Einträge mit dem Tag ‘Katholizismus’


Homo-Hetze, Militär, Kindermangel, Kunst&Kultur, Gewalt und Twitter

20. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 73 von 153 der Serie Kurz notiert

Auf GenderAcrossBorders gibt es einen Artikel über feministische Twitter_innen. Wir sind auch dabei!

Wir berichteten über das Grüne Männer-Manifest – Broadsheet@Salon hat ebenfalls einen kurzen Kommentar.

In Kenia drohen Homosexuellen Haftstrafen und Gewalt. Schwulenhasser nutzen die Verbreitung von Aids für ihre Propaganda – die JungleWorld hat mehr darüber.

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone sieht einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche - wie bitte?! – auch laut der Süddeutschen eine steile These.

Die Taz stellt Pinar Selek’s neues Buch “Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt. Männliche Identitäten” vor, eine Studie zum Männerbild im türkischen Militär.

Der Focus hat mal wieder Angst um Deutschlands Zukunft und beweint den angeblichen Nachwuchsmangel.

Es gibt eine Kampagne namens Walk A Mile in Her Shoes („Laufe eine Meile in ihren Schuhen”), welche auf häusliche Gewalt aufmerksam machen soll. Broadsheet@Salon fragt sich: Bewusstseinsförderung oder alberne Aktion?

Die einzigartige Miss Platnum erzählt uns von der Lust am Essen, weiblicher Schönheit, Berlin und die Ironie in ihren Songs.

Feministisches Theater mit der Regisseurin Friederike Heller, die einen ganz neuen Blick auf Bertolt Brechts Stück “Der gute Mensch von Sezuan” wirft.

Die New York Times hat lesbische und schwule Comic-Held_innen.

Sociological Images hat einen Beitrag zu: “So sieht die Objektivierung von Männern aus.”

"This is what the objectification of men would like like..."


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 77 von 153 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”


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Weg von den ewig Gestrigen

25. März 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 10 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Manche Männer kann man einfach nicht ernst nehmen. Den Papst zum Beispiel. Bevor er vergangene Woche zu seiner Afrika-Reise aufbrach, erklärte Vatikanchef Benedikt, Kondome verschlimmerten das AIDS-Problem. Auf dem schwarzen Kontinent angekommen, spricht er sich gegen Abtreibung aus – auch bei akuter Gefahr für die werdende Mutter. Naja, vielleicht sei dem heiligen Vater da eine Bemerkung falsch in den Mund gelegt worden, mutmaßt Johannes B. Kerner in seiner Talkshow. Und wenn schon, die Meinung der katholischen Kirche zu Verhütung, Geburtenregelung und Abtreibung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht eine Rosenkranzperle weit fortbewegt.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich weiß nicht, wie oft ich mich in den vergangenen Jahren über die Position der katholischen Kirche gegenüber Frauen, Safer Sex, Empfängnisverhütung und Abtreibung aufgeregt habe… und ich finde, es lohnt sich auch nicht mehr. Vegangene Woche bin ich aus dem Verein namens Kirche ausgetreten, eine vor allem von Wut und Entrüstung geprägte Entscheidung.

Weil ich aber finde, dass diese Wut in etwas Positives umgewandelt werden sollte und auch den ewig gestrigen Äußerungen des Papstes und ähnlicher Kirchenvertreter mit Aktivismus statt mit Kopfschütteln begegnet werden sollte, hier mal einige Moralapostel, die auch anders können:

Zum Beispiel die Theologin Uta Ranke-Heinemann, die sich schon 1987 mit der Kirche überwarf, als sie der Jungfräulichkeit Marias genauer aufs Laken gucken wollte. Fazit: Entzug der Lehrerlaubnis. Seitdem meldet sich die 81-Jährige immer wieder streitbar zu Wort, schimpft den Papst einen Verbrecher und klagt seine rückwärtsgewandte Sexualmoral als verantwortlich für Krankheit und Tod zahlloser Menschen an.

Gemäßigter, aber nicht weniger entschieden tritt der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke auf. In der Zeit spricht sich der Katholik für den Gebrauch von Kondomen zum Schutz gegen AIDS aus:

„Kein Tabu beim Thema Kondom, aber auch keine Mythen und Verharmlosungen, als sei damit die Welt in Ordnung“, sagte Jaschke. “Kondome können schützen, aber oft lehnen Männer sie ab.“ Deshalb bräuchten Frauen Hilfe, zum Beispiel durch eigne Kondome für Frauen.

Zwar widerspricht der Bischof dem Vorwurf, die Kirche versuche die Menschen einzuschüchtern, aber endlich mal jemand aus den katholischen Reihen, der nicht das folgsame Lamm gibt.

Eine Aktion ohne große Worte leistet sich die spanische Regierung. Spanien, sonst erzkonservativ und katholisch bis aufs Stierblut, schickt eine Million Kondome nach Afrika, ließ das Gesundheitsministerium verlautbaren.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Hilfsorganisationen wie die Deutsche Aidshilfe, Unicef oder unaids.org, die lautstark gegen die Papstäußerungen protestierten. Schließlich macht so ein Satz deren intensive Arbeit dort zunichte, wo Menschen sich, statt auf praktische Aufklärung, auf den vermeintlichen Trost ihrer Kirche verlassen.

Wer sich jetzt mal wieder fragt, was das hier mit wilden Mädchen zu tun hat, der denkt bitte daran, dass sich vor allem Frauen schnell mit HIV infizieren können und dass es oft besonders an uns liegt, Kondome zu nutzen. Denn wer kennt sie nicht die Situation, in der der One-Night-Stand darauf drängt, aufs Kondom zu verzichten, weil es viel geiler sei, er ohne besser könne, mehr spüre und sie sich mal nicht so anstellen soll. Da muss Frau sich durchsetzen und auf das mit bestehen, sonst bleiben die Hosen eben oben. Denn im Ernst, wer will es schon mit dem Papst und der katholischen Kirche halten und auf deren Empfehlung, Enthaltsamkeit genannt, setzen? Eben!


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