Einträge mit dem Tag ‘Madonna’


Ladyfest Mainz, NSU-Abschlussbericht und Konferenz zu Feminismen of Color – Kurz Notiert

29. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 201 von 232 der Serie Kurz notiert

Künstlerinnen wie M.I.A., Madonna oder Lady Gaga wollen mit ihren Burka-Perfomances anscheinend Diskussionen anregen, besonders kontrovers erscheinen oder verstehen sich gar als solidarisch mit burka­tragenden Frauen. Eren von MuslimahMediaWatch kritisiert diese paternalistische Aneignungs­praxis und fragt: Wann verstehen wir endlich, dass profit­orientierte Kontroversen keinen gesell­schaft­lichen Wandel anregen?

Die Berliner Zeichnerin Soufeina Hamed beschreibt ihren Alltag als Muslima in Form kurzer Comicstrips.

Nach der Babypause erleben Wieder­einsteiger_innen oftmals ihr blaues Wunder. Der alte Job ist weg, die Wert­schätzung auch, berichtet dieStandard.at.

Miley Cirus ist bei den MTV Video Music Awards’s aufgetreten und hat eine Menge Kritik für ihre “übersexualisierte” Show bekommen. Lachrista Greco kritisiert, dass die Sexualität von Cyrus ja wohl ihre Sache sei und merkt an, dass die Kritiker_innen lieber die rassistischen Elemente ihres Auftritts in den Blick nehmen sollten.

In den USA wäre es wohl zu einer weiteren Tragödie an einer Schule gekommen, wenn Antoinette Tuff nicht beherzt eingegriffen hätte (englisch­sprachig).

Auf dem Reproductive Justice Blog gibt es einen englisch­sprachigen Artikel über Mitstreiter_innen (“Ally”) in aktivistischen Kämpfen (also z.B. weiße Frauen bei anti-rassistischen Kämpfen). “Verbündete_r zu sein ist ein kontinuierlicher Prozess. Es ist Praxis. Es ist niemals zu Ende.”

Und wie könnte diese Praxis aussehen? Ein englisch­sprachiges Video gibt Aufschluss: wachsam und Unterstützer_in sein in diskriminierenden Situationen.

Tumblr-Fans aufgepasst, es gibt ein cooles neues englisch­sprachiges Tumblr mit vielen Bot­schaften, warum Fat Acceptance wichtig ist: ineedfatacceptance.tumblr.com.

Der Palästinenser Karim H. war unter den ersten, die die von Rechten bekämpfte Geflüchteten-Not­unterkunft in Hellers­dorf bezogen – und sofort wieder verließen. Die taz und der Tagesspiegel führten Interviews mit ihm. Der Bezug Unter­kunft geht trotzdem weiter. Es wird aber niemand zum Umzug in das Heim gezwungen, so die Berliner Morgenpost.

Die Jungle World sprach mit Osman Osmani, dem Gründer der NGO »Initiative 6« aus Prizren, die sich für Roma, Ashkali und andere diskriminierte Minder­heiten im Kosovo einsetzt.

In den USA gibt es eine neue Serie, die viel Aufmerksamkeit, aber auch Kritik erntet: Orange Is The New Black. Die Besetzung ist sehr vielfältig, es tauchen nicht die immer gleichen weißen, schlanken, normschönen Schauspieler_innen auf. Eine davon ist Dascha Polanco, die auf NBCLatino ein Interview gab und u.a. über ihre Unsicherheiten sprach, sich in der Filmindustrie auf Rollen zu bewerben, weil sie zu befürchten hat, dass sie auf Grund ihres Gewichts nicht in das normierte Hollywood-Schema passt.

Nach 19 Monaten kommt der NSU-Ausschuss im Bundestag zu einem ver­nichtenden Urteil: „Ein nicht vorstell­bares Versagen“, titelt die taz. Der Tagesspiegel berichtet, dass das Bundes­innen­ministerium kritische Sätze aus dem Abschluss­bericht des NSU-Untersuchungs­ausschusses streichen lassen will.

Die Whistle Blowerin Chelsea Manning hat im Guardian ein Statement zu ihrem nun folgenden Transitions­prozess abgegeben.

