Einträge mit dem Tag ‘Initiativen’


Weg mit der “Mademoiselle”

6. Oktober 2011 von Magda

Wer in Frankreich auf eine Behörde geht oder eine Be­werbungs ausfüllt, muss als Frau zwischen “Madame” und “Mademoiselle” wählen. “Mademoiselle” entspricht dem deutschen “Fräulein” (das bereits vor Jahrzehnten von den Behörden ab­ge­schafft wurde) oder dem spanischen “Señorita” (welches auf offiziellen Formularen auch nicht mehr auftaucht) und be­schreibt den Status einer unver­heirateten Frau. Wenn ich also ein Bank­konto in Frankreich eröffne, muss ich die oder den Sachbe­arbeiter_in erst einmal davon in Kenntnis setzen, ob ich nun in einer (Hetero-)Ehe lebe oder nicht.

Julie Muret von der Organisation Osez le féminisme (“Wagt den Feminismus”) ruft Frauen laut taz nun dazu auf,

die Anrede “Mademoiselle” zu boykottieren – sie beispielsweise im Internet oder auf Formularen einfach durch­zu­streichen oder nicht mehr an­zu­kreuzen. Die Anrede zwinge Frauen dazu, Aus­kunft über ihre persönliche und familiäre Situation zu geben.

Gewiss gäbe es in Frankreich “wichtigere Probleme zu bewältigen wie Lohn­unter­schiede und Gewalt”, sagt die Schriftstellerin Brigitte Grésy. Aber: “Die Sprache gibt die Realität wieder”.

Im Kontext der Proteste um Dominique Strauss-Kahn hatte die feministische Bewegung in Frankreich massen­mediale Präsenz bekommen. Doch obwohl einige Soziolog_innen, Schrift­steller_innen und Philosoph_innen die Initiative unter­stützen, scheint das Thema laut NPR kaum gesamt­gesell­schaftliche Be­achtung zu finden.


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Slut Walk in Bukarest

13. September 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 13 von 19 der Serie Im Osten nichts Neues?

Zum ersten Mal in der Geschichte Rumäniens mobilisiert sich die kleine, aber feine Bukarester feministische Szene und ruft zum ersten SlutWalk auf. Ganz vorne unter den Organisatoren stehen zwei, drei feministische Bloggerinnen: Medusa und ein paar Freundinnen. Die bunte Demo wird am 6. Oktober unter dem ursprünglichen und gleichzeitig unter einem sehr geschickt adaptierten rumänischen Namen stattfinden.

Bei dem „Marsul Panaramelor“, zu Deutsch etwa „dem Marsch der Billignutten“, werden die TeilnehmerInnen vor allem gegen die allgegenwärtigen Schikanen und verbalen Angriffe auf den Straßen der rumänischen Städte protestieren, aber auch gegen die Verharmlosung der Aggression durch Behörden, Medien und vermeintliche Experten. „Panarama“ ist ein Begriff aus der Bukarester Umgangssprache, der ursprünglich ein billiges, lächerliches Spektakel bezeichnete; einen Skandal in der Nachbarschaft, einen „Zirkus“ oder eine triste Quatschkomödie, aber auch eine Person, über die sich alle anderen lustig machen, eine Person, die (moralisch, oder in den Augen der Gesellschaft) nichts wert ist. Grammatisch ist das Wort weiblich, und meistens ist damit eine Frau gemeint, obwohl es sehr häufig auch als Beleidigung für Schwule benutzt wird.

Alle vier Stunden wird in Rumänien eine Frau vergewaltigt. In den meisten Fällen in der Familie, fern von den Augen der Öffentlichkeit. Die Privatsphäre bleibt bei Weitem der “ideale” Ort für die Ausübung der (sexualisierten, aber auch nicht sexualisierten) Gewalt. Doch die relativ niedrige Hemmuschwelle wird dabei stets durch die Vorstellung bestärkt, dass die Opfer (Frauen, aber häufig auch tatsächliche oder vermeintliche Roma- oder schwule Männer) selber schuld an der Gewalt sind, dass dumme Anmachen, hinterhergerufene Beleidigungen und andere Schikanen als Kavalierdelikte gelten sollen. Tatsächlich kommen solche Vorfälle in den rumänischen Städten systematisch und mit atemberaubender Spontaneität vor.

Die ersten Schritte dagegen werden nicht einfach sein. Wir sind gespannt!


