Einträge mit dem Tag ‘Kinder kriegen’


“Lesben und Schwule sind ungewollt kinderlos, von Staats wegen” – Kurz notiert

11. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 104 von 152 der Serie Kurz notiert

Noch ein paar Stunden kann die Petition “Stop the ‘Kill the Gays’ Law Now” (deutsche Version: “Stoppt das Anti-Homosexuellen Gesetz in Uganda“) unter­schrieben werden. Diese fordert den ugandischen Präsidenten Museveni dazu auf, ein Veto gegen das Gesetz einzulegen, das lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Lebens­weisen unter Todesstrafe stellen würde.

Jürgen Kriege schrieb auf frauensprache.com die Er­fahrungen sei­nes Autor_innen­teams auf, wel­ches un­bewusst Ge­schlechter­stereo­type in einem Mathe­matikbuch reproduzierte.

Kristina Schröder hat es sich zum Ziel gesetzt, die finanziellen Hilfen bei der künstlichen Befruchtung aufzustocken, um “ungewollt kinderlose Paare besser zu unterstützen”. Auf die Frage, ob auch Homo­sexuelle davon pro­fitieren, ant­wortet die Familien­ministerin aus­weichend. Julia Seeliger bringt es in der Taz auf den Punkt: “Lesben und Schwule sind ungewollt kinderlos, von Staats wegen.”

Fundstück der Woche und passend zum Mutter­tag auf thesocietypages.org: Mutter und Tochter vereint in Glück­seligkeit – und zwar beim Saubermachen!

Lori von feministing.com macht sich Ge­danken über den Tod Osama Bin Ladens und die teils skurrilen Reaktionen wie Freude und Jubel. Sie analysiert, welche Rolle Gender dabei spielen könnte und ver­linkt ein sehens­wertes Video, in dem Kin­der zum Tod Bin Ladens befragt werden.

Das Projekt Deaf Not Dumb hat ein wunderbares Rap-Video in Gebärdensprache gemacht und prangert die dis­kriminierende An­nahme an, dass gehör­los oftmals mit dumm gleich­gesetzt wird.

Der Forschungsbereich Gender & Medien der Universität Wien hat einen Call for Pape (doc) ausgerufen: ”GFM Best Publication Award Gender&Medien”. Eingereicht werden können wissen­schaft­liche Aufsätze in deutscher oder englischer Sprache, die im Jahr 2010 publiziert worden sind. Deadline: 31. Mai 2011.


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Last Minute TV-Tip: Die Hebamme

9. Mai 2011 von Helga

In etwas über einer Stunde, also um 20:15 Uhr im ZDF, also etwas verspätet zum Internationalen Hebammentag. Eine Geschichte über eine Zeit, in der die Unterdrückung von Frauen noch ganz offen ausgelebt wurde:

Der Film „Die Hebamme“ erzählt von einer Welt, in der sich Dorfobere und Pfarrer zusammentun, um Frauen auszuschalten – sei es, weil die Frauen zu selbständig sind wie Rosa Koelbl, sei es, weil sie ein unerwünschtes Kind erwarten. Die Geburt wird zu einem Moment, in dem Männer Zugriff auf das Leben einer Frau haben. Stellenweise ist das kaum zu ertragen – etwa, wenn eine Siebzehnjährige, von den Ärzten festgehalten, in den Wehen um ihr Leben fleht, weil sie weiß, was die Entscheidung zum Kaiserschnitt bedeutet.

Für die FAZ hat Christina Hucklenbroich den Fernsehfilm von Dagmar Hirtz bereits angeschaut.


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Heute gehen die Hebammen auf die Straße

5. Mai 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 45 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Vor einem Jahr beklagten die deutschen Hebammen die anstehenden drastischen Erhöhungen bei den Versicherungsprämien und bekamen dann ein paar Euro mehr. Das hat nicht gereicht, viele Hebammen haben die Geburtsbetreuung aufgegeben. Zum heutigen Internationalen Hebammentag daher noch mal eine Grafik von Hebammen für Deutschland, die das Problem verdeutlicht.

Übersicht der Erlöse von Hebammen und den Kosten für die Versicherungsprämien seit 2003. Die Versicherungsprämie ist von 1352,56 Euro auf 3689 Euro oder 4611,25 Euro (ohne bzw. mit Vorschaden) gestiegen. Pro Beleggeburt erhält die Hebamme 237,85 Euro, für eine Hausgeburt 548,80 Euro und für eine Geburt im Geburtshauserhält 467,20 Euro. Die Beträge sind seit 2003 kaum gestiegen.