Die österreichischen Grünen sorgten mit einer fragwürdigen Wahl­werbung für eine gehörige Portion Kritik. Auf dem Plakat sind zwei Schwarze Reinigungs­kräfte zu sehen, unter­titelt wird das Plakat mit “Und wer putzt bei dir?“. Darauf­hin formulierten Initiativen und Vereine wie ADEFRA, ISD, maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen oder migrazine.at eine öffentliche Kritik: “Wir wehren uns gegen die unreflektierte Ver­wendung von Bildern als Auslöser für Diskussionen, die auf dem Rücken von Schwarzen Frauen*, Women* of Color und Migrantinnen* aus­getragen werden, und so unsere Stimmen und Wider­stände unsichtbar machen.”

Lisa e.V., ein Mädchen- und Frauenladen für interkulturelle Sozialarbeit hat sich bei Quartiermeister um eine Förderung beworben. Abstimmen könnt ihr noch bis zum 1. September.

Beate Schücking ist eine von sehr wenigen Frauen an der Spitze einer deutschen Universität. Sie wurde bekannt, als die Uni Leipzig beschloss, Hochschullehrer als “Professorin” zu bezeichnen. Ein Portrait gibt’s in der Zeit.

Termine in Berlin, Hamburg und Mainz nach dem Klick

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Happy Birthday, Madonna!

16. August 2011 von Nadia

Ach, Madonna. 53 Jahre. Und seit fast drei Jahrzehnten tanzen wir zu Deiner Musik.

Und heute verzeihen wir Dir einfach mal alles. Dass Du mit “Candy” und allem was danach kam ein bisschen ins Mittelmaß abgerutscht bist. Dass Du immer noch eine Fitnesstrainerin auf der Bühne sein willst, obwohl Du Dich auch locker auf einen Barhocker pflanzen und eine Unplugged-Version von “Like a Prayer” singen könntest. Und dass Du in den letzten Jahren öfters mit doofen Schlagzeilen über Dich reden machst als mit guter neuer Mucke.

Aber Du darfst es einfach. Weil Du die Queen bist. Weil wir mit Deiner Musik groß geworden sind und viele von uns vor dem Spiegel in die Haarbürste Playback gesungen haben – trotz damals nicht vorhandener Englischkenntnisse. Weil einige von uns sich Nylonstrümpfe ins Haar gebunden haben – und hinterher Angst bekamen, dass wir uns den Kopf rasieren müssen, weil die Dinger nicht selten in den Zotteln hängen geblieben sind. Und weil Du viele von uns einfach irgendwie begleitet hast wie eine große Schwester.

Happy Birthday, Ms. Ciccone! ♥

 


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Möge euch der Wind meines Winkfleischsegels vom Erdboden pusten!

16. Juli 2009 von Meredith

Fettalarm bei Madonna“, titelt Antenne Bayern, Brechreizalarm bei mir.

Weil Madonnas 50 Jahre alte Oberarme nicht mehr die Konsistenz eines Presspfirsichs besitzen (ja genau, sowas gibt es nicht und Arme, wie es die Ästhetiktotalitarier der Medienwelt verlangen, gibt es im wahren Leben auch nicht), weil diese Oberarme es gewagt haben, beim Winken ein wenig zu wackeln, weil das Bindegewebe von Oberarmen nunmal nicht das Bindegewebe von Kleinkindpopo ist, selbst wenn sich untendrunter nur hart erarbeitete Muskulatur befindet, deswegen atmet die Antenne Bayern erleichtert auf, meldet Fettalarm und frohlockt:

Die sportverrückte Madonna besteht inzwischen zwar aus mehr Knochen als Haut, aber selbst das schützt die Diva eben nicht vor dem typischen Frauenproblem.

Gut, dass jemand die Frauen, Madonna allen voran, daran erinnert, was ihr typisches Problem ist. Winkfleischkotelett, anyone?


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Mieser Vergleich

12. Januar 2009 von Verena

Auf einen etwas merkwürdigen Vergleich weist Intro.de zu Beginn der Woche hin. In der Popgossip-Rubrik heißt es:

Einen deutlichen Schritt nach vorn tat dieser Tage unterdessen die zweitvernünftigste Religion der Welt, der Feminismus. Glaubenssprecherin Kim Gordon, Bassbenutzerin bei Sonic Youth, hat der Sharia eine neue, verbesserte Sure hinzugefügt: “Madonna hat den Feminismus um 20 Jahre zurückgeworfen”, schrieb sie den Glaubensschwestern ins Gebetsbuch. Der landläufige Irrglaube, Madonna sei eine Feministin wie du und ich, sei ein Frevel: “Madonna eine FeministIn zu heißen – das ist, als würde frau sagen, Sarah Palin ist eine Feministin, nur weil alle durchknallten Rechtsaußen-Frauen sie toll finden.”

