Einträge mit dem Tag ‘Kinderbetreuung’


Antifeminismus, Abwesenheit von Vätern und Ausübung von Kritik (nur wie?) – die Blogschau

30. Januar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 292 von 295 der Serie Die Blogschau

„»Deutschland Schwarz Weiß« zu schreiben, war mein Trick.“ Noah Sow gibt einen Einblick in ihre persönlichen Motive, acht Jahre nach Veröffentlichung des Buchs (…übrigens immer noch ein dringender Lektüretipp!).

Über die Nähe des zeitgenössischen Antifeminismus zu Antisemitismus schreibt החול והים (Sand und Meer).

Bei Ringelmiez berichtet Ella von ihren Erfahrungen, für ihr Kind ein Kleid zu nähen, und gibt in einem FAQ Antwort auf (potenzielle) geschlechteressentialistische, cissexistische und heterosexistische Einsprüche.

JJ bei den Leckmuscheln kritisiert den „Riots Not Diets“-Pullover von „Monki“: „Den Pullover gibt es in den Größen S-L. Nice try Monki, aber welcher Sinn steckt dahinter einen Fett-Positiven Pullover herzustellen, welchen dann nur schlanke Menschen tragen können, die sowieso ständig von Thin Privilige profitieren, gerade wenn es um Mode geht.“

„30. Januar in Büdingen: Naziaufmarsch verhindern! Rechten Kommunalwahlkampf stören!“: Antifa Kritik und Klassenkampf ruft zum antifaschistischen und antisexistischen Protest auf. Treffpunkt: Heute, 13:40 Uhr, Hauptbahnhof Frankfurt am Main, Gleis 13.

„Aber brauchen Kinder wirklich ihren Vater/ eine männliche Bezugsperson? Zu welchem Preis? Brauchen Kinder nicht viel eher eine Möglichkeit zu lernen mit der Situation und dem Menschen, der sie mitgezeugt hat, umzugehen; ob dieser nun real präsent ist oder nur in Erzählungen?“ Me, Myself and Child startet mit „Ohne Väter: Prolog“ die Artikel-Reihe „Ohne Väter,“ zu der Beiträge „alle Elter_Mütter*, die ihre Kinder (zum größten Teil) ohne Cis-Väter betreuen“, eingeladen sind.

In Anna Hegers Mini-Comic, „Kritik von weißen Schafen an weißen Schafen“, geht es um Kritikausübung innerhalb einer Gruppe ähnlich privilegierter Menschen.

„Nimm deine Kippa ab, Junge!“ – Was das mediale Interesse an Antisemitismus mit den Geflüchteten zu tun hat“, analysiert Levi bei kleinerdrei.

Die Femgeeks stellen das Hacker*innenmagazin The Recompiler vor, das im letzten Jahr durch eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen wurde.

Die 71-jährige „Schluss-Strich-Debatte“ um (die Erinnerung an) den Holocaust kommentiert Anja Reschke:

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Dickenfeindlichkeit, Pegidas Gender-Thesen und übergriffige Werbung – Die Blogschau

7. Februar 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 271 von 295 der Serie Die Blogschau

In den letzten Monaten ist Magda mit ihrem Vortrag und Workshop „(Mein) Fett ist politisch“ durch Deutschland gereist. Blogmitherz. war in Heidelberg dabei und schreibt „Wir sind vielleicht keine Bewegung, aber wir sind in Bewegung„. kein naturtalent hat in Frankfurt den Vortrag gehört und berichtet.

Auf der k_eine Unterschied schreibt Mandelbrötchen über Privilegien und Diskriminierung.

In Leipzig wurde Familien erstmals Schadensersatz zugesprochen, weil die Kommune ihren Kindern keinen Kita-Platz anbieten konnte. Der Schadensersatz-Betrag aber ist nicht etwa für alle gleich, sondern staffelt sich nach dem Verdienstausfall. Antje Schrupp schreibt über diese „Umverteilung von Einkommen von unten nach oben unter dem Deckmantel Familienpolitik„.

Viruletta zitiert aus Audre Lordes Text „Du kannst nicht das Haus des Herren mit dem Handwerkszeug des Herren abreißen“.

