Einträge mit dem Tag ‘Islamophobie’


Die Blogschau – Mythos „Wir sind alle gleich“

4. April 2015 von Sabine
Dieser Text ist Teil 275 von 295 der Serie Die Blogschau

Eine Schulleiterin sagt zu einer minderjährigen Schülerin: “Betül, hast du alles wunderbar gemacht. Wir müssen aber über dein Sche*ß-Kopftuch reden.” Betül berichtet anhand ihrer Schulbiographie eindrücklich wie „Emanzipation“ und „Unterdrückung“ identitär bzw. auswechselbar werden etwa vom Ausschluss vom Schulaustausch in Paris bis hin zum subtilen Zwang mit der Schulklasse nach Spanien zu reisen.

Keine Umstände bereiten zu wollen, die Sorge Raum einzunehmen, versuchen unsichtbar zu werden, um bloß nicht aufzufallen. Ein nachdenklicher Text über die Verkörperung sexistischer Strukturen und Raumpolitiken, zwischen Reproduktion dieser und den Widerständen.

Es gibt eine neue Initiative für Bildungs“aufsteiger“. Bildung ist nicht schlecht, problematisch ist vielmehr der Mythos, der darum kreiert wird nämlich, dass es jede_r nach „oben“ schaffen könne, wenn er_sie nur wolle. Diese Kritik an der vermeintlich meritokratischen Gesellschaft ist nicht neu, allerdings wirkt diese laut Clara Rosa im Kontext mit der neuen Initiative „Klückskinder“ doch etwas schärfer nach. Bei Klückskinder sollen ehemalige „Heimkinder“ als Mentoren für Heimkinder fungieren und ihnen ein positives Vorbild werden, wenn es nur so einfach wäre.

Aufruf und Ankündigung zugleich: Die Queerulant_innen sind an einer neuen, spannenden Ausgabe zu  „Trans* und Elternschaft“ und benötigen Zuschüsse für die Druckkosten.

Warum ich aufgehört habe über „Women in Tech“ zu bloggen, beschreibt das Dilemma zwischen Zuschreibungen, Erwartungen und dem eigenen well-being, aber auch den Komplex „women in tech“ und die Abgrenzungen zum „Karrierefeminismus“.

 

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Amina Sboui verlässt die FEMEN

20. August 2013 von Nadia
(c) Tunisian Girl

(c) Tunisian Girl

Wie die Huffington Post Maghreb berichtet, hat Aktivistin Amina Sboui der Organisation FEMEN nun den Rücken gekehrt. Unter anderem habe ihr missfallen, wie Parolen (wie etwa die vor der tunesischen Botschaft in Frankreich) gerufen wurden („Amina Akbar, Femen Akbar“) und dass religiöse Symbole verbrannt wurden. Dies, so sagte sie, betreffe sie genauso wie ihre Verwandten.

Inna Shevchenko trat bei Twitter direkt hinterher:

„I’m sad only about one thing, that Amina did a very good thing for Islamists who will use it as an example of her regrets.“

[Und eine Anmerkung: Was das Interview trübt, sind die verschwörungstheoretischen und sehr unnötigen Aussagen über Israel. Und: Nach wie vor gibt es immer wieder neue Information auf Exit FEMEN.]


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Wenn die Kameras aus sind

7. März 2013 von Kübra

Diese Kolumne ist ursprünglich in der taz erschienen.

Die Debatten in deutschen Talkshows sind gut bezahlte Hahnenkämpfe. Das mag keine brisante Neuigkeit für Sie sein, vielleicht sollte sich das jeder gescheite Mensch auch denken können. Vor zwei Jahren, ich war noch jung, lernte ich das auf die ungemütliche Tour.

Es war eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die mich zur Debatte einlud. Der Titel war schön knallig. Ein Prise Islam hier, eine Prise Ur-Deutsches da: „Kopftuch und Currywurst.“ Ein Titel wie aus der Bild. Eigentlich wäre das schon Grund genug gewesen, abzusagen.

Aber wie gesagt, ich war jung, ich hatte Hoffnung. Und die Gästeliste war okay. Nur ein Gast, ein geübter Talkshow-Gänger und Quoten-Muslim, versprach dicke Luft. Die meisten in meinem Freundeskreis rieten mir ab. Dann aber erzählte mir ein Freund, dass er den Mann kürzlich interviewt habe. Mit dem lasse sich diskutieren. Klingt gut, dachte ich. Herausforderung angenommen. Mein Plan: Mich mit dem Gast vorab treffen und kennenlernen. Denn wenn ihm wirklich etwas an dem Thema läge und sich wirklich mit ihm diskutieren ließe, dann würden wir die Sendung schon rocken – konstruktiv und inhaltsreich!

