Einträge mit dem Tag ‘Lann Hornscheidt’


Trans Film Festival in Berlin und Büchertipps für den Herbst – unsere Links der Woche

6. Oktober 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 328 von 361 der Serie Kurz notiert

Max Moses Bonifer schreibt in der Jüdischen Allgemeine über Antisemitismus: „Ein deutsches Problem.

Für Bücherwürmer haben wir folgende Tipps: Gerade frisch erschienen im UNRAST Verlag. „Afrokids. Ein Ratgeber für die ersten Lebensjahre Schwarzer Kinder“ von Olaolu Fajembola. Und: Chimamanda Ngozi Adichies Roman „Die Hälfte der Sonne“ ist nun auch als Taschenbuch erschienen, berichtet Missy Magazine.

Woran macht man das Geschlecht fest? Ein Gespräch mit Lann Hornscheidt beim WDR 3 Kultur am Mittag.

Auf der Webseite Vergessene Biographien wird an außergewöhnliche Lebenswege erinnert: türkisch-jüdische und arabische Menschen, afrikanische Kolonialmigrant_innen und Schwarze Deutsche, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland lebten und arbeiteten, diskriminiert und entrechtet wurden, Widerstand leisteten oder der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fielen.

„Die meisten Transmenschen in Deutschland sind unsichtbar“ sagt Nyke Slawik in einem Interview auf jetzt.de und könnte bald als erste Transfrau in ein Landesparlament gewählt werden.

Der neue Wegbereiterinnen Kalender für 2017 (PDF) ist da, u.a. mit Hannah Ahrendt, Mascha Kaléko oder Zabel Yesayan.

Termine in Berlin, Leipzig, Erlangen, Frankfurt/Main und Marburg:

Noch bis zum 11. November in Erlangen: „Black History Weeks“ (PDF).

8. Oktober 2016: Performativer postkolonialer Rundgang “Retracing Freedom – Widerstand und koloniale Gegenwart in Berlins Mitte” mit Joshua Kwesi Aikins und Chantal Fleur Sandjon.

11. Oktober in Berlin: Vortrag: „Feministische Antifapolitik abseits der Großstadt“ (fb-Event).

11. Oktober in Leipzig: Vortrag: Das Unbehagen mit dem Sternchen. Zu feministischer Sprachkritik (fb-Event).

15. – 29. Oktober in Spanien, Italien und Frankreich: Die feministische Punk Band Respect My Fist geht auf Tour.

22. Oktober in Marburg: Cheer Queer_die queer-alternative Partyreihe* mit Msoke (fb-Event).

29. und 30. Oktober in Berlin: trans* Empowerment Wochenende von LesMigraS (fb-Event).

30. Oktober in Frankfurt/Main: Thementag „Komponistinnen-Welten“ vom Archiv Frau und Musik.

18. bis 20. November in Berlin: Das TransFormations – Trans Film Festival BerlinSpenden sind mehr als erwünscht!

Transformations Film Festival crowdfunder 2016 from Transformations Film Festival on Vimeo.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Soli-Miete für Geflüchtete, Deutschland im Antirassismus-Test und die Liebe für Selfies – kurz Verlinkt

7. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 280 von 361 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

In Hamburg findet ab dem 12. Mai eine Veranstaltungsreihe zu Klassismus statt, u.a. mit Tanja Abou zum Thema Arbeiter_innentöchter und Prololesben.

Ihr könnt das selbstorganisierte Wohnen der geflüchteten  und  Aktivisten in Berlin mit einer kleiner Soli-Miete unterstützen: Eine E-Mail an soliroom(at)web.de schreiben und nach konkreten Infos fragen. Bereits kleine Beträge helfen! (via @post_gedanken auf twitter).

Gestern und vorgestern wurde geprüft, ob Deutschland die Antirassismus-Konvention erfüllt. ZEIT schrieb über die diskutierten Themen und die kritischen Positionen von Organisationen wie dem Menschenrechtsinstitut, die Ergänzungen/ Anmerkungen zum Bericht der Bundesregierung eingereicht hatten.

Die vom Missy Magazine moderierte Veranstaltung auf dem taz.lab „Sag’s korrekt Bitch“ kann nun nachgehört werden. Es diskutieren Reyhan Şahin, Sprachwissenschaftlerin, Rapperin (‚Lady Bitch Ray‘) und Autorin, Ferda Ataman, Leiterin Mediendienst Integration und Lann Hornscheidt, Professx für Gender Studies und Sprachanalyse an der HU Berlin, zu gendergerechter Sprache.

Nach dem Tod Freddie Grays, eines jungen Schwarzen Manns in Baltimore: Die Staatsanwältin Marilyn Mosby erhob Anklage gegen die fünf Polizist_innen, die für Grays Tod verantwortlich sein sollen, berichtet die taz.

Englischsprachige Links

Bei Rookie gibt Tyler einige Tipps (natürlich auch mit der Einschränkung, dass diese nur Ideen sind und vieles auch nicht oder anders funktionieren könnte): „How to Talk to Your Parents About Transitioning„.

Falls Menschen etwas über die Geschichte von Suffragetten (in den USA) wissen, dann fallen häufig die Namen Susan B. Anthony oder Alice Paul. Autostraddle erweitert durch eine kleine Geschichtsstunde das Feld mit Vorstellungen zu sieben weiteren Aktivistinnen.

