Einträge mit dem Tag ‘Männlichkeit’


Warum es hin und wieder solidarisch ist, das T-Shirt einfach mal anzulassen.

30. September 2013 von Viruletta

Vermutlich ist der ein oder anderen von euch in den letzten Tagen auch ein Link in die Timeline gespült worden, der einen absolut unterirdischen Text über einen Konzertabbruch der Punkband Feine Sahne Fischfilet im AJZ Bielefeld enthielt. Möglicherweise war dieser Textverweis garniert mit diversen empörten Kommentaren darüber, dass die armen, armen Bandmitglieder Opfer einer wahlweise sinnbefreiten, prüden oder gar repressiven Veranstaltungspolitik geworden seien. Denn: das Konzert war von einer der Veranstaltenden vorläufig beendet worden, nachdem der Drummer der Band auf der Bühne sein T-Shirt ausgezogen hatte.

Mir jedenfalls ist es genauso ergangen, ich bin sogar gleich mehrfach mit dem Link und entsprechenden Kommentaren konfrontiert gewesen. Was mir dabei sofort aufgefallen ist: keiner der Typen – und es waren wirklich allesamt Typen – die es als furchtbar ungerecht und unzumutbar empfanden, dass der Drummer trotz der schweißtreibenden Arbeit auf der Bühne sein T-Shirt anbehalten sollte, hatte sich jemals darüber aufgeregt, dass genau das eine geltende Regel für alle Menschen ist, die von Sexismus betroffen sind – und zwar immer und überall.

Die Verfasser(*innen?) des Artikels betonen, dass sich ihnen der Zusammenhang zwischen antisexistischer Politik und dem nackte-Oberkörper-Verbot auch nach “längerem Nachdenken” nicht erschließen würde. Und weil wir Emanzen, wenn wir nicht gerade dabei sind, eine feministische Schreckensherrschaft™ zu verbreiten, hin und wieder auch ganz nett sein können, spiele ich an dieser Stelle jetzt mal die Erklärbärin. (mehr …)


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Warum deutsche Journalisten Edward Snowden lieben

28. August 2013 von Lisa

Anmerkung der Redaktion:

Hier hatten wir vorhin einen ursprünglich bei den Fuckermothers erschienen Gastbeitrag gepostet. Der Text stellt wichtige Fragen:

Wer wird von der Männermannschaft in den großen Zeitungen eigentlich zum Helden geschlagen? Was sind die Kriterien, und wer bestimmt, was als „politische Handlung“ definiert und wahrgenommen wird, und was nicht?

 Wir halten es jedoch  für problematisch und auch widersprüchlich, in einer solchen Analyse  nicht auf die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange und deren  zutiefst sexistische mediale Rezeption zu verweisen. Wenn Assange sich als Whistleblower betätigt, wird das als politisch wahrgenommen und er zum Helden erklärt – auch in besagtem Blogbeitrag. Wenn er sexualisierte Gewalt  ausübt, wird dem ganzen seine politische Dimension aberkannt und das Helden-Narrativ bleibt unangetastet.  In diesem Zusammenhang kann es auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Heldinnenstatus hier wenn dann viel eher der im Text gänzlich entwähnten Chelsea Manning zukäme, die die fraglichen Daten gesammelt und Wikileaks/Julian Assange zur Verfügung gestellt hat. Chelsea Manning wurde gerade zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und wird während ihrer Haft umso mehr Gewalt und Übergriffen ausgesetzt sein, während Julian Assange, der  Mannings  Materialien lediglich veröffentlicht hat, glorifiziert und protegiert wird (u.a. erhält er Schutz in Botschaften), auf seine Staatsbürgerrechte pochen kann und sich offenbar relativ unangefochten und sicher zu fühlen scheint.  Diese Zusammenhänge in einer Analyse darüber, wer warum medial zum Helden erklärt wird und auf wessen Kosten, zu entnennen, finden wir  unverständlich und problematisch. Daher haben wir uns dafür entschieden, den Text hier von der Seite zu nehmen.


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Arschloch-Arzt, Schamhaar-Fotografie und tolle Comics – die Blogschau

29. Oktober 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 132 von 265 der Serie Die Blogschau

Auf unregelmäßige Gedankensplitter könnt ihr ein Interview mit der Fotografin Saja Seus lesen, die ihr Projekt “Der Scheitel” vorstellt: witzige, schöne und interessante Schamhaarvariationen.

Auf dem empfehlenswerten Blog baum der glückseligkeit könnt ihr von der türkischen Wahl-Kindheit der Autorin lesen.

