Einträge mit dem Tag ‘Libanon’


US-Wahlen, aufbegehrende Musik und unsägliche Kampagnen – Kurz notiert

7. November 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 173 von 231 der Serie Kurz notiert

In den USA wurde gewählt und viele Menschen in aller Welt, auch in Deutschland, haben das mitverfolgt.  The Atlantic Wire hat zur Wahlnacht den notorisch erz-konservativen Sender Fox News geschaut und die “traurigen Gesichter auf Fox News” gesammelt.

Der Spiegel berichtet über ehemalige Mitarbeiterinnen von Schlecker, die sich nun selbstständig machen. Der Plan: Aus ehemaligen Schlecker-Filiale Dorfläden machen.

Bei Africa is a Country gibt es einen tollen Beitrag, der einen Text zu “5 Dingen, die du nicht über afrikanische Frauen weißt” auseinander nimmt.

[Content-Warnung: V*rg*w*l*g*ng wird thematisiert]Oftmals drehen sich Rap-Diskussionen um die Misogynie, die in diesem Genre zu tragen käme. Aber natürlich rappen auch viele tolle Frauen und haben Wichtiges zu sagen. The Atlantic hat die Musikerin Angel Haze getroffen und mit ihr darüber gesprochen, was Rap zum Beenden von rape culture beitragen kann. [Englisch]

“Fünf Frauen aus dem Libanon rufen via Facebook zur Intifada, also zum Aufstand auf gegen die Unterdrückung der Frauen. Nach nur einem Monat haben sie 60.000 Fans und rund Tausend Unterstützerfotos auf ihrer Seite – ein enormer Erfolg.” – so erzählt die tagesschau in Audio und Textform.

Unsägliche Kampagnen um Aufmerksamkeit für Brustkrebs(vorsorge) zu erlangen – das scheint sich ja irgendwie anzubieten. Da heißt es dann schon einmal “Rettet die Brüste”, als ob die Menschen dahinter vollkommen irrelavent sind. Brute Reason nimmt solche Kampagnen und die dahinterstehenden Denkmuster auseinander. [Englisch]

Aufklären, ohne normativ zu erklären, kann das funktionieren? Die Standard hat die Autorin, Regisseurin und Präbentions-Trainerin Lilly Axster interviewt, die das in einem neuen Buch versucht.

Für x.o.jane hat s.e.smith über “Hipster Sexism“, warum das kein neues Konzept ist und was das gefährliche an dieser Art von Sexismus ist. [Englisch]

In unserem Postfach fanden wir einen Hinweis zu einem Rugby-Team, welches nur aus Müttern besteht. Eine der Spielerinnen, Johanna, schrieb uns: “Wir wollen nun zeigen, dass es durchaus möglich ist, als Mutter weiterhin Teamsport zu machen, dabei erfolgreich zu sein und vorallem kein schlechtes Gewissen haben zu müssen.” Mehr Infos gibt es auf der Facebookseite.

Das Blog glücklich scheitern von Melanie wurde bei Nido zum Blog der Woche ernannt.

Weitere Termine in Berlin, Frankfurt a.M. und Köln nach dem Klick:

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Blick zurück für den Blick nach vorn – Frauen im Mittleren Osten

23. Januar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 59 von 77 der Serie Die Feministische Bibliothek

Rotes Buchcover mit einem Bild auf dem ca. 20 Mädchen und junge Frauen zu sehen sind.Mit den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vor knapp einem Jahr ist auch eine weitere Frage immer wieder aufgetaucht: Wie steht es um die Frauen in Nordafrika, bzw. dem Mittleren Osten? Das Buch “Women and the Family in the Middle East” beleuchtet historische Entwicklungen, von den zwanziger Jahren bis in die Achtziger. Betrachtet werden zehn Länder, vom Irak über Ägypten bis zum Sudan, sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Außen vor bleiben die Länder “ohne westlichen Einfluß” und Kolonialzeit, der Jemen und Saudi-Arabien, trotzdem ist dies schon ein weites Feld. Darüberhinaus werden die Themen Familie, Arbeit, Religion, Krieg & Revolutionen, Identität und Gesundheit & Erziehung betrachtet – eine umfassende Analyse gibt es daher nicht.

