Einträge mit dem Tag ‘Inter’


Fat-Acceptance-Grundlagen, Mono-Kultur-Landschaft und Sex mit Frauen – die Blogschau

30. Mai 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 279 von 295 der Serie Die Blogschau

Ein neuer Monat, eine neue Fatty Fun Fashion Challenge, in der dicke_fette Modebegeisterte Fotos von ihren Outfits teilen: Im Mai ist das Motto ganz frühlingsgerecht „Grün“.

„Es ist ja so, als dicke Frau, die sich weigert sich verschämt ganz unten in die Hierarchie von Körpern und Schönheit einzuordnen, die kein Interesse daran hat ihr Gewicht zu reduzieren, die sich nicht verstecken will, da passe ich einigen Leuten nicht in den Kram.“ Alex kommentiert bei Some girls* are bigger than others dickenfeindliche Debatten, die unter dem Mantel plötzlich verspürter Gesundheitsbedenken (anderer, unbekannter Leute) daherkommen, und erklärt in einem weiteren Beitrag auch noch einmal ein paar Fat Acceptance-Grundlagen.

Auch Katrin von Reizende Rundungen stellt noch einmal eine Fat Acceptance-101-Service-Leistung zur Verfügung: „Fat Acceptance möchte dicke_fette Menschen dabei unterstützen wieder selbstständige Entscheidungen für sich und ihre Körper treffen zu können.

Zwischengeschlecht kritisiert die „Unsichtbarmachung der realen, zwangsoperierten Zwitter und ihrer spezifischen Anliegen“, unter anderem im Zuge des #IDAHOT.

Über den Umgang mit chronischen Krankheiten, die Frage, was es überhaupt bedeutet „krank“ zu sein und die (Re-)Aktion von und auf Mitmenschen schreibt samchills.

Merle Stöver analysiert die oft von Panik und_oder Wut gezeichneten Debatten um Lust und Begehren bei Frauen*, lesbischen Sex und Sexarbeiterinnen.

umstandslos, magazin für feministische mutterschaft, diskutiert „Der Staat im Uterus. 40 Jahre Fristenlösung in Österreich“.

Im Blog In_Frage_Stellen: Musik findet ihr eine tolle Übersicht über Musik_Kunst-Veranstaltungen im Mai und Juni 2015, und weitere Tipps können gerne gegeben werden, um die Liste noch zu vergrößern.

„Ein Paradigmenwechsel mit Hindernissen“: Zum (Mangel an) Diversität in der deutschen Kulturlandschaft machen Lisa Scheibner und Bahareh Sharifi vom Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen eine Bestandsaufnahme bei Mind The Trap.

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IDAHOT* – Sollten homosexuelle und transgender Personen getrennt kämpfen?

15. Mai 2015 von Jayrôme

—- English version below —

 

PRO UND KONTRA, DAS  ‚T‘  AUS  ‚LSBT‘  ZU ENTFERNEN

Sollten homosexuelle und transgender Personen getrennt kämpfen?

Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOT*). Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, jenen Tag an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Krankheiten-Katalog strich. Bis heute aber führt die WHO transgender Identitäten als Störung auf.

Nicht nur aus diesem Grund plädieren einige transgender Aktivist_innen für eine Trennung von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen auf der einen Seite und transgender Menschen auf der anderen. Sie möchten den Kampf lieber getrennt weiterführen.

Wir haben den Eindruck, dass die Inklusion des ‚T’s in den LSBT-Überbegriff im besten Fall verwirrend, im schlimmsten Fall nicht sehr hilfreich bei der Suche nach wirklicher Gleichberechtigung für transgender Personen ist.

sagt Frances Shiels, Vorsitzende des nordirischen transgender Vereins Focus: The Identity Trust. Und auch transgender Autor Lee Hurley erklärt, warum es Zeit ist, dass ‚T‘ aus LSBT zu entfernen.

Maria Sundin, die von 2010 bis 2013 Mitglied des geschäftsführenden Vorstands von Transgender Europe (TGEU) war, widerspricht:

Nicht getrennt von einander zu arbeiten, offen zu sein für alle Formen von trans und nicht-konforme Geschlechter-Identitäten und außerdem von der LGBTQI-Familie unterstützt werden – das war auschlaggebend für unseren Erfolg.

In diesem Text werde ich das Pro und Kontra, also die gängigen Argumente, die für oder gegen Transgender-Separatismus sprechen, auflisten.