Die denkwerkstatt besuchte die Männertagung in der Steiermark, bei der auch die bekannte Männlichkeitsforscherin Raewyn Connell zu Gast war.

Julia Seeliger berichtet, wann sie zur Feministin wurde – in der Kindheit: “Ich sag euch mal was, Netzfeministinnen!

Kathrin von drüberleben schreibt über ihr Begegnung mit einem Arschloch-Arzt.

Queernews hat gute Neigkeiten: Die dänische Regierung kündigt die Öffnung der Ehe an.

Henrike von discipline and anarchy war auch auf dem Barcamp Frauen und berichtet von ihren Eindrücken.

Ste­pha­nie May­field hat ein neues Blog: Feministische Generationen und schreibt über die Diskussion auf Luise F. Pusch’s Blog zum Gender Gap. Sie stellt fest, dass die Diskutierenden “unfreiwillige Demonstrationsobjekte” für die Konflikte zwischen Feminist_innen unterschiedlichen Alters seien.

Auf Gleisbauarbeiten lest ihr eine Rezension von Marlene Streeruwitz Buch “Das wird mir nicht passieren…Wie bleibe ich Feministin”, die mit den schönen Worten endet: “Ich bleibe Feministin. Sowieso.”

Antje Schrupp mahnt an: “Hört bitte mal auf, von „Frauenrechten“ zu reden“.

Auf fuckermothers analysiert die Autorin einen Artikel aus der Welt, der kein gutes Haar an Krippen lässt: “Krippen scheinen gefährlicher als Zigaretten und Gewalt-Computerspiele zusammen.”

Comics, Comics, Comics – YEAH! Wir empfehlen: comic sport (u.a. zu Feminismus, Psychologie und Kunst) und eva & eva (eine Platform für Grrrls and Ladies)

Für alle Film-Fans: Die west-östliche Diva hat bewirbt das ALFILM Filmfestival in Berlin, das am 2. November beginnt. Eine Woche lange werden ca. 70 Filme aus allen Teilen der arabischen Welt gezeigt.


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„In diesem System bleibt mir nur die männliche Option“

25. Oktober 2011 von Helga

Mann sein, aber nicht so ein männlicher Typ – im arte Film „Meine Seele hat kein Geschlecht“ berichten vier Transmänner über die (Nicht-)Grenzen zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit.

60 gut investierte Minuten, wobei leider nur ein Teil des Films untertitelt ist (er ist aber durchgängig auf Deutsch). Die rechtliche Situation ist in Deutschland übrigens ähnlich furchtbar wie in Frankreich.


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Frau schlägt Mann – was eine Nachricht alles hergibt

30. September 2011 von Helga

Weil er keinen Sex wollte, hat in Iowa eine Frau in ihrer Wohnung randaliert und ihren Freund geschlagen, soweit die Nachricht in der Ärztezeitung. Dabei fallen gleich mehrere Dinge auf. Das fängt schon damit an, dass es überhaupt eine Nachricht ist. Körperliche Gewalt, die von Frauen ausgeht, passt einfach nicht in das weiter prägende Bild der schwachen, zu beschützenden Frauen. Genauso wenig passt es, dass ein Mann keinen Sex will. Sie will, er nicht – eine Situation auf die unsere Gesellschaft bis heute keine Antwort hat. Schließlich auffällig: Während schlagende Männer oft die „Kontrolle verloren haben“ heißt es hier, die Frau sei „außer Kontrolle geraten“. Ganz so, als sei es die Aufgabe ihres Freundes gewesen, sie zu kontrollieren. So wird die Täterin wieder ein Stück weit aus der Verantwortung entlassen, sie wieder als Objekt dargestellt und gleichzeitig seine Männlichkeit noch ein Stück weiter demontiert.


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Angst vor Frauen als Ursache für Sexismus?

8. September 2011 von Anna-Sarah

Aktuell bei Twitter rumgereicht wird ein Interview mit dem Sozialpsychologen Rolf Pohl, das Heide Oestreich 2009 für die taz geführt hat.  Pohl lehrt  an der Uni Hannover Sozialpsychologie, seine Arbeitsschwerpunkte sind laut Wikipedia männliche Sexualität und Geschlechtsidentität, Antisemitismusforschung sowie psychoanalytische und sozialpsychologische Fragen zu NS-Tätern und ihren Verbrechen.  Amüsantes* “biografisches” Detail am Rande: Auf einer  maskulistischen und hier sicherlich nicht verlinkten (aber bei Bedarf leicht googlebaren) Website wird Pohl als “Nestbeschmutzer”, der “Angehörige des Geschlechts, dem er selber angehört, degradiert”, an den “Pudel-Pranger” gestellt und ihm wird – Achtung, Realsatire – die  “mutwillige Gefährdung des Geschlechterfriedens durch Schaffung eines männlichen Feindbildes” vorgeworfen…

