Einträge mit dem Tag ‘Kinder’


Geflüchtetenprotest, Landtagswahl, Fastfood-Streik – kurz verlinkt

10. September 2014 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. sucht ein_e Praktikant_in für den Bereich Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Queerfeministische Taschenkalender 2015 ist erschienen!

Die protestierenden Geflüchteten in Berlin haben das Dach des Hostels verlassen und kommen erst einmal in den Räumlichkeiten einer Kirche unter. Aktuelle Infos gibt es weiterhin auf guertelstrasse.wordpress.com.

Eine UNICEF-Studie zeigt, wie geflüchtete Kinder in Deutschland systematisch benachteiligt und ausgegrenzt werden: Tagesschau.de berichtete.

In der sächsischen Landtagswahl erreichte die AfD (“Alternative für Deutschland”) 9,7 Prozent. Zeit Online berichtet von “interne[n] Mitgliederlisten […], die zeigen, dass einzelne sächsische AfD-Politiker Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen haben. Sogar ein NPD-Mitglied hat die Sachsen-AfD in ihren Reihen. Ein anderer AfDler war Mitglied in der Rechtsrockband “Blitzkrieg”.” (Hinweis: der Artikel wurde von Zeit Online mittlerweile editiert).

Die KultusministerInnenkonferenz und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe den sogenannten Orientierungsrahmens für den Lernbereich globale Entwicklung überarbeitet. Hier gibt es einen kritischen offenen Brief dazu.

Englischsprachige Links

Auf The Nation findet ihr ein Interview mit Angela Davis zu sozialen Bewegungen.

In den USA streiken Angestellte US-amerikanischer Fast-Food-Ketten für einen Mindestlohn. (Der Hashtag zum Streik mit Fotos und noch mehr verlinkten Texten: #StrikeFastFood.)

Termine in Berlin und Hessen nach dem Klick (mehr …)


Facebook | |


Konsumkritik-Kritik und Kinder kriegen – die Blogschau

26. Juli 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 254 von 263 der Serie Die Blogschau

Aktivistinnen von Women in Exile sind gerade mit einem Floß auf Aktionstour (Interview mit der Mädchenmannschaft). Auf ihrem Blog berichten sie mehrmals die Woche von ihren Eindrücken.

Miss Temple schreibt zur Kommerzialisierung von Modeblogs.

Auf Reizende Rundungen begründet Katrin, warum sie Fat Acceptance wichtig findet.

Puzzlestücke hat in den letzten Tagen gegen verkürzte Konsumkritik gerantet, die häufig klassistische Diskriminierung nicht mitdenkt. Ihre Twitter-Rants hat sie in ihrem Blog zusammengefasst.

Riotmango schließt sich an und erweitert die Konsumkritik-Kritik um dicke_fette Perspektiven.

Ryuu schreibt einen persönlichen Text über Kinder kriegen und haben: “Ich will keine Kinder. Und zwar weil die Bedingungen, unter denen ich eigene Kinder überhaupt als Möglichkeit in Betracht ziehen würde, nie in meinem Leben erfüllt waren und nach wie vor nicht sind.”

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


“Es gab keine Reflexionen über Mutterschaft aus feministischer Perspektive” – Fritzi und ich in Warschau, im Gespräch mit Sylwia Chutnik

25. März 2014 von Lisa

Jochen König ist Autor, wohnt mit seiner vierjährigen Tochter Fritzi in Berlin, interessiert sich für die gesellschaftlichen Debatten rund um Feminismus, Familie und Geschlecht und hat ein Buch über sein Leben mit Fritzi geschrieben, das sich um diese Themen dreht.

Im Zug ist es nur eine Stunde von Berlin bis zur deutsch-polnischen Grenze. Und trotzdem haben viele Menschen hier wenig bis keinerlei Bezug zu Polen. Bis vor wenigen Jahren wusste ich selbst kaum etwas über dieses Land. Der Blick richtet sich eindeutig Richtung Westen. In deutschen Schulen wird französisch unterrichtet, die Französische Revolution ist auch weniger geschichtlich Interessierten ein Begriff und gesellschaftspolitische Debatten in Frankreich (wie beispielweise über die Homoehe) sind auch in deutschen Medien präsent. Vergleichbare Diskussionen in Polen werden dagegen in Deutschland kaum wahrgenommen. In Warschau bin ich unter anderem mit Sylwia Chutnik verabredet, um sie zu interviewen. Sie ist Mitbegründerin der Fundacja MaMa und im Jahr 2008 erschien ihr Roman Kieszonkowy atlas kobiet – 2011 auch auf Deutsch unter dem Titel Weibskram. (Ein weiteres Interview mit ihr, das auf ‘fuckermothers’ bereits erschien, führte Anna Kasten.)