Die feministische Fernseh- und Filmkritik-Seite Bitch Flicks hat einen Call for Writers zum Thema „Schlechte Mütter“ gestartet, an dem ihr euch beteiligen könnt.

Dolores Huerta gründete in den 1960ern u.a. gemeinsam mit Cesar Chavez die Organisation United Farm Workers. Auch heute ist sie noch aktiv für Farm-Arbeiter_innenrechte im Einsatz. Gaylynn Burroughs schreibt beim Ms. Magazine über ihren andauernden Aktivismus.

Trust your selfie: Auf The Belle Jar gibt es einen offenen Brief an alle Freund_innen, die gern Selfies von sich schießen – perfekt zum Herumreichen.

Französischsprachige Links

Vierzig französische Politikjournalistinnen protestieren in der Libération gegen Sexismus und sexualisierte Übergriffe.

Termine 

9. Mai, Berlin: Das Cutie.BPoC Fest lässt eine Soli-Sause steigen, um das Festival zu finanzieren. Unterstützer_innen können für ihr Geld nicht nur den Eintritt investieren, sondern auch in eine Tombola mit coolen Preisen oder in eine queere Tarot-Session.

13. Mai, Berlin: Das Missy Magazin veranstaltet eine Party zu ihrer Crowdfunding Kampagne #mehrmissy.

14.-16. Mai, Hildesheim: Simone Dede Ayivi ist mit „Performing Back“, einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit, jeweils um 20:00 im Theaterhaus Hildesheim/ Langer Garten 23c zu Gast// Facebook-Link zum Event.


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Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten

27. November 2014 von Jayrôme

Jayrôme C. Robinet ist freier Autor und Spoken Word-Künstler. Gender fluid mit Variationshintergrund, weiß, wird in Deutschland meistens als Person of Color gelesen, Akademiker aus einer bildungsbürgertumsfernen Familie und besitzt die französische Staatsbürgerschaft. Auf Jayrômes Blog veröffentlicht er Gedichte, Analysen und Gedanken in schriftlicher und audio_visueller Form in französischer, deutscher und englischer Sprache. Der nachfolgende Text ist ein Crosspost

(c) Kasia Matejczuk

(c) Kasia Matejczuk

Sehr geehrte Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein,

Sie haben einen Brief  an die Humboldt Universität und an den Berliner Senat für Bildung, Jugend und Wissenschaft verfasst: « Profx Lann Hornscheidt von der Humboldt-Universität entfernen ».

Lann Hornscheidt, Profx für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin, sei mit sofortiger Wirkung von der Universität auszuschliessen.

Warum?

Weil Lann Hornscheidt unterschiedliche Möglichkeiten entwirft, Sprache so zu verändern, dass Sprachhandlungen nicht diskriminierend sind. Weil Lann Hornscheidt praktische Vorschläge für geschlechtsneutrale Formulierungen macht, die Alternativen zum binären System bieten.

So z.B. die x-Form statt der herkömmlichen „er“ und „sie“, oder die x-Endung eines Wortes statt der üblichen gegenderten Wortendung.

Das haben Sie sicherlich im Leitfaden der AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin nachgelesen: “Was tun? Sprachhandeln – aber wie? W_Ortungen statt Tatenlosigkeit. Anregungen zum antidiskriminierenden Sprachhandeln”, der im Frühjahr 2014 erschienen ist.

Sie schreiben, dass Lann Hornscheidt dabei nicht nur eine wissenschaftliche Position missbraucht, um den eigenen Spleen auszuleben, sondern auch « eine verbale Vergewaltigung harmloser Studenten durchführe, die zur Sprach-Konformität mit Lann Hornscheidt gezwungen und auf diese Weise der normalen Welt entfremdet werden ».

Ertens: Der V*rg*w*lt*g*g-Vergleich ist, gelinde gesagt, sehr problematisch. Oder wenn Sie wollen: ziemlich unwissenschafltich.

Zweitens: Ich fürchte, dass es sich da um ein kleines Missverständnis handelt.

Lassen Sie uns dieses bedauerliche Verständnis-Versehen ausräumen.

Bei der x-Form handelt es sich nur um einen Vorschlag, wie Lann Hornscheidt der FAZ erklärt:

Ich hänge aber nicht an der x-Form. Wenn andere Leute andere Vorschläge haben, freue ich mich darüber. Ich teile auch viele Kritikpunkte, zum Beispiel, dass diese Form nicht schön ist.“ Es müsse jedoch möglich sein, dass Menschen, die sich nicht als Männer oder Frauen fühlen, dies sprachlich ausdrücken können. Hornscheidt betont außerdem, dass es überhaupt nicht darum gehe, Geschlechter abzuschaffen. „Ich halte das weder für sinnvoll, noch steht es in meiner Macht. Aber natürlich fordert es Menschen heraus, wenn sie lernen, dass es auch noch etwas anderes als Frauen und Männer gibt. Ich verstehe auch, dass sie das erschreckt. Aber das kann doch auch spannend sein. Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Bereitschaft, Differenzen stehen zu lassen.

Gute Nachricht

Folgendes möchte ich Ihnen feierlich ankündigen:

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