mag vielleicht als Ausgangspunkt zum Weiterlesen in unseren letzten Selbermachsonntag schauen.


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Ein Privileg verpasst uns schlechte Instinkte – mit Absicht

6. Oktober 2014 von Gastautor_in

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin veröffentlichen wir eine Übersetzung des Artikels „Privilege Gives Us Bad Instincts, By Design“, der vergangene Woche auf Melissa McEwans Blog Shakesville erschien. accalmie übersetzte den Text.

Etwas, das mir noch nie passiert ist: Ich habe etwas gesagt oder geschrieben über einen Vorfall von Frauenfeindlichkeit, der entweder gegen mich oder andere gerichtet war, bekam von einem Mann gesagt, „Ich sehe da keine Frauenfeindlichkeit,“ wurde von diesem Mann gesplained, warum ich falsch liege, und änderte dann meine Meinung, da ich so überwältigt war von seinem Einblick.

Das ist noch nie passiert. Ich glaube nicht, dass es jemals passieren wird.

Und dennoch, fast tagtäglich, bin ich mit Männern konfrontiert, die erpicht darauf sind mir zu sagen, dass sie etwas nicht als Frauenfeindlichkeit begreifen, dass es da eine andere Erklärung gäbe, dass ich falsch läge. Sie reden mit mir, als sei ich sehr dumm oder sehr naiv, sie benutzen Occam’s Big Paisley Tie gegen mich und präsentieren Grund nach absurdem Grund, warum etwas keine Frauenfeindlichkeit sei. Warum ich falsch liege.

Oftmals geben diese Männer vor, meine Verbündeten (allies) zu sein.

Und diese Männer, die vorgeben, meine Verbündeten zu sein, räumen bereitwillig ein, dass sie männliche Privilegien haben, während sie gleichzeitig vollkommen daran scheitern zu verstehen oder zu überprüfen, wie diese Privilegien auf sie einwirken und wie viel Arbeit es wirklich ist sich durch diese Privilegien durchzuarbeiten; wie viel Umsicht, keine Ausübung/Handhabe, es benötigt.

Wir können uns nicht einfach nur bewusst sein, dass wir Privilegien haben; wir müssen verstehen, wie diese Privilegien funktionieren und was sie mit unserer Menschlichkeit tun.

Es ist Arbeit uns zu resozialisieren, heraus aus den schädlichen Unterdrückungen, mit denen wir indoktriniert werden. Es funktioniert nicht von Zauberhand, und es funktioniert ganz bestimmt nicht dadurch einfach zu verkünden, dass wir uns unserer Privilegien bewusst seien.

Menschliche Wesen sind wie Schwämme kreiert, und wir Schwämme werden während jeden Tags unseres gesamten Lebens sozialisiert durch ein Bombardement an Eingaben, die uns dazu anhalten, manche Leute zu priviligieren und andere als weniger wert zu behandeln. Es ist absurd sich vorzustellen, dass wir diese aggressive Sozialisation über Nacht überwinden könnten ohne besondere Anstrengungen.

Eine Sozialisation, die Menschen mit Privilegien vermittelt: Du bist überlegen. Du bist mehr wert als die Leute, die deine Privilegien nicht haben. Du bist eine bessere Person.

Es ist nicht wahr. Privilegien erodieren in jeder Hinsicht unsere Fähigkeit, Verbindungen zu anderen Menschen herzustellen. Sie untergraben unsere Empathiefähigkeit, und sie mindern unsere Menschlichkeit.

Privilegien verpassen uns schlechte Instinkte, mit Absicht.

Sie erzählen uns Lügen. So viele Lügen.

Und die schädlichste Lüge, die Privilegien uns erzählt, ist, dass wir objektiv sind, kraft unserer Privilegien. (mehr …)


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Feminist Fun Friday: Die Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingo-Edition

26. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 9 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Mansplainer kommen in allen Formen – manchmal auch direkt mit einer Entschuldigung. Dass sich zu einem Bullshit-Bingo aber ein solcher einfinden würde, der selbst ein halbes Bullshit-Bingo voll bekam mit seinen Thesen zum Bullshitbingo, war dann doch unerwartet. Der (sich selbst so bezeichnende) Kommentator „Bin ein Typ, sry“ hatte  Gedanken zur Institution Bullshitbingo An Sich (TM) und stellte daher eine Kleine Anfrage an Den Feminismus (TM).

