Einträge mit dem Tag ‘Körper’


Ja, es schmeckt. Na und?

5. Dezember 2011 von Magda

Glücklich kauend stehe ich am Buffet und greife nach dem zweiten Schnittchen.

„Na, Ihnen schmeckt es aber!“
„Nach dem zweiten Stück Torte passt der Badeanzug aber nicht mehr!“
„Keine Angst, das Essen läuft nicht weg!“
„Hast du schon wieder Hunger?!“

Dies sei nur ein kleiner Ausschnitt der Sprüche, die ich schon so oder so ähnlich von (mir teilweise unbekannten!) Menschen zu unter­schied­lichen Zeiten meines Lebens gehört habe. Als eine, die die meisten wohl als „über­gewichtig“ oder zumindest pummelig be­zeichnen würden, habe ich mein Leben lang ein ganzes Reservoir an Kommentaren sammeln dürfen. Nicht gerade eine Sammlung, die mein Sammlerinnen-Herz höher schlagen lässt.

Klar könnte ich darüber hinwegschauen und einen Witz machen, um die lustige Dicke zu mimen. Ich könnte es auch wiederholt als individuelles Erlebnis abtun und die Angelegen­heit bis zum nächsten Eisessen vergessen. Ich könnte meine eigenen Problemchen hinten anstellen und denken: Andere leiden auch, aus unter­schied­lichsten Gründen. Doch zurück bleibt der fade Nach­geschmack, wieder bewertet, ver­glichen und ab­geurteilt zu werden.

Und ich weiß: Es hat System das Ess­verhalten und die Körper von Menschen zu bewerten. Mit Blicken, Gedanken, Worten. Und wenn es nicht die anderen machen, kommen Praxen von Selbst­regierung ins Spiel. Viel­leicht, um uns beschäftigt zu halten. Als dicke Frau komme ich mir manchmal vor wie öffentliches Gut, deren Ess­verhalten von allen be­sprochen werden darf. Manchmal initiiere ich dumme Witze sogar selbst. Ich hasse die Norm, aber ich lebe sie auch selbst.

Klar, über Essen reden sowieso alle. Eigent­lich immer. Der Mittags­tisch ist eine einzige Sündenhölle. Ein Nachschlag Nudeln, obwohl sich das Bäuch­lein schon wölbt? Ein weiteres Löffelchen Braten­sauce? Wirklich? OBWOHL ES NOCH KUCHEN GIBT!? Manch eine_r setzt sich an den liebevoll gedeckten Tisch und redet – kauend! – über nichts anderes als Kalorien, Gewicht und Fett­anteil. Und über das nächste von Kohle­hydraten befreite Essen, das man doch mal zu­be­reiten könnte.

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Love your Body Day!

19. Oktober 2011 von Anna-Sarah
Die Abbildung, Siegermotiv eines Plakatwettbewerbs, zeigt das gelb-violett-pink-kolorierte Foto eines bekleideten weiblichen Oberkörpers. Die abgebildete Person hält einen Bilderrahmen in den Händen, an dessen oberen Rand ein herzförmiger Anhänger gebunden ist, der vor ihrem Körper herabhängt. Die Beschriftung sagt: "You are a masterpiece".

Siegerinnenentwurf des "Love Your Body" Poster Contests von Kyla Hollis

Heute ist Love Your Body Day – Liebe-deinen-Körper-Tag! Hinter dem fröhlich machenden Namen verbirgt sich eine Kampagne der US-amerikanischen National Organization for Women (NOW) Foundation. Seit 1998 ruft NOW einmal jährlich den Love Your Body Day aus, um für die mediale Vermittlung  positiver Körperbilder zu werben und Alternativen zu den unrealistischen und oftmals schädlichen Schönheitsstandards anzubieten, mit denen Mädchen und Frauen fortwährend konfrontiert sind. Laut NOW beeinflussen derartig verzerrte Körperbilder nach wie vor die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen negativ, was sich auch auf den gesellschaftlichen Status von Frauen auswirkt. So seien Studien zufolge 80% der US-amerikanischen Frauen mit ihrem Äußeren unzufrieden, 10 Mio. Frauen litten an Essstörungen. Was lässt sich nun dagegen tun? NOW gibt praktische Tips (in englischer Sprache).

Liebe deinen Körper – manchmal ist das leichter gesagt als getan. Was macht ihr (nicht nur) heute, um euch mit eurem Äußeren und Inneren wohl zu fühlen? (Bei dieser Frage hab ich jetzt übrigens eher keine Beautytipps im Sinn ;-) )


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Kackscheiße, Kapitalismus und Cunnilingus – die Blogschau

2. Mai 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 106 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Wir melden uns frisch und fröhlich vom 1. Mai zurück und haben ein paar Links aus der vergangenen Woche für euch:

Das Missy Magazine verlost ein Hörbuch zur Geschichte des Frauenfußballs und auf die interessanten, witzigen und aufschlussreichen Beiträge von Studierenden der Gender Studies in Basel im Missy Gastblog April sei auch noch einmal extra hingewiesen.