Über hebammenfuerdeutschland.de

Mehr zur aktuellen Situation und den Entwicklungen der letzten Monate findet Ihr in der Seitenleiste im Dossier.


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Kurz und knackig notiert

14. April 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 101 von 152 der Serie Kurz notiert

Die Mädchenmannschaft tummelt sich in diesen Tagen auf der Blogger_innen-Konferenz re:publica und ist mit eigenen Panels gut vertreten. Die Linkliste fällt daher etwas kurz aus, kann aber gerne in den Kommentaren ergänzt werden!

Kaum ein Kind kommt heute noch ohne medizinische Eingriffe zur Welt. Notwendig sind längst nicht alle, aber sie verhelfen den Krankenhäusern zu höheren Einnahmen. Die ZEIT über einen Trend, dessen Auswirkungen auf Mütter und Kinder noch lange nicht klar sind.

Eine Soziologiestudentin aus Wien sucht für ihre Master-Arbeit über “Eingetragene Partnerschaften in Österreich” Interview-Partner_innen, die in eingetragener Partnerschaft leben.

Kurt Cobain war Feminist!

Das Burkaverbot in Frankreich ist erst seit Montag in Kraft und schon gab es einen ersten Übergriff: In einem Einkaufszentrum riss eine Anwältin einer Konvertitin den Schleier vom Kopf, so der Telegraph.

Für Podcast-Fans: “Femme! radikal queer feminin“.

Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle freut sich immer noch über neue Abonnent_innen.

Doing Gender gibt es auch beim Essen – für DRadio Wissen haben Christina Wolf und Ralph Glander den Selbstversuch gewagt und für einen Tag ihre Essensgewohnheiten getauscht.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April.


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Erbeten für Europa

24. Februar 2011 von Franziska
Dieser Text ist Teil 10 von 19 der Serie Post aus Brüssel

Salut,

seit Inkrafttreten des Maastrichter Vertrags 1994 hat jeder Bürger der Europäischen Union das Recht, in Angelegenheiten, die in den Tätigkeitsbereich der EU fallen (zum Beispiel Umweltschutz, Verbraucherfragen oder Rechte als Unionsbürger) und ihn oder sie unmittelbar betreffen, eine Petition an das Europäische Parlament zu richten. Das geht auf dem Postweg oder elektronisch.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Von diesem Recht hat nun eine finnische Lesbe Gebrauch gemacht und sich an den Petitionsausschuss des Europaparlaments gewendet. Sie macht in ihrer Petition auf die fehlende gegenseitige Anerkennung von Lebenspartnerschaften innerhalb der Europäischen Union aufmerksam, die für ihre Familie große Auswirkungen hat.
Die Finnin lebt mit ihrer französischen Partnerin in Paris, ihre Lebenspartnerschaft ist offiziell eingetragen. Sie haben zwei Kinder, die beide die finnische Staatsbürgerschaft besitzen, da die Finnin nach französischem Recht die einzige legale Mutter ist.
Beide Frauen besitzen jedoch die gesetzliche Vormundschaft für die Kinder bis diese die Volljährigkeit erreichen. Das ist jedoch nicht ausreichend, um beide Kinder rechtlich gleich zu stellen. So können sie NICHT Besitz und Eigentum von der zweiten Mutter und ihrer Familie erben, den Nachnamen der zweiten Mutter annehmen oder die französische Staatsbürgerschaft und einen französischen Pass erhalten. Aber am schlimmsten: Sollte die biologische Mutter vor der Volljährigkeit ihrer Kinder sterben, verliert ihre französische Partnerin die Vormundschaft und die Kinder würden Waisen! Gleiches gilt bei einer Auflösung der eingetragenen Partnerschaft. Die Kinder könnten somit ihren Anspruch auf Unterhalt und Umgang mit beiden Eltern verlieren.

Im nächsten Schritt muss nun der Petitionsausschuss über die Zulässigkeit der Petition entscheiden. Bei positivem Ergebnis kann er dann entweder die Kommission zur Prüfung des Gegenstands und Einhaltung des Gemeinschaftsrechts auffordern, im Parlament den zuständigen Ausschuss beauftragen oder andere für zweckmäßig erachtete Schritte einleiten.
Der Ausschuss tagt zum nächsten Mal am 15. und 16. März und kann auf der Internetseite des Europäischen Parlaments mitverfolgt werden.


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Samstagabendbeat für die Schwangeren dieser Welt

19. Februar 2011 von Helga

Schon von 2008 aber (leider) immer noch aktuell: Die Kampagne von oxfam, die sich für sichere Schwangerschaften und Geburten einsetzt.

If you think this is dangerous, try giving birth in poor countries without a midwife, hospital or medicine.

