Einträge mit dem Tag ‘Integration’


Am ersten Tag des Neubeginns

29. August 2016 von Hannah C.

Es waren die drei besten scheiße anstrengenden Tage seit Monaten für mich: Ausbildungsbeginn an einem Berufskolleg

Ja, ich habe einen Ausbildungsplatz. Ich.
Die mit dem Schwerbehindertenausweis, dem Assistenzhund und dem 9 Jahre großen Loch im Lebenslauf.
In den nächsten 3 Jahren, werde ich dieses Kolleg besuchen und am Ende einen Beruf erlernt haben. Als Abschiedsbonbon gibts ein Fachabitur dazu.
Was für ein geiles Privileg!

Vor gut drei Wochen feierte ich meinen dreißigsten Geburtstag. Meine Mitschüler_innen ihren sechzehnten, siebzehnten, achtzehnten.
Sie kommen von Real- und Gesamtschulen in der Umgebung, dürfen ganz frisch “feiern gehen”, haben buntbunte Gedanken und mit mir den ersten näheren Kontakt mit einer behinderten Person, die einen Assistenzhund mit sich führt.

Für mich ist diese Situation nicht neu – und doch ist sie so noch nie gewesen.
Ich kenne das, wenn Menschen meine Hündin und mich auf der Straße sehen. Kenne das unbeholfene Gewühle nach Worten, wenn man versucht mich zu fragen, “was ich denn habe”. Ich spüre die Veränderung im Gesprächsklima, wenn ich ohne meine Hündin an der Seite sage, dass ich eine behinderte Person bin.
Was ich nicht so gut kenne, ist Akzeptanz. Anerkennung. Zugeständnisse von zusätzlichen Schleifen, Kraftaufwendungen, Erklärungen und Nötigkeiten.
Den Raum, mir die maximale Barrierefreiheit zu ermöglichen.

Das erklärte Ziel der Lehrenden ist der erfolgreiche Abschluß für alle Schüler_innen gleich und das spüre ich im Kontakt mit meinen Lehrer_innen. Nicht als Retterpose. Nicht als political-correctness-Feigenblatt für ein eigentlich peinliches Einzelprojekt.
Auch das kenne ich ziemlich gut. Menschen, die vor allem für sich selbst “Gutes tun” und “mit gutem Beispiel vorangehen”, statt sich damit auseinanderzusetzen, was genau sie dort eigentlich tun und warum.

So bewegte ich mich nun also durch den Einschulungstag mit meinem Begleitermenschen neben mir und meiner Hündin an der Leine.
Und fühlte mich so wundergut beliebig.

Für viele Menschen ist der erste Schultag furchtbar, weil sie niemanden kennen. Ganz allein sind. Gar nichts wissen und sich nicht auskennen. Für mich ist das die Zeit, in der ich am meisten mit meinen neuen Mitschüler_innen gemeinsam habe. In der ich mit allem, was ich tue und habe, genauso fremd bin, wie die Personen um mich herum, die ihre Behinderungen vielleicht weniger sichtbar kompensieren können und auch wie die Personen, die keine dauerhaften Behinderungen kompensieren müssen.

Natürlich war ich “anders fremd” als alle anderen. Natürlich war ich “auffällig”. Aber es hat nicht weh getan und das ist, was mir das Gefühl gab, austauschbar in der Fremdheit zu sein.
Wäre ich nicht da gewesen, wäre da eine Person mit „mega vielen“ Pickeln “anders fremd” gewesen. Oder eine mit einer „verunglückten“ Frisur. Oder eine mit „komischer“ Stimme.

Am ersten Tag des Neubeginns sind alle Menschen gleich “anders fremd”.

Es tut mir gut, solche Momente im Leben zu haben und ich steige so tief in sie hinein, wie es geht.
Ich weiß, dass wir mit unterschiedlichen Er_Lebensweisen leben. Dass uns etwas trennt, was wir einander mitteilen, doch nie jeweils ganz erfassen können. Ich weiß, dass mir meine nicht dauerhaft behinderten Mitschüler_innen im Laufe der nächsten Wochen immer weiter weg erscheinen werden. Dass uns nicht viel verbindet. Dass meine Limits so sehr viele Dinge verunmöglichen, dass wir wenig Zeit und Raum außerhalb der Schule miteinander gestalten werden.
Ich weiß, was an sie herangetragen wird, wenn sie mich und meine Assistenzhündin irgendwo hin begleiten. Es gib so viel behindertenfeindliche Scheiße, der auch die Freunde, Helfer- und Begleiter_innen von sichtbar eine Behinderung kompensierenden Menschen, nicht entgehen können und der sich zu stellen nicht immer einfach ist.

