Einträge mit dem Tag ‘Konsens’


Freund_innenschaft, Konsensfragen und Polizeigewalt – kurz verlinkt

20. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 355 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Ein neues, spannendes Projekt ist diese Woche gestartet: Agent*In – ein kritisches Online-Lexikon zu Anti-Feminismus. Beim Gunda-Werner-Institut werden die Hintergründe und die Idee hinter dem Wiki erläutert.

Am letzten Samstag fand in Berlin die 4. „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade statt. Die Redebeiträge, beispielsweise von AbilityWatch und Rebecca Maskos, können jetzt online nachgelesen werden.

In der taz spricht Katharina König-Preuss über die Bedeutung des Konzerts in Themar am letzten Wochenende, nämlich die offensichtlich große Vernetzung unterschiedlicher extrem rechter Gruppierungen.

Das Leben ist so viel besser mit der richtigen Freund_innen-Crew. Bei i-D sprechen die Musikerin Ilgen-Nur (hier unser Samstagabendbeat mit ihr) und ihre Freund_innen über Zusammenhalt, Kritik und Erwachsenwerden.

Das Fuck Yeah Sexshopkollektiv will einen sex-positiven Shop mit Produkten zu Lust, Körper und Sexualität in Hamburg eröffnen. Unterstützen könnt ihr die Crowdfunding Kampagne bei StartNext.

Auch wenn Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz verlautet, dass bereits der Begriff Polizeigewalt gar nicht ginge, reißen die Berichte von eben dieser Gewalt bei den G20-Protesten nicht ab, so dass sogar die ZEIT nahelegt, dass man den Berichten nachgehen muss. Auch bei den G8-Protesten in Genua berichteten viele Aktivist_innen von Gewalt. Auch damals für viele Medien und Politiker_innen falsche linke Aussagen. Heute bestätigt die italienische Polizei, dass damals u.a. Folter ausgeübt wurde.

Das Videoprojekt Konsens in der Praxis hat mit unterschiedlichen Leute über (sexuellen) Konsens gesprochen. Im Interview mit der Schriftstellerin und Aktivistin SchwarzRund geht es u.a. um weiße queere Räume, Konsens mit sich selbst zu finden und das Hinterfragen einfacher starrer Regeln.

Am 07. Juli fand der 20. Fachdialog Gender von ver.di statt. Im Mittelpunkt stand die Evaluation zu 10 Jahren Antidiskriminierungsgesetz. Eine Dokumentation des Fachdialogs findet sich online. Dazu auch passend: Die gerade erschienene Studie „Out im Office?!“ zur LSBT*-Arbeitssituation.

Englischsprachige Links

Die großartige Autorin und Journalistin Janet Mock hat einen Podcast – da lohnt sich das Reinhöhren auf jeden Fall

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Würzburg:

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Konsenskarneval, sexualisierte Gewalt und UN-Rüge für Rassismus in Deutschland – kurz verlinkt

1. März 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Melanie Trommer wurde von Feminismus im Pott zum Konsenskarneval interviewt: „Wir wollten, dass der Fokus endlich auf die Typen gelegt wird: Sie sind es, die mit dem Alkohol vorsichtiger sein sollten und an deren Anstand appelliert werden sollte.“

Vier Frauen werden lesbenfeindlich und sexistisch angegangen, verprügelt und mit dem Tod bedroht. Die Polizei stellt klar: wer weiß ist, ist deutsch und wer deutsch ist, kann kein Täter sein.

Der Tagesspiegel schreibt zu Ergebnissen einer UN-Untersuchung zu Rassismus in Deutschland: „Das Urteil fällt vernichtend aus.

Wie sprechen über sexualisierte Gewalt? Welche Bezeichnungen finden Menschen, die diese erfahren haben? Darum ist gerade eine Debatte entbrannt. Empfehlenswerte Texte gibt es bei Identitätskritik, wo es heißt „Betroffenheit schützt nicht davor Scheiße zu sein“ und bei der ZEIT, wo Marion Detjen über die „Gewalt ohne Namen“ schreibt.

