Einträge mit dem Tag ‘Kopftuch’


Ich rede Seifenblasen

7. Juli 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 17 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

“Islamistin” nennt er mich, und ich nenne ihn “Säkularist.” Er lacht mit mir mit, wir spielen mit Schubladen und Klischees. Zwei Tage schon sind Lucas und ich auf derselben Konferenz. Wir verbringen viel Zeit zusammen, diskutieren und scherzen.

Manchmal aber begegnet mir Lucas recht zurückhaltend, verkrampft und steif. Das liegt an seiner Erziehung, vermute ich. Kindheit und Jugend hat er an elitären Internaten in Frankreich verbracht. Jetzt besucht er eine renommierte Universität. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, Hemd und draußen einen Hut. Lucas ist mir sympathisch mit seiner vornehmen Höflichkeit, die so leicht zu irritieren ist.

Auf dem Weg ins Hotelzimmer hält Lucas mich auf und bittet um ein Gespräch. “Klar.” Er habe einen Fehler gemacht und schäme sich sehr dafür. Jetzt bin ich neugierig. “Ich dachte, du wärst wirklich eine Islamistin”, sagt er. Erst lache ich noch, dann schaue ich ihn ungläubig an. Er meint es ernst. “Ich weiß, das stimmt nicht, und es gibt keinen Grund für diese Annahme. Ich habe dich einfach voreilig in diese Schublade gesteckt.” Mein Gott, frage ich mich. Wie muss ich bloß auf andere Menschen wirken? Ich bin verwirrt, irritiert, schockiert. Er bemerkt meine Verunsicherung. “Jetzt sehe ich, dass du gar nicht so anders bist als ich. In vielen Punkten vielleicht sogar liberaler”, sagt er und: “Bitte verzeih.” – “Ach was, kein Problem”, sage ich eilig. Zwei Tage hat es also gebraucht. Wir verabschieden uns.

Im Hotelzimmer lasse ich die letzten Tage Revue passieren. Und die letzten Jahre.

Eine Freundin erzählte mir kürzlich von einer Podiumsdiskussion, bei der eine Kopftuchträgerin stark feministische Positionen vertrat und das Publikum, ebenfalls feministisch, ihr vehement in jedem Punkt widersprach. Sie hörten nur, was sie hören wollten. Sahen nur, was sie sehen wollten.

Ich erinnere mich an Kommentare zu Artikeln auf meinem Blog und Diskussionsrunden. An das Misstrauen im Gesicht meiner Gegenüber. In ihren Augen spiegelt sich ihr Bild von mir: das Kopftuch und ein bisschen Blabla, in der Luft zerplatzend. Ganz egal wie und was ich sage. Ich rede Seifenblasen.

Mich lässt das Gefühl nicht los, hingehalten zu werden, zu warten. Ich nehme die Demokratie ernst und setze mich für sie ein. Ich arbeite dafür mit, dass es irgendwann eine Gesellschaft gibt, in der man unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialem und finanziellem Status, Bildungsgrad und körperlichem Zustand selbstverständlich sein kann. Ich träume von Gerechtigkeit und sitze brav auf der langen Bank der Demokratie. In der Hoffnung, dass man mir irgendwann glaubt, mich dann vielleicht auch hört und irgendwann sogar versteht. Wofür?

Damit Menschen auf edlen Rössern dahergeritten kommen, denen man neben dem Schnuller auch die Demokratie, freies Denken und Aufklärung in die Wiege legte, und die mir alles absprechen wollen? Und mit welchem Recht?

So funktioniert Demokratie nicht. So gibt es keine Gerechtigkeit. Niemand hat sie gepachtet. Jeder muss dafür arbeiten und aufgeben. Auch ihr.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


Facebook | |


Playboy-Fotos und Kopftuchstreit: News zur WM 2011

21. Juni 2011 von Nicole

Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 am kommenden Sonntag gibt es noch einmal eine kleine Presserundschau bei uns:

Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über WM-Werbung mit Sexappeal und die Playboy-Fotos der Nicht-WM-Teilnehmerinnen

Ein Porträt von Sinem Turac, türkischstämmige Schiedsrichterin aus Berlin, gibt es bei der Deutschen Welle.

