Einträge mit dem Tag ‘Internationaler Frauentag’


Trampen, Pornos und Orgasmusfakten: Die Blogschau

2. April 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 102 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Tage werden wärmer und viele von euch haben besseres zu tun als zu bloggen. Eis essen zum Beispiel. Umso mehr freuen wir uns deswegen auch diese Woche wieder über die gesammelten Perlen aus der Blogosphäre:

beziehungsweise – weiterdenken bespricht den Film “Winter’s Bone”, der am Beispiel südliches Missouri/USA eindrücklich zeigt, “wie eine Gesellschaft funktioniert, in der Frauen nichts gelten und nichts zu sagen haben”.

“Sind moderne Feministinnen nicht mehr radikal genug?” Das fragt sich und uns der Mädchenblog.

Emma trifft Missy Magazin treffen eine Bloggerin. Julia Seeliger hat ihre eigene Meinung zu dieser Runde.

Gesammelte Feedbacks zur Demo der 20.000 Frauen anlässlich des diesjährigen Frauentages gibts bei zwanzigtausendfrauen.at zu lesen.

“Das Ende der Alleinverdiener-Ehe führt zu mehr materieller Ungleichheit” meint Antje Schrupp schon lange und beweist das jetzt auch mit einer Studie.

Zu fremden Menschen und Männern dürfen wir nicht ins Auto steigen! Niemals nie! Oder vielleicht doch? Übers feministische Trampen könnt ihr bei anarchie & lihbe lesen.

Ein Mann, der keine Pornos auf dem Rechner hat? Verdächtig, verdächtig! Warum erklärt Udo Vetter im law blog.

Der genderblog verlinkt ein Video mit dem verheißungsvollen Titel “10 things you didn’t now about orgasm”. Viel Spaß damit!

Bei gibts einen nachdenklichen Beitrag zu Bascha Mikas neuem Buch zu lesen.

diestandard.at stellt eine Studie vor, nach der es Chefinnen in Deutschland wenn, dann in kleinen Firmen gibt.

Mehr erfahren über Lesben in Ägypten. Bei l-talk.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Altherrenwitz, christliche Werte, Trolle und Japan: Die Blogschau

26. März 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 101 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Für alle, die gerade nicht auf irgendeiner Anti-AKW Demo unterwegs sind oder sonstwie die Sonne genießen, hier ein bisschen bloggiger Lesestoff der letzten Woche:

Bei der denkwerkstatt gibts eine Medienkritik zum Internationalen Frauentag.

i heart digital life denkt nach über Privilegien. Opalkatze hat das gelesen und auch darüber nachgedacht. Klug wie sie sind, haben beide ihre Gedanken aufgeschrieben.

Bei t-talk schreib Jessica Jayne Maertin über die Situation von “Lesben in Polen,Tschechien, Slowakei und Ungarn”.

Frauenfeindlichen Altherrenwitz offenbarten Matthias Mattussek und Henryk M. Broder im Salon des Freitag. Julia Schramm war dabei.

Nachlese und kluge Gedanken zum Equal Pay Day gibts sowohl bei critical corectness als auch bei Antje Schrupp.

Der Mächenblog berichtet über ein widerwärtigen Vergewaltigungsprozess, der in einem skandalösen Urteil mündete.

Außerdem widerwärtig: Diese Geschichte bei HollaBack!Bln.

Im Oktober organisiert das Gunda-Werner-Institut einen Workshop zum Thema: “Workshop Frauen in virtuellen Netzwerken – Stand und Perspektiven”. Warum wir das jetzt schon erzählen? Weil noch Beiträge gesucht werden! Alle weiteren Infos gibt es hier.

Der Väterblog stellt einen Leitfaden für arbeitende Väter und ein Handbuch zur besseren Vereibarung von Familie und Dienst bei der Bundeswehr vor.

Bei queernews.at lesen wir von einem jungen Mann aus Pennsylvania, der einen seiner Meinung nach homosexuellen Mann zu Tode gesteinigt hat. Weil das angeblich so in der Bibel steht. Christliche Werte sind doch was feines! Ob unser Innenminister davon weiß?