Nicola Hinz hat auf ihrem Blog Das Lied der dicken DameFettlogik überwinden“ von Nadja Hermann gelesen und ihre Kritiken zusammengestellt.

#TeamWallraff – Was sich ändern muss, heißt es bei Behindertenparkplatz.

englischsprachige Links

Im Guardian schreibt Rashmee Kumar über Brown Girls and 195 Lewis, zwei neue Webserien von und über queere WoC.

Raquel Willis hat auf Twitter eine „history of black transgender people“ zusammengestellt.

Termine

Über 100 Veranstaltungen, Demos, Filmvorführungen und mehr rund um den Frauenkampf-Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wir auch in diesem Jahr in einer Übersicht zusammengestellt! Tipps zu weiteren Veranstaltungen können jederzeit in den Kommentaren aufgeführt werden.
Außerdem gibt es Frauentags-Veranstaltungslisten beispielsweise beim Feministischen Netzwerk und dem Gunda-Werner-Institut.

4. März in Köln: Ab jetzt ist eine Anmeldung möglich: #body*talk. Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz.

4. März in Wien: Podiumsdiskussion – Zum Stand feministischer Kämpfe mit Mädchenmannschaftsbeteiligung. (FB-Link)

9. bis 11. März in Bern: CKSTER-Festival zum Thema Gender Hacking.

11. März in Berlin: 7. Barcamp Frauen. Infos findet Ihr hier.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Burkini-Verbot, einvernehmlicher Sex und Queer Rap – kurz verlinkt

24. August 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 324 von 358 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Vorgestern wurde Gina-Lisa Lohfink zu einer Geldstrafe aufgrund „falscher Verdächtigung“ verurteilt. Identitätskritik nimmt Aussagen der Staatsanwältin als Ausgangspunkt, um darüber zu schreiben, was in dieser Gesellschaft offensichtlich unter „einvernehmlichen Sex“ verstanden wird.

Vor zehn Jahren konnte Natascha Kampusch sich befreien. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht sie über sexistische Frauenbilder und Vorstellungen davon, wie sich ein Opfer zu verhalten hat.

„Das geplante Teilhabegesetz soll Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Durch den derzeitigen Entwurf können behinderte Menschen aber z.B. gegen ihren Willen gezwungen werden in Heimen und anderen Einrichtungen zu leben.“, heißt es auf der Kampagnen-Seite von #AlleinZuHaus. Noch 18 Tage lang kann eine Petition gegen den Gesetzesentwurf unterzeichnet werden.

Im DeutschlandRadioKultur geht es um Queer Rap. Zu Wort kommen dazu Mykki Blanco und SchwarzRund.

Der hauptsächlich in Berlin agierende Verein Ruby Tuesday e.V. sucht neue Mitglieder und freut sich auch sonst über Unterstützung (z.B. in Form von Spenden). Seit nunmehr acht Jahren organisiert Ruby Tuesday Musikworkshops, Musikfestivals/-Konzerte und Musikcamps. Seit 2015 gibt es so z.B. ein queeres Musikempowermentprojekt.

meinbezirk berichtet über die Arbeit der „Queer Base“, einer Anlaufstelle für LGBTIQ-Geflüchtete in Wien.

Auch wenn die Diskussion um „Afropolitanism“, die der fluter hier aufnimmt, schon lange um einiges weiter/ ausdifferenzierter geführt wird, so lohnt sich doch ein Blick auf die fünf Autorinnen, die vorgestellt werden.

englischsprachige Links

In Frankreich wurde ein Burkini-Verbot durchgesetzt. Wie das in der Praxis aussieht, konnte nun zB in Nizza beobachtet werden, wo vier bewaffnete Polizisten eine muslimische Frau zwangen Kleidung (die nicht einmal ein Burkini war) abzulegen. Angelastet wurde ihr das Folgende: Sie trüge kein „outfit respecting good morals and secularism„.

Feministing stellt das peruanische Mutter-Tochter-Duo, Bila Flores und Mabel Valdiviezo, vor, die mit Kunst Themen wie Migration und Geschlecht bearbeiten.