Stattdessen gleicht das Buch einem Puzzle, in dem sich wissenschaftliche Abhandlungen, persönliche Berichte und Fiktion in Form von Gedichten und Geschichten abwechseln. Die einzelnen Texte sind, so verschieden sie auch sind, stets gut zu lesen und verständlich. Der Versuch, das Buch in einem Rutsch zu lesen, muss an der Vielfalt der Themen allerdings scheitern. Umso mehr Sinn macht es, sich einzelne Texte herauszusuchen und mit dem heutigen Stand zu vergleichen. So wurde etwa in Libyen die radikale Gleichstellung von Männern und Frauen geplant. Dass es dazu niemals kam, zeigt nicht zuletzt die aktuelle Situation.

The problem with “starting from reality” is that, without a clear policy of change, one tends to get stuck there. (Das Problem mit dem „Beginn in der Realität“ ist, dass man ohne klare Vorgaben zur Veränderung stecken bleibt.) (mehr …)


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Mit Highheels gegen das Patriarchat – die Neuigkeiten der Woche

20. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 126 von 231 der Serie Kurz notiert

Am Wochenende war die Mädchenmannschaft beim Barcamp Frauen. Verena berichtete bereits für den Freitag und für uns. Auch in der tazim Vorwärts und der Seite der SPD gibt es jeweils einen Rückblick.

Männer mit Behinderungen sind stärker von sexueller Gewalt betroffen als Männer ohne Behinderungen, so die LA Times.

Die ukrainischen Femen waren und bleiben aktiv: “Mit Highheels und oben ohne gegen das Patriarchat.”

Heute hat die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihren 65. Geburtstag. DieStandard hat ein Porträt von Jelinek.

Unter den 1.133 Kandidat_innen, die in das Parlament in den Oman wollten, waren 77 Frauen: eine davon hat es geschafft.

In Afghanistan ist die Frauenquote im Parlament zwar höher, beim Wiederaufbau sei die Situation der Frauen aber zu lange vernachlässigt worden. Nach inzwischen zehn Jahren internationalen Einsatzes sei es immer noch nicht zum Strategiewechsel, vom militärischen, hin zum zivilen Aufbau gekommen, so die Ärztezeitung.

Junge Männer möchten gerne aufmerksame Väter mit Zeit für ihre Kinder werden, so die Süddeutsche. Nach der Geburt ist dann aber doch wieder das traditionelle Familienmodell angesagt. Schuld daran: Der Gender Pay Gap. Denn wenn er mehr verdient als sie, begräbt der Kontostand alle guten Vorsätze.

Über die Schwierigkeiten von Transgendern im Libanon berichtet der Daily Star (und einem kleinen Happy End).

Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme! Bis zum 15. November könnt ihr noch voten.

Es hört nicht auf: In der taz wird wieder einmal das “post-gender”-Konzept der Piraten diskutiert.

Termine nach dem Klick:

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Norwegen, Hollaback und Funfeminismus – kurz notiert

10. August 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 117 von 231 der Serie Kurz notiert

Hege Dalen und Toril Hansen haben beim Attentat auf Utøya 40 Jugendliche gerettet. Komischerweise wird kaum über sie berichtet, denn als lesbisches Paar passen sie nicht ins übliche Heldenschema. Mehr Gedanken dazu beim Guardian und ein Portät der beiden gibt’s auf queer.de (Anmerkung: Für Hansens Vornamen finden sich zwei Schreibweisen, Toril und Torill. Wer weiß, welche die richtige ist?)

Die Taz stellt ihollaback.org vor, eine Webseite, auf der Frauen von Belästigungen berichten und ihre Wut los werden können.

Der Freitag porträtiert die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars versucht Frauen mit einer Karikatur zum Kopftuchtragen zu überreden, denn sonst schrumpfe das Gehirn. Golnaz Esfandiari ist nicht begeistert.