Fritzi und ich machen uns auf den Weg nach Warschau. Etwas mehr als fünf Stunden im Zug von der einen Hauptstadt in die andere. Wir wohnen in Warschau in einem Hostel in Praga, einem Stadtteil östlich der Wisła (Weichsel), der in vielerlei Hinsicht an Prenzlauer Berg in den 90er Jahren erinnert. Als ich zuletzt vor mehr als zehn Jahren in Warschau war, habe ich im Zug noch einen Stempel in meinen Reisepass bekommen und mich während meines gesamten Aufenthalts nicht getraut die Wisła zu überqueren. Nur aus sicherer Entfernung, vom westlichen Ufer aus, habe ich das alte Stadion in Praga mit dem damals angeblich größten Basar Osteuropas gesehen. Heute steht an selber Stelle das Nationalstadion, das für die Fußballeuropameisterschaft der Männer 2012 errichtet wurde.

Mit Sylwia Chutnik treffen wir uns im zur Fundacja MaMa gehörenden MaMa Cafe etwas südlich der Innenstadt. Das Café hat sogar Club Mate im Angebot. Es dient vor allem als Anlauf- und Begegnungsort für Mütter. Darüber hinaus versucht sich die Stiftung an gesellschaftlichen Debatten rund um Mutterschaft zu beteiligen und unterstützt Frauen/Mütter auf vielfältige Art und Weise. Fritzi spielt in der Spielecke des Cafés und ich stelle Sylwia ein paar Fragen.

2006 hast du die Fundacja MaMa gegründet. Kannst du erklären wie es dazu kam? Was war der Ausgangspunkt und was war das Ziel?

Seit ich 16 Jahre alt bin, bin ich Teil einer anarcho-feministischen Bewegung, organisiert eher in informellen Gruppen. Als ich mit 24 Jahren dann Mutter wurde, ich hatte gerade mein Studium beendet, merkte ich, dass meine eigenen feministischen Gruppen nichts über Mutterschaft wussten. Viele hatten ein Problem mit meinem Mutter-sein. Sie verstanden nicht, dass ich eine Mutter sein wollte. Du Arme, du hast ein Kind, deine politischen Aktivitäten sind nun Geschichte, dein Leben ist vorbei. Es gab keine Gruppen oder Projekte, die sich mit Feminismus und Mutterschaft auseinandersetzten. Es gab keine Reflexionen über Mutterschaft aus feministischer Perspektive. Als mein Sohn zweieinhalb war, war ich so frustriert. Ich hatte keinen Platz mehr in meiner feministischen Bewegung. Außerdem stand ich unter dem Druck des Mythos der Mutter Polin. Eine Mutter solle ihre eigenen Ambitionen vergessen, um dem Staat einen Soldaten für den Krieg zu schenken. Dazu der popkulturelle Druck, erfolgreich im Beruf und eine gute Ehefrau zu sein. Und ich war mittendrin. Ich wollte etwas Offizielles starten. Ich hatte auch keine Lust mehr auf große Diskussionen und Plena, die ich aus den Kollektiven und Gruppen kannte, bei denen ich bisher mitgemacht hatte. Also gründeten wir zu dritt eine Stiftung.

Wie ist die Situation heute?

Wir sind jetzt mehr Leute. Seit drei Jahren haben wir größere Räume. Wir werden in den Medien wahrgenommen. Wir waren starke junge Mütter, die etwas tun wollen. Aus medialer und popkultureller Perspektive waren wir gut genug, um wahrgenommen zu werden. Wir haben das für uns genutzt. Wir wussten, was wir wollten. Wir haben uns an der öffentlichen Debatte beteiligt und durch die Medien haben wir es geschafft unsere Botschaften zu verbreiten. Was sich dagegen nicht verändert hat: wir sind zwar größer geworden, haben aber immer noch kaum Geld.