Rad Women Doing Rad Things“ – Auf Bookriot werden acht Bücher über Erfinderinnen, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen etc. präsentiert.

Termine

25.08. in Berlin: Der Film „Vessel“, über die Organisation „Women on Waves“, wird gezeigt.

05.-09.10. in Berlin: Mehrere Tage lang wird die Football Pride Week stattfinden.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Stimmen zur Öffnung der Ehe in Amerika, #AntiPride, widerliche Zwangsuntersuchungen – kurz verlinkt

2. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 286 von 358 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Am 22.6. startete ein bundesweites Modellprojekt zum Schutz von Kindern mit Behinderungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen. Die Ausschreibung richtet sich an (teil-) stationäre Einrichtungen.

Hengameh Yaghoobifarah hat Alok Vaid-Menon und Janini Balasubramanian von DarkMatter anlässlich ihrer #AntiPride-Europa-Tour für das Missy Magazine interviewt Dabei geht es um radikale queere und trans* Politiken, Transmisogynie und Exotismus, sowie ihre Erfahrungen auf der Tour und weißen Feminismus.

Der Verein Frauen gegen Gewalt (bff) in Berlin sucht eine neue Kollegin für das Suse Projekt. Die Ausschreibung richtet sich offen an behinderte Frauen* und Frauen* mit Migrationshintergrund.

Wenn  auch unter einer ziemlich danebenen Überschrift berichtet die taz über widerliche Zwangsuntersuchungen an jugendlichen Geflüchteten – zwecks Beuteilung, ob sie im weiteren Prozedere nach den Richtlinien für Minder- oder Volljährige behandelt werden. Bleiben medizinische Leistungen geflüchteten Menschen ansonsten weitgehend verwehrt, werden hier keine Mühen gescheut, um möglichst viele Personen dem basalen Schutz, den der Status minderjährig gewährt, zu entreißen.

„Seit Jahren gibt es in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen den offiziellen Opferzahlen [rechter Gewalt] und Recherchen von Journalisten sowie Verbänden.“, schreibt die Süddeutsche und berichtet über den aktuellen Forschungsbericht des Moses Mendelssohn Zentrums der Uni Potsdam, die für das Land Brandenburg eine Analyse von vorliegenden Fällen durchgeführt haben.

Noah Sow erklärt in einem offenen Brief, was problematisch am Namen und Konzept von „Schule ohne Rassismus“ ist.

Der Redebeitrag von LesMigras auf dem diesjährigen Kreuzberger CSD in Berlin ist online hier nachlesbar.

englischsprachige Links

Auf Queer Fat Femme erklärt Bevin Branlandingham, warum es schädlich ist, Essen permanent zu bewerten, und gibt praktische Tipps, um „OMG ich sollte dieses ungesunde Zeug gar nicht essen!“-Situationen zu begegnen.

Aditya Chakrabortty schreibt im Guardian über Griechenland und die EU. Seine These: Deutschlands seit Jahrzehnten stagnierende und sinkende Reallöhne sind schuld an Europas kriselnden Wirtschaften. Der Text ist auch in einer deutschen Übersetzung lesbar.

Dr. Chenjerai Kumanyika, Professor an der Clemson University in South Carolina, schrieb einen Text über den rassistischen Alltag in den USA, weißen Trost und warum es ihm schwer fällt, gemeinsam mit einer weißen Person zu trauern.

Bei Riot Nrrd Comics gibt es eine ausführliche Ressourcenliste zu „nerd stuff, queer stuff, girl stuff, radical stuff, and queer girl nerd radical stuff„.

Misty Copeland wurde am Dienstag als erste Schwarze Tänzerin in der 75-jährigen Geschichte der Company zur ‚principal dancer‘ des American Ballet Theater befördert. Die New York Times berichtet.

Ein Comic von everydayfeminism zeigt auf, wie absurd die „Argumente“ sind, die ständig für das Rechtfertigen sexualisierter Übergriffigkeiten heran gezogen werden.