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Tolerante Heten, weißer Terror und das Atomwaffenpotenzial von Trans* – die Blogschau

21. Februar 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 272 von 295 der Serie Die Blogschau

Conservatory Girl hat einen Tipp für heiße Tage und aufgeriebene Oberschenkelinnenseiten.

„Als dicker/fetter Mensch braucht es viel Kraft und Mut Dickendiskriminierung, Dickenhass, Spott, Hohn und Ausgrenzung zu begegnen. Es braucht mehr Courage damit wir Dicken, das Leben mit Freude genießen können. Aber all dies braucht es nicht weil wir dick oder fett sind“, schreibt Melanie auf dem Blog der Arge Dicke Weiber.

Kulturelle Aneignung und rassistische Stereotype haben auch im Fasching oder Karneval Hochkonjunktur. Ringelmiez gibt eine Argumentationshilfe, warum nicht nur Eltern bei der Kostümwahl für ihre Kinder diskriminierungssensibel agieren sollten.

Der Zaunfink wendet sich an tolerante Heten, die sich zwar stets bemühen, letztlich doch an vielen entscheidenen Stellen scheitern mit ihrer Solidarität.

„Ich möchte Politiker*innen und Medienmacher*innen fragen: Was macht ihr gegen euren Terror, den ihr mit euren unreflektierten Reden und Beiträgen in diese Gesellschaften gesät habt? Wann fangt ihr an uns Rede und Antwort zu stehen?“ – Diaspora Reflektionen mit einem eindringlichen Beitrag über die rassistischen Morde der vergangenen Monate und den Rassismus der weißen Mehrheitsgesellschaft.

Trans* Personen seien wie nukleare Waffen, hatte Papst Franziskus neulich behauptet. Für Pussy Bear Anlass genug für einen Comic.

Hannah C. Rosenblatt schreibt über die Ungleichwertigkeit von Gefühlen, wenn es um die Wahrnehmung und Beschreibung von Gewalterfahrungen geht.

Musikerinnen des Teeny Music Treff
in Berlin haben einen Song geschrieben und ein Video dazu produziert.


Eine Gruppe von Queer_Trans*_Black_People_of_Color
(QTBPOC) plant für Juli 2015 ein dreitägiges Fest von und für QTBPOC und sucht noch Mitstreiter_innen.

Die trans*geniale f_antifa ruft zu einem Inter- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauenkampftag in Berlin auf.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft zusammen mit der Frauenkampftag – AG sexuelle Selbstbestimmung, Berlin Irish Pro Choice Solidarity und Feminismos 15M Berlin für den 7. März zu einem bundesweiten Vorbereitungs- und Vernetzungstreffen auf. Es geht um die Vorbereitung der Gegenaktionen der christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegner, die jährlich im September in Berlin aufmarschieren.

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Beratung für Frauen mit Behinderung, Zwangsheterosexualisierung, Björk und Musik-Biz-Sexismus – kurz verlinkt

28. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 270 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links
Mädchen und Frauen mit Behinderungen erfahren besonders häufig Gewalt. Aus diesem Grund wird gerade die Internetplattform suse-hilft.de aufgebaut, auf der – möglichst barrierefrei – nach Informationen und Ansprechpersonen recherchiert werden soll: „Wo finde ich bei mir in der Nähe eine Therapeutin, die Gebärdensprache oder Leichte Sprache kann? Wo finde ich eine Anwältin, die sich mit dem Thema auskennt? Welche Selbstbehauptungstrainerin in der Nähe macht Kurse auch für behinderte Frauen?“ Das Projekt benötigt noch Geld und kann über betterplace.org unterstützt werden.

Das Oberlandesgericht in Celle hat abgelehnt, dass in einer Geburtsurkunde der Eintrag „inter“ oder „divers“ geführt werden kann.

Homofeindlichkeit und Zwangsheterosexualisierung in der Therapie, Fall 472136127: Nun zog ein Betroffener vor Gericht, berichtet die taz.

Noch bis zum 01. März können bei filia. die frauenstiftung Projektideen zur Mädchenförderung eingereicht werden, um Gelder von bis zu 5000€ zu erhalten.

Der Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde hat einen Offenen Brief zur M-Straße in Berlin, Dieter Hallervorden und kolonialrassistischen Kontinuitäten verfasst.