Was bedeutet für dich/euch Feminismus im Kontext von Mutterschaft?

Am Anfang war das gleichzeitige Sprechen über Mutterschaft und Feminismus ein Oxymoron. In der öffentlichen Wahrnehmung hatte eine Feministin jeden Monat eine Abtreibung und konnte deshalb gar keine Kinder haben. Wir mussten also am Anfang erst einmal diskutieren, was es bedeutet Mutter und Feministin zu sein. Wichtig ist auch für uns: pro-choice – selbst entscheiden zu können, ein Kind zu bekommen oder nicht. Dazu glauben wir, dass es Müttern bereits besser geht, wenn sie sich aus dem Haus trauen. Wir sind stärker und nicht so frustriert, wenn wir zusammen sind und einen Ort haben, an dem wir uns treffen können.

Es herrscht ein ungeheurer Druck auf Mütter: Sie müssen gute, liebevolle Mütter sein, dazu erfolgreich im Job und gleichzeitig sexuell attraktiv. Wie läuft der Diskurs in Polen?

Vier Aspekte spielen in dem Zusammenhang in Polen eine Rolle. Der bereits angesprochene post-romantische Mythos der Mutter Polin. Die kommunistische Zeit ist von Bedeutung, die Entbehrungen und dabei trotz aller Widrigkeiten eine gute Mutter zu sein. Der Katholizismus, der den Müttern eindeutig die Rolle als Hausfrau zuweist, die für Kinder und Haushalt zuständig ist, während der Ehemann Geld verdienen geht. Dazu kommt dann noch der Kapitalismus, der uns sagt, was wir brauchen und was wir nicht brauchen und was wir mit unseren Ehemännern und Kindern machen möchten. Es ist harte Arbeit als Mutter zu erkennen, dass es auch in Ordnung ist keinem dieser Wege zu folgen.

In Deutschland gibt es in den letzten Jahren einen regelrechten Hype um neue Väter. Gibt es etwas Vergleichbares in Polen?

Immer mehr Frauen sind sauer auf die Väter und haben keine Geduld mehr. Wir sind ganz am Anfang. Väter fangen an übers Vater-sein zu sprechen und es gibt auch einige Diskussionen in den Medien. Väter fangen an Spaß am Vater-sein zu haben. Es ändert sich etwas. Ich möchte daran glauben. Es sind aber kleine Schritte. Wir sind in Warschau, einer großen Stadt, ich hoffe das ist nicht der einzige Grund für meine Hoffnung. Nicht weit entfernt von hier gibt es seit einem halben Jahr einen Väter-Club. Wir freuen uns darüber. Erst dachten wir, das sei eine echte Revolution, aber es gehen nicht sehr viele Väter dort hin. Darüber hinaus gibt es viele Vätergruppen, die vor allem zusammen gegen ihre jeweiligen Ex-Frauen kämpfen und sich gegenseitig in Fragen ums Sorgerecht unterstützen. Wir sind eine Stiftung für Mütter und wir warten sehnsüchtig auf eine ähnliche Stiftung für Väter.

Meine Sprachkenntnisse reichen leider nicht aus, um mich mit Sylwia Chutnik über diese Themen auf Polnisch zu unterhalten. Das hier dokumentierte Gespräch haben wir auf Englisch geführt – die gekürzte und sicherlich an vielen Stellen fehlerhafte und ungenaue Übersetzung ins Deutsche stammt von mir.

Während Fritzi auf meinem Schoß sitzt, plaudern wir noch etwas über ihr Buch und ihre darin sehr düster und pessimistisch formulierte Perspektive auf die polnische Gesellschaft („Marysia Kozak war elf Jahre alt und ahnte, dass die Welt fürchterlich war.“) sowie die Beteiligung der Fundacja MaMa an der von MTV Poland produzierten Sendung Teen Mom Poland. Ich erzähle ihr auch noch etwas von meiner pessimistischen Perspektive auf die so genannten neuen Vätern und dass in Deutschland alle gefeiert werden, die etwas mehr Zeit mit den eigenen Kindern verbringen, dass wir von einer gerechten Aufteilung der Verantwortung für Kinder allerdings noch sehr weit entfernt sind.

