Einträge mit dem Tag ‘Kolumbien’


Beyoncé’s Lemonade, May Ayim und die „Trümmerfrauen“ – kurz notiert

30. April 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 315 von 337 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Am 3. Mai, dem Geburtstag von May Ayim, findet in Berlin eine Gedenkveranstaltung (Facebook-Veranstaltung) zu ihrem Geburtstag und 20. Todesjahr statt. Vor 6 Jahren stellten wir May Ayim auf unserem Blog vor.

In der taz gibt es ein sehr kluges Interview mit Yasemin Shooman zum Berliner Neutralitätsgesetz, über Religionsfreiheit und gesellschaftliche Ausgrenzung: „Genau wie man aus feministischer Sicht gegen Zwangsverschleierung sein muss, muss man auch gegen Zwangsentschleierung sein.“

Die Charité in Berlin schreibt Tarif-Geschichte: Erstmals wurde in einer Klinik ein Tarifvertrag unterzeichnet, der Mindestbesetzungen auf den Stationen vorschreibt. Die Universitätsklinik wird nun nach heftigem Streit mit den in Verdi organisierten Beschäftigten mehr Pflegekräfte anstellen.

Die eingetragene Partnerschaft gab es in Kolumbien bereits, jetzt ist die Ehe nicht mehr nur Hetenpaaren vorenthalten, hat das Oberste Verfassungsgericht in Kolumbien angeordnet.

In der ARD Mediathek gibt es zur Zeit eine Dokumentation über den Mythos der so genannten „Trümmerfrauen“ , welcher sich als NS-Propaganda entpuppt: „Frauen, die in der NS-Zeit zwangsweise Trümmer räumen mussten, sind jedenfalls nicht gemeint, wenn heute von Trümmerfrauen die Rede ist.“

Gert Schramm, Schwarzer Überlebender von Buchenwald, ist vor wenigen Wochen mit 87 Jahren verstorben.

Folgeempfehlung auf Twitter: @abilitywatch (Selbstvertretung behinderter Menschen in Deutschland), wo aktuell das Bundesteilhabegesetz kritisch besprochen wird.

Der Monokini 2.0! Auf einer Fashion Show in Helsinki im letzten Jahr wurde der Monokini von Brustkrebs-Überlebenden vorgeführt.

Englischsprachige Beiträge

Wer ist die 28-jährige Dichterin, die Beyoncé in Lemonade zitiert? Meet Warsan Shire! Und wer jetzt genervt mit den Augen rollt und sich eher über Beyoncé aufregt: No Lemonade for you! Dafür gibt’s T-Shirts, denn Beyoncé verkauft nun auch „Boycott Beyoncé“ Shirts :)

Termine in Berlin und Hannover

9. Mai bis 4. Juni in Hannover: Feministische Veranstaltungsreihe „Rabatz macht Terz“ u.a. mit einem Vortrag von Hengameh Yaghoobifarah zum Thema „Kulturelle Aneignung“ und einem Vortrag von Magda zum Thema „I’m Fat, Let’s Party! Interventionsmöglichkeiten und fetter Aktivismus“.

10. Mai in Berlin: Fachgespräch zum Thema „Reproduktive Rechte stärken: Queer-feministische Forderungen an ein Fortpflanzungsmedizingesetz“


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Barack Obama, Frauen in der Musik und sexuelle Belästigung in Frankreich – kurz notiert

16. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 159 von 337 der Serie Kurz notiert

daStandard.at berichtet über Migrant_innen und ihre „Vorbildfunktion“ in bestimmten Berufen.

Barack Obamas Bekenntnis zur Homo-Ehe sorgte für weltweiten Jubel. Aber warum wird ein Bekenntnis, dass allen Menschen gleiche Rechte zustehen sollten, eigentlich mit einem „Danke“ bedacht, fragt sich beispielsweise blackgirldangerous und zählt auf, welche Gruppen Obama in seinem „Selbstfindungsprozess zur Homofreundlichkeit“ nicht mitbedacht hat.

Auf 20000Frauen gibt es Fotos von der Zeltstadt der Frauen in Wien zu sehen.

Menschen mit Namen, die nicht mit einer weißen, deutschen Person in Verbindung gebracht werden, sind häufiger rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt. Das stellt jedoch keinen hinreichenden Grund dar, diesen ändern zu lassen, entschied das Verwaltungsgericht in Göttingen und wies damit die Klage einer aserbaidschanischen Familie ab, nachzulesen bei welt.de

Shirley Manson, Frontfrau von Garbage, ärgert sich in einem Interview mit dem Musikmagazin NME über die Tatsache, dass mittlerweile zwar mehr Frauen im Musikbusiness repräsentiert sind, diese aber lediglich Feigenblätter in einem weiterhin männlich dominierten Umfeld sind.