Das LOTTA-Magazin gibt „Stichworte zur Gründungsgeschichte“ der NPD, die 2015 im 50. Jahr besteht.

englischsprachige Links

Wenn Schauspieler die gleichen nervigen Fragen beantworten müssten wie Schauspielerinnen (Kleid, Haar, Make-Up, Gewichtsabnahme…), dann würden die sich wundern: Kevin Spacey hat sich gewundert.

Als Geologen in den 1950ern anfingen den Meeresboden des Atlantiks mit Sonargeräten zu vermessen, durften Frauen nicht mit auf die Boote (weil sie natürlich Unglück brächten). Aus dem Datenmaterial die erste wirklich detaillierte Karte hat dann aber doch eine Frau erstellt: Marie Tharp. Mental Floss zeichnet ihre Geschichte nach und wie sie an den Grundfesten der Geologie rüttelte.

Egal welche Krankheit eine dicke_fette Person hat und wie sie behandelt werden könnte, erst einmal abnehmen lassen? Ja, es gibt Mediziner_innen die so etwas empfehlen. Dances With Fat nimmt die Empfehlung auseinander.

MTV stellt 12 neue queere Hip Hop Acts vor.

Ein neues Album der isländischen Sängerin Björk erscheint und in einem Interview hat sie erstmal sehr ausführlich über den im Musikbusiness erlebten Sexismus gesprochen. Feministing greift diese Aussagen in einem Artikel zu Björk und überhaupt „mansplaining“ auf. Slate nimmt die Aussagen als Anlass, um Zitate von weiteren Künstlerinnen (so unterschiedliche wie Solange Knowles, Grimes und Taylor Swift) zusammenzustellen.

Celebrating the Love between Queer Women of Color – In 25 Gorgeous Photos!“ – präsentiert Everyday Feminism.

Bei Flavorwire zerlegt Judy Berman Jonathan Chaits Artikel im New York Magazine, der „Political Correctness“ als Einschränkung der (linksliberalen) Meinungsfreiheit bezeichnete.

Termin in Berlin:

04. Februar in Berlin, ab 19.00 Uhr: Lesung und Filmvorführung mit der simbabwischen Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga.


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Gemeinsames Sorgerecht, ‚Passing‘ und Vorsätze für 2015 – kurz verlinkt

8. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 267 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Das Portal Filmlöwin ist gelauncht: „Mit einer ausschließlich feministischen Perspektive will FILMLÖWIN Filmen von und über Frauen nicht nur zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen, sondern auch einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in der Filmproduktion leisten und für die Themen Sexismus und Diskriminierung von Frauen im Spielfilm sensibilisieren.“

Gemeinsames Sorgerecht per default? Klingt erst mal gut und nach geteilter Verantwortung. Was das praktisch jedoch bedeuten kann, beschreibt Sarah Jäggi in der ZEIT anhand eines Beispiels aus der Schweiz.

Die antifaschistische Zeitung LOTTA hat einen Sonderdruck zum Schwerpunktthema Antifeminismus heraus gegeben.

In Stuttgart findet ein Gynäkologe, der ambulante Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, keine neuen Klinikräume. Fundamentale ChristInnen schüchtern potentielle Vermieter_innen ein, berichtet die taz.

Vanja wurde in der taz zur Kampagne für eine dritte Option interviewt: „Ich bin weder Mann noch Frau“.

englischsprachige Beiträge

„Don’t change, just because your body does.“ ist das Motto von butchbaby. Nach eigenen Angaben: „The first androgynous alternity pregnancy wear for queer individuals.

[Inhaltshinweis: Cissexismus, Suizid] Zu Leelah Alcorn, einer siebzehnjährigen Trans*frau, die sich Ende Dezember das Leben nahm, und den Reaktionen auf ihren Tod, schrieb A Cunt Of One’s Own.

I AM (HEAR) ist ein Videoprojekt von Olympia Perez für Black Girl Dangerous im Rahmen des „MagniFLY! A Video Visibility Project For Trans Women of Color“:

Vor dem Büro der Schwarzen Bürger_innenrechtsorganisation NAACP in Colorado Springs explodierte am Dienstag eine Bombe.

Zum gestrigen Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris schreibt Richard Seymor bei Jacobin.

Auf ravishley schreibt Jetta Rae über das Konzept von „passing“ in einem bestimmten Geschlecht („We want to live our truth, but that requires “living,” which may necessitate mimicry. Some women get their hair cut like Tina Fey to look attractive—others to avoid harassment when outside of their homes.“), über Frauenbilder, die eh nur für wenige erfüllbar sind, und warum sie nicht mehr (ständig) trotzdem versucht diese zu erreichen.