Fritzi und ich verbringen noch zwei weitere Tage in Warschau. Wir spazieren in der Wintersonne durch die Straßen, treffen noch weitere spannende Menschen und versuchen uns auf unseren Wegen durch die Stadt mit dem Bussystem zurecht zu finden. Dann sitzen wir wieder im Berlin-Warszawa-Express. Zuhause schwärmt Fritzis vor allem von unserem Besuch in der Galeria Bzzz! im Centrum Nauki Kopernik.


Facebook | |


DDR-Barbies, antirassistisches Kinderbuch, Free CeCe, Protest gegen Sarrazin – kurz verlinkt

26. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 225 von 256 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die aktuelle Ausgabe der an.schläge ist erschienen,  diesmal mit dem Schwerpunktthema Wohnpolitik, und wieder sind einige Beiträge online lesbar, z.B. das Interview mit einer lesbischen Bloggerin aus Jordanien.

Katrin Gottschalk und Margarita Tsomou widerlegen im Freitag die so steilen wie schlotterigen “Barbiefeminismus!”-Thesen, die von dort aus kürzlich die Runde machten (geschickter Move, diese kräftebindenen  These-Gegenthese-Zirkel, die in einer Staubwolke von Rabatz letztlich zurück auf Null führen… kennen wir ja auch von der taz) – zum Beispiel so: “Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, in der DDR wären Frauen und Männer gleichberechtigt gewesen.”

Die Tageschau berichtet: Bis Ende Juni 2014 soll es eine neue gesetzliche Regelung zur sukzessiven Adoption für nichthetero Paare geben – liberaler wird’s aber wohl nicht mit der Großen Koalition.

“‘Das Wort, das Bauchschmerzen macht’ ist eine spannende Geschichte, die (nicht nur) Kindern zeigt, wie verletzend rassistische und diskriminierende Sprache ist. Aber auch, wie sich Eltern, Lehrer_innen und nicht zuletzt die Kinder selbst aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen”- Nancy J. Dilla sammelt Funding, um ihr Kinderbuch gegen rassistische Sprache veröffentlichen zu können. Noch wenige Wochen könnt ihr das Projekt unterstützen!

Die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung hat eine Broschüre über trans* Kinder und Jugendliche heraus gegeben. Sie kann hier herunter geladen und auch bestellt werden unter broschuerenstelle(at)senaif.berlin.de

Schon im letzten Jahr erschienen, aber (leider) immer aktuell: “Un_mögliche Bildung. Kritische Stimmen und verschränkte Perspektiven auf Bildungsun_gleichheiten.

englischsprachige Links

Ein weiteres wichtges Projekt, das auf Förderung angewiesen ist: die Dokumentation “Free CeCe” über und gegen Gewalt gegen Transfrauen, von Laverne Cox und CeCe McDonald.

In Spanien mehren sich die Proteste gegen die kürzlich verschärfte regressive Abtreibungsrechtspolitik, berichtet der Independent.

Anita Little stellt im Ms. Magazine eine Reihe früher Schwarzer Feministinnen vor.

Aaminah Khan schreibt bei Black Girl Dangerous über Intersektionalität und auf welchen (unter anderem) rassistischen Narrativen der Vorwurf, dass Kritiken an weißem Mainstream-Feminismus “toxisch” oder “Mobbing” seien, aufbaut.

Bei Autostraddle geht es um das kolonialistische Erbe, welches der heterosexistischen Diskriminierung in einigen afrikanischen Ländern zugrunde liegt und beim kritischen Blicken dorthin oftmals unter den Tisch fällt.

Welche Veränderungen können feministische Bewegungen international bewirken? Ein Podcast beim Guardian widmet sich dieser Frage.

Der Guardian berichtet auch über die Pianistin Alice Herz-Sommer, die mit 110 Jahren als älteste bekannte Überlebende der Shoah verstorben ist.

