Einträge mit dem Tag ‘Malawi’


Queere Jugendzentren, Homophobie und Fußball – kurz notiert

24. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 153 von 153 der Serie Kurz notiert

Der Spiegel berichtet über eine Ausstellung zu Gender Perfomances in Düsseldorf und zeigt sich überrascht, dass nicht jeder Mensch eindeutig geschlechtlich erkennbar sein will. (Die Ausstellung ist leider schon vorbei.)

Zu der Free Pussy Riot – Soli-Action am 12. Mai in Berlin gibt es ein Video auf Youtube!

Einen der Autoren des “Guy’s Guide to Feminism”, Michael Kimmel, hat DRadio Wissen interviewt. Er erklärt, warum mehr Gleichberechtigung auch Männern zu Gute kommt.

Die Kampagne zu #ichhabnichtangezeigt (wir berichteten) geht weiter. Für das nachfolgende Video sprechen wir eine Trigger Warnung aus!

Die neue malawische Präsidentin Joyce Banda legt los. Wie die BBC berichtet, will sie das Verbot homosexueller Beziehungen aufheben.

Berlin braucht ein queeres Jugendzentrum. Damit dieses realisiert werden kann, ist eure Unterstützung notwendig. Auf Petition Online könnt ihr unterzeichnen.

Der HSV hat fünf Millionen Euro Verluste gemacht und muss nun sparen. Deswegen steigt die Frauenmannschaft aus der Bundesliga direkt in die Regionalliga ab, berichtet das Hamburger Abendblatt. Nicht aus sportlichen, aus wirtschaftlichen Gründen.

Der Tagesspiegel berichtet über die sexistische Äußerung von Pirat Gerwald Claus-Brunner zu Frauenquoten. In der aktuellen Ausgabe von Analyse & Kritik nimmt Sandra Laczny Positionen der Piratenpartei zum Geschlechterverhältnis genauer unter die Lupe.

In Großbritannien gibt es neben dem gelben und roten M&M auch eine Ms. Green. Auf einer neuen Sonderedition wird sie vom gelben M belauert und heimlich beobachtet (der dafür aus dem Baum fällt). Haha, wie witzig. Nicht. Leider auch nicht der erste Werbefehlgriff, so SFGate.

„Der Feminismus unterdrückt Männer“ – trotz Männerquoten von 98 Prozent in Aufsichtsräten und Vorständen kommt dieser Vorwurf immer wieder. Zuletzt im britischen Observer. The F-Word hat die Argumente auseinander genommen.

Aktuelle Stellenausschreibungen und Termine nach dem Klick!

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Veränderungen in Malawi

9. April 2012 von Helga

Malawi – von diesem ost-afrikanischen Staat hört man in den deutschen Medien leider wenig. Dabei gibt es dort (frauenpolitisch) interessante Entwicklungen.

Nach dem Tod des Präsidenten Mutharika ist jetzt das zweite weibliche Staatsoberhaupt Afrikas eingeschworden worden, wie immerhin die Zeit berichte. Joyce Banda war zuvor Vizepräsidentin und hat einen Machtkampf gegen den Sohn Mutharikas gewonnen.

Über ihre beeindruckende Karriere schreibt Mail & Guardian online. So gründete sie verschiedene Projekte, etwa die National Business Women Association und die Joyce Banda Foundation, die Schulbildung und Gesundheitsprogramme fördert. Zunächst Ministerin für Gender, Kinder und Gemeinden wurde sie unter Mutharika zur Außenministerin. (via Afrika Wissen Schaft)

Spannend wird damit sicher auch eine andere Debatte: Think Africa Press berichtet über die Diskussion bezüglich Abtreibungen. Eine Studie des Gesundheits­ministeriums plädiert für die Legalisierung – 17% der Müttersterblichkeit seien auf unsichere Abtreibungen zurückzuführen und die Behandlung der Folgen koste über eine Million Dollar jährlich.