„In ihren 19 Thesen positioniert sich Pegida aber auch gegen “dieses wahnwitzige ‘Gender-Mainstreaming’, auch oft ‘Genderisierung’ genannt”. Damit schließen sie wiederum eine ideologische Brücke zu den Protesten gegen die Bildungsplanreform in Baden-Württemberg und die, von den französischen Manif-pour-tous-Demonstrationen inspirierte Mobilisierung unter dem Label “Demo für alle” und “Besorgte Eltern” […].“ Beim Blog der feministischen studien schreibt Kathrin Ganz über die ideologischen Gemengelagen bei Pegida und Co, die Rolle von Gender und soziale Reproduktion.

Dickenfeindlichkeit verursacht Stress. Und dieser Stress wirkt sich auf Körper und Seele aus, schreibt Wohl in meiner Haut.

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben gerade eine neue Werbekampagne: #weilwirdichlieben. A++ Ranting analysiert, wie diese nicht nur ein Paradebeispiel für Kuschelkapitalismus-Werbung ist, sondern auch übergriffig und hetero_cis__sexistische Annahmen reproduziert.

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Ich werde keine Tränen weinen, Kristina!

1. Oktober 2013 von Charlott

Im Jahr 2002 ist sie das erste mal in den Bundestag eingezogen: Kristina Schröder. Vor vier Jahren übernahm sie das Amt als Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Auch dieses Mal wurde sie als Bundestagsabgeordnete wiedergewählt. Am Wahlsonntag bestätigte sie nochmals das, was schon länger zu hören war: Für das Amt als Ministerin steht sie nicht mehr zur Verfügung. Aus familiären Gründen. Bei dieStandard heißt es dazu:

Schröder hat sich gegen den Job entschieden. Und persönlich ist ihr das auch gar nicht vorzuwerfen. Doch angesichts ihrer politischen Agenda der vergangenen Jahre liegt die Vermutung nahe, dass sie mit ihrer „persönlichen Entscheidung“ einfach nur ihre politische Agenda bestätigt.

Es ist es natürlich ein sehr starkes Zeichen, wenn gerade eine Politikerin in einem Spitzenamt (und dann auch noch gerade dem, wo genau solche Thematiken eine besondere Rolle spielen sollten) eben dieses Amt aufgibt, um sich mehr um die Familie zu kümmern. Doch auch etwas anderes ist sicher: Um Kristina Schröders Ausrichtung des BMFSFJ werde ich keine Träne weinen – nicht um ihren Antifeminismus, Jungenförderungsträume, Reden von „umgekehrtem Rassismus“ und der Extremismusklausel. Wir erinnern uns:

Kristina Schröder und Feminismus

Wie Kristina Schröder zu Feminismus steht, hat sie von Anfang an sehr klar gemacht. Anfang November 2010 gab sie dem Spiegel ein Interview (welches auch von der Führung her kritisiert werden kann), in dem nochmals deutlich wurde, dass sie ein sehr eingeschränktes Verständnis von feministischen Ideen hat, Feminusmus für ein Ding der Vergangenheit und Jungenförderung für das größte vernachlässigte Thema hält. In Erinnerung blieb die Frage: „Schreiben wir genug Diktate mit Fußballgeschichten?“. (Darüber hinaus war das Gespräch gespickt von Heterosexismus, Klassismus, antifeministischen Klischees jeglicher Art etc.)

Alice Schwarzer, die anlässlich dieses Interviews Schröder noch sämtliche Qualifikation absprach und dafür mal wieder in antimuslimischen Rassismus verfiel, ließ sich schon wenige Monate später besänftigen als Schröder den FrauenMedienTurm quasi rettete. Die Mädchenmannschaft fragte: „Schwarzer und Schröder: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?„. Natürlich hielt das nicht lange, denn Schröders Position war in dieser Hinsicht immer sehr klar und so strafte sie 2012 auf einem Männerkongress (ja…) wieder Schwarzer ab. Auffällig und bezeichnend bleibt ebenfalls, dass die einizigen feministischem Positionen, an denen sich Schröder überhaupt abarbeitete, jene von Schwarzer und der EMMA waren.

