Einträge mit dem Tag ‘Liebe heute’

California Dreamin’

Saturday, May 17th, 2008 von Susanne

Vorgestern verkündete der Oberste Gerichtshof von Kalifornien, dass dort ab sofort homosexuelle Paare heiraten dürfen. Gestern dann verkündete Talkmasterin, Schauspielerin und Comedian Ellen DeGeneres in ihrer Talkshow, sie würde demnächst ihre langjährige Freundin, die Schauspielerin Portia de Rossi, ehelichen.

Und wer diesen Moment sieht, kann am Grad der aufgestellten Unterarmhaare ablesen, wie bescheuert das bisherige Verbot war:

Über Feministing

Die neuen Paare

Wednesday, May 14th, 2008 von Susanne

Heute Morgen stellte Familienministerin Ursula von der Leyen eine Studie der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft vor. Diese hat gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung 25 Paaremit Kindern ausführlich interviewt, bei denen beide Elternteile beruflich erfolgreich sind. Parallel dazu wurden über 1.000 Paare per Telefon befragt. Titel der Studie: “Kinder und Karrieren: Die neuen Paare.”

Und darum geht es den Forschern:

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, wie Doppelkarrierepaare mit Kindern die erfolgreiche Vereinbarung ihrer Karrieren mit Kindern bewältigen, welche Erfolgsstrategien sie entwickelt haben und auf welche Widerstände sie gestoßen sind. Auf der Grundlage der Ergebnisse wurden Handlungsempfehlungen für Politik, Unternehmen und Paare entwickelt.

Die gesamte Studie erscheint im Verlag der Bertelsmann Stiftung: “Kinder und Karrieren: Die neuen Paare” von Kathrin Walther und Helga Lukoschat.

Nachtrag:
Online wurden jetzt die wichtigsten Punkte veröffentlicht. Die da sind:

  • Doppelkarrierepaare mit Kindern sind Multiplikatoren für eine familienfreundliche Unternehmenskultur. 75 Prozent der weiblichen und 79 Prozent der männlichen Führungskräfte sagen, dass ihr Verständnis für Kolleginnen und Kollegen mit Familie gewachsen ist.
  • Wichtige Voraussetzung für eine gelungene Vereinbarkeit sind familien-freundliche Arbeitsbedingungen.
  • Eine ausgewogene Aufteilung familienbezogener Tätigkeiten führt zu mehr Zufriedenheit. 76 Prozent der Befragten streben eine gleiche Rollenverteilung unter den Partnern an.
  • Die Organisation der Kinderbetreuung und das Management des Haushalts werden als größte Herausforderungen gesehen.

Vom Liebesglück zweier Schweine

Saturday, May 10th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 8 von 9 der Serie Die Feministische Bibliothek

Mit guten Büchern kann man nicht zu früh anfangen und deshalb ist es diesmal Zeit, ein wunderbares Kinderbuch vorzustellen. Eigentlich ist es auch gar nicht nur für Kinder, für Erwachsene steht auch eine Menge drin: “Trüffel liebt Rosalie” oder “Rosalie liebt Trüffel”. Das Buch hat beide Titel, es lässt sich von vorn nach hinten oder auch von hinten nach vorn lesen - einmal die Geschichte von Rosalie, einmal die von Trüffel. Und das Tolle an diesem Buch: Es erzählt sehr viel über Rollenerwartungen und Kommunikationsstörungen. Ja, tatsächlich. Am Beispiel von Schweinen.

Rosalies Geschichte beginnt unter einem Apfelbaum:

Rosalie ist verliebt.
In wen?
In Trüffel. Wen sonst?
“Verliebt waren wir alle mal”, sagt Rosalies Mutter. (…)
“Was kann der Kerl dir denn bieten außer den üblichen Schweinereien?”
“Sein Herz”, sagt Rosalie.
Also nichts.
Die Eltern schütteln betrübt die Köpfe.

Trüffels Geschichte beginnt unter demselben Apfelbaum:

Trüffel ist verliebt.
In wen?
In Rosalie. Wen sonst?
“Binde dich bloß nicht zu früh!”, sagt Trüffels Mutter.
“Genieße erst mal dein Leben”, sagt Trüffels Vater.
“Aber das tue ich!”, ruft Trüffel, “ich -”
“Später ist keine Zeit mehr dafür”, sagt Trüffels Vater.
Trüffels Mutter nickt.

