Einträge mit dem Tag ‘Ja oder Nein? Wir verstehen die Frage nicht!’


Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition

5. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 12 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Liebe Feminist_innen, eine wichtige Frage zum Freitag: Geht es euch auch häufig so, dass ihr einfach nicht wisst, mit welchen Themen ihr euch befassen könntet? Schon lange fällt euch nichts Produktives mehr für Texte ein? Männliche Perspektiven fehlen euch? Und dann sucht ihr auch noch händeringend die richtigen Mitstreiter_innen (oder Mitstreiter – let’s be honest!)?

Der Autor unserer hier vorgestellten Anfrage – ein selbsterklärter „Aktivist in vielen Bereichen“, oha – hat da einen Vorschlag parat: Feminismus müsse sich endlich den wirklich wichtigen Themen (…seinen…) widmen. Sonst wisse er aber leider auch nicht, was dieser Feminismus eigentlich sei. Im Grunde also ist unser FFF-Prachtexemplar ein potenzieller Verbündeter ™, wie ihn feministische Bewegungen immer bestens gebrauchen können: Ein Feminismus-Kommentator, der Ultimaten stellt für seine Benevolenz-Erwägung und dabei – ganz „Maskulismus [sic]-Worst-Of“ – Genitalverstümmelung, Intersex-Genitalverstümmelung eingeschlossen, relativiert. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, lest einfach selbst…

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seid gegrüsst liebe Aktivist_innen (hoffe das so richtig zu schreiben!?)

Ich bin selber Aktivist in vielen Bereichen, wollte aber seit der Emma Kampagne für/⁠pro Genitalverstümmlung an Jungs nichts mehr von diesen „heuchlerischen Haufen“ wissen bis ich durch Zufall auf den Link letztens stieß [Link zu einem Blogartikel, der Vorhaut-Beschneidung mit Klitoris-Beschneidung gleichsetzt].

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Feminist Fun Friday: Die „Aus den Aufzeichnungen eines Trolls“-Edition

3. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 11 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Trolle haben es ja nicht mehr so leicht heutzutage: Früher, ja früher, da war alles besser, da konnte man sich plump in irgendwelche Internetdebatten oder Kommentarspalten einschalten, destruktiv und nervtötend daher quatschen, sogar das ein oder andere Mal mit den anvisierten Zielpersonen oder -gruppen direkt in Kontakt treten und im Glücksfall ewig lange am Zeitfresserrad drehen – es musste nur der Laber Rhabarber-Köder gut genug ausgelegt werden, und wenn angebissen wurde, dann begann auch schon das große Fest. Der Troll war in seinem Element, fühlte sich mit Aufmerksamkeit überhäuft, im Mittelpunkt des Geschehens, interagierte mit seinen verhasstesten Gegner_innen, konnte so viel klugscheißen dass kein Klopapier der Welt ihn jemals hätte stoppen können, fühlte sich auf dem Zenit seiner rhetorischen Bösartigkeit verdient angekommen! Hach, das waren noch Zeiten!

Zeiten wie aus einer goldenen, längst vergangenen Ära, als es vor allem unter Feminist_innen noch nicht so en vogue war, zu ignorieren und zu blockieren und schneller als „Troll“ überhaupt buchstabiert werden kann auf das Mülleimer-Symbol in Blog-Backends zu klicken. Heute, heute aber herrscht Langeweile. Da, wo früher ein Minenfeld war, auf dem der Troll es gewohnt war, Topfschlagen zu spielen (auch, weil früher blockieren-und-ignorieren öfter noch als heute als „Zensur“ verschrien war), ist heute nichts als verbrannte Erde. Der Troll sucht nun also nach anderen Möglichkeiten, mit Feminist_innen in Kontakt zu treten, um dem liebgewonnen Ping-Pong der Vergangenheit wieder Leben einzuhauchen. Er schreibt zum Beispiel depperte Mails. Ein Prachtexemplar der letzten Wochen las sich dann auch so:

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seit  kurzem bin ich mit einer sehr starken selbstbewussten frau zusammen

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Feminist Fun Friday: Dude-Alarm

30. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 8 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Eines ist uns sicher sehr wichtig hier bei der Mädchenmannschaft: Das Hinweisen auf die Arbeiten, Projekte oder Gedanken anderer Feminist_innen/ Aktivist_innen. Dafür haben wir gleich eine Reihe von regelmäßigen Erscheinungen: „Kurz verlinkt“, die Blogschau und nicht zuletzt den Selbermach-Sonntag. Manchmal bekommen wir auch über Emails Hinweise. Meistens freuen wir uns darüber. Aber dann gibt es da auch immer mal wieder eine Email, die den Dude-Alarm auslöst. So auch vor ein paar Wochen (übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren):

Frage zu maedcenmannschaft.net [sic!]

Guten Tag,

ich wende mich vielleicht mit einer etwas ungewöhnlichen Frage an Sie, aber vielleicht haben Sie ja trotzdem Interesse daran, sie zu lesen ;).

Ich betreibe ein kleines Weblog zu Philosophie und politischem Diskurs auf [URL, irgendwas mit Latein] und versuche die Seite im Internet zu verlinken, um sie in Suchmaschinen relevanter zu machen. Ich bin unter anderem auch gegen Sexismus und habe zum Beispiel einen Artikel zu genderkorrektem Alternieren im Sprachgebrauch geschrieben [URL zu Artikel, wo u.a. der Gebrauch von Unterstrichen als super störend betrachtet wird], in dem ich auf Judith Butler Bezug nehme, wo ich ihr in Teilen Recht gebe, was den konstruierenden Teil von Sprache anbelangt. Würden Sie die Seite oder den Artikel vielleicht verlinken wollen? Selbstverständlich bin ich auch zu einer Gegenleistung bereit, wenn Ihnen da etwas einfällt.