Das Netzwerk Football against Racism in Europe, FARE, fordert im Kopftuchstreit zwischen Fifa und Iran (wir berichteten) den internationalen Fußballverband auf, das Hijab-Verbot zurückzunehmen.

Zum Frauenfußball aus Sicht der Geschlechterforschung gibt es bei der Böll-Stiftung einen längeren Text von Johanna Wirxel.

Daniel Meuren, dessen Absatzkick-Kolumne auf faz.net eine Dauerempfehlung ist, war beim Training des Teams aus Äquatorialguinea und liefert mal ein paar Hintergründe, die nicht überall zu lesen sind.

In der taz ärgert sich Jana Petersen über sexualisierte Fankleidung zur WM.

Bei Zeit Online schreibt Heike Faller schöne Sachen über Frauenfußball: jungenhaft, mädchenhaft, sportlich, sexy – geht alles zusammen.

Im Hamburger Abendblatt vertritt Iris Hellmuth ihr Recht, sich als Frau nicht für Frauenfußball zu interessieren.

In der Augsburger Allgemeinen (danke für den Hinweis!) tut Tilmann Mehl das ebenfalls, als Mann allerdings. Und wir erfahren noch, dass “der Augsburger” sich nicht von Medienkampagnen irgendwohin locken lässt. Ein weiterer Leserinnenhinweis auf einen Artikel: “Warum müssen Frauen überhaupt versuchen, es in allen Bereichen den Männern gleichzutun?”, fragt Jörg Rinne in der Neuen Westfälischen.

Ein kleiner Blog-Zwischenruf von Ninia: Der reicht’s. Fußball oder nix.

Veranstaltungen
Zusammenschauen: Das Blogprojekt Spielfeldschnitte lädt zum gemeinsamen WM-Gucken ins Hamburger Gängeviertel

Das Missy Magazine, der Fußballladen Goal, die Maiden Monsters und Etsy laden am 9. Juli in Berlin zu den ersten internationalen Hoffestspielen.


Facebook | |


Im Land der Tarnkappen

9. Juni 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 15 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

Wir laufen durch das staubige Kairo. Die Sonne knallt und es tummeln sich Tausende von Menschen auf den Straßen der größten Metropole Afrikas. “Ah, kuck mal hier!”, rufe ich, “Schau mal dort!” und zupfe am Hemd meines Mannes. Meine Kamera baumelt heute nutzlos an meinem Arm, ich möchte mich einfach nur sattsehen an dieser Stadt. Es ist laut und bunt. Die hupenden, ratternden und brummenden Autos geben dieser Stadt ihr Geräusch. Die vielen Frauen hingegen geben der Stadt ihre Farbe.

Einige ohne Kopftuch, viele aber mit. Manche tragen ihr Kopftuch ganz unscheinbar, natürlich und huschen mit dicken Büchern unter dem Arm durch die Menge, andere steigen von oben bis unten schwarz verschleiert aus dicken Wagen und wandern direkt ins vollklimatisierte Pizza Hut; und wieder andere stolzieren mit glitzerndem Kopftuch, knackengen Jeans, Gucci-Brille und hohen Absätzen durch die Menge. Und das sind nur die Archetypen. Es geht noch viel bunter zu.

Bei einem Telefonshop machen wir Halt, um SIM-Karten zu kaufen. Mit meinem bisschen Hocharabisch komme ich hier nicht weit, deshalb überlasse ich den Einkauf meinem Mann und seinem Freund – und widme mich dem Laden. Genauer gesagt den Werbeplakaten an den Wänden und den Musikclips im Fernseher. Ein großer Mobilfunkanbieter wirbt für einen neuen Vertrag – das Plakat ist vollgepackt mit lachenden, jungen und alten Ägyptern. Aber keine einzige Frau mit Kopftuch.