So weit, so naiv. Wir trafen uns also tatsächlich vor der Sendung und ich erlebte einen wunderbar angenehmen Gesprächspartner. Wir sprachen über die Probleme der muslimischen Community, diskutierten Lösungsansätze, kritisierten Islamophobie und Rassismus. Wir verstanden uns gut. Bis wir im Studio saßen. Die Kamera läuft.

„Islamophobie klingt wie eine Krankheit“

Ich spreche Islamophobie an. Ach, das sei kein Thema, behauptet er wirsch. „Aber Sie hatten doch eben noch ganz anders geredet“, will ich überrascht sagen. Kann ich aber nicht, weil die Zuschauer in ihren Wohnzimmern unser Vorgespräch gar nicht mitbekommen haben. Also hole ich aus und erkläre, warum Islamophobie ein relevantes Thema ist. „Islamophobie klingt wie eine Krankheit“, entgegnet er dieses Mal. Verdutzt schaue ich ihn an. Dann fragt er: „Wollen Sie damit sagen, dass alle Deutschen krank sind?“

Ja, was soll man darauf nun antworten? Währenddessen grölt die Zuschauerreihe hinter mir. Der Moderator greift nicht ein. Immer dann, wenn ich zum Reden ansetze, pöbeln sie aus dem Hintergrund. Irgendwann drehe ich mich empört zum Publikum um. Im Fernsehen sieht und hört man später nichts davon.

Nach der Sendung spreche ich den Islamophobie-Krankheits-Vergleich an. Das sei doch polemisch und destruktiv. Wohin sollte der Kommentar denn führen, frage ich. „Ja“, sagt er und nickt. „War vielleicht ein Fehler.“ Na toll. Großartige Erklärung.

„Die Sendung war doch ganz okay“, sagen mir später Freunde. Und es sei ja normal, dass sich Menschen vor und hinter der Kamera anders verhielten. In Talkshows ginge es in erster Linie um Haltungen, nicht um die Personen an sich. Ich finde das verantwortungslos. Wie kann man bei sensiblen Themen bewusst polemisieren und willentlich Falsches sagen?

Vor ein paar Tagen kam Irshad Manji, eine kontrovers diskutierte „Reform-Muslimin“ nach Oxford, um über den Islam zu debattieren. Nach der Sendung erzählte ich ihr, warum ich vieles an ihrer Arbeit sehr gut und wichtig finde, anderes wiederum sehr schädlich. Sie nickte zustimmend und sagte: „Ja, einige Sachen könnten Fehler gewesen sein.“ Die Kameras waren dabei natürlich aus.


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Schweigen werde ich ganz sicher nicht

19. Juli 2012 von Kübra

Das ist für dich. Du hast gekotzt. Immer wieder, am liebsten auf meinem Blog. Lass es raus, habe ich gedacht. Sollen doch alle sehen, wie ekelhaft du bist. Und trotzdem habe ich deine Kotze aufgewischt, weil ich den Gestank nicht mehr ausgehalten habe. Lange stand der Kotzeimer bei mir herum, jetzt kriegst du ihn wieder. Bitte schön, deine Kotze.

Advent, Advent, ein Moslem explodiert, hast du in weihnachtlicher Stimmung geschrieben. Und dich gefreut.

Häufig hast du dir richtig Mühe mit mir gemacht. Sorgfältig hast du Artikel rausgesucht und mir die Links zugeschickt. Du hast über mein Privatleben fantasiert, dir Bettgeschichten ausgedacht.

Und wolltest mir gute Manieren beibringen, mit Hinweisen wie diesem:

Es ist unhöflich, wenn Gäste nicht von alleine merken, wenn sie nicht mehr erwünscht sind. Ja, ganz genau, du bist ein unerwünschter Gast. Du gehörst nicht dazu.

Du hast mir nette Ratschläge gegeben:

Vielleicht wäre das ja jetzt der Zeitpunkt, den Absprung aus diesem, Ihnen so verhassten Land zu wagen.

Manchmal warst du auch ganz klar, direkt und höflich:

Seien Sie nicht unhöflich, gehen Sie einfach.

Du rechnetest mir meine Lebenskosten vor: (mehr …)


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Lasst mich die Stereotype bedienen!

24. Mai 2012 von Kübra

Mal unter uns. Wenn ich schon Rassismus und Islamophobie in der Gesellschaft anprangere, dann muss ich bitte schön auch über die vielen Probleme innerhalb der muslimischen Gemeinden sprechen, nicht wahr? Ein bisschen auf die Köppe der Muslime hauen. Na klar, her mit der schmutzigen Wäsche!