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Männer designen T-Shirts gegen Gewalt

2. September 2011 von Anna-Sarah

Zahllose Mädchen und Frauen sind von Gewalt betroffen – täglich, weltweit. Sie werden Opfer von häuslicher Gewalt, Vergewaltigung oder Verstümmelung, von sexualisierter Gewalt, Menschenhandel oder sogenannten “Ehrenmorden“. Für Frauen und Mädchen in der Altersgruppe 16 bis 44 Jahre stellt derartige sexistisch motivierte Gewalt eine der hauptsächlichen Todes- und Verletzungsursachen dar, so das Netzwerk UNiTE to End Violence against Women, das vor diesem Hintergrund von einer “globalen Pandemie” spricht. Seit 2008 ist das Netzwerk aus verschiedenen Organen der Vereinten Nationen  unter der Federführung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aktiv, geleitet von der Motivation, jegliche Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in allen Teilen der Welt zu beseitigen. Um diesem ambitionierten Ziel näher zu kommen, hat UNiTE nun einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der nicht zuletzt wegen seiner Zielgruppe interessant ist: Er richtet sich an Männer zwischen 18 und 25 Jahren, welche weltweit aufgerufen sind, ein T-Shirt-Motiv für die Kampagne zu designen. Die erstmal relativ weitgefassten Vorgaben:

  • Stell dir vor, wie die Welt ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen aussähe
  • Beziehe dich im großen Maßstab und positiv auf die Konzepte Gleichberechtigung, Diversität und Respekt
  • Setz deine Fantasie und künstlerische Fähigkeiten dafür ein, Stellung zu beziehen und dich gegen alle Formen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen auszusprechen.

Eine hochkarätig besetzte internationale Jury wird die eingereichten Beiträge beurteilen, als Gewinn winkt eine Reise nach New York City, wo im Rahmen einer UN-Veranstaltung der Preis für den besten Entwurf verliehen wird.


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Schlampen und Schützinnen – die Blogschau

21. August 2011 von Anna-Sarah

Letzten Samstag wurde deutschlandweit geslutwalkt (siehe auch unser aktuelles Dossier), was auf ein großes Medienecho stieß.  Auch die heutige Blogschau widmet sich vornehmlich der Nachlese des wohl wichtigsten feministischen Großereignisses, das hierzulande in den letzten Wochen stattfand.

Impressionen vom Slutwalk in Berlin berichten die Ruhrbarone und Kweens.

Einen Demo-Bericht gibt es auch in der taz, wo der Slutwalk als explizit feministische Aktion eingeordnet wird. Neben Hintergründen und Ausblicken werden auch den hier bereits thematisierten negativen Aspekten der grundsätzlich ja durchaus angestrebten Öffentlichkeitswirksamkeit der Slutwalks  Raum gegeben.

Paula ärgert sich über das Auseinanderklaffen von Realität und medial vermitteltem Eindruck der Slutwalks und veranschaulicht diese Diskrepanz, indem sie selbst aufgenommene Fotos vom Slutwalk Berlin  dem jeweils ersten Satz aus Online-Artikeln gängiger Massenmedien entgegensetzt. Gute Idee!

Zum nochmal selber nachgucken: Viele schöne, lustige oder auch ärgerliche Bilder und Eindrücke vom Slutwalk Berlin bieten – neben den diversen Slutwalk-Seiten im Netz und auf Facebook – der entsprechende youtube-Channel sowie der  Fotopool auf flickr, der mit selbst geschossenen Fotos befüllt werden kann. Slutwalk-Bilder gibt es auch von Barbara Muerdter und dem Kotzenden Einhorn.

Spreemieze schenkt uns einen persönlichen Blick auf die Slutwalkbewegung vor dem Hintergrund eigener Gewalterfahrungen und erinnert an machtvolle Vergewaltigungsmythen.

Noch  Schwung vom Slutwalk und Power, weiterzumachen?  Das Mädchenblog stellt noch einmal die Hollaback!-Bewegung vor, die inzwischen auch in Berlin und Dortmund vertreten ist und sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit vernetzt “Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen”. Außerdem wird erläutert, wie mitgemacht werden kann.