Der Supreme Court in den USA hat entschieden: Schwule und Lesben haben ein Recht auf Eheschließung. Die New York Times berichtet.

„And as the LGBTQ movement wins victories like same-sex marriage, black folks, including black LGBTQ folks, are still engaged in a struggle for our lives.“, schreibt Darnell L. Moore im identities.mic

Auf Washington Blade schreibt Jennicet Gutiérrez, warum sie Obama beim großen LGBTQ-Get-Together im Weißen Haus in seiner Rede unterbrochen hat.

Auf Guerilla Feminism gibt es eine weitere Kritik am Recht auf Eheschließung als vorrangiges Thema in weißen privilegierten LGBTQ-Bewegungen.

Termine

Berlin: kostenlose Schnupperkurse zum Comiczeichnen und zur Betrachtung weiblicher* Figuren in Comics werden an verschiedenen Tagen und Orten in Berlin angeboten – keine Vorkenntnisse erforderlich

Berlin: Am Sonntag um 15 Uhr gibt es die Filmvorführung von Transgender Parents von Rémy Huberdeau (FB-Link)

Berlin: Noch den ganzen Monat steht finden im Rahmen des TransInterJuli in Berlin verschiedene Veranstaltungen statt. Mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite.

Berlin: Am 7. Juli lädt Berlin Postkolonial zu Gedenkveranstaltungen mit dem Titel „Remembering Resistance“ anlässlich des Genozids in Namibia an OvaHerero und Nama 1904-1908 durch deutsche Kolonialmächte ein. (FB-Link)

Halle: Que(e)r_einsteigen lädt am 4.7.2015 zu einem queerfeministischen Kleinkunstabend ein. Der Eintritt ist frei.


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Assistierter Sex, politisches Putzen – die Blogschau

21. März 2015 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 274 von 295 der Serie Die Blogschau

„Sex – Kann ich meine persönliche Assistenz um Hilfestellung bitten?“ – Katja berichtet in ihrem Blog einfach katja über ihre Erfahrungen mit und Gedanken zu Support beim Ausleben sexueller Bedürfnisse.

„Verunsicherung eröffnet Raum zum Überlegen und Nachfragen. Es ist ok, unsicher zu sein.“ – Joy schreibt als Wurzelfrau über Konsens und seine Bedingungen.

„Putzen ist politisch“ – der neue Podcast von heiter scheitern klärt auf über die Un_Sichtbarmachung von Tätigkeiten und bunte Reproräder.

Ebenfalls hörenswert: Viele Sein – ein Podcast über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur mit Folge 3: „Sichtbarkeit“.

Bei Reizende Rundungen stellte Katrin ihr neuestes Outfit vor.

„Zschäpes Vorgängerinnen“: Das Antifa Infoblatt informiert über (die Geschichte von) Frauen in extrem rechten Terrorgruppen. Weitere Infos zum Thema findet ihr übrigens auch in unserer Reihe „Gender und Rechts(extremismus)“.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Konsens – Basis jeder Form von Beziehung?

19. November 2013 von Nadine

Ich gehöre ehrlicherweise nicht zu den Menschen, die sich viele Gedanken um Konsens machen. Ich verstehe Konsens breiter als nur bezogen auf Sex_ualität, körperliche Nähe. In meinen Beziehungen habe ich oft die Grenzen anderer überschritten, konnte oft eigene nicht (gut) wahrnehmen, artikulieren und wahren, wurden meine Grenzen überschritten. Auch heute passiert mir das noch (wenn auch sehr viel seltener als früher). Mit dem Unterschied, dass Gespräche und Auseinandersetzungen darüber meistens möglich sind. Ich glaube nicht daran, dass Grenzüberschreitungen komplett aus Beziehungen verbannt werden können.