Das Interview ist also nicht brandaktuell,  aber interessant genug, um hier jenen, die den Artikel noch nicht kennen (ich gehörte bis vor sehr kurzem selbst auch dazu) nochmal vorgestellt zu werden – zumal er inhaltlich innerhalb der letzten zwei Jahre wenig an Aktualität verloren hat.  Der  für meinen Geschmack streckenweise recht pampige Ton in den Fragen von Heide Oestreich, der wohl spritzig-kess bis konfrontativ-investigativ rüberkommen soll, mag zwar bisweilen etwas nerven, doch es lohnt, sich Pohls Ausführungen zu Gemüte zu führen.

Hier eine Kostprobe:

Aber “Sexismus” war eine Kampfparole in einer Zeit, in der Männer ihren Herrschaftsanspruch noch ganz offen formulierten. Heute ist sexistisches Verhalten offiziell verpönt, wir haben eine rhetorische Modernisierung erlebt. Weil die Diskriminierungen subtiler geworden sind, wirkt der Begriff nun ungenau. Ich würde auch nicht mehr sagen, wir leben in einem Patriarchat, sondern: Wir leben in einer männlich dominierten Gesellschaft mit klaren Geschlechterhierarchien. Niemand sagt mehr: Eine Frau darf nicht Bundeskanzlerin oder Führungskraft werden. Aber die Eigenschaften, die etwa dem Amt von Frau Merkel zugeschrieben werden, sind einer positiven Vorstellung von dominanter Männlichkeit entliehen. Und dann ist das Geschlecht der Amtsinhaberin natürlich mediales Dauerthema. Dieser Umstand ist mit “hegemonialer Männlichkeit” besser beschrieben als mit dem Begriff Patriarchat, in dem eine Frau auf dem Posten des Kanzlers nicht akzeptabel ist.

A propos hegemoniale Männlichkeit: Das Interview selbst ist ein Paradebeispiel dafür, wessen Positionen zu Genderfragen  als Expertise aufgegriffen, verbreitet und zur Kenntnis genommen werden und welche medial ein eher randständiges Dasein führen…

Spannend wird es vor allem da, wo Pohl  männliche Angst als wesentlichen Faktor für die von ihm beschriebenen gesellschaftlichen Schieflagen ausmacht – diese These eignet sich sicherlich hervorragend zum Diskutiertwerden. Ich persönlich hoffe vor allem, dass Pohl (z.B. durch Verfolgen der Mädchenmannschaft :-) ) mittlerweile sein anscheinend etwas verzerrtes Bild des “neuen Feminismus”, der angeblich Männlichkeitsideale nicht infrage stelle, die vorherrschenden Machtstrukturen nicht analysiere und dem allgemeinen Trend der Individualisierung folgen würde, revidiert hat. Zugegeben,  im Interview wird nicht zu 100% klar, ob er damit seine eigene Auffassung beschreibt oder die mediale Darstellung des Phänomens “Alphamädchen” kritisiert.  Stimmt letzteres, ist es umso mehr schade, dass er die Gelegenheit nicht genutzt hat, da was richtig zu stellen.

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*Ich hoffe inständig, dass die maskulistischen Verunglimpfungen keinerlei negativen Folgen für Herrn Pohl und die anderen dort diffamierten Personen haben/hatten und sie sich daher selbst auch über die Lächerlichkeit dieser Anwürfe amüsieren können/ konnten  –  ansonsten wäre es natürlich absolut verfehlt, meinen Fund als auch nur ansatzweise “amüsant” zu bezeichnen.


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Männer als Opfer sichtbar machen – aber richtig

2. September 2011 von Helga

3 Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt als Mittel im Krieg sind alt, aber erst langsam werden sie explizit wahrgenommen und geahndet. So verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Juni 2008 die Resolution 1820. Seither gilt sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten als eigener Straftatbestand.

Im Guardian erschien vor kurzem eine Reportage von Will Storr, der in Uganda eine oft übersehene und verschwiegene Gruppe von Opfern besuchte: Vergewaltigte Männer (Triggerwarnung!). In drastischen Worten beschreibt er die Grausamkeiten, die sie erlitten haben und die psychischen wie physischen Probleme, die sie danach begleiten.