Die Angst vor der Quote

Auch zur Quote hatte sich Schröder im besagten Spiegel-Interview geäußert. Die Freiheit der Wirtschaft stand dort ganz oben und wenn überhaupt, dann würde sie eine Mütter-Quote wollen. Auf jeden Fall gibt es einiges daran zu kritisieren, wie derzeit Quotenvorhaben diskutiert werden, aber eine wirklich tiefgehende Auseinandersetzung mit Mehrfachdiskriminierungen und Kapitalismus liegt Kristina Schröder natürlich äußerst fern. Stattdessen Ablehnung oder das Wischi-Waschi-Konzept der „Flexiquote“. Wieder und wieder. Im Januar dieses Jahres protestierte sie gar auf dem Cover des Magazins Focus gegen eine Quote.

An den Herd

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Feministische Netzpolitik, #occupygezi und ungefragte Diättipps – Kurz Notiert

19. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 201 von 361 der Serie Kurz notiert

Die Wissenschaftlerinnen Sabine Hark und Paula-Irene Villa haben in der taz eine Antwort auf den ZEIT-Text von Harald Martenstein geschrieben, welcher in seinem Artikel – mal wieder – Erkenntnisse aus den Gender Studies diskreditierte.

Beim Missy Magazine gibt es eine neue Serie zu #occupygezi von Didem Ozan. Folgende Fragen werden in nächster Zeit diskutiert: Warum sind türkische Frauen so wütend auf Erdoğan? Welche Rolle spielen Feministinnen? Und welche Frauen unterstützen das autoritäre Auftreten des Regierungschefs?

Passend dazu: GLADT e.V. sammelt Spenden für den LSBT-Block, der die Widerstands­bewegung im Gezi Park mitorganisiert. Auf Facebook findet ihr den Aufruf.

In der 3-Sat-Mediathek findet ihr einen Beitrag zu Sexismus: „Bei Sexismus geht es um Hierachien und Macht.“

Offenbar hat in von der Firma Haasenburg betriebenen Kinderheimen krasse Gewalt gegen Kinder stattgefunden – eine Petition tritt nun für deren sofortige Schließung ein. 20.000 Unterstützer_innen müssen in den nächsten 60 Tagen gefunden werden, damit sich der Brandenburger Landtag mit der Petition beschäftigt, berichtet die taz.

Auf Dances with Fat gibt es einen sehr lesens­werten englisch­sprachigen Artikel über die „gut-gemeinten“ aber leider einfach nur respektlosen Tipps, die dicke_fette Menschen andauernd ungefragt hören.

Dürfen Journalistinnen für eine Frauenquote in Medien werben? Die Kommunikations­wissen­schaftlerin Elisabeth Klaus meint im Interview mit dieStandard.at: Na klar!

Im Mai fand die vom Missy Magazine initiierte Diskussions­runde zu #Aufschrei statt. Einige Autorinnen der Mädchenmannschaft waren damals dabei und berichteten. Nun ist eine Aufnahme der Veranstaltung online verfügbar.

Du liebst Fussball und findest es toll, wenn andere Mädchen und Frauen ihre spielerische Leidenschaft ausleben können? Dann unterstütze Discover Football mit einer kleinen Spende!

Auf The F-Bomb gibt es einen englisch­sprachigen Artikel: „What If I AM Like The Feminist Stereotype?“

Petition: „Bildung auf See braucht Schiffe in Fahrt! Für den Erhalt von Traditions­schiffen wie der Lovis„. Das Aus würde auch ein Ende für Frauen*Lesben*Trans*-Segeltouren bedeuten.

In der sogenannten Vereinbarkeitsdebatte fehlt oftmals der Blick auf jene, die dazu beitragen sollen, vor allem Müttern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen: Erzieher_innen und Kinderpfleger_innen. Diese haben oftmals selbst Vereinbarkeitsprobleme, verdienen oft wenig und viele von ihnen sind im Alter von Armut bedroht.  Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, erläutert dies in einem Interview mit dem Portal ErzieherIn (irgendwie schade nur, dass am Ende des Interviews das Paradigma „Wir brauchen unbedingt mehr Männer in den KiTas“  unhinterfragt/kontextlos übernommen zu werden scheint).

