Einträge mit dem Tag ‘MANNdat’


Gemeinsam oder gegeneinander?

11. Dezember 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 18 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Maskulisten einen Kampf gegen das andere Geschlecht.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der heute recht verbreitete Begriff der „Geschlechterdemokratie“, der ein neues Verhältnis von Männern und Frauen in der Gesellschaft sucht, impliziert mehr, als nur die Emanzipation der Frauen. Vielmehr werden beide Geschlechter, ihre Beteiligung an den gesellschaftlichen Bereichen Politik, Wirtschaft und ihre Rolle im Privaten ins Visier genommen, sowie die jeweiligen Probleme beider Geschlechter behandelt. Wichtig ist dabei der Erfinderin des Begriffes, Halina Bendkowski, die Trennung in männliche Gesellschaftsphäre (Öffentlichkeit) und weibliche Gesellschaftsphäre (Haus) aufzuheben und zu durchmischen.

Das der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossene Gunda-Werner-Institut trägt vielleicht gerade deswegen in seinem Namen die Schlagworte „Feminismus und Geschlechterdemokratie“. Es existiert erst seit 2007 und ging aus dem ehemaligen Feministischen Institut der Stiftung hervor. Die Erweiterung des Namens um den Aspekt der Geschlechterdemokratie zeigt bereits an, was diesem Institut am Herzen liegt: Jede zweite Publikation der Schriftenreihe, die es heraus gibt, befasst sich mit der Männerseite. Auch eine mehrtägige Veranstaltung im Herbst 2008 behandelte intensiv die Probleme von Jungen, die heute als „Bildungsverlierer“ gelten.

Feminismus hingegen klingt in den Ohren vieler noch als totaler Gegenbegriff zu solch einem Konzept: Er wird bis heute als Kampf gegen Männer wahrgenommen. Zwar zeigte kürzlich eine Studie, dass diese Wahrnehmung mehrheitlich nicht mehr stimmt, und die Encyclopaedia Britannica schreibt, der Feminismus sei „the belief in the social, economic, and political equality of the sexes“ – also letztendlich nichts anderes, als Geschlechterdemokratie, nur im Gegensatz zu diesem Begriff international verwendet. Aber Vereine wie MANNdat e.V. und auch zahlreiche KommentatorInnen in feministischen Online-Medien tragen nach wie vor das alte Bild der gegen Männer kämpfenden, sich nur und einseitig für Frauen- und Mädchen-Belange einsetzenden „Emanzen“ herum und reagieren entsprechend abweisend. Manche meinen nun, als Männer gegen eine Verbreitung „des“ Feminismus ankämpfen zu müssen. (weiterlesen …)


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Den eigenen Frieden verteidigen

25. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Eine alte Frage in Sachen Geschlechtergerechtigkeit stellt sich neu: Diskriminiert die einseitige Wehrpflicht Männer? Wenn ja, wollen wir mehr Frauen in der Bundeswehr?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Frauen gelten im Vergleich zu Männern gemeinhin als friedfertiger und weniger aggressiv. Manche besonders biologistisch orientierten Menschen ziehen als Begründung dieser scheinbaren Tatsache das Testosteron heran. Aber auch einige Vertreterinnen der sogenannten Neuen Frauenbewegung haben sich als Hüterinnen der menschlichen Friedfertigkeit angesehen und sind in einen tosenden Sturm gegen Alice Schwarzer ausgebrochen, als diese sich für einen Zugang von Frauen zum Militär aussprach (erschienen 1978 in einem Aufsatz der Emma ).

Schwarzer begründete diese ungewöhnliche Forderung mit drei wesentlichen Fakten: 1. Sei das Militär nur ein weiterer Bereich der Gesellschaft, in dem es um Macht ginge und auch hier glänzten typischerweise Frauen durch Abwesenheit, was als Missstand gesehen werden müsse. 2. Sei das Militär ein Ort, der zur ideologischen und realen Verfestigung des Männlichkeitswahns diene. Durch den Ausschluss aus diesem Bereich würden zugleich Frauen weiterhin in die typische Opferrolle der Hilflosigkeit gedrängt. 3. Sei das Militär „ein extremster Ausdruck der Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen: hier steht ein Jahr Wehrdienst gegen 20 Jahre Mutterdienst.“

Zwar relativierte Schwarzer in ihrem Aufsatz gleich selbst ihre Forderung nach weiblichem Zugang zum Militär, indem sie deutlich machte, dass Wiederaufrüstung, Kasernendrill und Waffengeprotze sie persönlich schon immer schockiert hätten. Außerdem wehrte sie sich auch sofort gegen die – wie sie es nannte – Milchmädchenrechnung, dass die Frauen, wenn sie Gleichberechtigung wollten, auch zum Militär müssten: Darüber könne man reden, wenn die Männer auch alle Frauenpflichten wahrnähmen. (weiterlesen …)