Angrapschen in Frankreich derzeit legal, weil das Gesetz von jetzt auf heute gestrichen wurde. Ein Neues soll kommen, bis dahin gilt weitgehende Straffreiheit, berichtet die taz.

Fakten über die Situation von Frauen im Agrarsektor von Afrika hat africanfeminism.

Julia Lemmle und Atif Hussein von der antirassistischen Interventionsgruppe „Bühnenwatch“ sprechen im Interview mit der taz über rassistische Darstellungspraxen an deutschen Theaterbühnen.

Die Festplatten der südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi sind gestohlen worden, so Diva Magazine. Sie dokumentiert seit mehreren Jahren das Leben von Schwarzen Lesben.

Einen Monat dauerte es – dann schwappte der Elektronista-Blogbeitrag über eine Dell-Veranstaltung durch die Blogosphäre. Der Computerhersteller hatte einen „lustigen“ Moderator engagiert, der allen Männern riet, zu Hause ihren Frauen „halt die Klappe, Schlampe“ zuzurufen. Inzwischen hat die Firma sich entschuldigt, so Wired.

WORSE THAN QUEER ist nicht nur eine Zeile aus einem Bikini Kill Song, sondern auch der Name eines kleinen Riot Grrrl inspirierten Festivals, das im Januar 2012 zum ersten Mal in Nürnberg stattfand. Dessen Initiatorinnen, eve massacre und jessthreat, hatten die Idee, anlässlich dessen eine Compilation zu machen – eine Compilation mit einem Thema: Grrrls Drinking Songs.

Witnessed, ein Buchprojekt von und über Schwarze Autor_innen in Deutschland, startet einen neuen Finanzierungsversuch und bittet um eure Mithilfe.

Termine und eine Stellenausschreibung (mehr …)


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Jubel in Argentinien – Ernüchterung in Kolumbien

14. Mai 2012 von Helga

Schlagzeilen schrieb letzte Woche Argentinien. Dort ist es nun möglich, den Ge­schlechtseintrag ändern zu lassen, ohne sich vorher rechtlichen, psychatrischen oder medizinischen Prozeduren unterzogen zu haben. Damit ist das Land Vorreiter im Umgang mit transgender Menschen. In Deutschland muss das Trans­sexuellen­gesetz seit Jahren überarbeitet werden. Das Bundes­ver­fassungs­gericht hat die Vorgaben Zwangsscheidungen und Sterilisationen derzeit ausgesetzt. Nachdem in Argentinien vor zwei Jahren bereits die Ehe für gleich­ge­schlecht­liche Paare erlaubt wurde, sollen in Zukunft weitere Gesetze modernisiert werden. Präsidentin Cristina Fernandez will auch Abtreibungs-, Adoptions- und Scheidungs­gesetze angehen.

Trotz der Fortschritte sei es für Transgendermenschen in Argentinien aber weiter schwer, beschreibt die taz:

Die peronistische Senatorin Sonia Escudero malte dennoch ein düsteres Bild der Gegenwart. Über 90 Prozent der Transsexuellen arbeiten in der Prostitution. Wer sich zur transsexuellen Gemeinschaft zählt, habe eine Lebenserwartung von 35 Jahren, so die Senatorin.

Ähnlich ernüchtert zeigen sich Aktivist_innen in Kolumbien. Seit sechs Jahren sind dort Abtreibungen legal, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, nach Ver­ge­waltigungen, Inzest oder aus medizinischen Gründen. Dennoch weigern sich viele Ärzt_innen und Krankenhäuser, diese auch durchzuführen. So werden von jährlich über 400.400 Ab­treibungen nur rund 300 legal und sicher durchgeführt. Erst ein einziges Mal wurde eine Ein­richtung mit einer Geldstrafe belegt, weil sie eine Abtreibung verweigerte. Es mangele an politischem Willen, Frauen ihre Re­pro­duk­tions­rechte zu ermöglichen, so eine Aktivistin.


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 85 von 337 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: „Patriarchat“ und „heteronormative Matrix“. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: „Kampf dem strukturellen Patriarchat!“ und „Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: „The Submissive Asian Sterotype„.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: „Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.“ Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen“ Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: „Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.“


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