Termine in Bad Malente, Berlin, Frankfurt am Main und Hildesheim nach dem Klick

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Bahnbrechende Erkenntnisse: Kinderbetreuung hat Einfluss auf Erwerbstätigkeit

18. April 2013 von Charlott

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ich kann den Namen ja kaum mehr sagen ohne entweder in vollkommen unangebrachtes Gelächter zu verfallen, mit den Augen zu rollen oder verzweifelt die Hände in die Luft zu werfen.

Dieses Ministerium also hat uns diese Woche mal wieder bahnbrechende Erkenntnisse mitgeteilt. In einer Studie, die das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. durchgeführt hat, kam unter anderem heraus:

Zentrale Erkenntis: Mütter mit Kindern unter sechs Jahren, die ihre Kinder betreuen lassen, nehmen eher eine Erwerbstätigkeit auf oder dehnen diese aus als Mütter, deren Kinder keine öffentlich geförderte externe Kinderbetreuung in Anspruch nehmen.

Vielleicht erinnert ihr euch an den 8. Familienbericht, der sich hauptsächlich mit dem Thema Zeit – Zeit für Familie, Sorgearbeit und Zeitsouveränität von Arbeitnehmer_innen – auseinandersetzte, welcher in erster Linie durch seine Unentschiedenheit auffiel. Maria schrieb damals sehr passend:

Der Bericht liest sich stellenweise so, als hätte eine Gruppe älterer Herren zähne­knirschend Gleichstellungsziele als halbwegs legitim akzeptiert, sich aber nicht einigen können, was das nun im Einzelnen bedeuten soll.

Aber selbst in diesem Bericht, sahen sich die Sachverständigen ™ gezwungen als Empfehlung ausszusprechen, dass es mehr öffentliche Kinderbetreuung zur Entlastung von Eltern geben sollte. Das war im Jahr 2011. Und schon „damals“ eine reichlich später Erkenntnis.

Nun sind wir im Jahr 2013 und dem BMFSFJ wurde wieder bestätigt, was wir irgendwie ja auch alle wissen: Die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung erhöhen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber, ich bin mir sicher, dass sich das Ministerium und allen voran Kristina Schröder weiterhin nicht von Fakten verunsichern lassen wird. Lieber weiter das Betreuungsgeld fördern. Schließlich geht ja auch den Staat die „private Rollenverteilung in einer Partnerschaft“ nichts an.

Heute stimmt übrigens auch der Bundestag zum Thema „Frauenquote“ in Aufsichtsräten ab. Der Vorschlag der Opposition sieht vor bis zum Jahr 2018 20% (das ist nicht mal die so genannte „kritische Masse“ von 30%) Frauen in diesem Gremium zu haben. Aber auch da wird sich die Regierung sicher nicht weiter irritieren lassen. Weiterlesen zum Thema könnt ihr zum Beispiel hier und hier.


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50/50 bedeutet nicht die Auflösung aller Ungerechtigkeiten

28. März 2013 von Gastautor_in

Dieser Text erschien vor einigen Tagen als Gastbeitrag auf Lisas Blog fuckermothers. Jochen König ist Autor und lebt mit seiner dreijährigen Tochter in Berlin. Wir danken ihm und den Fuckermothers für die Erlaubnis zum Crossposten!

Gerade habe ich mich an einen Text übers Elternsein und Geschlechterverhältnisse gesetzt, den ich seit ein paar Wochen schreiben möchte, da erscheint ein Artikel von Stefanie Lohaus auf Zeit Online vielfach auf meiner facebook-timeline: Es geht um das Prinzip 50/50. Sie beschreibt wie sie sich mit ihrem Partner gleichberechtigt um das gemeinsame neugeborene Kind kümmert und greift dabei zwei Aspekte auf, über die ich aus meiner Perspektive als Vater seit einiger Zeit nachdenke.