Leah hat für unser gemeinsames Buch einen Text über Beziehungen verfasst. Sie schreibt darin:

„für mich ist die basis jeder beziehung konsens. und das will gelernt werden, denn konsens ist nicht teil mehrheitsgesellschaftlicher vorstellungen von der ausgestaltung von kommunikation. […] welche machtverhältnisse und hierarchien strukturieren unsere […]beziehung_en? welche dynamiken entstehen daraus? wie können wir gemeinsam damit umgehen? wie wollen wir kommunizieren? wie kommen wir dahin, so miteinander kommunizieren zu können, wie wir es gerne wollen?“

Ergänzen möchte ich hier, dass Leah und ich eine breite Definition von Beziehungen haben, also nicht nur Liebes/romantische Beziehungen meinen, sondern auch die zu Freund_innen oder genereller formuliert: Menschen, die Teil unseres Lebens sind und auf die wir uns in unserem Alltag und in unserem Handeln immer wieder beziehen. Sei es referierend (im Sinne von: to refer to sb.), in der Interaktion und Austausch miteinander, durch Impulse, Ideen, Gedanken, oder oder… Also Menschen, die immer wieder „mitlaufen“ im eigenen Handeln, ohne in der jeweiligen Situation physisch anwesend sein zu müssen und auch erstmal ungeachtet dessen, welche „interne“ miteinander geteilte Position sie für mich innehaben (bspw. Partner_in, Freund_in, politische Verbündete, etc.) und wieviel und welche Form der Nähe ich mit ihnen teile. Menschen, zu denen wir uns in Beziehung setzen und mit denen wir zueinander in Beziehung stehen.

Leahs Fragen sind für die Ausgestaltung meiner Beziehungen fundamental. Sie eröffnen Raum für das Nachdenken über Konsens. Ein Konsens, der mehr umfasst als das „Vermeiden“ oder den Umgang mit (sexualisierten, emotionalen, verbalen, physischen) Grenzüberschreitungen, Übergriffen und Gewalt innerhalb von Beziehungen. Trotzdem habe ich gemerkt, dass diese Fragen für mich kein bzw. selten ein „Thema“ sind, das ich am Anfang und während und innerhalb einer Beziehung immer wieder auf die Agenda setze. Kein „Thema“, über das ich zunächst mit der Person gesprochen haben muss, um mich „danach“ auf sie und Nähe einlassen zu können.

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Mit Kindern über Sex reden, #schauhin und Janelle Monáe im Portrait – kurz notiert

10. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 215 von 358 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz notiert” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Beiträge auf Deutsch

Im aktuellen De:Bug Magazin findet ihr einen Bericht über Janelle Monáe. Der Afrofuturismus, den sie als Künstlerin vertritt, ist hierbei mehr als eine Stilrichtung, schreibt das Magazin: „Das uniforme und disziplinierte Auftreten fordert den Respekt, der Schwarzen Frauen im Popbusiness nicht entgegengebracht wird, sondern – wie bei Monáe ersichtlich – hart erarbeitet und ständig verteidigt werden muss. Ihre Inszenierung ist eine Antwort auf die alltäglichen Diskriminierungen, denen Frauen, Schwarze und Angehörige der working class andauernd ausgesetzt sind“.

[Triggerwarnung: Detailierte Beschreibung von antisemitischer Gewalt und mehreren Morden.] An dem grausamen Mord von sechs Millionen Juden während des Holocaust sind nicht nur Männer beteiligt gewesen. Ein jüngst veröffentlichtes Buch zeichnet nun die Rolle der Frauen nach, die sich an dem Massenmord auf nicht minder brutale Weise beteiligt haben.

Jamie Schearer von der Initiative Schwarze Menschen, Journalistin Kübra Gümüsay und andere sprechen bei 3sat über Rassismus und #schauhin.

Im MIGAZIN ist ein Beitrag darüber erschienen, was es bedeutet, als geflüchtete Person in Deutschland zu leben; „In Deutschland leben über 200.000 geduldete Menschen, über die Hälfte von ihnen schon seit mehr als 10 Jahren. Ihr Leben ist von Fremdbestimmung, Rechtlosigkeit und staatlicher Kontrolle geprägt“. Von der Unterbringung in Containern am Stadtrand, über Residenzpflicht und Gutscheine statt Bargeld bis hin zu Kettenduldungen kommt die Autorin zu nur einem Schluss: Menschrechte scheinen für Asylsuchende in Deutschland nicht zu gelten.