Im Fernsehen läuft derweil ein Musikvideo über die ägyptische Revolution. Es wird eine bunte Mischung ägyptischer Gesichter gezeigt, nur keines mit Tuch darum. Und auch in den Serien und Nachrichten, das gleiche Spiel. Es ist fast so, als würden koptuchtragende Frauen in Ägypten gar nicht existieren.

Paradox, find ich. Ausgerechnet in einem Land, wo doch knapp 80 Prozent der Frauen das Kopftuch tragen. Und mit dem Islam als Staatsreligion. Dann wiederum finde ich das doch nicht so paradox. Läuft es doch in der Türkei genauso ab.

Auf der Straße herrscht Tohuwabohu. Kopftuch, kein Kopftuch, Glatze und Bart. Schaut man aber populäres türkisches Fernsehen, könnte man in dem Glauben sterben, alle Türkinnen liefen in kurzen Röckchen, grell geschminkt und auf allerhöchsten Absätzen durch die Welt. Weder im Kino oder im Fernsehen, noch in Werbung oder Serien findet man Kopftuchträgerinnen, so als gäbe es sie gar nicht. Und kaum einen scheint es zu stören. Nicht einmal Kopftuchträgerinnen selber, die die Serien oftmals eifrig mitverfolgen.

Später erfahre ich von einer Debatte, die vor Jahren in Ägypten kochte. Einige prominente Schauspielerinnen und TV-Moderatorinnen entschieden sich für das Kopftuch. Und wurden gefeuert. Sie bekamen auch künftig keine nennenswerten Aufträge mehr. Die betroffenen Frauen gingen damit an die Öffentlichkeit. Geändert hat sich aber scheinbar nichts.

“After the Revolution”, sagen die Ägypter, die ich darauf anspreche. Jetzt hätten sie ja schließlich Meinungsfreiheit, betonen sie und fügen hinzu: “Insh Allah” – so Gott will.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


Facebook | |


Spielabbruch und Kopftuch: Fifa vs. Iran

7. Juni 2011 von Nicole


Eine neue Runde im Streit zwischen dem Weltfußballverband Fifa und dem Iran: Das Nationalteam der Frauen trat vor einigen Tagen zu einem Olympia-Qualifikationsspiel in Jordanien mit Hijab und langer Spielkleidung, die Arme und Beine bedeckt, an. Nach der Weigerung der iranischen Team­verantwortlichen, die Kleidung (insbesondere das Kopftuch) abzulegen, wurde die Partie von den Fifa-Schiedsrichtern abgesagt und mit 3:0 für Jordanien gewertet. Einen Protest des Iran hat die Fifa inzwischen abgelehnt. Kopfbedeckungen, die Hals und Ohren bedecken, sind nach den Regeln des Weltverbandes verboten, ebenso wie religiöse Symbole (Letzteres bezog sich meiner Erinnerung nach vor allem auf die Jesus-Botschaften auf den T-Shirts brasilianischer Spieler).

(weiterlesen …)


Facebook | |


Das Leben der Anderen

12. Mai 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 13 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

Der 1. Mai. In Kreuzberg lässt laute fröhliche Musik die Erde beben, die Sonne knallt und an den Straßenecken schlängeln sensationsgeile Krawallanwärter in Schwarz umher. Neugierige Touristen mit baumelnden Riesenkameras vor dem Bauch fotografieren die jungen Kreuzberger, die endlich einmal auf dem Bürgersteig Grillen dürfen. Neben ihnen stehen türkische Frauen und verkaufen erfolgreich Gebäck. Ein chaotisch buntes Getümmel.

Nee, heute wollen mein Mann und ich lieber Ruhe. Am liebsten mit Strand und Wasser. Zusammen mit anderen Berlinern reisen wir also zu einem Familienevent am See, das muslimische Organisationen mit Hüpfburg, Bands und allem Drum und Dran veranstalten.

Ich sitze auf einer Bank am Strand und beobachte. Ein junger Vater mit Hemd und Brille sitzt im Sand und buddelt eifrig mit seinem Sohn. Andere Väter mit langen Bärten, dunklen Sonnenbrillen und hochgekrempelten Jogginghosen stehen im Wasser und laufen ihren kleinen Töchtern in pinken Badeanzügen hinterher, die vor Glück laut aufschreien.