Aber der Moment war da.
Und ich habe ihn genossen.

Und den anderen Moment auch.


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„vital signs“ – „Lebenszeichen“

4. Dezember 2015 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 24 von 31 der Serie Die Feministische Videothek

Bereits 1995 gab es den Film „vital signs“ („Lebenszeichen“), von David Mitchell & Sharon Snyder (deutsche Untertitel von Rebecca Maskos) , der sich mit der us-amerikanischen (weißen) Krüppelbewegung befasst und einen Diskurs nachzeichnet, der so lebendig und laut ist, wie er zu unterdrücken versucht wird.
Es sprechen bekannte Aktivist_innen wie Cheryl Marie Wade, Mary Duffy und Harlan Hahn und andere behinderte Menschen.

 

 


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Deutsch in jedem Wohnzimmer – CSU läuft sich warm zum Parteitag

8. Dezember 2014 von Charlott

„Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen“, so heißt es in einem Leitantrags-Entwurf für den nächsten CSU-Parteitag, der in den letzten Tagen bekannt wurde. Der CSU-Vorstand wird heute über das Papier beraten und vom 12. bis 13. wird der Parteitag in Nürnberg stattfinden. Der ‚Vorstoß‘ wurde am Wochenende sofort kritisch in vielen Medien aufgenommen. Der CSU-Generalsekretär Andres Scheuer aber verteidigte die Forderung weiter und wurde vom BR mit folgenden Worten zitiert: „Die Entwürfe der Leitanträge zum Parteitag sind gut vorbereitet und breit abgestimmt“.

Natürlich lädt die Forderung zu Spötteleien (Was ist mit Bayrisch?) und zu großen Fragen der Umsetzung (CSU-Verterter_innen in jedem Wohnzimmer des Landes zur Kontrolle?) ein. Aber bevor der Antrag unter ‚A wie absurd‘ abgeheftet wird, ist es wichtig festzustellen, dass er wunderbar anschlussfähig ist an rechtspopulistische Diskussionen und diese mit neuer Nahrung füttert.

Selbst in der kritischen Medienanalyse wurden viele der Konzepte, die in dem Antrag stecken unhinterfragt übernommen, so sprachen viele Artikel von ‚Ausländern‘, um die es ginge. Aber wer sollen eigentlich diese ‚Ausländer‘ sein? Um den Besitz eines bestimmten Passes geht es sicher nicht. Selten wird in diesen Debatten an alle Sprachen und alle mehrsprachig agierenden Menschen gedacht. Die Grenzen  dessen, was als okay angesehen wird, sind klar rassistisch und klassistisch beeinflusst. Zumeist nicht mitgemeint sind die Kinder aus bildungsbürgerlichen Familien, die zu Hause nur Französisch sprechen und beispielsweise in Berlin dann das Lycée Français de Berlin besuchen. Die rassistische Abwertung bestimmter Sprachen (wie zum Beispiel Türkisch) ist zudem verbunden mit einem Denken, dass Verwertbarkeit in  den Mittelpunkt rückt. Sprachen, die „in der Wirtschaft“ wichtig sind/ als wichtig gesetzt werden, sind toll (aber auch dann meist nur, wenn sie von weißen erlernt werden).

Die CSU macht auch in ihren weiteren Aussagen deutlich, wo sie steht. Denn eigentlich geht es ihr vor allem um „bayrische Werte“ (wie auch immer diese aussehen). Weiter wird die Angst geschürt, dass Menschen allein wegen der Sozialleistungen einwandern und wahrscheinlich ‚richtigen Deutschen‘ somit etwas wegnehmen. Die Debatte um Sprache verstärkt dabei besonders stark Vorstellungen vom ‚Deutschsein‘, in dem sie auf Vorstellungen aufbaut, die von ‚einem Volk‘ mit einer Sprache in einer Nation ausgehen – die natürlich noch nie so der ‚Wirklichkeit‘ entsprochen haben, aber wichtige ideologische Stütze vieler rassistischer und nationalistischer Rhetoriken ist.

Auch auf Twitter wird der CSU-Vorschlag diskutiert. Unter dem Hashtag #YallaCSU wird der diskriminierende Gehalt auseinander  genommen und über eigene Erfahrungen geschrieben. Am Wochenende erreichte der Hashtag sogar die Top10 der Twitter-Themencharts.

Kübra schrieb bereits 2012 auf Ein Fremdwörterbuch über Wörter, Ideen und Gefühle, die für sie mit verschiedenen Sprachen verknüpft sind: „So leben manche Gefühle nur in bestimmten Sprachen. Sprache öffnet uns die Welt und grenzt uns ein – im gleichen Moment.“


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Ausweisung von Simran Sodhi stoppen!