Vor 80 Jahren veröffentlichte National Geographic einen Artikel mit dem Titel „Manless Alpine Climbing: The First Woman to Scale the Grépon, the Matterhorn and Other Famous Peaks Without Masculine Support“ – das Bitch Magazine nimmt u.a. das Jubiläum zum Anlass, um in die Geschichte von Bergsteigerinnen und Klettererinnen zurück zu schauen.

Ein Schwarzer James Bond? Zeter! Mordio! Kulturverfall! Zu den rassistischen Reaktionen auf den Vorschlag, Idris Elba als den neuen 007 zu besetzen, berichtete Shakesville.

Und zu guter Letzt: Bei der Washington Post erzählen feministische Aktivist_innen, was sie in 2015 zu erreichen hoffen.

Termine Berlin und Halle

15.01. 2015 in Halle: Mädchenmannschafts-Autorin Sabine Mohamed spricht zu  „Schwarzer Feminismus in Deutschland – Black Feminism is not white feminism in Black face„.

30. und 31.1. 2015 Berlin: Fachtagung „Audre Lorde’s Germany„.


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Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde, feministische Sprachinterventionen und Women in Exile – kurz verlinkt

24. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 250 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Über die in Österreich „fehlenden Töchter in der Forschung“ schreibt dieStandard.  Dort wird zum einen aufgezeigt, wie lange Frauen wissenschaftliche Karrieren verunmöglicht wurden und die, die sich trotzdem durchsetzten, nachträglich unsichtbar gemacht wurden. Darüberhinaus ein wichtiger Aspekt: Viele der wissenschaftlichen Vorreiterinnen waren Jüdinnen, die verfolgt und ermordet wurden.

Vor 150 Jahren wurde Ricarda Huch geboren. Das Deutschlandradio Kultur erinnert an die Historikerin und Schriftstellerin.

Die taz findet, wer sich an „Babyspinat-Mangold-Smoothies gewöhnen [kann], [wird] sich mit der Zeit auch an neue Sprachformen gewöhnen“. Und auch bei derStandard geht es um feministische Sprachinterventionen und den Widerstand gegen diese. Im Interview spricht Sprachwissenschaftlerin Claudia Posch über (un)ästhetische Binnen-I-s und Sprachnormierungen.

Ein kurzes Interview mit der Modebloggerin und Aktivistin Alexandra Sandkühler zu Fat Empowerment und Fat Acceptance beim Freien Radio.

Dritte Option berichtet, dass am 28. Juli 2014 soll ein Antrag auf Änderung einer Geburtsurkunde eingereicht werden, die den Geschlechtseintrag “inter*/divers” enthalten soll.

Die taz schreibt über die Arbeit von Women in Exile und stellt dabei auch drei der Aktvistinnen vor: Damarice Okore, Elisabeth Ngari und Fatuma Musa.

Termine in Berlin und Hamburg:

1. bis 3. August in Berlin: LAD.I.Y.FEST Berlin 2014. (FB-Link)

2. August in Hamburg: Queer Flora Party.

8. bis 10. August in Hamburg: MISSY-Konferenz: Fantasies that matter. Images of Sexwork in Media and Art.

 


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Prekarisierung, § 23 und der Staat als gewalttätiger Akteur – kurz verlinkt

9. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 248 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Eine bemerkenswerte Berlinerin, Zeitzeugin, Aktivistin und Antifaschistin: Inge Lammel musste als Jüdin während des Zweiten Weltkriegs nach Bristol und sagt im Interview mit der Berliner Zeitung: „Man ist achtsam geworden. Und doch, es gibt immer Menschen, denen andere egal sind. Man sieht gerade, wie die Flüchtlinge behandelt werden.“

Anfang Juni hatte in Berlin ein Bündnis ein Plakat an einem Haus angebracht, welches an den NSU-Bombenanschlag 2004 in Köln erinnern sollte. Den Spruch „NSU: Staat & Nazis Hand in Hand.“ ließ die Polizei entfernen. (Wir schrieben darüber.) Am 10.Juni stellte die Berliner Staatsanwaltschaft das von der Polizei eingeleitete Strafverfahren wegen Verunglimpfung des Staates nun ein, berichtet MiGAZIN.