“Ist Japan eine Frau?” fragt Luise F. Pusch und erörtert ihre Meinung zur Duldsamkeit von Frauen. Dass es sich hier durchaus um diskussionswürdige Thesen handelt sehen wohl auch ihre Leser_innen so.

dieStandard.at ist fassunglos angesichts eines Videos der Tiroler ÖVP-Frauen (ÖVP steht für “Österreichische Volkspartei”).

Das Piratenweib veröffentlicht Fanpost. Not. (Ich winke an dieser Stelle mal solidarisch rüber.)

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Karrierefrauen, Strickistinnen und Demonstrantinnen – Kurz Notiert

23. März 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 98 von 138 der Serie Kurz notiert

Laut SpiegelOnline ließ Lady Gaga einen Deal mit einer US-amerikanischen Super­marktkette platzen, weil das Unternehmen Politiker_innen unterstützt, die sich gegen die Rechte von Homosexuellen aussprechen.

In einem Artikel in der Welt vertritt die selbstständige Beraterin und ehemalige Direktorin für Regierungsbeziehungen bei der Microsoft Deutschland GmbH Anke Domscheit-Berg die These, dass “Frauenkarrieren” häufig an den antiquierten Rollenbildern von männlichen Vorgesetzten scheitern.

Eine Gruppe saudischer Frauen hatte vor einigen Wochen eine Initiative namens „Baladi“ (Mein Land) gegründet, um das Wahlrecht für Frauen in Saudia Arabien zu fordern. Der Vorstoß zum Frauenwahlrecht wurde allerdings geblockt, berichtet dieStandard.at.

Im Interview mit dem SZ Magazin zeigt sich Michelle Rodriguez als tough. Trotzdem kommt der Artikel nicht ohne Entwarnungsfloskeln wie „Persönlich hat Rodriguez nichts gegen Männer“ aus. Oder eine noch bessere Erklärung für den Umstand, als erwachsene Frau selbstbewusst und schlagfertig aufzutreten: „Vielleicht wird man so, wenn man eine harte Kindheit hatte wie sie“.

Mexiko und seine Abtreibungsgesetze: Jedes Jahr sterben in Mexiko Tausende von Frauen infolge von illegal und stümperhaft durchgeführten Abtreibungen, andere werden zu Haftstrafen verurteilt. Der Grund dafür sind zum einen die restriktiven Abtreibungsgesetze, zum anderen die hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften. Trotz des Verbotes haben 2006 über 800.000 Frauen abgetrieben, berichtet Jennifer Dresel für das Gunda Werner Institut.

Am 19. März gingen über 10.000 Menschen bei der Frauentagsdemonstration in Wien (Österreich) auf die Straße. DieStandard.at hat dazu eine Bilderstrecke und berichtet ebenfalls in Bildern über die ”KnitHerStory“-Aktion (wir berichteten). Sehr unerfreulich: Obwohl die Kunst noch bis zum 26. März genehmigt sind, seien die Mehrheit der Werke laut der beteiligten Künstlerinnen entfernt worden sein.

Morgen, am 24. März, wird eine Gruppe von Straßenprostituierten von der Ravensberger Straße in Dortmund vor das Dortmunder Rathaus zu ziehen, um dort gegen die Schließung des Straßenstriches zu demonstrieren.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für März, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.

Zum Schluss noch ein Buchtipp:

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Die Bücher über den jeweiligen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.

libri Anja Nordmann (2011): “Alltäglicher Feminismus” jetzt bestellen


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Keine Blumen für Lesben, kein Knochenmark von Schwulen. Die Blogschau

19. März 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 100 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau


In der österreichischen Hauptstadt geht’s heute raus auf den Ring, um für Frauenrechte zu demonstrieren. Start um 13:45 am Schwarzenbergplatz, wer in Wien ist, schafft das jetzt noch. Wir bleiben noch kurz in Österreich: diestandard.at berichtet über ein Forschungsprojekt zur Schnittstelle Frau/Maschine. Passend dazu: „Bitch up my desktop“ ruft das Mädchenblog. Gesucht wird das tollste queerfeministisches Desktop-Hintergrundbild, zu gewinnen gibts auch.