Eine sehr beliebte schmutzige Wäsche ist ja der Sexismus, das Patriarchat und die unterdrückten Frauen der Muslime. Darum ging es kürzlich auch im Artikel der ägyptisch-amerikanischen Journalistin und Aktivistin Mona El Tahawy in ihrem Artikel „Warum hassen sie uns?“

Eine nackte Frau, die Haut schwarz bemalt, der Augenbereich Niqab-ähnlich ausgespart, schaut verschüchtert in die Kamera und ziert das Titelbild des amerikanischen Magazins Foreign Policy. El Tahaways These: Arabische Männer hassen uns Frauen. Um ihre These zu untermauern folgen Beispiele, wie das saudische Fahrverbot für Frauen, Genitalverstümmelung und Jungfrauentests in Ägypten – einmal querbeet durch die arabische Welt.

Als mit Erscheinen des Artikels im Internet heiße Diskussionen über den Artikel tobten, schrieb ein weißer Leser belustigt, der Ärger der arabischen und muslimischen Leser rühre nur daher, dass man ihre schmutzige Wäsche offen der westlichen Gesellschaft vorgeführt habe. Wie lustig.

Doch die meisten Kritikerinnen sind arabische, muslimische und asiatische Feministinnen und Aktivistinnen. Frauen, die genau die gleichen Themen anprangern wie Mona El Tahawy, darüber schreiben und an der Basis gegen den Sexismus ankämpfen.

Ihre Kritik war unter anderem, El Tahawy würde die arabisch-muslimische Frau als ein hilfloses Wesen, den Mann als aggressiven Patriarchen darstellen und damit westliche Stereotypen über die Muslime und Araber füttern. Sie würde sich als vermeintlich einzige Sprecherin muslimischen Frauen positionieren und sich als mutige Journalistin profilieren.

Bild gemalt von Kübra

Bild gemalt von Kübra

„Ach komm doch, Kübra. Kritisier die Muslime, der Glaubwürdigkeit wegen“, empfahl mir kürzlich jemand, der es gut mir meinte. So geht es doch viel einfacher, erfolgreich zu werden. Bücher mit den Titeln „Die Unterdrückung der muslimischen Frau“ oder „Sex, Schleier und Sehnsucht“ würden sich doch verkaufen wie warme Semmeln. Lasst mich Stereotypen bedienen, die voyeuristischen Fantasien befriedigen und mich selbst als heroisch-mutige Journalistin profilieren, die sich vom Rest der rückständigen Muslime absetzt. Ich werde die gute Muslimin sein. Die, die in das Bild passt.

Heißt das, man soll Muslime nicht kritisieren? Heißt das, ich werde nie über den Sexismus in muslimischen Gemeinschaften schreiben? Die Frage ist nicht, ob man kritisieren darf, die Frage ist: wo und wie.

Als Feministin spreche ich in muslimischen Gemeinden über Sexismus, ich motiviere Frauen, sich von Rollenbildern zu befreien. Ich spreche über Homophobie oder Antisemitismus. Das werde ich noch öfter auf meinem Blog oder in muslimischen Medien tun. Das muss aber nicht in einer Kolumne geschehen, die mehrheitlich von weißen Nichtmuslimen (Nachtrag: gemeint ist Mehrheitsgesellschaft) gelesen wird. Und nicht selten kommt es vor, dass ich Muslime in dieser Kolumne kritisiere und Missstände benenne. Jedoch in dem Bemühen, nach Ursachen zu suchen. Denn jede banale Vereinfachung macht die Realität kaputt.

Diese Kolumne ist ursprünglich in der taz erschienen.

NACHTRAG (auch nachzulesen auf: ein-fremdwörterbuch)

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Burkaverbote verhindern Emanzipation

13. September 2011 von Magda

Im Zuge der so genannten „Burka-Verbote“ in Frankreich, Belgien und in Teilen Spaniens im letzten Jahr führten wir auf der Mädchenmannschaft heiße Diskussionen über den Sinn und Unsinn solcher gesetzlichen Vorstöße. In der Diskussion um das Ver­mummungs­verbot in Belgien fragte ich mich, wer eigent­lich von diesen Gesetzen profitiert: Sind es die Niqab- und Burkaträgerinnen, die sich nach dem Ab­legen der Ganz­körper­verhüllung plötzlich in einer ach-so-emanzipierten Gesell­schaft befinden oder ist es nicht viel mehr die Mehr­heits­ge­sell­schaft, die sich eines un­liebsamen Kleidungs­stückes entledigt, das ihrer Meinung nach für den „gefährlichen“ Islam und Frauenverachtung steht – ohne, dass die Trägerinnen selbst dazu befragt werden.

