Einträge mit dem Tag ‘Kinderbraut’


Saudi-Arabien: Anhebung des Mindestheiratsalters im Gespräch

28. April 2010 von Magda

Nachdem aktuell im Jemen ein Gesetzesentwurf diskutiert wird, das ein Mindestalter für Heiratende vorsieht und so Mädchen wie Elham Madhi al Assi vor dem Tod hätte bewahren können, regt sich nun auch Widerstand im Nachbarland Saudi-Arabien, in dem die Zwangsverheiratung von Kinderbräuten ebenfalls kein Einzelfall ist. Nachdem ein 12jähriges Mädchen die Scheidung von ihrem 80jährigen Mann erwirkte, werden nun Stimmen für die Einführung eines Mindestheiratsalters von mindestens 16 Jahren laut.

Das Mädchen wurde gegen ihren Willen dem Cousin des Vaters versprochen und die Ehe mit einer Mitgift von knapp 17.000 Euro beschlossen. Die Scheidung wird zwar nun nicht vor Gericht sondern privat verhandelt, erregte dennoch so viel Aufmerksamkeit, dass Mediziner_innen, Kinderpsycholog_innen, Sozialarbeiter_innen und Vertreter_innen des Islamischen Gesetzes den Vorschlag einer Einführung eines Mindestalters in den nächsten Monaten diskutieren werden.

Als eine religiös motivierte Rechtfertigung für die Verheiratung von Kindern dient seit jeher die Hochzeit des Propheten Mohammed mit einem 9jährigen Mädchen, obwohl sich auch einige saudische Kleriker gegen diese jahrhundertealte Tradition aussprechen: Im Januar bereits erklärte Scheich Abdullah al-Manie, dass die Zwangsheirat eines Mädchens vor mehr als 14 Jahrhunderten wohl kaum auch heute noch als Begründung ausreiche.

Menschenrechts-Beauftragte der Vereinten Nationen sind optimistisch, dass König Abdullah, seit 2005 König und Premierminister von Saudi-Arabien, der Verbesserung von Menschenrechten recht positiv gegenüber steht. Trotzalledem lässt eine Recherche zum Thema Frauenrechte in Saudi-Arabien noch wenig Platz zum Optimismus: Das Leben in Saudi-Arabien ist durch und durch geschlechtersegregiert, Frauen sind per Gesetz dazu angehalten, den ganzen Körper mit einer bodenlangen Abaya zu verhüllen, haben noch immer nicht das volle Wahlrecht, und machen nur 5% der bezahlten Arbeitskäfte aus.


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12jährige Kinderbraut im Jemen tot

12. April 2010 von Magda

Vor einiger Zeit berichteten wir über einen Gesetzesentwurf im Jemen, welches ein Mindestalter für Heiratende vorsah. Dieses Gesetz hätte Elham Madhi al Assi vor dem Tod bewahren können: Nachdem die 12- oder 13-Jährige (genaues Alter nicht bekannt) zwangsverheiratet wurde, verblutete sie nach mehrfacher Vergewaltigung und verstarb zwei Wochen nach Eheschließung. Die Ehe wurde vom Bruder des Mädchen mit dem 23jährigen Al-Hikmi arrangiert, der ihm im Gegenzug dazu seine Schwester versprach.

Auch nachdem die eigene Mutter ihre Tochter aus Angst vor “Schande” dazu drängte, mit dem über zehn Jahre älteren Ehemann zu schlafen, verweigerte sich Elham ihm, woraufhin dieser von einem Arzt Beruhigungsmittel verlangte. Der Arzt lehnte dies ab, so dass Al-Hikmi dem Mädchen eigenhändig Medikamente verabreichte und sie wiederholt vergewaltigte. Daraufhin musste Elham ins Krankenhaus, wo eine Ärztin den Mann anwies, sie auf Grund ihrer katastrophalen Verletzungen für mindestens zehn Tage nicht anzufassen. Er hielt sich nicht daran, woraufhin Elham an den Folgen einer wiederholten Vergewaltigung starb.

Nojoud Ali wurde zum Gesicht des Kampfes gegen Zwangsheirat im Jemen. Sie setzte 2008 zehnjährig die Scheidung ihrer Zwangsehe mit einem 22 Jahre älteren Mann durch.

Nojoud Ali wurde zum Gesicht des Kampfes gegen Zwangsheirat im Jemen. Sie setzte 2008 zehnjährig die Scheidung ihrer Zwangsehe mit einem 22 Jahre älteren Mann durch.

Ein Viertel der Mädchen werden im Jemen, dem ärmsten Land im Nahen Osten, vor ihrem 15. Lebensjahr verheiratet. Viele Familien bevorzugen junge Bräute, weil sie “gefügsamer seien und erwartungsgemäß mehr Kinder zur Welt bringen”. Eine arrangierte Hochzeit der Töchter sei für viele arme Familien die einzige Möglichkeit, einen Weg aus der Armut zu finden.


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