Abgesehen von den religiösen Verweisen, die der Autor hier auf den vorangehenden Absatz bezieht, wie lassen sich eine für Homosexualität und weibliches Sexbewusstsein eintretende Popsängerin mit einer Enthaltsamkeit predigenden Politikerin vergleichen?!


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Madonna mal wieder

17. November 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 19 von 78 der Serie Die Feministische Bibliothek

Jahrelang wurde die 1958 geborene Madonna Louise Veronica Ciccone als feministische Ikone bezeichnet. Die US-amerikanische Publizistin Camille Paglia nannte sie in den frühen Neunzigern “the future of feminism”. In diesem Jahr feiert sie runden Geburtstag, was mit vielen vielen Veröffentlichungen flankiert wird.

“Madonna und wir. Bekenntnisse” heißt das von Kerstin und Sandra Grether herausgegebene Geburtstagsbuch zum Fünfzigsten der US-amerikanischen Popsängerin. Die Herausgeberinnen, Musikjournalistinnen, Musikerinnen und Popkulturinteressierten haben einen bunten Reigen an Texten und Illustrationen über Madonna gesammelt. Da schreiben neben vielen anderen etwa Inga Humpe (einen etwas wirren, selbstreferentiellen Beitrag über die Wirkung eines Händchen-halten-Fotos von Madonna und Guy Ritchie) oder Christina Mohr (Was passiert in einer “normalen” Biografie in der selben Zeit, wenn Madonna sich mal wieder selbst erfindet?, formuliert als Brief an Madonna). Ein 15-Minuten-Interview aus der Zeit wird noch mal abgedruckt und eine Handvoll deutscher Indiestars (Frank Spilker, Bernd Begemann, Bernadette La Hengst, Julie Miess, Thomas Meinecke) erzählen über ihren Alltag und wie dieser von Madonna tangiert wird.

Manches zu lesen macht viel Freude, manches ermüdet ein wenig, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Fakten aus Madonnas Leben so oft in der Presse genannt wurden – und nicht nur in ihrem Jubiliäumsjahr, sondern natürlich auch schon davor – dass das Buch trotz seiner 400-Seiten-Dicke nicht so wirklich viel Neues bringt, außer der reizvollen, aber durchaus gut ausgereizten Form des Besinnungsaufsatzes zum Thema “Mein Leben und Madonna”.

Ein paar Ausschnitte aus dem Buch:

Wie ertragen Sie die ganze Negativ-Berichterstattung?
Madonna Mit Humor. Außerdem weiß ich, wo so etwas herkommt. Deswegen nehme ich es nicht persönlich.
Wo kommt es her?
Madonna Die Leute bringen ihre Wünsche zum Ausdruck. Sie haben es nicht gerne, daß jemand über einen längeren Zeitraum erfolgreich ist. Besonders dann nicht, wenn es eine Frau ist, die auch noch ihren Mund aufmacht. Dahinter steckt der Wunsch, mich zum Schweigen zu bringen, mich einzuschüchtern. Es steigert außerdem die Auflage. …
[Detlef Diederichsen, "Eine warmherzige Frau"]

Das Kinobild Madonna markiert einen medialen Machtwechsel. Es ist eine Übernahme, es gehört dem Fernsehen. Dort, längst nicht mehr im Kino, werden die Ereignisse kreiert, welche die Welt in Atem halten.
“Express Yourself” ist einer der Videoclips, denen Madonna ihren weltweiten Ruhm verdankt, ein Remake von Fritz Langs Kinoklassiker “Metropolis” im Vierminutenformat.
[Michael Girke, "Das Bild Madonna und die Liebe zum Kino"]

Noch lieber als das epochale “Like a Virgin” mochte ich “Material Girl”, so wie Sie in diesem Video wollte ich sein: schön wie Marilyn Monroe, umschwärmt und auf Händen getragen von hübschen Jungs. Und das Wichtigste: Sie hatte die Macht über diese Jungs …
[Christina Mohr, "Wie sich's für ein normales Mädchen anfühlt"]

“Madonna und wir. Bekenntnisse”, herausgegeben von Kerstin und Sandra Grether, ist im Suhrkamp Verlag erschienen. 400 Seiten, kartoniert, 12 Euro.

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