Marlene Streeruwitz, Poetin
Wednesday, August 20th, 2008 von Barbara
“Jessica, 30″ ist ein Roman der österreichischen Autorin Marlene Streeruwitz von 2004. Das Buch besteht - Sprachinteressierte aufgemerkt! - aus drei einzelnen Sätzen, die von Kommas getrennt über 250 Seiten füllen. Es ist die atemlose Geschichte einer jungen Frau, die ihren Körper formt, durch Sport und keine Nahrung. Die für ein Schokoeis die Praterhauptallee rauf- und runterrennt, über ihre Freundinnen nachdenkt und ihre Mutter, die gerne Liebe finden würde oder wenigstens einen Partner. Ein dichter Gedankenstrom ist dieser Roman.
… ich brauche nicht eine strafende Mutter, die mir sagt, was ich machen soll und wie alles sein soll, wenn ich mich elend auf diese Pille fühle, dann will ich nicht hören, dass das gar nicht möglich ist, bei dieser Pillengeneration und dass ich das nachbete, was meine Mutter mir erzählt hat und die Mama erzählt schon die gleiche Geschichte, dass sie bei einer Gynäkologin war, in den 80er Jahren und die ihr gesagt hat, es ist nicht möglich, sich auf die Pille depressiv zu fühlen und die Mama hat gesagt, sie hat sich nicht schleppen können, vor Trostlosigkeit …
Streeruwitzens Werk ist umfangreich, im Februar 2008 veröffentlichte sie die Erzählung “Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin”. Einen Einblick ermöglicht die Website www.marlenestreeruwitz.at. Ihr Schreiben kann als Versuch gesehen werden, eine andere, weibliche Schreibsprache zu entwickeln; etwas, das Jahrzehnte zuvor bereits über die Literatur Ingeborg Bachmanns gesagt wurde.
Die Poetin Marlene Streeruwitz eröffnet am 28. August das 28. Poetenfest in Erlangen; Lesung und Gespräch finden um 20 Uhr im Markgrafentheater statt. Drei Tage später, am 31. August, findet im selben Rahmen um 17 Uhr im Erlangener Schlossgarten eine Diskussionsrunde zum Thema “Cool, schlau, sexy – Was will und was kann der ‘neue Feminismus’?” statt. Dabei bin neben María Cecilia Barbetta und Ulrike Draesner ich, die Moderation macht Verena Auffermann.

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