Jürgen Voß bricht in seinem Blog Das Ende des Sex mal wieder mit gängigen Klischees und Normen über Geschlecht und Sexualität.

Sexualisierte Gewalt in Hochschulen und Universitäten ist nach wie vor ein Tabuthema. Erst kürzlich wurden mehrere Fälle sexueller Nötigung und Vergewaltigung von jungen Studentinnen bekannt. Auf Die Stimme des Opfers beschreibt Lucrezia, Doktorandin aus Hamburg, ihre Situation und tritt in Austausch mit anderen Betroffenen. Gerade wurde das Strafverfahren gegen ihren Doktorvater eingestellt.

Hooray! Trouble X hat einen neuen DIY-Comic veröffentlicht!

Im aktuellen Nrrrdz-Podcast von Kathrin und Maj geht es unter anderem um Hatr.org.

Claudia Killian kritisiert Zuschreibungen und problematische Begriffe an einem Crowdfunding-Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, schöne Wohnungen für den kleinen Geldbeutel einzurichten.

Der Gurkenkaiser hat mal wieder ein theoriereiches Prachtstück fabriziert: Ein Besuch in einem Einkaufszentrum ist für ihn Anlass, einmal genauer auf die kapitalistischen Logiken des Konsums und deren Einfluss auf unsere Körper zu schauen.

Andersdeutsch hatte die Meldung des Tages zur britischen Hochzeit des Jahres: 50 Prozent der Menschen, die der Hochzeit “aufgeregt” entgegenfieberten, waren Frauen(!!!!).

Nicht von Diskriminierungsverboten erfasst wird in Deutschland das sogenannte racial profiling, die anlass- und verdachtsunabhängigen Personenkontrollen aufgrund rassifizierender Zuschreibungen durch staatliche Akteur_innen. Der Menschenrechtsausschuss der UN erklärte dieses Verfahren bereits 2008 für menschenrechtswidrig; in anderen Ländern ist es mittlerweile verboten, weil vor allem Nicht-Weiße und Menschen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus von diesem rassistischen Generalverdacht betroffen sind. Hierzulande ist sich die Polizei nicht zu schade, diese Vorgehensweise auch weiterhin öffentlich zu besprechen und zu praktizieren. Aktuell: Personenkontrollen zum 1. Mai in Hamburg. Metalust kommentiert scharf.

Spreeblick hat nicht nur Jaclyn Friedman interviewt, sondern auch unsere Kolumnistin Kübra Gümüsay.

Lukas Heinser hat sich den Songtext “You & Me” von Milow vorgenommen. Urteil: Sexistische Kackscheiße.

Christiane Link regt sich über die Darstellung von Jugendlichen und Kindern mit Behinderung in den Medien auf und kritisiert gleichzeitig die Sonderschulpraxis in Deutschland.

Kackscheisse.soup.io sammelt *istischen Bockmist. Aktueller Beitrag: der re:publica-Comic von Beetlebum, der von Ausschlüssen innerhalb der deutschen Blogosphäre offenbar nichts wissen will und gleich mal ein paar antifeministische Klischees reproduziert. Mit dabei sind auch Kumpel Chauvi und Privilegiennegierung. Mehr zur re:publica findet ihr hier bei uns.

Aktuelle Termine für Mai hat Magda zusammengestellt, die gern in den Kommentaren ergänzt werden dürfen.

Eine schöne Woche euch allen!


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Von Bullen, Stieren und Kleidern. Blogschau zum Wochenende

21. August 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 71 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Wir starten mit Lesetipps: Seit dem 16. August im Handel: die neue missy, nicht nur mit neuen Wörtern, sondern auch mit neuem Design! Zwischengeschlecht.info kündigt das Buch von Christiane Völling „Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle“ an, das am 25. August beim Fackelträger-Verlag erscheint.

Weiter geht’s mit schönen Blog-Metaphern: light-inside.de stellt (wohl auch nach dem taz-Artikel zum Thema weibliche Bloggerinnen) fest: Die einen reiten Bullen, die anderen packen den Stier bei den Hörnern.

Beim mädchenblog wurde die Politik der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ beim Einsatz in Pakistan kritisiert: Wie viel und welche Rücksicht auf Kultur und Religion ist hinnehmbar? diestandard.at berichtet über ein Urteil aus Oslo: Das geltende Kopftuchverbot für Polizistinnen in Norwegen verstößt gegen das Gleichheits- als auch gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz.