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Lollipops zum Vormittags-Kaffee mal langsam

23. September 2008 von Meredith

Zum Thema Männer-Leid mal eine sachliche Liste von Gedanken aus den letzten 24 Stunden:

1. Als Feministin trete ich für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Nachdem Frauen – was persönliche, körperliche, finanzielle und gesundheitliche Sicherheit betrifft – strukturell und grundsätzlich schlechter gestellt sind, setze ich mich dafür ein, dass dieser Missstand behoben wird.

2. Als Mensch und Feministin interessiere ich mich für Männer und ihre Probleme. Ich bewundere und respektiere Männer, die sich über Gleichberechtigungsfragen Gedanken machen – wenn sie dieses nicht auf Kosten der Frauen tun.

3. Ich bin der Ansicht, dass Frauen und Männer im Kontext des Feminismus und der Gleichberechtigung zusammenarbeiten können. Ich denke, es ist wichtig, dass sich Frauen für Männer einsetzen und Männer für Frauen.

4. Aber: Nur unter der Voraussetzung, dass sie dieselbe Agenda haben, nämlich eine wirklich gerechte Gesellschaft. Ein Mann, der sagt, er sei Maskulinist, ist entweder nicht Feminist oder er hat nicht verstanden, was der Unterschied ist. Ich vermisse die Männer, die sich von einer liberalen, aufgeklärten Seite öffentlich zur Gleichberechtigung bekennen. Und die anerkennen, dass es noch viel zu tun gibt. Es gibt sie. Aber es sind bisher zu wenige. Solange es nicht mehr werden, sehe ich keinerlei Veranlassung mich als Feministin um die punktuellen Gleichberechtigungsdefizite von Männern aktiv zu kümmern. Dafür reicht die Energie dann auch einfach nicht.

5. Als Feministin ist es mein Anliegen, die Rechte von Frauen zu stärken. Die Rechte der Männer sind gerade mal nicht mein Anliegen. Und ich akzeptiere es nicht, dass die feministische Debatte von dem Argument “Aber wir sollten auch mal an die Männer denken” vereinnahmt wird. Die feministische Debatte dreht sich nun mal nicht um Männer. Männer haben in dieser Gesellschaft nach wie vor große Vorteile, was politische, persönliche und wirtschaftliche Aspekte betrifft, auf Grund ihres Geschlechts. Kein Mensch – auch nicht Meredith Haaf – denkt, dass sie aber kein Recht darauf hätten, auf ihre Probleme hinzuweisen.

6. Organisationen wie MANNdat sind nicht für mehr Gleichberechtigung. Sie manipulieren die Gleichberechtigungsdebatte, indem sie den Mann zum benachteiligten Geschlecht erklären. Sie sabotieren Diskussionen, indem sie Frauen, die sich für Frauenrechte einsetzen, als kryptochauvinistisch bezeichnen.

7. Es ist ein zunehmender Opferdiskurs unter Männerrechtlern zu beobachten. Dieser bezieht sich auf die vorgebliche Entrechtung durch Maßnahmen wie Elterngeld, „Girls Days” oder durch die Präsenz von Fernsehmoderatorinnen. Er arbeitet – noch mal – mit den Instrumenten der Frauenbewegung, indem er sich auf Gleichberechtigung beruft und Frauen auffordert, sich der Gerechtigkeit halber auch die andere Seite anzuhören. Diese Männerrechtler sollen doch heulen, wenn sie denken, sie hätten Probleme.

8. Ich werde nicht aufhören, mich gegen diesen Diskurs zu wehren und mich über ihn zu mokieren. Alle anderen Frauen sollten das auch. Und ich werde mich ganz sicher nicht zum Schweigen bringen lassen von Argumenten wie „arrogant – grabenkämperisch – aggressiv”.

9. Das heißt aber nicht, dass weinende Männer nicht respektiert werden oder dass Männer an sich keine Opfer sein können oder dass die Anliegen und Sorgen von Männern an sich nachrangig sind. Ich denke prinzipiell ohne „an sich’s” aber das kann man ja nicht riechen. Wer bloggt, schreibt schnell und ich vergesse gern mal meine „an sich’s” zu klären.

10. Ein Bild von einem weinenden Mann ist ein Bild von einem weinenden Mann ist ein Bild von einem weinenden Mann. Auf diesem Blog ist ein Bild von einem weinenden Mann zu sehen. Eine Karikatur ist nicht zu sehen.


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