Leider hakt der Artikel an einigen Stellen. So werden das Tabu „männliche Opfer“ und der Stereotyp des starken Mannes einseitig afrikanischen Gesellschaften zugeschrieben. Dass diese Probleme auch im Westen bestehen, wird verschwiegen. Dabei gehören sie zu den Gründen eines weiteren Problems, dass Storr beklagt: Viele Hilfsorganisationen konzentrierten sich zu sehr auf weibliche Opfer und Kinder, teilweise würde versucht, die Definition von Vergewaltigungen auf Frauen zu beschränken. Wie problematisch Männlichkeitsbilder sind, lässt sich hier nur erahnen. Dazu gehörte auch die Reflektion über die männlichen Täter, die aber völlig fehlt.

Einen anderen Grund lässt er einen Betroffenen ebenfalls nur kurz ansprechen:

“There’s a fear among them that this is a zero-sum game; that there’s a pre-defined cake and if you start talking about men, you’re going to somehow eat a chunk of this cake that’s taken them a long time to bake.”

Da gibt es Angst [unter den Hilfsorganisationen], dass es ein Nullsummenspiel ist; dass es da einen vorgefertigen Kuchen gibt und wenn man anfängt über Männer zu reden, wird ein Stück des Kuchen rausgeschnitten, den zu backen es sie eine lange Zeit gekostet hat.

Dabei sind Hilfsprogramme für Menschen bis heute deutlich schneller gestrichen als Hilfsprogramme für Banken. Und es hat sehr lange gedauert, bis der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ernst genommen wurde. Nun auch männliche Opfer ernst zu nehmen wird ebenfalls dauern – und nur erfolgreich sein, wenn eine kritische Betrachtung von Männlichkeit und männlichen Stereotypen erfolgt.


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Fußball, Google+ und Philosophie: überall Frauen.

20. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 115 von 260 der Serie Kurz notiert

Das Bitch Magazine schreibt ausführlich zu “Homophobic Friends“, dem Videoprojekt von Tijana Mamula, die aus 10 Staffeln der bekannten US-Serie Friends Szenen herausschnitt und neu zusammensetzte, die homophobe, trans*phobe und/oder heterosexistische “Witze” enthielten. Heraus­gekommen ist eine “neue Folge Friends”, “Homophobic Friends”, eben.

J-Walk veröffentlicht DEN Hausfrauenguide anno 1955.

In New York darf frau übrigens oben ohne durch die Straßen gehen. Jordan Matter hat 80 Frauen dabei über Jahre fotografiert, berichtet der Bust Blog und verweist auf eine fotografische Vorschau zum Buch “Uncovered”.

Schwarz weißes Foto eines älteren Pärchens auf einem Motorrad. Er lenkt mit schwarzem Helm und Sonnenbrille, sie sitzt oben ohne dahinter.

Der “Gender and Digital Politics“-Report (PDF) meint, es gäbe wenig politische Bloggerinnen. Cath Elliott ist auf owni.eu anderer Meinung. Der Total Politics Award, im Report als Indiz angeführt, habe bisher eine Reihe an (feministischen) Bloggerinnen ignoriert, außerdem stelle sich mal wieder die Frage: „Warum entscheiden eigentlich immer Männer, was Politik ist und was nicht?“

Die indische Webseite Tehelka hat 11 bizarre Ver­gewaltigungs­ent­schuldigungen gesammelt.

Japan ist Fußballweltmeisterin! Gratulation! DieStandard.at fasst noch einmal die Berichterstattung zusammen. Nicole von der Mädchenmannschaft konstatiert für das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung, dass Frauenfußball mitnichten eine andere, besondere Spielart des Fußballs sei. Image- und Werbekampagnen versuchten im Vorfeld der WM dem Frauenfußball einen “weiblichen” Anstrich zu verpassen. Im Dietz Verlag erscheint bald der Bildband “Schuhgröße 37 – Frauenfußball in Ägypten, der Türkei, Palästina und Berlin“. Bis zum 27. August findet dazu u.a. im Kreuzberg Museum eine Ausstellung statt.

Auf DRadioWissen erfahren wir ganz überraschenderweise, dass die “Karrierechancen von Männer und Frauen in der Forschung weiter ungleich verteilt” sind.

Mashable verweist darauf, dass das kürzlich gestartete Google-Network, Google+, männlich dominiert ist und bestätigt damit weiterhin die Ungleichverteilung der Geschlechter im Netz. Wo sind sie, die Frauen? Hier.

Apropos Google, Frauen, Wissenschaft: Bei der “Google Science Fair”, einer Art „Jugend forscht” finanziert von verschiedenen Firmen, haben dieses Jahr nur Mädchen gewonnen.