12. Mai 2014 von Gastautor_in

Die Berliner Ausländerbehörde will die in Indien geborene Simran Sodhi, die in Treptow-Köpenick als Integrationslotsin tätig ist, Ende des Monats aus Deutschland ausweisen. Begründet wird dies damit, dass sie als Akademikerin für ihre Tätigkeit überqualifiziert sei, sie zu wenig verdiene und darüber hinaus kein “öffentliches Interesse” an ihrer Weiterbeschäftigung bestehe. Eine Petition wendet sich gegen die Ausweisung. Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir hier die Pressemeldung des Teams von With Wings and Roots.

Die Berliner Ausländerbehörde weist die erste Integrationslotsin im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, Simran Sodhi, aus Deutschland aus. Begründet wird die geplante Ausweisung mit dem aus Sicht der Behörde nicht bestehenden „öffentlichen Interesse“. Beim Arbeitgeber und Projektträger, den Verein offensiv’91 e.V. – Verein für soziale und kulturelle Dienste für Frauen, Familien und Jugendliche, löst die Entscheidung völliges Unverständnis aus.

Obwohl Ines Feierabend, derzeit amtierende Bezirksbürgermeisterin von Treptow-Köpenick, Andreas Germershausen, stellvertretender Integrationsbeauftragte beim Land Berlin sowie Lehrstuhlbeauftragte der Humboldt-Universität zu Berlin und Alice-Salomon-Hochschule, die Ausländerbehörde schriftlich darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein regionales wie überregionales öffentliches Interesse vorliegt, sieht diese keine besonderen Gründe für eine Verlängerung des Aufenthaltes der indischen Staatsbürgerin Sodhi. Dabei lässt das Aufenthaltsgesetz durchaus einen rechtlichen Ermessensspielraum. In §18, Abs. 4, Satz 2 AufenthG ist festgehalten: „Im begründeten Einzelfall kann eine Aufenthaltserlaubnis für eine Beschäftigung erteilt werden, wenn an der Beschäftigung ein öffentliches, insbesondere ein regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.“[1]

Dieses öffentliche Interesse liegt durchaus vor. Seit Anfang des Jahres fördert die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen die erste Treptow-Köpenicker Integrationslotsin. Das von Senatorin Dilek Kolat ins Leben gerufene Landesrahmenprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, die derzeit 60 regelfinanzierten und in allen Bezirken Berlins eingesetzten Integrationslots/innen und Stadtteilmütter langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Für Treptow-Köpenick ist die Tätigkeit der Integrationslotsin absolute „Pionierarbeit“. Der Bezirk hat bisher weder Erfahrungen mit Integrationslots/innen, noch kann er auf eine ähnlich breite Projekt- und Angebotslandschaft im Bereich Integration/Migration zurückgreifen wie andere Bezirke. Die Tätigkeit von Frau Sodhi im Rahmen des Projektes verlangt daher besonders hier nicht nur viel qualifiziertes Eigenengagement und Geduld ab. Dies spiegelt auch die bisherige Presseberichterstattung wieder.[2]

Birgit Hannemann, Geschäftsführerin des Vereins offensiv’91 e.V. erklärt: „Ich bin absolut überrascht über diese nicht nachvollziehbare Entscheidung der Behörde. Frau Sodhi unterstützt Migrant/innen in ihrem Alltag, bei Behördengängen und der Wohnungssuche. Ihr Einsatz hat unschätzbaren Wert. Ihre zwangsweise Ausweisung wäre nicht nur ein persönlicher Verlust. Auch der Schaden für das Land, den Bezirk, den Verein und nicht zuletzt die Menschen, die die Dienste der Integrationslotsin in Anspruch nehmen, wäre groß.“

Der Verein offensiv’91 e.V. und das dort angesiedelte Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD) wenden sich gemeinsam mit Frau Sodhi an Öffentlichkeit und Politik und hoffen auf ein Umdenken der der Senatsverwaltung für Inneres und Sport unterstehenden Ausländerbehörde. Mit einem Offenen Brief an Innensenator Frank Henkel und Engelhard Mazanke, Leiter der Ausländerbehörde möchte man um eine Revision der Entscheidung bitten. Politiker/innen, zivilgesellschaftliche Akteure und Prominente werden aufgerufen, sich diesem Brief anzuschließen. Zudem behält sich Frau Sodhi vor, mit ihrem Anwalt Widerspruch gegen die Entscheidung der Behörde einzulegen.