Die Mütter sonnen sich auf den Bänken. Welch Idylle, denke ich. Ein bisschen sufistische Muslime hier, ein bisschen Salafiten da und durchwurschtelt mit dem ganzen großen Rest dazwischen.

Am Strand lerne ich auch Klara kennen. Klara ist Verkäuferin, sie hat kurze braune Haare, eine Brille mit Goldrand und ein freundliches Lächeln. Vor dreißig Jahren hat sie sich in einer norddeutschen Kleinstadt in Kemal, einen türkischen Gastarbeiter, verliebt. Zum Entsetzen ihrer Freundinnen. Ein Türke, wie kann sie nur! Er wird sie doch nur schlagen, unterdrücken und sowieso! Klara trotzt ihrer Umgebung und folgt ihrem Herzen, sie heiratet Kemal. Kemal ist selten zu Hause, er arbeitet hart als Schichtarbeiter und an den Wochenenden schuftet er zusätzlich in der Metallfabrik.

(weiterlesen …)


Facebook | |


“Die EU-weite Quote wird kommen wie das Amen in der Kirche” – Kurz Notiert

16. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 97 von 138 der Serie Kurz notiert

Auch an der Elfenbeinküste gibt es seit Monaten blutige Proteste, nachdem es bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember keinen Sieger gegeben hatte. Das Verfassungsgericht hatte dem Oppositionsführer Alassane Ouattara den Sieg aberkannt. Truppen des bisherigen Präsidenten Laurent Gbabgo haben nun sechs Teilnehmerinnen einer Frauendemonstration getötet.

FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) sagt: “Die EU-weite Quote wird kommen wie das Amen in der Kirche”.

Auf linksnet findet ihr eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik u.a. mit Birgit Rommelspacher.

Die LA Times berichtet von einem neuen Trend in Japan. Immer mehr Frauen wollen nicht mehr bei ihrer angeheirateten Familie begraben werden, sondern alleine oder nur zusammen mit ihrem Ehemann. Dies verlangt bisher die stark patriarchalische Tradition, für Frauen, die mit ihren angeheirateten Verwandten nicht zurecht kommen, bedeutet es aber „eine Form der ewigen Folter“ die sie nicht länger hinnehmen wollen.

Der Zweiwochendienst stellt die neue Datenbank „Gender Medizin“ vor. Mediziner_innen und interessierte Laien finden dort aus rund 10.000 Studien aufbereitete Daten zu Geschlechterdifferenzen bei Krankheiten.

In einem Interview mit DerStandard wirft die Informatikerin und Professorin an der Abteilung für Gender und Diversitätsmanagement Edeltraud Hanappi-Egger einen Blick auf hartnäckige maskuline Stereotype und die Systematik der Diskriminierung.

Die für Samstag, 19. März 2011, geplante Demo in Wien auf der Wiener Ringstraße (wir berichteten) steht unter dem Titel “AUS! Aktion Umsetzung. Sofort”. Ziel ist es, 20.000 Teilnehmerinnen auf den Ring zu bringen, so die Plattformsprecherin Petra Unger bei einer Pressekonferenz.

Laut der Berliner Zeitung muss sich jede dritte erwerbstätige Frau in Deutschland mit einem Niedriglohn begnügen: Insgesamt seien 68 Prozent aller Niedriglöhner_innen Frauen.

Auf F-Bomb lest ihr einen sehr guten Überblicksartikel zu Vergewaltigungsmythen und rape culture.

In ihrer Diplomarbeit „Caprasik – Verwickelt“ stellt Ayse Tasci die Vielfalt der Kopftücher vor. Um einmal nachzudenken, wessen Kopf eigentlich darunter steckt.

Auf Womanist Musing erklärt Loretta Ross, wann die Bezeichnung Women of Color zum ersten Mal benutzt wurde (inklusive Transkript).

Schließlich noch der Hinweis auf eine Online-Studie von Julia Trulley im Rahmen ihrer Abschlussarbeit: Es geht um Frauenzeitschriften und Wirtschaftsthemen.


