Einträge mit dem Tag ‘Kopftuch’


Iranische Fußballerinnen mit Kappe statt Kopftuch

17. August 2010 von Nicole

Derzeit finden in Singapur die Olympischen Jugendspiele für 14- bis 18-jährige Sportlerinnen und Sportler statt, übrigens zum ersten Mal. Neben der Frage, wozu eigentlich eine weitere Riesenveranstaltung unter dem des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zumal mit Minderjährigen nötig ist (und der naheliegenden Antwort: zum Geldverdienen) sorgte im Vorfeld ein weiteres Thema für Aufregung: Die Fifa nämlich hatte das iranische Mädchenteam, das im Hijab antreten wollte, von der Teilnahme ausgeschlossen, weil laut Reglement eine Kopfbedeckung für Spieler_innen verboten ist. Wir berichteten kurz. Verhandlungen zwischen Fifa, Nationalem Olympischen Komitee und Sittenwächtern im Iran führten schließlich zu einem Kompromiss, einer Art Kappe statt Kopftuch, mit der wohl alle Seiten leben können.

Den Praxistest gab es für die iranischen Spielerinnen bisher in zwei Partien: Das erste Spiel ging zwar mit 2:4 gegen die Türkei verloren, gegen Papua-Neuguinea gab es dafür am Sonntag einen 1:0-Sieg. Die Bekleidungsdebatte im Sport wird damit jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abgeschlossen sein. Allein aufgrund ökonomischer Interessen ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwa in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saubi-Arabien ein großes internationales Sportevent stattfindet. Die Teilnahme von Frauen und die Bedingungen dafür werden dann auch auf der Tagesordnung stehen.


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Islam Konferenz 2010: Gleichberechtigung und deutsches Unrechtsempfinden

19. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 8 von 10 der Serie Frauen & Religion

Zur Zeit tagt das neue Plenum der 2006 ins Leben gerufenen Islam Konferenz. Das umstrittene “Prestigeprojekt der CDU” soll als Annäherungsversuch zwischen dem deutschen Staat und Muslim_innen fungieren und dient laut Initiator Wolfgang Schäuble (CDU) dazu, “dass Muslime [und Musliminnen] verstehen, dass sie in unserem (sic!) Land willkommen sind”.

Im Mittelpunkt der Islam Konferenz 2010 stehen insbesondere drei Themenkomplexe: Zum einen existiert der Wunsch nach einer “institutionalisierten Kooperation zwischen Staat und Muslimen”. Diskutiert wird auch die “Prävention von Extremismus, Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung”. Ebenfalls auf der Agenda befindet sich Geschlechtergerechtigkeit, anscheinend neue Herzensangelegenheit des Innenministers Thomas de Maizière (CDU).

Unter den Teilnehmenden sind die iranische Theologin Hamideh Mohagheghi und die in Deutschland geborene und in Bosnien-Herzegowina aufgewachsene Armina Omerika, Islamwissenschaftlerin an der Universität Bochum, welche im Vorfeld in der taz u.a. über das Kopftuch, die Auslegung des Korans, Gleichberechtigung und die teils problematischen Ansätze in der Islamdebatte in Deutschland diskutierten.

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Homosexualität, Sport, Laura Bush, US-Supreme Court, mehr zum Kopftuch und spätes Mutterglück

13. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 60 von 75 der Serie Kurz notiert

Hier bekommt ihr Informationen über eine Diskussionsveranstaltung (PDF) der Friedrich-Ebert Stiftung über den Umgang mit Homosexualität im Sport, die am 19. Mai in Berlin stattfinden soll.

Für Faz.net berichtet Eva Simeoni über den Kompromiss im Hijab-Streit zwischen FIFA und dem Olympischen Komitee des Iran: „Der Schleier reißt auf“. Eine Kurzversion der Lösung findet sich bei dieStandard.at unter dem Titel „Kappe statt Kopftuch“.

Die 50jährige Elena Kagan soll nach dem Willen von Präsident Barack Obama die neue US-Supreme Court Richterin werden.

Die Stadt Freiburg (Schweiz) kürzt Musliminnen wegen ihrer Kopfbedeckung die Sozialleistungen.

Eine Bulgarin ist im Alter von 62 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden.

Laura Bush, Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, ist neuerdings für die Homosexuellen-Ehe und Abtreibungsrechte. Hört, hört.


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Neuigkeiten weltweit

8. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 54 von 75 der Serie Kurz notiert

Auf WomensRights erforscht Sarah Menkedick die Beweggründe der tschetschenischen Selbstmordattentäterinnen, die sich in der Moskauer U-Bahn in die Luft sprengten.