Die beiden halten zueinander, müssen lernen, dass jeder Mensch anders funktioniert und dass sie über all das auch reden müssen, um nicht wieder getrennte Wege gehen zu müssen. Doch ihre Freunde leben ihnen etwas anderes vor. Rosalies Freundin Clara zum Beispiel liebt Carlo und sagt, sie liebe an ihm

“Sein Styling, sein Auto, seine Wohnung, …”
Und dass er eben ein richtiges Schwein ist.
Den Rest werde sie sich schon noch zurecht biegen.
Meint Clara.
Ach so! Rosalie staunt.
Sie selber liebe einfach alles an Trüffel:
“Wie er lacht wie er küsst wie er geht wie er steht wie er spricht
wie er liegt wie er träumt wie er tanzt wie er singt wie er -!”

Und Trüffels Freund Carlo ist genau so ein wandelndes Klischee wie Rosalies Freundin Clara. Er liebt an ihr

“Ihre Haxen, ihre Schenkel, ihre Wiederborstigkeit, …”

Das Buch stellt die gesamte “Frauen sind so, Männer anders”-Idiotie bloß, auf eine wahnsinnig charmante Art, und lässt am Ende natürlich Rosalie und Trüffel auch wieder zueinanderfinden. Unter dem Apfelbaum.

“Goodbye Märchenprinz!”

Tuesday, April 29th, 2008 von Susanne

So ist der dritte Teil der großen Brigitte-Studie überschrieben, der sich mit den Vorstellungen und Wünschen junger Frauen in Sachen Liebe und Beziehungen beschäftigt. Hier mal auf die interessanten Stellen für euch zusammengedampft:

  • Einen öden Typen heiraten, nur um abgesichert zu sein? Das lehnen Frauen heute dankend ab.
  • Die alten Männerbilder verblassen. Der Versorger, der Beschützer, der Göttergatte, dem die Frauen ihr Leben unterordnen? Das war einmal. 97 Prozent finden, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Geben und Nehmen eine gute Beziehung bestimmt.
  • “Was Männer und Frauen von einer guten Beziehung erwarten, ist nahezu deckungsgleich”, hat Prof. Jutta Allmendinger durch eine Vergleichsstudie mit Männern herausgefunden. Kampf der Geschlechter? Den gibt’s eigentlich nur noch auf dem Papier. Bleibt die Frage, warum es in Partnerschaften so oft nicht klappt. Vielleicht, weil trotz der Übereinstimmung der Wünsche so viele Missverständnisse über das andere Geschlecht existieren.
  • Wie groß die Macht der Stereotype ist, hat selbst Expertin Jutta Allmendinger überrascht.
  • Männer reden nicht über ihre Gefühle! Das sagen mehr als 80 Prozent. Sie halten Männer für sexgierig und desinteressiert an verantwortungsbewussten Beziehungen. Dabei ist das falsch, die Untersuchungen belegen etwas ganz anderes: Partnerschaft ist für Männer sogar wichtiger als für Frauen!
  • Der Irrtum ist, dass Frauen und Männer zu wissen glauben, was das andere Geschlecht bewegt. Ihre Fehleinschätzungen überprüfen sie nur selten an der Wirklichkeit.
  • Ob im Beruf oder in den Medien - überall fehlen runderneuerte positive Männervorbilder.
  • Die Frauen erwarten, dass sich etwas ändert, ihr Märchenprinz ist nicht länger der Karrieretyp oder der Versorger. Der Traummann der Zukunft übernimmt vor allem Verantwortung fürs gemeinsame Kind. Nur als Väter sind Männer noch Helden.

Frauen, die pfeifen

Thursday, April 17th, 2008 von Barbara

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte diese Woche wieder einen Text über Lady Bitch Ray.

“Man muss nicht aussehen wie eine Eule, um für Frauenrechte zu kämpfen”, sagt sie, und dass sie eine Feministin der neuen Generation sei - der nach Alice Schwarzer.