Anlässlich aktueller Aufrufe zu Knochenmarkspenden für potenzielle Strahlenopfer in Japan prangert Nele bei Karnele die Ausschlusskriterien der Deutschen Knochenmarkspendedatei an: Schwule nämlich dürfen nicht Leben retten.
Keine Blumen für Lesben so das Motto einer christlichen Blumenhändlerin in Kanada, wie Queernews.at berichtet. Die örtliche LGBT-Community reagiert jedoch voller Nächstenliebe und will der homophoben Nachbarin Blumen vor die Tür legen.

Die Missy-Gastbloggerin differentneeds beschäftigt sich mit dem ewig jungen Thema des generischen Maskulinums, in diesem Fall an der Uni.

Abschließend noch zwei Termine in Berlin:
Im Bundestag wurde gestern eine Ausstellung zum 100. Frauentag eröffnet, zu sehen ist sie noch bis zum 14. April, den Flyer findet ihr hier.
Am 24. und 25. März um 20 Uhr gibts Theater von und mit Vanessa Stern rund um Wachstum, Gewicht und Warenwert: „Abwege von der ebenen Straße des Appetits/zweiter Teil einer Dodekalogie des Grauens“. Wohl bekomm’s und ein schönes Wochenende!

Wir freuen uns über Hinweise auf neues Material für unsere wöchentliche Blogschau. Keine falsche Bescheidenheit bitte.


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The Ada Initiative, Vergewaltigungsmythen und Christina Street Day – die Blogschau

12. März 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 99 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche hat uns vor allem der 100. Frauenkampf- und Feminist_innentag beschäftigt. Einige Texte dazu findet ihr rechts in unserem Dossier. Die Buttkicking Babes stellten zum Jubiläum Frauen vor, “die die Filmgeschichte rockten.” Juliane Wiedemeyer hat sich die Bebilderung der medialen Berichterstattung vorgeknöpft.

Elke Brüns vom Gespenst der Armut führte mit Barbara Unmüßig, Mitglied im Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, ein Interview über weibliche Armut. Sehenswert!

Das Missy Magazine weist noch einmal ausführlich auf das Raw/War-Netzprojekt hin mit der Aufforderung, sich daran zu beteiligen.

Heterosexuelle Beziehungen und deren konstruierte Normalität bringen auch die Kinder von Frau Ziefle ins Grübeln.

Susen Werner hat ihre Diplomarbeit über Vergewaltigungsmythen verfasst. Die Denkwerkstatt befragte sie zu ihren Ergebnissen.

Queernews.at berichtet, dass der südafrikanische Schauspieler, Schriftsteller und Radiomoderator Frank Malaba die Initiative “It will get better Africa” gestartet hat, um “Menschen zu zeigen, dass es in Afrika LGBT-Menschen gibt, die ein positives Leben in relativer Freiheit leben”. Das Vorhaben orientiert sich an der Kampagne “It gets better“.

Welche inneren Konflikte die tägliche Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen mit sich bringen, schreibt Sideglance auf.

Über sexualisierte Übergriffe, mit der sich eine Messe-Hostesse konfrontiert sehen muss, berichtet The Critical Witness.

Der Münchener CSD wird dieses Jahr in “Christina Street Day” umbenannt, um sich solidarisch mit Lesben zu zeigen, die in der homosexuellen Community oft nur mitgemeint oder gänzlich ignoriert werden, wenn es um politische Forderungen und Aktionen geht. Schwule Männer protestierten vehement gegen diesen einmaligen Umbenennungsakt, ergossen sich zum Teil leider auch in antifeministischen und frauenfeindlichen Tiraden, weiß allophilia.

Helga weist in ihrem Blog auf die Ada-Initiative hin, eine Umfrageaktion, um Frauen in der Open Technology Szene sichtbar zu machen. Anne Roth stellt das Projekt ausführlich vor und bei Vera Bunse gibt’s das Ganze in englischer Sprache. Mitmachen!

Zum Schluss noch der Hinweis auf feministische Termine im März, der 8. März war schließlich keine einmalige Aktion!

Die Mädchenmannschaft freut sich jederzeit über Links zu spannenden Blogs und Texten. Eigenlob ist ausdrücklich erwünscht. Nutzt dazu die Kommentarfunktion oder unser Kontaktformular!


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Update: Pamphlete und Patriarchatskritik – Lesestoff zum Hundertsten!