Yves Müller, Mitarbeiter im Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick meint: „Wir werden nichts unversucht lassen, unsere Kollegin zu unterstützen. Es sollte ihr gutes Recht sein, in Deutschland bleiben zu können.“

Weitere Informationen:
E-Mail: yves.mueller@offensiv91.de | Tel.: 030/ 65 48 72 93 | Mobil: 0176/ 89 26 34 67 | www.zentrum-für-demokratie.de

[1] Siehe http://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__18.html
[2] Siehe z.B. „Auch Treptow-Köpenick bekommt eine Integrationslotsin“, rbb-online vom 06.02.14, http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/02/Berlin-Integration-Treptow-Koepenick-Integrationslotsin.html sowie „Integrationslotsin Simran Sodhi unterstützt Zuwanderer im Bezirk“, Berliner Woche vom 13.03.14, http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-treptow-koepenick/artikel/37746-integrationslotsin-simran-sodhi-unterstuetzt-zuwanderer-im-bezirk/


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Deutschland 2013: Der Bundespräsident und seine Freiheit

4. März 2013 von Sabine

Joachim Gauck ist die deutsche, wiedervereinigte Freiheit. Dafür hat er schon immer gekämpft, sagt er. Als Bürgerrechtler war er nicht der lauteste in der DDR. Vielen ist er in der Bürger_innenrechtsbewegung nicht einmal aufgefallen. Wenn der Bundespräsident sich jetzt zu Bewegungen und Debatten äußert, wünschte ich, er würde wieder nicht so auffallen. Und es würden andere Fragen gestellt werden.

Manche waren von Anfang an dabei, aber hatten von ihm nie etwas gehört. In den Kirchen gab es die Aufmüpfigen, diejenigen, die Friedensgruppen (auch Nichtchristen) im Gotteshaus versammelten und politisierten. „Gauck ist nie aufgefallen“ sagt ein DDR-Oppositioneller (in der SZ vom 27. Februar 2012). Der Bundespräsident soll einer gewesen sein, der erst sehr spät auf den Zug gesprungen ist. Aber wenn der 73-Jährige über die Freiheit und (seine) Vergangenheit spricht, wirkt Jesus gegen den ehemaligen Pfarrer wie eine Miniatur.

Die Sexismus-Debatte hat endlich zur Sprache gebracht, was längst ein Thema ist. Der Brüderle-Skandal war kein Grund, sondern ein Auslöser für den #Aufschrei gegen die Diskriminierungen, den Sexismus und die Übergriffe, den Frauen* im Alltag und im Beruf erleben. Das ist nichts Neues, aber es war ein Fenster, um den Sexismus in die Öffentlichkeit zu bringen. Viele meldeten sich zu Wort, berichteten, und fordern einen Wandel. Leider ein schmales Fenster, dass meist nur die Zweigeschlechtlichkeit herauspresste: Mann und Frau. Und was sagt der Bundespräsident dazu:

„Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde.“ Mit Sicherheit gebe es in der Frauenfrage noch einiges zu tun. „Aber eine besonders gravierende, flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen kann ich hierzulande nicht erkennen.“ (Im Spiegel, Heft 10/2013)

Das sitzt. Trotzdem, ganz überraschend ist es nicht, denn Gaucks Freiheit bedeutet alles zu sagen. Alles zu denken, was ist und was man so fühlt, frei von Schranken. Thilo Sarrazin gehörte in dieser, seiner Logik zu den „Mutigen“. Auch wenn Sarazzin und auch in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ rassistische Thesen propagiert wurden. (mehr …)


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Lach doch mal, Integration und Schönheit – die Blogschau

19. September 2012 von Sabine
Dieser Text ist Teil 177 von 295 der Serie Die Blogschau

Aufgrund technischer Probleme war die Blogschau am vergangenen Samstag (16.09.12) leider nicht vollständig. Hier nun Klappe die 2.:

Warum die Benennung der neuen Berliner Integrationsbeauftragten eher nicht integrierend wirkt und 13 der 14 Migrant_innenvertreter_innen die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung zur Neubesetzung boykottiert haben, das steht auf anders deutsch.

Zeitungen kämpfen online um Klicks, um ihre Angebote zu finanzieren. Lucie schaut sich in der Süddeutschen um: Mario Barth erhält bald eine Kolumne und body shaming im Hot-or-Not Stil sind auch dabei. Es soll fresh („freche Schreibe“) sein und ist letztendlich doch „nur Spaß“.

Hobbit nimmt sich hingegen ein Skalpell und zerlegt einen sexistischen Witz in seine Einzelteile – so was sollte obligatorisch in die Lehrpläne aufgenommen werden.

