Einträge mit dem Tag ‘Judith Butler’


Happy Birthday! Judith Butler wird 60!

24. Februar 2016 von Charlott
Judith Butler in Frankfurt, 2011.

Judith Butler in Frankfurt, 2011.

Aus gegebenen Anlass können wir hier eine große virtuelle Geburtstagstorte anschneiden – oder sie einfach dekonstruieren, denn die feministische Theoretikerin und Aktivistin Judith Butler wird heute 60 Jahre alt. Viele, die sich mit Feminismus auseinandersetzen, stolpern früher oder später über Butler. Bücher wie „Das Unbehagen der Geschlechter“ (Gender Trouble) und „Körper von Gewicht“ (Bodies That Matter) gehören heute bereits zu den feministischen Klassikern. Ihre Ideen u.a. zu Körpern, Geschlechtlichkeit, Performativität, Heteronormativität, Begehren, Sprache und unterschiedlicher Wertigkeit von Leben sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil feministischer Debatten. Selbst wenn ihr euch (bisher) nicht direkt durch Butlers schriftliches Oeuvre gearbeitet habt, sind euch mit Sicherheit Versatzstücke ihrer Theorien in Gesprächen, bei Aktionen oder in Blogtexten – nicht zuletzt auch hier bei uns – untergekommen. Also, alles Gute zum Geburtstag! Und auf viele weitere Diskussionen anregende Gedanken!

Anlässlich des Geburtstags veröffentlicht der Blog der feministischen studien in den nächsten vier Wochen Texte, die sich mit Butlers Werk auseinandersetzen.

"What is Critique?", Frankfurt 2011.

„What is Critique?“, Frankfurt 2011.

Judith Butler lauscht Gayatri Chakravorty Spivak, Frankfurt 2011.

Judith Butler lauscht Gayatri Chakravorty Spivak, Frankfurt 2011.


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Sexualisierte Gewalt, Sichtbarkeiten und Style – Die Blogschau

16. Januar 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 291 von 295 der Serie Die Blogschau

„Nach nicht mal einer Woche präsentiert die Polizei [in Köln] stolz die ersten Tatverdächtigen. Kurz darauf werden die ersten Männer verhaftet. In der Regel dauert es in Deutschland JAHRE, bis bei Anzeigen von sexualisierter Gewalt auch nur das Geringste passiert. In meinem Falle beispielsweise passiert seit 2,5 Jahren nichts.“, schreibt Don’t Degrade Debs in ihrem Text zu Rassismus meets Rapeculture.

Und auf Identitätskritik gibt es nochmals einen sehr guten Artikel zu sexualisierter Gewalt in Deutschland, über die Vorstellung von Frauen als Besitz, das bedrohliche „Andere“ und die Mär der Falschbeschuldigungen.

Wheelymom wünscht sich mehr Sichtbarkeit behinderter Eltern – sie startete dazu eine Blogreihe.

Anja Wermann hat auf ihrem Blog eine Liste zusammengestellt mit deutschsprachigen und englischsprachigen körperpositiven Webseiten/ Blogs, sowie zu Fotoprojekten und insprierenden Persönlichkeiten.

Erst einmal ein herzliches Glückwunsch zu mittlerweile 1000 Blogeinträgen an Ein Blog von Vielen! In dieser Woche ging es unter anderem um „Erbsenmomente“ im Alltag und um „betroffene Profis„. Zu letzteren heißt es da:

Uns wird oft unterstellt einen privaten Feldzug anzuführen, der vor allem unser eigenes Wohl- und Machtbefinden zur Folge haben soll. Unser Ärger, unsere Wut über Gewalt an anderen Menschen, wird umgedeutet zu einer künstlichen Empörung oder einer pathologischen Übertragung, die letztlich wiederum uns und niemandem sonst dienen soll. Immer wieder werden wir behandelt wie jemand, der zwischen sich und anderen Menschen nicht unterscheiden kann, während er auf Parallelen deutet.

AufZehenspitzen hat die WDR-Doku „Väter – die neuen Helden“ angeschaut und sich angemessen geärgert. Diesen Ärger hat sie in ihren Text zu den „Die “… wenn man uns lässt”-Väter“ gegossen.

Auf dem Blog feministische studien bespricht Dagmar Brunow den Dokumentarfilm „Die Frauen der Solidarność“ von Marta Dzido und Claire Bond Potter schreibt zu „Books That Matter: Twenty-Five Years of Gender Trouble„.