In Australien hat ein erster Schönheitswettbewerb für Mädchen eine Kontroverse ausgelöst. Protestant_innen forderten, derartige Wettbewerbe zu verbieten, so die Ärztezeitung.

Teresa Bücker schreibt auf faz.de über eine neue Strategie der VZ-Netzwerke, ihren Mitgliederschwund aufzuhalten: Die Nutzerinnen werden aufgefordert, sich auszuziehen.

Einen „Jihad gegen Gewalt“ haben muslimische Norwegerinnen ausgerufen. Mit Workshops wollen sie vor allem Mütter erreichen, berichtet die New York Times. Viele könnten Fragen ihrer Kinder zum Islam nur schlecht beantworten, da sie nie Religionsunterricht hatten. Mehr Wissen helfe darüberhinaus auch gegen die Angriffe von Islamkritiker_innen.

„Ehren“-Verbrechen sind im Libanon künftig kein Grund mehr zum Herabsetzen des Strafmaßes. Nadine Moawad freut sich und hofft nun, dass auch ein Gesetz zum Schutz von Frauen vor familiärer Gewalt vom Parlament abgesegnet wird.

Feministin, aber bloß keinen Mann vor den Kopf stoßen – Julie Bindel stößt sich im New Statesman am neuen “Funfeminismus” und fordert eine Rückbesinnung auf radikalere Ansätze. Leider schmeißt sie dabei viele verschiedene Dinge in einen Topf und beginnt wieder einmal mit „zweite Welle vs. dritte Welle“.


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Bloggen gegen sexuelle Belästigung

20. Juni 2011 von Helga

In Ägypten und dem Libanon heißt es heute: Bloggen und Twittern gegen sexuelle Belästigung, berichtet Nadine Moawad (Hashtag: #EndSH für “End Sexual Harassment”). In Ägypten ist das seit Jahren ein riesiges Problem. Während der Revolution hatten viele Frauen berichtet, dass sie völlig unbelästigt protestieren konnten, spätestens mit der Massenvergewaltigung von Lara Logan war das Thema Gewalt gegen Frauen aber wieder auf der Tagesordnung.

Gelber Post-It mit To-Do-Liste für den 20. Juni (auf Englisch und Arabisch) - Bloggen und Twittern gegen sexuelle Belästigung

via nadinemoawad.com

Initiiert wurde die Kampagne von HarassMap Kairo, die Übergriffe täglich dokumentieren, für Ägypten gibt es außerdem mehr Informationen auf Facebook). Im Libanon unterstützen die Seiten The Adventures of Salwa und Resist Harassment Lebanon die Aktion.


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Neues vom arabischen Frühling

14. Juni 2011 von Helga

Gestern wurde im Libanon ein neues Kabinett mit immerhin 30 Minister_innenposten angekündigt. Nur dass diesmal keine einzige Ministerin nominiert wurde. Nicht mal mehr die beiden letzten „Deko-Ministerinnen“ sind dabei, kritisiert Nadine Moawad von nasawiya und fragt sich, wie sich Frauen von diesem System noch vertreten fühlen können.

Sara Mously hat für den Freitag Samar Badawi interviewt. Die 32-Jährige Saudi-Araberin kämpft für das Frauenwahlrecht bei den kommenden Kommunalwahlen und folgt damit Protestlerinnen wie Manal Al Sharif, die ihre Landsfrauen via Facebook dazu aufgefordert hatte, am 17. Juni das geltende Autofahrverbot zu brechen.

Bisher blieben sie in der Öffentlichkeit unsichtbar, selbst während der Revolution: Die Frauen in Libyen. Esther Saoub hat sich auf die Suche gemacht und berichtet für tagesschau.de über einer Gruppe Sanitäterinnen. Dabei ist ihre Situation ganz besonders gefährlich.
Gegenüber der BBC erzählen festgenommene Soldaten Gaddafis, dass sie zu Massen­vergewaltigungen gezwungen wurden. Ähnliches beschreiben auch syrische Deserteure, so die Jerusalem Post.