Termine

Berlin: Heute um 19:30 Uhr im K-Fetisch findet die erste Veranstaltung der Reihe “Mir lebn ejbik – Wir leben ewig” über Widerstand, Gedenken und Befreiung statt: “Frauen* im jüdischen Widerstand – die Meijdalach aus Bialystok.”

Auch in Berlin: Am 2. März (11 Uhr) will Thilo Sarrazin sein neues Buch im Berliner Ensemble vorstellen. Am 2. März findet daher auch eine Kundgebung dagegen auf dem Bertolt-Brecht-Platz statt – hier geht es zum Facebook-Event.

Vom 8. bis 13. März, ebenfalls in Berlin: die Berlin Feminist Film Week.

Das erste Kieler laDIYfest findet vom 18. bis 20. April 2014 statt. Spenden sind erwünscht!

Vom 12. bis 15. Juni  in Sachsen auf Gut Frohberg: Die frauensommerakademie*2014  - schon mal vormerken!


Facebook | |


Lesben und Schwule in Ostberlin, Rassismus zu Halloween, Klage gegen Karl Lagerfeld – kurz verlinkt

30. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft

Beiträge auf Deutsch

Jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen und Alleinerziehende.

Filiz Demirova, eine Romni, berichtet bei radioeins über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auch ein Leben mit einer schweren Erkrankung kann glücklich, lebenswert sein. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Hannelore Setter gewesen, die am 10. Oktober im Alter von 79 Jahren in ihrem Krankenhausbett gestorben ist. 60 Jahre hatte sie dort verbracht.

Wie viel zählt das Leben eines geflüchteten Kindes in einem Asylbewerber*innenheim in Deutschland? Für viele anscheinend erschütternd wenig, wie Familie Petrovic auf bittere weise feststellen musste. Ihr Sohn Leonardo wäre vor zwei Jahren aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung mehrerer Personen beinahe gestorben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.

In der Schweiz wird gerade ein diskriminierender Rückschritt diskutiert: ein explizites Ehe-Verbot für homosexuelle Paare.

Ein Mann zeigt Angestellten der Deutschen Bahn gegenüber Zivilcourage – und wird dafür von ihnen rassistisch beleidigt, weil er Schwarz ist. Später stellt sich heraus: Der Mann ist der Landtagsabgeordnete Daniel Mack. Und plötzlich tut der DB alles furchtbar leid.

“Out in Eastberlin” – ein neuer Kinofilm berichtet über das Leben homosexueller Personen in der DDR. Hier findet ihr den Trailer.

Ein blondes Kind lebt bei einer Roma-Familie – und sofort schreiben große europäische Medien von Kindesraub. Keno Verseck berichtet auf SPON von der Geschichte dieses antiromaistischen Ressentiments (siehe auch die englischsprachigen Links weiter unten).

Karl Lagerfeld äußerte sich mal wieder diskriminierend über dicke Menschen und insbesondere dicke Models und hat dafür nun – yeah! – eine Klage am Hals.

Hier könnt ihr für die Kampagne “Dritte Option” spenden.

Beiträge auf Englisch

Eine vermeintliche Kindesentführung durch ein Roma-Paar fand medial große Beachtung und Anteilnahme – anders als die  Fälle, in denen Kinder aus rassistischen Gründen gewaltsam von ihren Familien getrennt werden. Discipline and Anarchy schreibt über den rassistischen Bias in Entführungsdiskursen (siehe auch die deutschsprachigen Links weiter oben).

Sexualisierte Ausbeutung und Gewalt stellten einen Grundpfeiler des Systems der Sklaverei in den Staaten der heutigen USA (und sicher genauso anderswo) dar. Akiba Solomon bespricht für Colorlines, in wiefern der Film “12 Years A Slave”  einen wichtigen, oftmals vernachlässigten Teil der Geschichte der  rape culture offen legt.

Wäre es nicht so ernst im echten Leben, könnte man inzwischen von einem regelrechten Krimi sprechen:  Ein Gericht hat das geradezu gewaltsam durchgesetze Anti-Abtreibungsrechte-Gesetz in Texas für verfassungswidrig erklärt.