Und zum Abschluss Style-Inspirationen von Queer Vanity: Qozmic Qandi.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Männerfußball, Welfare Queens und Islamfeindlichkeit – kurz verlinkt

4. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 3 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

In Dresden soll eine Installation der Künstlerin Nezaket Ekici an die Ermordung von Marwa El-Sherbini erinnern. Nachdem sie mit islamfeindlichen Sprüchen beschmiert wurde, baute die Feuerwehr sie erstmal ganz schnell ab: „Nun löscht die Feuerwehr für gewöhnlich Brände. Hier wohl sollte sie ein schlechtes Gewissen auslöschen. Oder Scham.“ Der Freitag berichtet über den Fall und ordnet ihn ein.

„Worauf beruht die Assoziation von Fußball und Männlichkeit?“ Bei Spunk untersucht Jamila Schaefer „die Zusammenhänge zwischen den Werten der Fankultur und Männlichkeitsidealen und Möglichkeiten, diese zu dekonstruieren“.

Das Onlinemagazin Lizzynet veranstaltet gemeinsam mit dem Wissenschaftsjahr 2015 –  Zukunftsstadt  einen Schreib- und Kreativwettbewerb für Mädchen und Frauen zum Thema „2050 – Stadt meiner Träume“. Der Wettbewerb will die Perspektive von Mädchen und Frauen auf lebenswerte Städte der Zukunft sichtbar machen. Einsendeschluss ist der 5. Oktober.

Nadia hat Magda zu ihrer „(Mein) Fett ist politisch“-Tour für das weird Magazin interviewt.

Mindestens 277 Frauen wurden im vergangenen Jahr in Argentinien ermordet. Zur Protestbewegung gegen Gewalt gegen Frauen berichtet die Tagesschau.

Die Journalistin Ok-Hee Jeong schrieb, dass sie vor ihrer journalistischen Tätigkeit „lange Jahre Präventionstheaterstück gegen sexuellen Missbrauch an Kindern gespielt und auch ein eigenes Theaterstück dazu geschrieben“ hat, das bundesweit aufgeführt wurde. Das Theaterstück „What’s the price of the star filled sky?“ (deutsch, englische Untertitel) ist nun auf youtube verfügbar [Inhaltshinweis: Graphische Beschreibung sexualisierter Gewalt].

englischsprachige Links

„In the 19th century, the Canadian government developed a policy of „aggressive assimilation“ calling for aboriginal children to be taught at church-run, government-funded residential schools.“ Eine Komission arbeitet nun die Geschichte dieser Schulen, von denen die letzten erst im Jahr 1996 schlossen, auf. Dabei geht es auch um die Kinder, die in diesem System starben. Die aktuelle (und wahrscheinlich immer noch am unteren Ende angelegte) Schätzung beläuft sich auf über 6000 Tote, berichtet CBC.

Sandra Lawson ist eine der ersten Schwarzen, lesbischen Rabbiner_innen.

In einem Interview mit Cristan Williams spricht Judith Butler über TERFs (Trans-Exclusionary Radical Feminists).

Wie die Intersektion von Rassismus, Sexismus und Klassismus Schwarze Frauen in den USA zu „Welfare Queens“ abstempelt, erklärt For Harriet.

Der Supreme Court der USA hat geurteilt, dass Abercrombie & Fitch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Civil Rights Act 1964 verstieß, als die Kleidungs-Kette Samantha Elauf eine Anstellung aufgrund ihres Kopftuchs verweigerte, berichtet Color Lines.

Janet Mock hat sich Gedanken zum Coming-Out von Caitlyn Jenner (wir berichteten) gemacht und zeigt anhand der Bereiche Medien, Privilegien, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Glamour, wie unterschiedlich Sichtbarkeit, Anerkennung, Sicherheit und Ressourcen im Kontext von Trans* verteilt sind.

Ein Mädchen wird in der Schule sexuell belästigt und geht entschlossen dagegen vor. Sehr zum Missfallen der Schulleitung. Die Reaktion ihrer Mutter auf die Situation ist grandios.

Termine in Berlin und Wuppertal

Für Kurzentschlossene: Heute in BerlinSoLiDaRiDaNcE #8 – early summer dance – Soli for medical support (Facebook-Event).

5. Juni in Berlin: Die Künstlerin Deborah Schmidt stellt in der Alpha Nova Kulturwerkstatt bis Mitte Juli ihre Malereien zum Thema „Material Matters. Bewegte und widerspenstige Körper“ aus.