8. März 2011 von der Mädchenmannschaft

Heute ist Frauenkampf- und Feminist_innentag! Was in eurer Stadt geht, erfahrt ihr hier. Wie ihr an unserem Gewinnspiel teilnehmen könnt, lest ihr hier und einen Überblick über die Geschichte des Internationalen Frauentages bekommt ihr an dieser Stelle. Magda hat zusätzlich Clara Zetkin portraitiert.

Extra Hinweise gibt es außerdem für die heutige Radiosendung mit Verena und die Demo für und mit Flüchtlingsfrauen in Potsdam.

Wir sammeln Blogs, News und Hintergrundinformationen rund um den heutigen Tag. Habt ihr Links, Fotos oder Hinweise für uns? Dann ab damit in die Kommentare!


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Wer war die Erfinderin des Frauentages? Clara Zetkin!

8. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 24 von 28 der Serie Wer war eigentlich …

Die Politikerin, Feministin, Sozialdemokratin, Kommunistin und Ikone der proletarischen Frauenbewegung Clara Zetkin, geb. Eißner, gilt als Initiatorin des Internationalen Frauentages, der heute seinen 100. Geburtstag feiert.

Clara Zetkin (1857-1933), ca. 1930

Die junge Clara Eißner, geboren 1857 im sächsischen Wiederau, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Die Tochter des Dorflehrers und einer Hausfrau konnte durch die Beziehungen der Mutter als eine der ersten deutschen Frauen eine Ausbildung zur Lehrerin erhalten und besuchte Seminare der Frauenrechtlerin Auguste Schmidt in Leipzig. Dort traf sie auf eine Gruppe sozialistischer Student_innen und ihren späteren Lebensgefährten Ossip Zetkin, ein russischer Revolutionär und Sozialist.

Als Ossip Zetkin des Landes verwiesen wurde, folgte ihm die 26jährige Clara Eißner nach Paris. Sie nahm zwar seinen Namen an, heiratete ihn aber nicht. Sie bekamen zwei Kinder und lebten in bescheidensten Verhältnissen, unterstützt von Freund_innen, die sich ebenfalls politisch engagierten. Während ihrer Pariser Jahre arbeitete Zetkin als Journalistin und Übersetzerin. Als Zetkins Lebensgefährte schwer erkrankte, pflegte sie ihn bis zu seinem Tode 1889.

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Zum 100. Frauentag: Eine Tasche voller Feminismus

8. März 2011 von der Mädchenmannschaft

Eine Gruppe von US-amerikanischen Student_innen rief im letzten Jahr den Feminist Coming Out Day aus, der auch heute zum 100. Internationalen Frauentag zelebriert wird. Sich als Feminist_in “outen” – auch heute ist das F-Wort ein Schreckgespenst in vielen Ohren. Nicht bei uns! Wir sprechen es laut und deutlich aus.

Eine Tasche voller Feminismus

Erzählt uns von eurem feministischen Coming Out! Wann habt ihr euch zum ersten mal mit Feminismus be­schäftigt? Wann wusstest ihr, dass ihr Feminist_in seid? Ob beim Girls Day bei der Feuer­wehr, auf einem Riot Grrl Konzert oder nach einem langen Gespräch mit der Mutter, die schon vor Jahr­zehnten für das Recht auf Abtreibung kämpfte, wir interessieren uns für eure Geschichten!

Eine Woche lang habt ihr Zeit, eure Geschichten aufzuschreiben. Nach Zufalls­prinzip losen wir am 15. März eine_n Geschichten­erzähler_in aus, der_die sich über eine Mädchen­mannschafts­tasche freuen darf.

Wir sind gespannt!


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100 Jahre Frauentag – ein geschichtlicher Überblick

8. März 2011 von Anna

Heute, am 8. März 2011 feiern wir den 100. Internationalen Frauentag. Anlass genug, diesen Tag und seine Geschichte mal über einen kurzen Lexikoneintrag hinaus genauer zu beleuchten.