Vitamin W berichtet über das Fotoprojekt “Alone Time” von JJ Levine: Indem gezeigt wird, dass ein und derselbe Körper jegliches Geschlecht überzeugend verkörpern kann,  sollen herrschende Normvorstellungen über die zweigeschlechtliche Rollenverteilung in Frage gestellt werden.

Halloween steht vor der Tür und damit leider auch immer wieder Leute in Blackface oder Redface – wer nach wie vor nicht mitbekommen hat, das sowas rassistische Kackscheiße ist, geht ziemlich ignorant durchs Leben, hält Awesomely Luvvy fest. Inklusive praktischer Entscheidungsgrafik!

Queer-Gerechtigkeit bedeutet mehr als schwule weiße Männer, die mit ihren Beziehungen an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Audrey bei Autostraddle.

Termine in Berlin, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld (mehr …)


Facebook | |


Vom Scheiden und Scheitern

1. Juli 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 52 von 55 der Serie Meine Meinung

Liebe Medien, liebe Familienpolitiker_innen, liebe Menschen so im allgemeinen,

ich wollte mal kurz aber nachdrücklich eins festhalten: Meine letzte Beziehung ist nicht gescheitert. Sie ist vorbei, aber nicht gescheitert.

Wobei, lasst mich vielleicht doch ein bisschen weiter ausholen.

Wenn ich hier “Beziehung” schreibe, meine ich damit eigentlich nur eine ziemlich klar festgelegte Form dessen, nämlich eine “herkömmliche” Paarbeziehung, zwei Personen (oftmals sind 1 Frau* und 1 Mann* gemeint), Romantik/Liebe/Erotik, verbindliches, meistens exklusiv zweiermäßiges Miteinander. Das ist ja schon so das, was landläufig meistens mit “Beziehung” gemeint ist. Warum es gerade im Kontext feministischen Handelns wichtig ist solche Eingrenzungen zu hinterfragen, dazu wird immer wieder viel Kluges gesagt, ich kann mir das an dieser Stelle also sparen, zumal ich mich hier jetzt auf Diskurse beziehe, die sich überwiegend um das oben beschriebene Beziehungskonzept drehen.

Worauf ich dabei hinaus will: Trennung und Scheitern sind nicht dasselbe. Jedenfalls für mich nicht, und ich weiß inzwischen dass es vielen so geht. (mehr …)


Facebook | |


Kristina Schröder: Armut? Einfach wegbasteln!

21. Juni 2013 von Nadia
(c) MM

(c) MM

Die familienpolitischen Leistungen in Deutschland? Sind total knorke und erfüllen ihren Zweck! Armut? Egal! Basteln, vorlesen und singen hilft, jeden negativen Einfluss von Armut zu verhindern! Diese und ähnliche “Ergebnisse” einer Studie stellte Kristina just diese Woche vor. (mehr …)


Facebook | |


Feministische Netzpolitik, #occupygezi und ungefragte Diättipps – Kurz Notiert

19. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 195 von 256 der Serie Kurz notiert

Die Wissenschaftlerinnen Sabine Hark und Paula-Irene Villa haben in der taz eine Antwort auf den ZEIT-Text von Harald Martenstein geschrieben, welcher in seinem Artikel – mal wieder – Erkenntnisse aus den Gender Studies diskreditierte.

Beim Missy Magazine gibt es eine neue Serie zu #occupygezi von Didem Ozan. Folgende Fragen werden in nächster Zeit diskutiert: Warum sind türkische Frauen so wütend auf Erdoğan? Welche Rolle spielen Feministinnen? Und welche Frauen unterstützen das autoritäre Auftreten des Regierungschefs?

Passend dazu: GLADT e.V. sammelt Spenden für den LSBT-Block, der die Widerstands­bewegung im Gezi Park mitorganisiert. Auf Facebook findet ihr den Aufruf.

In der 3-Sat-Mediathek findet ihr einen Beitrag zu Sexismus: “Bei Sexismus geht es um Hierachien und Macht.”

Offenbar hat in von der Firma Haasenburg betriebenen Kinderheimen krasse Gewalt gegen Kinder stattgefunden – eine Petition tritt nun für deren sofortige Schließung ein. 20.000 Unterstützer_innen müssen in den nächsten 60 Tagen gefunden werden, damit sich der Brandenburger Landtag mit der Petition beschäftigt, berichtet die taz.