Das Antisexistische Aktionsbündnis München weist auf eine Aktion gegen Sexismus und Homophobie im Reggae hin: Beim Chiemsee Reggae Summer wird am 28. August die Auseinandersetzung vor Ort „intensiviert“. Zeit zum Baden soll aber auch sein.

Antje Schrupp machte sich Gedanken zum Vergleich zwischen Kinderwahlrecht und Frauenwahlrecht. Und bei Anke Gröner ging es diese Woche um Kleidung und Körpergefühl und darum mal mit Fehlersuche bei sich und anderen aufzuhören.

Und zum Schluss ein kleiner Aufruf: Mrs. Pepstein möchte am 28. September nicht aus dem Studio senden, sondern live „von draußen“ berichten, zum Beispiel aus eurer Küche. Bewerben jetzt!

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Blogs, Blogs, Blogs

11. November 2009 von Helga

In den letzten Monaten entstanden in der englischsprachigen Blogsphäre einige Gruppenblogs, die die Vielfalt unter Feministinnen deutlich machen.

“Und bleib gesund” rufen wir uns oft zum Abschied hinterher. Doch was ist mit denen, die eine Behinderung haben oder krank werden? FWD/Forward beschäftigt sich mit den Problemen, die Feministinnen mit Behinderungen begegnen.

Frauen und Technik passen entgegen vieler Vorurteile gut zusammen. Doch diese Vorurteile, besonders der Sexismus) können “Geekinnen” das Leben ganz schön schwer machen. Positive und negative Aspekte beleuchtet Geek Feminism. Besonders in Open Source-Projekten sind Frauen unterrepräsentiert (nicht mal 2%, in Closed Source-Projekten immerhin 28%). Die Mozilla-Foundation versucht mit Women & Mozilla Programmiererinnen zu rekrutieren.

Das Thema des nächsten Blogs hat sicher schon viele Sucher über Google angelockt… die aber sicher etwas anderes erwartet hätten:

The beauty of the breast is socially constructed. Fashion and media tend to influence how society views breasts. The natural breast is stigmatized for its imperfections while millions of women struggle with body image in pursuit of unnatural perfection. The breast is also influenced by culture in that in the United States, boobs are considered to be a taboo sex organ.

Mehr auf Her Life With Boobs.

Um das älteste Gewerbe der Welt dreht es sich auf Harlot’s Parlour. Sexarbeiter_innen und allies (gibt es dafür schon einen deutschen Ausdruck?) berichten über Politik, Sexualität und ihre Arbeit. Die Mitschreiber_innen kommen aus der ganzen Welt, ab und an schreiben auch Klienten.

Deutschsprachige Blogs stellen wir Euch regelmäßig in der Serie WWW Girls vor.


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Yoga, Diät und ein guter Fotograf

16. April 2009 von Barbara

Eine schöne Diskussion über ein möglicherweise bearbeitetes Titelbild von Jenny McCarthy für das Magazin Shape findet derzeit bei jezebel.com statt. Jenny McCarthy ließ sich in einem schwachen Moment gegenüber dem Daily Express dazu hinreißen, die Echtheit des Fotos anzuzweifeln:

It is definitely…touched up. I have freckles and stretchmarks that you do not see here, and they add shadowing to make these muscle things happen that don’t exist on my body.

Als diese Äußerung bei jezebel.com veröffentlicht wurde, meldete sich ziemlich schnell jemand aus der Shape-Redation und bat um eine Richtigstellung. Sie könnten gar keinen Körper optisch verändern, heißt es, und:

We chose Jenny for our cover-as we do all our cover models-because she is in phenomenal shape-and works hard for the body she has. Ask her to put a bikini on and you’ll see the same body you see on our cover. We cannot change the shape of anyone’s body or create flat abs where there are none. This body is all Jenny-and instead of being self-deprecating, she should give herself the credit for all her hard work.

Auch Jenny McCarthy hat ihren schwachen Moment überwunden und weiß nun, dass sie genau so aussieht wie auf dem Titelbild. Sie schreibt an jezebel.com:

I didn’t mean to imply that the magazine had done anything to alter the shape of my body on the cover image. I worked hard on that body! I was really just joking about the airbrushing make-up that was used to cover up freckles and stretch marks and to highlight the contours of my muscles. Other than that, it’s all me, thanks to yoga, a healthy diet and an amazing photographer that lit me to perfection.

Ach so. Ich dachte ja auch immer, dass es für die professionelle Bearbeitung der Covergirl-Fotos eine extra Photoshop-Lizenz braucht, die besonders gut wölben, glätten und schmälern kann … Wieder was dazu gelernt! [Das war jetzt übrigens Ironie.]


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