Facebook | |


Twilight, Feminismus in Marokko und Comic-Ladys

3. Februar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 92 von 138 der Serie Kurz notiert

Twilight-Fans und Nicht-Fans aufgepasst: GeekMom erklärt, wie man mit Hilfe von Twilight eine Diskussion über Beziehungen, Sex und Liebe initiieren kann.

Bereits im Oktober schrieben wir über die Massenvergewaltigungen im Kongo. DieStandard.at berichtet von erneuten Massenvergewaltigungen. Der mutmaßliche Auftraggeber war ein hochrangiger Armeeoffizier, der seinen Soldaten befohlen haben soll, den Tod eines Kameraden in dieser Weise zu „rächen“.

Schüler_innen der King City Public School in Toronto planten, am Opposite Gender Dayin Kleidung des jeweils anderen Geschlechts zu kommen. So sollte jede_r sich besser in das Leben der anderen einfühlen und sich mit Geschlechterrollen auseinandersetzen. Nachdem Eltern darüber aufgebracht reagierten, wurde die Aktion abgeblasen so milkboys. Unter Aktivist_innen sind solche Tage ebenfalls umstritten, hier lautet die Kritik aber, dass Transphobie verstärkt werden könnte.

Im Januar berichteten wir über die neue Frauenorganisation „UN Women”. Wie der Guardian nun schreibt, steht das Budget der Organisation allerdings noch in den Sternen und die Besetzung ist bisher noch sehr schmal. Die Verpflichtung der Vereinten Nationen, sich mehr um die Belange von Mädchen und Frauen zu kümmern, muss noch in die Tat umgesetzt werden.

Der Transmann TQ spricht auf Racialicious über Körper, Sex und Sexualität.

Jungle World: Marokkanische Feministinnen engagieren sich für die Gleichstellung von Frauen und gegen patriarchale Strukturen. Unter ihnen gibt es Frauenrechtlerinnen, die nach einem Weg suchen, der feministische Ansätze mit der Ethik des Islam vereinen soll.

Kopftücher sind so unterschiedlich wie ihre Trägerinnen. Eine 65jährige Tschetschenin erzählt auf daStandard.at, wie ihre Landsfrauen das Gebot der “Bedeckung” auslegen.

Das Blog 500 Photographers stellt jede fünf Fotograf_innen vor, darunter die iranische Künstlerin und Journalistin Newsha Tavakolian. Deutschen Leser_innen ist sie vielleicht aus dem Stern bekannt; Sie widmet sich besonders Frauenrechten.

Ladies Making Comics weist auf den Black History Month hin, besonders auf die Schwarzen Frauen in der Comic-Szene und bittet um Mithilfe: Bis zum Ende des Februar sollen alle im Women in Comics Wiki gelisteten Künstlerinnen einen eigenen Eintrag haben. Hier gibt’s noch mehr zum Black History Month.

Stellenagebot: LesMigraS, der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin, sucht zum 15. Mai 2011 eine_n Mitarbeiter_in für die Antidiskriminierungs- und Antigewaltarbeit.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für Februar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


Facebook | |


Weihnachtswünsche und Linux – die Neujahrsblogschau

1. Januar 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 62 von 143 der Serie Genderissimi: Die Blogschau
kleines Mädchen mit Kopftuch

Bekenntnisse: Auch engl@absurdum war einst ein Kopftuchmädchen

Das neue Jahr startet mit Lesestoff! Und da die Blogschau wegen Weihnachten pausiert hat, geht der Blick heute etwas länger zurück als die üblichen sieben Tage:

Die Zahlenzauberin hat einen sehr schönen Weihnachtswunschzettel verfasst.

Adrian Lang schreibt kluges über Sprache und Geschlecht (nicht das erste Mal übrigens).

jawl schreibt über’s Feminist-Sein, seine Zivizeit in einem Jugendtreff und darüber, wie es war, von Saja porträtiert zu werden.

Bei Girls Can Blog gibt’s die Girls Can Blog Charts 2010.