Ein “weiblicher Ninja” in der Tasche, der bei Pöbeleien gegen lesbische Mädchen eingreift: Eirika (18) aus Reykjavik hat diese Idee in ihrem Kurzfilm ‘Doppelaxt’, einem von drei Kurzfilmen, die bei einem Workshop des Dortmunder Medienprojekts queerblick e.V. während eines Sommercamps vom Jugendnetzwerk Lambda entstanden sind, umgesetzt. Insgesamt “20 schwule, lesbische und transidente Jugendliche aus Island, Frankreich, Israel, Finnland und Deutschland” haben laut queerblick e.V. ihre eigenen Kurzfilme produziert. Zu sehen sind die Filme im einer Spezialausgabe des Magazins ‘queerblick’, die von den Workshopteilnehmer_innen selbst moderiert wurde.

Nadine hat hier bereits über Störerabwehr per Wasserbomben berichtet, wie sie die Frankfurter Slutwalker_innen vorgemacht haben. Ein Zurückschießen ganz anderer Art:  Der Schützenverein Schwitten im Sauerland hat im dritten Anlauf eine Satzungsänderung beschlossen, nach der nun auch Frauen in den Verein aufgenommen werden dürfen. Angeblich folgt er damit einem Trend.

Last not least ein Terminhinweis für alle (Wahl-)Berliner_innen und/oder Reisefreudigen: Ab 25. August soll in Berlin an jedem letzten letzten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Sonntagsclub ein Stammtisch für alle Bisexuellen stattfinden. Laut Eigeninfo will der Bi-Stammtisch Berlin allen Bisexuellen, Unentschlossenen und Neugierigen die Möglichkeit geben, in fröhlicher Runde  zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen.


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Safe and Sexy

9. Mai 2011 von Verena

Jezebel stellt das Projekt “Safe and Sexy” der Künstlerin Sarah Hughes vor, die Frauen in unterschiedlichen Ländern fotografiert hat. Einmal in dem Outfit, in dem sich sich wohlfühlen und in dem, in dem sie sich sexy fühlen. Interessanterweise sei der Unterschied zwischen beiden Outfits in Ländern mit hoher Gleichberechtigung geringer gewesen als in Ländern, in denen Geschlechter massiven Rollenzuschreibungen unterliegen, berichtet Hughes. Meine erste Reaktion ist, wieso sich sicher fühlen und sexy sein einander ausschließen müssen. Und ob was sexy ist allein der männliche Blickwinkel definiert. Argumente, die sich nicht wirklich bestätigen wollen, wenn man sich folgendes Video ansieht, das Hughes’ Arbeit dokumentiert.

Watch the full episode. See more Need To Know.


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“Hey Baby” ist nicht mein Name!

6. April 2011 von Magda

Berlin Hollaback! ist eine recht junge Initiative zweier feministischer Aktivistinnen aus Berlin, die dummen Anmachen und Belästigungen den Kampf ansagen. Mit ihrer Platt­form möchten sie sexistische, sexuali­sierte, rassistische, homo­phobe, trans­phobe und/oder beHindernde Be­lästigungen öffent­lich machen, um sie aus der un­sichtbaren Ecke zu holen: Be­lästigung ist weder Einzel­fall noch das alleinige Problem des_r Belästigten. Mehr Infor­mationen gibt es auf der Homepage, auf Tumblr, auf Twitter oder Facebook.

Mit eurer Initiave Hollaback Berlin setzt ihr euch gegen street harassment (Belästigungen auf der Straße) ein. Wie seid ihr auf das Thema gekommen?

Letztes Jahr im September haben wir die Londoner Hollaback! Seite entdeckt. Weil wir die Idee so gut fanden, haben wir die Admins der Seite gleich kontaktiert und gefragt, ob es mö­glich wäre, das auch für Berlin zu machen. Wenig spä­ter hat sich dann die Direk­torin von HollaBack!, Emily May, bei uns gemeldet. Weil die Seite in den USA so erfolg­reich ist, haben sie und die anderen Gründer_innen entschieden, HollaBack! als NGO zu betreiben und weltweit neue Seiten auf­zubauen.

So eine Website hat uns gefehlt: eine, die erstens über street harassment (also jede Form sexualisierter Be­lästigung in öffent­lichen Räu­men) informiert und zweitens genau uns, die Leid­tragenden dieser Praxis ermutigt, das nicht länger einfach nur hin­zu­nehmen. Wir fanden, es war höchste Zeit, das auch für Deutsch­land in Angriff zu nehmen. Die Tat­sache zum Beispiel, dass keine wirklich an­gemessene Über­setzung für street harassment existiert, gibt schon Auskunft darüber, welchen Stellen­wert diese Form der Dis­kriminierung (immer noch) ein­nimmt. Das wollen wir ändern: dieses ewige Nach­gepfeife, angemacht werden, Grabschen, Glotzen und dann be­schimpft werden, weil der Kerl nicht zum Zug kommt, muss einfach pro­blematisiert und ins öffent­liche Be­wusstsein gerückt werden.