Sicherlich ist es ein Fortschritt, dass solche Modelle in einer solch breiten Öffentlichkeit diskutiert werden. Das Abfeiern von 50/50-Arrangements finde ich jedoch ermüdend. Der Zusammenhang zwischen Elternsein und Geschlechterungerechtigkeit lässt sich nicht auflösen, indem die Väter die Hälfte der möglichen Elternzeit nehmen. (mehr …)


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Vulkane, Weltreisen, weniger Stress – die Blogschau

23. Juni 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 167 von 295 der Serie Die Blogschau

Karnele sieht Verbesserungsbedarf in Sachen Kampagnenarbeit und fordert auf: Frauen, lernt Social Media!

Nach Dänemark will nun auch Frankreich die Ehe für „gleichgeschlechtliche“ Paare ermöglichen, berichtet queernews.at.

Melanie von glücklich scheitern macht sich Gedanken über den Umgang mit Kinder­fotos im Internet und weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Danach erklärt sie dann noch, wie Feminismus und Gender Studies eigentlich zusammen hängen – ist nämlich bei weitem nicht dasselbe, auch wenn manche das zu meinen scheinen.

Mierk Schwabe von den SciLogs hat  auf dem Vulkan nicht getanzt, sondern dort astronomische Beobachtungen gemacht. Und zwar auf dem Mauna Kea auf Hawai’i.

Michaela Werner berichtet – auch per Video – über neue Wege im Leistungs­schutz­recht und die ganz konkreten Auswirkungen auf die tägliche Informations- und Meinungs­bildung im Internet – und warum das ganze Thema relevant für alle Netz­nutzer­_innen. ist. (mehr …)


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Ein lautes Nein zum Betreuungsgeld – Jetzt unterschreiben!

6. Juni 2012 von Maria
Dieser Text ist Teil 9 von 20 der Serie Feminismus im Recht

Das Betreuungsgeld für Eltern, die keine öffent­lichen Kinder­tages­betreuungs­angebote nutzen, soll ab 2013 kommen. Heute ist der Gesetz­entwurf von Kristina Schröder Thema im Regierungs­kabinett, die Ver­abschiedung im Bundes­tag soll sogar noch vor der Sommer­pause erfolgen. Dieses hoch­umstrittene Projekt soll nun also schnell und möglichst lautlos ab­geschlossen werden.

Die Mädchenmannschaft hat mit neinzumbetreuungsgeld.de einen über­parteilichen und von verschiedenen Organisationen unter­stützten Aufruf unter­schrieben, der den Abgeordneten der Regierungs­koalition ein lautes Nein zum Betreuungsgeld zuruft. Wir wollen das Geld lieber in gute öffentliche Kinder­tages­betreuungs­angebote investiert sehen.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungs­platz ab dem 1. Geburtstag, der ab Oktober 2013 gilt, kann nach momentanem Stand nicht für jedes Kind, das einen Platz braucht, ein­gelöst werden. Statt­dessen sieht der Gesetz­entwurf von Kristina Schröder bereits ab Januar 2013 die Zahlung von 100 Euro vor, wenn Eltern keinen Krippen­platz und keine vom Jugendamt bezahlte Tages­pflege in Anspruch nehmen. Ein klares familien­politisches Ver­sagen und keineswegs ein Beitrag zu mehr Wahl­freiheit, als der es gern ver­kauft wird. Eine familien­politische Not­wendigkeit für das Betreuungs­geld besteht also nicht. Familien im „Hartz IV“ Bezug wird das Betreuungs­geld keine finanzielle Anerkennung ihrer Betreuungs­leistung bringen, jedenfalls keine spürbare im Portemonnaie, denn das Betreuungs­geld wird in voller Höhe als Einkommen angerechnet.

Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU. Auch viele Abgeordnete aus CDU und FDP, zum Beispiel die Gruppe der Frauen in der CDU, haben in der Vergangen­heit ebenfalls laut Kritik am Betreuungs­geld geäußert. Vielleicht kann öffentlicher Druck einige davon über­zeugen, das Betreuungs­geld nicht einfach zu schlucken oder durch­zuwinken.