Auf Dances with Fat gibt es einen sehr lesens­werten englisch­sprachigen Artikel über die “gut-gemeinten” aber leider einfach nur respektlosen Tipps, die dicke_fette Menschen andauernd ungefragt hören.

Dürfen Journalistinnen für eine Frauenquote in Medien werben? Die Kommunikations­wissen­schaftlerin Elisabeth Klaus meint im Interview mit dieStandard.at: Na klar!

Im Mai fand die vom Missy Magazine initiierte Diskussions­runde zu #Aufschrei statt. Einige Autorinnen der Mädchenmannschaft waren damals dabei und berichteten. Nun ist eine Aufnahme der Veranstaltung online verfügbar.

Du liebst Fussball und findest es toll, wenn andere Mädchen und Frauen ihre spielerische Leidenschaft ausleben können? Dann unterstütze Discover Football mit einer kleinen Spende!

Auf The F-Bomb gibt es einen englisch­sprachigen Artikel: “What If I AM Like The Feminist Stereotype?”

Petition: “Bildung auf See braucht Schiffe in Fahrt! Für den Erhalt von Traditions­schiffen wie der Lovis“. Das Aus würde auch ein Ende für Frauen*Lesben*Trans*-Segeltouren bedeuten.

In der sogenannten Vereinbarkeitsdebatte fehlt oftmals der Blick auf jene, die dazu beitragen sollen, vor allem Müttern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen: Erzieher_innen und Kinderpfleger_innen. Diese haben oftmals selbst Vereinbarkeitsprobleme, verdienen oft wenig und viele von ihnen sind im Alter von Armut bedroht.  Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, erläutert dies in einem Interview mit dem Portal ErzieherIn (irgendwie schade nur, dass am Ende des Interviews das Paradigma “Wir brauchen unbedingt mehr Männer in den KiTas”  unhinterfragt/kontextlos übernommen zu werden scheint).

Termine in Bad Malente, Berlin, Frankfurt am Main und Hildesheim nach dem Klick

(mehr …)


Facebook | |


Kita-Kritik braucht Geschlechter-Kritik

14. Juni 2013 von Lisa

Nicht alle Krippen sind super – und nicht alle Kinder gehen gern in die Kita, mögen ihre Erzieher_in oder lassen sich innerhalb der vorgesehenen Zeit eingewöhnen. In vielen Kitas ist der Betreuungsschlüssel zu groß, oft fehlen Erzieher_innen – nicht zuletzt weil diese ausgesprochen schlecht bezahlt werden. Beim Kita-ausbau wird vielmals Qualität zugunsten von Quantität vernachlässigt. Eine Kritik am derzeitigen System von Kitas und Krippen, wie sie etwa in der taz zu lesen war, ist also mitunter durchaus gerechtfertigt. Das Problem ist allerdings, dass diese Kritik schnell in eine reaktionäre Richtung geht. Auch wenn sich die meisten Texte oberflächlich aufgeklärt geben, schwingt in vielen implizit trotzdem die Idee des ‘früher-war-alles-besser’ und das Ideal der Hausfrau & Mutter als einzigem Garant frühkindlichen Wohlbefindens mit. Ein Beispiel dafür ist ein Interview mit dem bekannten dänischen Familientherapeuten Jesper Juul in der Zeit (dessen Erziehungsratschläge meiner Meinung nach sowieso auf Gemeinplätze hinauslaufen).

Hier findet sich ein typisches Argumentationsmuster konservativer Kita-Kritik: Offiziell zielt sie auf die Qualität von Krippen und Kitas, also auf Dinge wie den Betreuungsschlüssel, pädagogische Konzepte und die Ausbildung von Erzieher_innen. Inoffiziell geht es in den Texten aber meist nicht um den Vergleich von guten versus schlechten Kitas –  der eigentliche Maßstab bleibt weiterhin die Betreuung der Kinder zuhause in der Familie. Beispielsweise fordert Juul eine Langzeitstudie, die zwischen Kindern in Kita- und Familienbetreuung vergleicht (und nicht etwa zwischen verschiedenen Kita-Konzepten). Als sein vermeintlich progressives Vorbild nennt “eine kleine Bewegung von Eltern, die sagen: Wir wollen ein Recht darauf haben, unsere Kinder von der Geburt bis zur Einschulung selber zu erziehen” (und nicht etwa eine Bewegung von Eltern, die sich für einen kleineren Betreuungsschlüssel in ihrer Kita einsetzen).