Eine weitere Gerichtsentscheidung kommt aus den Niederlanden: Dort wurde nun auch gerichtlich festgeschrieben, dass es sich beim „Zwarten Piet“ um eine rassistische Karikatur handelt. (Hinweis: Abbildung von Blackface)

Das Bündniss gegen Rassismus hat einen offenen Brief an die Berliner Senatsinnenverwaltung zum §23 des Aufenthaltsgesetz verfasst, der auch noch unterzeichnet werden kann.  Es wird u.a. gefordert, den politisch aktiven Geflüchteten aus Berlin gemäß § 23 AufenthG den dauerhaften Aufenthalt in Deutschland zu gewähren.

Women in Exile kritisieren den Bundestagsbeschluss zur deutschen Asylpolitik und fordern Protest, damit der Gesetzesentwurf im Bundesrat gekippt wird.

Bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie werden im Juli und August die Autorinnen Mona Motakef, Julia Teschlade und Christine Wimbauer über Prekarisierung bloggen.

Der Bundestreffen Solifonds der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), will Menschen eine Teilnahme ermöglichen, die aufgrund ihrer finanziellen Situation sonst nicht kommen können. Auf ihrer Seite erklärt die ISD, wo der Zuschuss beantragt werden kann und wohin gespendet werden kann, um den Fonds zu unterstützen.

Das Webportal Mein Geschlecht ist online. Trans*, inter* und genderqueere Jugendliche finden dort bundesweite Anlaufstellen, können ihre Geschichte erzählen und voneinander lernen.

englischsprachige Beiträge

Sichtbarkeit – gerade auch im Internet – ist doch was tolles?! Shanley Kane zeigt auf, wie diese Annahme nicht für alle Menschen gilt, und wie oft Sichtbarkeit auch mit Gewalt einhergeht.

Fast zwei Drittel der ruandischen Parlamentarier_innen sind Frauen. Der Guardian schreibt über diesen Fakt und was das bedeutet.

Lauren Chief Elk zum International Violence Against Women Act  und Gewalt durch den Staat, denn in der weltweiten Diskussion um Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird häufig der Staat als gewalttätiger Akteur ausgeblendet.

„Yes, obesity is ok.  The rights to life, liberty and the pursuit of happiness are not size dependent, they are inalienable.  Fat people have the right to exist in fat bodies without shame, stigma, bullying or oppression.“ – Dances with Fat antwortet auf einen New York Times Artikel, der die Frage stellte, „Is Obesity OK?“.

Wenn über sexualisierte Gewalt in Euphemismen gesprochen wird, wem nützt das etwas? Ganz sicher nicht den Betroffenen, stellt Soraya Chemaly fest.

Luvvie schreibt bei TheGrio über die aktuelle Personalpolitik beim US-amerikanischen feministischen Blog Jezebel und darüber, was diese mit Respekt und Intersektionalität zu tun hat.

Die Schauspielerin Doon Mackichan erläutert im News Statesman ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber Stories, in denen Gewalt gegen Frauen zur Unterhaltung dient.

Termine in Berlin, Frankfurt a.M. und Göttingen:

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Aufruf zum Inter*- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauen*kampftag am 8. März 2014

27. Februar 2014 von Gastautor_in

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir den Aufruf der trans*genialen f_antifa.

Sind wir eigentlich mitgemeint?

Diese Frage müssen wir uns als Inter*- und Trans*-Personen leider sehr oft stellen, wenn es um Feminismus geht – auch am 8. März. Im Aufruf zur Demo am Frauen*kampftag 2014 in Berlin heißt es:

»Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mädchen« mit Sternchen* markiert. Damit schließen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen explizit ein. […] Außerdem wollen wir diejenigen einschließen, die sich nicht als Frauen* verstehen, aber gleichermaßen von sexistischer Diskriminierung betroffen sind, weil sie im Alltag als Frauen* gelesen werden.«