Was heißt “hollaback” und in welchem Kontext steht es zu Belästigung auf der Straße?

(weiterlesen …)


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Heute an die rote Tasche gedacht?

25. März 2011 von Helga

In den letzten Tagen haben wir schon drauf hingewiesen, jetzt ist es soweit. Heute haben die deutschen Frauen endlich den Lohn der deutschen Männer in 2010 erwirtschaftet. Etwas überraschend mutet da schon fast die Meldung der Süddeutschen an, dass Frauen ihr Beruf wichtiger sei als Männern. Passend gibt es heute auch wieder viele Veranstaltungen, die das Aktionsbündnis Equal Pay Day auf einer Deutschlandkarte vermerkt hat. So ist z.B. Antje Schrupp mit ihren 10 Thesen in den Frankfurter Mainarkaden und diskutiert ab 17 Uhr mit Helma Sick, Kolumnistin der Brigitte.

Eine Collage roter Taschen zum Equal Pay Day

Also raus mit der roten Tasche und für Lohngleichheit protestiert. Die Mainzer FEG hat ihre Taschen schon einmal dokumentiert. Außerdem gibt es dieses Jahr eine Online-Petition, die u.a. den „Abbau von Fehl­an­reizen im Steuer- und Sozial­ver­sicherungsrecht“ fordert. Etwas das Frauen­ministerin Kristina Schröder bisher noch gar nicht vorangetrieben hat. Auch in ihrem Statement zum Equal Pay Day preist sie lieber einzelne Programme – Pflaster­kleben statt echter Heilung.

In der Schweiz war der Equal Pay Day übrigens schon am 11. März, dort beträgt der Unterschied etwas weniger als 20 Prozent. Die Österreicherinnen müssen dagegen 27 Prozent aufholen und protestieren erst am 14. April. Weitere inter­nationale Termine bei BPW International.

Was habt Ihr heute erlebt? Habt Ihr mit Euren Kolleg_innen diskutiert oder einen Workshop besucht? Oder vielleicht ein Foto von Euch mit roter Tasche? Schreibt uns in den Kommentaren, wir freuen uns auf Eure Geschichte und Links.


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Kommt alle zum Barcamp Frauen 2010

12. Oktober 2010 von der Mädchenmannschaft

Gender, Karriere, Kind, Familie, Migration, Pornografie, Queer, Quote, Sexismus – die Liste der Themen, die eine gleichberechtigte Gesellschaft ausmacht ist lang. Um all dem ein Forum zu bieten, findet am 30. Oktober in Berlin das “Barcamp Frauen” statt.

Weiß-orangenes Banner zum barcamp Frauen, am 30.10.2010 in der Kalkscheune Berlin

Um das Programm entsprechend facettenreich zu gestalten, können bereits jetzt Vorschläge für Workshops und Vorträge auf der Webseite des Barcamps eingetragen werden. Meldet euch dort an und diskutiert schon jetzt darüber, was Eurer Meinung nach relevant ist, am 30. Oktober in Berlin Gehör zu finden.

Neben der Mädchenmannschaft präsentieren auch der Freitag, vorwärts, Verdi und die SPD das Barcamp 2010. Je mehr Leute dabei sind, desto größer ist die Chance, dass in der öffentlichen Diskussion oftmals vernachlässigte Themen hier ein Publikum finden. Zukunft mitgestalten heißt, präsent zu sein und die eigenen Ideen und Visionen denjenigen zu präsentieren, die später politische Entscheidungen treffen.

Außerdem freuen wir uns, hier mal wieder die Gelegenheit zu haben, unsere LeserInnen kennen zu lernen und die  Vernetzung offline voran zu bringen. Trefft uns beim Barcamp 2010!

Das „Barcamp Frauen” findet am 30. Oktober 2010 in der Kalkscheune in Berlin Mitte statt. Neuigkeiten rund um das Barcamp gibt es auf Twitter und Facebook, sowie der offiziellen Seite.