In dem Film Klänge des Verschweigens versucht der Regisseur Klaus Stanjek der Geschichte seines Onkels Willi Heckmann nachzuspüren, der 1937 als Homosexueller in das KZ Dachau deportiert worden ist.

Die Stadt Frankfurt will die Förderung für das Archiv Frau und Musik, einer weltweit einmaligen Einrichtung und wichtigen internationalen Forschungsstätte, einstellen. Um das zu verhindern ist nun eine Petition erstellt worden. Unterschreiben könnt ihr hier.

„Die Menschen, „die vor Lampedusa ihr Leben verloren haben, sind ab sofort italienische Staatsbürger“, hat Italiens Premierminister Enrico Letta erklärt – und wollte damit offenbar Mitgefühl bekunden. Gleichzeitig gelten die Überlebenden der Katastrophe gemäß des von Silvio Berlusconis rechter Regierung eingeführten Migrationsgesetzes als „heimliche Immigranten“, müssen Strafen bis zu 5000 Euro zahlen und werden abgeschoben. Das kann man auch mit „nur ein toter Flüchtling ist ein guter Flüchtling“ übersetzen.“, schreibt SpiegelOnline und nimmt damit Bezug auf die Geflüchteten, die vor der Küste Lampedusas ihre Leben verloren haben.

Beiträge auf Englisch (mehr …)


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Eine Frage des Blickwinkels – kurz notiert

4. September 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 209 von 358 der Serie Kurz notiert

Sharon Dodua Otoo erzählt beim an.schläge-Magazin von ihrer komplizierten Beziehung zum Feminismus – und wo jener seinen Blick dringend erweitern muss.

Bahnt sich auch in Deutschland eine größere Bewegung gegen die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften an?“ fragt queer.de. Am 23. November findet in Leipzig jedenfalls schonmal ein  Kongress statt, auf dem so illustre Gestalten wie Eva Herman oder Thilo Sarrazin sich der Frage widmen: „Werden Europas Völker abgeschafft? Familienfeindlichkeit, Geburtenabsturz, Sexuelle Umerziehung“ –  Grusel.

Diese zwar nicht brandneue, aber bisher wenig beachtete Erkenntnis erklärt vielleicht so manches: die Organisation FEMEN ist von einem Mann gegründet worden – und wird nach wie vor durch ihn kontrolliert [auf Englisch].

Starkoch Jamie Oliver hat es sich schon vor langer Zeit zur Mission gemacht, die Welt zu einem gesünderen Essverhalten anzuhalten. In seiner neuen Sendung serviert er nun eine gehörige Portion Klassismus, garniert mit einer bunten Auswahl an herkömmlichern Vorurteilen und abgerundet mit dem fehlgeleiteten Glauben, alle könnten gesund essen „wenn sie nur wollen!“ [auf Englisch].

Hope Wabuke hat 99 Möglichkeiten zusammengestellt, Schwarzen Frauen Respekt entgegenzubringen [auf Englisch].

In Albanien ist es für Menschen, die bei ihrer Geburt als Frauen kategorisiert worden sind, unter bestimmten Umständen möglich, ein gesellschaftliches Leben als Mann zu führen. Die Fotografin Jill Peters hat mit einigen von ihnen eine Fotoreihe aufgenommen [auf Englisch].

Auf Racialicious hat die Gastautorin Karishma eine Liste mit 45 Women of Color in Science Fiction- und Fantasy-Filmen veröffentlicht [auf Englisch].

In us-amerikanischen Gefängnissen sitzen viele Frauen, die im Zuge des sogenannten „War on Drugs“ („Krieg gegen Drogen“) unschuldig dort gelandet sind. Der inzwischen verstorbene John Beresford hat im Jahr 2001 ein Buch veröffentlicht, in dem einige von ihnen zu Wort gekommen sind. Viele davon sitzen dort noch immer. Beim VICE-Magazin sind nun Auszüge daraus erschienen, die einige der Frauen vorstellen, die nun seit über zehn Jahren unschuldig gefangen gehalten werden [auf Englisch].