Während einige Menschenrechtsgruppen für die Legalisierung kämpfen, sind kirchliche Organisationen, wie auch andere Menschenrechtsgruppen dagegen. Auch die Regierung argumentiert derzeit noch zurückhaltend. Man wolle die Studie noch einmal gründlich prüfen. Derzeit ist Abtreibung in Malawi illegal, außer wenn die Schwangerschaft die Gesundheit der werdenden Mutter bedroht. Frauen und Ärzt_innen drohen 7 bzw. 14 Jahre Haft.


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Die Grenzen der Geschlechter

14. Juni 2010 von Helga

In den letzten Monaten gab es gleich mehrfach Schlagzeilen, bei denen deutlich wurde, dass die Abgrenzung von Mann und Frau häufig im Auge des Betrachters liegt, statt bei den Betroffenen selbst. Dabei leisten auch die Medien ihren Teil und werfen munter mit Begriffen wie „transgender”, „schwul” und „intersexuell” um sich – eher motiviert von Schlagzeilen, als von akurater Berichterstattung.

So sitzt in Indonesien ein Mann im Frauengefängnis, weil er angeblich Dokumente gefälscht hat, um eine Frau zu heiraten. Seine Mutter und Ärzte erklärten, dass er das (intersexuelle) Klinefelter-Syndrom hat. Dabei besitzen Männer ein zusätzliches X-Chromosom, welches sie weiblicher erscheinen lässt. Bei der Geburt zunächst als Mädchen registriert, identifizierte er sich jedoch stets als männlich, liess Operationen durchführen, um die weiblichen Aspekte seiner Erscheinung zu minimieren und schließlich auch die offiziellen Dokumente ändern. Ins Gefängnis kam er schließlich, weil die Eltern seiner Frau ihn des Betrugs beschuldigen – was seine Frau bestreitet. Und auch dort hat das Gezerre um sein Geschlecht keine Ende gefunden.

Ebenfalls komplizierter als meist dargstellt, ist der Fall des Paares aus Malawi. Dabei handele es sich um ein schwules Paar, das nach einer inoffziellen Hochzeit verhaftet worden sei, hieß es meist. Wie die New York Times berichtet, besteht Tiwonge Chimbalanga allerdings darauf, eine Frau zu sein. Sie habe zwar äußerlich männliche Geschlechtsorgane, aber menstruiere regelmäßig. Ob dies tatsächlich der Fall ist, sei zweifelhaft, so die Times und nennt Chimbalanga den ganzen Artikel über „er”. Auch der Guardian macht dies im neuesten Artikel, nach dem Steven Monjeza Chimbalanga für eine Frau verlassen habe,

Mit der Verwirrung um die vermeintlich chirurgisch aufgemotzten Brüste von vermeintlichen Transfrauen gab es in den USA nun den neusten Höhepunkt. Wenn „mann” schon eine Frau sein wolle, solle mann sich doch bitte auch an die soziale Vorgaben und das Gesetz halten, nach dem Mädchen und Frauen über 5 Jahre auch die sekundären Geschlechtsmerkmale verhüllen müssen, so der Polizeichef. Vermutlich handelte es sich jedoch um Transmänner die sich, trotz vorhandener Brüste, tatsächlich an die soziale Norm für Männer hielten.

So läuft die Berichterstattung leider auch heute einerseits auf das Klischee rückständiger Entwicklungsländer hinaus, die ein Problem mit Homosexualität haben – und das obwohl Ehen auch in den meisten Industrieländern ausschließlich heterosexuellen Paaren vorbehalten bleiben. Ganz nach dem Motto „wenn XZY erfüllt ist, ist es ein Mann, ansonsten eine Frau”, werden Betroffene andererseits häufig in die subjektiven Schubladen der Schreiber_innen gesteckt, anstatt die Selbstbezeichnungen zu respektieren.


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