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männergleich oder doch lieber geschlechtslos

17. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 47 von 152 der Serie Kurz notiert

Pakistan kämpft noch immer mit den Problemen nach der großen Flut. Wie geht es dabei den Frauen? Altmuslimah fürchtet, es könnte, wie in Haiti, ihr Leben noch einmal deutlich verschlechtern.

Als “männergleich” bezeichnete Homer die Amazonen, denen aktuell eine Ausstellung in Speyer gewidmet ist.  Zeit Online berichtet drüber, nennt die Mythen-Figuren aber eher eine antike Lara Croft.

Christian Zaschke beschwert sich im SZ-Magazin überdie Bemühungen der Schweizer, eine geschlechtsneutrale Sprache einzuführen. Ob “Gleichberechtigung denn tatsächlich Geschlechtslosigkeit” bedeute, fragt er.

Die Stadt Wien fördert queere Projekte, von denen just sechs Stück vorgestellt werden, die jeweils mit mehr als 3.000 Euro subventioniert werden. Organisatoren von Projekten für 2011 können noch bis zum 31. Oktober ihrer Förderanträge stellen.

Weitere Bewerbungsfristen und Termine:

Das Gunda-Werner-Institut veranstaltet am 1. und 2. Oktober eine Arbeitstagung unter dem Titel “Männlichkeiten in Bewegung – Analysen, Perspektiven, Positionen”. Anmeldungen sind noch bis zum 20. September möglich.

Vom 23. bis zum 25. September zeigt das Kinzig Theater in Berlin ein Stück über Frauen im bewaffneten Konflikt in Kolumbien und ihren Widerstand dagegen.

Noch bis zum 21. November läuft die Bewerbungsphase für Frauenstipendien an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht. Vergeben werden Stipendien sowohl für Promotion als auch MBA-Studium. Danke an Girls Can Blog für den Hinweis.


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Netzpolitik in feministischem Kontext

12. August 2010 von Helga

3 gestapelte N deren Enden weiterlaufen und in Kreisen mit 0 und 1 enden vor grünem Hintergrund. Darunter die Schrift: Netzneutralität
Seit die Details über eine Kooperation von Google und Verizon langsam ins Internet tröpfeln, macht der Ruf nach Netzneutralität wieder die Runde – den Unterzeichner_innen der Initiative Netzneutralität nach zu urteilen, sind es aber vor allem Männer, die sich dafür interessieren. Dabei zeigt ein Blick auf den Hintergrund von Netzneutralität, sowie die bisher bekannt gewordenen Ideen des Google-Dokuments, dass es gerade für die feministisch-queere Webszene von großer Bedeutung sein wird.

Denn bisher werden alle Daten im Internet gleich behandelt, von technischen Problemen wie etwa Serverausfällen einmal abgesehen. 1 MB Text wird genauso schnell verarbeitet wie 1 MB Video oder 1 MB Skypekonferenz. Dafür zahlen einerseits die Websurfer_innen bei ihrem Provider, auf der anderen Seite die Webseitenanbieter ihre Serverkosten. Mit dem Argument des ständig steigenden Datenaufkommens, gibt es wiederholt Vorstöße der Telekommunikations-unternehmen, für bevorzugte Datenübertragungen extra Geld zu verlangen. So könnte etwa Google dafür zahlen, dass seine Suchmaschine stets erreichbar ist, während Bing lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. Andererseits könnten Surfer_innen die Wahl haben zwischen einem Grundangebot an Webseiten auf der einen und dem „kompletten” Internet auf der anderen Seite.

Doch dafür ist es notwendig, dass die Provider in die Inhalte schauen. Bereits im Februar fragte Kathrin Ganz nach den möglichen Folgen:

Es gibt unzählige Seiten, Weblogs, Foren, Mailinglisten und Podcasts, die von Menschen aus unterschiedlichen marginalisierten Positionen heraus betrieben werden. Diese Tools dienen zur Vernetzung und politischen Organisation im Kampf gegen Unterdrückung und Ausgrenzung und werden durch Eingriffe in die Netzneutralität gefährdet. Denn wer garantiert, dass ein “basic” Angebot auch das rassismuskritsche Weblog oder den feministischen Podcast beinhaltet? Wer kann sich in diesem Szenario einen Internetzugang leisten, der nicht nur zahlungskräftige Mainstreammedien und Shoppingportale umfasst?

Das allein ist schon kritisch genug. In den Ideen von Google und Verizon finden sich aber noch weitere Ansätze, die problematisch erscheinen. (weiterlesen …)


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