9. Juni in Berlin: „Wie Lesben weltweit sichtbar werden. Vorbild Masakhane Projekt“: Ein internationales Gespräch über lesbische Präsenz in politischen Netzwerken und Kampagnen: mit Dawn Cavanagh (Coalition of African Lesbians), Uta Schwenke (LSVD), Manuela Kay (L-Mag) und Birgit Bosold (Schwules Museum) in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32.

11. Juni in Wuppertal: Aus der Vortragsreihe „Geschlecht in Szene“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung:  Nadia Shehadeh diskutiert zum Thema „Feminismus im Netz an der Universität Wuppertal. Weitere Informationen findet ihr hier.

11. Juni in Berlin: Aus der Reihe „Widerstandsbewegungen von geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland“: LSBT*I*Q Perspektiven im Kontext der Asyl- und Flüchtlingspolitik Deutschlands. (Facebook-Event)

13. Juni in BerlinBerlin Postkolonial veranstaltet einen Stadtrundgang zum Thema „Frauen im Kolonialismus.“ (Facebook-Event) Eine Übersicht über weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

21. Juni in BerlinLesMigras-Workshop mit Dark Matter: „Protect me from what I want / Bewahre mich vor dem was ich will“. (Facebook-Event)

26. Juni in Berlin: Frauenkreise-Workshop: „Wo hört Solidarität auf und wo fängt Paternalismus an?“

Juni in Berlin: Eine Übersicht zu den Veranstaltungen des Interkulturellen Frauenzentrums S.U.S.I., mit Workshops, Buchpräsentationen und Vorträgen, findet ihr hier.

12. Juli in Berlin: „Die Widerständigen“: Ein Film über die letzten noch lebenden Zeitzeug_innen aus der Widerstandsbewegung der Weißen Rose.


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Judith Butler, nackte Frauen und Käsekuchen – kurz verlinktes aus der letzten Woche

13. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 173 von 351 der Serie Kurz notiert

Judith Butler hat den Adornopreis bekommen. Wie die Verleihung so war, könnt Ihr bei der Emma lesen.

DerStandard hat die Flüchtlingsunglücke der letzten zwei Jahre zusammengefasst.

Die GQ kann einflussreiche Frauen nur nackt abbilden. Hängt sicher mit den Einstellungen am Fotoapperat zusammen. Alles weitere hier (auf englisch).

Elaina Deboard isst lieber Käsekuchen, als auf ihr Gewicht zu achten. Und hat einen sehr lesenswerten offenen Brief an Werbemacher_innen geschrieben, die Frauen als ständig joghurt-essende und Cappuccino-schlürfende Putz­monster darstellen, während Männer nichts können, außer Diamanten zu kaufen (englisch).

Frauen erhalten seltener die neue Generation von Stents bei Herz­krank­heiten, berichtete gendermed.info. Und das, obwohl sie bei schmalen Gefäßen deutliche Vorteile haben und daher bei Frauen häufiger eingesetzt werden könnten.

Die Pille danach sollte ohne Rezept verfügbar sein, meint Dorothee Kleinschmidt von pro familia in diesem Zeit-„Leser“artikel.

Nicht nur für Bremer_innen interessant: Der Schwerpunkt „Frauen aktiv im fairen Handel“ der frauenseiten.bremen

Robert Pattinson und Kirsten Stewart haben sich getrennt (die beiden spielen die Hauptrollen in den Twilight Verfilmungen). So weit, so uninteressant. Allerdings war es wohl Stewarts Untreue, die zur Trennung geführt hat und dieser Fakt wird auch Wochen danach immer noch heiß diskutiert. Die Huffington Post schreibt über dieses öffentliche „slut shaming“ (englisch).

Naomi Wolf hat ein Buch über Vaginas und Neurowissenschaft geschrieben. Das klingt, als könnte es gewaltig schief gehen. Ist es auch, wie New Statesman erläutert (englisch). Jaclyn Friedman nimmt es noch weiter auseinander.

Termine in Lübeck, München, Dortmund und weiteren Städten kommen nach dem Klick: (mehr …)


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Homosexualität im Fußball, TV und Computerspielen – Kurz Notiert

14. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 120 von 351 der Serie Kurz notiert

Charaktere aus Fernsehserien dienen oft als Identifikationsfiguren für Jugendliche. Auf Serienjunkies gab es bereits im Juni anläßlich des 42. Jubiläums des Stonewall-Aufstands eine Übersicht über junge schwule und lesbische TV-Figuren. Dem Thema homosexuelle Charaktere in Computerspielen hat sich die Zeit gewidmet.