Das ist dann aber auch schon alles, was zu inter* und trans* gesagt wird. Uns drängt sich der Eindruck auf, als würde davon ausgegangen, dass Cis-Frauen (cis bedeutet: nicht trans*), Trans*-Frauen und Inter*-Menschen in gleicher Weise von Diskriminierung betroffen seien. Das ist aber nicht der Fall. Der Aufruf sagt nichts zu trans*- und inter*spezifischer Diskriminierung und Gewalt. Kein Wort zu den gewaltvollen und häufig traumatisierenden Genitaloperationen, die – auch in Deutschland – täglich an intergeschlechtlichen Kindern durchgeführt werden, um sie einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu können. Kein Wort zu den unzähligen Morden an Trans*-Frauen, die weltweit aus Trans*misogynie verübt werden. Kein Wort zum gesellschaftlichen Zwang, sich einem der beiden offiziell anerkannten Geschlechter zuordnen zu müssen. Kein Wort zur alltäglichen Gewalt, die – vor allem feminin auftretende – Trans*-Menschen auf der Straße und im sozialen Umfeld erleben. Kein Wort zur Unmöglichkeit, sich jenseits der Kategorien »Frau« und »Mann« zu verorten.

So sehr wir uns auch freuen, dass ein feministisches Bündnis versucht, Inter*- und Trans*-Personen einzubeziehen, haben wir dennoch das Gefühl, dass nicht genug darüber nachgedacht wurde, welche Konsequenzen sich daraus ergeben (müssen). Wir wollen uns nicht bloß mitgemeint fühlen, wenn von »Frauen*« gesprochen wird. Inter*- und Trans*-Positionen mitzudenken muss mehr sein, als ein Sternchen bei »Frauen*«. Denn unsere Lebensrealitäten sind so vielschichtig, dass ein Sternchen nicht ausreicht, um sie zu beschreiben. Der Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen* funktioniert nicht ohne die Infragestellung der Kategorie »Geschlecht«. Deshalb werden wir – zusammen mit solidarischen Personen (Allies) – bei der Demo am 8. März einen Inter*- und Trans*-Block machen, um zu zeigen: Es gibt mehr als zwei Geschlechter!

Für einen Feminismus, der Inter*- und Trans*-Positionen konsequent mitdenkt!

Demo zum Frauen*kampftag am 8. März
Samstag, 8. März 2014 | 13 Uhr
Gesundbrunnen | U8 & S-Bahn

Treffpunkt für den Inter*- und Trans*-Block:
12:45 Uhr | Ecke Badstraße/Behmstraße (nördlicher Ausgang der U8)

Den Mobi-Flyer zum selber Ausdrucken und Verteilen gibt es hier zum Download.


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Geschlecht im Recht – zum 39. Feministischen Juristinnentag in Berlin

17. Mai 2013 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 14 von 20 der Serie Feminismus im Recht

Die heutige „Feminismus im Recht“-Kolumne wird nicht von Maria beigesteuert, sondern von Kollegin Dr. Anja Schmidt, die am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie der Uni Leipzig arbeitet. Sie hat für uns netterweise einen Erfahrungsbericht zum Feministischen Juristinnentag verfasst.

Der 39. Feministische Juristinnentag (FJT) fand vom 3. bis zum 5. Mai in Berlin in Berlin statt. Besonders habe ich mich über die offene und konstruktive Atmosphäre gefreut, in der unterschiedliche feministische Positionen und geschlechterkritische Perspektiven Raum hatten.

Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Laura Adamietz von der Uni Bremen. Sie ließ die Rechtsprechung des Bundesverfassungsrechts zu den Rechten von Trans*-Personen Revue passieren, kritisch und unter Beleuchtung der Fortschritte, die sie für die Anerkennung des wirklichen Geschlechts dieser Menschen gebracht hat. Dass es im Bundestag bis zur im Herbst anstehenden Wahl wahrscheinlich nicht mehr gelingen wird, das eigentlich nur noch als Torso geltende „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen. Transsexuellengesetz“ an die verfassungsrechtlichen Vorgaben anzupassen oder es besser neu zu ordnen, ist mehr als beschämend, zumal hierzu bereits seit der vorigen, 16. Wahlperiode verschiedene Gesetzesentwürfe eingebracht wurden.

Die nachfolgenden AG und Foren spiegelten die Bandbreite juristisch-feministischer Themen wieder, unter anderem ging es um Gewalt gegen Migrant_innen, die Strafverfolgung bei sexualisierter Gewalt, die Reform des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern und die Rechtslage von intersexuellen Menschen. Ich besuchte die AG „Selbstbestimmungsrecht im Personenstandsgesetz? Ein Diskurs in INTER*-Realitäten“, geleitet von der Juristin Juana Remus (Uni Bremen) und von Lucie Veith, der zwangstransexualisiert wurde und der 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Intersexuelle Menschen ist.

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