Problematisch ist zudem, dass die Kita-Probleme oft als Folge der privaten Entscheidung von Eltern erscheinen: Diesen Eltern kümmerten sich eben zu wenig um die spezifischen Bedürfnisse ihres Kindes, ihre  ‘Karriere’ sei ihnen wohl wichtiger, sie  liessen sich zu sehr vom heutigen Leistungsdruck stressen und interessierten sich auch noch viel zu wenig für das pädagogische Konzept der jeweiligen Kita. Dadurch werden gesellschaftliche Probleme individualisiert. Denn der größere politische Zusammenhang wird ausgelassen oder nur gestreift. Dass Faktoren wie sinkende Löhne, der Abbau von Sozialsystemen, einkommensabhängiges Elterngeld und das Ideal der Vollzeit-Arbeit vielen Eltern wenig Raum für Entscheidung oder Zeit für Kita-Konzept-Diskussionen lassen, bleibt außen vor.

Vor allem aber fehlt in vielen Anti-Kita-Polemiken auffallend häufig die Dimension von Geschlecht – oder wird allenfalls in einem Nebensatz kurz angeschnitten. Vordergründig beschreiben die Texte neutral beide ‘Eltern’ und unterschlagen so, dass ein zentraler Teil des Problems vor allem geschlechtspezifische Ungleichbehandlung betrifft. Denn zum einen ist die scheinbar kindgerechtere Vergangenheit, die beschworen wird, eng mit dem traditionellen Mutterideal verbunden. Zum anderen haben genderpolitische Aspekte entscheidenden Einfluss sowohl auf die Betreuung Zuhause als auch in der Kita. Strukturelle Faktoren wie der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen und das Ehegattensplitting bewirken, dass es in heterosexuellen Paaren meist die Frau ist, die den Großteil der Erziehungsarbeit übernimmt. Somit ist es in der Realität vor allem die Mutter, der die kritisierte ‘Entscheidung’ zur Kita angelastet wird. Zudem spielt die Dimension von Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Quanität und Qualität von Kita-Betreuung. Schließlich gilt Erzieher_in nach wie vor als sogenannter ‘Frauenberuf’ – und solche Berufe zeichnen sich traditionell dadurch aus, dass viel altruistisches Geben erwartet wird, während die Bezahlung ausgesprochen schlecht ist. Eine informierte Kita-Kritik schließt also immer auch eine Kritik der hegemonialen Geschlechterordnung ein.


Facebook | |


50/50 bedeutet nicht die Auflösung aller Ungerechtigkeiten

28. März 2013 von Gastautor_in

Dieser Text erschien vor einigen Tagen als Gastbeitrag auf Lisas Blog fuckermothers. Jochen König ist Autor und lebt mit seiner dreijährigen Tochter in Berlin. Wir danken ihm und den Fuckermothers für die Erlaubnis zum Crossposten!

Gerade habe ich mich an einen Text übers Elternsein und Geschlechterverhältnisse gesetzt, den ich seit ein paar Wochen schreiben möchte, da erscheint ein Artikel von Stefanie Lohaus auf Zeit Online vielfach auf meiner facebook-timeline: Es geht um das Prinzip 50/50. Sie beschreibt wie sie sich mit ihrem Partner gleichberechtigt um das gemeinsame neugeborene Kind kümmert und greift dabei zwei Aspekte auf, über die ich aus meiner Perspektive als Vater seit einiger Zeit nachdenke.

Sicherlich ist es ein Fortschritt, dass solche Modelle in einer solch breiten Öffentlichkeit diskutiert werden. Das Abfeiern von 50/50-Arrangements finde ich jedoch ermüdend. Der Zusammenhang zwischen Elternsein und Geschlechterungerechtigkeit lässt sich nicht auflösen, indem die Väter die Hälfte der möglichen Elternzeit nehmen. (mehr …)


Facebook | |



Anzeige