Auf feminspire wird erklärt, was daran so schwierig ist, wenn ein heterosexueller cis-Mann wie Macklemore zum Helden der LBTIQ-Bewegung stilisiert wird, nur weil er mal einen politischen Song geschrieben hat [auf Englisch].

Die Tänzerin Sara Wookey hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie einen erschütternden Einblick in ihren Arbeitsalltag gibt und erklärt, warum es wichtig ist, bestimmte Jobangebote auszuschlagen [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Die taz berichtet über einen aktuellen Fall von Sl*tshaming, der gerade im Internet kursiert – und beleuchtet die gesellschaftlichen Hintergründe.

[TRIGGERWARNUNG] A Radical TransFeminist stellt in einem zweiteiligen Artikel nochmal einige Dinge zum Thema Konsens klar [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Auf Free Thought Blog beschreibt eine Betroffene, wie sie trotz riesiger Beweislast durch Victimblaiming, Anschudligungen und übrgriffigen Verhalten von Polizisten dazu gedrängt wurde ihre V*rg*w*alt*g*ngs-Anklage zurückzuziehen. So sei sie nun auch eine der angeblichen „Falschbeschuldigungen“ in der Statistik [auf Englisch].

Termine in Hamburg, Berlin, Mülheim a.d. Ruhr und Dortmund nach dem Klick (mehr …)


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Freund_innenschaften, Intersektionalität und Steubenville – Die Blogschau

23. März 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 197 von 295 der Serie Die Blogschau

Alles nicht so einfach, findet Nadia in ihrem Text auf Shehadistan zu „Intersektionalität: Dünnes Eis„.

Urmilla von anders deutsch war bei der #aufschrei-Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung und berichtet davon.

Was hat Queerfeminismus mit Kapitalismuskritik zu tun? Beim audioarchiv gibt es einen Vortrag zum Thema auf die Ohren.

madame adam erzählt auf seinem Blog wie seine politische und feministische Politisierung vorwiegend über Musik stattfand.

Wenn Freund_innenschaften es nicht schaffen“ – auf Undercover of Color gab es diese Woche einen Text über Freund_innenschaften, Gesellschaftskritik und das manchmal damit einhergehende Freundin_innenschaften-Ende.

Bei Identitätskritik gibt es „Anekdoten aus der Psychiatrie – Freundlichsein und Bäume knutschen„.

AufZehenspitzen schreibt anlässlich von Steubenville über r*p* culture und zeigt, wo sich deren Existenz auch in Österreich manifestiert.

Nadine schreibt auf ihrem Blog medienelite über Erwerbsarbeit, die Entgrenzung von Arbeit und “Nicht-Arbeit” und unauflösbare Widersprüche.

Katrin von reizende Rundungen berichtet von der ersten großen Veranstaltung für „Plus Size“-Bloggerinnen.

Hier gibt es einen offenen Brief an das Portal afroguide. Dieser kann auch mitgezeichnet werden.

Adria Richards, Entwicklering bei SendGrid, wurde gefeuert, da sie Fotos eines Typen veröffentlichte, der auf einer Konferenz sexistische Witze riss. Die ganze Geschichte hat femgeeks zusammengetragen.

Auf zu viel davon geht es um das Konstrukt Sex und da heißt es dann zum Beispiel:

zu versuchen, der sozialisation und der internalisierten kackscheisse und den tabus ein wenig und mehr zu entrinnen und w_orte zu finden, sich absoluten konsens als grundvoraussetzung für alles zu setzen. personen kennenzulernen, die das auch so sehen. den mut zu finden zu sprechen und ab_zu_sprechen und wertzuschätzen. auch wenn mal worte fehlen und die vielleicht holpern oder total schwer fallen.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Falsch reden, richtig rocken – kurz verlinkt

11. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 185 von 358 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  „Kurz verlinkt“ gleich zweimal. Hier Teil 2.