Rosa Werbeplakat mit einer lächelnden Frau und arabischer Schrift

Nadine Moawad ärgert sich über die stereotype Werbung einer Supermarktkette im Libanon, die eine Lotterie ausschrieb und diese mit diversen Sprüchen wie “Wenn ich eine Million gewinne, dann …” beworb. Unter dem Bild einer Frau steht: “Wenn ich eine Million gewinne, finde ich mit Sicherheit einen Ehemann”. Moawad bearbeitete die Werbung und machte daraus: “Wenn ich eine Million gewinne, werde ich eine Werbeagentur aufmachen, die Frauen nicht als Idiotinnen darstellt.”

Eine der mächtigsten Frauen der Welt ist Chanda Kochhar, die die FAZ gerade im Profil vorstellte. Als CEO der größten indischen Privatbank ICICI rät sie Frauen, auf ihrem Karriereweg nicht um Sonderbehandlung zu bitten. Und hat selbst ein Unterstützungsnetzwerk aus Eltern, Schwiegereltern und Hausangestellten.

Auf BitchMedia erklärt Jessica Yee, warum Verschleierungsverbote ein feministisches Thema sei, welches mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte.

The Sexist: Du bist erst ein Vergewaltigungsopfer, wenn die Polizei dies bestätigt. Und wieder dabei: Vergewaltigungsentschuldigungen.

Nicht neu, aber wohl immer noch relevant: Auf gewichtsdiskriminierung.de wird aus Glenn Gaessers’ Buch “Big Fat Lies: The truth about your weight and your health” zitiert:

Über die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 25 würde es vorziehen, von einem LKW überfahren zu werden, als dick zu sein, und zwei Drittel hätten lieber einen schlechten Charakter oder wären dumm als dick.

In Portland (Oregon, USA) wurde ein Transgender Café eröffnet, welches Transgenders die Möglichkeit gibt, Geld für eine Krankenversicherung zu verdienen.

In Portland (Maine, USA) sind rund zwei Dutzend Frauen im Rahmen des GoTopless-Tags halbnackt durch die Stadt gezogen, um für das Recht auf freien Oberkörper zu demonstrieren. Die Demonstration endete aber wohl etwas anders als geplant (via Spiegel).

Topless Parade in Portland Maine from Jared Anderson on Vimeo.


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Feminismus als antiislamisches Argument

17. Dezember 2009 von Susanne

Die Journalistin und Buchautorin Hilal Sezgin kommentiert heute im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung die Tatsache, dass viele, die für ein Kopftuchverbot sind oder zum Beispiel in der Schweiz gegen den weiteren Bau von Minaretten gestimmt haben, dies mit der “Unterdrückung der Frau” begründen.

Wir hatten ja auch hier schon Diskussionen um Burka-Verbote und Kopftücher. Sezgin macht sich nun ganz konkret Gedanken um diese feministischen Anwandlungen, die es in der Bevölkerung zu geben scheint. Scheint. Denn:

93 Prozent der Deutschen (…) denken beim Stichwort Islam an “Unterdrückung der Frau”. Diese 93 Prozent sind mitnichten sämtlich ungebildet oder rechts; sie sind aber leider auch nicht alle Feministen. Die Frauenbewegung könnte einen späten Sieg feiern, erblickten 93 Prozent der Deutschen Geschlechterungerechtigkeit, sobald sie im Lebensmitteldiscounter vor einer unterbezahlen Kassiererin stehen oder einem stets von männlichem Priester geführten katholischen Gottesdienst beiwohnen.

Stattdessen erkennen die meisten deutschen Männer und Frauen ein Opfer des Patriarchats nur, wenn es unterm Kopftuch daherkommt; dann allerdings völlig unahängig davon, ob dieses sich selbst als Opfer fühlt oder was an eigenen Gedanken in dem Kopf unterm Tuch vorgehen mag. Mit Kopftuchfrauen spricht man nicht, man bemitleidet sie einfach.

Mit diesen Worten bringt sie gut auf den Punkt, was nicht nur in den letzten Wochen bei der Volksabstimmung zum Bau von Minaretten in der Schweiz verwundert hat, sondern auch schon in den letzten Monaten und Jahren immer wieder zu merkwürdigen Allianzen zwischen Islamophoben und einzelnen Feministinnen geführt hat: eine gewisse Art von Arroganz zu wissen, was anderen Menschen gut tut und eine Eindimensionalität in der Betrachtung von komplexen Problemen.

Und Sezgins Erstaunen, wie schnell sich ein so großer Teil der Deutschen zu feministischen Inhalten bekennt, teile ich absolut.


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