Die Taz stellt Kazim Erdogan vor, der Männern hilft, sich von Rollenbildern zu befreien.

Unique, das Hochschulmagazin der Uni Wien, schreibt zu Frauen in der europäischen Philosophiegeschichte: “Ein Blick auf Vergessene und Verdrängte, auf Mechanismen des Ausschließens und Mühsal wie Tücke der Rekonstruktion”

Reuters berichtete von einer Demo afghanischer Frauen, die so gegen sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit protestierten.


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Wann ist ein Mann ein Mann?

10. Juni 2011 von Helga

Mother Jones hatte vor einiger Zeit ein interessantes Photo Essay: 13 Männer öffneten sich und teilweise ihre Knopfleisten und erzählten, wann sie sich männlich fühlen. Herausgekommen sind vielfältige Antworten. DRadio Wissen hat dazu noch einige wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Frage parat:

Eine psychologische Studie der Universität South Florida hat ergeben, dass Männer darum kämpfen, als männlich wahrgenommen zu werden – und agressiv werden, wenn sie diese Wahrnehmung bedroht sehen. […] Aus einem anderen Test schlussfolgern sie, dass viele Menschen dazu tendieren, Männlichkeit als sozialen Status anzusehen, den man sich erarbeitet. Weiblichkeit sehen sie dagegen eher als biologischen Status an, der durch Geburt erlangt wird.

Also liebe Kommentator_innen, wann ist ein Mann ein Mann?

In der Rubrik „Grundsatzfragen“ diskutieren wir Grundsätzliches zum Feminismus. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Weiße Männer, Männlichkeiten und Körperkult

1. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 108 von 260 der Serie Kurz notiert

Die frauenfeindliche und homophobe Partei SGP darf in den Niederlanden mitregieren, schreibt die Welt. Die Partei strebt einen Gottesstaat an, befürwortet die Todesstrafe und lehnt Abtreibung, Sterbehilfe und pränatale Diagnostik ab.

Nadia Shehadeh kritisiert für Philibuster die letzte Kolumne von Sybille Berg auf Spiegel Online: “Autorin Sibylle Berg will Gutes für alle Geschlechtsgenossinen – und muss dabei immer wieder stumpf pauschalisieren und auf verschleierten Frauen rumhacken. Ich will das alles nicht.”

Die neue Anschläge, ein feministisches Magazin aus Österreich, ist draußen. Themen u.a.: Intimrasur und ein Nachruf auf die Riot Grrrl Punk Ikone Poly Styrene.

The F Bomb nimmt die Selbstdisziplinierungstechniken junger Frauen und Mädchen bezüglich ihres eigenen Körpers unter die Lupe.

Auf Gender Across Borders startete kürzlich die Serie “Behind the Mask of Masculinity” (deutsch: Hinter den Masken von Männlichkeit(en) ). In zum Teil wissenschaftlichen, zum Teil sehr persönlichen Artikeln zu kritischen Männlichkeiten diskutieren mehrere Autor_innen deren kulturelle wie soziale Ausprägungen. Unbedingt lesenswert.

Mikki Kendall gibt nützliche Kommunikationstipps für alle, die sich für kritische Perspektiven auf Machtverhältnisse und Diskriminierung interessieren.

In “Lass Papa das mal machen” freuen sich die Leser_innen der Taz zunächst über die Aussage, dass auch Väter Verantwortung in der Erziehungsarbeit übernehmen sollten. Die Argumente hierfür sind allerdings haarsträubend stereotyp und biologistisch.

Warum alle weißen Männer verweigern sollten, auf Veranstaltungen zu sprechen, die nur ihresgleichen beherbergen, begründet Good.

Jezebel nimmt die Geschichte der “Bikini-Figur” auseinander und zeigt auf, warum das Thema nicht nur mit Körpernormierungen, sondern auch mit Geschlechterverhältnissen und speziell dem “männlichen Blick” zusammenhängt.

Die Tagesschau berichtet über die Situation von Frauen in Ägypten während der Revolution: Dort schikanierte das Militär sie mit sogenannten “Jungfrauentests“.

Feministing konstatiert, dass Trans*Personen in den Mainstream-Medien lediglich als schicksalshafte Figuren präsentiert werden.

Der aktuelle Beyoncé-Song “Run the World (Girls)” hat nicht nur für Begeisterungsstürme gesorgt. Auf Colorlines werden die Kritiken an den Aussagen im Song zusammengefasst und entsprechend kommentiert. Auch sehenswert: Diese Kritik in Videoform:

 


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