Karnele macht auf sexistischen Qualitätsjournalismus aufmerksam.

Zweimal was zum Anhören:
Über die AG Queer Studies gibt es einen Beitrag von Silke Meyer zu Doing Difference unter Linux” und bei previously.us lernen wir im “Christmas & Stressmas Special” etwas zum “richtige Umgang mit Weihnachten”. Und, habt ihr alles richtig gemacht?

Comicstrip zu Wikileaks und Assange

So einfach geht das! Gefunden bei Kreativ Pausieren.

Am Ende noch ein Terminhinweis:
Am 12. Januar findet im Roten Rathaus Berlin die Fachtagung “Sexuelle Selbstbestimmung – Realität oder Utopie? Das Recht auf reproduktive Gesundheit nach 20 Jahren Wiedervereinigung” statt. Hier geht’s zur Einladung (PDF).

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Iranische Fußballerinnen mit Kappe statt Kopftuch

17. August 2010 von Nicole

Derzeit finden in Singapur die Olympischen Jugendspiele für 14- bis 18-jährige Sportlerinnen und Sportler statt, übrigens zum ersten Mal. Neben der Frage, wozu eigentlich eine weitere Riesenveranstaltung unter dem des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zumal mit Minderjährigen nötig ist (und der naheliegenden Antwort: zum Geldverdienen) sorgte im Vorfeld ein weiteres Thema für Aufregung: Die Fifa nämlich hatte das iranische Mädchenteam, das im Hijab antreten wollte, von der Teilnahme ausgeschlossen, weil laut Reglement eine Kopfbedeckung für Spieler_innen verboten ist. Wir berichteten kurz. Verhandlungen zwischen Fifa, Nationalem Olympischen Komitee und Sittenwächtern im Iran führten schließlich zu einem Kompromiss, einer Art Kappe statt Kopftuch, mit der wohl alle Seiten leben können.

Den Praxistest gab es für die iranischen Spielerinnen bisher in zwei Partien: Das erste Spiel ging zwar mit 2:4 gegen die Türkei verloren, gegen Papua-Neuguinea gab es dafür am Sonntag einen 1:0-Sieg. Die Bekleidungsdebatte im Sport wird damit jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abgeschlossen sein. Allein aufgrund ökonomischer Interessen ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwa in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saubi-Arabien ein großes internationales Sportevent stattfindet. Die Teilnahme von Frauen und die Bedingungen dafür werden dann auch auf der Tagesordnung stehen.


Facebook | |


Islam Konferenz 2010: Gleichberechtigung und deutsches Unrechtsempfinden

19. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 8 von 10 der Serie Frauen & Religion

Zur Zeit tagt das neue Plenum der 2006 ins Leben gerufenen Islam Konferenz. Das umstrittene “Prestigeprojekt der CDU” soll als Annäherungsversuch zwischen dem deutschen Staat und Muslim_innen fungieren und dient laut Initiator Wolfgang Schäuble (CDU) dazu, “dass Muslime [und Musliminnen] verstehen, dass sie in unserem (sic!) Land willkommen sind”.

Im Mittelpunkt der Islam Konferenz 2010 stehen insbesondere drei Themenkomplexe: Zum einen existiert der Wunsch nach einer “institutionalisierten Kooperation zwischen Staat und Muslimen”. Diskutiert wird auch die “Prävention von Extremismus, Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung”. Ebenfalls auf der Agenda befindet sich Geschlechtergerechtigkeit, anscheinend neue Herzensangelegenheit des Innenministers Thomas de Maizière (CDU).

Unter den Teilnehmenden sind die iranische Theologin Hamideh Mohagheghi und die in Deutschland geborene und in Bosnien-Herzegowina aufgewachsene Armina Omerika, Islamwissenschaftlerin an der Universität Bochum, welche im Vorfeld in der taz u.a. über das Kopftuch, die Auslegung des Korans, Gleichberechtigung und die teils problematischen Ansätze in der Islamdebatte in Deutschland diskutierten.

(weiterlesen …)


Facebook | |



Anzeige