Da Feminismus (wie auch Typ sry erkannt hat) eben nicht nur aggromisandristischen „Missmut über häufiges und i.d.R. nerviges“ Gelaber (oh, die Ironie…), sondern auch immer Dienstleistung für spontan vorbeischauende Typen (…sorry) bedeutet, die dabei ausdrücklich „freundlich“ behandelt werden möchten, während man ihnen noch einmal persönlich Feminismus 101 oder Die Feministische Feuerwehr erklären soll, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme und dachten uns: gehen wir gleich einen Schritt weiter! Warum nicht statt eines Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingos direkt einen Feminist Fun Friday, der sich exklusiv diesem Kommentar widmet?

Am Rande sei erwähnt: Mit ein paar kurzen Klicks stünden Texte und Links mit Hintergrundinformationen, das Archiv, „Kategorien“, „Serien“, Netzwerke, Podcasts, die Blogroll und viele weitere Kanäle zur Verfügung für Verständnisfragen zu -ismen als „ggf. (vereinzelt) zutreffende“ „Sichtweise“ und gelegentliche Hatespeech-Irritationen… Mit bunten und glitzernden GIFs (die ja ebenfalls beliebt sind in „unseren Kreisen“, nech…) gehen wir nun aber unfreundlichen Worten aus dem Weg, haben selbst ein bisschen Spass und hoffen einfach mal, dass sich manche der „Anregungen“ des Typ sry dadurch selbst beantworten. BINGO!

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

„Bin Ein Typ, sry“

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Diskussionen über Triggerwarnungen und Mansplaining-Belege – kurz verlinkt

16. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 249 von 345 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die russische Aktivistin und Publizistin Walerija Iljinitschna Nowodworskaja ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

Englischsprachige Links

Der Us-amerikanische Profi-Fussballer Landon Donovan ist nicht derjenige, der in seiner Zeit als aktiver Spieler die meisten Tore schoss (wie viele Medien berichten), sondern die Fussball-Spielerin Abby Wambach. Männerfussball scheint in der Berichterstattung wohl wieder mal der Maßstab zu sein, wie die Huffington Post berichtet.

Wurde Eure Timeline auch von diesem Jack Halberstam-Text heimgesucht, der letzte Woch viral ging? Auf Teile des Ganzen gibt es einen Antworttext auf „You Are Triggering me! The Neo-Liberal Rhetoric of Harm, Danger and Trauma“, kurz und knapp: Snarking Back.

Andrea Smith kontextualisiert Triggerwarnungen und schreibt über deren Bedeutungen in einer größeren Befreiungs- und Anti-Gewalt-Bewegung. Dabei zeigt sie auf, wie wichtig es ist Bewegungen zu bauen, in denen traumatisierte Menschen Platz haben.

Für alle, die noch „Beweise“ benötigen: Bitch Magazine hat sieben Studien zusammengestellt, die zeigen, dass „mansplaining“ existiert und wie es funktioniert.

Eine Empfehlungsliste zu Werken die sich mit Themen rund um LGBT und Judentum/jüdische Identitäten/jüdische Erfahrungen drehen, bzw. von jüdischen LGBT-Autor_innen verfasst wurden.

Im Juni war eine studentische Gruppe unter Leitung der Professorin Heidi Reneé Lewis vom Colorado College in Berlin zu Gast und veranstaltete eine Reihe von tollen Diskussionsrunden zu den Themen Feminisimus_Anti-Rassismus. Mit dabei war u.a. Sharon Dodua Otoo mit ihrer Witnessed-Reihe und Magda zu fetten Aktivismus in Deutschland.

Termine

Vom 11. bis 14. September findet in Hannover das Hip Hop-biggerthanfest statt. Infos findet Ihr hier.


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Feminist Fun Friday: Die “Intersektionalität macht Feminismus kaputt”-Edition

14. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 6 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Das letzte Mal gab es hier im September einen Feminist Fun Friday. Dass dies kein auszuhaltender Zustand ist, war uns eigentlich allen klar – umso größer die Freude, diese Woche endlich mal wieder einen Kommentar zensieren präsentieren zu können. Bereits am Dienstag tauchte Manuel in der Kommentarspalte auf und hatte einiges mitzuteilen. Wahrscheinlich sollten wir es als kostenlose Blattkritik verstehen, erklärte uns da doch endlich mal eine_r, warum Menschen „eigentlich“ die Mädchenmannschaft ansteuern und wie das mit diesem Feminismus richtig funktionieren würde. Spoiler Alert: Wir waren nicht beeindruckt. Aber wir wollen natürlich niemandem unsere Meinung aufzwingen, nicht wahr, und darum lest hier selbst nach!

Ehrlich gesagt irritiert es mich immer mehr dass wenn ich auf mädchenmannschaft.de gehe um etwas über Feminismus zu lesen, ich dann so häufig Artikel über Rassismus vorfinde.

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