Kriker_innen der Verbote waren und sind sich einig: Gesetz­liche Maß­nahmen in Form von Verboten führen nicht zu Emanzipation, sondern zu erhöhter Stigmatisierung der Burka- und Niqabträgerinnen und nähren die bereits existierenden gesamt­gesell­schaft­lichen anti-islamischen Ressentiments. Nicht nur die Verbote, sondern bereits die Debatten um „den Islam“, „die verschleierten Frauen“ oder „die unter­drückten Muslima“ führen zu einer Verschärfung der klischee­beladenen und ein­dimensionalen Zu­schreibungen an Muslima mit (Voll-)Verschleierung, die teils zu skurrilen Koalitionen von zum Beispiel Rechts­populist_innen und diversen Frauen­rechtler_innen führt.

Eine vor einigen Monaten veröffentlichte Studie mit 32 Burka- und Niqab­trägerinnen in Frankreich be­stätigt die An­nahmen der Kritiker_innen: Die unter der Lei­tung von Naima Bouteldja und von der Open Society Foundation durch­ge­führte Studie beschreibt die zum Teil entwürdigenden Erlebnisse der Teil­nehmerinnen nach dem In­kraft­treten des Ver­bots in Frankreich. Fast alle Studien­teil­nehmerinnen berichten von sexistischen und rassistischen Be­leidi­gungen, wenn sie in der Öffent­lich­keit unterwegs sind – teils auch von anderen Muslim_innen. Einige erlebten gar körperliche Angriffe, z.B. das Herunter­reißen der Schleier. Durch die medial an­ge­heizte Diskussion und das Verbot werden Mitmenschen auf der Straße also plötzlich zu Hüter_innen von Recht und Ordnung. Die mögliche Konsequenz: Jene Frauen, die vom Gesetz betroffen sind, meiden öffentliche Ein­richtungen und Plätze, um den An­feindungen aus dem Weg zu gehen. Die Möglichkeiten zur Aus­übung eines Berufes oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit sind dadurch enorm ein­ge­schränkt: Voll­verschleiert fallen diese Optionen weg.

Das Fazit der Studie: Durch das französische Ver­bot sind Niqab- und Burkaträgerinnen einer erhöhten Stigmatisierung ausgesetzt, hören vermehrt diskriminierende Äußerungen, sind teilweise von körper­lichen Über­griffen und von (räumlicher) Isolation betroffen. Emanzipation? Sieht wohl nicht so aus.

Links und Beiträge zum Thema:


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Alice Schwarzer vs. Bushido

10. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 25 von 59 der Serie Meine Meinung

… oder: wie man auf sexistische Bemerkungen meiner Meinung nach nicht reagieren sollte.
Bushido im Anzug In einem kürzlich veröffentlichten Interview über seinen neuen Film spricht Bushido darüber, warum er keine Lust hat, mit Alice Schwarzer in den Dialog zu treten. Er vermutet, dass Schwarzer gezielt seinen wunden Punkt treffen könnte, in dem sie ihn auf seine Mutter anspricht. In einem fiktiven Gespräch liefe dies Bushido nach so ab: Schwarzer würde ihn fragen „Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter, als du als kleiner Junge daran gesaugt hast?“, worauf Bushido antworten würde: „Ey, F***! Fick dich ins Knie!“

Auf diese offensichtlich sexistische Äußerung reagierte Alice Schwarzer dann mit einem öffentlichen Brief  „Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1!„, in dem sie betont, dass Sie Bushido eigentlich nicht den Gefallen tun möchte, ihm Aufmerksamtkeit zu bescheren. Mit ihrer öffentlichen Antwort hat sie aber genau das erreicht. Im Folgenden lest ihr einige Ausschnitte aus dem Brief, welche ich neben ihrer legitimen Kritik an Bushido sexistischen Aussprüchen problematisch finde. Nichts neues: Alice Schwarzer Kritik-Style eben.

Hey Bushido (…)

Du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen, abwesenden Vater. Der war schwach – aber stark genug, deine Mutter regelmäßig zu verprügeln.

Indem sie die geprügelte Mutter mit dem Zusatz „ergeben“ versieht, konstruiert Schwarzer sie gekonnt einseitig als passives Opfer. Frauen, die bei ihren prügelnden Ehemännern bleiben, sind aber häufig nicht einfach nur demütig der Gewalt „ergeben“, sondern haben bei Androhung von Trennung mitunter Angst vor schlimmer Rache oder fühlen sich auf Grund von Kindern verpflichtet, beim Partner zu bleiben. So ist die Abwägung, vorerst den Partner nicht zu verlassen, nicht einfach so leichtfertig als passive Handlung zu interpretieren.