Die Anfänge

Im August 1910 beschlossen in Kopenhagen auf der zweiten internationalen Frauenkonferenz etwa 100 Frauen aus 17 Nationen einen alljährlichen Frauentag, „um die Einführung des politischen Frauenwahlrechts zu beschleunigen“. Vor­geschlagen hatte diesen Tag die Sozialistin Clara Zetkin, zusammen mit Käthe Duncker und anderen Genossinnen. Der Beschluss lautete: „Im Einvernehmen mit den klassenbewussten politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats in ihrem Lande veranstalten die sozialistischen Frauen aller Länder jedes Jahr einen Frauentag, der in erster Linie der Agitation für das Frauen­wahl­recht dient. […] Der Frauentag muß einen internationalen Charakter tragen und ist sorgfältig vorzubereiten.“

Woher die Anregung für diesen Tag kam, ist heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen. Als Ursprung genannt werden oft unter anderem eine De­monstration gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn von Arbeiterinnen in New York 1857 oder 1858, „die Streiks der Tabak- und Textil­arbeiter­innen 1908 in Manhattan“ und „der achtwöchige erfolgreiche Streik von 20 000 Hemden­näherinnen in der gleichen Stadt“. Inzwischen weisen laut Wiki­pedia jedoch mehrere Historikerinnen darauf hin, dass dieser Ursprung eine Legende ist, entstanden zu Zeiten des Kalten Krieges, um den Internationalen Frauen­tag von seinem sozialistischen bzw. kommunistischen „Erbe“ zu befreien.

Ein Grußtelegramm zum ersten Frauentag 1911 belegt, dass die unmittelbare Anregung tatsächlich wohl vom Beschluss der amerikanischen Sozialistinnen und Sozialisten von 1909 ausging „am letzten Februarsonntag große Propaganda für das Frauenwahlrecht und die Idee des Sozialismus zu veranstalten…“.

Wie gut der Vorschlag von Zetkin und Duncker in ihrer Partei, der SPD, ankam, ist unklar. Während die einen Quellen schreiben, dass sie sich nicht viele Freunde gemacht hätten und einige der Genossen ihnen  „Frauenrechtelei“ und „Extra­würste“ vorwarfen, ist an andere Stelle zu lesen, dass die SPD den Frauentag unterstützt habe – vordergründig um Frauen das Wahlrecht zu ermöglichen, wenn­gleich das eigentliche Ziel wohl eher darin zu vermuten ist, dadurch die Wähler­schaft der SPD zu vergrößern.

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Flüchtlingsfrauen werden laut

7. März 2011 von Magda

Women in Exile (WIE) ist eine Gruppe von (teils ehemaligen) Flüchtlingsfrauen, die die Situationen von Flüchtlingsfrauen aus feministischer Perspektive beleuchten und jene Gesetze bekämpfen, die für die teils unerträglichen Lebensbedingungen der Frauen verantwortlich sind. WIE fordert:

Keine Lager für Frauen! Lager abschaffen! Wohnungen für alle! Gegen jede Form der Unterdrückung, sei es aufgrund von Geschlecht, Aussehen, Herkunft, Alter, sexueller Orientierung oder Mo­bi­li­tät­sein­schränkungen.

(Mehr Informationen gibt es auch in der Infobroschüre.)

Rotes Plakat mit einem schwarzen Venusspiegel, in der Mitte eine gereckte Faus, darunter die Aufschrift: Frauen raus aus den Lagern. Alle Flüchtlingslager abschaffen! Demonstration, 8. März 16:30

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Mit einer Demonstration in Potsdam am morgigen 100. Internationalen Frauentag wollen die Ak­ti­vist­_innen auf die Lebensbedingungen von Flücht­lings­frauen in Brandenburg aufmerksam machen. (Es ist eine Frauen­Lesben­Trans*-Demo, solidarische Män­ner sind außer­halb des FLT*-Blocks will­kommen. Auftakt ist 16.30 Uhr Breit­scheidt-Str./Karl-Lieb­knecht-Str., Pots­dam, S-Bhf. Babels­berg.)

Abends wird in Berlin eine queere Anti­pat­riar­chats­party und gleichzeitig Soliparty im Südblock für Voices in Exile steigen, ein Workshop-, Buch- und Filmprojekt, dass ähnlich wie Women in Exile da­rauf abzielt, die Isolation weiblicher Flücht­linge und Asyl­suchenden aufzubrechen.


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