Lady Bitch Ray lobt Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete”. Sie meint, sie lasse sich von keinem Mann etwas sagen. Auch die Münchner Abendzeitung entdeckt Frauen, die derbe sind, Frauen, die auf sich aufmerksam machen, die “pfeifen” - und Frauen, denen dafür nicht der Hals umgedreht wird. Sie kaufen Sexspielzeug und verfassen erotische Manuskripte:

Seit Wochen etwa wird Verlegerin Claudia Gehrke mit Frauen-Manuskripten überschwemmt, die aus schlüpfrigen Emails oder Aufzeichnungen aus Chatrooms bestehen. „Das anonyme Chatten daheim lässt die Schamgrenzen fallen. Plötzlich schreiben Frauen auf, was sie wirklich denken und fühlen“, sagt Gehrke, die seit den 80er Jahren eine erotische Literatursammlung für Frauen („Das heimliche Auge“) herausgibt, „sie formulieren vulgärer, expliziter. Der direkte Zugriff bringt mehr Lust als kuschelige Umschreibungen“.

Und auch die Welt hat die Frau als sexuelles Wesen entdeckt.

How to be: Ein feministischer Freund

Saturday, April 12th, 2008 von Susanne

Jill postete gestern in ihrem Blog feministe.us die Frage eines Lesers: Was das genau bedeutet, der männliche Part in einer feministischen Beziehung zu sein? Eine spannende Frage! Bisher sind bei feministe.us schon über 60 Kommentare eingegangen. Und jener Leser, der die Frage stellte, wünscht sich sogar, Jill würde ein Buch “How to be a feminist boyfriend?” schreiben. Gute Idee!

Ratlose Neue Deutsche Mädchen

Tuesday, April 1st, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 5 von 9 der Serie Die Feministische Bibliothek

Am Wochenende habe ich “Neue deutsche Mädchen” gelesen. Das dauerte vier Stunden, ich hatte einen unterhaltsamen Nachmittag in der Sonne, aber war nach der Lektüre auch irgendwie ratlos. Jana Hensel und Elisabeth Raether beschreiben wort- und anekdotenreich ihr Leben in Hamburg, Paris und Berlin und einen Lebensstil, der im Klappentext als der ihrer Generation bezeichnet wird: kurze Affären und Beziehungen, die ersten (Praktikums-) Erfahrungen im Job; ein bisschen das Leben der Eltern, ein bisschen das Leben der Freunde.Dieses über-sich-selbst-erzählen ist die Schwäche des Buches. Denn auch wenn der Klappentext etwas anderes verspricht, wie viele junge Frauen können sich schon mit einem Leben zwischen Gästelistenpartys, Einladungen zu schicken Dinners oder coolen Abrisshausfeten identifizieren, deren Beschreibung etwas zu sehr die Atmosphäre des Buches bestimmt. Das ist wirklich schade. Denn ihr Anliegen ist ein Gutes: Die beiden erzählen aus ihrer Vergangenheit von sich selbst, ihren Wünschen und Gedanken; und setzen dazwischen immer wieder ins Heute über, in dem sie desillusionierende Erfahrungen im Beruf, die x-te gescheiterte Beziehung und die schwere Idee von einem glücklichen Leben reflektieren. Im Vergangenheitsmodus schreibt Elisabeth Raether beispielsweise noch:

“Ich war eigentlich ganz froh, dass Christian die Organisation unseres Zusammenlebens übernahm und ich mich weitgehend passiv verhalten konnte.”

Im Heute-Modus erkennt sie:

“Ich habe von mir verlangt, mich seinen Erwartungen anzupassen, und habe nie von ihm verlangt, dass er sich meinen Erwartungen anpasst. Ich habe diese Erwartungen nicht einmal formuliert.”

Ihnen wird klar, dass sie viel emanzipierter werden müssen, dass die Klischees vom verliebten Weibchen und sich aufopfernden Müttern unsere Freiheit einschränken, dass eine Beziehung nicht daraus bestehen kann, immer genau das zu tun, was der Andere vermeintlich erwartet, dass sie den Mund aufmachen müssen gegen die Boys-Netzwerke in den Firmen, und dass sie auch überhaupt erst einmal rauskriegen müssen wie das geht mit dem weiblichen Erfolg:

“Diejenigen, die es geschafft hatten, sprachen nicht darüber, dass sie Frauen waren. Ebendeshalb aber konnten sie für viele keine Vorbilder sein: Ihr Aufstieg vollzog sich so wundersam, dass es unmöglich schien, einen solchen Weg zu planen. (…) Ihr Erfolg war immer ein Einzelfall, das Ergebnis gelungener Anpassung, nicht das veränderter gesellschaftlicher Bedingungen.”