Im Irak sind während einer Demonstration für Demokratie Frauen­recht­ler­innen belästigt und angegriffen worden, berichtet das Ms Magazine. Hintergrund der Proteste ist das Verstreichen der 100-Tage-Frist von Premier­minister al-Maliki, in der wichtige Reformen eingeleitet werden sollten – geschehen war aber nichts.


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Samstagabendbeat

14. August 2010 von Helga

Im Libanon sind vor kurzem Aktivist_innen auf die Straße gegangen, weil ein neuer Superhit die Frauen auffordert, zu Hause zu bleiben, sich um ihre Ehemänner zu kümmern und ihre Schönheit nicht auf der Arbeit zu verschwenden. In einem anderen Video fürchtet ein Vater, seine Tochter könnte beim Arbeiten sexuell belästigt werden, so dass er ihr lieber ein neues Auto und eine Kreditkarte schenkt.

Der Komponist Toni Abi Karam und die Sängerin May Matar haben nun einen Gegenentwurf aufgenommen: “Metlak Mesh Ayzin” (Wir brauchen keine Leute wie euch). Matar singt darin, dass es keiner Männer mehr bedürfe, die Männlichkeit über die Kontrolle von Frauen definieren. Es gäbe durchaus diejenigen, die auf Bildung wert legten und diese auch bei ihren Partnerinnen schätzen.

Das Video zeigt den Songtest in Arabisch, eine vollständige Übersetzung ins Englische oder gar Deutsche habe ich leider noch nicht gefunden.

(Via Muslimah Media Watch.)


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Neuigkeiten weltweit

8. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 72 von 231 der Serie Kurz notiert

Auf WomensRights erforscht Sarah Menkedick die Beweggründe der tschetschenischen Selbstmordattentäterinnen, die sich in der Moskauer U-Bahn in die Luft sprengten.

Rosa Werbeplakat mit einer lächelnden Frau und arabischer Schrift

Nadine Moawad ärgert sich über die stereotype Werbung einer Supermarktkette im Libanon, die eine Lotterie ausschrieb und diese mit diversen Sprüchen wie “Wenn ich eine Million gewinne, dann …” beworb. Unter dem Bild einer Frau steht: “Wenn ich eine Million gewinne, finde ich mit Sicherheit einen Ehemann”. Moawad bearbeitete die Werbung und machte daraus: “Wenn ich eine Million gewinne, werde ich eine Werbeagentur aufmachen, die Frauen nicht als Idiotinnen darstellt.”

Eine der mächtigsten Frauen der Welt ist Chanda Kochhar, die die FAZ gerade im Profil vorstellte. Als CEO der größten indischen Privatbank ICICI rät sie Frauen, auf ihrem Karriereweg nicht um Sonderbehandlung zu bitten. Und hat selbst ein Unterstützungsnetzwerk aus Eltern, Schwiegereltern und Hausangestellten.

Auf BitchMedia erklärt Jessica Yee, warum Verschleierungsverbote ein feministisches Thema sei, welches mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte.

The Sexist: Du bist erst ein Vergewaltigungsopfer, wenn die Polizei dies bestätigt. Und wieder dabei: Vergewaltigungsentschuldigungen.

Nicht neu, aber wohl immer noch relevant: Auf gewichtsdiskriminierung.de wird aus Glenn Gaessers’ Buch “Big Fat Lies: The truth about your weight and your health” zitiert:

Über die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 25 würde es vorziehen, von einem LKW überfahren zu werden, als dick zu sein, und zwei Drittel hätten lieber einen schlechten Charakter oder wären dumm als dick.

In Portland (Oregon, USA) wurde ein Transgender Café eröffnet, welches Transgenders die Möglichkeit gibt, Geld für eine Krankenversicherung zu verdienen.

In Portland (Maine, USA) sind rund zwei Dutzend Frauen im Rahmen des GoTopless-Tags halbnackt durch die Stadt gezogen, um für das Recht auf freien Oberkörper zu demonstrieren. Die Demonstration endete aber wohl etwas anders als geplant (via Spiegel).

Topless Parade in Portland Maine from Jared Anderson on Vimeo.


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