Yeah, feministing hat ein Exklusivinterview mit einem Twitter-Hero: Feminist Hulk@feministhulk.

Auf radio.wissen können alle, die sich für Philosophie interessieren, folgende Beiträge hören: „Große Philosophinnen – Die Weisheit ist weiblich“ und „Das Frauenbild der Philosophen – Kleinste Momente großer Denker“.

Feminist Cupcake erklärt Judith Butlers Idee der Performativität und verlinkt auf eine tolle Dokumentation mit ihr.

Undispatch hat eine etwas andere Weltmeisterschaft ausgetragen: Die Gewinnerin des Geschlechtergerechtigkeits-Titels ist Schweden.

Addn.me stellt fest: „Während bundesweit fast jedes Bundesland die Gleichstellung der Ehe mit der eingetragenen Lebensgemeinschaft (ELP) gesetzlich verankert hat, ist Sachsen das einzige Bundesland, welches diese Anpassungen nicht vorgenommen hat.“

DieStandard schreibt über die traurige Tatsache, dass Vergewaltigung in der Ehe in 127 Ländern nicht bestraft wird.

Leck mich, fick Dich“ sind laut dem Sächsischen Landesarbeitsgericht übrigens sexuelle Belästigung, für eine fristlose Kündigung reicht es aber nicht aus, berichtete die Ärztezeitung.

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unglück auf der Gorch Fock hat Telepolis die daraus enstandenen medialen Debatten untersucht und stellt fest: der Diskurs kommt von rechts außen.

In der taz gibt es einen Artikel zum Umgang der Fussball-Verbände mit Homosexualität im Rahmen der Frauenfußballweltmeisterschaft.

Termine:

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Blogschau am Wochenende: Feministin bleiben

16. Oktober 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 62 von 295 der Serie Die Blogschau

Wer sich in den vergangenen Tagen auch über seltsame Facebook-Statusupdates gewundert (bzw. auch geärgert oder gefreut hat) findet bei Girls can Blog Kritisches zu dieser viralen Anti-Brustkrebskampagne.

Mitschreiben bei Marlene Streeruwitz. Sie hat ein neues Buch mit dem Titel „Das wird mir alles nicht passieren. Wie bleibe ich Feministin“ veröffentlicht und startet auf dem dazugehörigen Blog ein Crosscontent-Experiment. Die Geschichten aus dem Buch können dort von Leserinnen und Lesern weitergeschrieben werden.

diestandard.at berichtet über eine Klage von sechs Frauen in New York gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber Citigroup: Ihnen war ebenso wie vielen weiteren Kolleginnen während der Bankkrise 2008  gekündigt worden, während oftmals schlechter qualifizierte männliche Mitarbeiter den Job behielten.  Aufregung mit Ansage. Die Kaltmamsell hat das „Frauen“-SZ-Magazin gelesen und ärgert sich über Geschlechterstereotype. Aus der Denkwerkstatt schon mal was zum Gender Gap, der hier natürlich auch noch mal Thema sein wird.

Von Geld und Arbeit zur Theorie: Antje Schrupp schreibt über einen schon älteren Text von Judith Butler und versucht sich daran, die Gräben zwischen Differenzfeminismus und „Queerfeminismus“ zu überwinden (oder zumindest genauer zu beschreiben).

Ein paar Termine:
In der Vortragsreihe „KUNST – FORSCHUNG – GESCHLECHT“ an der Universität für Angewandte Kunst in Wien geht es in diesem Jahr um das Thema „Gender in der Populärkultur – interkulturelle Perspektiven“, kommende Woche, am 20. Oktober, aktuell um „Populäre Lithografien im Orientalismus des 19. Jahrhunderts: alte Geschlechterbilder im neuen Medium“.
In Hamburg finden vom 19. bis 24. Oktober die lesbisch-schwulen Filmtage statt.
Stadtderfrauen weist auf den Berliner Frauenpreis hin. Vorschläge noch bis zum 22. Oktober.

Zur positiven Selbstvergewisserung schließlich noch dieser Schnappschuss vom Mädchenblog. Und damit ein schönes Wochenende!

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Homo-Ehe, Alleinerziehende, Weltärztinnenkongress, LGBT im TV, Merkel, Transsexualität und Al-Jazeera

5. August 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 62 von 351 der Serie Kurz notiert

Gestern wurde entschieden, dass das kalifornische Verbot der Homo-Ehe diskriminierend sei und somit gegen die US-Verfassung verstößt (wir berichteten). Die Entscheidung tritt allerdings noch nicht in Kraft.