Die beiden Autorinnen schneiden viele Problemfelder an: Rollenerwartungen, Familienleben, Berufstätigkeit, moderne Männer, alter Feminismus, Selbstbewusstsein und Selbstzweifel. All diese hätten sie aber gerne öfter mal etwas genauer untersuchen und dafür auf die eine oder andere Anekdote verzichten können. Was meine Ratlosigkeit über die Absicht des Buches am Ende wenigstens noch ein bisschen abgefangen hat, war der allerletzte Satz auf Seite 206:

“Es wird nämlich so sein, dass die meisten Frauen sich ihre Wünsche selbst erfüllen: Sie bitten ihren Mann, der sie zum Juwelier begleitet, um seine Meinung und zahlen am Ende ihren Schmuck selbst.”

Daddy Cool

Monday, March 31st, 2008 von Susanne

Wenn ein Kind unterwegs ist, wenden sich Schwangerschaftsbücher, Aufmerksamkeit und gute Ratschläge der Tanten meistens nur an die werdende Mutter. Dabei ist es doch beinahe spannender (weil noch nicht hundert Mal erzählt), was in dem werdenden Vater vorgeht, wie er sich auf seine neue Rolle vorbereitet und wie dann das Leben mit Kind ganz konkret aussieht.

Auf der jetzt.de-Seite in der Süddeutschen Zeitung erzählen heute drei junge Väter, wie das so ist, mit Kind.

(Illustration über jetzt.de)

Frauenfakten: Das Gleichberechtigungsgesetz

Monday, March 31st, 2008 von Susanne

Heute vor 55 Jahren ließen die regierenden Männer eine Frist verstreichen - was große Folgen hatte. Denn bis zum 31. März 1953 hätten die bundesrepublikanischen Parlamentarier Einspruch gegen einen Gesetzesentwurf von Elisabeth Selbert erheben können, in dem sie die Abschaffung all jener Gesetze fordert, durch die Frauen und Männer rechtlich ungleich behandelt werden. Wie gesagt, die Frist verstrich. Das Gleichberechtigungsgesetz trat in Kraft. Eine ganze Reihe anderer Gesetze mussten geändert werden, zum Beispiel, dass das Eigentum der Frau bei einer Heirat in den Besitz des Mannes übergeht.

Doch bei einigen dauerte es noch lange, bis geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten abgeschafft waren: Bis 1977 konnte ein Mann den Job seiner Frau kündigen, wenn er der Meinung war, sie würde Haushalt und Kindererziehung vernachlässigen. Erst ab 1979 hat bei der Kindererziehung nicht mehr per Gesetz der Vater das letzte Wort. Und sogar erst eit 1991 können Frauen ihren eigenen Nachnamen trotz Eheschließung behalten.

Leseprobe: Wir Alphamädchen

Sunday, March 9th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 4 von 9 der Serie Die Feministische Bibliothek

Am kommenden Freitag erscheint unser Buch “Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht” bei Hoffmann & Campe. Hier könnt ihr das leicht gekürzte Einstiegskapitel des Buches schon vorab lesen:

Darum ist Feminismus toll

Alle jungen Frauen wollen heute das Gleiche, nämlich: genauso viel verdienen wie Männer, die gleichen Aufstiegschancen, einen gleich großen Anteil an der Macht in unserem Land und nicht vor die Entscheidung »Kind oder Karriere« gestellt werden. Wir wollen uns in keiner Lebenssituation mehr einreden lassen: »Das gehört sich nicht für eine Frau« oder »Mädchen können das nicht«. All das sollte eigentlich selbstverständlich sein, und doch ist es das nicht. Wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter in unserem Land schon Realität wäre müssten wir nicht darüber reden. Realität aber ist, dass wir weiter um Emanzipation kämpfen müssen, in fast allen Bereichen des Lebens. Je weiter diese Erkenntnis wächst, desto absurder klingen die oft strapazierten Worte »Ich bin keine Feministin, aber …« Schluss mit dem Quatsch! Wir sind Feministinnen. Alle. Weil wir doch alle genau das wollen, was auch der Feminismus will: gleiche Verhältnisse für Frau und Mann. Also sollten wir auch etwas dafür tun!

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