Wenn Du denkst, das sei gefährlich, versuche, in einem armen Land ohne Hebamme, Krankenhaus oder Medizin zu gebären.

Tatsächlich waren die Breakdancerinnen professionelle Tänzerinnen in Schwangerschaftsanzügen, aber mitgrooven ist auch mit Bauch ausdrücklich erwünscht!


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Antworten von Tittenmutter an Bitterfotze

8. Februar 2011 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 15 von 26 der Serie Der Kommentar

Dr. Kirsten ArmbrusterIn diesem Essay schreibt Dr. Kirsten Armbruster der Schwedin Maria Sveland zu ihrem Bestseller „Bitterfotze“, der 2009 in Deutschland erschien. Dr. Kirsten Armbruster, geb. 1956 in Dortmund, aufgewachsen in Ägypten und in Fürstenfeldbruck hat Agrarwissenschaften studiert und promovert. Mit ihrem Verlag edition.courage veröffentlicht die vierfache Mutter ihre Denkansätze in Büchern, Artikel und Vorträgen. Ihr aktuelles Buch „Das Muttertabu oder der Beginn von Religion“ ist 2010 erschienen.

Liebe Bitterfotze,

wie gut verstehe ich deine Bitterfotzigkeit. Dieses diffuse Gefühl, als Mutter im Patriarchat, die Arschkarte gezogen zu haben. Und wie genial die Wahl des Begriffs Bitterfotzigkeit, um eben dieses Gefühl auszudrücken! Hier im katholisch-konservativen Bayern, wo die Bedingungen für Mütter besonders zum Himmel schreien, hat Bitterfotze noch dazu eine wunderbare Mehrdeutigkeit, denn Fotze ist nicht nur ein anderes vulgäres Wort für Möse. „Halt´dei Fotzen“! heißt auch „Halt den Mund“, im Sinne von „Halt dein Maul!“ Und das Wort Fotze, existiert im Bayerischen noch in einer weiteren Wortkombination: „Du kriegst glei´ a Fotz´n“ bedeutet „Du kriegst gleich eine Ohrfeige“. So bedeutet Bitterfotzigkeit also: Wenn du als Mutter, dein Maul aufmachst, um bittere Wahrheiten auszusprechen, die aber im Patriarchat niemand hören will, kriegst du eine auf´s Maul.
Mütter, die unsichtbare Macht hinter allem Leben! Denn kommt durch unsere Fotze nicht das neue Leben in die Welt und nähren wir mit unseren Titten nicht eben dieses neue Leben? Diese Diskrepanz zwischen der wahren Lebensmacht von Müttern und ihrer gleichzeitigen Machtlosigkeit im Patriarchat, das ist das, was uns zu Recht bitter macht! Müssen wir also zu vulgären Ausdrücken greifen, um auf unseren Zorn, unsere Wut aufmerksam zu machen? Sei´s drum, benutzen wir ruhig die vulgäre Sprache unserer Zeit, denn letztendlich ist alles Muttersprache!

Mütter und Macht, scheint das nicht ein Widerspruch an sich? Ach wie gut, dass keine weiß, dass Macht ursprünglich ein altes Wort für Scheide, also Fotze ist. Wir kennen diese alte Bedeutung kaum mehr, und nur noch indirekt begegnen wir sprachlich dieser uralten Müttermacht, nämlich in dem Wort Gemächte für das männliche Glied. Das Gemächte ist grammatikalisch, das, was gemacht worden ist. Es hat als Partizip Perfekt eine passive Bedeutung. Das Gemächte ist folglich das, was von der Macht, der Fotze, gemacht worden ist, und hier können wir die alte Lebensmacht der Mütter aus vorpatriarchalen Zeiten noch deutlich spüren.
Macht in unserer Gesellschaft ist allgemein verbunden mit Ansehen, Position und Geld, und all dies haben Männer. Macht im Patriarchat ist männlich! Und die Mütter haben tatsächlich nichts von alle dem, kein Ansehen, keine Position und vor allem kein Geld. Mütter arbeiten rund um die Uhr, ohne Feierabend, ohne Wochenende, ohne Urlaub, aber ihre Arbeit ist unsichtbar. Das Patriarchat behauptet, dass die Caring-Arbeit von Müttern gar keine richtige Arbeit ist, und deshalb wird diese Arbeit in der patriarchalen Logik auch nicht bezahlt. Jede Hausfrau hat diese patriarchale Kröte geschluckt und antwortet brav, wenn man sie nach ihrer Arbeit fragt: „Ich arbeite nicht“!

