Einträge mit dem Tag ‘männlicher Terror’


Zum Tod von Fatima Mernissi, behinderte Beauty-Bloggerinnen und feministische Archive – kurz verlinkt

3. Dezember 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 304 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die marrokanische, feministische Soziologin und Autorin Fatima Mernissi, die bekannt geworden war durch Bücher wie „Beyond the Veil“ und „The Veil and the Male Elite“, ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Die NZZ veröffentlicht einen Nachruf und verweist auf das vielfältige Engagement Mernissis.

90 Prozent der antisemitisch motivierten Straftaten werden von Rechten begangen (und nicht etwa von „den Muslimen“). Ein lesenswertes Interview in der Süddeutsche mit Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung.

„Mach mit beim internationalen Mapping-Event “MapMyDay” und schaff Bewusstsein für Barrierefreiheit.“ – Mehr Informatinen zu diesem Event findet ihr auf MapMyDay.

Wie werden Frauen in den Medien sichtbarer? Felicia Mutterer und Maren Heltsche haben bei den #medialectures diskutiert. (YouTube-Link)

englischsprachige Links

Am Dienstag war World Aids Day. Aus diesem Anlass schrieb Jordan Taylor bei Mic.com darüber, dass nur ein Bruchteil der mit HIV infizierten Personen frühzeitig Zugang zu wichtigen Medikamenten haben und was getan werden müsste, damit sich dies ändert.

Autostraddle stellt einige feministische/ feminisisch relevante Archive, wie das Jewish Women Archive und das Pembroke Center’s Feminist Theory Archive, vor, zu welchen es online Zugriff gibt.

Bei The Cut fragt Rebecca Traister: „Why Do We Humanize White Guys Who Kill People?

Beim BBC sprechen fünf Beauty-Bloggerinnen über die Bedeutungen von Style und Make-Up im Kontext von Behinderungen, über ihre Ansätze und Themen, die sie fokussieren wollen. Eine der dort portraitierten Bloggerinnen schrieb zu dem auf ihrem eigenen Blog, Sarah in Wonderland, über das Fotoshooting mit Kylie Jenner, welches einen Rollstuhl als Requisite nutzt: „Apparently the images were to highlight the ‘limitations of fame.’ How on earth does a wheelchair represent limitations? A wheelchair is freedom for so many disabled people, for me. […] The fact that she commented on ‘limitations’ just shows how ill-informed she really is; we’re only limited because of the ableist society we live in and when well-known celebrities like Kylie Jenner are appropriating this view, it’s extremely harmful to many of the disabled community. We deal with a lot of limitations on a daily basis, from accessibility to discrimination – but a wheelchair is freedom. “

Die 72-jährige Schauspielerin Holland Taylor zum Thema Beziehungen: “I haven’t come out because I am out. I live out.”

Termine in Berlin und Essen

03.12. in Berlin: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

10.12. in Berlin
: Podium zu „Kunst: Kritik, Widerstand, Empowerment?!“ mit Sandrine Micossé-Aikins (Mind the Trap), Philipp Khabo Köpsell (Indaba) und Natasha A. Kelly (Moderation) (FB-Link)

12.12. in Essen: Ab 14 Uhr gibt es einen Body- und Fatshaming-Empowerment-Workshop mit Hengameh. (FB-Link)

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


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Der freundliche, einzelgängerische Terrorist. Wenn weiße Männer morden.

30. November 2015 von Charlott

In Colorado Springs tötete am Freitag ein Mann drei Menschen und verletzte neun weitere in einer Planned Parenthood Klinik. Eine Tat, die sich einreiht in eine Geschichte von Angriffen gegen Personen und Organisationen, die Abtreibungen vornehmen oder Menschen bei diesen unterstützen. Eine Tat die zum einen im Zusammenhang der konkreten Kampagne gegen Planned Parenthood, welche seit Monaten läuft, zu sehen ist und auch im allgemeinen Kontext all jener Rhetoriken, Gesetzgebungen und Debatten, die Abtreibungen verdammen und Körper, die nicht cis-männlich sind, regulieren wollen. (Und dies ist natürlich auch kein us-amerikanisches Phänomen.)

In Online-Auseinandersetzungen rund um die Morde wurde wieder einmal deutlich, was „Pro Life“/ „Lebensschutz“ eigentlich bedeutet. Es ist eine Ideologie, in der ein Fötus sehr viel wert hat, die austragende Person hingegegen gar keinen, aber darüber hinaus auch wiederum hingenommen wird, wenn schwangere Personen (und ihre Föten) bei Angriffen auf Abtreibungskliniken sterben. Es geht nicht um Kinder (von denen sechs allein durch dieses Attentat ein Elternteil verloren), sondern um Kontrolle.

Und in der medialen Darstellung? Da schrieb die New York Times in einem langen Portrait zum Täter, er sei ein „sanfter umherziehender Einzelgänger, der hin und wieder gewaltätig gegenüber Frauen und Nachbar_innen, die er kannte, wurde“. Und auch wenn das „sanft“ (gentle) mittlerweile aus dem Text herausredigiert wurde, so bleibt die Grundtendenz doch erhalten: (Wieder einmal) wird ein weißer männlicher Attentäter stärker „vermenschlicht“ als dies sogar bei Schwarzen Opfern von Gewalt üblich ist.

Das Einzelgänger-Narrativ ist eines, welches Journalist_innen und Politiker_innen mit Vorliebe herauskramen, wenn es um die Einschätzung von Attentaten ausgeführt von weißen, christlich-säkularen Männern geht. Und dies ist nicht nur ein Erzählung, die eine Lebensgeschichte des Täters zentriert, welche eventuell sogar nich Mitleid erregen soll, sondern vor allem eine, die die Tat außerhalb von Machtverhältnissen und größeren Zusammenhängen rückt. Getötet hat dann eine Person, die keineswegs beeinflusst wurde von sexistischen/ rassistischen/ etc. Denkmustern und Teil einer größeren Gruppe mit eben solchen Vorstellungen ist, sondern eine Person, die „eigensinnig“ ist, vielleicht etwas „verwirrt“. Diese Ausflüche, zu denen auch gehört, dass bei solchen Taten die Motive zumeist als unklar beschrieben werden, tragen zu eben jenem gesellschaftlichen Klima bei, in dem solche Morde ausgeführt werden.

Zum Weiterlesen bei der Mädchenmannschaft:
Utøya. Drei Jahre. (Charlott)
Alle* Leben sind gleichwertig: Ein Notizzettel voller Gedanken (Hengameh)
Ein deutsches Drama (accalmie)
Terroranschlag: Was das Patriarchat versäumt hat (Nadia)
Einzelfall Elliot Rodger. Oder: Wieder sexistisch motivierte Morde. (Charlott)


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