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Betreuungsgeld nur für die „Guten“

25. April 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 46 von 59 der Serie Meine Meinung

Warum das sogenannte Betreuungsgeld nur aus einer sehr bestimmten Perspektive ein gutes Konzept ist, sollte inzwischen klar sein. Und es wird immer klarer. Heute morgen, als das Kind und ich gerade dabei waren, uns mehr oder weniger fröhlich und freiwillig (danke, emanzipiert sind wir nämlich selber, meine Familie und ich!)  für Fremdbetreuung und Erwerbsarbeit fertig zu machen, hörte ich es im Radio: Die Regierungskoalition hat sich auf einen „Kompromiss“ geeinigt, was die Auszahlung des geplanten Betreuungsgeldes angeht. Und die Lösung ist total super und  einleuchtend, wenn auch kein Stück überraschend, passt auf.  Nämlich, Bezieher_innen von Alg II („Hartz IV“) sollen das Geld zwar ausgezahlt kriegen. Wow! Es soll dann jedoch mit dem monatlichen Regelsatz verrechnet, sprich: davon abgezogen werden. Was also bedeutet, das Arbeitsministerium spart sich was ein, aber diese Familien können damit faktisch überhaupt nichts anfangen.

Sollen sie aber auch nicht. Denn wie wir ja wissen:  Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht komplett mittels eigener Erwerbstätigkeit erwirtschaften (oder halt nicht irgendwie von selber ganz viel Geld haben, geerbt oder so, was ja auch eine enorme Leistung ist, und Leistung muss sich bekanntermaßen lohnen, ist schließlich zugunsten der Gesellschaft), machen das auch nicht so gut mit ihren Kindern. Also, das sind halt prekäre Familien, die sind bildungsfern und können oft auch nicht ordentlich Deutsch und so, und da ist es auf jeden Fall besser, wenn man die nicht auch noch durch NOCH MEHR Geld dazu ermutigt, ihre Kinder rund um die Uhr selbst zu betreuen. (mehr …)


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Politik der Peinlichkeiten – wie uns Kristina Schröder die Wahl lässt

7. November 2011 von Helga

Nach langem Hickhack ist es endlich soweit: Die schwarz-gelbe Koalition hat sich in einigen Punkten einigen können und macht endlich wieder Politik. Eine bei den Bürger_innen unbeliebte Mini-Steuerentlastung, ein „peinliches Pflege-Reförmchen“ und Druck auf die bisher ausgebliebenen Fachkräfte, in Deutschland bloß nie ins soziale Netz zu geraten. Nicht zu vergessen: Endlich wieder Familienpolitik! Dass hier für Feminist_innen kein Blumentopf zu gewinnen war, zeigte sich bereits im Oktober. Da beschwerte sich auf Twitter @mlle_krawall, dass sich Heiraten, Ehegattensplitting sei dank, steuerlich mehr lohne als Kinder zu kriegen. Darauf erklärte die Bundesfamilienministerin mal wieder vollmundig:

Tweet von @schroeder_k (Dr Kristina Schröder): "Und zwar, weil den Staat die private Rollenverteilung in einer Partnerschaft nichts angeht. Was soll daran falsch sein, @mlle_krawall?" 25 Oct via Twitter for BlackBerry®

Wie wenig sich der Staat da einmischt, machen die Ergebnisse wieder einmal deutlich. Die Herdprämie kommt, das Ehegattensplitting bleibt, gleichzeitig wird der angestrebte Ausbau der Kinderbetreuung im Westen grandios verpasst. Trotz drohendem Rechtsanspruch von Eltern auf einen Krippenplatz werden auch 2013 die Krippenplätze nicht ausreichen. Nicht nur dass die selbst-gesteckte Betreuungsquote von 35 Prozent verfehlt wird – laut Expert_innen könnte der Bedarf noch höher liegen.

Nun fragt sich Ministerin Schröder öffentlich, woran es denn liegen könnte, dass die Länder die Bundesgelder für den Krippenausbau nicht abrufen. Ja Frau Schröder, das wissen wir auch nicht. Vielleicht haben die Länder auf den Ausstieg aus der Kinderbetreuung gehofft? Wenn frau sich ihre Familienpolitik so anguckt, scheint der Gedanke nicht weit hergeholt.


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