Spiegel online nennt Fakten zum Stand der Alleinerziehenden in Deutschland und ihrem Alltag. Interessant: 90 Prozent sind Frauen; der Anteil an alleinerziehenden Vätern sank seit 1996 um drei Prozent.

Über den Weltärztinnenkongress in Münster berichtete die Ärzte-Zeitung. Dort tauschten sich die Ärztinnen über Probleme, wie für Frauenkörper unpassende OP-Instrumente, und die möglichen Auswirkungen der „Verweiblichung der Medizin” aus. Auch die spezifischen Probleme in verschiedenen Ländern wurden angesprochen, so sterben etwa in Indien überdurchschnittlich viele Frauen durch Verbrennungen.

Feministing hat sich den GLAAD-Report zur Repräsentation von LGBT im US-amerikanischen Fernsehen angeschaut. Fazit: Es geht bergauf!

Ines Kappert in der taz über Merkel, die Flucht der CDU-Männer in die Wirtschaft, Privilegien und die Tabuisierung von Männlichkeit.

Der Freitag berichtet über Lea T, das erste transsexuelle Supermodel.

Sociological Images kommentiert die jahrzehntelange nature/nurture Debatte und plädiert mit einem interessanten Beispiel über Gehirne und Gewalttäter_innen für mehr Austausch der Vertreter_innen beider Richtungen.

Die Jungle World hat ein Interview mit Judith Butler u.a. über Antisemitismus, den Christopher Street Day und die politische Verantwortung von Homo-, Bi- oder Transsexuellen.

Ebenfalls in der Jungle World: In der Redaktion des arabischen Senders Al-Jazeera aus Katar erregt ein Streit um Dresscodes für Mitarbeiterinnen Aufsehen.

Am 25. Mai hatten die fünf Sprecherinnen ihren Rücktritt aus der Nachrichtenredaktion eingereicht (…). Anlass für ihren Schritt waren die neuen muslimischen Bekleidungsvorschriften, die männliche Chefs ihnen aufzuzwingen versucht hatten.


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Seifenblasen, Sexy Sexismus und scharfe Worte

19. Juli 2010 von Meredith

Was letzte Woche so geblogged wurde:

Gute Nachrichten aus London bei queernews: Das britische Supreme Court hat das Asylrecht bestätigt für Menschen, die in ihren Heimatländern auf Grund ihrer Homosexualität verfolgt werden.

Und aus Bayern! Dort werden mit dem neuen Beamtenrecht schwule und lesbische Eingetragene Lebenspartnerschaften mit Ehen gleichgestellt.

Die Frage, ob Frauen auch in die Wehrpflicht mit einbezogen werden sollten, wird auch hier immer wieder diskutiert. Nach den neusten Entwicklungen stellt sie sich zwar in Deutschland auch nicht mehr lange – einen interessanten Beitrag dazu im Hinblick auf Österreich kann man aber in der Denkwerkstatt lesen.

Und für die Augen: Irgendeine peinliche Biermarke aus Österreich ist auf die tolle Idee gekommen, ihre Sorten mit Frauentypen zu vergleichen, dafür drei Frauentypen (Brünett und schlank, Blond und schlank, rothaarig und, äh, schlank) Topfrei und mit irren Blicken zu fotografieren. Sexistische Werbung – immer wieder sexy!
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Absurdes aus dem täglichen K(r)ampf

3. Juli 2010 von Nadine
Dieser Text ist Teil 93 von 295 der Serie Die Blogschau

Es ist Sommer, es ist heiß, jede_r müsste draußen sein und sich auf Wiesen suhlen, doch einige schreiben lieber tolle Blogs. Eine kurze und subjektive Zusammenfassung der vergangenen Woche:

Anne Roth berichtet von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Bundespräsidentenwahl und ihre Tochter bewertet die Situation mit kindlichem Pragmatismus. Love it!

Zum CSD und Judith Butler haben wir auf Mädchenmannschaft bereits alles gesagt. Der CSD Berlin e.V. nimmt zu ihren Vorwürfen Stellung. Genderini reagiert zu Recht empört (ein bisschen nach unten scrollen bis „Update“). Neben reichlich Dampf hat selbige noch jede Menge interessante Links zum Thema Queer, Rassismus und Feminismus in petto.

Der Transgeniale CSD war meine ganz persönliche Queer-Premiere in diesem Jahr. Auf Genderbefreit gibt es Fotos zu sehen und das Mädchenblog berichtet von sexistischen Übergriffen auf der Veranstaltung.