Antje Schrupp findet Norm entsprechende Körper aus Modejournals banal, die Frage des Aussehens ist jedoch eine ganz wichtige. Die Wahl der Kleidung kommuniziere nämlich Standpunkte, Wertehaltungen und dafür gebe es einen guten Grund.

Die Denkwerkstatt fragt: „Wo sind die Feministinnen“ in Österreich und kommt dabei zu einem spannenden Ergebnis.

„Aber, ich als Frau…“  Derailing, wer kennt es nicht? Hier einige Argumente der Entgegnung.

Kattascha hat einen ausführlichen Artikel über das Ehrenamt, Motivationen und mitgliederfreundliche Strukturen am Beispiel der Piraten geschrieben.

„Gemütlich sitzen da Kind und Eltern beisammen, das aufgeschlagene Buch vor sich, sie reden über Alltagsrassismus, das Kind lauscht aufmerksam den Ausführungen der Eltern mit ihren kultur- und sozialwissenschaftlichen Studienabschlüssen.“ Mit Kindern sollte geredet werden, warum manches trotzdem unnötig ist, findet sich bei Dr. Mutti. [Text ist mit Triggerwarnung: N-Wort einmal in Anführungszeichen, 1. Absatz]

Und noch ein paar Termine:

Von heute, dem 19. September an bis zum 29. veranstaltet Zwischengeschlecht.info Proteste gegen Zwangsoperationen an Inter­sexuellen und Infoabende in Leipzig, Dresden und Halle.

Gestern startete der Film Call me Kuchu über die ugandische LGBT-Community seine Tour durch die Kinos in Deutschland, Zwischenstop heute ist z.B. Frankfurt.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Die radikalfeministische Grundschule und Weiße Integrationsverweigerung – kurz notiert

1. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 139 von 355 der Serie Kurz notiert

Eine Online-Umfrage der Frauenseiten Bremen hat ergeben, dass „fast 50 Prozent aller befragten Frauen und Mädchen negative Erfahrungen im Internet gemacht und Belästigungen, Anmache und Sexismus erlebt“ haben.

In Kairo wurde die äygyptisch-amerikanische Journalistin Mona Eltahawy von der Polizei misshandelt und sexuell belästigt, berichtet derStandard. Sie war während der neuen Proteste gegen das Militärregime auf dem Tahrirplatz gewesen.

In den 1990ern gab es eine radikalfeministische Grundschule für Mädchen in Wien. DieStandard führte ebenfalls ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin.

Wenn über Musik von Frauen* geredet wird, fällt immer auch der Begriff „Riot Grrrl“ im gleichen Atemzug. Ganz so, als gäbe es EIN Label für Musik von Frauen*, während für die selbstgemachte Musik von Männern* stets viele Labels zur Hand sind. Kritik an dieser Vereinnahmung gibt es bei Pitchfork zu lesen.

„Wann hat es das schon einmal gegeben in unserer nach wie vor verklemmten Vereinbarkeitsrepublik? Eine Frau bekommt einen Führungsjob, nicht obwohl, sondern weil sie Kinder hat!“, schreibt die Berliner Zeitung.

Mutlu Ergün berichtet bei Philibuster über die Ergebnisse neuester Studien: Millionen Weiße Deutsche verweigern die Integration!

In der neuen Ausgabe der feministischen Zeitschrift Anschläge, hat Autorin Leonie einen Kommentar zu konsensualem Sex geschrieben. Lesenswert!

Radio Corax Halle interviewte Gesa Mayer und Robin Bauer zu Monogamie als gesellschaftlicher Norm, nachzuhören bei Freie Radios. Die beiden halten heute im Rahmen der Ringvorlesung „que(e)r_einsteigen“ einen Vortrag zum gleichen Thema.

Das Männer-Fußballteam von Amerikanisch-Samoa gewinnt sein erstes offizielles Länderspiel – 2:1 gegen Tonga. Nach dem Sportlichen zur Geschlechterpolitik: Auf dem Platz stand mit Johnny Saelua eine Fa’afafine, die in der Kultur Polynesiens „als Mann geboren … als Frau aufgezogen“ werden, wie queer.de berichtet.

Eine aktuelle Kampagne gegen institutionalisierten Rassismus seht ihr hier:

Mann hat nette Ratschläge an Frauen, dieses Mal in der Süddeutschen: Um im Job voranzukommen und sich männlicher Raumnahme zu entziehen, sollen sie einfach die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Tipp 1: Nicht mehr lächeln!

Terminhinweise nach dem Klick

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