Viele Grüße
[Dude]

Hallo [Dude],

die Frage ist nun so ungewöhnlich nicht – aber rückblickend würden wir uns gern dazu entscheiden sie doch nicht gelesen zu haben. Doch leider funktioniert diese Welt so nicht.

Wir sind zwar unter anderem auch gegen Sexismus, möchten deine alternierend genderkorrekte Seite aber lieber trotzdem nicht so gerne verlinken. Denn Suchmaschinenrelevanz ist die eine Sache, feministische Relevanz hingegen…

Aber hey, Gegenleistungen klingt ja schon verlockend, drum folgender Deal: Wenn du eine der folgenden „Gegenleistungen“ erfüllst, können wir gern hier in diesem Beitrag den Link einfügen an der Stelle, wo wir ihn oben rausgekürzt haben.

Unsere Vorstellungen:

  • mehrstöckige Sahnetorte (vegan) versehen mit dem Conterfeit Judith Butlers aus Marzipan. Bitte nicht in Teilen, sondern in makelloser Verfassung.
  • die Richtlinien zum Einreichen von Beiträgen für dein Blog äh deine interaktive und moderierte Online-Zeitung, als Audiofile, von dir persönlich eingelesen. Nachdem sie ins Lateinische übersetzt wurden.
  • 1000 Euro

Viele Grüße,
die Mädchenmannschaft


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Feminist Fun Friday: Spaß mit Medienanfragen

14. März 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 7 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Vor etwas mehr als einem Jahr begann unsere Geschichte des Feminist Fun Fridays mit einer Medienanfrage. Und auch die zweite Ausgabe widmete sich einer Anfrage. Auf die damalige öffentliche Antwort haben wir leider nie eine Reaktion erhalten. Die Frage blieb schon: Wie reagieren eigentlich Medienvertreter_innen, die fordernde, seltsame, wenig wertschätzende Anfragen stellen*, wenn ihnen direkt das geantwortet wird, was wir manchmal denken.

Wir haben das Experiment gewagt. Oder ehrlicher gesagt: Wir haben eine interne Weiterleitung aus Versehen auch mal gleich an die anfragende Person geschickt, die gern einen Beitrag für eine bundesweite Tageszeitung erhalten wollte. Unsere Email lautete:

hat eine zeit/lust dafür? (auch wieder so ne geile anfrage ne. nix was es geld gibt dafür, aber „BIS MORGEN MITTAG!!!“) hallelujah

Welche Möglichkeiten gebe es nun darauf zu reagieren?

a) Vielleicht einfach ignorieren. So tun als wäre nix passiert und dann wahlweise a1) nie wieder so eine Anfrage stellen, da es ja anscheinend Probleme mit dem Format gibt oder a2) stoisch weiter anfragen.

b) Sich mit den implizierten Kritiken auseinandersetzen, also damit wie Blogger_innen/ Aktivist_innen gern für umsonst Zeitungen füllen und dies als Ehre annehmen sollten, da sie so ja „ihre Themen“ einbringen können. Und das alles in engen Zeitfenstern, die bei der Produktion einer Tageszeitung vielleicht entstehen, die aber in keinsterweise die Kapazitäten der Angefragten mitdenken – was noch einmal besonders schwer wiegt in Kombination mit der Nicht-Entlohnung.

Oder aber c). Ihr fragt euch „c)“? Wie soll eine dritte Variante aussehen? Tja, die hätten wir uns selbst auch gar nicht so schön ausdenken können:

Liebe [Name der Autorin, die die Mail verfasst hatte], liebe Autorinnen der Mädchenmannschaft,

hier ist schon wieder so eine „geile“ Anfrage, für die es kein Geld gibt und dafür nur zwei Tage Zeit. Vielleicht hat ja dennoch eine von euch Lust, sich an [Artikelreihe] zu beteiligen.

Die Frage der kommenden Ausgabe lautet: „Tötet Liebe die Emanzipation?“

Denn mal ehrlich: Verfallen wir nicht automatisch in tradierte Rollen, wenn wir uns verlieben? Männer führen Ihre Liebsten zum Essen aus und Frauen bügeln plötzlich gerne Hemden. Oder geht Liebe auch ganz anders? Wie passen Liebe und Emanzipation zusammen?

Für diese Frage möchten wir Sie als Mitwirkende gewinnen. Wenn Sie eine klare „Ja“- oder „Nein“-Position einnehmen können, bitten wir Sie um ein Statement von maximal 900 Zeichen. Bitte schicken Sie dieses gemeinsam mit einem Porträtfoto und der Angabe Ihres Alters bis spätestens Mittwoch Nachmittag um 14 Uhr an [Mailadresse]. (Bei vorheriger Zusage kann das Statement auch noch ein wenig später geschickt werden.)

Darüber hinaus habe ich noch eine zweite Anfrage: Zum Weltfrauentag am 8. März plant die [Zeitung] am Wochenende eine Sonderausgabe zum Thema weibliche Lust.

Als durchlaufendes Element in dieser Ausgabe hoffen wir, Antworten zu bekommen auf die Frage „Worauf haben Frauen Lust?“. Deswegen fragen wir Sie und und andere Frauen aus Politik, Kultur und Gesellschaft ganz konkret: „Wozu haben Sie Lust?“

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns verraten, worauf SIE Lust haben. Wir zielen mit unserer Frage nicht ausschließlich auf sexuelles Begehren – Lust hat viele Facetten.

Sie können nur einen Satz schreiben, gerne auch mehrere oder eine kurze Geschichte mit maximal 800 Zeichen.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

* Und wirklich nur jene sind hier gemeint und nicht all die anderen.


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