Das antirassistische Watchblog Der Braune Mob sollte eigentlich in alles RSS-Readern seinen Platz haben. Nicht nur, dass die Autor_innen nicht müde werden, der rassistischen Taz auf die Finger zu schauen… diese Woche macht sich die Autovermietung SIXT einen Namen als White Supremacist. Traurige Erkenntnis: Rassismus hat während der WM Hochkonjunktur. Das weiß auch Adrian Lang und schreibt seine ganz persönlichen Eindrücke von der grassierenden Fankultur auf.

Das Väterblog gibt Hoffnung: Männer profitieren von der Elternzeit, indem sie mit einer höheren Lebenserwartung rechnen dürfen. Na wenn das Mal nicht Vorzeigeobjekt jeder Gleichstellungsarbeit sein sollte! Werft die Gesundheitsberichte für Männer über Bord und den Schnuller in die Hand!

Sexistische Werbung geizt selten mit visuellen Reizen. Noch perfider finde ich allerdings, wenn es nackte Haut gar nicht braucht, um Chauvinismus zu reproduzieren. A Blog of One’s Own ärgert sich über glanzlose Frauen und glänzendes Gold. Wer Zeit und Muse hat, kann gleich eine Mail an den Werberat verfassen. Mal sehen, ob der sich wieder so blamiert wie nach der AXE-Kampagne.

Herzlich gelacht habe ich bei dieser Anekdote aus dem betrieblichen Alltag von dyfustifications: Frauen und Technik (Schublade auf). Frauen im Umgang mit Frauen und Technik (Schublade zu).

Ein Aufreger ist dagegen wert, dass das Erzbistum Köln weiterhin darauf Einfluss hat, welche medizinischen Leistungen das Krankenhaus St. Birgida auch nach der Übergabe an die städtische Trägerschaft Aachen für Frauen anbieten darf. Ginge es nach dem Willen der Geistlichen, darf dort keine Abtreibung durchgeführt und keine Spirale eingesetzt werden, auch die Pille danach soll untersagt sein, schreibt 100 Kreuze in die Spree.

Auf Buchentdeckungen gibt es ein tolles Portrait über die afrodeutsche Schriftstellerin May Ayim zu lesen – mit Auszügen aus ihren Gedichten. Weiteren Lesestoff hat dieStandard.at: „Die unsichtbaren Kämpferinnen“ erzählt die Geschichten von kolumbianischen Frauen, die im bewaffneten Konflikt zur Waffe griffen.

Last but not least: Am kommenden Montag gibt es im Café Tristeza in Berlin-Neukölln eine Book-Release-Party zu „Rassismus auf gut Deutsch“ von Adibeli Nduka-Agwu und Antje L. Hornscheidt.

Die Beiträge dieses Bandes tragen dazu bei, unbewussten oder »gut gemeinten« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken mit konkreten Beispielen aufzudecken, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie und wodurch Sprache rassistisch aufgeladen wird und welche Alternativen es gibt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Blogschau: Butler, Fußball, Merch

26. Juni 2010 von Nicole
Dieser Text ist Teil 92 von 295 der Serie Die Blogschau

Starten wir mit dem Thema der Woche: Zu Butler, CSD & Co. gibt’s auch bei Antje Schrupp noch was zu lesen. Das Feministische Institut Hamburg blickt zurück auf eine Podiumsdiskussion zum Thema „Citizen 2.0. Wie beeinflusst das Netz die demokratische Öffentlichkeit?“

Die Denkwerkstatt zeigt uns in bunten Bildern die berufliche Zukunft für (österreichische) Absolvent_innen der Gender Studies. diestandard.at hat eine Studie gelesen, die feststellt, dass Frauen bei Multitasking nicht besser seien. Stimmt doch nicht!

Die Missy freut sich: Der Frl-Zucker-Beutel is back! Dafür ärgert sich loopkid.net über dämliche Werbung. Und die hönigsüße Welt hat die Schnauze voll von Schland und empfiehlt gleich noch die Mandi-Broschüre zu Fußball, Nationalismus und Sexismus.

Noah Sow hat auf dem Hamburger Fanfest erstaunliche Werbung gefunden: „Diese Frauen haben den Längsten“. Und zum Abschluss noch mal Fußball, aber diesmal nicht Männer-, sondern Frauenfußball. Einen Call for Papers für eine Tagung zur Geschichte des Frauenfußballs gibt‘s bei queernews.at zu lesen.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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