Feministin und Mutter Sein – Müssen nur wollen?
22. November 2012 von MelanieDieser Text erschien vor einigen Tagen in einer leicht veränderten Fassung bereits auf Melanies Blog glücklich scheitern.
Wie geht das, Feministin und Muttersein? Das war für mich vor Minimes Geburt gar keine Frage. Was sollte sich schon ändern? Ich bin Feministin, dann werd ich eben auch noch Mutter. Gehe weiter meiner Karriere in der Wissenschaft (ich hätts ja eher Berufung genannt) nach, liebe ganz bestimmt mein Kind und werde glücklich.
Und ja, mein Bild war schon sehr eingeschränkt. Ich dachte, wer Feministin ist und Mutter, muss genau so denken – Berufstätigkeit unbedingt! Man muss nur genug wollen…
Dann kam das Kind und ich merkte: Wollen und Können sind nicht ein und dasselbe. Deshalb wundert es mich eher, dass nicht alle Mütter Feministinnen sind, oder jedenfalls mehr. Wenig legt die patriarchale Struktur dieser Gesellschaft so offen, wie das Muttersein, find ich.
Um ganz subjektiv ein paar Ereignisse zu schildern: Ich wurde schwanger als ich grade einen Arbeitsvertrag hatte, der anderthalb Jahre lief. Ich ging ein halbes Jahr in Elternzeit und erfuhr währenddessen, das mein Vertrag nicht verlängert würde. Obwohl die Stelle durchaus weiterläuft. Da der Vertrag einfach auslief, und ich nicht mal gekündigt werden musste, gab es weder aussagekräftige Gründe der Arbeitgeberin, noch die Möglichkeit, einen Personalrat einzuschalten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Mitten in der Doktorarbeit in einem anderen Projekt einsteigen? Von vorne anfangen? Dafür in eine andere Stadt, mit befristetem Vertrag? Nein Danke. Will ich also nicht genug?
Ich schrieb Bewerbungen. Wenn ich in der Bewerbung das Kind erwähnte, kam es gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch. Wurde ich zum Vorstellungsgespräch geladen und erwähnte dann mein Kind gab es unverschämte Reaktionen. Letzen Endes bekam ich eine auf vier Monate befristete Teilzeitstelle. Das Gehalt liegt unter dem, was ich an ALG I bekomme. Und so sehr ich auf die naiven Mütter mit ihren sogenannten Milchmädchenrechnungen geschimpft habe – ich gestehe, dass die Gleichung in der letzten Zeit bei mir immer öfter aufging. Ich werde müde.
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„Frauen arbeiten halt öfter Teilzeit, wollen gar nicht Karriere machen und haben eh das Falsche studiert.“ Wenn es um das Gender Pay Gap geht, kommen derartige Erklärungen schneller als das Amen in der Kirche. Diesen Annahmen gehen seit einiger Zeit Nancy M. Carter und Christine Silva auf den Grund und zerlegen eine nach der anderen.