Mütter haben im Patriarchat kein Geld, und die stark gestiegene Kinderarmut der letzten Jahre ist weniger eine Kinderarmut, sondern vor allem eine Mütterarmut. Kein Geld zu bekommen für die Mütterarbeit, bedeutet im Alter, in der Folge, kaum eine Rente zu bekommen, obwohl es ja gerade die Mütter sind, die durch ihre Mütterarbeit die Generationenrente der Jungen für die Alten ermöglichen. Und was ist mit dem Ansehen von Müttern im Patriarchat? Sie gelten als nicht arbeitende und damit im heutigen geldwerten Kapitalismus – der Caringkomponenten als unwert erachtet – nichts nutze, überflüssige Wesen. Denn ansehen wollen wir die Arbeit von Müttern keinesfalls! Würden wir diese Arbeit ansehen und in geldwerte Leistung umrechnen, kämen nämlich schwindelerregende Zahlen heraus. Im BIP, in der die Summe der Wertschöpfung einer Volkswirtschaft zusammengefasst wird, taucht diese Caring-Arbeit deshalb auch vorsichtshalber nicht auf.

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Auf Mutti ist kein Verlass

10. Januar 2011 von Erna
Dieser Text ist Teil 28 von 36 der Serie Muttiblog

Ich bin untröstlich: Am 3. März 2010 schrieb ich meinen letzten Mutti-Blog-Beitrag. So war das nicht geplant. Aber so ist es gekommen. Auf Mutti Erna ist leider kein Verlass.
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Wenn ich heute hier sitze und darüber nachdenke, was los war, bin ich nicht ganz sicher. Es war eine Anhäufung mehrer Faktoren, die ineinander spielten.

1. Die Themen. Auf einem feministischem Blog über das Muttisein zu schreiben impliziert immer, über das Muttisein irgendwie auch aus einer feministischen Perspektive schreiben zu wollen. Nicht, dass mir das schwer gefallen wäre. Ich hatte eine Liste, auf der ich viele Themen gesammelt hatte, die ich ansprechen wollte. Zum Beispiel die Rolle des Vaters. Oder die geschlechtsspezifische Codierung von Babys, damit man auch auf 100m Entfernung sieht, ob es sich um einen Jungen oder um ein Mädchen handelt. Ich wollte aber auch und vor allem über das Thema “Zufriedenheit und Mutterglück oder Bitterfotze?” schreiben. Dieses Thema wühlte mich aber innerlich so sehr auf, dass ich es nicht fertig brachte, darüber zu schreiben. Ich habe es stattdessen einfach verdrängt.

2. Die Abwechslungsthematik. Wenn frau den lieben langen Tag nichts anderes im Kopf hat, als Kümmern und Muttisein, dann ist es schwer erträglich, dass auch noch die Schreiberei sich mit diesem Thema befassen soll. Irgendwie hatte ich vom Muttisein einfach ein bisschen den Overkill, wollte wenn schon, dann ein bisschen Abwechslung reinbringen. Fand es deprimierend, diese Rolle auf nahezu allen Ebenen meines Daseins einnehmen zu sollen. Das hatte ich mir vor der Geburt auch anders vorgestellt. In meiner Vision von einem Muttiblog war ich selbstbewusst und zufrieden mit dem Leben als feministische Mutter. Das war ich aber nicht. Zu sehr bestimmte nur das Muttersein mein Leben. Mir dürstete es nach “echter” Abwechslung. Natürlich kam ich mir deswegen auch noch schlecht vor.

3. Der Frust. Die Bitterfotze war unerwartet oft Bestandteil meines Mutterlebens. Ein halbes Jahr war ich einfach “nur zuhause”. Denn leider musste mein Liebster sich einen neuen Job suchen und wie das so ist: keine Möglichkeit Elterzeit zu nehmen im ersten halben Jahr. Freie Wirtschaft eben. Dafür bin ich nicht gemacht! Ich lenkte mich mit allerhand Aktivitäten ab, angefangen beim Sport (zwei Mal pro Woche), über das Kochen (jeden Tag ein neues leckeres Gericht ausprobieren) bis hin zu einem unstillbaren Bedürfnis viel Zeit im Freien zu verbringen, da es dort dem Baby viel besser ging als drinnen – und damit eben auch mir. Der Frust war irgendwann so groß, dass ich noch während ich stillte wieder anfing mit Rauchen (natürlich nur abends, nach der “letzten Brust”), da ich unbedingt ein Laster als “Ventil” für meinen Frust brauchte! Das Gefühl, dass alle Leute um mich herum einfach sorgenlos ihr Leben weiterlebten, während ich auf dem Abstellgleis geparkt mit meinem Baby an der Brust stand, es bereitete mir keine Freude. Ich bekam eine Migräne und zwischen dem Liebsten und mir entspann sich der klassische postnatale Beziehungsstress. (weiterlesen …)


