Einträge mit dem Tag ‘Jerusalem’


Kurz verlinkt: rassistische Werbetafeln, männliche Legofiguren und studentische Prostituierte

2. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 96 von 138 der Serie Kurz notiert

In Anatolien demonstrierten Frauen für das Recht auf Minirock. Sie richteten sich gegen die Aussage eines Theologieprofessors, der behauptete, dass Frauen, die sich „aufreizend“ kleiden, sich nicht wundern sollten, wenn sie vergewaltigt würden. Frauengruppen liefen Sturm und stellten richtig: Ob Minirock oder Voll­verschleierung, Schutz vor Missbrauch und Vergewaltigung bieten beide Klei­dungs­stücke nicht.

Die FAZ stellt in einem Video die Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger vor. Sie ist mit 20 Jahren bereits fünfmalige deutsche Meisterin und hat auch an den Paralympics 2008 teilgenommen. Vom Fußgängertennis unterscheidet sich Roll­stuhl­tennis übrigens nur in einer Regel: Der Ball darf zweimal aufkommen.

In New York City wurde eine rassistische Anti-Abtreibungswerbetafel mit Aufschrift „Der gefährlichste Ort für ein afroamerikanisches Kind ist der Mutter­leib“ aufgehangen. Diese wurde nach massivem Protest wieder ab­ge­nom­men!

Warum sind die Standardfiguren in Legosets eigentlich so oft männlich? Diese Frage trieb Melitta Walter um und das Spiegel TV Magazin ging ihr nach. Ob Bauarbeiter oder Polizist, fast jeder Beruf wird mit männlichen Figuren aus­ge­liefert, eine Professorin findet sich erst in der Phantasiewelt „Atlantis“. Wer sich mehr Vielfalt wünscht, muss sie leider selbst herstellen.

Im März vergangenen Jahres preschte die Telekom als erstes deutsches Un­ter­nehmen vor und gab sich eine Frauenquote (wir berichteten). Anastassia Lauter­bach übernahm daraufhin die Spitzenposition im Produkt- und In­no­va­tions­bereich. Jetzt wurde sie entlassen, nachdem sie zuvor bereits von der Tele­kom degradiert worden war, berichtet Spiegel Online.

Eine Kritik zur PartypolitikLadies trinken für lau” gibt es auf feministing.

Auf Direkte Aktion könnt ihr einen Beitrag zur „studentischen Pros­titu­tionsliteratur“ lesen, die die Lebensrealität von geschätzt 100.000 10.000 Studierenden in Deutschland beschreibt, die neben ihrem Studium im Sexgewerbe arbeiten: „Prostitution in einer prekarisierten und globalisierten Arbeitswelt“.

Britische homosexuelle Muslim_innen kämpfen für ihr Recht auf Ehe und sprechen mit BBC über Glauben, Sexualität und die so genannte nikah, ein muslimischer Ehevertrag. Muslimah Media Watch berichtet ebenfalls.

Fallopian Falafel – אשת חיל - ist ein unkommerzielles feministisches Fanzine in Jerusalem, welches im Mai 2007 erstmalig erschien. Es handelt von Femi­nis­men in Israel und thematisiert alle Formen von Unterdrückung. Leider hat die Herausgeberin Hadass S. Ben-Ari den letzten Call für das Magazin ausgerufen und hofft nun auf rege internationale Beteiligung – die Themen sind frei wählbar. Mehr Infos gibt es auf der Homepage.

Barbara Streidl war anlässlich zum 100. Internationalen Frauentag zu Gast bei einer Diskussionsrunde zum Thema “Ohne Gleichstellung keinen Fortschritt” im Willy-Brandt-Haus.


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Jerusalem: Verkehrsplanung mit Konfliktpotenzial

25. August 2010 von Nadine

Einige Buslinien in Jerusalem sind bereits geschlechtersegregiert, die zukünftigen Stadtbahnen könnten es auch bald sein, berichtet der Guardian. Ultra-orthodoxe Juden fordern koschere Waggons, in denen Frauen und Männer nicht in denselben Abteilen sitzen dürfen. Das ergab eine Umfrage unter Einwohnern Jerusalems, die CityPass durchführte. Das Unternehmen baut die Stadtbahnen und plant deren Linienführung. Der Bürgermeister Jerusalems zeigte sich empört über die Umfrage. Das Unternehmen leugne Werte und Demokratie, so Rachel Azariya.

Unmut gab es nicht nur über die Ergebnisse der von den Orthodoxen gewünschten Segregation anhand von Geschlecht. Weitere Befragungen führte das Unternehmen auch im Hinblick darauf durch, ob sich die Einwohner daran stören würden, wenn die Bahnen in vorwiegend von Araber_innen bewohnten Gebieten der Stadt halten würden oder ob Juden und Araber die Züge benutzen dürften ohne vorherige Sicherheitskontrolle. Ofra Ben-Artzi, die Schwägerin von Sara Netanjahu, der Ehefrau des Premierministers, übte scharfe Kritik an dieser rassistisch motivierten Fragestellung: “Stellen Sie sich diese Frage in London oder New York vor. Es zeugt vom Grad des Rassismus, den wir mittlerweile erreicht haben.” In einem Brief an CityPass bekräftigte der Bürgermeister Jerusalems diesen Vorwurf und warf dem Unternehmen vor, Streits und Auseinandersetzungen unter den Bewohnern der Stadt zu schüren.


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