Indem Schwarzer die Herkunft der Eltern betont, schafft sie es auch implizit, Gewalt zu kulturalisieren. Gewagte Lesart? Dann bedenke folgendes: Würde Schwarzer beispielsweise folgenden Satz schreiben: „Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem schweizerischen, abwesenden Vater.“? Ich glaube nicht.

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Neues zum Minarettverbot

25. Januar 2010 von Helga

Bei dem Tagesanzeiger erschien gerade eine Auswertung der Abstimmung zum Minarettverbot in der Schweiz.

Im Gegensatz zu den nach der Abstimmung geäusserten Vermutungen kam das Minarettverbot aber bei den linken Frauen sehr schlecht an. Es stimmten nur 16 Prozent dafür. Bei den linken Männern waren es mit 21 Prozent etwas mehr. Eine stärkere Sympathie der Frauen für das Minarettverbot gab es hingegen im Lager der Rechten. Und zwar legten 87 Prozent der Frauen und nur 71 Prozent der Männer ein Ja in die Urne.

Insgesamt war das Abstimmungsverhalten wenig überraschend. Die überwiegende Mehrheit der Linken stimmte dagegen, die meisten Rechten dafür. Den Ausschlag gab vielmehr die politische Mitte, die damit von ihrem bisherigen Wahlverhalten abkehrte.


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Feminismus als antiislamisches Argument

17. Dezember 2009 von Susanne

Die Journalistin und Buchautorin Hilal Sezgin kommentiert heute im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung die Tatsache, dass viele, die für ein Kopftuchverbot sind oder zum Beispiel in der Schweiz gegen den weiteren Bau von Minaretten gestimmt haben, dies mit der „Unterdrückung der Frau“ begründen.

Wir hatten ja auch hier schon Diskussionen um Burka-Verbote und Kopftücher. Sezgin macht sich nun ganz konkret Gedanken um diese feministischen Anwandlungen, die es in der Bevölkerung zu geben scheint. Scheint. Denn:

93 Prozent der Deutschen (…) denken beim Stichwort Islam an „Unterdrückung der Frau“. Diese 93 Prozent sind mitnichten sämtlich ungebildet oder rechts; sie sind aber leider auch nicht alle Feministen. Die Frauenbewegung könnte einen späten Sieg feiern, erblickten 93 Prozent der Deutschen Geschlechterungerechtigkeit, sobald sie im Lebensmitteldiscounter vor einer unterbezahlen Kassiererin stehen oder einem stets von männlichem Priester geführten katholischen Gottesdienst beiwohnen.

Stattdessen erkennen die meisten deutschen Männer und Frauen ein Opfer des Patriarchats nur, wenn es unterm Kopftuch daherkommt; dann allerdings völlig unahängig davon, ob dieses sich selbst als Opfer fühlt oder was an eigenen Gedanken in dem Kopf unterm Tuch vorgehen mag. Mit Kopftuchfrauen spricht man nicht, man bemitleidet sie einfach.

Mit diesen Worten bringt sie gut auf den Punkt, was nicht nur in den letzten Wochen bei der Volksabstimmung zum Bau von Minaretten in der Schweiz verwundert hat, sondern auch schon in den letzten Monaten und Jahren immer wieder zu merkwürdigen Allianzen zwischen Islamophoben und einzelnen Feministinnen geführt hat: eine gewisse Art von Arroganz zu wissen, was anderen Menschen gut tut und eine Eindimensionalität in der Betrachtung von komplexen Problemen.

Und Sezgins Erstaunen, wie schnell sich ein so großer Teil der Deutschen zu feministischen Inhalten bekennt, teile ich absolut.


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Burka Barbie

8. Dezember 2009 von Magda

Nachdem auf der dailymail.co.uk vor zwei Wochen über eine Auktion im italienischen Florenz berichtet wurde, in der die italienische Designerin Eliana Lorena zum 50. Geburtstag von Barbie 500 Puppen mit verschiedensten Outfits entworfen hatte, um Geld für die Kampagne “Rewrite the Future” von Save the Children zu sammeln, hat besonders eine bestimmte Barbie Aufmerksamkeit erregt:

Die so genannte „Burka-Barbie“, die eine afghanische Frau in „ihrem“ kulturellen Gewand zeigt.

http://www.dailymail.co.uk

http://www.dailymail.co.uk

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