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Überflüssige Orgasmen und Hysterie – über die Erforschung der Frau

30. Dezember 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 49 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

Weißes Buchumschlagbild mit goldener Schrift: Woman - Darunter klein und schwarz: An Intimate Geography – Ein aus 3 Strichen stilisierter weiblicher Intimbereich – NATALIE ANGIER Winner of the Pulitzer PrizeAls „eine wissenschaftliche Fantasie des Frauseins“ versteht Autorin Natalie Angier ihr Werk “Woman: An Intimate Geography”. Tatsächlich dreht sich alles um den Teil der Menschheit, der von der Wissenschaft bis heute noch zu oft vernachlässigt wird: Die Frau und alles, was sie ausmacht.

Warum gibt es einen weiblichen Orgasmus und warum wird die Durchschnittsbrust seit Jahrzehnten immer umfangreicher? Nur einige von zahlreichen Fragen, deren Antwort noch immer ausstehen. Hier fasst Angier die verschiedenen Theorien und Beweise zusammen, gibt Einblicke in die (männlich geprägte) Wissenschaftsgeschichte und zeigt die komplexen Verwicklungen mit Alltagskultur und Politik auf. Auch die Geschichte der weiblichen Hysterie, ausgehend von der Gebärmutter (griech. ὑστέρα/hystera) darf da nicht fehlen. Dabei geht es nicht nur um die harten Fakten von Gebärmutter und Genetik, sondern auch die gesellschaftliche Einordnung. Die Frau als schwaches, passives und weiches Wesen – naturgegeben sei das nicht.

Als Mutter, die sich für ihre eigene Tochter ein noch besseres und gerechteres Leben wünscht, zeigt sich Angier auch als ausgesprochene Feministin, die unter den tausenden Jahren patriachaler Traditionen die Möglichkeit zu mehr globaler, weiblicher Solidarität sieht. Ausgehend von Naturvölkern oder unseren nächsten Verwandten, die Affen, leht sie sich hier etwas aus dem Fenster. Aber schließlich soll das Buch auch mehr sein, als nur das Vorstellen wissenschaftlicher Erkenntnisse, eben eine „Fantasie“. Und: viele populäre Annahmen stehen auf wissenschaftlich wackligeren Füßen. Die Verbindung von Aggression und Testosteron ist so wenig bewiesen, wie evolutionäre Psychologie sich auf historische Fakten berufen kann. (weiterlesen …)


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Einsatz für Mutter und Kind – Hebammen in aller Welt

28. Dezember 2010 von Helga

In Deutschland hat sich die Situation für Hebammen in diesem Jahr deutlich verschlechtert, die versprochene Hilfe des Gesundheitsministeriums lässt weiter auf sich warten. Doch wie sieht es in anderen Ländern dieser Welt aus?

Die afghanische Pionierin Pashtoon Azfar haben wir bereits vorgestellt. Inzwischen ist ihr Projekt der Hebammenausbildung in den Nachbarländern kopiert worden, berichtete Gender Across Borders. Auch npr berichtete von den Fortschritten (hier das Transkript zum Nachlesen):

In den USA ist es in mehreren Bundesstaaten den examinierten Hebammen verboten, Hausgeburten zu begleiten. Werdende Mütter, die eine Hausgeburt bevorzugen, müssen diese entweder ohne qualifizierte Hilfe angehen oder die Hebamme riskiert den Verlust ihrer Lizenz. RH Reality Check stellte im Rahmen der Nationalen Hebammen-Woche im Oktober verschiedene Organisationen vor, die sich für eine Änderung der Gesetze einsetzen.

Auch in Ruhiira, Uganda, gibt es seit 2007 ein Programm, um Hebammen auszubilden. Sie leisten wichtige Arbeit, um Schwangere über HIV aufzuklären und die Übertragung auf die Neugeborenen zu verhindern, sowie den Frauen Mittel zur Familienplanung an die Hand zu geben. Besonders die Verringerung der Müttersterblichkeit während der Geburt ist auch einer der Punkte der Milleniumsziele der Vereinten Nationen, die bis 2015 erreicht werden sollen.

Schließlich gibt es im Women’s Media Center ein Porträt der palästinensischen Hebamme Feeza Shraim, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihrer Arbeit nachgeht. Dafür wurde sie sogar mit einem Internationalen Award für die Gesundheit und Menschenwürde der Frauen ausgezeichnet.


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