Welche Auffassungen führen zu Street Harrassment? In letzter Konsequenz: die Überzeugung, das Recht dazu zu haben (Text auf Englisch).

Auch wenn die bekannte Zeitschrift Brigitte nicht gerade, hm,  Vorreiterin im Kampf gegen Körper- und Schönheitsnormen ist: In diesem Beitrag wird vieles, was Fat Shaming, aber auch Selbstakzeptanz ausmacht, schön auf den Punkt gebracht. Dazu passt auch das Interview mit der ARGE Dicke Weiber in der aktuellen Progress.

Laina Dawes hat ein Buch über ihre – teilweise ganz schön widrigen – Erfahrungen als Schwarzer weiblicher Metal-Fan geschrieben. Im Interview stellt sie es vor.

DIY, das selbst Herstellen von Dingen, ist hip. Dagegen sei an sich erstmal nichts einzuwenden, so Sarah Brown bei xojane – jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass entgegen des teilweise besonders „ethisch“ daher kommenden Appeals vieler DIY-Blogs und Webseiten diese kaum einen ernsthaften Widerspruch zu Konsumismus und gängigen Weiblichkeitsvorstellungen bieten (Text auf Englisch).

An US-amerikanischer Pop- und Netzkultur Interessierte haben es wahrscheinlich mitbekommen: den Streit zwischen der – auch von Feminist_innen gefeierten – Rapperin Azealia Banks und Klatschblogger Perez Hilton, in dessen Verlauf Banks mit hetero/sexistischen Beleidigungen aufwartete.  Spannende Perspektiven auf diese Vorfälle, die über ein „Banks vs. Perez“-Tribunal hinaus gehen, gibt es bei  von Janet Mock bei xojane und von Edward Ndopu beim Crunk Feminist Collective (auf Englisch).

Der Freitag übersetzt einen Text von Kira Cochrane über voyeuristisches Paparazzi’eskes Mobbing per Creepshots (heimlich aufgenommene Fotos, in der Regel von sexualisierten Körperteilen/Motiven, die dann im Internet veröffentlicht werden). Fazit: „Da äußert sich Wut gegen eine eigenständige weibliche Sexualität. Sex und Frauen – das ist vollkommen in Ordnung, solange die Frauen passive Objekte sind. Doch sobald sie selbst über ihre Intimität bestimmen wollen und mit wem sie diese teilen, weckt das Hass.“

Sprache ist wichtig. Sprache verändert sich und uns. Und wer bestimmt, was „richtige“ Sprache ist? Unter der pointierten Überschrift „Frauen, hört auf zu reden. Alte Männer mögen nicht, wie ihr sprecht“ widmet sich Jezebel   dem Dauerbrenner (auf Englisch).

Wie kann sexueller Konsens – also das Herstellen von Einvernehmlichkeit –   in der Praxis aussehen?  Ein Vorschlag dazu sind „Ja, nein, vielleicht“-Listen: Sammlungen von von Tätigkeiten,  bei denen vermerkt werden kann, welche Dinge man sehr gern tut, mal ausprobieren würde oder was gar nicht in Betracht kommt. Ob man diese Listen nun ausfüllt und dann austauscht, gemeinsam ausfüllt und darüber redet oder einfach für sich selbst zur eigenen Inspiration verwendet – eine Fülle von Anregungen zur Kommunikation über Sex und für konkrete Action können sie auf jeden Fall bieten.  Scarleteen hat allerhand Vorschläge (auf Englisch).

Wie der Buchhandel Trivialromane als „Frauenliteratur“ vermarktet, beschreibt DieStandard.

Termine:

Am 21. Januar an der Ruhr Universität, Bochum: Die Welt ist komplex – Genau wie du! Workshop zu sozialer Ungleichheit – in intersektionaler Perspektive

Im Jahr 2013 wird der erstmals der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis des Journalistinnenbundes für Online-Beiträge vergeben. Alle Informationen dazu findet Ihr hier , Vorschläge werden bis 1. März 2013 angenommen.


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